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Kl. 49

Der «ietze«er Xftjtlgicy

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M. Jahrgang

MiWoch. 27. Februar 1918

PMchecklonI-: Kranlsvrt o.m.U6«6

Vankvrrkehr: Geverbedant Gießen

Zwttttngsninödnlck u. ver!a§: Vruh!'Iche Uttio.-Buch- u. Stcmönufcrei R. Lange. §chrisL!e!tung, GeschäfLzsteHe ».Druckerei: 5chu!str. 7.

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sämtlich «U Gießen.

Die vM Ru

(WTB.) Grohns Hauptquartier, 26. Februar. (Amtlich.)

Oeftlichrr Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe von Eichhorn.

Vier Tage nach Uederschi^itung des Moon-Sundes hetzen gestern vormittag die auf Reval cingrsctztcn Truppen

Radialerer. Kavallerie und Maschinengeuxhr-Scharf- schützen an der Spitze unter Führung des Generalleut­nants Freiherrn vvn Seckendorf nach Kampf die Festung genommen.

Zn Livland haben viele Städte bei unseren» Einzüge ge­flaggt. zahlreiche, durch Russen verhaftete Landeseinwohner wurden befreit.

Südlich von Pleskau (Pskow) stießen unsere Regimen­ter auf starken Widerstand. In heftigem Kampf schlugen sie den Feind. Die Stadt wurde genommen.

Heeresgruppe Linsingen.

Feindliche Kräfte warst« sich unserem in der Ukraine längs des Pripstt wrdringenden Abteilungen bei Kvtenko- tvitschi entgegen. In schneidigem Angriff wurde der Feind geworfen, Stadt und Bahnhof erstürmt.

In wenigen Tagen haben die Truppen der Heeres­gruppe Linsingen zu Futz. mit der Bahn und auf Kraft­wagen unter grotzen Anstrengungen und Entbehrungen m hr als 360 Kilometer zurückgclegt. Im Verein mit ukrainischen Truppen haben sie grafte Teile des Landes von plündernden Banden befreit. Die ukiainische Regierung hat in den vom Feinde gesäuberten Gebieten Ruhe und Ordnung wieder her- gestellt.

*

An Gefangenen wurden an der Ostfront neuerdings riugebracht: 3 DimsionSstäbc. 180 Offiziere und 3676 Mann

Gefangene » zahl un d Beute aus Reval und Pleskau lassen sich noch nicht überiehen.

*

ftou den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalauarriermeister Ludendorff.

*

Der Abendbericht.

Berlin. 26. Febr.. abends. (WTB. Amtlich.)

Die Operationen im Osten nehmen den beabsichtigten Verlauf.

Von den arweren Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Diehocherfreuliche MiÜ-eilimg", von der Graf tzert- krng irn Reichstag gesprochen hat, voll zu würdigen, sind wir erst jetzt recht in der Lage, nachdem vom Regierungs- tisch in der gestrigen Reichstagssitzmrg auch der Wortlaut des an Rußland gerichteten und von ihm angenommenen Ultimatums bekamt tgegeben worden ist Unsere Erwartun­gen sind übertrofsen: die zehn Paragraphen jistb eine so präzise Formulierung alles dessen, was wrr verlängert muß­ten, daß den Herren Trotzki und Lenin nicht das kleinste Lurchen mehr offen steht, wieder ins wilde Weite chaoti­scher Zukunfts pläne zu entschlüpfen. S-ogar die früher von Trotz ft verworfene Formel, wonach die Länder sich ver­pflichten, künftigin Frieden und Freundschaft" neben­einander zu leben, ist jetzt von den Maxirnaliften gebilligt rvorden. Wer wollte jetzt darüber streiten, ob es sich hier um einen Verstandigungs- oder einer: Machtfriederr han­delt! Im Verkehr und in den Beziehungen der Länder überzeugt nicht so sehr der gute Wille oder das entgegen- kcmrmende Wort dieses oder jenes Staatsmannes, als viel- -mehr die Macht der Verhältnisse, die Gewalt des ordnen­den Schicksals. Die Unterschrift der beiden Volkskommissare unter das Verständigungsdolirment ist uns bei weitem nicht so viel wert als die unumstößliche Tatsache, daß kerne russische Regierung mehr in der Lage ist, die Zukunft anders zu wenden, als sie in der von den Mittelmächten vorgelegben Friedensformulierung beschlossen liegt. Es hat uns nicht überrascht, daß der sozialdemokratische Führer Scheidemann gestern im Reichstage zu dem bevorstehen­den Friedensver trag den Kopf schüttelte und erklärte, die Politik, die Rußland gegenüber getrieben werde, sei »licht die der Sozialdemokratie. Wir haben bereits auf Grund an­derer Aeußcrungen aus dem sozialdemokratischen Parteilager der Vermutung Ausdruck geben können, Scheidemann und seine Genossen wünschten ein einheitliches starkes Rußland, damit-die Macht und Herrlichkeit Deutschlands nicht so hoch auswachse. Wie die Sozialdenwtratst in ihrem Parteiinteressc immer die bekannteBeretendmtgsrheorie" hochhielt, ob gleich die wirkliche Entwicklung ihr unrecht gab, so kann sic bei ihrem Drange zur Internationale auch kein sieghaftes, wachsendes und wohlgedeihendes Deutschland brauchen. Me nrgstens steht ein solches der Aufrührung weiterer Iln- zufru:denheit mit dem Bestehenden entgegen. Alle anderen Kreist aber, die nicht von dieses Gedankens Blässe angekräm kelt smd, können sich jetzt nur herzhaft freuen über diesen Ausklang des großen Weltkrieges nach der einen, östlichen Seite hin, wo mit künftigen Gefahren aufgeräumt wird, und in absehbarer Zeit keine Einspinnung und Einkreisung mehr gegen uns lebendig werden kann. Und steht es denn zudem wirklich nicht so, daß Rußland und die von ihm los- gelöjten RandvölVer bei den künftigen Verhältnissen nicht auch ganz gut selig werden, in friedlicher Arbeit und freund­lichem Einvernehmen mit den Nachbarn wohl zufrieden sein ^können? Warum ist Scheidernann nicht erfreut, daß ein großer Imperialismus, der immer voll dem Allslawentum ousaeaäugen ist, zertrümmert und zerstört worden ist? Man

soll sich bei der neuen Rede des sozialdemokratischen Füh­rers nichts vormachcn: es fließen im Grunde bloß Tränen ob der mißlungenen revolutionären Neuordnung tu ganz Europa! Die tollkühnen Prophet-en uno Soldaten der Weltumsturzid-ee, wie sie in den Maximalisten erschienen. müssen. den Rückzug an- treten, auf die Stockholmer Niederlage der Internationale ist eine neue gefolgt. Wir aber oeatcu heme oaiuL>at Der unermüdlichen Tatkraft unserer tapferen Heere, die unS dies.en Frieden erkämpft haben! Ein Blick in die Anfänge des gefahrvollen Krieges, wo gerade dieses militärisch stärkste Volk im Osten uns in starke Sorge versetzte, läßt uns um so tiefer ausatmen bei der Betrachtung des Falles eines großen eisernen Tores, das uns den Osten verschloß, an dessen Stelle jetzt ein friedliches, freundliches Gesildc urbar und wegsam gernacht wird!

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht. Wien, 26. Felrr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlmttvarl:

Westlich der Brenta schriterre ein Vorstoß der Italiener.

Der Chef des GeneralstatzeS.

Mb. Deutscher Reichstag.

(134. Sitzung vom 26. Februar.)

Am Bundesratstische: v. Payer, Graf Rödern, Tr. Schiffer. Wall.af.

Vizepräsident Dr. Paasche eröffnet die Sitzung wn 1 Uhr 15 Minuten.

I Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen.

Abg. Alpers (Dtsth. Fvakt.) fragt nach der Verlegung des Reichsausschusses für den Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte von Berlin nach emer der Hansestädte.

UnterstaatssekretLir Dr. v. Wonkheer: GS ist unerläßlich, daß der Reichsansschust jederzeü Gelegenheit hat. mit den Lbrchen Rerchsstellen in Verbmduna zu treten. Eine Verlegung in ein« Hrmjesliiidl würde das Verfahren nur oerlangsaMen.

Abg. H e ck s ch e r (Fortschr. Bolksp.) fragt nach Maßnahmen zur Besserm:g k>e-s Loses deutscher ZivilgesLngen-er in England.

Geh. Legationsrat v. Heller: Das Schicksal der gefangerren Deutschen wird mit Eifer verfolgt. Beschwerden sind wiederholt er­hoben worden. Erfolge sind schon erzielt tooedeu. Tie deutsche Regierung ttrirb weitere Maßnahmen ergreifen, insbesondere deir Zivil ge farrgenen Zusatznahrungsnrittel durch neictrale Hilfe zu­kommen zu lassen. Am schlimmsten slest es um die Deutschen in den englischen Kolonien. Tie dortige Behmrdluna bedeutet vielfach eine Grausamkeit, namentlich in Indien. Teutschrarrd verlangt die voll­ständige Räumung dieser Lager und fordert die Freilassung vieler Gefangener.

Abg. Bart scher (Fortschr. Bolksv.) Nnlnscht Befreiung von An sfu hrerschver ungen über S», unter denen die oft-- u.nd west- preußischen Seehäfen, insbesondere Königsberg, schwer leiden.

Ein Regierungskommissar sagt möglichste Beseitigung der Ur­sachen der Beschwerden zu.

Sodann nnrd die erste Lesung des

Etats

fortgesetzt.

Staatssekretär Graf Dort Rödern: Meine Herren! Bei den finanziellen Tarl-ogtmgert. für dhe ich Ihre Änfurerksamkeit zu erbitten l?abe, kann ich mich kurz fassen, da ich mich heute aus den laufenden Etat^ in dem die Mittel für die Kriegskosren nicht angefordert sind, wlbst zu beschränken habe. Ter Reich6i>aus- lMltsplan für das Fa> 1918 bietet in seiner formellen Gestaltung keine wesentliche Aendernng gegenüber den lnshc'rigert Kriegs­etats und vertnag in seinem materiellen Gehalt JlMen, die Sie an der Finanzgebarun,^ des letz-t'en Jahres teilgenommen haben, auch ivesentliche Ueberraschrmgen nicht zu bringen. Der ordentliche Haushalt balanziert mit 7 332 699 306 Mark gegen 4 941 876 080 Mark im Vvn'ahre. iveist also eine Steigenrug tun 2 390 823 246 Mark nach. Der anstroocLeittliche Hauslwlt Mießt mit 426 068 323 Mark gegen 93 201 992 Mark ab. Bei der letztsährigen Etatsoe- willigung hrttett Sie zmn Ausgleich neben larrstnden neue kt Steuern durch den 26pwzentigen Zufchsag ztrr KriegSswner eine eimnalige Einnahme bewilligt, die wir damals <mi 450 bis 500 Millionen veranschlagt, die aber m«!wa den: doprelten Betrage dem lansenden. Rechnungsjahre zugute öommen dürfte. Die Tatsache, oaß cs sich hierbei um eine einmalige Eiw.talMe handelte, die in diesem Jahre wieder zu schrfstn sein wird, führt uns zu dem Betrage, der ln diesem Jahre zum Ausgleich der besteheirden Ausgaben er­forderlich' wird, und der im Kavitel 17a mit 2875 Millionen angegeben wird. Diesen ^'amtmehrbedarf bitte ch in seine ein­zelnen Posilümen zerlegen zu dürfen. Er findet seine Hauptbe- gründung, die kwnn naher dargelegt zu werden braucht, in dem gcfteigerleu Zinsendienft für die von Ihnen seit Erbringung des rormhrigen Etats dew-illigton, anfangs des' 'nL5,'üen Etiatsjachoss d-rschöpften Kredite, die im^ Februar. Juli und Dezember vorigen Jahres mit je fünfzel-n Miliar den, also znsannnen 45 Milliarden beschKossett werden sind. Ich beginne desl?alb mit der Erläuterung >es Abschnittes, der der Hauptpoi'ten der Mehrausgaben entl)ült, also mit der Reichs schuld. Sic erfordert eine Mehrausgabe von 2,316 Milliardär Mark. Dieser Betrag setzt sch im weserrtlülvu zusainntekt ans der Smnme von 2.270 Milliarden kür den Zirtsert- )ienft jener 45 Milliarden mrd ernenn Mehr cm Zinsen in!>e von etwa 55 Millchren, für den auf 6 Millrorden erhöhten Betrag )es zur Verstärllmg für die Kriegsmittel der Rechshinrytkasse nach ^2 des -Etvtsgesetes zur Verfügung zu stellenden jährlichen l Lchat^iTveiftmgskredits ?md aus der in diesem Jahre Mi ersten Male erscl-erne'.cheu Rückzahlungss'mnme von 16,9 Millionen Mark für die .ausz.ul.osenden vier einli-albpvoren tigen Sckra tzanweisungen der sechsten und siebenten l^riogsanleihe. Der zweite 5-alkvtgrmtd >es GesamtmelTrbedarfs liegt in der bereits erwäl/nten Tatsyä-e, ^ der im vorigen Jahre beivilligte Zuschag zur Kriegs- ste ue r ein einmaliger war. sein danrals veranlagter Betrag also in diesem Jahre erneuter Deckmrg bedarf. Setzt man diesen Zuschlag -ach Maßgabe der vorjährigen VeransMagimg tmd tmter Be- cücksichigung des in diesem Jahre veranschagten Ertrags der übrigen Kriegssteu-kTr mit runtb 460 Millionen Aäark ein, dann

ergibt die Addition von 2,346 Milliarden und 460 Millionen, datz noch cm Betrag von nicht gairz 70 Millimtert an dem Aiehv* bedarf von 2,575 Milliarden sthlt, der sch aus Mindereinnahmen und Mehrausgaben der einzelnen Venvaltrmgszweige verteilt. Ter Redner erörtert dann die Mhrausgaben durch Stellenvermeh* rrmgen beim ReichSnnrtschaftsamr und den anderen Aenrtern, der Post, der Eisenbahn usw.

Bei dem außerordentlichen Etat lyabe ich lediglich darauf auf­merksam zu machen, daß die Erhöhung auf die Einstellung von 300 Millionen aus Grund des Gesetzes betreffend die Wiederher^ stellurrg der Flotte zurückzufübren ist. Noch ein Wort zu dem heute auch zur Berawrtg steherreen AbändernngSgesetz zum Kriegs­steuergesetz. Es handelt sich um eine reine Verrechrrmtgsvorschrift. Zu § 38 des Kriegsstcuergesetzes hatten Sie beschlossen, ein et- waigeö Defizit des Jahres 1916 aus die Kriegssteuer zu verweisen. Dieselbe Möglichkeit soll jetzt auch für das Reckmungsjahr 1917 beschlossen werden. Ich bemerke dabei, daß dieses Defizit sich im Rahmen dessen von 1916 etwa halten nnrd. und daß für beide zusammen die Deckung mit erheblich werriger als der Hälfte des Eirtganges der Kriegssteuer erfolgen kamr. Meine Herren! Ich habe über den Betrüg der in den beiden letzten Kriegsjahren be--, willigten Kriegssteuern sclwn im Dezember gesprochen. Ich kann ergänzend hmzufügen, daß der Ertrag der sogenannten Kriegs- g e w i n n st e u e r mit Zuschlag voraussichtlich 5 l / 2 Millionen überschreiten wird, daß die Kohlen st euer weiter in der letzten Zeit 75 Millionen im Monat gcbrack>t hat und daß b-ie Zigaretten st euer den gegen den Boransä?lag niedrigen Ertrag der Warenumsatzsteuer reiä^ich aufwiegt. Wenn wir, wie ich hoffe, aus dem Kriege ohne ungedeckte Fehlbeträge der Kriegsjahrr herausgehen werden, so ist das auf die beiden Bewilligurtgen der letzten Jahre Kurückzusühren. Daß der Reichstag die Absicht hat, an diesen bisher befolgten Grundsätzen weiter fest- zuhalten, glaube ich mit Bestimmtheit annehmen zu dürfen. Die entspreä-enden Vorlagen für das kommende Rechnungsjahr werden Ihnen, da sie noch nicht im Bundesrate durchberaten werden konn­ten, erst zu Ostern zugehen können. Die Erörterung des Etats, die auch in früheren Jahre?! der Beratung der Stcucrvorlagekj vorausging, wird im Hauptausschuß, wie ich annehme, die Zeit bis zur Osterpause auch ziemlich ausfüllen. Ob wir die Ihne» dann zugehenden Vorlagen als den ersten Schritt für die große am Ende des Krieges erforderliche Finanzgesetzgebung oder wieder als eine Zwischengesetzgebung während der weiteren Dauer deS Krieges zu betrachten haben werdert, steht noch dahin. Aber auch für den letzteren Fall werden unsere Gegner an der Westfront an dem Willen und an der Kraft, finanziell den E n d k a m p f auch an dieser Front M bestehen, nicht zu zweifeln haben. (Lebhafter Beifall.) Die Kapitalien unserer Sparer rüsten sich zrt der im März wieder aufzunehmetiden Kriegsanleihe rmd der Umstand, daß die Depositert der deutschen Kreditbanken im letzten Jahre wieder um mehrere Milliarden zugenonrnren haben, weist ebenso wie der starke Zuwachs bet den Sparkasse^ auf vermehrte Spartätigkeit hnr. Meine Herren! Zwei Mit­glieder des hohen Hauses verfolgen diese Spartätigkeit des deutschen Volke bei den Banken und Sparkassen regelmäßig in den von ihnen herausgegebenen Zeitschriften. Herr Geheimrat Rießer imBankarchiv" und Herr Justizrat Gotting im amtlichen Fach­blatt des deutschen Sparkassenverbandes. Vor mir liegt das Fe- brrrarheft detr letzteren Zeitschrift. Dort weist der hiejige Spar- kassendirektor auf enren Zuwachs von 3 V, Mil­liarden bei den deutschen Sparkassen im letzten Jahre, und zwar nach Abrechnungen aller Zeichnungen auf die Kriegsanleihe, jjm. Dort ivird die Tatsache dervorgchoben, daß sick die Zahl der tLparkassenbücher im Jahre 1917 um mindestens 1 1 /2 Viillionen vermehrt hat. Beide Zahlen beweisen doch ,vVhl, - im ^kriege nun einmal schneller rollendes Geld in weite Krei^ geflossen ist, in Kreise, welche die Millioirenzahl der Zeichner der letzten Anleihen stellt und sie hofsenllich bei der nächsten wüÄev stellen werden.

Abg. Trimborn (Zetrtr.): Das Friedensbedürfnis wächst in den Ländern zusel^nds. Dem -Kaiser danken wir sür seine Friedensbereitschaft. Leider habtm die Bemühungen des Papstes keinen Erfolg gcl-abt. Wir können dem Reichskanzler darin zu- stimmcn, daß er die vier Wilfvnschen Grirndsätze geprüft und als Gtvundlage für ein Einvernehmen anerckaTmt hat. daß keine An- nexionerr eintreten sollen, daß Belgien nicht der Schauplatz kriege- rilckftsr Machenschaften werden soll, daß es andererseits von uns niM behalten werden soll. Alles andere wird sich am Beratungs­tische finden. Die Sozialpolitik muß ausgebaut werden. Wir be­grüßen unseren früheren langjährigen Kdllcgen v. Payer in seinem neuen Amt. Seine gestrigen Ausführungen liaben ihn jedenfalls in er treulicher Frische gezeigt. (5)eiterkeit.) Möge dem Reichs­kanzler Erfolg zutell werden z?rm Nutzen unseres Vaterlandes. lBci- fall.) Wir streben einen Parlanrentarisrmrs an. wie er der o-art- scl-en Eigcn.<rrt erttspricht. Die Kriegslage ist glücklicherweise güu- sftg und im Jmrern haben die Kartoffeln gereicht. (Heiterkeit und Widerspruch.) Bei guter Rationierung werden wir auskommen. Erfreulich war die Mitteilung, daß die Brvttation nicht vermindert werden wird. Hoffentlich brirtgt die Ukrarne uns einen wünschens- werten Zuschuß. Der Landwirtschaft gebührt mtser voller Dank, zumal sie groß», Mangel an Fuhrrverk und Personal hat.

Der Wortlaut Ser Alt matumr an Uuhland.

Unterstaatssekretär Frhr. von dem Bus sch ei Von verschie­denen Sellen ist der Wunsch geäußert worden, das Ultimatum kennen zu lernen, das von den russischen Delegierten angeiwmmst worden ist. Ich erlaube mir, dieses Ulttmalnm bekanntzugeben.

Deutschland ist bereit, unter folgenden Bedingungen mll Rußland die Verhandlungen wieder auszunehmen und Frieden zu schließend

1. DaS Deutsche Reich mrd Rußland erklären die Beendigung des Kriegszustandes. Beide Nationen sind entschlossen, fortan rn Frieden und Freundschaft zu leben.

2. Die Gebiete, die westlich der den russischen Bertveter» in Brest-Lidorvsk mitgeieilten Linie liegen und zum rnsiische» Reich gehört haben, werden der territorialen Hohell Rußlands nicht mehr unkerstehen. Die Linie ist in Gegend Dünaburg bis zur Ostgrenze Kurlands zu verlegem Aus der ehe­maligen Zugehörigkeit dieser Gebiete zum Russisckien Reicl-e nxrde» ihnen keinerlei Verpflichtungen gegenüber Rußlmrd ern«ck>ian. Ruß- lMtd verzichtet auf jede Einmischung in die inneren Berbältnistv der GeRete. DeutsMand und Oesterreicl>-Ungarn beabsichtig-TTr. das künftige Sckftcksal der Gebiete im Einvernehrnen nrll 'dereq Bevölkerung zu bestimmen. Deutschland ist bereit, sobald der all­gemeine Friede geschlossen und die russische Demvbllisatüm vollem