** Vereilrigte Fuyrwerksbesi tzer. Gießen. Eme Bereinigung dieses Namens wurde am 6. Oktober 1917 unter dem Varsitz des Hern: Karl Haas jr. gegründet. Tie Veremignug, die heute bereits eine stattliche Anzahl Mitglieder zählt, Versalgt den Zweck, in jeder Bezliahuug eine Regelung des Fuhr- betriebes ldur<!»zaführ«:. Aus dem Protokollbuch entnehmen !vir folgende ©rnflelViteu, die auch für die Allgemeinheit von Jnterresse sein dürsten. Der Preis für einen ToppelspLnuer pro Tag wird auf 60 Mt. festgesetzt. Der Fuhrlohn für den Zentner Koks nach den Kliniken beträgt 37V» Pfg. Bei Möbeltvagen von 5 Meter Länge wird der laufende Meter mit 4 Mk., bei Wagen .von 6, 7 unÄ 8 Meter Länge, der lauferrde Meter mit 5 M. berechntet. D'r Gründung eines Hess.-Nassauisch«: FuhrtverkLesitzer-Berbaüoes soll näher getreten werden.
Landkreis Gießen.
** Kesselbach, 5. März. Dem Fahrer Heinrich Haupt wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen.
i—i Lauter, 6. März. Am voriger: Sonntag wurde hier unter zahlreicher Beteiligung der Iveit über die Grenzen unserer Gemeinde hinaus bekannte Mtbürgermeister Fe ldm a n n zu Grabe getragen. 35 Jabre lang war er Bürgermeister und hat als solcher sich außerordentliche Verdienste um unsere Gemeinde und die ganze Umgegend erworben.
) l Mainzlar, 5. März. Kraftfahrer Heinrich Vogel erhielt das Eiserne Kreuz. Tie Hessische Tapferkeilsmedaille wurde ibm früh« schon verliehen.
** Saasen, 5. März. Vizefeldwebel Arthur Herber wurde zum Leutnant d. R. befördert.
** Wa tzen born, 6. März. Unteroffizier Pitz, IUhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, wurde zum Sergeanten befördert.
Kreis Büdingen.
A Stockheim, 5. März. Gestern fand hier unter Vorsitz des Kreisamtmannes Tr. W e h n e r von Büdingen eine Versammlung der Lehrer des Kreises Büdingen statt. Ter Vorsitzende schilderte in seiner Begrüßungsrede die gegenwärtigen Verhältnisse unseres Vaterlandes und berichtete dann über die neue Kriegsanleihe, wofür die Lehrer wieder als Vertrauensleute in ihren 'Gemeinden tätig sein wollen. Schulrat Baldauf von -Bild in gen behandelte hierauf in längeren Ausführtmgcn das Sammelwesen im Kreise. Auch über die Notwendigkeit der Aus- klärungsarbeiten über alle Fragen der Kriegslage wurde verhandelt. Ausführlich begri'nrdete Lehrer Tern von Offenbach seine Bitte <m die anwesenden Kollegen^ für die Unterbringung der städtischen Schulkinder ans dem Lande nach Kräften wirken zu wollen. Nachdem noch Schulrat Baldauf die Bestimmungen der obersten Schulbehörde der Versammlung erläutert hatte, wurde die Versammlung, zu der auch einige Geistliche erschienen wareuj, geschlossen.
Kreis Schotten.
§ H er ch enharn , 3. März. Weh-mann Sebastian I oft erhielt das Kriegs-Ehrenzeichen. Eisernes Kreuz und Hessische Tapfer- kertsmedaille wurde ihm schon früher verliehen.
Kreis Friedberg.
** Gambach, 5. März. Tas Eiserne Kreuz und die Hess. Tapferkeitsmedaill-e erhielt der Wehrmann Wilh. Melcher.
Starkenburg und Melnhessen.
1 Darmstadl, 4.März. JU der Möbelfabrik von Ehrhardt ift der größte Treibriem«:, der eiire Länge von 14 Meten:, eine Breite von 47 Zentimetern und etzve Dicke von 8 Millimeter besaß, von Einbrechern gestohlen lvorden. Die Fabrik erleidet dadurch einen unter den heutigen Verhältnissen unersetzlichen Schaden, durch den der ganze Betrieb zur Stillegung gezwungen iftr.
R. M. K. T a r m st a d t, 5. März. Rasch erwischt wurden die Treibriemendiebe, welche am vergangenen Samstag den wertvoller: Riemen in der Möbelfabrik von Ehrhardt und Söhne dahier gestohlen hatten. Der 17 Jahre alte Wilh. Glenz aus Gräfew- hausen, der vor etwa einem halben Jahre bei Ehrhardt als Hilfsarbeiter beschäftigt war, hatte sich durch verschiedene Aeuße» rungen verdächtig gemacht, und gelang es gestern abend dem .Kriminalschutzmairn Barschdorf, ihn am Bahnhof festzunehmen. Vorher schon hatte man nahezu die Hälfte des Riemens am Güterbahnhofe gefunden. Glenz hatte ihn aus Furcht vor Entdeckung weggeworsen. Er ist geständig, gemeinsam mit dem 29 Jahre alten Peter Benz aus Arheilgen auf seine Anregung hin gestohlen zu haben. Sie haben den Riemen zur Hälfte geteilt und Benz brachte seinen Anteil seinem in Frankfurt arbeitenden Bruder Joh. Benz, der aus der Hälfte weitere Stücke machte und verkaufte, dabei aber dtrrch die Frankfurter Polizei fesü- genommen wurde. Dadurch ist es gelungen, den größten Teil des Riemens wieder zu beschaffen.
I Darmstadl, 5.März. Am Sonntag starb hier der Nestor der hessischen Aev-ide, Generalarzt a. D. Dr. Otte Kappesser, gab. 1830 als Sohn des Oberpfarrers von Jugenheim in Rheinhessen. 1653 trat er nach Vollendung seiner Studien in militärische Dienste, mackfte als Oberarzt den Krieg 1866 und als Stabsarzt den Krieg 1870/71 mit. Zuletzt begleitete er die Stelle eines, stellv. Divisionsarztes 'der hessischen Division und trat in den achtziger Zähren als Generalarzt in den Ittrhe stand. Aus dem Gebiete der Heilkunde war er loissenschaftlich tätig. Vor allem machte er sich einen Namen als Erfinder der „Schmierseisenkur" frei skrofulösen und tuberkulösen Berschwärnirgspvozessen. Auch war er Mitarbeiter zahlreicher hessischer Zeitschriften und Zeitungen, so des „Rheinhessischen Beobachters", des Landeskalenders, der Hessischen Chronik, des Hessischen Hausfveundcs und des Gießo- ner Sonntagsgrußcs.
ch Bingen, 6. März. Hier wurde die Leiche des im Januar bei den furchtbaren Stürmen im Rheine ertrunkenen Kapitäns Ludwig Dann von dem Schleppdampfer „Gutjahr Nr. 9" an der Festhalle gelatrdet. Der aus Gernsheim am Rhein sbammmve Kapital: hatte vom User aus in der Dunkelheit sein Schiss ange>« rufen, um abgeholt zu werden, und war, als sein Sohn mit dem! Nachen fast herangekommen war, von dem Sturm über die Ufermauer in de:: Rhein gestürzt worden.
chBingen brück, 6. März. Der Schrchtmeister Schipp führte in seinen: Rucksack einige Tynamitpatvonen mit sich, kam dabei zu Fall, wobei die Patronen durch den heftigen Aufschlag «plädierten und das Dynamit den Unglücklichen geradezu in Stücke riß.
I Heppenheim, 5. März. Am 1 März starb im Alter von 76 Jahren Leutnant a T. Heinrich Gieß. Frührer langjähnger Bezirksfeldwebel in Höchst i. O. und dann in Heppenheim, tat er seit .Kriegsausbruch bis Ende voriger: Jahres als stellvertretender Bezirksosfizier ft: Heppenheim Dienst. Gieß hatte große Verdienste um die hessische Tenknralspflege, deren Bezirksstellvertreter für den südlichen Odenwald er war. Bei zabloser: Llusgrabungen :ust> Untersuchungen tin ganzen Lande war er hervorragend tätig und wurde für seine Verdienste, mft der Silbernen Medaille für .Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet. An der Erforschung der Einhards- basilika in Steinbach hatte ec r-erdienstwollen Anteil, über den Breuberg und die Stckrkenburg gab er eigene Schriften heraus. Dem Kloster Lorsch widmete er wichtige Untersuchungen. So nahm er im Austrage des Freiherrn von Hehl Grabungen aus dem Sechif und auf der Kreuzwiese vor. Der Historische herein für das Ä-oßherzog- tmn Hessen und die Hessische Tenknmlpslege erleid«: durch sein«: Tod einen schweren Verlust.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 3. März. Der Plan eines neuen Verbindungsgleises zwischen den Strecken Lollar—Wetzlar unib Deutz-Gießen von: Güterbalmhof Wetzlar bis zur Zahnbrücke bei Dorlar kommt jetzt zur Ausführung.
ra. H o h en s o l m s, 4. März. Die Wiederwahl der Gemeindevorsteher Zimmermann - Bermoll, N i e b ch - Oberlemp und Führer- Hohensolms hat die amtliche Bestätigung gesunden.
ra. Katzenfurt (Dill), 5. März. Hauptlchrer Zörb erhielt das Verdienstkreuz für Kriegshilfe.
ra. Aus dem Kre:se Wetzlar, 1. März. Mit dem Eisernen Kreuz wurden mBgezeichnet: Flieger Heinr. Feth- Steindorf. Gefreiter Karl L i ch- Münchholzhausen. Friedrich H o f- mann- Laufdorf, Gefreiter Karl G l a u m - Groß-Rechtenbach, Krankenträger Karl L o h - Dutenhofen, Gefreiter Krämer- Griedelbach, Wilhelm Ku r z - Greif«:stein, Heinrich Lücke rt-Nau- boru und Sergeant Heinrich Neeh ans vtannheim.
^ - vessen-Nassau.
mr. Frankfurt a. M., 4. März. Die Frankfurter Kaimauer an dem Neubau der Kaisers, rücke wurde in den letzten Tagen nach unendlicl>en Schwierigkeiten fertiggestellt. Die Arbeiten Nnlrden mehrfach durch Hochtvasser urtterbrochen, das die Verschalungen wegriß, so daß meist von neuem angesangen werden mußte. Nur dem Umstcust), daß der Winter bisher noch kein größeres Hochwasser mif dem,Maftw gebracht hat, ift es zuznschreiben, daß die Arbeit nunmehr «chgültig vollendet werden konnte. Die sog. Fischerlöcher in der Kleinen Fisck-ergasse werde:: jetzt ebenfalls ausbetoniert, da das dort sich ansammeltwe Grundwasser, das oft bis zu drei Meter hoch steht, eine stete Gefahr für die Neubauten bedeutet.
mr. Frankfurt a. M., 4. März. Der Magistrat hat sich durch Vermittlung des stellv. Generalkommandos des 18. Armeekorps an das Kriegsministerium um lleberlassung eines erbeuteten Tanks gewandt, der zu. wohl tätigen Zwecken ausgestellt werden soll. Bisher ist vom Kriegsmmisterium eine Antwort noch nicht ein- getrossen.
= Frankfurt a. M., 5. März. Nach der Einführung von zivei neu gewählt«: Stadtverordneten legte Oberbürgermerster Voigt der Stadtverordueteirv'.wsammlung den städtischen HausHaltung s plan für 1918 vor. Tas Ordftmrium der allgemeinen Verwaltung schließt mit 87 Millioiwn, die Betriebsverwaltungen mit 96 Millionen Mark, die kriegswirtschastlick-«: Betriebe mit 3,8 Million«: Mark in Einnahme:: und Äusgab«: ab, zusammen mit 186,8 Millionen (i. V. 146,2 Millionen Mark). Die erhebliche Steigerung um 40 Millionen Mark ist auf die ungeheuer gestiegenen Kriegscrusgaben zurückzufülwen. Unter den Ansgaben sind bemerkenswert '42 MÄlion-en Klart für Familienunter-, st Übungen: die Ausgaben für Lebensmittel lassen sich noch nicht überselen. Zicr Deckung dir Ausgaben sind Erhöhrmgen vorge- selien b« den Marktgebülxren, d«n Wassergcld, den Kehrickst- abfnhrgebühren, ferner Erhöhung der Tarife im Elektrizftäts-, mrd Bahnamt, der Gaspreise, der Betriebseinnähmen in den Ki'ankenairstalt-en (hier 1 .150 000 Mark). Der Zinsendienst er-, fordert 3V2 Millionen Mark. Vorgesehen ist die Aufnahme einer Kriegswrlcil)e bis zu 50 Millionei: Diark. Tie Steuern sollen von 165 mis 172 °A> erhöht wevden. Später soll eine St«ierreform ins Auge gcfaßt werden. Ter Etat sieht ferner vor 3 Millionen! Mark Kriegsteuenrngszulag«:. — Den städtsi'ck-en Verwaltung«r erwachsen weitere große Aufgaben bei der Neugesirilttrng oes Schul- weens, der sozialen Einrichtungen mro des Volksbildungslvei«:s. Für das Wiohrungswesen erhofft inan neue B«oilligungen unv Spenden. — Tie Verwaltung des Lebensmittelamtes^ erfordert 21/4 Millionen Mark. Zu erwägen ist die Monopolisierrntg einzelner Zweige der Lebensn:ittelbei'ch.rff:rng nach dem Kriege. Ter Um'atz an Lebensmitteln durch die Städte beträgt zur Zeit 100 Millionen Mark jährlich. Be: der Ersasswrg der Lebensmittel sollen sich amtlich«: Meldungen zufolge die ländlich«: Genossen- sckiaften nicht allein beieiligeu, s-ondcr>: ratr als Hilssorganisatrow, unr dadurch das Vertrauen der Beoölkeruirg zu gewinnen. Dadurch erhofft man eine bessere Ratiouäeruug. Bis zur nächsten Ernte ist trotz der :ckraftftsck>en Zuschüsse je>xh> keine Besserung zi^ erwarten. Bezüglich der Fteischversorgüng sollen die bisherig«: Sätze für die Großstädte beinhalten werben. Für 1918 ist eine etwas bessere Ver'orauug mit Obst und Gnnüse zu erwarten. Zu bekämpf«: ist miss schärfste d^'e Preispolitik als Arrreizmittel zur Produkt vn. Hiuftchsiich der UeberganAsWirtschaft ist besonders die Frage der Arkitsbeck-assuing in de: Vordergrund zu stell«:, da man nach 'dem Kriege mit eiucnr Arbe:?ern:angel rechnen muß. Für dieArbeits- losen muß die Versicherecng. bzw. di? Arbeit lastmmterstützung «n- treten. — Tie Versammlung gab ihre ZnsttmTnung zu der Annahme einer Sttfturg der Firn:a Beer, Ä>'^chnmer & Co. von, 2 0 0 0 0 0 M a r k für F'unkfnrter Kriegsbeschädig'e — Eine Magistratsvorlage aßf Beteiligung der Stadt an einer Milchtrock- n u n g s a n st a 1 1 in Säileswig -Holsteig zur 6-ewinnung von Trockermnlch fordert 400000 Mark. Das Kilo Trockenmilch wird sich für die Bevölkerung auf 3,80 ML. stell«:. Die Vorlage, die znn: drittenmal zur Berattmg stand, w'rde gegen die S i nmen der Soziäldenmkraten abgelehnt. —> Für die israelitische Volksschule bewilligte man m:s die Dauer von drei Jahren einen jährlichen Zrrschuß von 10 000 Mark. — Tie Bsichluß^assung liier den vom zuständigen Ausschuß empfohlenen Ankauf du Privatkllnik Hohemark bei Oberursel wurde wogen Beschlußunfähigkeit des Hauses vertagt.
Die Schließung der öffentlichen Spielbanken.
(Eine 50-Jahr-Erinnerung.)
— Aus Nassau, 5. März. H«tte vor 50 Jahren verfügte König Will??lm I. von Prcuß«: durch ein Gesetz die Schließimg der öfsentlick^«: Spielbanken zu Wiesbaden, Ems l:nd Homlnirg v. d. H. zum 31.Tezember 1872. Von geradezu ac^schlaggebender Bedeutung für die Eltt:vickl:n:g Homburgs als Kur- und Freindenstadt war die dortige Spieloank. Alle Versuche, seit etwa 1820, in derStadt Homburg eine regelmäßige Kursaison für Freinde ms Leb«: zu ruf«:, Nmren gescheitert, da das wesentlichste Erfordernis dazu, ein K:iftl>ai:s, fehlte. Man entschloß sich daher, den Anträgen der Gebrüder Franoois mvd Louis Blanc aus Paris auf Kouzessio- niermrg einer Spielbank Gehöi zu schenken. 1841 wurde den Unternchmern der auf 30 Jahre daueimde Vertrag genehinigt. Tie Blancs vcrpftichteten sich zugleich zur Erbauung eines Kurhauses und zur Abgabe bed«ttender Summen an die Staatskasse. 1843 waren Kürhaus m:d Spielbank vollendet. Nun bega:m eine Blütezeit für Homburg, wie man sie nicht im entferntesten geahnt hatte. „Homburg ä monts" wurde der Tuntzmelplatz der reichen Franzosen, Russen, Ungarn und Hollmüier, die alle ihr Glück im Roulettespiel versuchten. Das Geld lag damals auf der Straße. Feste und rauscheibde Vergnügung«: jagten einander. Es war die Zeit, da russische Fürsten inü> kaukasische Herzoginnen mit einen: ganzen Hofstaat in Homburg Anf«rthalt für lai:ge Wochen ipahmen und da Adelina Patti im Kurtheater ihre Glcnrzrollen sang. Monsieur Blanc sck>eute keine Kosten, um Homburg zu eiiverN Mittelpunkt deutscklen Badeleb«:s zu mackieu, und es gelang ihm. — Und dann kam iber „Todesstoß". Am 31. Dezeinber 1871 mittags 12 Uhr erschi«: ein preußischer Kommissar int Spielsaal und erllärte das Ende der Bank. ManckM: Zusammenbruch sah darob das Jahr 1872. Die Spieler blieb«: aus. Dafür stellten sich die Engläitder mit dem Lebepriirzen Eduard an der Spitze ein und schuf«: für
die kommenden Jahrzehnte aus Lwmburg ein Engländerbad.
(ßcricbUiaal.
1 Darmstadt, 5. März. Das Sch w n r g e r i ch t verurteilte den 36jährigen FuhrnMM und Schmied Joh. Röll aus Kleft:- Stemh.'im weg«: Straßenraubs zu sieben Jahre Zuchthaus. 10 Jahren Ehrverlust uach^Stelllmg unter Polizeiaufsicht. Er hat eine lange Reihe von Vorstrafen un?d war vor Verbüßung seiner letzt«: Strafe von 2 Jahren Gefängnis wog«: Zuhälter« beurlaubt, als er im Novemlier vorig«: Jahres in eftrer Wirtschaft in Kl«n- Kvotzenburg dm 70iährig«: Ha!:sierer Gustav Friele keimen lernte. Er wußte, daß dieser eft:e größere Summe Geldes bei sich führte, schloß sich ihm aus euren: Gange nach Froschhau sen an, schlug ihn unterwegs im Wälde nieder und beraubte ihr: seiner Uhr und seiner Barsck>aft vou 123 Mk. Ter Ueberfallene erlitt jedoch keft:e schlveren Verletzinm«:. Eftrige Zeit später wurde R. in Bayern ver- l-aftet und weg«: La:ü>streich?rei abgenrteilt. Er legte dabei ein gleichmütiges Gestäirdnis seines lieber falls ab. A::ch bei oer jetzig«: Berlmndlung legte er völlige Gleichgültigkeit m: den Tag. — Ter 38jährige vcrleiratete Bäcker Sally Reinhardt von Heus«:- sdamm wird unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wegen Verbrechens gegen § 176 Llbs. 2 des StGB, unter ZubllliFimg mildernder Umstände zu 8 dldoualen Gefängnis — abzüglich 3 Monate Untersuchungshaft — verurteilt. Er ist teilweise geständig, oaß er, Vater von 6 Kinder::, sich fortwähreno an eurem im Hause ivobnenden schwacks,sinnigen Mädch«: verging. R. nimmt die Strafe sofort an.
Ifttttft rind rMssenschatt.
Eine Mozart-Urauffiihrung in Mainz.
Wir lesen in einem auswärtigen Blatte:
Mainz, 5. März. Mozarts komisch? Oper „Der Schlruspiel- direktor" ft: der Bearbeitung von R. mid L. Berger gelangte im
Mainzer Staülthcater rur Uraufftihukng. Der ursprüngliche Text
von Stephanie und die spätere Bearbeitung von Schneider nttf
ein Vorläufer des „Dreftnäderlhaus^V denn MvMrt erscheint al- Kapi'llmeister leibhaftig auf der Bühne. Die neuen Bearbeiter haben diese Geschmacklosigkeit ausgemerzt. Sie verknüpften die Arien und das .herrliche Terzett durch einen flüssigen Dialog, fügten eine sinnvolle Pantomime und eine Reihe deutscher Tänze organisch m' die Handlung. Um die Wiedergabe der „Sängerinnen" machten sich Ottilie Letti (Madame Herz), Steffi May (Mille Silberklang)^ P. Stüber (Schauspieldireklor): um die Pantomime „Der Kmmriew' Vogel" Frl. H. Metzger (Köniz), sowie die Damen des Balletts, unter Kapellmeister Tissors musikalischer Leitung sehr verdieut.
Vrkefkasten der Uedaktksn.
IVttosttiinc «lukragen bleiben unberücksichtigt^
lN. h. B. Mit Volksschulbildung ist der Besuch enter niederen Förster- oder Waldbau schule zur Ausbildung als Förster möglich. Försterichulen bestehen in Margvniusdorf (Bromberg), Stein-- busch (Frankftirt a. O.), Hachenburg (Wiesbaden), Waldlxruschula: befind«: s:ch> in Kehcheim (Niederbayern), Trippstadt (Pfalz),
Aschasfenburg usw. Für Privatforstbeamte Deutschlands bestrhi eine Forsllehrlingsschule in Templin (Brandenburg).
Verrnrschres,
Ein Polizeibeamter von Hamsterern erschossen.
* Berlin, 6. März. Me dem L.-A. aus Metting^ hausen bei Lippstadt berichtet wird, wurde dort ein Polizei^ beamtc^r Hamsterern, die er verfolgte, aus dem
Hinterhalt erschossen. Tie Hamsterer, vier Männer, die in einem Versteck im Walde lagen, sind entkonunen.
Letzte rrachrichten.
(WTB.) Groftes Hauptauartier, 6. Mär^ (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprlnz Nupprecht.
Heftige FeuerWerfälle richtete der deind gegen unsere Stellimgen mif dem Nordufer der Lys. Ein starker englischer Vorstoß bei Waasten wurde im Nahkampf abgewiesen. Beiderseits der Scarpe und in Verbindung mit eigenen erfolK» reichen Erkundung n nördlich und südwestlich von St.Quew' tin lebte die GefechtstätigLeit auf.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
In einzelnen Mschnitten Artilleriekamhf. Sturm-M- teilungen drangen in der Gegend von OrneS in die fran>' zösifchen Gräben und brachtm 28 befangene ein.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Südlich com Rh in—Marne-Kanal, im Thanner-Tal und bei Altkirch rege Tätigkeit der Franzosen.
Im Osten.
Im Verfolg der von der finnischen Negierung erbetenen militärischen Hilfe sind deutsche Truppen auf den AalandSm Inseln gelandet.
*
Der Waffenstillstandsvertrag mit Numünien ist mm neuem formell unterzeichnet worden. Fricdensi-erhandluo-- gen schlies-en sich unmittelbar an.
*
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorff.
Berlin. 6. März. (Amtlich.) In Buftea ist yester« abend 7 Uhr der Vorfrieden mit Rumänien abgeschlossen worden. Es wurde eine lltägige Waffennrhe vereinbart, innerhalb welcher der endgültige Frieden abzuschlietzen ift auf folgender Grundlage: Abtretung der Dobrudscha bis zur Donau. Der Vierdund sorgt für die Erhaltung eines rumänischen Handelswcges über Konstanza imch dem Schwarzen Meer. Die von Oesterreich-Ungarn geforderte Grenzberichti'. gnng wird grundsätzlich angenommen. Entsprechende Wirt» schaftsmatznalMcn ,verden grundsätzlich zngestanden. Rumänien demobilisiert sofort mindestens acht Divisionen, die übrigen Armeen nach Wiederherstellung des Friedens zwischen Rußland und Rumänien. Rumänien räumt sofort das noch besetzte österreichisch-ungarische Gebiet und verpflichtet sich. Truppentransporte der Verbündeten nach Odessa eisen- behntechnisch zu unterstützen und die Offiziere der mit denk Drerbund im Kriege befindlichen Mächte zu entlassen. Der Vertrag tritt sofort in Kraft.
England und die Lage in Ostasten.
Lvubyn, 4. März. (WTB. Nichtamtlick,.) Reüternteldmrg'a Im Unter hause erllärte Bal fr>ur aus Anfragen, er sei augenblicklich nickst in: Stande, etwas über die Lage im asiatischen: Rußland zu sagen, außer, (>aß ihr von der britischen Regierunck große Aufmerksamkeit g«vidmct werde.
London, 5. März. (W.B. Nichtamtlich.) Reuter. „Dallü Mail" meldet: Die Verharrdlung«: über die Intervention Japans in Sibierien werden in den nächsten 24 Stunden bö< endet sein. Die Botschafter Groß-Britaniens, Frankreichs unh Italiens in Tokio beabsichlrgen g«neinsame Vorstellungen zu machen und zu verfuchm, daß Schritte zum Schutze der Interesse:« bcx Alliierten in Sibirien unlernoinmen werden. Ddan glaubt nichL, daß der Botschafter der Vereinigten Staaten in Doku) an diesen gemeinsamen Vorstellungen Teil nehmen wird. Es ist aber vott Seiten der Vereiiugten Staaten keine Opposition zu erwarten.
Berl:n 5 März. (WTB. Nickstamtlich.) Am 21. MürH: findet auf Emladung des Zentralverbandes deutsch«: Zigarren^ fab«kanten rn Bettin eme Konferenz sämtlicher Verbände bcä1 Tawkgewerbes Zwecks Griftckmng eines Tabakindustrierates, stattt Es sollen durch die Brldung erner Kartellvereinigimg vornehm- l:ch d:e M:tttt,tands:nteress«tten im Tabakgewerbe gefördert werU den. — Heute wurde ein Zentral verband Rutscher Elektrotechnik :ns Leben gerics«: Dem Verbmrde sollen ülle sabttztzrenden Firm« der Elettwtechuck anaehören. Eine einlxitüdp Vertretung deä w:rtsckmftl:chen Jnteress«: der dentschien Elektroteckmrk bestand biS^ her n:cht. Wahrend des Krieges rvar eitre lose Vereinigung im Kr:egsaus,chuß der deutsch-«: Wektwtockmik gebildet, die mm in* Zentral verbatst) eme dauernde Form gefunden hat.
Amtlicher Teil.
e t r.: Sammekwesen.
An die Schulvorstände der Landgemeinden des Knikes mtb die Leiter der Ortssanrmelstellen.
Montag, den 11. März 1918, nachmittags 2V» Uhr wirb Herr .Hauptmann Hahn vom Stellvertretend«: Generalkonnnand.» des 18. A.-K. im Hotel Großherzog dahier einen Vortrag ül,er die Organisation des Sammelwelens in ländlich«: Genreinden halten. Tie Herren Leiter der Ottssammelstellen tverden dazu mit dem, Bemerken eingeladen, daß ihre Tellnahme an der VeranstaltunÄ drftlgend erwünscht ist. Glttckzzeiftg werden sie darauf aufmerk^ sam gemacht, daß der Erlös der Brenncsselsanrmlung ein- gegangen ist. Tiejenig«: von :hnen, die über die ihnen zustehenden Beträge selbst verfüg«: und nicht zugunsten des Kreis komiteeF verzichten woll«:, werden gebeten, dies binnen 3 Tagen hierbei mitzuteilen und dabei dre abgttieferte Menge genau amugebenl sofern deren Einlieferung in Gießen gelegentlich und nicht burtf' tne Bahn erfolgt ist. Tasl Geld kann an der KreiskasL u? Empfang gerwnunen werden.
T«: Schulvorständen wird empfahl«:, die m Betracht Enden Lehrer auf votttel)«ches ausdrücklich hinzmveilen Gießen, den 4. März 1918.
Großherzogliche Kreisschulkommission Giraen vr. Usingers


