168. Jahrgang
Nr. 51
Ter Gletzener Jirjefftf
erscheint täglich, außer bonntaaS. — Beilagen: OlehenerZamilicnblLNer;
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fit den Krtts Hießen.
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Zreitag. 1. März 16181
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sämtlich in Gießen.
Ein Ultimatum an Rumänien.
(WTB.) SroheS Hauptquartler. 28. Februar. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.
Die Engländer setzten ihre Erkundungen an vielen Stellen der Front fort. Mit stärkeren Kräften ftiefern sie während der Nacht am Houihonlster-Walde und nördlich der Scarpe nach Ijrfti^rr Feuerwirkung vor. Im Nahkampf und im Gegenstoß wurden sie zuruckgeschlagen.
Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Herzog Albrecht.
Erfolgreiche Unternehmungen bei Avocourt und Le§ Eparges brachten uns siebenundzwanzig Gefangene ein.
Oe st licher Kriegsschauplatz.
Die Operationen nehmen ihren Verlauf. Rn Estland hat sich das 4. Estenregiment zur Bekämpfung der das Land durchstreifenden Banden unsrem Kommando unterstellt. In Minsk wurden zweitausend Maschinengewehre und sechsund- füufzigtausend Gewehre eingebracht.
*
Do« den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalguarricrmeister Luvendorff.
*
Der Aberidbericht.
Berlin, 28. Febr., abends. (WTB. Amtlich.)
Don den Kriegssthauplätzen nichts Neues.
' Nie hat sich nt einem fuxaett Zeitabschnitt so scharf und i deutlich geUeigl, daß die strafende Hand des Schicksals sich l Hornig auch auf ein Staatswesen herabsenken kann, als im jFalle Rumäniens. Seine Hinterhältigkeit überbietet beinahe noch diejenige Italiens, und sein Eintritt in den Krieg liegen die Mittelmächte hatte den schleichenden Schritt des .Schakals. Im Banne der Brussikowscheu Erfolge glaubte daS Kabinett Bratianu, die Stunde fei gekommen, wo Ru- kNtünien den Krieg im Ofden trritentscherden könne. Es rechnete dmit der schwindenden Kraft Oesterreich-Ungarns, aber nicht itrrit der tapferen Strategie und der weitschauenden Kriegs-
S itif Deutschlands. Wäche Mühen, Opfer und Wagnisse ten wir aber muh auf der Kampffront des Ostens ein! Erst heute können wrr so recht erkennen, daß unsere Heeresleitung, die ja im kritischen Augenblicke, beim Antritt Rumäniens in den Krieg, von Hindenburg urid Ludendorfs übernommen wurde, nicht bloß Schlachtendenker und besonnene Draufgänger gewesen fiitb, sondern daß sie ihre Entschlüsse ini Rahmen eines großen Krieasplanes, der einen außerordentlich entwickelten politischen Sinn erforderte, gefaßt und durchgesührt habeu Als die Klammern gegen den neuen Feind angesetzt wurden, da glaubten viele tm ersten Augenblick, jetzt sollte ein Racheexempel voll- Aogen, ein warnendes Beispiel für etwaige künftige Fälle aufgerichtet werden. Wir hatten damals diesen äußerlichen Eindruck ebenfalls fefbpcfteQt, aber gleich hinzugefügt, Zorn und Rache allein diktierten unseren Heerführern ihr Vorgehen nicht. Es war in erster Lüne das große Ziel, den weiten Osten für uns zu sichern, nicht nachzulassen in wuchtigen Schlägen, die sich zunächst gegen Rußland und seine Trabanten richteten. Für Rumänien wurde die Entwicklung der Dinge zu einer Schicksalstragödie. Zuerst die eiserne Uiullammerung von Westen und Osten, die Eroberung und Besetzung des größten Teiles seines Staatsgebietes! Nieniand hals ihm, es zeigte sich, daß Brussilows Kraftanstrengungen keine Dauer innewohnten, und sran- zösisckie Generalstäbler vermochten die Enttäuschungen nicht zu bannen und brachten keinen Trost. Dann kam die düstere Zeit des Wartens, es kam die gewaltige Erschütterung und Umstürzung des Zarenreiches: Rumänien versank in zunehmende Einsamkeit. Was halfen ihm die Hoffnungen, oie die Entente noch im Westen hegte, was konnte Präsident Wilson zur Rettung ausbieten, wenn die Neuordnung der Di^e im Osten wie ern elementares Naturereignis sich vollzoo! Und jetzt, mit der Kapitulation der Maximalisten, schwindet der letzte Rest von Hoffnung und Widerstand dahin. Rumänien kann nicht warten, bis die andern Streitgenrossen Frieden schließen: das Schicksal ist stärker als das Stück Papier des Londoner Vertrages, wonach nur gemeinsam Frieden geschlossen werden soll. Rumänienwird mit mis keinen Frieden schließen, den man „Verstänüi- Hungs frieden" nennen könnte. Denn es gehorcht dem Zwang, und es muß seine Schuld bezahlen! Ungarn fordert an den Karpathnipässen seine
Sicherungen, Bulgarien nimmt die Dobrudscha. Die kurze Ueberlegungsfrist, die König Ferdinarrd sich ausgebeten hat, wird wohl dasselbe Ende nehmen wie das deutsche Ultimatum an die russischen Maximalisten. Wie es mit der Dynastie des Königs bestellt sein wird, ist noch fraglich. Anscheinend wollen du Mittelmächte diese Regelung dem Selbst- vcstimmungsrecht der Rumänen überlassen. Angesichts der bereits laut gewordenen Stimmung im rumänischen Volke wird eme Thronentsagung des Königs Ferdinand in naher Zukunft zu erwarten sein.
Der österreichisch.ttttgarische Tagesbericht.
^ Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird
vertan wart:
.... ?n sinzelnen Abschnitt» 6tr Piave-Front nhöhle Ar- ntterietätigkeit.
m Vergeltung für den italienische, Fliegerangriff auf
die offene Stadt Innsbruck ln'egten eigene Flugzeuggkschwa- der in der Nacht zum 27. Februar Valnch fe und militärische Anlagen des KrügshasrnS Venedig mit Bomben und erziel teil lfter zahlreiche, deutlich beobackftete Treffer mit Brand- wirkung.
Der Chef des General stades.
Ein Entschluß des Könhs von Rumänien in der gricöcnsfrage.
Bukarest, 28. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Seit dem Eintreffen der Abordnung der Vierbundmächle in Bukarest l-aben unverbindlick>e Vorbesprechungen mit General Ava- rescu stattgefunden. Gemäß einer bei diesen Besprechungen getroffenen Verabredung hatte der k. k. österreichisch-ungarische Minister der auswärtigen Augelegenhcilen, Gras Czer- nin, am 27. Februar in dem von rumänischen Truppen noch besetzten Teile Rumäniens eine Unterredung mit König Ferdinand. Im Einverständnis mit den Verbündeten gab Czernin dem Könige die Bedingungen bekannt, unter denen der Vierbund bereit wäre, mit Rumänien Frieden zu schließen. König Ferdinand erbat sich eine kurze Bedenkzeit, die ihm gewährt wurde. Von der Antwort des W- uigs wird cs abhäugen, ob eine friedliche Lösung möglich erscheint.
i. Köln, 1. März. Die „Köln. Volks-Ztg." meldet aus Berlin: An zuverlässiger Stelle in Berlin wurde heute erklärt, daß nach Ablauf dos der rumänischen Regierung gestellten U l t i m a t u m s die geplanten Operationepge- gen Rumänien ihren Fortgang nehmen.
Finnland.
Kopenhagen, 28. Febr. (WTB.) „National Tidende" meldet aus Stockholm: Ein schwedisches Jägerbat a i l l o n, bestehend aus schwedischen Freiwilligen unter schwedischer Leitung, ist nach Finnland abgeaanyen, mn dort am Kampfe teilzunehmen. Es wird zu den finni- scheu Elitetruppen gehören, da es aus auserwählten Leuten besteht, gut geleitet und mit vorzüglichen Waffen arrsge- rüstet ist.
Stockholm, 27. Febr. (WTB.) Svenska Delagram- byran meldet: In der Ersten Kammer des Reichstages fragte der Führer der Rechten Trygger den Ministerpräsidenten Eden, ob sich dre Regierung noch fortwährend verhindert finde, die Absendung von Massen und Munition und von staatlichen und privaten Vorräten nach Finnland zu erlauben.
In der Zweiten Kammer fragte der Abgeordnete Thöre an, ob die Regierung die sofortige Adsendung einer militärischen Hilfsexpedirion nach Wylandscheren beabsichtige.
Stockholm, 28. Febr. (WTB.) Svenska Delegram- byran meldet: Ministerpräsident Eden beantwortete die Interpellation Trygger betreffend die Waffenausfuhr nach Finnland. Die Negierung, erklärte er, habe ihrer Meinung, die sie kürzlich in der Zweiten Kammer über die Haltung Schwedens gegenüber der Krisis in Finnland ausgesprochen habe, nichts hinzuzufügen. Sie werde also das geltende Verbot der Durchfuhr und Ausfuhr von Waffen und Munition durch eine derartige prinzipielle Einwilligung, wie sie der Interpellant vorgeschlagen habe, nicht aufheben. Etwa eingehende Erlaubnrsgesuche würden den scl)-on bekanntgegedenen Grundsätzen gemäß geprüft werden. Die Regierung glaube wie bisher, daß Waffen und Munition für die finnische Regierung nicht aus den schwedischen Staatsvorräten geliefert werden dürfen.
Berlin, 28. Febr. Wie wir hören, haben die hiesigen Bevollmächtigten der finnischen Regierung ein offizielles Gesuch der finnischen Negierung um Hilfe an die deutsche Regierung übermittelt.
Oesterreich-Ungarn und die Unruhen in Podotien.
Wien. 28. Febr. (WTB.) Zu der Meldung, daß der Gouverneur von Pvdolien die Unter st ützung Oesterreich- Ungarns zur Bekämpfung der inneven Unruhen erbeten hat, betonen mehrere Blätter, Oesterri-ich-Ungarn habe sich bisher des Eingreifens in P^dolilm ent hatten, allein der Hilferuf aus der Ukraine schaffe eine neue Lage, die unter Umständen auch neue Entschlüsse notwendig machen kümue. Das Eingrei.en Oesterreich-Ungarns könne um so mehr auf das Verständins wktter Volkskreise rechnen, als durch die .Herstellung von Ruche und Ordnung in der westlichen Ukraine vor allem gesichelte Verhältnisse an unseren Grenzen geschaffen würdm. Aber auch die Anfuhr von Lebensmitteln nach Oesterreicl>-Ungarn würde erheblich erleicluvrt und gefördert wtesDim. GZ sei nicht zu übersehen, daß die Friedensverhandlungen mit Rumänien durch Klärung der Verhältnisse in dem benachbarten Podolien eine wünschenswerte Beschleunigung erfahren könnten.
Französische Hoffnungen aus Fapa«.
i, Köln, 1. Mär^. Die „Köln. Zbg." meldet von der Schweizer Grenze: Die Abreise des japanischen Botschafters aus Petersburg saßt der „Temps" nicht als einfache Borsichtsnraßrogel auf. Sie bedeute, daß die bedrohten Interessen Japans durch diplomatische Mittel allein nicht mehr verteidigt werden könnten. Man stehe vor einer entscheidenden Wendung in den russisch-japcni- sclien Beziehungen. Aehnlich äußert sich das „Journal": Die Abreise des japanischen Botschafters l>abe die B<-deutung eines Bruclies. Es handle sich mcht mir darmn. die Vorräte in Wladiwostok aegen die maximalistischen Plünderer zu schützen, sondern die Maae sei au/ch die, ob Java: Deutsch
land sich in Ruhe auf den Ruinen Rußlands einrichben lassen wolle.
Englische Blätter über die Rede de» Reichskanzler». r
London, 27. Febr. (WTB.) Tas Reutersck-e Bureau verR « össentlicht eine Reihe von Blätter stimmen über die Rede^ des Reichskanzlers, die sich alle ablchneird äußern. „Daily 9 M a i 1" schreibt: „Wenn wir die Erklärungen der deutichcn Liaats«, f mann er olyne Rücksicht aus ihre Taten amrehmcn könnten, so könrtte ' man aus Hertlrngs letzter Rede ein wenig H-ossnung sclzopsen, ' Hertling hat noch immer die Külmheit, von Belgien zu sprechen, als ob die Mliiecten und nicht Dculsch'and den Vertrag zerru'ser^ hätten und diefes unglückliche Laub vergOvaltigt lKtten. Solaug« Teutschland nulzt rückhaltslos die Wieserliersaellung und Env, \ schädig urig Belgiens als Vorbedingung annimmt, besteht kerne U mögliche Grundlage zu Verhaudlungen. Hertlrngs Aeußerrurg über I Eljaß-Lothringen bringt keine Annäl-erung an die Selbstbestim-, \ nrirnQ. Wenn wir von jeinen Worten zu Taten übergehen, so sehen j wir, daß Erklärungen sür deut,che Staatsmänner nüh:s betreuten." 1
A'ie „Times" schreibt: „Die ganze deutsche Politik kann in ? dem alten imperialißrsclren Grundsatz .pivide et impera" zuq ( sammengefaßt werden. Iml Osten verwirklicht TemschLand beq ceits die,en Grundsatz. Im Westen steht der Plan einer Teilung -j rtiUteut der Friedensoffensive im Znsanrmenl)ang mü einem ag» j gressiven Milrtarismus. Tie ganze Haltung des Kanzlers bestätigt i ■ßrl.önä Verdacht, daß Hertling mit seinem Gedanken in einer f boten, vergangenen Weit lebt. Hertling weist diese Unterstellung : zurück, ^aber der goirze Don seiner Bemerkungen zeigt, daß sie ] M. Er und die ganze herrschende Käse in Preußen und Teutsch'and mit ihm, leben, denken und existieren noch in der unversÄ.ch!elt Atmvsphäie des friederi.zranisä!en Jmpecialismns." > m ^ n * n 3 Po st" schreibt: „Der Ziveck von HectlingS
Rede ist llar genug. Belgien soll zum Abschluß eines Separat-, piedens unter deutschen Bedingungen besch:vatzt werden." Uebe, Teutlchlands Absichten in Rußland schreibt das Blatt: „Wir können lerder iticht gianben, daß der Kanzler die Wahrheit spricht. Unter diesen Umltänden ist sich die belgische Regierung gewiß bewutzt, waS das Ergebnis sein müßte, ivenn sie das deutsche Friedensangebot «umehmcn Ivürde. El?e nicht die deutsä-en Armee« i geschlagen sind, sind wir außerstande, uns vorzustellen, wie ein ehrenvoller Frieden abgeschlossen werden könnte."
„Daily Mail" schreibt: „DeutschLand will Serbien genau! w ausrauben und knechten, wie es Belgien und 9ä)rd frank reich aus-, i gtumbt und geknechtet hat. wenn es nicht durch eine einzige Mach<. 1 bte eS anerkennt, daran gehindert wird. Eine Aeußerung Herd, \ Irnffä tfl von sehr übler Bedeutung, seine Aeußerung, daß Deutsch ^ laro, memals daran gedacht hat, der Schweizer Neutralität zui I iwroc zu treten. Dieselbe Verficherurrg wurde seinerzeit ^ Belgien gegeben. Die ganze Welt weiß, wie sie gehalten wurde. Angesichts dreier unaufgefordert abgegebenen Versul>.-rung werden i uniere Läiwerzer Frcintde gut tun, die Wach'amkeil zu verdoppeln." I •n ^EZe g ra ph" schreilck: „Hertlings letzte Erklärung
in sicherlich versöhnlicher im Ton. Aber sie enthält viele paradoxe; ^ Behauptungen mid verrät eine Haltung, die im wesentlichen einem j Fneden, wie ihn die Entente annchmen kann, so entgegengesetzt ist »me alle seme früheren Erklärungen. Die besondere Äiislegung^ ] welche der Feind solchen Ausdrücken wie „Selbstbestimmung der Volker mrd „keine Annexionen und keine EntschädiMngen^" gibt, wurde^ m bcn letzten Tagen zu deutlich vor Augen geführt, um selbst me emfälllglten Sozialisteit noch täuschen zu können.
„Daily Chronicle" schreibt: Ter Widerspruch zwischen Worten und Daten tst sicherlich selten »veiter getrieben »vorden als m dem Gege»isatz zwischm den Erklärungen Hei-tlings und dem Borgehen seiner Regierung in Rußland. Wahreird der Kanzler mit den mer Erschlagen Wilsons sich einverstanden behauptet, der- I nnrkltcht die deutsche Regierung durch brutale Gwall in Rußland ' den rie»enbaftiestcn AnnexionSplan, den das heutige Europa kcnuL- 1 Konnte irgend etwas besser- die Bereitschaft des deutsckZen Staats^ f wann es beivcisen, das eine zu sagen uns das andere zu tun?"
-ondon, 27. Febr. (W.B.) Meldung des Reuterscheit > Bureaus. Der „Manchester Guardian" sclneibt in einem Leitartikel über die Rede des Reichskanzlers: „Die Rede kann in , der Tat, so-ivert es sich um Worte handelt, beiualic als Fr iedens red« !- angesprochen werden, und erst, »venn wir einen bestimmten Sin« ' in ihre Ausdrücke zu legen suchen, finden wir die Worte etwaSj' < unfruchtbar. Soweit die Westfront in Betracht kommt, lx-herrscl)-n . z»vei Fragen das Friedensproblem: Belgien und Elsaß-Üochrrngan^. i Graf Hertling befticdibt in keiner von beioen. Seine Bemerkungenj ! über Belgien geben einen gewissen Spielraum zu, aber die Be- f dinguugen siitd unllar ausgedrückt und scheinen sich nicht mit de» vollkommenen, uneingeschränkten Unabhängigkeit Belgiens zu Der* ü tragen, die erste mierläßljö,e Vorbedingung für ir.pmdeiuen ? Frieden ist. an dem sich England beteiligen karm. Ueber Elsaß- Lochringen sagt .Hertling einfach, daß diese Frage nicht iin Bereich internatimraler Erörterung steht. Mit airderen Worten: Das 1870 $ gcscl-ehene Unrecht, das mehr als irgend ettvas anderes von damals bis heule zur Zerstörung des euwpLischm Friedens beigetragen hat, oll als dauerndes - Beispiel einer crsolgreiclZen Gervalttat, vüS l dauerndes Hindernis für einen dauernden Frieden weiter bestehei» \ bleiben. Ueber Italien sagt Hertling wenig, aber er bel>andelt öessen, Anspruch auf eine Vereinigung mit den nach Stainm uud2vrnp.it hie l italierrischen Gbieten als eine Art von Unverschämtheit. Hertling * erklärt, daß er alle allgemeinen Grundsätze annehmen könne, die von Wilson als Grundlage für einen gerechten Frieden ausgestellt \ nniriicii. Aber die Umsetzung der Fvrmeln in'die Wirklichkeit »vird « »roch eine geraume Welle brauchen, ehe etrvaS wie eine Lösung gc^ ! funden ist."
Eine Erörterung Im englischen Unterhaus.
London, 27. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterschen ' Bureaus. Im Unterhause wurde durch den Liberalen Holt die Erörterung über Gras Hertlings Rede herbeigesührt. Balfour sagte, die Diplomatie sei, was die Verhandlungen * limtcr den Krieg sühnenden betrifft, ausgrschaltet, bis sich nft iolcheS Maß möglicher Ueberemstimnrung gebildet habe zrvischen ^ den Kriegführenden, daß man von diplomatisclien Unterredungeat > gute Ergebnisse erwarten könne. Er spreche es mit tiefem Be- 1 dauern aus. daß nach allen Anzeichen dieses erfteuliche Stadium iwch nicht erreicht sei. Wie konnten Bespreclmngen jetzt slatt- sinden, wenn Hertlings Rede das Höllistmaß denklmrer' Zugeständnisse darsbttcn würde? Balfour spottet über Hertlings migeb^ liche ?lnuahmc der Grundprinzipien Wilsons und sagte, er »vv-rde -rn der Sache des FrsvdenS das größte Unreckp tun, nenn er w,.


