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Nr. 48 Zweites Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Dienstag. 26 . Februar 1918

Aus Stadt nnd Land.

Gieren, den 26.Februar 1918.

** Die Generalversammlung der Steinkohle n- Vezugsgesellschaft Gießen, welcl>e am Samstag abend imPostkeller" tagte, ivar von 50 Mitgliedern besucht. Der Vorsitzende A. Dickors erstattete den Jahresbericht. Auf die Kohleirnot eingehend. verwies der Redner darauf, daß sich die Kohleicknapphnt immer mehr fühlbar gemacht hat und sich noch inehr verschärfen wird, inr Fall der Krieg noch über den nächsten Winter andauern solle. Dre rückständige Belieferung der Mit­glieder mit Brennmaterial hat in it der Zeit stark Angenommen und, um wenigstens bei der dringenden Not äb-uhelfen, mußte der Ver­ein dazu übergehen, den Bestellern die Brennstoffe in kleineren Mengen zu liefern: um dies ausführen zu können, nxrr es nötig, einen Lagerplatz yu. mieten, von dem aus die Verteilung (zwerzent- nerweise) erfolgte. Mit dem Jnslebentreten der Ortskohlenstelle fMcri 1917) und der Einführung der. Kohlenbezugsscheine wurden alle rückständigen Bestellungen auf Brennmaterial, die für zahl-' reiche Mitglieder Vorlagen, aufgehoben, mit diesem Zeitpunkt auch der ganze Betrieb der Verwaltung durch die neue Ordnung er-- schwert. Obgleich der Umsatz der Menge nach um mehr als die Hälfte Aurückging, war die Arbeitslast des Vorstandes, des Rech­ners. des .Whlenausfahrers usw. bebeutiend vermehrt. Zivar hatte der Reicl)stohlenkommissar 90 Prozent des seitherigen Kohlenver- bvauchs für unsere Stadt zugesagt, doch sind kaum 60 Prozent davon nach Gießen gekommen. Die Lieferung von Nnß- oder Küchenkohlen l>at fast ganz aufgchört. Der Verein bat in den letzten 5 Jahren folgende Kohlenmengen für seine Mitglieder be­zogen: 1912/13 bei 1352 Mitgliedern 480 Doppel-?öagen. 1913/14 bei 1459 Mitgliedern 5)20 Doppel-Wagen, 1914/15 bei 1538 Mit­gliedern 485 Doppel-Magen, 1915/16 bei 1510 Mitgliedern 538 Doppel-Wagen, 1916/17 bei 1457 Mitgliedern 253 Doppel-Wagen. Von den im letzten Jahre bezogenen Kohlen wurden 38 Doppel- Wagen ziweizentnerwri.se abgegeben. Abgesehen von einer wes ent- liefen Preiserhöhung der Brerrnstoffe selbst verteuerten sich die­selben noch wesentlich für die Bezieher durch die ueueingeführte Kohlensteuer, durch höhere Fuhr- und Arbeitslöhne sowie durch die erhöhten Frachtstempelkosten. Die Einziehung der monatlichen Beiträge für zu liefernde Brenn­stoffe bei den Mitgliedern wurde im letzten Rechnungsjahr einge­stellt, soll aber vom April dieses Jahres bei den Mitgliedern, die Kohlen bekommen haben, müder ausgenommen werden. Ter Vor­sitzende teilte noch mit, daß die Stadt bzw. die Ortskohlenstelle der Gesellschaft zur Abgabe in kleineren Mengen mehrere Waggon Westerwälder Braunkohle überwiesen hat. welche auf K'ohlenmarten (für eine Marke 2 Zentner) zur Zeit zu haben sind und auf dun Lagerplatz, Turnhalle (Steinstraße , lagern. Ter von dem Rechner. R-echnungsvat S ch i f f n i e erstattete Bericht über die Rechnung, welche von den Revisoren geprüft ^und richtig befunden ist, wurde zur Kenntnis genommen und dem Vorstand Entlastung erteilt. Die aus scheidenden Mitglieder des Vorstandes wurden durch Zuruf wicdergowäkstt, neugewählt wirrden Hilisgerichtsvollziehcr Sain- tonges und' Postsekretär Kinzenbach. Die seitherigen Mit- tzlicder der Rechnungsprüfungskom Mission wurden durch Zuruf wiedergewählt. Tie Versammlung bewilligte aus Mitteln des Re­servefonds für den Rechner 600 Mk., für den Borsitz.mden 200 Mk. pud für den Kohlenauffeher 150 Mk. Auch im lausenden Ge­schäftsjahr soll diese Ver-güttrng -aus dem Reservefonds bezahlt wer­den. Tie Versammlung beschloß ferner, ine Berechnung der Kohlen nicht mehr in Winter- ir.ii> Sommerpreisen gesondert, sondern zu einem Durchschnittspreise erfolgen zu lassen, da dies der Gereckftig- lieit eirtspricht U)td die Sominerbestellungen meist erst im Winter­halbjahr und die Windecbestellungen erst im darauffolgenden Sommer erledigt werden können.

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plan tritt Waldemar Psi.lcm.der in seinem neuesten Gesellschafts- dvama in vier AktenDer gefesselte Sieger" auf. Außerdem wird auf vielfachen Wunsch das Lustspbel .Höhenluft" mit HemU) Porten wiederholt. Siehe Anzeige.

** Schwarz-Wciß-Theater. Der 1. Film der Jve- Teebs-Serie 1918Der Onipknopf" steht bis einschließlich Frei" tag aus dem Spick plan. Auch, ein unterhaltendes Lustspiel.Ein Jagdausflug nach Berlin", gelangt zur Vorführung. Siehe Anzeige.

Letzte Slacbriditctt.

Line feindliche Propaganda gegen Ludendorff.

Berlin, 25. Febr. Amtlich. Jneiner Pressebesprechung am 11. Februar h.tt der Chef des K r i eg s p r e s s e a mri c $ den Pressevertretern folgendes mitgeteilt: Nach verschiedenen Mel­dungen, deren Glaubwürdigkeit nicht im geringsten anzuzweifem ist. ist die Enterrteyresse im Begriff, das raffinierte Mittel eines neuen PMpagandaplanes gegen die Person des ersten G e n e r a l g u a r t i e r m e i st c r s in Szene yu setzen. 23 c g mit Ludendorff, heißt dieParole. Mit diesem neuen Schlacht­ruf wendet die Entente eines der hinterlistigsten Mittel an, um Deutschland zu schwächen. Es soll damit eine große .Kluft rm d-utsclnen Volke geschaffen tvcrden. von der die Enteilte ihre stiettung erhofft. Auf ihr Schwert und unsere Aushungerung scheint man große Stücke nicht mehr zu setzen. So versucht man uns des Führers zu berauben, der a/3 rechte Hand Hindenburgs uner­setzlich ist. Ich gebe der Presse von. dieser feiudlicl^en Unternehmung Kenntnis, damit sie durch ihre Haltung der Endente von vorn­herein mich «diese Hoffnung zerstören kamt.

Btru einer näheren Bekanntgabe der tatsächlich vorliegenden Nachrichten, die zu der vorstehend angeführten Mitteilung an die Pressevertreter Veranlassung gab, mußte aus begreiflick>en Gründen abgesehen werden. Die Behandlung dieser Mitteilung in der Presse hat dal)in geführt, daß sie von einzelnen Zeitungen für den P ar­te i k a m pf und zu Angriffen auf politische Person- lischkeiten ausgenutzt wurde. Ta dies in keiner Weise dem Zweck der Mitteilung entsprach und nicht gebilligt wurde, hat das Kviegsprcsseamt in einer Preßbesprechung am 18. Mbruar die Pressevertreter ^ gebeten, diese uner­wünschten Erörterungen einzustellen, und erneut betont, daß die Presse lediglich über die Pläne der Entente unterrichtet sein falle, um sie zu durchkreuzen, sobald sie ans Tageslicht treten. Tie öffentliche Feststellung die ec Vorgänge ist notwendig geworden, nachdem die Zeitungen, die^bei den Pressebesprechmgen vertreten Ware: und somit über den Sachverhalt unterrichtet sind durch ihre Darstellung die Vermutung aufkommen lassen, ob das Kriegspresseamt den schädlichen Parteikampf oder die söulrchen Angriffe gebilligt habe.

FriedettSbereitschaft Rußlands.

Bern, 24. Febr. (W.B.) DerDcmps" meldet Petersburg: Das Exesittivkomitee des Zentralrates

Sowjets beschloß, alle Maßnahmen der Bolschewili-Regie- rnng im Hinblick ans einen Friedensschluß gut- z-uh.eißen.

Tie militärpflichtigen Engländer werden aufgefordert, sich zum Verlassen Rußlands binnen sechs Stunden bereits halten. Den übrigen Engländern wurde der Rat erteilt, Rußland so schnell als möglich zu verlassen.

In Smolensk fand eine MilitärKonferenz statt.

Petersburg, 24. Febr. P. T. A.) In der Nacht vom 24. Februar fand eine Voll ft ring des a u s f ü h r e n d e n Haupt- ausschusses statt. Nach, heftiger Debatte wurden die d e u t -

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eit Friedensbedingungerr von Brest-LittKosk, die aber urch die letzten Zusatz? Kühlmmms ergänzt waren, angenom^ men. 126 Stimmen wurden dafür und 85 dagegen abgegeben. 26 Mitglieder enthielten sich der Stimmabgabe und zwm Anarchisten nahmen an der AbstiMntung nicht teil.

Petersburg, 24. Febr. (P. T. A.) Folae-rdes Telegramm wutde heute früh 7 Uhr durch Funksprüft! cm die deutsche Regier rung in Berlin, die österreichisch -ungarisch«? in» Wien, die bul­garische in Sofia und die os.nanischp in Konstantinvpel abgesandt:

Gemäß der vom crusführenden Hauptausschuß rmd vom Rate der Vertreter der Arbeiter, Bauern und Soldaten am 24. Februar

4 Uhr 30 Minuten früh getroffenen Entscheidung hat der Rat der Volkäbeaustragten beschlossen, die von der deutschen Regienmg ge­stellten FriedenSbeditrgmrgen anznnehmen und eine Abordnung zur Unterzeichnung des Friedens nach Brest-Litowsk zu entsenden. Der Vorsitzende des Rates der Volksbeaustragien Wladimir Lenin. Der Volksbeanfttagte für auswärtige Angelegenheiten Leo Trotzki

Die Entwicklung der preußischen Hochschulen.

Berlin, 25. Febr. IM Haushalrsausschuß des Abgoorb- netenhauses teilt? bei Beratung des Kultusetats der Kultus--, minister mit, daß die Zahl der Studierenden an alten preußi­schen Hochschulen zurzeit 37 779 betrage, darunter 4104 weibliche Studier ende. Sehr erheblich vermehre sich, du Zahl der weiblichen Studierenden, was den Minister schwere Sorge nrache, zumal namentlich für den höheren und den Elementarschuttehrer- Beruf zurzeit schon eine .zieinliche Ueberfüllung ^ vorhanden sei. Für die Zukunft w'ürde er nickst umhin können. eine Warnung vor dem wwiblichen Studium ergehen zu lassen. Schließlich wurde ein Antrag angenommen, wonach die Regierung Vorkehrungen treffen soll, daß an den preußischen Hochschulen möglichst schon im Winter 1918/19 wissenschaftliche Vorlesungen über Pvli- t i k gehalten iverden, sowie ein Antrag, wvnack> behufs zweck­mäßiger Ausbildung praktischer Volkswirte in leitenden Stel­lungen, die seither geeigneten Einrichtungen an dmr Universitäten verinehri werden sollen, insbesondere durch praktischeren Ausbau der Seminare für Nationalökonomie, unbeschadet der theoretischen Ausbildung der Studierenden.

Zur Kmrzlerrede.

i. Köln, 26. Febr. Der Berliner Korrespondnrt der Köln. Ztg. erklärt zur R.nchZkanzlervck)e: Das deutsche Volk sehe den kommenden Kämpfen um so unerschütterlicher und zuversichllichep entgegen, als es mm zum ersten Male mit seiner ganzen Kraft an einer Front kämpfen könne. In diesem Augenblick legt oer Ideichs- kanzler in einer tiefernsten Mahnung den Fecnöen die Frage vor, ob und in welcher Weise Europa rifpart tverden kann, daß em.' furckstbares Blutopfer kommen muß, wenn sie jetzt nicht bereit sino, ans dem Wege der Verhandlung den Weg zum Frieden zu ftnden. Ter Kamps gclte nicht der Eroberuirg, sondern der 2)erteidigunjg, nicht der ALlrängigmaa.ung unab^ürgiger Völker, sondern der Er-, Haltung des Bestandes uw) der Selbständigkeit der mitteleuropäi­schen Staaten. Zur Rede des Vizekanzlers von Payer bemerkt die Köln. Volksztg., wenn es die Ausgabe eines Ver­treters der Regierung sein sollte, die Parteileidenschaften auf das schäftste gegeneinander zu fühcen, dann habe Payers Rede die be­absichtigte Wirkung gehabt. Mas was an Fragen der Krisgs-- ziele nicht auf dem Boden der Linken stehe, müßte sich aufs empfindlichste verletzt fühlen.

s^SoLtbstckiuls

^steaüilaüen, verbunäsn mit Porfdiule, erteilt etnlährlgenzeugnis. ail 8s

Oestentlreher Vsvtv«g

Mittwoch den 27 . Febrnar, abends 8 Uhr im HotelFürstenhof

vsrtrag höh gtoi 3 Jpolant m granffnrt n.M.

Leiterin der Zentralstelle für Frauenarbeit in der Gemeinde über:

J?» IM wir tai dasGemeiniewaiiteil?

Karten zu \ M. u. 50 pf. im Vorverkauf bei Herrn L. Lhallier, Neuenweg und abends an der Kaste. i3i9v

ALg. Deutscher Zrauenoerein Giehener hausftauen-verein

Alice-Frauenverein Israelitischer Zrauenverein

Llisabethen-Verein Nindergarten-Verein

Loangel. Gemeinde-Zrauenverein Lehrerinnen-Verein

Frauenbund der Deutschen Uolonialgesellschaft Rechtoschutz-Verein Zrauenverbaud des Deutsch. Lustflottenvereins Verein Freundinnen junger Mädchen Frauenverein vom Roten Rreuz f. d. Rolonien Verein für Frauenstimmrecht.

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Ab hente grosses Hoppel-Programm vom 26 Febrnar bis 1. März. I. Film der Joe-Deebs-Serie 1918.

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In Vorbereitung:Qiovanis Rache!

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Hotel Fürstenhof Konzert

Abschied des Herrn Brandenstein, von Frl. Lullu Erbe.

Frauenbund der Deutschen Kolonialqeskllfchaft, Abt. Kiesten.

Allen, die uns Bücher und Bilder für die Otefanuenen. laaer in Südwest zugesandt haben, danken wir herzlich dafür. - Gieichzeitia fordern wir unsere Mitalieder auf. sich am Verarbeite» der Sachen zu vorschrifts­mäßigen Mappen a« beteiligen. Vvrlä' fine Arbeitstage: Donnerstag, 28. Februar unoDienStag, k>. März 1VI8 von rr Ubr nachm, an bet Frau Kommerzienrat Noll, Molikeiiratze 14. [14i;*D]

Bis^zu diesen Tagen werden auch noch Bücher usiv. angenommen. Der Vorstand.

Gießener Haußfrauen-Berein

Anmeldungen zu dem nächsten

&itruinip?flickkursus

werden Donnerstag den 23. Februar, nachm, von 4 bis

MäuSburg 5.

6 Uhr in der Geschäftsstelle nommen.

Die ( schlosten.

entgegen ge- _ 1407 c.

chuhflicklehrstube ist Mittwoch 27. Febrnar ge- Die Vorsitzende.

Weiß-Wein

1909 er Enkircher,

1915 er Aiersteiner 1915er Riersteiner Domtal 1915 er DÜrkh. Feuerberg 1915 er Winkler Oberberg 1909 er R ii des Heime r 1907 er Ruppertöburger iAchtmorgenl

19liier franz. Nat.-Rotwein 1909 er CHLt-BrilletteMouli- 1905er CHLt-Latour deMonS

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