Au» Stadt rrno Land.
Gießen, den 14. März 1918.
** Amtliche Pers nalnachvichten. Dev Groß- herzog empfing zum Vorrvag: den <5äN.eral-Adjntanten
General der Kavallerie vva .Hahn, den Borstand des Kabinetts Wirkt. Geheime rat Römheld. — Der Gvoßherzog hat am 9. März den ordentlichen Professor der Gynäkologie und GMlrtshilfe in der medizinischen Fakultät der Landes- Umversität und Direktor der Universitätsfrauenklinit in Gießen, Dr. E rich Opitz, auf sein Nach suchen mit Wirkung vom 1. April 1918 aus dein Staatsdienst entlassen.
** Die Auszahlung der Familieri--Unterstützungen an die Angehörigen der zum Heeresdienst Eingeruseinm für 16.—31 Marz 1918 findet in den nächsten Tagen statt. 'Liehe Anzeige. .
** Die Mustern na der im Jahre 1900 geborenen Landsturmpflichtigen der Stadt Gießen findet am 90. und 21. März 1918 in der Turnhalle der Stadtmädchenschule. S^illerstraße 8, statt. Siehe Bekanntmachung im Anzeigeu-
** Nähvmittel - Ausgabe. Die bei den Kleinhändlern der Stadt Gießen bestellten Waren für März 1918 können von Samstag den 16. d. M. ad gegen Vorlage des Besüell-AuSweises zur Nährmittelkarte und Abgabe der Nährmittelmarke für März (3) in Empfang genommen werden. Siehe Bekanntmachung.
** Lebensmittelkarten-Ausgabe. Die Ausgabe der Brot-, Fleisch-, Kartoffel-, Nährmittel-, Wurst- und Zuckermarken erfolgt in den nächsten Tagen. Siel)e Bekannt machnng.
** Kaffee-Ersatzmittel. Auf Veranlassung des Kriegsaussch.'.sses für Kaffee, Tee und deren Ersatzmittel in Berlin, werden die Besitzer von Kaffee-Ersatzmitteln, die sich bei Inkrafttreten der Verordnung über Kaffee-Ersatzmittel vom 16. November 19t 7 und vc?in 18. Dezember 1917 schon im Handel befunden haben und deren Einstandspreis über dem Höchstpreis liegt, zur mündlichen oder schriftlichen Anmeldung bei dem Städtischen Lebensmittelamt, Zimmer Nr. 13, aufgefordert. Näheres siche Anzeigenteil.
** Beschlagnahme und Höchstpreise von Kuts ch- wagenbereifungen. Am 14. März ist eine Bekanntmachung Nr. G. 2210/1.18. K. R. A., bette,send Desta^scrlebung, Bescklm- nahme und Höchstpreise VM Kutschwag enbereisimgen, in Keaft getreten, durch die sämtliche getaauch.e, ungebrauchte, montierte und nichttnontiert-e LS'agengummiibercifuugen (z. B. Drahtreifen, sogenannte Kelly-, Reform- Berliner-, Ätamiheimer- und Quest-s-reifeu nsw.) beschlagnahmt werden. Trotz der Beschlagnahaie ist die Weiler- bemltzimg der auf Wagen befindlichen. Reifen bis zum 15. April 1918 ohne lveittres, nach diesem Zeitpunkt nur nach ausdrücklicher Einwilligung der Inspektion der Kraftfahrtruppen erlaubt. Eine iBeräußerung der beschlagnahmten Bereifungen ijt ebenfalls an die Inspektion der Kraflfahrtrupven oder mit ausdrücklicher Zustimmung der Inspektion der Kraftfahrtruppen zu den in der Betaunt- rnachnng gleic!"'.e'tm festaesetzien Höchstpreisen gestattet. Bereifungen, die bis zum 1. Müß 1918 nicht an die Inspektion der Krastfahr- truppcn oder a n er ne von dieser bezeichnet^ stelle geliefert odcp von dieser freigegeben sind- werden enteignet werden. Dch Be-i reifungen unterliegen einer einmaligen Meldepflicht an die Inspektion der Kraftfahrtruppen, und zwar ist der am 14. Marz 1918 vorhandene Bestund bis zaun 1. April zu melden. Kr astwag en- bereifuugen werden von 'der BckamrtmackMNg nicht betroffen. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in der heutigen Nummer unseres Blattes einzusthen.
' ** L ich tbildervortrag. Am Muntag, 18. März, abends 8 Uhr spricht in der xmim Universitätsaula Geh. .hofrat Prof. Tr. König über feine „Winterreise an die Westfront". Siehe Anzeige.
** Kaninchenausstellung. Dem Bereinigten Kaninchenzucht- und Pflegeverein Gießen wurde die diesjährige Landes-Verbandsausstellung hessischer Kaninchenzüchter übertragen. Die Ausstellung findet zu Ostern in der Turnhalle, Steinstraße, statt. Die Vorarbeiten dafür sind fast beendet. Aus allen Teilen Hessens laufen die Anmeldungen ein. Die Sckiirmherrschaft hat Oberbürgermeister Kel
le r übernommen. Es hat sich ferner ein Ehrenausschuß gebili-
det und gehören demselben an: Provinzialdirektor Geh- Rat Dr. Usinger, Landgerichtspräsident, Geh. Rat Dr. Dr. Güngerich, Geh. Aomm.-Rat Dr. Phil. Gail, Geh. Komm.-Rat Heichelheim, Vankdirektor Gustav Mül- l e r ,' Komm.-Rat K l i n g s p o r, Komm.-Rat Gustav M u e l- l e r, Komm.-Rat I. V. Noll, Komm.-Rat Schirmer, Brauereibesitzer B i ch le r und Stadtverordneter Simon. Die Zusagen von einigen Herren stehen noch aus. Meldungs? schluß ist am 16. März d. I. Die Kriegs-Fell-Aktiengeselli- schaft beteiligt sich durch ihre rühmlichst bekannte Kollektion. Preisrichter sind die Herren Steinbrecher-Darnistadt, Maus- Gernsheim, Wiesler-Neu-Jsenburg und Löchel-Darmstadt. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag den 30. März, geschlossen am Dienstag den 2. April. Näheres werden die Anzeigen besagen.
Landkreis Gießen.
** Utphe, 13. März. Am - vergangenen Sonntag fand hier eine g.'lt besuchte Versammlung deö hiesigen Flottenvereins statt. Der Vorsitzende Will). Filsinger eröffnete die Versammlung, mit einer längeren Ansprache, woraus Pfarrer Ku.llmann von Berstadt eirren lehrreichen Vortrag über den See- und Landkrieg lnelt. Lehrer Biedenkopf forderte zu reger Zeichnung auf die 8 . Kriegsanleihe auf. In ber Versammlung traten 5 Einwohner dem Verein als neue Mitglieder bei. %
Stlnkenbnrg und Rheinhessen.
--- h ei de s h e i m , 13. März. Ein mit dem Franßurt—Kölner Nachtzuge hier eingetvosfener Reisender erstattete die Lluzeige, das; er zivischen Budml^eim !und Heidenheim von zwei Burschen, die in Budenhcim ein gestiegen seien, im Abteil übersctUe.l und seiner Barsch.r t beraubt worden sei. Tie Rötabrr seien kurz vor der Stakiem aus dem langsam einfahrenden Zuge gesprungen und in der Dunkel heit verschwunden; ihr Alter könne auf höchstens 16 Jahre geschätzt werden. Nach den Versonalbeschreibimgen, die der U-ebers>ak'lene gab, handelt eZ sich Um hiesige Buftchen. von denen einer seit Sonntaguacht, dem Tage >der Tat, verschwunden ist.
Dksscn-Nnssgu.
— B ad h ombur g v. d. h., 13. März. Nach dem Beschlüsse von 13 größeren Bädern Westdeutschlands, die Kurtaxen tnuf- tig 511 erhöhen, stimmte auch die hiesige Stadtverordnetenversammlung der betresfend r.\ Ntagisiratsvorlage zu. Danach kostet in der hauptttrrzeit die Starte für die erste Person 30 Mk., für die zweite 15, für jede weitere Person 10 Mk. — Für die Errichtung einer Schwesiernscha't vom Rot.m .Kreuz bewi l.gte inan einen Jahresbeitrag von 1000 Mk. — Tie ha re Bestrafung der Personen, die während des Au'aut Halts der kai, erlichen Hofhaltung Hierselbst in der Stadt ohne Personalausweis augetroffen wurden, wurde in der Stadtverordnetenversammlung scharf kritisiert. Ta alle eavon betroffenen Persornn als gerichtlich bestraft gellen, hat ein Stadtverordneter, der auch iba-3 „Malhnrr" hatte, den Kaiser unter Schilderung der Berhättnftse um Milderung bzw. Umwandlung der Strafen in Polizeistta en gebeten. Tie Antwort soll der Oesfentlichkeit unlerb reitet werden.
--- h ö chst a. M , 14. März. Zugunßen der Nationalsttstung sind infolge eines Merbeauftufes, der an 600 Kreis ein gesessene erging, bisher von 72 Personen 14 696 M ark gezeichnet worden. Von dieser Summe sti tele Kommerzienrat O p p e n h e i m e r - Okriftel Mein 10 000 Mk.
= Vom Main, 14. März. Unter dem Namen „Bayerische Schisfsbaugeseckschast G. m. b. h." wird bei E r l e n b a ch eine Werft gegründet, die als das größte dercrttige Unternehmen am Main angesehen werden kann. Für die Anlage wurden bisher 35 000 Quadratmeter Land mit 300 Metern Wasserlänge in der Gemarkung 'Erlenbach käuflich erworben. Auf der Werft können Schiffe bis zu 2000 Tonnen Wasserverdängimg erbaut und erneuert werden. An dem Unternehmen sind vor allem Reeder aus Bayern, Hessen und Preußen beteiligt.
Letzte Nachrichten.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 14. März. (Amtlich.)
W r st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Die feindliche Artillerie entwickelte in einzelnen Ab- schnitten Mischen der Lys und der Scarpe. beiderseits der
Ata-as und tm SundMu in der Gegend von Altkirch rege Tätigkeit. Auch an der übrigen Front vielfach lebhafteres
Störungsfeuer. Kleine In fanteriegefechte im Vorfelde der Stellungen.
*
Gestern wurden im Luftkanipf und von der Erde aus 17 feindliche Flugzeuge und 3 Feoelbaltone abgeschosfen. Von einem nach Freiburg fliegenden feindlichen Geschwader wurden an der Front drei Flugzeuge heruntngeholt. Rittmeister Freiherr von Nichthofen errang seinen 65. Luftfieg.
Im Osten. ^ x
Die im Einvernehmen mit der rumänischen Regierung von Braila und Galatz-Vendery auf Odessa angesetzten deutschen Truppen haben nach Vandenkampf bei Moldowanka Odessa besetzt. Ihnen sind von Shmerinka österreichisch-unga' rische Truppen gefolgt.
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Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
* *
*
Das Kaiserpaar beiden Reichsdeutschen aus Feindesland.
Berlin, 14. März. Das Kaiser paar nahm gesdern abend an der Natiivnalfeier der Reichsd-euts-chen ans Feindesland teil, die vmn Verein für das' Deutschem im Anslande und vom Zentralkomitee der Vereine vom Roten Kreuz im Dome veranstaltet worden war. Durch zahlrevchie Vertreter war üas durch den Krieg vertriebene Deutschtum unter einem Dache mit dem Kaiserpaar vereinigt. Oberhofprediger D. Dry ander wies ans die Bedeutsamkeit des Augenblickes hin. in dem sick) die Deutschen aus allen europäisckMi Ländern davon überzeu.-pm könnten, wie das Herrscherhaus das Schicksal eines ganzen Volkes als sein eigenes im Herzen ttägt.
Frankreichs Rolle beim Kriegsausbnrch.
Berlin, 14. März.,Aus Paris konmien dunkle Andeulun- gen, als lob man ^jetzt neue und nnwiderleglick^ Beweise dafür bringen röime, daß Frankreich durch Deutschland in diesen Krieg hineingezogen worden sei. Tie „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Man .kann in Deutschland allen Enthüllungen über die Vorgeschichte des Krieges mit um so größerer Ruhe entgegensehen, als noch manches Schriftstück vorhanden ist, das der/Oefsentlichkeit nock,» nicht bekarrnr ist und durch das die Frage nach dem Verschulden nicht nur am Ausbruch des Krieges, sondern auch am Kriege.selbst so deutlich beantwortet wird, daß hüben und drüben alle Berdrehungskünste eitel bleiben müssen. Gerade die Rolle Frankreichs als oes Einpeitschers Rußlands wird dadurch immer deutlicher. Die „Nvrd- deutsch-' Allgemeine Zeitung" teilt Auszüge aus belgischen Ge- sandtscktaftsberick^en mit, welche diese Fest-,:ellung berühren, und sagt, die von ihr mitgeteilten Zeugnisse stellten auch die bündigste Rechtferttgung des Inhalts der Friedensverträge mit Rußland dar. Wenn durch die Bestimmungen des Brest-Litowsker Vertrages die Bedrohimg des Weltfriedens auf absehbare Zeit oerbannjt: sei, so nmßten die ihre größten Lvbredner sein, die heute ihre kritischen Messer^ ausgiebig daran wetzen.
Der amerikanisckpe 5irieg6rniuifter und der deutsche Luftangriff.
Berlin, 14. März. Ter amerikanische Kriegsfekretär B a ker und der amerikanische Bettreter im Kriegs rat von Versailles General Bliß hatten gerade in Paris eine Konferenz, als der Lruftangriff erfolM. Ter Hoteldirektor drang daraus, daß sie sich in den Keller begeben sollten, wo die Korrferenz fottgesetzt wurde, erber bevor das Signal gogeb.m roar, daß es roieder sicher sei, verließen beide den Keller und suchten ihr Zimme' wieder aus. Baker ^ erklätte nach dem „Berl. Lok.-Anz." einem Journalisten gegenüber: „Wir schicken unsere Tru.ppen nach Europa, um die Welt von diesen Schrecknissen zu befteien."
Amerika als Gläubiger.
Amsterdam, 13. März. (WTB. Nichtamtlich.^ Ein hrenges Blatt erfährt aus iNeuyork, daß die Bereinigten Staaten den Alliierten insgesamt bisher 4.679.000000 Dollars gelieh-en haben. Davon entfallen auf Englmid *2.250.000000, aus Frankreich 1.140 000 000, aus Italien 6.500000000, auf Rußland 325.000 000, ans Belgien 30.400000, auf Kuba 15.000 000, und auf Serbien sechs.Millionen Dollars.
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