fernen. Wir haben eine Nachricht, daß die beittfchen Gefangen in Sibirien organisiert werden, und daß ein preußischer General dorthin geschickt worden sei, um die Arbeit au^L» führen. Selbst wenn diese Nachricht unrichtig sein sollte, ist sie doch nur ein Vorbote künftiger Ereignisse. Wir würden im höchsten Grade töricht und verbrecherisch handeln, wenn wir nicht jeden möglichen Sänttt versuchten, um diesen deutschen Plan zu vereiteln. Ich denke, wir würden gut beraten sein, wenn wir feen Beistand unseres japanischen Berbänweten in der Angelegenheit suchten, in der er uufe er allein wirksame Dienste Leisten kam'.." Ter Minister drückte bei dieser Gelegenheit Japan den Dank England sür die vielsuchen treuen Dhcnjte aus, die es England zu Wasser und zu Land wahrend dieses Krieges leistete und noch leistet. Er sei überzeugt, daß Japan, wenn eS von den Alliierten mit der Aufgabe betraut werden würde, Rußlaach gegen Deutschland Beistand zu leisten, oirse Ausgabe mir der grüßten Treue und Wirksamkeit aus- fsühren lviirde. „W kann kein Zchffscl bestehen," .schloß der M-t- niiter, „daß Japan hierin sehr wesentliche Dienste kiffen kann. Ich glaube, daß alle verantwortlichen Leute in Rußland Japans Beistwrd Legen die deutsche Bedrohung willkommen heißen nmrden."
Das englische Heer.
London, 9. März. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Regierung hat beschlossen, 50000 unverheiratete Kohlenbergleute unter 25 Jahren auszuhe- be n , die für den allgemeinen Dienst tauglich sind. Eine Mist- leilung hierüber wurde an den Sekretär des Bergarbeiter- Verbandes gerichtet. Befreiungszeugnisse, die bisher tm Besitz solcher Leute waren, wurden zurückgezogen.
Die Lage in Rußland.
Rotterdam, 9. März. (WTB.) Nach dem „Nifftwo Roller- damfche Courant" berichtet der Petersburger Korrespondent der „Times", es bestehe kaum ein Zwfffel, daß der Kongreß der Sowjets den Friedensver trag ge»»eh»nigen wird. Der Petersburger Korrespondent der „Daily News^ meldet, daß in Erwartung des Svwiffkomgress-es dir Kriegs- und Friedenspartff in Petersburg sich bereits rn den Haaren liege»». Die Kriegsvartei der Botschewiste»» hat ein Blatt „Commiarist" gegründet, das für den revolutionären WiderMtrd Propaganda machen soll. Der Führer dieser Gruppe ist Bncharin, Mitglied der Bv-lschewiki- Vartff tn Moskau, der bisher einer der leidemchaftlichjten Anhänger LZenrns war. Lenn» feinterkitä- arbeitet tu der „Iswestija" und ..Pvawlda" für die Rattfikatwn deS Fffedensvertrages.
Rücktritt Trotzkis.
Petersburg, 9. Marz. (WTB.) Reutermeldrmg. Trotzkr ist von seinem Posten als VoMLeaustvagkr für auswärtige An- geLegenheüien zurück getreten.
Der Oberbefehlshaber Oft an KryleuLo.
Berlin, 10. März. (WTB.) Am 5. Mörz hat der Ober- ' be^ehL Shaber Krylenkv einen FnnSenspruch an den Oberbefehlshaber Ost gerichtet, in dem ^ auf dir Bestimmung des Friedensvertrags hin gewiesen wird, nach der die Feindseligkeiten an der Frmrt eingestellt werden, !md m dem er ferner anfvagt, ob alle AnorLmungeir getroffen worden sind- daß diese Feindseligkeiten eingestellt werter.
Daraufhin erfolgt? <pn 6. Mär; vom Oberbefehlshaber Ost nachstehend' DrahUrulloe-N: „An die russische Oberste-Hc.'rez- Lffttrng! Die Einstellung der Feindseligkfften war deutscherseits Mr den 3. März um 1 Uhr nachmittags befohlen worden. Wenn es rvotzidenr am 4. März noch zu einzelnen. K'änrpfen gekommen ist, w wird dies deutscherseits bedauert. Nach den hier vorliegend tan Meldungen war die Ursache -einerseits der Widerstand, der in Estland und in der Ukraine idem rechtmäßigen Vormarsch der deutschen Truppen durch russische Truppen an cinactnen St-eAen noch entgegengesetzt wurde. Andererseits haben leider auf großruffUchem Gebiet einige Kämpfe mit weniger organisierten Banden slaltffnden müssen, die die FerndseligVeiten gegen deutsche Truppni Mrfnahmen. Es ist der lebhafte Wunsch der Obersten HcevesbkchIm.g, daß auch diese Kämpfe bald völlig aufhören, und daß andererseits die dazu erforderlichen Anordnungen getroffen werden. Danach erledigen sich die tendenziös in der auÄändischeu Presse verbreiteten Nachrichten.
Eine russische Sorrderregierrmg?
Berlin, 9. Mary. (Prtt^.--Tff.) Die ,,Btossifche Zeitung" meldet aus Genf: Wie es hffßt. trifft die Entente Borberffttmgeni, run an einem dem Einflüsse der Mittelmächte entrückten Punkte rn Rußland eine russische Sonder reg i etu ng zu errichten. hie den Frieden von Brest-Litows? nicht anerkeimt und den Krieg, wenn auch nur mefjr oder weniger theoretisch, fort- jetzt. Dem „Echo de Paris'" zufolge wird die Entente diese Sonder- rogierung durch diplom-atische »»nd militärische Vertreter unter-! stützen. Die Abreise der französischen Mtssi-rm Berthe^ot Ms Innere RuUmrds stehe mit diesem Plane offenbar in Zusammenhang.
LebensmitLelvorrätc in Rußland.
Berlin, 7. Marz. Nichtamtlich lieber den letzten beuchen Vormarsch erfahren wir noch! folgendes: Je weiter die deutschen Trnlppen Vordringen, desto reicher erschließen sich ihnen gewaltige Getreide- und Lebensrnittelschätze. Die Ernäh- rungSverhältnisse »»untitteldar harter der russischen Front, wo die Massen der demobilisierten ?lrmeen bei ungenügender Zufuhr eine gewisseKnavphfft bewirktzeu, gäbe»» keine richtige Vorstellung um den Landes'ovrraten an Lebensmitteln. Schon in Luck und Ronmo ist zu allerdings sehr hohen Preisen alles zu lraben. Je tvffter man jedoch nach Osten komntt. desto günstiger wird die Etznäh- rimgsfragc. So »yerden in ND^vwd-Wvlpns»' aus dem Markte — das Pfund zu 3 Mar? — Fleisch und Speck in großen Mengen angelwten. Eiei- gab es z»k 15 Pfennig das Stück. In den große:: Hotels in Schitmnir ist man glänzend verpflegt. Es mangelt an nichts, auch Kaffee, Tee. Zucker »rsw gibt es. Dabei leiden die Städte heute «unter ungenügender Zufuhr. Bei der bisherigen Un- ffcherhfft halten die Ba'vert» ihre Vorräte zurück. Ein weiterer ^nl^b für das geringe Angebot liegt darrt», daß heute jeder Bauer seinen eigenen Koni schnaps brennt. Sind hier erst enrmal geordnete VerhÄtnisfe geschaffen, ßo werden allein ans den Dörfern des bisher besetzten Gebietes g-voße Manger .Körnerfrüchte sür die Ausfuhr verfiigbar.
E.«c deutsche Verwahrung gegenüber Rußland.
Berlin, 9. Mürz. (WTB.) Die „Norddeutsch? Wge- meine Zeitung" schreibt: Eine Verwahrung! Durch Funkspruch ist bei der russischen Rergierung dage^n Verwahrung eingelegt worden, daß die Verschleppung deutscher Flüchtlinge ans Estland und Livland fortgesetzt wird, da dies den Abmachungen, des Friedensvertrages widerspreche.
Deutsche Botschafter für Finnland und die Ukraine.
Berlin, 11. März Wie die „diordd. Mg. Zig." hört, tritt beule der für Finnlaird- ernannte töffandie Freiherr v. Brück die Reise nach Finnland an. 'Der zum zfftivfflige»» diplomaLischen Vertreter bei der ukramischen Regierung ernannte Bofichafter a. L. Freiherr v. Mumm begibt sich hertte irach Kiew.
Die Verhandlungen mit Rnmänieu.
Butares!, 9. März «WTB. Gestern fand mir Schloß Lv- rvaemn eine Votksitzmcg der Friedenskonferenz unter dem Vorsitz dos bu lgarffchen afften Dffegrerten 5'tmr ff vn 1 sch ew statt. Herr Tontschew gal' dem Wunsche Ais>ru.ck. di? Berhandluwim nach Möglichkeit zu be'chleuniTan Der runränisch' erste De'ogiatte schloß sich d'esem Wunsche an. Um diff nu affffit-gen Begehren Neck-nung tsagerl zu können, schlug Herr Argetoianu vor, es möge ihm möglichst sofort eine zuiamTnensasseiw? AtcsstMimg sämllich-'r ein- zeiner Forderungen der verbürrdeten Mächte schri'tlich mitgeteilt .:»*vden, damit er dieletberl p^önlich seiner Regierung vortt'ager könne Entsprechende Mittffllingen sind Herr,, Argetoiann getzern gemacht worden. Er iveÄ» hc-rrtr »rach Jassy abreism. Seine Rück-- kehr wird für nächüan Donnerstag erwartet Jnznnschen sind «n
verbindliche Besprechungen pm techrnschem Gebiete mit den Übrigen vollzählig hier zurückgebliebenen Mitgliedern der rumänischen Delegation fortgesetzt worden.
Berhandluugeu der Türkei mit der kaukafischen RepubLik.
K o n st ß u 11 tt o p e t, 6. März. (WTB.) Meldung der Ag-ence Milli. Eine aus drei Mitatiedern bestehende os- manische Abordnung begibt sich urorgen nach Trape- zunt, unc dort mit einer Abordnung der Regierrmg der Republik Kaukasus in Verhandlungen einzutreten.
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Der Sieg der Türkei.
Kon stau Lin Opel, 8. VLär^. (WTB.) Der Sultan nahm heute die Glückwünsche von den Abordnungen der Kammer uied des Senats M dem Friedensschluß von Brest-Lito-wsk entgegen, wobei er seineffeits die Vertreter des Parlaments b-eglückwiinschte und seine lebhafte Frerlde sowie seiim Befriedigung über den glücklichen Friedensschluß ansdrückte. Besonders ehrende Worte fand der Monarch für die 41bgeordneten aus jenen Gebieten, die jetzt wieder an die Türkei zurückfallen. (Sine Abordnung der Bevölkerung von Batnm und Ardahan überreichte dem Sultan eine Glückwunschahrcsse. Der Herrscher erwiderte: „Diesen Erfolg verdanken wir der göttlichen Gnade. Die patriotischen Gefühle, die Sie zum Ausdruck aebracht haben, verdienen die größte Wertschätzung: „Die Liebe zum Vaterlande ist eine Pflicht. Die Gebiete, die Sie bewohnen, waren einst von nreinem Reiche getrennt, aber von jetzt ab werden sie niemals mehr unseren Herzen entrissen werden. Unsere Freude ist gegenseitig."
Die Haltung Japans.
Rotterdam, 8. März. (WTB.) Nach dem „Nieuwe Rotterdamschen Courant" wird der „Exchange Telegramm Compagnie" aus N^uvork gemeldet, daß die japanische Botschaft erklärte, die Pläne für eine Intervention Japans rn Sibirien seien vorläufig aufgeschoben. Es hänge jetzt ganz von England ab, was Japan tun werde. — Die chinesische Botschaft teilte mit, daß China die Politik der Vereinigten Staaten unterstützt, daß es sich vermutlich auf den Sck>utz der mandschurischen Grenzen beschränken wird.
ArbeitSmangel in der Schweiz.
Bern. 8 . März. (23. B.) Meldung der Schweizscischen Depeschen-Agenlu x - Im Auftrag des Bundesvats machte das schweizerisck>e Volkswirtschafts-Departement die kantonalen Regte- rungen darauf aufmerksam, daß die Schwerz infolge mangelnder Rohsdöffzufuhr allem Anstbein nach einer Penode a,rsgesprochenen M c. 7t g e f 3 an industrieller rmd gLwerblicbrr Beschäftigung entgegengrht. Das Deparrenienl cmpfiehlt eine Reihe Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und vertritt die Meircung, daß neberc der Oeffentlichkeit auch die Arbeitgeber selbst der Ardeits- loseufüffovge berzutragm haben. Zur Bekämpfung der Not nürd die AuÄ^hnung der Massen s pe i s u n g nt ui^erläßlich. Die überschüssigen Arbeitskrätte sollen nach Möglichkeit in der land- wirtschaflliä>en Produktiort beschäftigt loerhen. Der Bundesrat empfiehll -ffne rasche Aus schrtmg der Bo(^nvecbffserungsproiekte, zu deren Förderung der Bund bereit ist, erhebliche Beiträge über die bisher üblichen Subrrentivncrc hinaus $u lerston. Außerdem wird der Bund die Ausführmrg großer Pvojekde direkt rn die Hand nehmen. Bei all diesen Arbeiten sollen im Interesse des sozialen Friedens die Lohnverhäitnissc für die Arbvfter befrvingend gestaltet werden
eine» Söhuche«- itw Sftevrcichischen Haiserhanse.
Wien, 10. Mänz (WTBZ Kcnsenn Zrta ist heute vormittag 10 Ubr 40 Minuten tu Baden von einem Prinzen entbunden worden. Die hohe Wöchnerin und der neugeborene Prinz befirrden sich wohl.
Der 1911 geschlossenen Ehe Kaiser Karls mit der Pviw zessin Zita von Parma entstcnunrten bisher vier Kinder, drei Söhne und tim Tochter, von denen der Kronprinz» Franz Josef Otto fünfeinhalb Jahve- alt ist.
Der KabinettswechssL in Spanien.
Madrid, 8. März. (WTB.) Mffdung dec Agen.ee Havas. Brie to ging am Vormittag in das königliche Schloß und'sprach lange mit dstn König. Zwei Lösungen wurdm ins Auge gefaßt. Tie Mldung eines Aberalen Kabinetts und die Bildung ffneS gleich--- artigen konservativen Kabrnctls. Tie Möglichkeit, daß Lacierva, gestützt <mf ein rem militärisches Kabinett, die Diktatur erhaltet, könnte, rnrtbehrt jeder Begrmrdung.
Madrid. 8. Mürz. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Kffegsminrster Lacierva. hat ohne Kenntnis des» Premiermiurstei's eine Note gegen den früheren Settatsprändenten To ca verösfentlichen lassen. Darauf stttd die übrig eit Minister- nachmittags Aisamnrengettffen WD haben ans Antrag Min.ist.er- Präsidenten beschlösse»!, gemeinsam zurückzutreten.
Der Lustkamps.
Berlin, 9 März. (WTB.) Bei günsttgem Wetter war die deutsche Flugtätigkert sehr rege. Erkundungen wurden überall erfolgreich durch ge führt. In zahlreichen Lustkämpfen verlor der Gegner 15 Flugzeuge. Ein weiteres Flugzeirg fiel durch Notlandimg unversehrt in unsere Härrde. Zrvei feindliche Fesselballone wurden brennend abgeschossen. Haupttnarm Ritter v. Tutscheck errang seinen 26. Luft- fiag. Unsere eigenen Verluste betragen 2 Flugzeuge. Ein Mugzeng wird vermißt.
Der SeeMeg.
Mue U-Boot-Erfolge.
Berlrn, 9. März. I^MTB. Amtlich.) Ernes mrserer Unterseeboote, Kommandant Kapitänleutnant Spieß, hat unseren Gegner durch Vernichtung von 3 5 000 Brutto- Register-Tonnen Schiffsraum schweren Schaden zugefügt. In glänzend durchgesührten Angriffen wurden in der Einfahrt zur Irischen See unter erheblicher Gegenwirkung ein schwer betade»rer amerikanischer Frackftdampf-er von ettva 10600 Brutto-Register-Tonnen, ein Tankdampfer von etwa 5000 Br.-Reg.-Tonn., und aus einem stark ge'icherten Ge^ leitzug das Schlußschiff von etwa 3000 Br.-R.-T. abges<l)os- sen. Am Abend des 1. März torvedrerte das Boot den von mehreren ^rstörern begleiteten englischen Hilfskreuzer „C a lg ar t a n" von 17 515 Br. -R.-T. Da der Hilfskreuzer »ficht sofort sank und von Bewachungsschiffen ins Schlepptau genommen wurde, griff es ihn ungeachtet der von allen Seiten zur Bergung des wertvollen Schiffes herbeieilenden Zerstörer und Bewachmlgsfahrzeuge Lrneut an und versenkte ihn durch einen zweiten Torpedo.
Der Chef des Ädmiralstabs der Marine.
Berlin, 10. März. Unsere U-Boote Haber» im Sperr- gebiet um England 18 000 B.-R-T Schiffsraum vernichtet. Unter den versenkten Schiffen waren zwei Engländer, nämM.ff' der lbewaffnete Dampfer Dalervood (2420 B --R.-T.), in ii 3000 Donnen Kohlen für die englische Motte in Scapa Floty besttmmt, und brr bewaffnete Danll>
g r Largo (1764 Donnen) mit 24Ö0 Donnen Kohlen etfaft. Zwei »veitere Dampfer, daruitter einer von B.-R.-T, hatten als Ladung Masut urrd Oel an Bord Der Chef des Ädmiralstabs der Marine *
Basel. 11. März Das englische Kriegskabinett halii beschlossen, daß für die nächste Zeit aller Schiffsraum ohne Ausnahme für die Einfuhr von Brotgetreide, Fleisch j und Fett Vorbehalten werben muß, so daß das RohnraterioD! ^ für bi t M uni tt ons erzbug ung und Viehfutter dahinter zurück«! stehen muß.
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Der hauptaurschutz des Reichstags Md die heeresiieserungen.
Berlin, 9. März. (WTB.) Im Hanptausfchnß de« Reichstages tvnrde die Aussprache über die Vcrgebimg vors Heereslieferungen und die dafür gezahlten Preiu sott» gesetzt. Tie SoMckdcmokraten, das Zentrum und du Nationab liberalen beantragten die Militarisierung der Betr»ebsle «4 tung bff solchen für den Bedarf des Heeres und der Marine arbeitenden Werke»», »velchc tmrch eine über»naßiae Preisberech»rung , die Interessen des Reiches sck)ädtgen, sptvie die Zahlung nur solcher Preise an die militarisierten Betriebe, welche fftre Verzrnsnng des investierte»» Kapitals von 5 Prozent gestatten. Das Zentrum bean- vragte die Einrichttmg von Preisprüfungsstellen für die sämtliche^ zentralen Beschasfungsftcllen. Schließlich lag ein Antrag sämtlicher Parteien vor, bcckresfend die Ueberrvachung der Geschäftsbückrer unÜ «ruberer Unterlagen, die für die Berechnung der Preise maß* gebend sind. c v
Im Lause der Aussprache erklärte General v. W rr s berg,
Fälle von Behr-Pinrw'.o und der Daimlerwercke würden den Gort chlen übergebet» »verden. Wo ffn Verdacht von Veruntreuung vor^ liege, »rwrde mit de»» schärfsten Mitteln zugegriffen norden.
General Scheuch warnte vor Verallgemffnernngen. Was dtz Industrie in diesem Kriege geleistet habe an Erfindungen aus dem Gebiete der Chemie, des 5fimstt»»kttonS!vesens usw., sei außco« ordentlich. ^ .
Abg. Cohn- Nordl>ar»sen ffl. Soz.) fordett, daß den» Leitet der Daimleiwerke woge»» Landesverrats der Prozeß gemacht werde. Streikerrde Dirertore»» dürsten nicht airders behandelt werden als! sttffkende Arbffter.
Der Vertreter des Rffck>sj»rstizamtes führte aus, wenn irgendwo bff .Heereslieferunge»» in unreeller Weise Wuchergewinne erziest ivürden, könne der Uebergetvinn bis zum doppelten Betrage ein* gezogen werden.
Abg. Schiele (kons.) forderte ffn scharfes Vorgehen geg«j Uebevgffffe u»:d Unteffchlffst, leh»»te aber die Militarrsverung ab. Es düffte »richt die ganze J»»dustffe anläßlich der Daimlerasfäre üi die ZlVangSjacke gesteckt und verdächtigt roerden.
Aus dm Nefche.
Die preichiffhe War-.ftechrswrlage im Aussthuß.
Berlin, 9. März. (WTB.) Im Wahlrechtsaus, schußdes Abgeordnctenhausss erlläiffe der Vertvv> ter der konservativen Partei, daß die Konservativen sich vor der zweiten Lesung über das bisherige Ergebnis der Vcrhand- langen mit ihrer Fraktion besprechen »uüßten. Er halte es nicht für möglich, diese Aussprache bis Osteru beenden zu können. In dem gleichen Sinne äußerten sich die Vertreter des Zentrums, der Freitonservativen und der Nationallibe- raten. Die Vertreter der Linken lehnten die Verantwortung für die weitere Verzögerung der Wahlrechtsfrage ab, durch die die Erledigung der Vorlagen noch vor Pfingsten im Plenum unnröglich gemacht werde. Eine Absttmnmng erstolgto nicht. Anfang der nächsten Woche wird der Aeltestenausschutz hierzu Stellung »»ehnre»».
Im Verlauf der Sitzung des WühlcechtsauSsckMsseS am San»Ss tag wurde vrn Zenttumscnrrrag zur Gewährle»fttmg der Rechte des evangelischen und der römisch-katholischen Kirck)e und dos foifc fessionellen Charakters der Volksschule nach längeren Erötterungrck abgelehnt. Ebenso trmrden mehrere Anttägc abgelehnt, die sich au> die Zusammrnsetztlng des Herretchauses beziehen. Ange»»omn»eii »vurde ffn freikonservttifivor Antrag z»»r Frage der Wahlprüfungoch wsnach über Cmftnüche zur Gültigkfft von. Landtagswahlen das Oberverrvaltttttgsgeffcht e»»tscheiden soll. Schließlich beschäftigte sich der Aussch»»ß mit der Frage emes Mantelgesetzes, gegen das sich die Redner der Sozialdemokraten und der Fottschffttler a»»s-, sptttck-en, das aber schließlich mit den Sttmmen'des Zentrums, d« Mnservafiven, der Frffloufervattve»» und Nationalliberalen am, getrommen wird. Nach diesem Bffchlnß sollen alle drei Borlagch »n einem unlösbaren Ztisammanhang mitffnm»dcr stehen. Nächst» Sitzung voraussichtlich Freitag.
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Berlin, 9. März. (WTB.) Der Bundesrat nahm den Entwurf einer Verordnung über die Preise der Hülsen--, Hack- und Oelfrüchte, den Entwurf einer Bekanntmachung betreffend die Auszahlung L>er Uebernahmepreise für enteignet Metalle u»rd Zubehörteil e an. _ sj
Aus Stcrdt tmh Can^.
Gießen, ben 11.März 1918.
Amtliche Perfvnalnachriichten. Der GroßhcrWi- empfing zum Vortrag: den Staatstnrnislor Dr. v. Ewald, da Mttfistrr des Innern Dr. v. H-omberick zn Bach, den Finanz- minister Dr. Becker, hem Gsnerilladiutatrten General der Kavaller» v. .Hahn, den .Hofll^ater-Iniendantet» Dr. Eger: außerdem ds Rittmffstter v. Pa wel-Rammr»rgen und frei» Leutnant Gegner.
** Beförderung. Vizes-eLdtvebel Dern wurde zum Lack mmt d. Res. befördert.
** Orthopädische Sliefel. Nach Kenntnisnahme alle einschlägigen Vevoro»»ry»gen ergibt sich, daß »rnsere Bffefkastennvti „G. S. H. XI." vom 11. Jammr 1918 kenre endgültige Lö,um der Frage ergibt, wie wett die Hoeresverwaltitng in der Instand haltmrg ortlwpadischen Schahwerks verpflichtet ist.
** Deutsche. Baterlan dspa rtei. Der in unsere Frfftag-Nummer vergarrgener Woche <rn dieser Stelle angekündigl« Vortrag von Dr. Koppen - Berti t» fttldet heute Abend nicht statt
** Stadttheater Llls Ge^sanltb-enefiz sür hie dar stellender» Mitglieder unserer Bühne findet am fcmtnrenbei j Donnerstag eine Aufführung der neuen Operett „Das Schw arzwalbin ä b est' von L Jesses statt. Da ?8erk steht in der komischen Oper in Berlin seit einem halbe Jahre andauernd auf dern Spielplan und hat. jüngst auc in Mainz am Stadttheater großen Erfolg gehabt. Di hübsche Nercheit und her Zweck der Vorstellung — da Gesamtergebnis wird als „TeurunasMage" den Mitgltt dern übernfiefen — werden nach allen Anzeichen ein auö verkauftes Haus erzielen.
** Siche re Frühlingsboten. Große Scharen Kranick find am gestrigen Sonntag über unsere Garend »»ach dem Mnfre gezogen. Auch ffn zroffter FrMingsbote, der Kiebitz, hat fick <n 1 den Lahnniederrmgen ettrgrstellt.
Starkenbnrg und Nheinhkssen.
** Landen g u, 10. März. Zbriegsftffwilliger Adam Kaf^ fenberger, Inhaber der Tapferkeitsmcdaille imfr des Eiserne Krerrzes 2. Klasse, »mtrde zum llulerv-fsizier befördert
Feindliche Flirger über Mainz.
Mainz, 9. März. (WTB.) .Heute nachmittag gege^ IV 2 Uhr griffen ettva 9 feiiwliche Flieger die Stadt Mains und Umgebung von gwßer Höhe aus (ca. 4000 Meter) ar ^ Durch Abwurf von etwa 16 Bomben wurden in i»erschied< k neu Stadtteilen 8 Perfoneii (darunter 3 MilitärpersorV I


