Nr. 50 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Donnerstag. 28.ZebruarM8
Xu# Stadt und Land.
Gießen, den 28.Februar 1918.
Gießener Hochschulgesellschaft.
Im Hinblick auf die Gründungsversammlung der Gießener Hochschulgesellschaft ist die Ansicht laut geworden, daß die Mitgliederliste geschlossen sei und niemand mehr Mitglied werden könne. Dies ist selbstverständlich ganz irrig. Anmeldungen zur Mitgliedschaft erfolgen fortgesetzt noch und werden, wie die Hochschulgesellschaft gerne wünscht, _ noch in größerer Anzahl erfolgen: rechnet man doch auf eine Mitgliederzahl von Tausenden, während bis jetzt erst etwa 300 Mitglieder eingetragen finb. Auch die Ahnung, daß nur Gesellschafter mit erheblichen finanziellen/Beiträgen erwünscht seien, ist nicht richtig. Man hat sich gerade im Gegensatz zu anderen ähnlichen Vereinen die Errichtung der Gießener Hochschulgesellschaft auf möglichst breiter Grundlage gedacht und hat deshalb zwar ordentliche und außerordentliche Mitglieder bezeichnet, aber einen Unterschied in den satzungsmäßigen Rechten beider Mitgliedcrkreise nicht geschaffen. Wie in der Gründungsversammlung hervorgelw- ben worden ist, möchte die Gesellschaft neben den Angehörigen der Industrie, des Handels, der Technik, der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft alle Bürger, die ein Interesse an der Sache haben, zur Mitgliedschaft heranziehen, damit die
t ochschulgesellschaft so recht eine Veranstaltung des ganzen andes werde. Gilt es doch, die Gießener Hochschule, die in der Versammlung der „Stolz des H e s s e n l a n d e s" genannt wurde, zu unterstützen und ihr die Bewältigung der großen Aufgaben zu erleichtern, welche die kommende Zeit bringt. In der Versammlung wurde auf die scharfe Konkurrenz hingewiesen, welche den kleineren Hochschulen Heidelberg, Gießen, Marburg durch die große und mit reichen Mitteln ausgestaltete Universität Frankfurt erwachsen ist. — Jedes neue Mitglied, mag es dem Stande der Gewerbetreibenden oder einem Berufe angehören, der eine akademische Vorbildung voraussetzt, jeder Arzt, Beamte, Rechtsanwalt trägt zur Stärkung der Hochschulgesellschaft bei, durch seine Person, sein Ansehen, seinen Einfluß, seine Mitarbeit an dem gemeinsamen Zwecke. Die Bevölkerung der Stadt Gießen insbesondere hat ein doppeltes Interesse in der Förderung der Hochschulgesellschaft, indem die Existenz einer so großen Institution in der Stadt wichtig für sie ist, deren Veranstaltungen, Vorträge usw. anziehend wirken, wie ferner auch jede Stärkung der Universität einen Nutzen und Vorteil für die Stadt Gießen bedeutet.
Die tägliche Kopfration an Kartoffeln beträgt ein Pfund! Streckt Eure Kartoffeln durch Verwendung von Rüben!
Stellt den täglichen Verbrauch durch Abwiegen fest. Ersatz für vorzeitig verbrauchte Kartoffeln erfolgt nicht!
** Auszeichnung. Dem Feldpostillon Karl M ü l l e r wurde die Hessische Tapferkeitsmedallle verliehen.
** Die Schnellzugszu sch läge. Der preußische Minister für öffentliche Arbeiten erklärte int Abgeordnetenhaus, die am 1. Aprll eintretende Erhöhung der Eisenbahn-Fahrpreise solle nicht zu einer nochmaligen Erhöhung der Schnellzugspreise Veranlassung geben, vielmehr sollten die bisher gezahlten höheren greife tunlichst beibehalten lverden. Wie das zu ermöglichen sei, bilde noch den Gegenstand von Beratungen. Wahrsck-einlich werde man bestimmen, daß der Reisende 3. Klasse eine Fahrkarte !2. Klasse, der Reisende 2. Klasse eine solche 1. Klasse und der Reisende 1. Klasse je eine soläze 1. und 2. Klasse lösen müsse.
** De u t sche Gesellschaft für stzan s m a uns - Erholungsheime. Ter Gesellschaft, die bekaunttich auch in Bad Lalzhausen ein großes stark besuchtes Heim unterhält, sind auch hl letzter Zeit eine Reihe von Zuwendungen gemacht »norden. Wir nenne»! u. a.: Geh. Kommerzienrat Hammel, Rtainz, 5000 Mk., Geh. Kommerzienrat H-eichell-einr, Gießen, iveitere 2000 Mk.. Dampfte,'selsabrik vorm. Arth. Rodberg, A-G., Darmstadt, 1000 Mark, Trapp und Münch, G. m. b. H., Friedberg i. H., 1000 Mark, Ludwig Ganz, A.-G., Mainz, 1000 Mark. Ad. Thomae und Co., G. m. b. H., Mainz, 1000 Mk., Eollet und Engelhardt, Offenbach, 1000 Mk., Grundmamr und -Altichnl, Offenbach, 1000 Mark, Ritdolf Kahn, Ofsvnbach, weitere 1000 Mark.
** Rhein-Mainisch er Ver band für Volksbildung. Eine Ortsgruppe Gießen dieses Verbandes wird sich in nächster Zeit, wie wir hören, hier bilden. Gestern abend fand bereits unter Teilnahme von ungefähr 25 Herren aus allen Kreisen der Gießener Bevölkerung und unter dem Vorsitz von Herrn Professor Tr. Strecker eine Sitzung statt, in der sich ein vorbcreitendeü Ausschluß bildete. Tie dargÄegten Gedanken irnd Meinungen fanden allenthalben Beifall, s'o daß die bevorstehende Gründung der Ortsgruppe wohl als gesichert betrachtet werden darf.
** Das Großh. Hessische Regierungsblatt, Nr. 4, aus gegeben Darmstadt, den 21. Februar 1018, hat folgenden Anhalt: 1. Verordnung über Anrechnung von Kriegsdienstzeit der Kriegsteilnehmer des Justiz- und Verwalluirgssaches. sowie über deren Zulasficn-g zur Staatsprüfung. (S. 43.) — 2. Bekanutma-- chung, betr. Sckchachtoerbote. (S. 48.) — 3. Bekanntmachung, betr. Ueberwa.chu.ng der Trvckneveien. (S. 48.) — 4. Bekamttmachung> über den Verkehr mit Brennholz. (S. 49.) — 5. Bekanntmachung Über ine Verarbeitung von Gemüse und Obst. (S. 50.) — 6. Bekanntmachung über den Anbau von Zuckerrüben und das Brennen von Rüben im Betriebsjohr 1918/19. (S. 50.)
.** Die Versorgung der Kurfremden in der Reisezeit. Gegenwärtig finden tzwischen Preußen, Bayern, Württemberg, Hessen und Baden, Mecklenburg und den thüringischen Staaten Verhandlungen darüber statt, wie die Fracke der Versorgung der Fremden geregelt »verden kamt, ohne daß das Hamstern wieder einen ft>Id>c*u Umfang annimmt, wie im Vorjahre. Die Verhandlungen falten im Anschluß an die gegewvärtig zwischen ben Bundesstaaten schwebenden Fragen über die Bekäntpsung des Schleichhandels erfolge-a und so schnell gefördert werden, daß noch vor Anfang der Reisezeit die Frage zur' Zufriedenheit der Gäste uud Gastgeber erledigt werden kann.
' Landkreis Gießen.
** Birklar, 27. Febr. Unteroffizier Wilhelm Wolf, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, erhielt die Hessische Tapfer- keitsmodaille.
B. Großen-Buseck, 27. Febr. Der Gastnnrt Dietrich erhielt das. Eiserne Kreuz 2. Klasse.
** Hausen, 27. Febr. Dem Ofsz.-Stello. Ludwig Sch äs er wurde das Eiserne Kreuz 1. Klasse verlieheu.. Das Eiserne .Kreuz 2. Klasse, «die Hessische Tapferkeitsuredaille, soivie das Ehrenzeichen für treue Dienste erhielt er bereits früher.
** Nodheiin, 27. Febr Am 24. Februar feierten Jakob Schlierbach und Eheftau das Fest der Goldenen Hochzeit. Kreis Friedberg.
N. Z. Bad-Nauheim, 27. Febr. Bon vielen Seiten wird «ngeregt, zur Landlagswahl einen Kandidaten aus bäuerlick-en Kreisen auszustellen, der ttiäft einer politischen Partei angehört, die Verhältnisse der hiesigen Gegend jedoch genau kennt und vertreten kann. Eine geeignete Persönlichkeit, welcher Landwirt und Gewerbetret ben der rst, hat sich zur Uebernahme der Karrdidatur bereit erklärt. Der Name soll in nächster Zeit bekannt gegeben werden. Starkknbttra und iUhcinhkssen
R. M. K. Dar mstadt, 27. Febr. Der Groß Herzog hat stey in Bealettung des Generaladjutauten General der Kavallerie von Hayn Mtd des Flügeladjutauten Dstajor Freiherr von M a s s e n b a ch 'nach amtlicher Meldung Mt die Front begeben. — Eine Hoftrauer von 14 Tagen irtuttfco msä> Anlaß des Äb^
lebens des Großherzogs Adolf Friedrich VI. von Mecklen- burg-Ttrslitz bis zum 9. März einschließlich« Migevrdnet.
K. P. Hechtsheim, 27. Febr. Beim „Kriegspielen" ver^ unglückt ist gestern der 12 Jahre alte Sohn des Bahnschaffners Schmitt. Der Knabe war mit andern Jungen lftnaus in einen nahe beim Torfe gÄegenen Steinbruch gezogen, mn dort „Krieg" zu spielen. Man hob zunächst „SäMengräden" aus. Hierbei lösten sich plötzlich große Mengen Erde und L-teine los und verschütteten den Knaben vollstäirdig. Die anderst Jungen machten sich zwar sofort daran, ihren verschütteten Kmneraden auszugrabeir. Dieser wurde auch iroch lebend hervvrgezogen, doch starb er schon wenige Minuten darauf mn Platze. Die vvrgenommene Untersuchung stellte fest, daß der Knabe durch einen herabfallenden Stein einen Genickbruch erlitten hatte. Ein anderer Junge trug eine erhebt ick)« Bein V erletzung davon.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 27. Febr. lieber den Verkehr und Verbrauch d-er Eier ist für den Umfang des Kreises Wetzlar eine neue Verordnung ergangen. Für Hühner mit freiem Auslauf sind mindestens 30 Eier und für Hühner ohne freie Auslaufs Möglichkeit mindestens 10 Eier pro Jahr abzuliesern. Tie abzngebcnde Mindestmenge lvird durch eine in jeder Gemeinde zu bildende Kommission überwacht. Die Ortssammelstelle stellt über die abgelicferten Eier Quittungen aus.
ra. Aus dem Kreise Wetzlar. 27. Febr. Mit dem Eisernen .Kreuz wurden ausgezeichnet: Heinrich Schalch-Kraftsolms, Antvu T a u n ^ Vollnkirchen, Wilhelm Friedrich-Nauborn, Friedrich Hartmann - Leun, KUrl S ch e p p - Münchholzhausen, WishÄm Bender- Sckwalbach. Will?elm Kurz- Grei- fcnstein, Karl Weller- Dutenhofen, Friedrich Koch- Atzbach sorvie Otto und Karl Förster aus Dorlar.
ra. Oberlemp, 27. Febr. Wilhelm Valentin, Theodor Weber und Wilhelm Koob erhielten das Eiserne Kreuz.
ra. Ulm. 26. .Febr. In der Bürgermeisterei Greisen stein hat sich ein Verein für Krvsgsfürsorge und KriegswoUfahrtspflege gebildet.
<ßcrid)t$faai (
I Da r m stadt, 27. Febr. Bor der Strafkammer hatte sich ein viert-lättriges Kleeblatt von 17jährigen Einbrechern aus Offenbach wegen verschiedener (finbrüche in einen Zigarrenladen, einer Wohnung und ein Lederlager zu veranticwrten. Zwei von ihnen sind bereits vorbestraft. Der Spenglerlehrling I. Sch. erhält 5, der Eisendreher H. S. 6, der Fabrikarbeiter O. Fr. 4 und der Porte- ieuiller A. Kr. 3 Monate Gefängnis. — Ter aus Westfalen stammende 18jährige Werkzeugschlosser W. K. öffnete in einer Wirtschaft in Rüsselsheim eine Schublade uno entwendete ein Mäppchen mit Papiergeld. Eine elektrische Sicherheitsklmgel verriet ihn. Er erhielt 4 Monate Gefängnis. Sein Landsmann, ebenfalls ein Werkzeugschlosser, der mit il/m in der Wirtschaft anwesend ivar, hatte zuerst angegeben, ihn niclft zu kennen. Er geriet desl/alb in den Verdacht der Mittäterschaft, wurde jedoch freigesprochcn. — Weil er gegen die Kriegs vorschriften ein Zckhrrad benutzte, das er sich von erneut Fahrradber.chtigten entlehnt l/atte. erhielt ein Gärtner in Offenbach vorn Schöffengericht 20 und 60 Mark Geldstrafe. Die zivefte Strafe wircde ans 30 Mark ermäßigt.
X Hanau, 27. Febr. Der 18 Jahre alte Pulverhilfs- arbeiter Heinrich Kaufmann aus Rückingen hatte am Abend des 11. Januar d. I. auf dem Bahnl-ose Niederrodenbach bei Han Mt in einem für ihn günstigen Augenblicke aics einem Posllvagen vier Postbeutel entweichet, in denen sich auch Geldbriefe mit 4612 Mk. Inhalt befanden. Das lwstohleit^ Geld verbrachte er in den Keller seiner elterliche Wohnung. Er wurde alsbald des Diebstahls überführt, die Beitte wurde ihnt wieder abgenommeit. Anßerdetn hatte er in der Pulverfabrik zwei Treibriemen im Werte von 400 Mk. entwendet. Tie Strafkammer veritrteille ihn zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis.
Letzte Nachrichten.
(WTB.) Großes H a u p t 0 u a r t \ c v , 28. Februar. (Amtlich.)
W estlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
Die Engländer setzten ihre Erkundungen an vielen Stellen der Front fort. Mit stärkeren Kräften stießen sie während der Nacht am Houthoulster-Walde und nördlich der Scarpe nach hestigl-r Feuerwirkung vor. Im Nahkarnpf und im Gegenstoß wurden sie znrückgeschlagen.
Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und HerzogAlbrecht.
Erfolgreiche Unternehmungen bei Atwrourt und Les Eparges brachten uns siebenundzwanzig Gefangene ein.
O e st l i ch e r K r i e g s s ch a n p l a tz.
Die Operationeil nehmen ihren Verlauf. In Estland hat sich das 4. Estenrcgiment zur Bekümpfuilg der das Land durchstnifenden Banden unsrem Kommando unterstellt. In Minsk wurden zweitausend Maschinengerrehre lind sechsnnd- sünfzigtanfend Gewehre eingebracht.
*
Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquartiermcister Ludendorff.
* *
*
Die Verhaftung des Senators Humberr.
Berlin, 28. Febr. Zu der Angelegenheft H u m b e r t wird dent B. T. Mts Genf bertclüet, daß diese eine nette Wendung nehme. Der Getteralstaalsün>oalt vott New Porck ntachte Ncftteftung über die Entdeckung eines Hunibert gebörigett BMlkdepots in Amerika. Der Sermtor sott dort ein Bankkonto von 170000 Dollars angeblich deutschen Ursprungs gehabt lwben. Die Summe soll vott Bolo für Rcchnnitg Huinberts eiugezahlt worden sein. Nach r."t Feststelung.u soll Humbert zeittveise in New A^rk über Bettäge vott einer lwloett Million Dollars vetffügt haben, die zum Teft nach Frankreich überwiesen lvurdett. Außerdem soll Humbert auch enum Kässettschrant' in Genf gehabt haben. Humbert erllärte sich vor dem UtttersuchungSriclilter bereft, Viesen Schwank in Anwesenheit seines Vertreters öffnen ztt lassen.
Ein schwedischer Dampfrr torpediert.
Stockholm, 27. Febr. (WTB. Nichdanttlich). Wie „Soaiska Tagblad" aus Goten bürg erfährt, ist der schwedische Lloyd- dampfer „Hugin" (2500 T-onnon) vor der Küste von Eovn- lvall torpediert lvorden.
Ein Dementi.
Berliu, 27. Febr. (WTB. Nichtuinttich.) Die von verschiedenen Mtsländiscl^en Zeitimgen tvievergegelx'ne Meldung, daß das Mol ff'sche Tele g rapheu-Buren u in oas Eigentum der Firma Friedrich Krupp A-G., übergogaitgetl sei, entbehrt jeder Begründmrg irnd ist vollständig ftei erfundett.
Herbftgemüft.
Berlin, 27. Febr. (WTB. Nichttmttlich.) Der StaatssekreiM des Kr ie gsernährungsa in ts lint seine Gcuel 7 iniglmg für erteilt, daß atTf^ Herbstgent ü s.e, über wÄches Liefermtgs- verttäge nicht zu Stmtde kmtrmen, der Absatzlvschränkung tmtrr- liegcit soll. ES dmff mfthftt jeder Anbauer für sich zwar bel-alten, was er in ,'einem Hansl^ftt verbrauckü und in fernem Betrieb verarbeiten will: geht er aber dazu über. Ware iin Hmtdes al^zusetzett, so bestimmt die ReickMelle fitt Geitrüse und Obst oder die ihr nach- geordnete zifftättdige Stelle, tovliin die Ware zu leiten ist tutd toer sie zu erlitten hat. Ju keinem Falle lvird alsdann ein hölierer, wahrscheinlich aber etn niedrigerer als der LiefetMtigSvertt'ags!- preis be^chll werden.
Aus Hegen.
Ans dein Finanzausschuß.
i. Dar mstadt, 27. Febr. Der Fiuansauss chuß der Zweiten Kammer begann heute die Aussprache ntrt der Regierung über b-cu Bormtschlag. Bei Kapitel 2 (K'ameral- und Forstgüter) wird der ^lutrag Sc b c r und Brauer auf Gründung eines Forstbetriebs,! o ck e s besprochen. Ec bezwettt u. a., daß die gegen den Voranschlag erzielten tatsächlichen Mehr- eiimahmeit zu einem Stock augesatmtwlt werden sollen, um dor<rus deit Mindercrlös aus Holz tnrd den Mehrauffvand iür Löhne, Wegbanten und Kulturen in attderen Jahren zu decken Mau einigt sick> ntit der Regierung dahin, daß bei Auttag zurückgestellt wird, bis sich das Verhältuis von Eiwnahinen uud Ausgaben flater überschau eit läßt. — Bei Kapitel 38, Gymnasium usw., wird an Hand der im Voranschlag abgedrucktetr Tabelle nachgeiviescn^ daß die Beiträge der einzelnen (Gemeinden und di? Staatszuschüsse nicht richtig abgestuft ,eten zu der Leistung 2 sä hi gleit oer eftizelnen Gemeinden. Dies gibt die Regilwung bis zu eineat gewissen Grade zu und verspricht tvach dem Kriege das (besetz über die Kosten der Scbulett nach dieser Rickjäuug hin einer Nackwrüfuttg zu ttnter- ziehen. k— Bei K'apitel 7a (Braunkohlenbergwerk Ludwigs Hoffnung) beantwortet die Regierimg die Anfrage,^ ob sich nicht durch Steigerung der Förderung eine Erhöhung der Einnahmen hatte erzielest lassen, damit, daß wegen des Mangels an Arbeitskräften eine weitere Steigerung der Förderung nicht möglich gewesen sei. — Es werden sodann die in den verschiedenen Abteftungen des Voranschlags neu attgeforderten Beamten st e l l e n zur getnemsamen Behandlutrg zusammcngefaßt und die Aussprache darüber begonnen, in der morgen . Donnerstagvormittag 9 Uhr ^wrtgefahrett lverden sott. Tie Aussprack^e tntt der Regier trug dürfte morgen zn Ende geführt lverden. Am Freitag unternintmt der Ausschuß eine Besichtigung der Hafeitanlagen und der krtegsindristriellott Anlagett in Offenbach.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachnng.
Dent Oberhessischen Viehhandelsverband sittd aus dem Erapverr* gebiet 48 Kühe als Milchkühe überwiesen, von denen ein Teft hochtragend oder frischmelkend' ist. Diese Tiere sollen an ober-, hessische Landwirte verlost werden, uird zwar zum Selbstkosten- preis, das ist der Schlachtviehhöchstpreis zuzüglich der entstmtdenert Kosten, doch ist ein billiger Ausgleich dahin geschaffen, daß gute Milchtiere und hochttächtige Tiere entsprechend höher, geringere Milchttere entsprechend modriger bewertet sind. Tie Verloj'ung ftn- det statt MoMag den 4. März, vormittags 11 Uhr, in den) Stallungen des Gastwirts Sick, Hanimstraße 7.
An der Verlosung teilnehmen kann jeder Landwirt, der fol- gettde Bescheiniguttg oorlegl:
1. der zuständigen Bürgermeisterei, daß der Landwirt über das nötige Futter verfügt.
2. des zuständigeit Bertrauensmanttes d^r Landes-Milch- mtd' 'Fettstelle, daß der Landlvirt seiner MilchablieferungsPflicht stets ordnuugsgemäß tiackigekommen ist, oder daß diese Pflt-ckft seither nicht bestanden hat.
Wer diese Bescheinigungen nicht vorlegert kann, darf an der Verlosung nicht tcilnehmen.
Jeder Landwirt, der ent Tier erhält, nmß sich verpflichten, das Tier mntdesteits' 9 Monate im eigenen Stall zu halten tmd die Milch des Tieres au die Landes-Mftck>- und -Fettstelle a^ultefern. Eine frühere Veräußerung darf nur mit Genehmigung des Ober- hessischen Viehhandels verbMrdes erfolgen. Für jeöe Zuwiderhandlung gegen diese Verpflichtung unterwirft sich der Erwerber einer Vertragsstrafe von 1000 Mark.
Jeder Landlvirt. der eilt Tier erhalten hat, scheidet für die Verlosung der übrigen Tiere aus.
Nach der Verlositttg sind die Tiere sofort zu übernehmett. Tie Tiere werdeit ohne jete Gervähr abgegeben. Der Preis ist bei der Ueberttahnte in bar zu bezahlen.
Gießen, den 26. Februar 1918. 1442c
Gberhessischer Viehhandelsverband.
,Der Vorsitzende:
Rosenberg.
I Bekanntmachung.
9tach der Vekanntntachung vom 7. August 1917 (Deutscher ReichSangtger. Nr. 187) werden sämtliche Säcke, die mit Ware gefüllt von den Verbrauchern einschließlich Sack erworben sind oder erworbert werden, ttach Entleerting für die Reichs-Sackstelle in Ansprttch genonttnen^
Tie Säcke werden vott den ntit der Einziehung der Säcke beauftragteit und mit einem Ausweis versehenen Sackhändlern (tntt der Wirksatttteit als Unleriamtnelstelleitt etn- gesatttntelt. Ettolgt die Abboltntg nicht binnen 14 Tagen ttach der Entleerung der Säcke, so ist der zuständigen Sam- melfteflc hiervon Anzeigern erstatten. Der Verbraucher ist berechtigt, die leeren Säcke attch ttnmitlelbar der Sam- melftelle zu übersenden. Soweit beftimmten Industrien das Recht zum Rnckkatts der leeren Säcke übertragen ist, sind letztere an die Jitdttstrien zttrückztlsenden.
Eigentümer von Säcken, welche die von der ReichS-Saristelle in Anspruch genommenen Säcke dem mit amtlichem AuSweiH versehenen Beauftragten der zuständigen Sammelstelle vorenthalten oder bei Nichtabholung die erforderliche Anzeige bei der zuständigen Sammelstelle unterlassen, werden gemäß Bekanntmachnng des BnndeSrats vom 27. Juli 19iß mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu Mk. 15 009 bestraft.
Als Verqütmtg für die Abgabe der leeren Säcke erbält der Detbrattcher die vont Reichskanzler in der Bekanntmachung vom I. 8. 1917 (Deutscher Reichsnnzeiger Nr. 183) sestgeseßtett Höchstüberttabmepreise. Dte Zabltntg erfolgt sofort bei Empfattg der Ware gegen Outttungsletstttng.
Für den Bezirk Lberhcssen ist die Firnta
Aron L- Co.. Frankfurt a. M.
als Dammclstelle bestellt wordett.
Als Sackhändler (Untcrsammclstclle) ist sttr den Kreis Gictzcn-Stadt die Firma
M. Ch. Mühlstein, (Äiesten
und die dazugehörigen Ortschaften — Aicben-Laud — di« Firma Sit. Tronik, Gictzcn, be elli.
Reichs-Sackstelle.
Pedell.


