Nr. 60 SVeüer Vlstt
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesfen)
Dienstag. \ 2 . Marz W8
KJtsiuitmauBafW
Die amIorÄareir 4 Vs'/»is«r Schatzünweismgcn der 8. Urkgsanleihe.
Me bereits mitaeteilt, werden Kur 8. Kriegsanleihe mbcn den öo/oi-gcn Sa^dverschreibungen wiederum 41/20/oige Schatzanwei', urnzen cmsg-egttberr, die den A'u.sgabeüedingmv- jMn nach mit den zur 6. ititb 7. Kriogsanlerhe aufgelegten Schatzcuoreisumgen ü.b<weinsiii:rmem Der Ausgabeku-rs- von 98«/o gewährleistet den Zeichnern einen Zins gennß von 4,6o/a unt» der AlUslo1iu.ngSkil.rs von 1100/0 eröffnet ihnen die Aussicht crnf einen GeLvitNt von. 12°/o. Die Sch ahn rn- weisirngerl werden halbjährlich grrtppenweise aus gelost und müssen spätestens zum 1. Juli 1967 getilgt sein. Der Aus- los ungsgewirm kann im übrigen in späteren Jahren noch größer werden, weil bei einer Herabsetzung des Zinsfußes' aus 4^, 'die — rm Wege der Kündigung — frühestens am 1. Juli 1927 erfolgen kamr (aber erst viel später zu er- sioügerr braucht), der Muslosimgslürs aus 115o/c> heraufgesetzt toird. Bei einer 'weiteren Herabsetzung des Zinsfußes auf 3Vr«/«, die das Reich frühestens 10 Jahre nach der ersten Kündigung vornehnen kann, steigt der Auslosungslürs sogar auf 120»/o. Wer aber von diesen gesteigerten Gewinn- möalichkeiten von 17% oder 220/0 keinen Gebrauch machen will, kcnnl sich bei jeder der beiden Küittsigungen seine Schatzanweisungen zum Nennlvert (nicht zum Ausgubekurs) auszahlen lassen.
Unter diesen Umständen wird auch bei manchem der Wrnffch rege werden, seiner». Besitz an frühereir Kriegsanleihen in neue 4Y2%ige Schatzanweisungen umzntaufchen. Entgegen ko m menderweise hat dachr die Reichs fingnzver- walturrg bestinrmt, daß die Zeichner von 41/20/0igeil Schatz- anweifungen zugleich bcn doppelten Betrag der Dorher erlvLhrten Paniere rmrtauschen können.
Die gLnstrgen Gewinnaussichten, die Verringerung der Anzahl der SchatzaMveisnngcn durch die Tilgung, ferner die gute Verzinsung werden, Krnurl die glücklichen Besitzer von aiLsgelosten Stücken stets verreibt sein werden, sich Ersatzstücke zu beschaffen, zweifellos dre beste Wirkung auf den Kursstand dieses Weripapieres 'ausiÜen. Die Entschließung, ob man Schuldverschreibungen oder Schatzan- weisungen wäHKorr soll, nuust natürlich jeder selbst treffen. Wer gerade für denjenigen, der sein Geld arrf längere Zeit anlvgen will, bilden die 41/20/oigen Schatzanweisungen infolge des sicheren Gewinnes eine vorzügliche Kapitalsaw lage. Daher sollte jeder Kapitalist, insbesondere die großen Bernrögensverwaltungen, die Banken, Sparkassen, Genossenschaften. Versicherungsgesellschaften, inbujmet cn Unternehmungen usw. der Frage der Zeichnung von Schatzanweisungen besondere Beachtung schenren. Die erste Auslosung dieses anläßlich der 6. Kriegsanleihe neugesch offenen Wertpapiertyps hat übrigens fd/on stattgefunden. Am ersten Juli dieses Jahves werden vier Gruppen der Schatzanweisungen mit IIOo/o zurückgestellt. Den Inhabern der Schatzanwei- suirgen der 8. Kriegsanleihe winkt die erste Auslosung rberrfalls sehr bald, nämlid) im Januar uäd)steu Jahres, urrd zwar wird in: ersten AuslosikngsHerrni: 1, um diese neuen Schatzamv-eisung-en denen der 6. und 7. Kriegsanleihe völlig gleichHustellen, die dreifache Anzahl von Gruppen wie in den gcLvohiüichen Terminen ausgelost iverden'.
StatzS «n- €&*?$•
Gießen, den 12.Marz 1918.
** Bef 5 rberuitg. Der Artillerist Heinrich Momb-er ger wurde xum Gefreiten befördert.
** Ausgabe von Sü ßstofs. In der Zeit vom 1.—31. Mä-ry 1918 wird gegen den Lrefermrgsabsch'ntt 14 der Süß stoffkart rn „U" (blau) und gegen den Lveferungsabschnitt 5 der Süß» stofflarten „O" (gelb) von den Sußtefabgabestellen Süßstoff abgegeben. Näheres siehe im Anzeigenteil.
** H n nd ean die Front! Obwohl der Nutzen der Melde- hutwe im ganzen Lande bekannt ist, gibt es noch immer Besitzer Pion kriegsbvanchbaren Hunden, welck>e sich nicht entschließen kön-, >nen, ihr Tier der Armee und dem Vaterlande ziu leihen! An alle Besitzer der folgenden Hunderasse::: deutscher Schäferhund, Dobermann, Airedale-Terrier und Rottweiler, auch Kreuzungen aus diesen Rassen, die schnell, gesund, mindestens 1 Jahr alt und von Mer 50 Zentimeter Schulterhöhc sttrd, ergeht die dringende Bitte: Stellt Ercre Hunde tn den Dienst des Vaterlandes! Die Anmeldungen für die Kriegs^Hunde-Schinle und Meldehundeschrden sind richte:: tan die Inspektion dffc Nachrichtentritppen, Berlin W., Kurfürstendamm 152, Mt. Meldehunde.
** Einschränkung des Papierverbrauchs in der Schul e. Eine Verfügung der hessischen oberster Schübeh-rde ordnet für die Volksschulen im Interesse der Einschränkung des Pavierverbrauchs den Gebrauch der Sicl)Iiefertafel bis zur Schulentlassung an.
Landkreis Gtetzen.
tt. Treis«. Lda., 11. März. Mit dem Eisernen Kvcvz Wurden ausgezeichnet: Ersatzreservist Ludwig Bolz, Gefreiter Heinrich Müller und Musketier Heinrich Roth. Das Kriegsehrenzeichen in Eisen erhielt der Unteroffizier d. L. Georg Schick, unter gleichzeitiger Beförderung *itm Sergeanten.
Kreis Büdingen.
ü- Büdingen, II.Mvrzt. Nack) kurzer Krankheit starb tie langjährige Lehrerin der Höheren Mäxchrcschule, Elisabeth Lerch im Alter von 74 Jtahven. — Das Eiserne Kreuz erhielt der Ätaurer Heinrich Schmück. — Effolderbach. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tasfferkeitsncedaille, erhielt der Kanonier Llugust Spitznagel. — Vonhansen. Das Eiserne Krerrz erhielt der Gffrettx Fritz Nagel. — Echzell. Im Aster von 81 Jahren starb nach längerer Krankheit der Gastwirt Georg Schultheiß.
Kreiö Schotten.
# Kan lstvs, 11. März. Das Eisen« Kveu^, früher die Hessische Tapferkeitsnrodaille, erhielt der Pionier'Georg Viel- mel te r.
Kreis Friedberg.
— Gambach, 11. März. Das Mldaire Hvd^eitsf^ begingen liier Jol-anmos Petr y und Frau.
ch. Kreuznach. 10. März. Die versd-iedenen S^cnrnLcmgrn für die Hockiwcfffer-^'ditadigten in Krarzsr-cvckH bmchteir bis jetzt die gesamte Sunmve vcnr 248 455.23 Ddark.
Starkenbnrü und Nheluhefsen.
ch. Rauen t hal. im Rlieingau, 11. März. Ter Gemeinde Nauenthal wurden von dem hiesigen Winzervecerp anläßlich des guten Ergebnisses dcr Weinversteigerung dieses Vereins 8000 Mark überwie-fen, die solchen Rcmenthaler Winzers«misten zugute kommen sollen, die durch den Krieg gelitten haben.
Land«;itt?chkst?;cher.
Oelfruchtanbau.
Für den Oelfruchtarwau als Sommersrucht eignet sich der RapS nicht besonders gut, b.a er als Sommer nicht einen zu geringen Ertrag liefert, sich auch zum Anbau in einzelnen Streifen weniger g'.tt ttasseud erweist. Nur der Winterraps liefert hohe Erträge, und der and) nur dann, wenn er im Herbst sich rockst stark en-tSoickelt, denn was ec an Wachstum im Herbst versäumt, kann er in: Frühjahr nicht mehr einholen. — Wo im vorigen Jahre Sonnendllun-en standen, könnte wohl in diesen:. Jahre Mohi angebaut werden, der einen höheren Ertrag als Sommerraps geben kann, und noch den Vorzug haben wür^e, in der Blüte eine Zierde der Umgebung zu sein.
Man unterscheidet beim. Mohn zwei Hcnrvtarten, de:: Schließ- nwhn und den Schüttelmohn. Bei ersterem bleiben die Kd pst- auch in der Reise geschlossen, wal/rend beim Sckstittclnwhn zur Zeit der Reise die oberen Teile >dcr Köpfe sich derart öffnen, daß die reifen Samen leicht herausfa'llen. Der Schällelmohn liefert größere Ertrage >als der Schließnrohn, mau nmß aber bei seiner Ernte eine größere Vorsicht ivalten lassen, um Kf'örnervecliuite zu vermeiden, was im Kleinbetrieb in der Weise geschieht, daß man die Kasslln bei eintrctender Reife ab sch neidet und in Schü'.-zo.l oder Säcken sammelt. — Ein blühendest?oh:: etd bittet einen sehr schönen Anblick. Je nach der Sorte blüht der Mohn weiß, rosa oder dunkel- rot, toährcird die Körner Nxnßlich, grau oder blau finb. — Ter Mohn gedeiht am besten in warmem, mäßig seuchtrm Kstima. Ge ge:: leichte Nachtiröste ist er nicht übennäßig empsiuplich, bei andauernd kaltem und nassem Wetter bstnbt ec dagegen in der Entwicklung sehr zirrück. Voir den verschricücnre:: Bodenarten sagen dem Mohn am meisten die humosen, nnlden!mrd in guter, fast garte'nmäßiger Kultur befindlichen Lehmböden zu. Ms arme::, trockene:: .Sandböden nud sch:oeren Ton- und Lettebödm soll mau ihn nicht anbauen. — Tie für den Hohubm: bestimmten Grundstücke müssen sich in guter Trrngkraft befinden, da der Mahn, wen:: er hohe Erträge liefern soll, gwße Mffnüche an die Nährstosfvorräte des Bodens stellt. Er verträgt umrdestens die zu 8iaps z«n gebenden großen Stalldüngermengen, verlangt aber mlßerdem iroch die Zufuhr von rtidy lidTen Phosphorsäure-- und Stirkftoffgaben. Letztere körrneu auch in Form von Jeruche und Mortsdibnger zu geeigireter Zeit gegeben werde::. Diese beiden Dünger können auch noch 'iväbrend des Wack)stt:mes der Pflauzci: bei feiuhtem Wllter beigeschütlet .werden, bei ge::ügender Verdünnung auch bei trockenein Wetter. — Ter Stalldünger ist irn Herbst unterzupflügen. Wo das verfäumt wor- bert ist, bleibt man aus Jauche und dlbortsdünger M:gennese::, und wird noch mit künstliche:: Düngemitteln nackstelfen. T Hunas meist und 40vrozentiges Kalisalz ltanr: noch im Fcühiahr kurz oder unmittelbar vor der Sutt ausgestreut werde::. Vom Kalisalz strmt man auf 25 Quadratmeter 1 Pffnrd, vrm Thomasmehl die doppelte oder dreifache Menge. Diese ^Kunstdürrger werde:: vor der Saat untergehackt oder eingeeggt. Tie Stickstoffdüngung geschieht am beste:: mit Jauche oder MortSdimger. Wo diese Tüugemittel kehlen oder aus andere:: (bränden nicht angewendet werde:: können, wäre zum schivefel sauren Ammoniak zu greifen- das vor der Saat aus.mstreue:: und flach mrter-
zubringen ist, mit dem Thomasmehl aber cttrßertzalb des Bodens nicht Msammenkonunen darf. — Wenn nach dem Verziehen der jungen Mohnpslanzen noch eine Stickstoffdängrmg in Form von Kunstdünger rwtwendig erscheint, so ist in Ern:angelu::g von Chilisalpeter an das schwesclsaure Ammoniak zu denken, das als
Kopfdünger angewnstet wird. — Das Grnrtdstück ist möglichst io^- fällig für die Saal vor^uberetten. Je gartenmäßiger Vas geschieht, um so besser ist es. —D:e beste Ausscvrtzeit ist Errde März oder dh^- fuiDg April. Die Reihensaat ist bei::: Mohn unerläßlich, da man nur fio den Mohn so rein, von Unkraut und den Boden so offen halten kann, wieder Mohn t ’u seinem Gedeihen unumgänglich nöllg hat. Bei der Breitsaat macht das Jäten zu viel Mühe, ohne dag sein Zweck voll erfüll: würde. Ter ist sehr kleinkörnig
und mr:ß 'deslialb sehr flach unt- utwracht werden. Tie Ent- fer::u.na der Reihen sckMrnkt je naa: .^.-c L>orte Alvisck-eu 25 u:ü) 40 Zentimetfer. Gerne macht mau na : zrvei engeren Reihen eine weitere, in der mwn bei der Bcarbeita ,\ des Bodens gehen kann. fGrößere Neihencntfcrnriunge:: bringe:: keinen Vorteil. In den Reil?en wird der Mohn auf 10—15 Zentimeter verhackt. Dichter dürfen die Pflanzen nicht tz^heir, wenn sie sich gut entioickcln sollen. — An Saatgut braucht mau auf den Morgcn: 2—3 Pfd. — Unter den Mol/nsamen, den man mit Sand oder gesiebter Erde vcr:ne::gt, mischt man gerne etwas Hafer oder Gerste, damit mim: recht bald die Reihe:: der gekeimten Pflanzen erkennen Dann. Beim Vereiteln der Mohrpflanzen werden die Haferoder Gerstepslaarzen entfernt. >— Die Hackarbeit muß sofort öe-> gün:en, sobald die Saat cuffgegangen ist. Nach den: ersten Hacken erfolgt das Verl-acke:: und das Verziehen und dann das zweite, ttefer aus zu führende sHacken. Beim dritten Hacken werden die Reihen zugleich schlvach angehäufelt. — Ter Schüttelnwh.: reift etwas.früher als der Schließnw-Hn, irrt_ August oder September. Mau erntet ihn am besten in der Weise, daß man, sobald der vierte Teil der Kapseln sich gsöffnet hat, durchs die Rechest? geht und die geöffneten Kapsell: in Gefäße oder Schürzen enr- heert. Diese Arbeit wird wieder^vlt, bis alle Köpfe reis und ent* beert sind. Alsdann roerden die Köpfe sorgsälttg abgeschmtten. ge,an:mell und auf dcr.n Speicher zum Nachreifen mrsgebreittu. Man kann auch die ganzen Mohnpflanzen ausziehen, zu Bündeln zusamnwnbinden zum Trocknen auf dem Felde aus- stellen. — Der Ertrag an Mohnsamen vom Morgen schwankt zwischei: 4 und 12 Zenttier.
Amtlicher Teil»
Baierläudischer Hilfsdienst.
Mfforderung des Kriegsamts zur freiwilligen Vteldung gewllch § 7. Absatz 2 des «Gesetzes über den vaterländischen Hilfsdie2:st.
Helfer für die Etappe!
In dem gttvaltigen, von :msere:n Heere besetzten feind-« l ich e n G e b i e t werden z::r Vertvendung bei Militärbehördenmoch zahlreiche 5) i l f s k r ä f t e benötigt. Das Interesse deS Vaterlandes verlangt, daß taugliche und entbehrliche Kräfte der Heimat sich zu diesem Etappendienst Mr Verfügung stellen. Zahlreiche kriegsverwendungsfähige Militärpiersonen müssen im besetzte!: Gemet noch für den Dienst an der Front freigemacht werden.
Die Lebensbedingungm im besetzten Gebiet sind durchaus grnffttg. Gute Entlohnung und reichliche Verpflegung werden gewährt. Und was bedeutet die Notwendigkeit, sich in fremde Der- hälttnsse ei:w:gewöhne:c, gegenüber dem Mas; von Opfer:: und Ent- behrungeu, das unsere Krieger seih Jahren freudig ertragen!
Männliche Hilfskräfte jeven Mters, auch Jugendliche, können, kvenn sie geeignet befunden iverden, Beschiäftigung im besetzten Gebiet im Westen sindei: und zwar für: Gerichtsdienst, Post- und Tele- graphendienst, Botendienst, Technischen- imd Eisenbahrüxenst, als Ärtschter, Bäcker, Schlächter, Handwerker jeder Art oder als Hilfsschreiber, sowie im SicherentÄ>ie>:st (Bahnschutz, Gefangene::- und G es an gnisbewachuu g).
Personen mit französischen und flämischen SprQchSemrtnffsen tverden besonders ben'lcksichtigt.
Wehrpflichtige können nicht angenommen werden, mit Ausnahme der 500/0 oder mehr erwerbsbeschränkten Kriegsbeschädigte::.
Als Entgelt wird gewährt: Freie Verpflegung oder Geivcnb- sckädignng für Selbstverpflegung, freie Unterkunft, freie Eisenbahn- fahrt zum Veßümnnmgsort und zurück, ffeie^Benntz:rng der Feldpost, freie ärztliche und Lazarettbehandlung sowie ein angemessener Dienstloh::.
Vis Mr mdgültigen Ueberweismrg an eine bestimmte Bedarfsstelle w.ird ein „vorlänffg-er Dienstvertrach^ geschlossm. Tie end- gilltige Hohe des Lvh::es oder GehalteS kann erst im Anstellnngsvertrag selbst festgesetzt werden. Sie rich-tet sich nach Art und Dauer der Arbeit sowie der Leisjjirngsfähigkeit des Betreffende::. Eine auskömmliche Bezahlung wird zugesrchiert. Falls Bedürftigkeit vorliegt, tverde-n außerdem Zulage:: für die in der Heimat zu oersorgeirden Familienangehörigen geivährt.
Die Dersorgmrg derjnngen, die eine KriegsdienstbchchädLgung erleiden, ist besonders geregelt.
Meldunge:: nimmt cuttgegn:: Vrzirkrksmmando Stehen; dabn sind vorzulegen: Etwaige Militärpapiere, Beschchflissungsausroeis oder Arbeitspapiere, erforderlichenfalls Abkchrschein. Es ist an^u- geb<n:, nxlwn der Bewerber die Beschäftigung anckret« kann. Eine vorläuffge ärztliche Untersuch:lug erfolgt kostenlos bei dem Bezirks- konrmgndo. Jseder Bttr^erber lhat sich den erforderlichen Schutz- impfungen zu unterziehen. >
2oißB UriegsamtsteM §ranffurt a. M.
Abo.
Höchst merkwürdig u:ü: anziehend ist dis Fährt von den Alands- Dffeln nach Abo. Sie führt durch den berühmten filmischen Schären- hof, dies Labyrinth von ungezählten, in die Tauscnrde gehenden Inseln urrd Felsen, das wie eine Brücke unmittelbar zur Küste sich erstreckt. Zmobilen sind diese Jnselchen geradezu winzig, zuweilen ffiö) sie tückisch unterm Wasserspiegel gelagert mib bilden dort eine Gefahr für die Sckiiffahrt. BaL trete::, sie ait*ci:t<rn5er und formen so svenarttge Becken, bald nähen: sie sich in dem Maße, daß mra der engste Kanal zwischen ih:wn bleibt u:ü) ein gewandter Springer von Klippe zu Klippe turnen könnte. Glücklicherweise führt durch diese rinendlich weäLelvvlle Jnsellvelt eine gesickerte, gute Fahrstraße yur Reede von M«, die hinter diesem von der Natur selbst geschaffenen Riesen Wellenbrecher in sicherer Hut liegt. Noch dicht vor dar Stadt selbst lagern die letzten der Unfein des großen SchärenbofeS; es sind Runsula, l-eut eine schöne Anlage mit anmutigen Spaziergängen und berühntt wegen seiner reiche:: Fauna und seiner in Fimlland seltene:: EickMNoaldirngen — aus der andere.: Seite aber liegt Hirvnrsalo, wo der Hafen für die großen Seeschiffe angelegt ist. Die gewöhnliche:: Dampfer aber gleiten durch dnr S:urd zwischm diese,: bÄden J!:chln lündurch — da öffnet sick^ die Viün- dung des Aurajoki, und in diese einfahrend legt das Schiff cm dev Zollstatton an. Bor uns erhebt sich gleich zcar Linken der düster- nmssige Bau von ?Pohus, dem alten Sck>loffe, und^ flußaufwärts, von einzelnen Hügeln überragt, drängt sich das Hächergewimmel voi: Abo zu beiden Setten des Äurajoki.
Ei iw ehrtoüvdige Siedelnng ist die Stadt am Mltafoki. ^Sie ist Finnlands älteste, geschichtsreichflr, in vieler Hinsicht merkwürdigste Stadt und lange war sie seine H<u:ptstadt. Wie bei den cmJxrrenl ölten Städten Finülartds, so hat auch fiter der: Ken: iaii> Ursprun-s^ der A.Usiedellnlg die Befestigung ^ gebildet, die (1157) von den Schweden errichtet wurde, als sie in Finnland rirä>«Etgm. Damit faßte zugleich das EhrisLntuu: festen Fnß. Mo, an jenem Winkel des sinnisck/ei: Landes gelegen, wo der filmische :md der bottntsche Mrerbusm sich begegnen, war von ber Natur zu entern nnck-ttger^ Harchels- und Verkehrs Mittelpunkte, wie auch nnlittttischer: Stützpunkte gleichsam vorausbestimntt. Sv eirtfaltete sich die neue Atu- sietdelung schnell, sah sich aber srellich auch harten Käinpsen ausge-« setzt, die Feuers'brüiffte, Verwüstungen und Vlünderungery zirr Folge halten. Im 14. Jahrhuttdet setzte ihre Blütezett ein. ttte im 17. Jahrhuivdert ihrer: Höhepunkt erreichte: dwrmls erhob Ehristtne
von Sckyoeden das von 'Gustav Molf gegründete Gymnasium zur Universität, and damit siel Mo auch die tcubestrilletre Führung auf dem Gebiete des geistigen Lebens zcu. Hier hat der berühmte Astronom Llrgelarrder seinen große:: Sternkatalog aus-goarrettet. Die russische Herrsck^aft umckM Abos Glatrz ein Ende. Im Jahre 1817 verlor es die Stellung als Lmckes'hauptstadt, die es fast acht Jahrhunderte lang behauptet tn'cte, und tiadj dem großen Bra:ü>e 1827 wurde auch die Universität mich Hclsingfvrs verlegt. Llibo wurde Provinzialstadt: der Handel aber ist dem glücklich gelegenen' Orte nicht untre:: (lenimimt: noch immer ist Abo Fimllands zwettgrößie §)o^lsstadt, und auch im ltterattschen Leben des Latzes, besonders was Schwedens Schrifttum angeht, spielt es eine mffehnlrche Rolle.
Jener Brand von 1827 hat die gmtzv (Mutige Gestalt der Stadt bestimntt. Abo, wie es heute ist, wttß von seiner ehrwürdigen Ge- sckstckste nicht mehr allzuviel zu erzählen. Nach dem Brande erfolgte eine völlig neue 9L:!age, und zwar in streng schemattfckvr Form: alle Straßen wurden etwcder parallel mit dem Arrvajoki oder im rechnen Winkel zu ihn geführt, und selbst dve FelShügel, die sich besoichers aus den: Südufer des Flusses erhebeu, laben in diese gradlinig--rechLwinllige Straßenfiihrmig keine Bermtderimg oder' Bewegung zu brtt:gcm vernrocht. Der Fluß erscheirtt also, lme tnj| Stadt sich lente zeigt, im vollstOt Sttmre des Wortes als seine Herz- S aber und genau feinem Laufe erEang führt Wws>Hm:ptstraße, die?. Schloßstraße. Wer sie von einem Eiche U:m anderer: durchivarüLrt, { der gelangt tztu den beiden hisHrisckZn: Stätte:: Asbos : gegen das 8 Meer $u liegt Schioy Ajbolms, flußabivürts die Domkrrche. Das d Schloß, rvvriir he:tte das lstsorisckx MiuseuM der Stadt untergebrackst z ist, ist eiu umfängllck-er, schwerfälliger Bau, den an.beiden Flanke::« niedrige, dicke Türure absthließen. Hier haben jahrlmudert^ang bie 5 schwedischen ■ Statthalter gewolytt imd regiert; hier hat Gustav!! Adolf geweilt, hier Hai Erik XIV. als Gefangener jeines Brirdcn^ * Johann gesessen. Und wie hier, so sirck) es auch tt: der Domkircktt^ durchweg sckyoedisck)e Ertturennrgmv, denen 'wir begegne::. Das Bildz dieses Gotteshauses ist das EttbdruckSvollste, :vas die ernetierte Stzürt 3 zu biete:: hat. Mächtig :mr> nwssig liegt der rmposmrte Dackstembau ; Mkf dem Illnkaukari-Hügel,, vor: wo aus er die Stadt überblickstZ! Es ist im Kerne ein vomatttischss Bauwerk, das ttni Jtahre 1300 ge i tveilst wurde, später tafor durch gottscke m:b Rmraisscmceaubautest. ? um gestaltet lmirbe. Ittvd drttrncu in den ernte Hallen, in bens Kapellen, die das Schiff und den Chor begleiten, da ruht Schtvedeus i Ruhm. Da liege.: die Stolharckske imd Tavast, die Horn urü» Dott: l
da hat Katharina Mansdotter die letzte M:he geffmden, das viel- ' geprüfte Soldateuttud, das König Erit XTV. zu sich auf den Dhron! erhoben hat.
Um den Kathedralenhügel aber bvaudet frisch das geschäftigü Lebe:: der heutigen Stadt. Denn hier liegt zu beiden Sotten de4 Flusses, den zwei Brücken stberspannen, ihr eigentlicher M ittelpunkt, der sich auf der rechten Flußseite imt den Mexauder-, auf der linkes um den Mkolatt-Markt gruppiert. Hier liegen die wichtigsten öffentlichen Gebcttcde, erinnern einige Denkmäler an die Bergangenheih Mos; hier steht sein altes Gymnasium und die ettfftige Universität^ Heut ist es der Handel und die Schiffahrt, die in Mw Herrscher:^ Aber em gewisser unverwischbarer Zug von gesckpckKlick^r Würdo und geistiger Bedeuttrng gibt der Stadt trotz ihrer modernen ein eigenes rmd aüziel-erches .Gepräge.
«
Leipzig, 11. März. G^gen d'Alberts neue Oper „Der Stier voi: Oliver a" kam am Sonntag mit rcrw-k sck-eudem Ersdlge ttn Leipziger Sdadttteter zrrr Uraufführung. Ter Text, den Rick>ard Bat ko muh dem gleichnamigen Drama vop. Heinrich Lilianfem ^schaffen IZat, führt in der: spauisckxn Freiheitskrieg gegen Na'poleon I. Es ist ettr „Stterkämpft zwisck^n den: frarlzösischen CKr^eral Gnillaume und einer schönen jungen Spanierin, die fein Weib geworden war, :cm vIttcti als Ver-^ schw'örer entdeckter: Vater mtb Bri:der zu retten, obschm ihr« Liebe eircem anderen gehörte. Dem einäugigen Gnrrral hat diese Cche einen späten LiebesffnWing §esche::kt, wlihreid ihr Sinn mit ans Haß linb Rache gerichtet ist. Trotz aller Eifersuchtsmoalerr v-ernwg sich Gnillaume ans den Fesseln, tt: denen sie ihr: uufftrickt hält, nicht zu löse::: sie sucht ihn zum Verrat cm Napoleon zu ver-i locke::. Schon schetttt ihr Trttturph nahe. Ta ertönen von draußen Stimm«::, das dLalxa: des Kaisers kündeno, und Guillarnnr ec» sticht ferne junge Gattttr mit dem ckttrfe: Es lekx' der ^ Kaiser! d'Albert hat hierzu eure Musik geschrrebe::, die eigentlich mehr te lionisch als spanisch klttvgt, aber in einer vorrrbtlicte, pnmk^. vollen Jnstnimerrtation die Vorgänge auf der Bühne lrirksam; illustriert und durch ich mMHischos Kolorit die .Herzen des Publillmrs eroberte. Ah: Uffpri'inglnhbit der Erfttchung 'steht si« hinter „Tieflmü>" i:Nd den „Toten Augen" beträchtlich zrcrück. Ätzer man kann nach dem Erfolge dar Uraifffüchung :00hl voraiu^ sagen, daß der neu« d'Albert über alle Bühnen gehen wtttz, ohne, sich freilich lange halten znr kmmem
t


