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Nr. 71 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Montag, 2 l. März X9X8

Hessischer Landtag.

Zweite Kammer.

61. Sitzung vom 22 März.

(Schluß.)

Oap. 3841 tord>en genehmigt. _

Bei Kap. 42a (Jugendfürsorge) fragt Abg. Eißnert ('Loz. ^ LN. ob ans den Mitteln für Jugend für sorge auch den Jugendabte:* bmgen der Arbeitevorgatttsationen Mittel g«väl)rt wevdeir fotlen.

Staatsrat ©üffcrt: Alle Organisativuen der Jug«wpflege formen Zuschüsse bekomm«:, wenn sie sich der Organisatvon der militärischen JUgendausbildnug unterwerfen. Nach dem Kriege soll die Jugendpflege neu geregelt werden. ^ ^...

Abg. Eißnert: lieber die militärische Jngendauslnldnng sind die Meiinmgen geteilt. ^ .

Staatsrat Süffert: Tie militärische Jugendpflege ijl. tm Kriege eingeführt worden und hat ihren Zioeck sel)r gut erfüllt. Nach dem Krieg !vird die ganze Frage neu geordnet werden.

Kap. 42a wird mit einen: Antrag v. Brentano (Ztr.) dazu, ein Teil der Mittel den Jnngfrauenorganisationeu aller Kon­fessionen zuzuweisen, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten an­genommen.

Kap. 4370 werden genehmigt . ^ i

Bei Kap. 7175a: Fcldber«n:gnt:g, wünscht ?lbg ^enchel fBbddie Einstellung von größeren Personal Mitteln zur rasax.n Durchführung oer FÄdbereirrignng, da die Gemeinden durch die Verzögerung groß«: Schaden erleiden. .

Abg. Tr. Weber (Bdd.) wünscht die rasche Turchsührmrg der Mnstorfeldbereinigungm in Oberhessen, über die schon seit drei Jahr«: Verlfandlniigen schvebeir. .

hierauf wird der Rest des Voranschlags des Mmisrermms des Innern angenommen, (bis Kap. 87). .. . . . .

Zu dem Voranschlag des Ministeriums der Justiz Mrd keine allgemeine Aussprache gewünscht und sofort in die Etnzclbera- tung getreten. ^ ,

Staatsminister Tr. v. Ewald: Die Rechtspflege steht noch stark unter dei: Einwirkung des Krieges. Tie Zahl der bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten ist im Krieg erheblich zurückaegangen. Iw Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit zeigt sich im OttUerwech« m den beiden letzten Jahren eiiie, wenn auch nicht sehr beträchlmx- Hebung des Verkehrs. Damit in unmittelbarem Zusammenhang sieht die ungünstige Lage der Rechtsanwaltschaft und des Nota­riats. Tie noch) nicktt absehbare Besserung dieser Verhältuisfe hat eine Erhöhung ihrer Einkünfte unabweisbar gemacht. Tic Er­höhung der Gebühren der Rechtsanwälte durch die Reichisgesetz- gebung sieht unmittelbar bevor. Air sie wird sich die Erhöhung der landesrechttichen Rechtsanwaltsgcbühren, sowie die Gebühr der Ortsgerichte anschließen. Für die vom Notariat neuerdings' angeregte organische Revision der Notariatsgebühren fehlt es unseres Erachtens zurzeit an der hierfür erforderlichen Grund- läge, als welche, da die Revision dauernde Verhältnisse schaffen fall mir normale Zustände betrachtet werden können. Sobald das Reichsgesetz über die Rechtsanrvaltsgebühren, das einen pro­zentualen Ztrschllag für einen gewissen Zeitraum vorsieht, er­gangen ist. werden wir den Ständen eine Vorlage unterbreiten, in der eine prozentuale Erhöhung auf Notariats gebühren für die Kriegsdauer u.1rd eine Uebergangszeit Vorschlägen wird. Ta- rreben werden wir, wie seither, wo nötig, mtt Teuerungszulagen- Helsen. Mit ernster Sorge nruß jeden Vaterlands freund die Wahr­nehmung des verderblichen Einflusses erfüllen, die der Krieg auf die Moral unseres Volles arrsübt. Die Kriminalität, nament­lich der Jugendlichen, ist auch in Hessen in erschreckendem Maße gestiegen. Sie ftndet ihre natürliche Erklärung in der vielfach mangelnder', elterlichen Aussicht, wo der Vater im Heere steht und die Mutter dem Arbeitsverdienst nachzngehen gezwungen ist. Hierzu einige Zahlen: Im Jahre 1914 wurden in Hessen wegen Verbrechen jugendliche also Personen vor vollen­detem 13. Lebensjahre .rechtskräftig verurteilt: 96. Im Jahre 1915: 285, 1916: 347, 1917: 463. Wegen Vergehens: im Jahre 1914: 585, 1915: 114v, 1916: 2395, 1917: 4012. Dement­sprechend war die Jugcirdabteilung in der Zellen stra saust alt Butzbach am 1. Avril 1914 belegt mit 9 jugendlichen Sträflingen, am 1. April 1917 mit 34, am 13. Februar 1918 mit 72 jugendlichen Sträfling«:. Die Zahl der Verurteilung Erwachsener wegen Ver­brechens ist seit 1914 zurückgegang?::, die Zahl der Verurteilungen Erwachsener wegen Vergehens dagegen erheblich gestiegen. Auch hieran die Zahlen. Im Jahre 1914 wurde:: Erivachsene wegen Ver­gehens in Hessen verurteilt: 4721 Personen, 1915: 5272, 1916: 7310, 1917: 12349. Welche Rolle dabei die Zuwiderhandlungen gegen die kricgsivirtschastlicknn Borsckiriftcn spielen, dazu folgende Zahlen: Wegen HöäKpreisüberschreitungen waren 2732 Verjähren am Oberlandesgerichr Darmstadt im Jahre 1917 anhängig. In 383 Fällen wurde das Verfahren eingestellt, in 1542 Fällen erfolgte Verurteilung, in 36 Fällen Freisprechung. Wegen Kriegswnckvers waren im Jahre 1917 anhängig 470 Verfahren, 39 wurden ein­gestellt, in 350 Fallen erfolgte Verurteilung, in 13 Fällen Frei­sprechung. Wegen Zuwiderhandlungen anderer Art waren 3082 Verfahren anhängig, 451 wurden eingestellt, 1156 führten zur Ver­urteilung, 28 zur Freisprechung.

Abg. Zuckmaher (Ztr.) bedauert, daß im Kriege l^ben der Zahl der jugendlichen Sträflinge auch die Zahl der Ehescheidungen erschreckend zugenommen hat. Die Gerichlsschreiber sollten, wenn sie mich nicht immer fest angeftellt iverden könnten,^weil keine Stellen offen seien, Ivenigsbens die Gehälter dieser Stelle:: von einem gewissen Dienstalter ab erhalten.

Abg. Cal man (natl.) unterstreicht die Ausführung«: des Ahg. Zuckmaher. Das Verhalten der Richter dem Publikum gegen­über hat sich in der letzten Zeit bedeutend besser gestaltet. Eine Ein­schränkung der Zeugenvorladungen aus den gewerblichen oder landwirtschaftlichen Geivcrben sei dringend zu wünschen. Der Redner wünscht, daß bei Erlaß von Kriegsgesctzen stets veröffentlicht werde, wel^e Paragraphen des Strafgesetzbuches Anwendung finden sollen, um der RechtsUnsicherheit zu steuern.

Kapftcl 8897 werden genehmigt.

Bei dem Voranschlag des Finanzministeriums, >vo keine all­gemeine Aussprache gewünscht wird. werden die Kap. 98 bis 117 ohne Debatte genehmigt. Nur bei Kap. 103 wünscht Mg. Fenchel (Bbd.), daß die Reigievung darauf hinwirken möge, daß auch die Privatbahnen ihren Beamte:: Teuerin^szulagen bewilligen.

Die Steuerfreiheit der Teuerungszulagen.

Hierauf holt dts Haus die Abstimmung nach über Kap. 12 (direkte Steuern) mit den Anträgen Reh und Gen. auf Befreiung der Teuerungszulagen von Steuern, einem Arttrag Ulrich und Gen., auch die Teuerungszulagen der Arbeiter sreizulassen, und einem Antrag Brauer und Wiegand auf Streich-Mg der 10 neu eingestell ten F inan zamtsa ssistenten st eilen.

Abg. Ulruh (Soz.) begründet seinen Antrag, der mit dem Antrag Reh zu verbinden sei. i

Abg. W : egand (Ztr.) begründet seinen Arttrag auf Strei- chung der Finanzamtsassistentenstellen: man solle die Finanz- bureau Vorsteher vorrücken lasse::.

Finai-uzmimster Tr. Becker: Der Antrag Reh ist inkonse­quent. Konsequenter ist der Antrag Ulrich. Mer ganz konsequent wäre es dam:, alle infolge des Krieges erhöhten Entnahm«: stenerftei zn lassen. Ich bitte, den Antrag abzulehnen. Für die Schifftmg der Frnanzamtsassistentenstellen spreche:: Gründe der sozialen Fürsorge. Wrr brauche:: die Finanzamtsassistenten. Tie Bureauvarsteher werde:: nicht benachteiligt. Als sie damals um den TitelBureauvarsteher" baten, den sie dann erhielten, haben sic ausdrücklich erklärt, sie erstrebten dadtroch keine Gleichstelttmg mit den «anderen mittteren Beamten. Ich bitte, den Antrag abzulehnen^

Mg. Henrich (Fortsch.) wendet sich gegen den Aittrag Brauer, der eine Beamtenkategorie wegen der anderen bei:ach­teckige. Etwas mderes sei die Forderung, daß jedem Beamten die Möglichkeit gegeben werden müsse, durch Ablegung einer Prü fung nt eine höhere Kategorie aufzusteigen. Wir finfc für Steuer fteihett der Teuertmgszulagen, weil diese a:uh in Preilßen und im Retch stenerftei sind und die hessischen Teuerungszulagen an und für sich geriiu; sind.

^tbg. Brauer (Bbd.) begrü:chet seinen Antrag; wir be Mchten. daß hie Vorstände der Finanzämter ans dem Lande in

Das wollen als einem

I Zukunft aus den Finai: za ssisteu ten getrommen werden. ^

1 Uhr verbittern. Wir betrachten die Teuertmgszulagen j Gehaltsteil und lehnet: deshalb die Steuersreil-ett ab.

v. Brentano (Ztr.): Ich werde mich der Abstimmung ent­halten, da mir die Kürze der Zeit keine Prüfung erlaubt, ^m Aeitc- stenrate tverde ich aber Mittel beantragen, d:e eine derart über­stürzte Etatberatung unmöglich machen.

Abg. Adelung (Soz.) spricl-t geg«: dei: Antrag Brauer und für den Antrag Ulrich. Der Finanzminijter dürfe me chr:n- zipienreiterei nicht zu weit treiben. t

Abg B a ch (natl.) stellte Echo:: voriges Jahr den Antrag aus Steuerfreiheit der Teuerungszulage::. Wären diese ein ^bhalts- teil, so müßten sie auch mii die Pension angerechnet werde:: und wären auch pfändbar, was nach gerichtlick-er Entsckfeidung :ncht der Fall ist. Die Teuerungszulagen |iub sehr gering im Derhalttus zu bet: anderen Bundesstaaten (in Hessen 15, in Preußen 45 Pro­zent). Sie können mit den Riesenlöhnen in der Kriegs:ndustr:e nicht auf eine Stufe gestellt werden.

Abg. Weber begründet noch einmal die ablehnende Haltung des Bauernbundes zu der Steuerfteiheit und die Zustimmung zum Antrag Brauer. Es würden durch die Einschicbung der ,.nnanz- vssisttttten statt zweier zufriedener drei unzufriedene Beamten- kategorien geschaffen. Auch liegt die Gefahr vor, daß die F-inanz- amtsvorstände in akademische rn der Stadt und nichtakademische auf dem Lande sich spalten würden. _

Hieraus wird das Kap. 12 nach den Vorschlägen des Aus- schtlsses cinsttmmig angenommen. ^

Der Antrag Brauer und Wiegand m:s Ablehnung der Finanz­assistentenstellen wird mit 18 gegen 15 Sttmmen abgelehnt und die Stellen genehmigt. ,

Der Antrag Ulrich, die Steuerfteiheit der Teuerungszulagen auf die Arbeiter auszudehnen, wird abgelehut, dagegen der Antrag Reh auf Steuerfreiheit tor Veanttenteu-erungszulagen angenommen.

Hierauf wird d<u Rest des Staatsvoranschlags ohne Debatte genehmigt und die Sitzung tun V 4 I 2 Uhr geschlossen.

Die nächste Sitzung sitrdet Tiettstag, vormittags 10 Uhr, statt. Gleichzeitig tagt die Erste Kammer. _

nommene Uittersuchung ergab einen unmittelbar tödlich werkenden Gehirnjchuß, ein zweiter Schuß steckte im Arm. Es liegt darnach unzwcilell>att Raubmord vor. Ter stark verwesten Leiche waren die Stieseln ausgezogen. Die Stiften, die im Wagen stanoen, Uitö ihres Inhalts beraubt. Der Ermordete kam mit der Erlenbahw- send-rmg als Begleitmcrnu mit dem alsW a g a 0 n K öl n J 2 1b bezeicht:eten Waget: aus dem Felde Jedoch konnl< d:c Abgangs- statton noch nicht ermittelt werden. Auch wurden sofort umsanende Untcrsuchunget: nach detn Wege, den der Wagen ftihr, cmgelettel, ebenso nach den einzelnen Haltestellen. Der Wagen war fett dem 1.2. März unterwegs. Mit ihm traf noch ein ztveiter W-agcn em, nach dessen Begleit mattu, der von den Vorgängen etwas gemerkt haben dürfte, die Polizei fahndet. Wie noch festgestellt wurde, hat man auch den Toten völlig ausgeplündert, selbst die Papiere und die Erkenimngsmarke fehlen. Der Polizeipräsident hat für die Er­mittln irg des Täters eine Belohnung von 1000 Mk. ausgesetzt.

Aus und Land

Gießen, den 25. März 1918.

** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- herz-og empfing zum Vortrag: den Minister des Innern Dr. von Hombergk zu Vach, deat Finanzminister Dr. Becker, den Geheimen Legattonsrat Dr. Neidhart; anßerdein den Major Fryr. von Recktenberg n:td den Beigeordneten Stadtbanrat Buxbanm. Der Gvoßherzog hat atn 16. März d. I. dem Pfarrer Friedrich dNüller zu Wimpfen die evangelische Pfarrstelle zn Rüsselsheim übertragen. In den Mtl>e- stand versetzt wurde am 16. März der Gerichtsvvllzteher mit dein Amtssitze in Worms Adam Merker ans sein Nach- suchon unter Atierkennnttg seitter langjährigen trerten Dienste bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit. Gleichzeitig wurde ihm vom Grvßherzog das Silberne Kreuz des Ver­dienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Auszeichnung. Gefr. Oskar Schön wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet.

** Nähgarn - Verbrauchsregelung. Auf Grund der Bestimtnungen in 8 6 der Bekanntmachung der Reichsbekleidungsstelle vom 29. Dezember 1917 wird die Nähgarnverteilung in der Stadt Gießen nach dem Bestell­verfahren durchgesührt. Siehe Bekapnlmachung.

** Nähgarn-Verteilung. Das der Stadt Gießen für das erste Vierteljahr 1918 zur Versorgung der Ver­braucher überwiesene Nähgarn kommt durch eine Anzahl Verkaufsstellen, deren Namen im heutigen Anzeigenteil ver­öffentlicht sind, zum Verkauf.

** Reichsanleihen. Es wird darauf Hingeiviesen daß die Z i n s sch e i n e aller Reichsanleihen, also auch der St riegsanleihen, vom 21. des dem Fälligkeitstage vor hergehendett VTonats ab nicht nur bei allen P 0 st a n st a l ten einschl. der Postagenturen, sondern auch von den hessischen Staatskassen in Zahlung genommen werden. Die Einlösung der Zinsschcine ist damit den Besitzer:! der Kriegsanleihe außerordentlich leicht gemacht. Dies Wirt: hoffentlich recht vielen und vor allem auck> der Landbevöb kerung den Entschluß zum Zeichnen der Kriegsanleihe erleichtern.

** 8. Kriegsanleihe. In der Zeit vom 18. März bis 18. April 1 Uhrmittags nehmen alle Postanftalten Zeichnungen aus die 8. Kriegs­anleihe entgegen.

AM/A

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.Sil Wi|!

Die Gslö- und SilberaüfaMfsfteflc

in den Küsimcn dc r vezirkssparlaffe S'etzen ist morgen nachmitiag von 2 dis \ Uhr geöffnet!

Landkreis Gießen.

** Lich. 25. März. (Wohltätigkeitskonzcrt im Schloß.) Durch Veranstaltung her fürstlichen Herrschaft wurde am Freitag den 22. März den Soldaten des hiesigett Lazaretts und den zahlreichen Gästen «aus der hiesigen Beamten- und Bürgerschaft echte volle::dete Kimst geboten. Tie Ouvertüre Rosa- murche von Fr. Säptbert, vom Streichorchester der Gießener Gartrisonkapelle aus geführt, entführte die Hörer in die hciteve:i Gefilde des Friedetts. Exaktheit und schöner Glanz der Bläser machten sich besoitders angenehm bemerkbar. Stcllen:veise hätten wir in dcm solge:tden Nummern uns nicht nur seitens der MilitärkapLe die Bcgleittntg im Interesse der Verstcutdlichbeit der gesungenen Worte leiser geivmtscht. Einen wefentlichen In­halt des Programms bildetet: Lieder des Herrn Mtisikdirektors Höcker, der selber am Flügel mit hinreißeitf>?m' Sckiwung die sehr selbständig behan^efte wertvolle Begleittmg ausführte. Frätt- lein Bangert <u:s Butzbach brachte mit ihrer besonders in höl>erer Lage tvahrhaft ersrettende::, vollen, reichen Sopran- stimme mehrere Lieder Höckers mit gentütvoller Wärme zt: Gehör. Herr Küht: bot ebenfalls .Höckerlieder dar. Besonders! inWir warten" erhob sich sein starker, wohllautender Tenor zarr volle::, der Wucht der bedeutenden Komposition etltsp:rchend«i Größe. Herr Kaufmann war uns als Violinvirtuose hier kein Frentder mehr. Mit gewohnter Meisterschaft spielte er das ltohe Anforderungen stellende Violinkonzert von A. Dvvrük mit Or chesterbegleittrng mtd Rvnranzen von Beethoven. Daß das Konzert für tnusikhnngrige Mettschen wirklich eine Wohltat war, für die man dankbar seit: .di'crfts, bewies der allen Mitwirkendct: be­geistert gespendete Beifall.

... v. Hesstn-Nassaa.

Der Mord im Eisetchahnwngen.

Frankfurt a. M., 24. März. Der in dem Eisenbahn­wagen an der Weilbnrger Straße tot aufgefttttdene junge Begleit- n«mn ist. wie mit l>oher Wahrsck-einlichveit angenonnnet: wird, der Kvaftsahrcr Ludwig Füll, geboren am 2. Juli 1898 in Niedev- Seelbach bei Jdsteitr l T. Die *r Pathologischen Institut öorgo

letzte Nachrichten.

(WTB.) GroßrS Hauptquartier, 25. März (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Kronprinz Nupprecht von Bayern hat mit den Armeen der Generale von Velow (Otw) und von der Marwitz in dem gewaltigen Ringen bei Vapamne den Feind aufs Neue geschlagen.

Während die Korps der ö^enerale von dem Borne, von Lindeguist und Kühne die starken Stellungen des Geg­ners nordöstlich von Vavaume in erbitterten Kümpfen durch­brachen, warfen von Osten und Südosten her die Truppen der Generale Grünert und Staats den Feind über Aires und Saüvly znrlick. Der zähe, durch frische Kräfte verstärkt« feindliche Widerstand wurde in heftigm Kämpfen gebrochen. Neue h rangesührte Divifionen und zahlreiche Panzcnvagen warfen sich::gs den von Bapaume auf Eambrai und Pe- ronne führenden Straßen uüsercn vorwärtsdrängenden Truppen entgegen. Sie konnten die Entscheidung nicht zu G'.msteu des Feitwes herbeisühren. Am Abend fluteten sie geßljlagen in westlicher Richtung zuriick. In nächtlichem Kampfe fiel Bapaume in die Hände der Sieger.

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Heiße Kämpfe entspannen sich um Comb lös und die westlich vorgelagerten Höhen. Der Feind wurde geworfen. Engttfche Ktwallerieangrisft brachen zusammen. Wir stehen nördlich der Sonrme mitten im Schiluchtfelde der Somme­schlacht.

Der Deutsche Kronprinz hat mit der Armee des Ge­nerals von Hutier den Ucbergang über die Somme untev- halb von Ham erzwungen. Sttne siegreichen Tnwpen haben in erbitterten Kämpfen die Höhen westlich der Somme er- sttegen. Heftige Gegenangriffe englischer Infanterie und Ka­vallerie brachen bltttig zusammen. Die Stadt Nesle wurde am dlbend erfttirml.

Zwischen Somme und Oise haberr die über den Crozat- Kanal vvrgedrungenen Trw-pen noch spät am Abend des 23. März die stark ansgebaute und zähe verteidigte Stellung auf dem Ostufer des Kanals erstürmt. In heißem Ringen wurden Engländer, Franzosen und Amerikaner durch die un­wegsamen Waldgelände über La Neuville und Villguie» Anmout zurückgeivorfen. Gestern ging der Angriff weiter. F-ranzösischk. zum Gegenstoß angesetzle Infanterie- und Ka- valleriediviswnen wurden blutig zurückgeschlagen. In rast­loser Verfolgung stteßen die Generale von Conta und von Gayl dem weichenden Feind nach. Guiscard und Chauny wurden am Mend erobert.

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Mit weittragenden Geschützen beschossen mir die Festung Paris. Die blutigen ftindlichen Verluste sind ungemein schwer. Die gewaltige Beute, die seit dem 21. in unsere Hände fiel, ist noch nicht zu übersehen. Festgestellt sind mehr als 45 WM) Gefangene, weit über 600 Geschütze. Tausende von Maschinengewehren, imgcheuerer Bestand an Munition und Gerät, große Vorräte an Verpflegung und Bekleidimgs- stücken.

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An der flandrischen Front östlich Reims, vor Verdun und in Lothringen dauerten Artilleriekämpfe an.

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Von den anderen Kriegsscharlplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalguartiermeister Lubendorfft

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Paris während der Beschießung.

:. Köln, 25. März. TieKöln. Bvtks-Ztg." meid« aus 01enf:Pmgrös d-e Dpvn" schildert die Entdvücke der Pariser übev die gestrige Brscküeftmy: Das Bo-mb^rrdentent begann um 8 Uhr 20 Minuten früh. Schtvere Gesick^sse trafen die nordöstlichen! Bezirke. Tie Zahl der Opfer ist Wege:: der um gestürzten Häuser noch ungewiß. Tie Markthallen, Geschäfte, Cafes, Re^anrcmtS und Redaktionen s-owie die Agenttrren derJuformattvn" :mrrdent sofort geschlvsfot:. Tie Abendblatts twirbent dieserl>alb unterdrückt. Me staatlichen BehörHen beurlaubten ihr Persona!. TieGothas" bliebet: mehrere Sttrnden über Paris in £v59e von 8000 Mater. Ergj um 6 Uhr abends verkündetet: die Siretten den Schluß des Bvut^ l^aüdcmcnts. Paris bvt ürit seinen leer«: Straßen mvd ge schlossenar Läden dasselbe Bild wie rm Augtch 1914 tmch der Flucht der Reichen t«rch Bvrdeanr.

D<r türkische Bericht.

K v n sta u t i u 0 p e 1, 23. März (WW. Nichtamtlich.) P a» läftina fron t: Wenn es auch zu größeren KampfhaiMungm! nicki kmn, so kemrzaichnat sich der Tag dach durch eine rege beider^ seitige Tättgkeit. Ter Gegner versuckite mit einigem Bataillonen! El Ka fr zu trehmen, was ihm tmter starken Verltrßen gelatkg. Er wurde gc^wn.rng«:, sich bis südlch Sckchch Kvwasch zurückzu^ ziehen. Am linken FlügÄ' getvannen hvir Gelätche trnd brachten durch Ästige? Gewelasener den feindlüchn: 0>ogenstvß ztm: stehen. Unsere Kavallerie liontrte im Jdrdatrtale tmch Süd«: vvrdttngett. Dm Ver­such des Oiegners, mtt drei Booten an: Jvrdanuser zu landen^ wurd^.' drrrck Feuer vereitelt. Ett: Boot tvurde dcckei versenkt, Dkus dem A s s i r trnd Finnen eingetvvffeim Meldtuuren über di« Ereignisse nr letzter Zett lasset: erkcntun:. mit :velcher Treue unsere dort befttMickM: Trupp«: i'hre Pflicküt tu::. Sie haften mit Energie die Rebellen niedergehtlten rn zal^rttcks«: Mmpfen mit! den Engländer:: an: Rot«: Meere und au der Küste m:d bei scküöue Erfolge rmar<gen. Men Latchm:gsverstMh>e. t der Engländer sch der tz)eg«rd von Hodeida :var kein danetnioer Erfolg bes<l)iiedenl auch bei Ad«: schlug«: alle Angttffe der E::glät:der febl, um sich ans ilirer beei:gtcn Lage zn befreien. Ter Hilfe des getreu«: Jmautz Tschakscha muß hier mtt tiesempftmdener Dat:kl>arßnt gedacht werden.

Universität Frankforl a. W.

Das Vorlesunssverzelchul*« für das am 16 April befdnnende Sommer-Semester ist erschienen und wird vom Sekretariat (Jordanstraße 17) freien Voreinsendung von 45 Pfff. (Nachn.60 Pfff., Ausland80 Pfg.) zugresandt. T4 ss