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Die Beute.

. $* r !i "'^0 März. (WTB.) Tie Skliiwere der Verluste zwang

vre Tu ul linder. <m enttgeit Frontstellen Ersatzdepots und Ar­

beiters eiw»ui»v,E fet beit Kantpf zu »verfem Hart trifft den Eng»

ständige Haubitzbättettie sielen im HvlionwaK« den Deutschen un- ver>edrt m die Hand. Die GnUänder halten diese »verzollen Ge- pputze nvbt »nehr »prengen lönnen. In eurer Mulde vor Custris nahmen dir deutschen ein Dutzend 24-Z<mtimtter-Geschs»tze mit den noch vorhandenen Aufsätzen und Verschlüssen. Weitere zahlreiche vchiwere Geichutzc ivurden brr Auvitters erobert. Nördlich von Au- orgnv fanden die Deutschen mächtige Munitionsdepots, dererr llraftMgmaschinon und mit roten Granaten bemalte Last? cmtt>s nun auf allen Strafen deutsche Munition amssahren. Die auch vrelfach erbeuteten Feldhahnlokonwtiven und Loren laufen ^rmst des deutschen Aiimitironsn<ul),schrrbes. Nur ein völlig geschlagener Gegner überlätzt ein so wertvolles Material dein Fvinde.

der Gegeird von Wacfnsee -Abancou r t brachte am Marz em deutscher Triippmtteii 500 Gerangene. darunter einen Br» gabt'- und einen NeginrentsVomnrandeirr, eru. Die Beute er- W?'' sich nm 100 LoLnno tiven, 500 Eisenbahn wagen und ein werteres gefülltes Nbunitien^epot.

Rock, der Erstürmung von Beaumont und Atezwres aNk 29. Mävz verfuM-cn dichtnmssierle feindliche Gegenangriffe den Teut» scheu die^Dörfer stoischen der ^Ämnme und Avre »nieder zu ent- rertzen. Ne scheiterte»» reMos^ »mter den schwersten Verlusten. Gleftk'zeitfg t>crs<lncrnella» dir Franzosen Infanterie mrd Tanks östlich von Montdidier zu einen» neue»» Stotz. Wirksamstes deutsches Vernichtu»»gsfeuer mff die .Versammlungsräume erstickte auchl diesen Angriffsversuch im Keime.

c . Derlin, 30. März. (WTB. Nühtanrtlich.) Besonders enn>- fmdlrck. trifft das englische Heer, von dem bereits zwn Drittel rn die schiveve Ntcderlage vermicöÄt sind, der hohe Verlust an toten, verwundet en undvermißtenOffizieren. Mrch die Zahl der in Gefangenschaft geratenen englischen Offi­ziere ist sehr beträchtlich. So verlor die 34. Division bei. 1266 GsffaEino»! 45 Offiziere, die 59. Division bei 1396 Gefangenen 51 -Offiziere, die 51. Trvision bei 1574 Mann 46 Offiziere, die 6. Division bei 2730 Mann 97 Offiziere. Die Zählung der er-

Die Leiftmrge« der Eisenbahn beim Aufmarsch.

Berlin, 30. Mäyz. (WTB. Amtlich.) In Anerkennung der großen Leistungen der Eisenbahn beim Aufmarsch und den Vorbereitungen für dieGroße Schlacht" von Mvnchy CambraiSt.-QuLNtiwLa Fere hat seine Majestät der Kaiser dem Chef des FeldeisenbahntvefenS Oberst Freiherr von Oldershausen das Eichenland Mir Orden Pour lemerite, dem GeneralstabschefMajor vvn Stvckhausen und dem Chef der Eisenbahn-Trairsport-Abteilnng deA Westens, Major Halm, sein Brld mit Unterschrift verliehen.

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Bedrücktheit der englischen Presse.

Bern, 1. April. (MTB.) Der zuversichtliche Ton. den ine englische Presse vorige Woch' der grvstm Offensive gegenüber emftytug, ist in den vorliegenden kmi serv-ativen. Monats- zeittmgen (liberale sind rchch nickst erngegangen) einem Tone er» heblühicr Bedrücktheit gewichen. TieTimes" schreibt:Die Welt sieht sick heate einer besonderen Krisis in ihren Geschicken; gegenüber, und auf unserem Laiche ruht die ganze Schwere des Kampfes. Tie britisckM Völler sind sich voll bewußt, daß die Lage heule ernst, ja kritisch rst. Aber sie sehen den Tatsachen gerade in me Mögen, Sie hatten gehofft, datz ihre großen Ansttengnn-gien dem erwartete»! Ansturm des Feindes schneller und vollstchrdüper ein Ziel War »vurden. Gerade die lörötze dieser dlnstreirgmrgvn. macht den Rückzug: setzt enttäuschender olS in den Herbstlnonuden 1914. Aber »vir »vollen dir Lage m unserer nüchternen urü> praktischen Art ansehen. Wir erhielten einen schtveren Schlag und wissen es. Aber »vir fühlen, datz es noch törichter »virre, ihn yn übertvoü«n, als zu verkleinern. Wir habe»! volles Bvrtrmlen in die ?lrmee. in die alten französischen Waffengefährten von der Marne und die anderen Hefter von jenseits des Ozeans." In einem zweiten Leitartikel heißt es: Die Tatsache lätzt sich nicht »verbergen, daß die Deutschen die Verteidigungs'inne, die wir bei»n Beginn der Avotzen. Schlacht am Donnerstag hielten, glatt durchbvachan. Das Ziel dieses^ rap6>.m und starken Vorgehens ist offenbar der große strategische P»mft Amiens, und »vietvohl dieser noch fern liogt, ist die Lage hin­reichend ernst, um dieser Katastvophe erttge-gi'NMwhen. Ter Fall von Amiens könnte dreifache Folgen Ixrben. Er n»ürde den Fernd in die Lage versetzen, unsere n.ördliche Linie m bedrohen, er »vtirde ihm halfen, auf die .KanalhÄe»! vorz»lgehen, und er »vürde die Sicherheit von Paris ernstlich gefährden.

Die schlechte Moral der englische» Truppen

Berlin, 1. Avril. (WTB.) Die schlechte Moral der englischen Truppen w»rd von einem Divffioirs-- befehl beleuchtet, den die Deutschen erbeutet haben. Der vom 18. März 1918 dauerte imd 24. Dünsion Nr. 2581 signierte Befehl, den der Adjutant Major Matthey unter-- schriebeir bat, beginnt mit ven Worten:Der Koinman-

ImMer werter schreitet durch eigenes Verschulbien d-e des Landes.

Hindeubnrg au den Reichstag.

Berlin, 1. April. (WTB.) GeneralfeldinarfHall v. Hin- den bürg anttvortcte airs das Telegramm des ersten VizeprLff- deuten des Reichstages Tr. P aas che folgendes:Für die Worte der Anerkennung und des Dankes, die Euer Hocküvohlgeboren na­mens des Reichstages an mich M riclrten die (Mte hatten, spreche ich meinen !>erzltck>en Dank aus. Die Liebe zu Kaiser und Reick». daS Bewußtsein, für eine gerechte Sache zu kämpfen und die ltnr Versöhnlichkeit unserer Gegner verleihen unseren tzeldensöhnLN un »rnderstehliche Kraft. Der Brite und der Franzose dür­fen nöcht glauben, daß die neuen Blutopfer, di4 sie unS aufgczwungen haben, umsonst gebracht sein sollen. Mit der Armee »veitz ich. datz der Reichstag dies«! Wunsch der Tapferen hier vorn, der besten Söhne des Volkes, versteht und auch seinerseits für einen kraftvollen deutschem Frieden eintreten »vird, der allein un-S fortars vor dem Kriege verschonen kann.

Ihrem hochverehrten Präsidenten., Exzellenz Kämpf, bitte ich, meine besten Wünsche für seine baldige ft^enesung zu übermitteln.

fc5Pk*en Geschütze bisher wnck)«! 1100 gemeldet kann verende General bestehlt mir, Ihre Aufmeicksam-keit auf die noch nicht aiS abgeschlossen gelten, da viele deutsche Divisionen die I ,oam von Fallen von Selbftverstümmeltlng ewVerte:: brrtischm ftZefchütze und Geschosst so fort im Karnpf gegenj M lenkm. bic bei der Division »roch vor?vn»men." Da schwere

die Vorbaffler verwendeten. Englnnds Schrei nach französischer

und anvriLanischer Hilfe ist daher allzu verständlich.

Die Stimmung in Frankreich.

. Bern. 1. April. (WTB.) Dem PariserMatin" zufolge Achteten die Deputierten infolge des Ernstes der Lage darauf, in dte Osterferien zu gehen.

Mch Lyoner Blättern kommen durch Paris und Bororte un- untecSrochen lange Züge vvn Flüchtlingen aus den eroberten die nur das Nowlttstigste mrtfüyren. Tie ^ämdbahn- gesMchnt kann den Zusttvm Saum bewältigen. Die Zivilbevölke- von AmienS ist beveits am 25. März größtenteils abtronS- Vvrtievt worden. A r r a s ist vollständig geräumt. Auch die Prnser Presse 'Läßt einen besorgt«! nervösen Unterwn erkennen, ist jedoch ;uversick)tlicher, da grosse englische Fwntstücke durch fr«nzösische Di-- Visionen besetzt seien, denen man mehr zutrant als den Engländern. Man glaubt, daß wertere schloeve Känrpfe bevorsves?en und bereitet wrf Vixm werteren Rückzug vor, erkl ärt aber, daß die Lage vor der Marrreschlackst 1914 viel schlimmer aussah.

Berlin, 2. April. Die Vernehmung eines französischen Ge­gangenen, der vor einigen Tagen von einem Urlaub nach Paris Wfctxr an die Front znrückgekebrt war, gibt ein ziemlich klares, Mri-gstenS durch die amtliche Zanstrr nicht bveinträckstigtes Bild »wn der Stimmung in Paris anläßlich der deutschen Offen­sive. Trotz aller Vvrsicbtsnraßregeln und Knebelung der Zeitturgen rst der tatsächliche Stand der dentschen Truppen allgemein bekannt. 7.ä-m wcktz wie sehr Amiens bedroht ist. hofft aber »roch, die fran- zoffichen Reserven seien stark genug, die Offensive zum Stehen zu btttttren und die Dwrtschen wie bei Verdun durch eine starke (^gen- msennve >auf die alten Stellmrgen zurückzuwerfen. Sollte das nicht gelffigeu, so »verde die französische Regierung es nicht dormff an-- kounnen lassen, daß die Deutschen bis Paris Vordringen, sorrdern ßttnr vorder in Berhandlunger» eintreten. Schon jetzt hat der Er- wlg der Ofsensive ffr Frankreich die Stinrmnng gegmüber England sehr günstig beeinflußt. Man ist enttäuscht,' daß die französische Armee beu Engländern, die sich wider alles Erivarten schlecht hal- ' en, zu 5)ilse konrmen »nAst. An de»r Kärnpfen bei Verdun hatlen sich seinerzeit überhaupt keine E»rglander beteiligt.

Gietzener Stabttffeatcr.

Der Verschwender

von Ferdinand Raimund.

Gieße«, 31. März^

Ern BottSsE vom Jahre 1834, das noch heutzutage eine für vre Geschickte der Literatur ziemlich »venig interessterte, aber das Gegebene um so lmbefongeuer hinneh»»!cnde Zuhörerschaft zu wirÄerhslben! lauten Beifall htnreißt. das also trotz des groben» AnterschicdeS der Zeiten, trotz der mancherlei llmtvälziungen, die das deutsche Theater inzwischen gesehen hat, sich noch immer als lehen^kräfttg erweist, das ist ein Bühnaruwergnis, das den ge­schichtlich denkende»! Betrachter zum Nacljdenken stimmen muß. Aber Ferdinand Raimund,, selber seines Zeick-ens ein Schauspieler tnnd in hohen: Grade theaterllurdig, »ontzte wohl, aus »velchen Be­standteilen man den Trank eines ricküigen Volksstücks braut. Die Feen und Geister entnahin er der zu seiner Zeit bestehenden Wiener Zaud^rpvffe: eben daher stammen die mehr oder »veniger derbe»! Späße. Tie dNnfik durfte nicht fehlen; er hatte das Glück, sich mit Kvnradin Kreutzer verbünden m dürfen. Einige seelische Dertio- kung mischte er aus eigener Dicbterkraft htn^u: den (Ärelmann, der im Begriff ist, sein ganzes Vermögen in »oahnsinniger Ver- schwendung dahmUnwersen iOskar Feiges), kann von keinem Merirdischc»! Wesen daran gehindert oder auch nur gervarnt wer­den, de»in dar Mensch trägt in sich selbst seines Schicksals Sterne, und erschütternd »virken die Schlußszenen, Uw der einst unermeßlich Reiche pm Bettelmann genwrixr! ist, nun die Untreue und die Dankbarkeit an! eigenen Leide erfährt, und schließlich wieder einen «großen Teil seines Vermögens aus Geisteshand »oredererhält, aber nur so viel, tvie er diesem, der sich ihm als Bettler nahte, einst rn L.effer<n Tagen geschenkt hatte. So dringt Raimund eine bunte Mule versätzedenartiMer Szenerien zusammen: da werden wir fcu die phcrubaftffche Schönheit des FvenlandeS versetzt, »vir er- Vftcken de»r prachtvollen Hof eines fürstlichen Schlosses; oder aus den herMcheu Zimmern des Baues tut sich eine »vundervolle Aus­sicht ins Gebirge auf: der See schäumt im »vilden Gewitterstürm; imuilton des tiefen Waldes »vohnt, von Rostn umsponnen, die ein Mansä^nkind gewmdene Fee; eine andere S-ene spielt unter den ehrrvürdigen Mpnan des Ahnenschlosse^., und zur Abwechslung nxi^den »vir cmmat in die Tischlenverkstätte geführt. Und ebenso bunt sind die Personen und die Szenen, die der Dichter E.iialt: Da lttahlt eine Fee, die den Mvischen liebt, in Über- & udf et Schönheit lAnnemarie Wisser), ein unheimlickier Geist Ick.ff seinen eintönigen Gesang ertönen (Adolf Falken), das! kommende Schicksal voransbildend; eine vornehme Gksellfchast: stellt sich um den Bcrscküvender, darunter ein deutsch radebreckM-

Befürchtungen für eine weitere Verschlechterung der Moral der Truppen beständen, wird dann befohlen, Selbstver- ffünrmelungen englischer Soldaten nrit allen Mitteln ttm- lichst zu verhindern

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Die Kathedrale von Laon in Gefahr.

Berlin, 30. MLr^z. (WTB. Nichtamtlich.) Schon in früheren Gwßkarnpfzeiten beschoß der Frair^ose den in der Unterstadt gelogenen Bahnhof. Am Nachmittag des 29. MLr^. dem Karfrertaa. nahm er erstmalig die auf steil ansteigender»! Bergmaffiv gLegene. mm Zivilbevölkerung bewohnte Ober­stadt unter schwerstes Feuer. Die Merst^rhl der Schüsse lag im Stadtwesben bei der romanischen St. Martinskirchö Eimge Schüsse schlugen bereits ganz nahe der aus denr 12. Jahrhirrrdert stmnmeuden Kathedrale ein. Anscheinend wol­len d!e Franzosen dem unersetzlichen Wunderbau das Schick­sal der Kathedrale von St. Quentin bereiten. Die sinnlose Beschießung ist militärisch zwecklos. Mrd auch dieses Denk­mal romanischer .Klütur zerschossen, so ist das ein Akt ohmnächttger Wut über die Niederlage der ButrdeSgenvssen.

Die Beschießung der Kirche von Noyon.

Berlin, 30.MÄH. (W.D.) Die Fvanzosen ereifern sick» unnrer »meder in ihren Frmhnsprüchm Kber die Beschießung der Kathedrale von Reims. Me stellen sie sich denn jetzt zur eigenen Beschießung der Kathrdrale von St. Quentin? Dies herrsche Bauwerk ist systematisch Mjmnmengeschossen. .Henke stehen nur noch emzelnc Teste der Umfassungsmauern, in denen Tauben msten. Kein Altar, kein Fenster, kein Pfeiler, nicht einmal der llemste Ueberrest von all den herrlickien .Kmistwerken, mit oenrn das Innere der .Kathcdvale aeschniückk »vor, ist üdriggeblieben.

Seit gestern l»at die planlose Beschießung der schönen Kirche von No yon bogoimerr Einer der Türme, die em weithin ragendes Zeichen der Stadt sind, erhielt gestern cmati Bblltteffer. Den ganiz<'n Abend ^ hindurch lag schtvereS großkalibriges s^uer ans Nopon. ^ch^_d»eseS Wahrtzmchon »vird bald ein Trünnnerha ufen sein

^ ffanzösffch^ NaMrschivärmer <Karl Bolch, ein vornehmer ^trafibcut (Emst Walden) und seine liebreizende Tochter -Helene '«llmar); eS wmmt zum Duell und zur Entführung. Dann die

Bedienpm^em schurkischer, hattherzioer und doch ungllkchicher Kommerdrewr (Wstly B or cha rdt), ein rührend danf- barer m sich sttUverynLqttr Bedienter, der weltbekannteValentin" nnt fernem Hvbellrede (R^,dolf Goll), vom Publift»m mtt Recht ausgeHerchnet. nur seiner temperamentvollen Ehelichsten (.Hermine us»v. nsw Dre Leittmg unseres Theaters, die gerade bestimmt hatte, hat sicherlich einen guten Griff getan, und hex Erfolg gab chr vollauf Recht. Das Publikum ergötze sich an dem bunten Getriebe nach Herzenslust .Feiger); auch die Prügelszone^ke nlcht ^4^ weidlich dellatscht. Die Ausorderuugen, die das Sttuk «n die Dekoration«! und an das Aufgebot de» Darstellenden Krcf oP Eine ganz geringen; auch hierin zeigte unser Thoater seine LeistulwssahigMt. Einiges, was dabei »veniger

^ rlL?Üi C '14 ^ürdeS Feen Häuschens im SValde von selber Mußen, und der Wald dünte mitten im Ge-- »vitterjmrm nicht im schönsten Sonnenlichte erstrahlen setzen nur ebenso wie gewilse UnKulänglichkeiten der stummen Mitspieler gerne am du: Kvsten der .Krieges. Nur die Pausen dürsten ettvas erlahmt ^' die Phantasie der Zuschauer nicht inzwischen

^ B Z.

Die Hmrvenlerche von Ernst v. Wildenbruch.

Gießen, den l.Alprn 1918

^Haubenlerche", die in der Nach. mittagSvoist'eVmrg des Ostermontags hier aufgesührt nmrde stammt aus dem Anfang der neunziger Jahre, da die soziale Frage m De utschl and Mit Macht ihr Haupt erhob, und da die gteichzeit?a entsteheichena turuli»tische" Tichttmg begierig nach diesem Tbernä J! U ,em k Wikdenbvuch, der sonst Könige »md Helden

mit donnernden Schritten die Bühne messen ließ, den neuen sich der Darstellung sozialer Zustände und Schmerig^iten ver.ucht. Man erinnert sich, wie damals nach d^n Regierungswechsel im Reiche, menschensteundlichc Besttebunaen Mistraten, dieser Schnnerigkeiten Herr -u werden »md die Kluft Sr ? an ^ ^berbrücken. Einen solchen Versuch im Keinen hat sich ^llrirstmide gewählt. Ein veicher Fabrikbesitzer sich iii rni armes Fabrikmädch m verliebt Ä K ul fami machen. Sie aber Mlt sich in dem neuen Kreis/ in dm sb so eintritt. von Herzen unglücklich und kann ihre bisherige Liebe zu einen» »vackerrn Gesellen nicht vergessen. Zugleich M ihr ^

Wie die Engländer die französische zivilbevvlkerung behandeln.

Berlin, 2. .Aprü. Tie Städte H«in. .ddoyon, Nesle und Montdidier »vurden völlig von der Zivilbevölkerung gerämm. Einzelne Franzosen, die, ihr Hab und Ohit nicht im Stiche lassen wollten »md sich verstecft hielten, erzählen nun von der Zeit der cmglisckwn Okkupation. Sic sagen: Tie Engländer haben sich durch ihr Verleiten gegenüber der Zivilbevölkerung überall sehr un< beliebt gemacht. Lebensmittel erhielt nur, »ver Geld genug hatte, sie hoch genug M bezahlen. Viele von uns »varen sich darüber einig, daß cs der ärmeren ^Zcvölkerung zur Zeit der Verwaltung dec- LondeS durch die Deutschen besser erging. Drei Tage vor Er stürmung von Ham erhielten »lnr Befehl, sofort die Stabt zu räumen, und eS »vurden Züge bcreitgestellt, in die unsere Landsleute »vie Schafe hinein gepfercht nnnben. Mitnehmen konnle »nan fast nichts. Kmrm war die Stadt geräumt, so stürzten sich die englisckwn Soldaten in die .Hauser und plündetten. Alles timrde erbrock-en mrd d»erch»vühlt. Die Soldaten betranken sich zum Teil snmlos und gaben sich dann einer barbarischen Zerstörungsnmi hin. Niemand schritt ein. Dieses Veimüsw ndauerte. bis die eng­lische Soldateska durch die stüi'menden Deutschen lnnauSgeworfen »vurde. Tatsächlich bietet .Hain !ein trauriges BÜd. Es hat nament­lich mehr durch das 'Treiben der Engländer als durch die Be­schießung gelitten. Alle Scheiben und Türen find ein geschlagen. Schränke »md Truhe»! erbrochen. Alles liegt voll Schnrutz und Unrat. Glücklicherweise »var die Stadt als bisheriger Sitz eines englischen Armeekorps reich verproviantiett. daß die durch- nvarfchierenden Deutschen aus den Vorräten sofort verpflegt »ver den konnten.

Llopd George auf der Suche nach Reserven.

London, 1. dlpril. (Reuter.) Lloyd George drahtete an die Prcmi-erminister Kanadas, Australiens, Südafrikas, Neu- Südtvales und Neuftrndlands einen Hru'veis auf die RvtwnMg- keit der Tru ppenVerstärkung und a»ff die Sckritte. die die engliscktz' Regierung r?» diaser Beziehung im Parlanrent zu tun gedenke. Er fordert die RVaierungru der Tvminwtis auf, ihre .uvntmgeitte ebenfalls Jo rasch »vie »nöglisch zu verftzlrken, da alles bis auf den setzten .Inrni in diesen Kampf gewvr^en Vz'rdav müsse.

Eine Antwort Lloyd Georges.

Bern, 30. Mär^z. (WTB.) Die Ansprache, die Lloyd Gevrge am 23. März an eine Abordnung des Berg­mannsverbandes richtete, »rn» ihn jur den Regierungs- plan der Einstellung Vvn 50 000 Bergleuten in die Armee zsr lewiniren, enthielt benrerflenswerte Anspielungen auf die Schlacht im Westen. Der' Premierminister bemerkte

Wißt Ihr, »vas l-kutt gescktz-hen ist? Heute früh haben dir deutschen Heere »rnö m einer 60 Mk-Uen langen Front mit er- drückenden v&tmtfrftftm angegriffen. Ich bin erstaunt, datz SS ,mter diesen Umstümdcn Überloupt. der Erörlenma bedürfen fall «ob die Bergleute und Maickmnstan zur Laubc-Sperteidigung bei­tragen »verden oder nicht Es ist uuuuigänglich »»Mivendig für I»ins, »vorm ünr eine Niederla;p' verineiden »vollen, mehr Leute zu haben, um die Ainn-Sen rn» Felde zu erhalten. Ich habe noch uiernand sagen hören: Macht es »vie die Bvlschewiki, zieht die Feldheere zurück, überlaßt die K'a»wneu bau Feffide, laßt ihn Calais »md Bo»rlvgne nehnmu., Btttannien icher»välttgen, Europa nicderstampfe»!. Ich sprackx müt rcnem glttm Teil Erregung, da tch soeben erst dir Nachrickpt vvn diesem Rückenden A-ngriffe gegen »ms er hielt. Ich bedauere, daß eS »mter oresen Unrständen ffir die Regienmg unumgänglich ist. einen EnrMutz zur Ausfüh-ttMg z»i bringe»», den sie nach reiflicher Ueberlaaung faßte, ,un das Land vor Unl-ell zu bewahre»». Wenn diese Offensive gelingt,»men d»e deutschen nach Calais Vo-nmren. u»rd die einzige Antwvtt. die »mr geb«i lperntcn, kvärc die Erklärung des Bergmannsver» bandes, daß er »acht zu kämpfen bwbsick)iftge.

^bm^erru nach »md versucht, sie zu entführen. Ter Schluß »st dann, daß d»e Entsühn»ng »nisstingt »md der vor- nehme Herr m seinem Edelnmt auf seine Braut verzichtet.

Im sanzw Mücke stehen sich also zroei Welten einander gegenüber, die Welt der Arbeiterund die der Reichen. Tie Schilde- nrimen der Arbeiter sind der Wirklichkeit abgelauscht) dem überrafche»rd gut gelungen. Auch wittden die Darsteller, denen die lieiden Arbiuterwpen anvcrtraut waren. Cutt Lerch der den braven, Ircbenden ftKsellen, »md Rudolf Goll, der einen alten, au»d»e Reichau" scheltenden, aber dem Reize des Gewes unempftnollchen Onfei spielte, den Intentionen Üw!durchaus gerecht. D»c beiden Frauen, eine Arbeiter- Witwe mrd ihre ^ockstcr, dargestellt von Ottilie Girardi Md mar. hätten wobl noch etwas echter sein kömren c CtC(Tt ly Sckilderung der höheren ; U - r Ubnkherr, der seine L»el>e so rasch dahingibt, ist von emer ebensolchen ^mmlischcn Güte »vie. sein .Halbbruder, der nickt elmnm vor der Braut seines Brrrdcrs Halt mackst, von Mische» Ww} lolstl aber aus der Natur der Sache, daß gerade 'lwkschörigen Gestalten die eigent- Träger der Haachluug sind. Man erkennt daran, daß das Clanze doch mm zu emem geringen Teile aus der Beobachttmä geflossen »st. Vielmehr »st es das heiße Theatcrblnt des Dichters c *u tc theatralisch außcrordenüich lvirksame. Dandluna

l-ber, zu diesem Ztveck zwei über .md unter das

gebildet bat. Freilich reißt d»e Wucht der H^d«mg, beßmders im letzten Akt. den Zuhörer über diese seelischen Unmöglickkcitcn hinweg, und Oskar F e i g e l tarr als .^chgesimiter Fabrikher»- ebenso vortrefflich wie Rudoll Jelrkoff als lübensh»mgrrge.r »md schurkischer Verführer Friede! Doerr splMe ine ziemlich undankbare Nebenrolle einer die H^ü> lung verstmidnisvoll b^lertender. Cousine Wieder nxrven etwas zu lang.

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Berlin, ^ April. MB.) %a ffiunfsmoier «vertier ®wfcffor L..e«s v Lr«nach ff«

Lue« v. Crn nach wirrde am 27. MMunber 1R61 iu <S*n T . IW* iy . «eborm^rsprünglich für ört ?;«,[,forrim bJfhW

^ imim- Cvmmch 188 « auf die lkunA^ake LL uut> besuchte spater Paris mrd Berliu, n*j Tr ibrbi iiT.trt Kater, dmm nie Architeft SMolchauari tnrh^.tdlSS 1 .^!

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