Mm» Statt »«d Land.
Gießen, den 6. Avril 1918.
Die neue Metallbeschlagnahme!
Die neue Mettckldeschlagnahme vom SG März 1918 er- sich so lgienikch rmf alles, rvas Metall l-eitzt und was in ben UtShallnngen rwr kommt. Im Gietzener Anzeiger Nr. 72 vom ' Marz 1918 ist eine lange Lifte derjenigen Gegenstände mt* Mentlicht, die neuerdings dem Krieg zum Opfer gefallen sind. »Wie man aus der grosteir Zahl der beschlagnahmten Gegenstände krsialK, übersteigt btt Umfang dieser BekMMtmastinng alles bisher Dagewesene. Die betroffenen Gegenstände fallen auch dann mlller die BkVcm-ntmochamg, wenn sie mit Lack oder Farbe überzogen sind. Tie beschlagnahmten Gegenslände werden gleichzeitig enteignet, allerdings; ist der einstweilige ordmmgsgemäße Weiler gebrauch der betroffenen Sachen für krrrze Zeit gestattet. Tie Meldepflicht tritt nach Aufforderung durch die in Frage komwenden Behörden ein. Die enteignet«, Gegenstände sind entspreäxmd der Anroeifungen der Behörde an die Sammetslellen abzulieserN. Dis -u welchem Zeitpunkt die Mieferung erfolgen must, wird noch bestimmt. Die Beschaffung von Erfatzgegen ständen, beispielsweise für die Verstellung von Türklinken, Fenstergriffen usw regelt am vorteilhaftestrn der Besitzer selbst. Auskrmfl lstericker erteilen die Sammelstellen. Für den durch den Besitzer selbst bewirkten AiuSbau von Gegenständen der Rieche II/IV (§3) wird ein Bewag von 1 Mark fftt das Kilogramm vergütet. Ter Ausbau ist von den Betroffenen aber tunlichst selbst oder mit Hilfe von selbst beschafften Arbeitern oder Handwerkern - zu betvirken. Gelingt dies nicht, so hat der Besitzer dies unter entsprechenden
Die Kontrolle Über die Durchsührmni der EnteiMmng ist st.hr scharf yeder Berschst zieht Bestrafung nach sich. Auster den vielerlei lGegenständen, die in der Bestrnntmachung aufgeführt sind, können «andere Geräte aus den gleichen Metallen (Mp-scr, Nickel, Alu- 'nnnium, Zinn) freiwillig ab-wliefert werden. Auch hierfür bietet die Eittschadiamrg einen gel rügenden Ersatz. Ter Anreiz sollte in dem GeMl liegen, durch die freiwillige Alrgabe zur Vertröst errmg unserer Waffen- und Mumtionsherst^lung yax Erspartes nun MenschcnLrb-n deiMtragen.
*
Unirliche Personal Nachrichten. Der Grvst
^ Lnanzaspirant Hernrann
Wimmenauer aus Darmstadt zum Mimslerialremsoc bei der Buchhalttorg der Ministerien des Innern und der Justiz mit Wir- Hrug vom 1. April 1913 au ernannt —, Dtrch EtltsäKetzumI Goosth. Ministeriums dos Innern wurde der Lehramtsrrer cntoac -Dr. Wilhelm Flörte xu Giesten züm Lehramts«sseffor er- tz-wmt. — Der Grostherzog hat am 3. April die Registrattir- yehillen Moritz N i ck und Karl W e i ß m a n t e l aus Tarmstadt M MrmsterialwgistmtovOl in der Negistrattcr des Ministeriums Pes Innern mit Wirllrng vom 1. April 1918 an ernannt. — Am 9. Mär; wmde den Bürgermeistern, Ottsgcrichtsvorstchern und Standesbeamten Heinrich Caspar zu Heimertshausen, Friedrich Ebel zu Gvebencru:, Konstantin Kranz zu RutLkirck^en, Wilhelm Schäfer zu ElTringsHamen und Kaspar Nagel zu Merlau das
*pt£toc Ehrenzeichen mit bei Inschrift „Für langjährige treue Lierssch" verttel-en. — Das Ehrerczeichen. für Mitglieder freiwilli- M.' Feuerwehren wurde vom Grostherzog dem Johamr Georg Akopp und dem Goorg Friedrich Schmidt zu Wscnheim verliehe; k.
** DelroleumverteiLÄng. FAr diejenigen Fannlw» und Etn.-elperso,um. denen wckcr Gas noch elektrische B-eleuchttrng Hur Vcnügtmg steht, wird in der kommenden Woche eine gering« Wimoe Petroleum Mr Verteilung kommen. Siehe Bek-nrntmachung.
ZnckerauSgabe. Der bei den Kleinhändlern der Stadt
Gießen bestellte Zucker für April 1918 kann von Montag den 8. dieses Monats ab gegen Vorlage des Besicllausioeises zur Zucker karte üud Ablieferung der Zuckermarke Nr. 4 in Empfang genommen werden. Siehe Anzeigeitteil.
** Iudi! än m. Ter Schreiner Karl Hofmann blickte auf eine Sojächrige Tätigkeit bei der Firma Ioh. Balth. Noll, Zigarren- Fabriken, Gietzen zurück. Aus diesem Anlast wurde ihm von dem Inhaber der Firma, Herrn Kommerzienrat Adolf Noll *ein Geldbetrag überreicht. Tie Angestellten und Ardeiter erfreuten ihn gleichfalls durch Blumen,md Geschenke.
** Kriegsbeschädigtenfürsoroe. Kriegsbeschädigte, die bei der 25. iHefert* Xütiiiou ober beim Landwehr-Infanterie- Regiment Nr. 118 den Feldzug nritgemacht haben und bedürftig sind, oder dereir Hir^terdliebem wollen sich bis Mun 10. März bei der KriegsbesckKdiglenfürsorgc (Gewerbehaus, Kirchstr. 16) melden.
** DolIsbad. Unser Vvtksbad hat int abgelaufenen Jahve sein 20. Lebensalter zurückgclegt. Trotz der schweren Kcicyszeit wurde das Bad sehr stark besucht. Aber immerhin gibt das Fehlen unserer zu den Waffen ernbern jenen Ntannerwett einen starken Atsschtag auf der, Nitckgarrg der Badoziff-cr. Wurden im Jahre 1914 noch 122515 Bäder abgegeben, so betvtg die Zahl im verflossenen Gesckiäftsi ahre urcr mehr 94 909. Das Sinken der Bade- zifser ist wvizl auch daraus zurückzuführen, daß aus Ersparnis
an Kohlen die Schwimmhalle 2 Vdoimte gesMossen werden mutzte.
sich wie folgt: Sckchin
46 180: 1917: 36617. Wannenbäder. 1915:
ltwinrmbader, 1915:
Tie Zahl der Bäder verteilt sich wie folgt 50 269; 11916:
23 245: 1916: 25147; 1917: 34 690. fceißfuft* und Tampsbäder. 1915: 1004; 1910: 1 034: 1917: 570. Brausebäder, 1915: 28 747: 1916: 36 861; 1917 : 23 033. T>k Schvimmbäder welke., demgemäß eiu m Mcksgang von 9569 Personeir und die Brausebäder einen svlckzen vvn 3829 Badenden auf. Tie Wannenbäder l-aben dagegen eine Zunahme vorr 9543 Pers-EN zu verzeichten. Der stärkste Besuch bei Bades war im Juni mit 11063 Versvnen, der sck-wächste im Januar mit 5 540 Personen ya verzeühneu. Die höchst« Ta-gcsfreguenz- brachte der 27. Mai mit 1109 Bädern, die niedrigste der 22. Januar mit 109 Bädern. Die stetig steigende, Preise der Rohmaterialien, rnsbesv-ndeve aber der Kohlen, lmrchden. eine allgemeine ^Tihvhuug der Preise unerlästluch um d« Ein.q nahmen mit den M'sgabcn einigeri:vasten auszubalrrneieren. Mutzten doch allein für Koliken an 6000 Mark mehr verausgabt werden^ wie im vorl-eriget Rachrtmsjahre. Auch die. teueren Wüsgchemittel und der hohe Reu»Aftsichaffuugswert von Wäsche, inachten es inwendig, «das; ganz besonders die ^Preise für die WÜsck^ALyabe ev- holst und dem Pitblikum dringend em^vhllvr werden mutzte, möglinlstt die eigen»' Wäsche mitzubrikigvn, andernfalls die Abgabe von Wäsche überlAMpt eingestellt nierdcn mutz, :oic dies bereits bei vielen Dade-Ainstalten der Fall ist. Ter
brachte eirren Verlust von 2 842,34 Mark. Dem Personal wilrde in Anbetracht der TeuermpMerhÄrni ff« die Krie^szulage n»ck>- mals erhüht. Die Gesellschaft verlor im Januar ihren 1. Vorsitzenden, 5>errn Siadtvervrdneten Eichenauer, und ihren lang-, tLlfrigen Bucheller, &zrcn Prokurist Attig. Den hervorragen den Gerdiensten, die sich lieide Mitarbeiter um das Wohl unseres BvlkSdades erworbert txtbe?r, wurde auch in der letzten General der-, sammlnug besondevZ Ausdruck verliehen. Zum 1. Vorsitzenden/ des Vorstandes wurde Herr ?kvchitekt H. Meyer, zum stLll vertvetetdeu Bvrlipertdcn Herr Kommerziennat H. Schaffstaedt, als Vorsitzender des Adtfsüi^smtrs Herr Geh. Kommerzienrat; S. Heichelheim und als stelluertrctatber Vorsitzender Herr Geh. Hosrat Prof. Tr. Fromme gewählt. Die ausÄzeidetweir Mitglieder des Vors?a:tdes n.w des Autzichtscates »v-ttrden ein- stimmig rviodergetvähll und Herr StudtvevorLneter' Lüber neu m den Vorstand ailfganvmmen,
** Zu r 8. K r ie g s an l e t he. Wir machen unsere Leser auf merksant, daß ihnen in den nächst«! Tagen durch den Briefträger ein künÄerisches Werbeblatt zur 8. Kriegsanleihe xugestellt werden wird. Ter Entwurf der Vorderseite, darstellend ein ansprechendes Bildiris einer iuugen Faan. die ist. Töchterchen ans dem Arm hüll, stammt von Professor Richerch Winckel in Magdeburg.
** Stadtt hea ter. Auf die morgen ftattfindendm Vor
hä am xm Wtfn Glkewk «an» mxtoa* »naettfefjtn.
))LachnWvgs gelangt die zustkräitige Operette ^Schwar-walv- mjädel" »nr ÄülsMrium, ioäl^niü der ?ldrnd am *Rju*in nntfl des bekannten Dcever-Foenlerschen S chaust» «s Heidelberg" bringt. ^
An läge mnsik findet Sonntag bai 7 Atwll, vvrm. 11-»/, Uhr, in der Süd-Aulage mit folgender Sptelfolge stttt: 1. ,I8ir halten au&". Marsch von 2. Kruse sen., Gießen. 2 Ditm. tut« xur Oper „Czaar und Zimrverrnann^ von Lortzmnst Facka^ tanz Nr. 1 in L-dur von Meherbeer. 4. ,,Jm schünert EDslvrenz , Msx. Caprü ioso, von Sch öder. 5. „Unsere Feldgrauen Marsch von C. Krautze. Grvtzh. MusiLirckwr a. D Kreis SchvtlkN.
Up. Köddingen, 5. Achil. .Heute muht oerftrrrb hr« rat GOjSIrdflcT Tagelöhner wtb kleiner Landttstrl an der — ^-^1 ^“1- Dr»r 14 Tagrn wurde hier ein der Tollwut verdächttger Hund tter- ärztlich geöffnet. Der jetzt verstorbene Monn war zugegen mW mett Teile der Eingeweide des getöteten Hundes in femer vmid. Mn Tage vorher hatte er Hecken abgemacht, wobei ein Dorn in nte Hand drang. Die kleine .Verletzung bliel« mibmdftet Nach /wer Tagen ftclürn sich Scknnerzeu ein, und alsbald traten alle ZeichSl der Tollwut auf. Heut« nackck ivurde der Urcglüclliche von ferner Quak erlöst. Der Kreisarzt und ein anderer ArO weilten heute hier.
Kreis Friedberg.
4■ Friedber». 6. Llprll. Di« Hessisch LandeSvereinigmrg des „Deutschen evang. Ge7ncnL»«ta.iS" hält ihre diesjährige armg am Montag box 3. April, nachm 2»/, Uhr, in der Bnr^ llrch M Friedbetg ab. Im Mttelprmkt der Ta^mg stehen zwei d.^onrÄse von Pfr. P«b st-WorvlA und Pfr. M ahr-Gießent Über Thema: f ß2>ve gewinnen wir die Männer für das kirch lich Gemeinteleben, a) in der Stadt, b) mis tem Land". 'AbendS
Vellen-Nassau.
Der Höchster Naubmord.
-- Frankfurt a. M., 6. April. Ii» der Höchster Ncmbnwrd- angelegenheit hausen sich die Beweise für die Täterschft RennoS immer mel-r, doch hat sich dieser noch zu keinem Geständnis gucmt. Ter Btrrfch leugnet nach wie vor die Tat mit grötztrr Hartnäckigkeit und behauptet, Höchst schon am Tvnnerstag vor Ostern verlassen Pt haben. Doch konnte ihm durch Zeugen einwandfrei nachgenneserr werden, datz er rwch am 2lbend vor der Mordnacht in Höchst gebettelt hat. Schwer belastend für Renno ist auch, datz er, der Samstag ?wch völlig mittellos war, am Tage nach der Tat hier in Frankfurt Zahlreiche Schulden bezahlt und stark gekneipt hat. Dagegen gestand er einige Einbrüche zu., die ep tn ber Woche vor Ostern in Eschborn und Eddcrsl-eim verübt hat. Die Polizei sucht neuerdings auch nach einem gvldnen Ringe mit rotem Stein, der dem ermordeten FuchZ zu eigen war und wahrscheinlich von Nenno geraubt und verkauft wurde.
mr. Frankfurt 5. April. Iin Alter von 55 Jahre»
verstarb hier di« Malerm My^Tne Brrrdell, dio von Pwfessor Mannstld und Pwfesjvr T'rülmer ihre .-Lusbildung erhielt. Sie leistete Bedeutendes in ffMrlicher Malerei rmd Mcuerungen. Auf den AEellungerl der Münchener Sezession war sie stets vertreten.
=* Fraukfurt a. M., 6. April. Bei Rödell-aim wurde ein etwa 20 Jahre altes Mädrhsn als Leiche auS der Nidda geborgen. Tie Leiche tckes im Gestchit zahlveiche blutige Stellen auf. Tie Unterbluse trägt die Buchstaben M. S. Ob ein Unfall "^«r gar ein Verbrechen vorliegt, konnte noch nicht ermittcll werthen, --- Kassel, 6. Aprst. Dü Kriminalpolizei beschlagnahmte etwa 700 Zentner Schn^rnesleisch und für 300 000 Mk. Speiseöl. Die Waren hatten Zivisä-enhäirdler auf Schleichwegen von Belgie» nach hier eingcführl und sollten grohen chemisck-M Werken zu- clcitet werden. Teiltveise hatte man das.Fleisch in Petroleum- er eingelegt, um vor Beschlagnohnnmgen ganz sicher zu sein. Fc. Vom Taunus, 5. ?lprll. Prinz Wolfgana von Hessen^ der ^willin-gssohn des Prinzen Friedrich Carl aus Schloß Fried- richhof, wurde mit dem Eisernen Kreuz L Klasse ausgezeichnet.
flclc
fässt
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Lüttteilung, datz unsere inntgst- gettebte, herzensgure Tochter
Emma
infolge eine» schweren Unglücksfalles tm zarten Aller von 5 Jahren zu Marburg tn der Klinik gestorben ist.
In itefem Schmerz:
Ikonrad Daube z. A Im Felde und Frau Marte geb. Harbach Mariechen Daube, Schwesterchen. Grosten-Vuseck. Wetter, den 5. April 1918. Die Beerdigung findet Momag den 8. April, nachmittags 4 Ubr, statt. 0688
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