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r , . 9 59crtroy tritt sofort in Kraft. Jur Urttowe dessen

Hwen me BevoUmächtigüen diesen Vertrag unterzeichnet uni) mit Syrern Siegd versehen.

^brsges-ertigt in fünffacher Urschrift in Buftea am 6. März.

(ES folgten die Unterschriften.)

Die Ciufteklnng des Jahrgangs ISLA iu Frankreich.

P a r i §, 5. März. (WTB.) Der Ministerrat genehmigte den Ge fetzet itnmrf bctr. die Einstellung des Jahrganges 1919. Der Entwurf wird später der Kammer zugehen.

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Die «merikanische Rüstung tu Frankreich.

Washington, 5. März. MTB.) ReutermcLnng. Das rrriegsdcpartcment-er Union st aalen lcill mtt, daß m Frankreich eine große Artilleriebasis er ^?^d, die 25 Milliotren Dollars kosten wird. Die Basrs wird aus 20 großen Magazinen, 12 großen Werst Sötten, IM kleineren Werkstätten und Magazinen bestehen Mtt dem Bau der Artillericbasis, zu deren Betrieb 450 Ofs'i- zrere und 16 000 Mann nötig sein werden, wurde vor mel)- T ^ ren Wochen begonnen, nachdem ein großer Teil des benö- trgten Materials und.der übrigen Ausrüstung in Frankreich «ngekommen war. Das Kriegsdeparlement verlangte von dem Kongreß außer den bewilligten 640 Millionen Dollars sre Durchführung der Luftrüstungen noch weitere 450 Mil Ironeu-

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Der amerikanische SiegeSwille.

Philadelphia, 4. März. (MTB.) Meldung des vteuterschen Bureaus. Ein Konvent, der sichGewinnet oen Krieg für den dauernden Frieden" nennt, wird hier für den 16. Mar zusarnmeirbe-rnf^n. Der Aufruf ist unterzeich­net von dem früheren Präsidenten Taft, dem Kardinal Gib-

und von Samuel Gompers und anderen angesehenen Persönlichkeiten. Er erklärt als Ziel des Konventes den Ent- schlnsj des amerikanischen Bolzes, bis zur Niederlage des preußischen Militarismus zu kämpfen, zu unterstützen und den Widerstand zu bestärken gegen einen vorzeitigen Frie- den. Ferner soll er als Brennpunkt einer Anstrengung wir­ken, die auf einen dauerhaften, durch die Liga der Nationen gesicherten Frieden gerichtet ist.

Eru rrufftand in Marokko.

Bern, 5. März. (WTB.l TerTemps" meldet ans Tanger: Fm Landes Innern fandOr wieder Zusammenstöße statt. Tie Wffüaitwn wächst unter beu Araber?lammen, im Gebiet? von Me Znrs wurden einige Dörfer mtterporfener Stämme durch Auf l^chl'che angegossen. Französische Befatzungs truppen warfen schlwrAich die Angreifer mit schweren Vertrusten -ilrück. Tie ftwr- Mtsl1)en Behörden sind genötigt, Vorkehrungen zu treffen, da mit dem Eintritt der guten Jahreszeit wieder eilte größere Mwegung unter den Aufständischen erwartet wird.

England verliert Zypern.

Wien, 5. Marz. (WTB.) Der Geograph Prof. Ober Hummer erinnert m derNeuen Freien Presst" daran, laß der am 4. Juni 187ß zwischen England und der Türkei abge- lchlonene Zypernvertrag am 1. Jnli 1878 einen Zusatz erhielt, der die Verwaltung Zyperns regelt und im Artikel VI ^stimmt: Tatz, wenn Rußland der Türkei Karst und die anderen Eroberungen, die eS in Armenien während des letzten Krieges, gemacht hat, rurürkersvrttet, die Insel Zypern von Cm gl and ge­räumt werden mti> die Uebereinkunft vom 4. Juni 1876 hin- ml! lg sein wird. Sonach hätte Engllmd mit der Rückgabe dieser Bezirke an die Türkei jeden Rechtstitel auf die Besetzung Zyperns geschweige denn aus dessen Einverleibung in das britische Reich verloren.

Eine nordische Waarenaustausch-Konferenz.

Kopenhagen, 6 . März. (WTB.) Ritzaus Bureau meldet, daß m Kopenhagen vom 27. Februar bis zum 5. März eure skandinavische Warenaustausch-Konfe­renz stattgefunden hat, auf welcher Delegierte der drei Län­der gleichlautende Vorschläge zur Aufrechterhaltung und Fortsetzung des Warenaustausches gemacht l^aben. Die Kon­ferenz schlägt vor, ftändige Delegationen für die Fortsetzung der Verhandlungen zu ernennen und ständige Bureaus zu errichten. Dänemark sicl)ert Norwegen beträchtliche Mengen von Butter, Fleisch, Käse. Speck, Eiern, verschiedenen Wur- zelgewücyfen, verschiedenen S-ämereicn, Zucker und gewissen Rohstoffen für die Industrie zu. Um dem Kornmangel in Nor­wegen teilweise crbzichelfen, hat Dänemark für die gegenwär­tige Zeitspanne des Verbrauches zweihmtderttausend Ton­nen zur Verfügung gestellt. Norwegen hat seinerseits Däne- mark beträchtliche Mengen von Heringen und norwegischem Salpeter, außer gewissen chemischen Produkten, Erzen und Mineralien zur Verfügung gestellt. Schweden wird an Däne­mark beträchtliche Mengen von Eisen, Stahlwaren, Holz, Maschinen, Papier und Terpentin liefern.

Der Seekrieg.

Mur U-Boor-Erfolge.

Berlin, 6. März. Durch unsere U-Boote wurden auf dem nördlichen Kriegsschauplatz 21 000 Br.- Reg. -Tonnen Handelsschiffsraum vernichtet. Unter den versenkten Schissen befanden sich der englische bewaffnete Dampfer Whitecour (3680 Br.-R.-T.) mit Kohlentadung, ferner zwei bewaffnete Dcnw'pfer von 5000 und 4000 Sr.« Reg.-Ton.) Ein Dampfer hatte Erz und Holz für England. Die Erfolge wurden zum größten Teil in der Irischen See erzielt.

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Haag, 6. März. (WTB.) Dem Korrespondenzbuveau zufolge wurde dem Ministerium des Aeußern und dem niederländischen Gesandten in London berichtet, daß der niederlänlstsche Dampfer «Heenvliert" am Donnerstag torpediert worden ist. Die «ne Hälfte der Besatzung ist gelandet, die andere Hälfte wird vermißt.

Berlin, 6. März. Der Verlust von auch nur zwei Schiffen täglsth, schreibt der Marinemitarbeiter derLi­vres" am 10. Januar, macht einen großen Unterschied in der Menge von Brot und Fleisch aus, die zur Verteilung be­reit stehem Die Vernichtmrg eines Weizenschiffes von 5000 Vrutwregistrrtonnen bedeutet den Verlust von zwei Millio­nen Laib Brvr, und wenn ein entsprechendes Fleischschiff torpediert wird, bringt dies einen Verlust von 50 000 Ham­meln. Nach diesem Maßstab muß jeder U-Boots-Erfolg be­wertet werden. Ten Vortrag des Ernährungsministers Lord Rhondda erwähnte dieTimes" am 6. Februar imter der UeberschristTie schwierigste Lage wählend der nächsten zroei Monate." Da jedoch der Inhalt vertraulicher Art ist, enthalt sich das Blatt der Wiedergabe des Berichts. Nur Dbg. Samuel änßerde hierüber am IZ.Febr. im Uuterhause. die Abgeordneten seien mit schiveren Zweifeln an der Lage der Nahrungsmittelzuruhr nach Hause gegangen.

Die Mannschaft de»Seeadler" gerettet.

London, 6. März. lWTV. Nichtamtlich.) Reuter. DieTi mes" melden aus Valparaiso: Ein gestern in Talaahuano angc- kommener Schooner, der von der Insel Paaues kam, brachte 58 Offiziere und Mannschaften der Besatzung des deutscl-en Hilfs­kreuzersSeeadler, die vorher auf dem Schooner To» tuna bei der Insel PaguiS Scl-iffbruch erlitten hatten, mik.

Ein englischer Hilfskreuzer versenkt.

London, 6. März. (Reuter.) Der Dampfer Cal garian (17 500 B r.-N.-T.), der früher der Allanline gehörte und im Jahre 1014 gebaut wurde, ist Freitag nacht an der irischen Küste versenkt worden. Es heißt, daß meh­rere ToN^dos auf das Schiff abgefeuert wurden. Wie ver lautet, führte das Schiiff eine Besatzung von 400 Mann und außerdem 150 Matrosen der Kriegsmarine an Bord.

Amsterdam, 6. März. Nach einer Reutermeldung aus London war der Dampfer Calgarian als bewaffne­ter Hilfskreuzer im Dienst. Zwei Offiziere und 46 Mann sind bei der Versenkung ums Leben gekommen.

preußisches Abgeordnetenhaus.

'122. Citzrmg. Mittwoch, den 6. März 1918, 11 Uhr.

Am Minißertisch: Tr. Friodberg, Dr. Doews, v. Eisenhardt- Rothe.

Präsident Graf Schwerin - L öwi tz eröffnet die Sitzung um 11 *4 Uhr.

Zu Beginn der Sitzung werden vier Abgeordnete in feier­licher Weise vereidigt.

Die polnische Frage.

Mit der Beratung des Haushalles der Ansiedlungskommission für Westpreußen irrte» Posen wird eine allgemeine einheitliche Er­örterung aller pvlnis^n Fragen verbunden

Abg. Er. v. Kries ^konf.): berichtet über die Verhandlungen des Ausschusses^

^ Mg. Tr. Sehda sPole) gab darauf svtgende Erklärung ab: §ofvrt nach Ausbricch des Krieges haben wir in diesem Hause die nie verjäbrenden Rechte mrd Forderungen der polnischen Nation in culgemessenen Worten zum Ausdruck gebracht. Unser Vorgehen im preußischen Landtag und im Deutschen Reichstag ist durch Vertrauenskundgebungen der polnischen Organi-sationen voll ge- bliligt loorderr. Tie königlickic Staatsrapierung hat geglaubt, un­seren Fonderru^gon nicht entFegeukommen Hu kösmerr, und hit sie in schroffer Form abgAehnt. Sie hat ein Höch'tpvogramm der der polnisckren^ Nation z;r gewährenden Konzession oorgelegt, das von der polnischen Bevölkerrmg olme Ausnahme als unzulänglich zu- rückgewieseu worden ist. (Hört, hört!) Bei dieser Sachlage halten wir augenblicklich;eben ii?eiieccii Meinungsaustausch für aus;ichts- lvs und werden uns nicht mehr an der Aussprache über hie polnische Frage bel-eiligen. Was den Fri-edensvertrag zroischrl dem Deutschen Reich, Oestzerreich^Unganc und der ukvarnisä-en: Volksrepublik anlangt, der tu Bresb-Litowsk abgeschlossen wurde, ,0 sind m ihm Gebiete abgetreten »wroeu, welche seit Jahr- hrmderlen zu Polen gelwrten. Selbst die Regierumr der russischcnr Zartw wagte nicht, die e Zugehörigkeil anzutasten. Tie Bevölkerung, dieses Gebiets ist vorwiegend polnisch und katholisch. Ten Re- gierimgen des Teutschnr Reiches und Oesüerreich-Ungarns ist es oorbe!>alt-cn geblieben, diese Bande des H-nzens uird des Glairbars zu zerreißen. Unter nichngen Vorlvänk^l tourdeu die Bertteter der polnischen Nation von den VerLxtiwlungen fer^rgehallen. Der Friedensvertrag von Brest-Litowsk hat des^ikb überall, itw ein po<nisck>es Herz schlägt, helle Enttüsdung ausgels^t. Ter Reichs- kanzler hat am 2o. Februar eine Politik der Annexionen an-, gekündigt, wÄclie ein friedliches und freurrdnachköarlioies Neben» einarrderleben des deutsclien und des polnischen Volkes unmöglich macken würde. (Hött, hött!) Wir tverden den mit der ukrainischem. Republik abgeschlossenen Friedens vertrag meine 13 als fllecht an- erkennen. (Beifall der Polen.)

Abg. Dr. Wolfs-Go r ki (1k>ns.): dW dröhneTrdern Hanrmer müffen wir an das Schlafgemach der Regierimg schlagen (Heiter- keeit), damit sie endlich in der Polensrage aufwacht. N^rr wer die Polen wirtlich kennt, kann sie verstehen, nur, wer weiß, daß e3 mit ihnen niemals eine Verständigung geben wird. Die Polen be­zeichnen das >deutfck>e Regime als ihnen widerwärtig, niemals kann die preußische Regierurrg ihre Wünsche mif politische und terrrto- riale Selbständigkeit erfüllen. Die Träume der Polen gehen weit, bis an die Saale und bis nach Westfalen, die deutsche Bevölkerung in Posen urrd Ostpreußen weist die seit Jahr und Tag inaugurierte Politik mit Entrüstung und Zorn ab. Nach einer Resorrn deS Wahlgesetzes, Nne sie letzt vorliegt, famt die AnsiQelungsPolitik im Osten nicht fortgesetzt werden, denn sie gibt den Polen die Uebermacht. Mit 150 Sozialdenwktaten, 100 ZentrumÄeuten und 50 Polen kann die Regierung keine Ostrnarkenpolitik machen. Die Polen spreä'ien von dem Lande Cholm als einem La7ide der Tränen. Die Lande um Grresen und Posen liegen ihnen aber noch viel näher. Es wäre aber Selbstmord, sie ih^ren zu tlberlaffen. Wir ver­suchen, die Regierung vmi ihrem bisherigen Wege der Versöhnung mit den Polen abzubringeu. Die Regierung will aber nicht hören. Wer im Osten deutsch-nationale Interessen vertritt, der wird kalt­gestellt imi> auf b*c PrvskriptionÄiste gesetzt. (Hört, hört! rechts.)

Vizepräsident Loh mann gibt das Danktelegramm des Kai- ers bekannt auf deri Glücktvunsch des Tkbgeordnetenhauses zum Frieden mit Gcoß-Rußlanb. (Lebhastec Beifall.)

Vizepräsident des Staats Ministeriums Tr. Friedbergr Der Vorredner hat zur Polerlpolitik einen wesentlich anderen Standpunkt eingeno^nmen als bisher die Konservativen. Bisher u>ar bei allen Verlnrudlungen immer als Zweck der Polenpolitik hingestellt, die polnisch sprechenden Preußen möcki-ten sich möglicl-st auch als Preußen ffihlen. Der Borrcduer hat dies für unmöglich erklärt, da die Polen mit ihrem Heimatlande ^trennbar ver­bunden seien. Jedes Entgegenkommen sei überflüssig und aus- ichtslos. (Sehr richtig! rechts.) Angesichts der tnränidertien Hal- tmig der konservativen Partei ist es eigentümlich, wie sie fort- kväb'-e-d ^sandel vorwerfen kann. Tie Reaierung

'st auS ganz anderen Gr in'-er al; dmen einer V rföhnmn ,.u gewlt,en ^e..i>eruugell vzl Polenpolctik gekommen.. Auch wir wollen die Stärkung des Deutschtums aufrechrerhalten, die Ungleich­heiten beseitigen, die nicht wirksam sind, aber die Polen schwev verletzen. Ich gebe zu, daß unter einem veränderterl Wahlrecht auch das dlÄgoovdwLtMchans anders zusammengesetzt sein nriro. Nur das Treiklassenwahlrecht sichert die heutige politische Zu- ammensetzmrg des AbgcordneteTchauses, und logisä-erweise mützten die Konservativen dann gegen jede Wahlrcform sein. Tie Hanlnier- chläge des Vorredners haben keinen metallenen Klang gehabt, an mir jedenfalls siird sie ziemlich eindruckslos vorübergegäugen. «Hört, hört! rechts.) Die Regierung schläft nicht, sie hält Wacht im Osten, was auch ihre Pflicht und Schiüdigkeü ist. Auch an der not­wendigen Energie läßt es die Regierung nicht fehlen. (Beifall.) Es ist richtig, daß das Enteignungsgesetz kein scharfes Schwert ge­worden ist. Aber schuld daran sind die Zusätze der Rechten, die es unS damals außerorderttlich schwer machten, dem Gesetz zirzw- tzimmen. Wir werden dieses Schwert von Pappe jetzt sottwerfen. Ter Mg. Scyda l-at sich als Vertreter der polnischen Natiort in Preußen hier vorgestellt. Ich kenne eine solche Firma nicht. (Zustimmmrg.) Ich kenne nur preußische Abgeordnete. Ich wüßte nicht, was die Polen dafür getan hätten, um ihr Vaterland vom russischen Joch zu befreien. Sie verdarcken es ausschließlich den Mittelmächten. (Zustimmung.)

Abg. Po hl mann (Vp.): Tie heutige ErNärung der Polen unterscheidet sich in der Form ivesentlich von dem. was der Abg Korsanty im Ausschrß gesagt hat. Tie Bolen haben mit ihrer lnshcrrger« Stellungnahme den Bogen überspannt, sie hätten ruhig die cndgliltige Vereinbarung Über das Eholmer Gebiet abwarter, sollen. Statt dessen hören wir lein Wort der Dankbarkeit für dir Befreiung 00m russischen Joch und für die musterhafte Berwal. tung Polens durch nufere Beamten. Wir verlangen eine innere Volcnpolitik. die die unlösbare Zugehörigkeit der ehemals polni­schen Landesteile zu Preußerr unter Wahrung des deutschen Eha-!

vatters aller Staatseimnchtungen betont, cmbererlerLS aber di»

politische und wirtschaitlicl>e Gleichberechttigung der polnischen Be^ völkvrrrng sicherstellt. (Beifall.)

Abg. Stanke (Ztt.): In Westpreußen und in Polen hat die Regierung Entgegenkommen gez-'igt. An Oberstesim ist die Neu- orieniterung spurlos vorüber gegangen. Das gilt namentlich für die Wünsche des katholischen Klerus

Abg. Braun (Svz.) Die Politik, die Polen von ihrem Jpefett* bvden zu berb a igcn muß restlos cu gegeben werben.

Abg. Fuhrmann (nl.): Mai^ hätte erst die Erfnhcnngatz dieses Krieges «ck>iratten müssen, bevor man endiffittige Entschlüsse faßte. Tie Regiermig ist eben zu früh an die Neuordnung der Polens Politik heran ge treten. Das Enleig-nungsgeseh hat sich nicht als taugliche Waffe gez<ngt. Wir toerden aber für Ersatz sorgen müssen. - Ich denke dabei an das Vorkaufsrecht des Staates und die Gv, nelmiigimgspslicht bei Verkäufeit. Wer an eine Verföl-nnng mit den Polen glaubt, ist ein Ideologe. Alle unsere Befürchtungen^ die wir bei der Kaiserprvklamation ausgesprochmi haben, hrben sich voll betvahrheitet. Was haben die Polen getan, um sich vom rus­sischen Joclte zu befreien? lieber hnnderttauseiü» Deutsche sind für Polens Freil>eit gefallen. Auch heute wiffen die Polen noch niclü, auf welckie Seite sie sich stellen sollen. Sie hoffen noch auf ein- internationale Konferenz. Eine stärkere Belegung der Ostmark Garnisonen ist notwendig. Wenn die Polen uns ztvingen, den Kampf auszunchmen, dann werden wir ihtt kräftig führen. (Beifalt rechts und bei den Natioualliberalen.)'

Abg. Winckler (kons.): Die Wotte des Abg. Wolfs waren von einem tiefen Ernst getragen. Er kommt aus der Ostmark, und wir stehen hinter ihm und allen Deutschen aus der Ostmark. T-ie Antnrort Dr. Friedbergs ist dem tiefen Ernst dieser Worte nicht gerecht gewm-den. Die Polenpolitik der Regierung war ein« Illusion. Aber man ist konsequent auf diesem Wege fortgegangen. Mit Real­politik hat diese Politik nichts zu tun. Die Regierung hat den Polen ständig nachgegeben. Warum ist der Kultusminister nicht hier? Seine Rede im Ausschuß stand mcfyt auf der &ö5e, die man von einem Fach- und Staatsminister erwartet. Eine RückwLrtspolitik in der Polenftage machen wir nicht mit.

Minister des Innern Tr. Drews antwottet auf Angriff- gegen den Oberpräsidenten in Posen. Tatsachen werden geprüft werden. Es ist nicht richtig, daß Beamte aus der Provinz Posen entfernt werden, weil sie zu sehr für das Deutschtum eingetteteck sind. Beamte werden nur entfernt, wenn sie ihren Posten nicht catsftitten. Eine Erörterung von Einzelarbeiten kann hier nicht stattsinden.

Abg. Rewoldt (TT.): Tie Msführungen des Dr. Friedberg waren dialektisch gesucht, inhaltlich nicht sehr hoch stehend und nicht einmal logisch. Man hat den Polen die Hand der Be» söhnung entgegengehalten. Tie Hoffnung, daß die Polen ein* schlagen würden, hat sich nicht erfüllt. Ter Erlas; des Königs vom 11. Juli ist nicht anders zu bewerten, als eine Thronrede

Lmrdwirtschaftsminister v. Eisenhardt-Rothe weist Vorivürfe gegen die Generalkommission zurück. Das Enteignungsq gcsetz ist keine Waffe mehr.

A!bg. Gaigalat (kons. Litcuier): Es liegt in unserem Interesse, ein starkes, monarchisches Litauen erstehen zu lassen..

Kultusminister Schmidt: Ich habe loyal durchgeführt, was mein Amtsvorgänger begonnen hat. Bei der Frage des polnischem Religionsunterricists sind nicht Parteiftagen, sondern nur Schul- sragett maßgebend. Das sind ivir der Zukunft imseres Volkes schuldig. Es muß verstimmen, wie mau sieht, wie die polnische Presse auf das Entgegenkommen meines Vorgängers gcmrdi wartet hat.

Ter Haushaltsplan der Ansiedlungskommission und die An- siedlungsdenkichrift werden angeno-mmen.

Donnerstag 11 Uhr: Eiseilbahnoerwaltung.

Schluß '/4b Uhr.

Aus dem Reiche.

Die Tätigkeit HrlffcrichS.

Berlin, 6. März. In der Sitzung des Reichs hauS«, Haltsausschusses am 5. März sind von varschiedowen Settot Anfragen über die dem Staatsminister Dr. H e t f f e r i ch üb<c« trägere Aufgabe gestellt loorden. Ter Staatssekretär des Reichs, Wirtschaftsamts Frhr. v. Stein hat diese Anfragen cingehordl beantwortet: 1. Ter Reichskanzler hat den Staats minister Dr. .He'ffs^ich nach seinem Ausschüderr aus seinen ftüheren Aemtern befragt, ob er bereit sei, die im Jirteresse der Friedensvorberettunri ge^i dringend erforderliche einheitlick-e Z-1 <ammenfaffu.ng der Bor-, arbeiten der Ressorts für den wittsa>aft!iel»en Teil der Friedens-, rnrrbereittmgen zu übernehmen. Staatsminister Tr. .Helfferich hat sich bereit erklärt, diesen Auftrag zu übernehmen, und zwar im Ehrenamt und unter ArrsschLuß irgendeiner Besoldung oder Ver­gütung für seine Tätigkeit. 2. Der Staatsminister Dr. Helfferictz ist für die EÄediMl-ng der ihm überttageiren Aufgabe keinem ein, t^lucn Ressort angegliedert. Er ist vietmel-r mimittelbar dem Reichskanzler beigegrben und arbeitet unter dessen »mmittclbaretz VermrtWörtlichkeit. 3. In die inneren Verhälllrisse und die Auf, gaben kreise der Refforts greift die Aufgabe des Staatsministers Dr. Hekfferich rticfjit ein. Sein Au.ftrag qelst vielmehr, wie sich auS 1. ergibt, dahin, die Vorarbeiten der Ressorts für die wirtschift- sickeu FriedensverlMrdlicugen bei sich zu sammeln, sie aus ihr« Voll ständigkeit zu prüfen, etwa rMllvendige Ergänzungen m ver­anlassen und ausei2raudergel?ende Wünsche in Uebereinstiinmungl zu bringen. 4. Das für die BearbeituM der von ihn übernommen nen Aufgabe erforderliche Persmral wird Tr. Helffench von dem Refsott zur Verftigir'ng gehellt. Zurzeit sind ihm drei höhere Be­amte sv:vie die entsprechende Llnzahl rwn mittleren und unteren Beamten be!gegeben. Tie Gelder für die lachlick^n Unkosten, dar, ,mter die Miete für die erforderlichen Bnremiräume, werden aus der' Kriegsfonds auf Ansordern der Rrick-Skanzlei dem Staats-, minister Tr. Hetfferich pcr Verfügung sesteltt.

Aus Hessen.

Die Wohnungs-Fürsorge nach dnn Kriege.

In der Sitzung vom 27. Februar l)at der Kreistag des Kreise- Worms nach eurer Aussprache über die besonders nach dem Kriege >0 dringende Wohmmgs-Fürsorge einen Antrag des Kreistag-Mch» gliedes Freiherrn Cornelius Hehl zu Herrirsheiin einstinmng aw- gerwnrmrn. Das 3k)tum des Kreistages ging dahin, die Grvß- h"rzogliche Regierung wolle sich mit Spital an der Wohumgs» Fürsorge beteiligrnr, euttveder in ?lnlehnuirg an den im Jahre 1017 in der ersten Kammer aestellterl diesbezüglichen Antrag, oder, ähnlich tvic in Prcußeir, durch Stamuremlagcm bei gemein-, nützigen Bau-Vereiriigungeu... Man war eürmütig der Meinung, daß ohne staatliche Beihilfe die Frage der Geldbeschaffung bei der Herstellung von Wohnungen nach dcm Kriege nicht annäherrrd m genügetldcr Weise gelöst werden kön:re.

Ans SSerdt nnd C<in^

Gicßen, den 7. März 1918.

Das Feldheer braucht drin^nd Heu und Stroh? Lundwirte helft dem Heere?

Hessischer Wetterdieust.

Am 1. April 1918 wird für das Gvvßherzvgttrm .Hessen «n eigener öffentlicher Wetterdienst emgettchtet, der mich die tele- g^avlftsche tägliche WetterpvoMLse übernimmt. Mtt drm Xienfte ifl durch das Gvoßh. Fbmuzmünsirrium in Darmsladt das Land-, rtnrtfd^afllid>c Institut der LandrSrlNiversität Gieße" beausttast NVrdeu, wdches schon am 1. April 190 l die MpettäFeste Wetter- mnhcilageseelle in Drisch and eiurickZdetr, urrd rvelchps zuerst auS eigener Iiü-rative, später in Augliederrrrrg an den 'Norddeutsche Wetterdienst, bis heute dieselbe fortgeftührt hat. Der Wetterdienst ivird nach einer Diensdai-eux-isung geha-chhrbt werden, welche das Gvoßh. Fl'tanLmruisüerium durch sein Hl)dwgraphischcs Äna»« ausarbeiteu ließ.

Tre bevorstrheude Aenbevung ist wach zwei Settern hdr ev,