Nr. 3H Zwettes Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vveryessen)
Samstag. 9. Kebruar M8
Aus Ktcrdt tut6 Cattö*
G ießen, den 9. Februar 1918.
Neue Reisebrotmarten.
Amtlich wird mitgetellt: ,
In den nächsten Tagen gelangen neue Rerselwocknarien Mr Ausgabe, und zwar außer den bisherigen über 50 Gramm Gebäck auch noch solche über 500 Gramm. Diese 500 Gramm-Marken werden zweckmäßig von denen, tue Dvot nicht in einzelnen Schnitten, sondern im ganzen beziehen wollen, benutzt, also von Militärurlaubern, Binnenschiffern, Arbeitern, die außerhalb ihres Wohnortes tätig sind, Reisenden, die sich in volle Verpflegung begeben :chv. Wogen Stoffersparnis werden die Reisebrotmarlen nur in Dogen zu je 10 Stück ausgeaeben, also nicht mehr auch in Heften. Aus dem gleichen Grunde sind tue Marken bett bisherigen gegenüber erheblich verkleinert. Die 50 Gramm- Markenbogen zeigen als Wertpapierunterdruck einen grauen Reichsadler auf graublauem, die 500 Grau:m*Martendvgen einen solchen auf rotgrcmem Gruiide. Zur Verhütung von Fälschungen ist das Papier mit Wasserzeichen sonne roten und blauen Fasern versehen.
Mit der Ausgabe der neuen Marken werden die bisherigen noch nicht ungültig; sie gelten vielmehr neben den neuen noch bis zum 15. März einschließlich. Erp vom 16. März ab dürfen nur noch die neuen verwendet werden.
Ferner hat das Direktorium der Reichs ge tr Lid este l. e neue Bestimmungen über die Entwertung der eiugelösten Marken durch Bäcker, Gastwirte nsw. getroffen. D:ef-e haben nämlich die Marten sofort nach Empfangnahme zu eick- werten. Reichen in Zukunft die Bäcker nicht eickwertete Reisebriotmarken den Gemeinden ein, um Mehl darauf geliefert zu erhalteir, so werden ihnen solche nicht angerechnet werdeii. Die Bäcker werden also, um sich vor Schaden zu hüten, gut tun, die von beit Kommunalverbänden noch ergehenden näheren Bestimmungen über die Enckveriung sorg- fälrig zu beachten. +
** Amtliche Personalnachrichten. Der Großherzog hat am 9. Januar dem Lehrer an der Volksschule zu Mainz Ärdwig Buxbaum anläßlich seiner Versetzung in den Ruhestand das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. — In den Ruheftand versetzt wurde an:
9 Januar der Lehrer an der Volksschule zu Mainz Ludw:g Buxbaum auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste mit Wirkung vom 16. Januar.
** Auszeichnung. Dem Kaufmann Gefr. Heinrich Giel wurde das Eiserne Kreuz 2. KlcZse verliehen.
^Beförderung. Adam B eck, Inhaber des Ester nen Kreuzes, wurde zum Unteroffizier befördert.
** Steuermahnung Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stabt Gießen befindet sich auch die Mahnung des 5 Zieles der Gemeindesteuern und Kanalgebühren für das Rj. 1917. Die Zahlung kann noch bis einschl. 2. März bei der Stadtkasse ohne Kosten erfolgen. Nach Wlcmf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wodurch Pfandlingskosterr entstehen. Wer seine Steuern durch Postanweisung, ZaUkarte oder Ueberweisungsscheck entrichtet, hat außer seinein Namen die Nummer des Hebregisters anzugeben und gleäckMitig die vorgeschriebenen Gebühren miteinzuzahlen. Zur Förderung des bargeld losen Verkehrs wird wiederholt gebeten, sich der Heber Weisungen aus Bant-, Scheck oder Sparkafieickonten zu
bedienen. . ^ L „
** Städtischer Eierverkauj. In der Wvche vom 11. bis 17. Februar d. I. werden an die Bezugsberechtigten gegen Abgabe der Ei-ermarke Nr. 24 je 2 Eier abgegeben. Siehe Bekanntmachung im Anzeigenteil. ....
** S aa t karto fseln. Wie uns geichneben wird, dürfen nach der Bekanntmachung des Kriegsernährungsamtes vom 3. Februar 1918 S-aatkackoffettr aus eurem Kommunalverband in einen Wideren auch dann geliefert werden, wenn die Lieferung aus Grund eines in der Zeit vom 5. Februar bis zum 5. März 1918 einschließlich ^geschlossenen und-von dem Kommunal verband, aus dessen Bezirk die Kartoffeln geliefert werden sollen, genehmigten schrisllickien Vertrags erfolgt. Wer auf Saarkarbvff-ett: reflektiert, muß rechtzeitig mit seinem Lieferanten, sofern dieser in einem anderen Kounnunalverbande wohnt, den schriftlichen Vertrag ab- schließcn und die Genehmigung des zuständigen Komimuralver- bands einholen. Soweit Saatgutverträge bereits vor dem 15. November 1917 abgeschchssön sind, behalte:: diese ihre Gültigkeit.
** Rotes Kreuz. . Die Weihnachtsgaben des Hessischen Roten Kreuzes sind bei unseren Soldaten im Felde gut ange- komrrwn. Bis setzt gingen bei der Matcrialien-Abtettung im Alten Palais zu Darmstadt etwa 1300 Empfangsbestätigungen und Dankbriefe ein von Truppenteilen, Lazaretten im Felde, Lazarettzügen und den Internierten m der Schweiz. Me Schriftstücke attnen warmen Dank an die Heimat. Soweit es sich um Empfangsbestätigungen und Briefe für Gäben handelte, die Unsere Zweigvereine, Gemeinden oder Einzelpersonen Asteten, wurden diese Schriftstück sosori M die Spender weitergeleitet. Dies wird auch fernerhin geschehen. Leider können eine Anzahl Stifter Nachricht über den Verbleib ihrer Gaben nicht erhalten. Es haben nämlich manche Truppen, bestätigungen Mrüickgeschickl. sondern ihren herzlichen Dank in welche Einheitsschachteln bekamen, die aus verschiedenen Zwergvereinen und Gemeinden stammten, nicht dre einzelnen Empsangs- einem zusammensassenden Schreiben chlsgedrückt. Durch dieses 'gutgememte Verfahren bleibt indessen der Materialien-MteilnuO und den Spendern unbekmrnt, von wem die Einheitsschachtelft herrübrten, welche die betreffende Truppe erhielt. Die Haupt-, sachc ist:! unsere Feldgrauen haben Weih nach tSge scher »ekommev und sich darüber gesteut.
** Vom Hessischen Landesverern v o in Roten Kreuz wird uns geschrieben: Unsere Mateckalien-Abtettung beschenkte in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember des vorigen Jahres 1495 wieder ausmarschierende Soldaten mit Gaben im Werte von 5980 Mark: desgleichen 1014 Mann im Felde auf Wunsch mit Sachen im Werte von 11408 Ndark. Im Kalenderjahre 1917 wurden auf diese Mckse beschenkt 8971 tbäairn mit Sachen im Wecke von 31437 Mark. Büchergaben sind hierbei nicht mitgezählt "worden.
** Der G ie ßen er Haus fr allen verein Veranstallet eben bei reger Beteiligung den ersten Strümp sslickkursus, in welchem an 4 Nachmittagen nach leichtfaßlick-er Methode, gelehrt wird, wie an Hand von gut ausgevoobten Schnitten gewebte, alte, sonst völlig uni.rauchbare Strümpfe durch« Einsetzen von Sohlen, Fersen oder Spitzen, aber durch Herstellen und Ansetzen von ganzen Füßlingen wieder tadellos instand gesetzt werden. Auch lassen ^sich, aus alten Damenstrüntpfen noch Kmderstrümpfe Herstellen. Fiir die Ersatzteile sind nicht allein alte Strümpfe, sondern ebensogut Stücke von llnterbernfleidern, stärkeren Unterjacken usw. verwendbar, auch läßt sich das Verfahren in etwas veränderter Fornr bei gestrickten Strümpfen allweudcn. Bei d<r jetzigen Znrappheit der Stopf- und Strickgarne und dcr Schuft eri^eit, sich neue Strümpfe zu beßchassen, ist ,'der Besuch des Unterrichts allen Frauen und Mädchen zu empfehlen. Annveldimgen zu dem. 2. Kursus tverden in der Geschäftsstelle, Maus bürg 5, Möntwa den 11. Februar von 4—5Vs Uhr entgegeng-enMninei:. Siehe Anzeige.
** Berufsausbildu n g Am 2. August 1917 hat der Bundesvar eine Verordnung \tuc das Deutsche Reich erlassen. nach der nur Handelsschüler mit geprüften und amtlich bestell'. : Handelslehrkräften, weiteren nach einem ord- nuitgsmäjfi-Dtt, amtlich genehnvigten Lehrplan int Klassen- unterricht bestehen dürfen. Die Gießener Handelsschule (Her
mes Lehrinstitut) hat sich, gemäß diesen Bestimmungen um- gebildet, sic besitzt heute einen in der Praxis gut bewährten, gepr. Handelslehrer als Schulleiter, sowie geprüste Lehrkräfte als Lehrer resp. Lehrerinnen. Alles Nähere besage die Anzeige in diesem Blatt.
** Schwarz-Weiß-Theater, Seltersweg 81. Bon heute bis einschließlich Mvittag, 11. Fe!bruar, gelangen zwer Film- dramen „Ter Salon-Cowbov" ünd „Das letzte Rennen" zur Aufführung. Siehe Anzeige. ' „
** Lichtspielhaus , Bahnhofstraße 34. Von lieute ab gelangt das Filmlverk „Strandgut" mit Ellen Richter in der Hauptrolle zur Aufführung. Siehe Anzeige.
** Kaninchen- und Hafens el l e. Zur Ablieferung der beschlagnahmten Kaninchen-, Hasen- und Katzenfelle wird uns geschrieben, daß von den im Mvnat Januar abgckiefecken Fellen d:e Hälfte fehlerhaft waren. Tie Felle waren zum Teil garnicht gespannt, eingeschnitten und wehr oder weniger verdorben. Durch diese Mangelhafte Behandlung der Felle schädigt sich der Tierhalter nicht nur selbst, istdem er an seinen Fellen Abzüge bis zu 75 Prozent des Weckes erleidet, er schädigt auch das Vaterland, welches jedes Fell für Heereszwecke braucht. Außerdem macht er sich auch strafbar. In der Bekanntmachung vom 1. Juni 1917 heißt es unter anderem: „Mit Gefängnis bis zu einem Jahr und mit Geldsttase bis zu 10 000 Mk. oder mit einer dieser Strafen Ivird bestraft", unter Absatz 3: „wer einen Gegenstand, der vmr einer Aufforderung (§§ 2, 3 des Gesetzes, betreffend Höchftprerw) betroffen ist, beiseitesch«afft, beschädigt oder zerstöck". Es ift nicht nötig, daß dies vorsätzlich geschieht, man nracht sich schon ftraibar. wenn die Gegenstände durch Fahrlässigkeit beschädigt werden. Ties läßt sich durch einige Sorgjal-1 vermeiden. Manftese die aus klär ende,: Merkblätter durch, spWme die Felle aus und liefere sie getrocknet ab. Werden die Felle in guten: Zustande >abgeli<eck, so wird der volle Höchstpreis, lvelche für Felle über 180 Gramm 1,60 Mk. betragt, bezahlt. Wem aber die Arbeit des Trocknens zuviel rft, der kaun die Fette auch naß. gleich nach dem Abziehen ablieseru. Dte oor- gckschriebenen Abzüge für nasse Felle bettaigen 75 Prozent vom Höchstpreis. Um aber der Bevölkerung entgegenzukommen, tauck der vereinigte Kaninchenzucht- Und -Pilegeverein Gießen dieielben zu 50 Prozent des Höchstpreises auf. Nähere Auskunft, Merkblätter und Fellspanner in den durch Plakate gekennzerchneten sammelstellen. Auch schriftlich durch Gustav Koch, Karsevallee 32 Am Sonntag den 17. Februar laßt der genannte Verein rn oftentttcher Versamnftung durch Herrn Steinbrecher-Tarmstadt über dreien Ge«g-enstand einen Vortrag halten. Die Krr.egs-Fell-Akttengei ell- sck>aft stellt zur Anschauung eine große Kollektton gut und fchlecyl behandelter Felle aus. Nähere Auskunft werden ftnzergen geben.
Landkreis (ließen.
** utvhe, 8. Febr. Unteroffizier Karl Rühl, Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Masse und der Hessischen Tapferkecksmedartle. wurde zum Sergeanten besördeck. -
Kreis Schotten
S Schotten, 8. Febr. Im Beisein .mehrerer Mckgtreder des für den Kreis Schotten geoildeten Ehremursichusses für den Ankauf von Gvldsachen fand im hiesigen Rathaussaal erne Verlosung von zwei Goldarrkaufs gedenk b l ä ttern statt. Das erne Ge- denkblatt kam müh Schotten, Iws andere nach Laicbach
O Gedern, 8. Febr. Ter Fiärftliche Forstschütze Gecrerter Ferdinand Oberheim «wurde mit der Hesftschen Topserkerts- medaille ausgezeichnet.
Starkenbura und Rhcinßrssm.
--- R üde s hei m, 8. Febr. Zun: ersten Mal seit dem 5. Jan. lag heute wieder Sonnenschein über dem Rheingau. Sonst herrschte in den ersten Wochen trübes Wetter, in den letzten 14 Tagen stdoch ein undurchdringlicher Nebel., der den SÄifsabcksverkchr empftnd- lichi beernträch'tigle.
Fc. Aus der Pfalz, 8. Febr. Rerchsrat Franz von Buhl in Teideshein: hat zur Errichtung der bei der Universität Mün>ck«en geplarften Forschangsansbalt für Schrdlingsbekainpsnng die Sunkme von IM 000 Mark dem Kirltus Ministerium überwiesen.
Vessen-Nassnu.
-- H ö cb st a M . 9. Felr Tie Stadtoerordnetenversammlmrg beschloß, die durch Penswmerung fteiwerdende Hauptlehrerstette im Stadtteil Sindlingen in eine RektorsMe umzuwandeln.
Fc. Wiesbaden, 8. Febr. Exzellenz von Plbetz, der stellvertretende General des 8. Armeekorps, scheidet aus seiner Stel lang mis und siedelt wieder nach hier über.
Lk-vchNchs ßac&ridHcm
Gottesdienst ain Sonntag den 10. Februar.
Eua.*i?,e6t;chc hicrn z inöe.
In der Stadtkirche. 9Vs: Pfr. Schwabe:1t: Kinderk. s. d Mark.-Gem. Psr. Sckwabe; 6: Pfr. Mabr. — In d. I, o h a n n e s- kirche. 9y 2 l: Psr. Ausseld; 11: Kinderk. f. d. Joh.-Gem. Pft Ausfeld: 6: Pft. Bechtolsheimer: 8: Biüelbespr. im Johmuressaal. — Kirchberg. Vorin. 10. — Mainzlar. Nackm. iy 2 . — Lollar. Mds. 8: Kriegsbetstunde.
Uathslische Gemeinde.
6V-,: Gel. z. hl. Beicht: 7: Hl. Messe: 8: Aust. d. hl. Komm. 9: Hochamt mit Pred.: 11: Hl. Messe m. Pred.: 2: Christenl. davWft And. Dienstag u. Freitag, abds. 8: Kxiegsbittand. Sams tag 16. Febr., nachm. 5 u. abds. 8: Gel. z. hl. Beicht. — Diaspora Gottesd. am 10. Febr.: Grimberg 9*5, Hungen 9V 2 . — Ascher Mittwoch wird nach den Messen die geweihte Asche ausgsteilt.
fehlungen gegen § 176 Abs. 3 des StGB, begangen zu haben. Er wird nach nichtöffenllickjer Verhandlung zu zwei Jahren Gesang nw verurtellt. — Ter Taglöhner Max Z o p f aus Ravensburg Uvhl emem Quartierwirt 76 Mk . die dieser in seinem Bett verfteat ^atte, urrd ging damit slüchttg. Er wurde inzwischen m K:et wegei: eines anderen Diebstahls vernckeilt und erhielt immneyr unter Ernrechnung der Kieler Strafe 4 Jahre Gefängnis.
I Dar m sta dt, 6. Febr. Die nächste Sch lv u r g eri cht s - t ag ung für Starkenburg wird am 4. März beginnen. (Vor- itzender: Lairdgerichtsrat Schinidt, Stellveckreter: Landgerichtsrat Tr. Lehr.) Aus der Tagesordnung stehen vier Fälle, von den«: drei unter Ausschluß der Oessentlichte:t verhandelt werden dürften.
I T a r m st a d t, 8. Febr. Der Kriegsinvalide Gg Täufer von hier, Vater von vier Kindern, bezieht eine Rente von 65 Mk. monatlich, ist aber teilweise erwerbsfähig. Dem Beispiel eines iürz- lich verurteilte:: Verwandten folgend, prellte er verschiedene vcurs- besitzer, irü-em er angeblich Dachausbesserungsarbeiten ausführte und sich teuer bezahlen ließ. Auch verübte er diese Schwindeleien verschiedene Male unter falschem 9^an:en. ,11nter Zubilligung mtU dernder Umstände erhielt er 6 Monate Gefängnis.
B-iefkaften der Uedaktion.
iAnouvme Tlufragcn bleiben unberücküchttat.»
Zrau rc„ Kietzen. Wir sind nicht befugt, darüber Auskunft
zu eckeilen. ^ c ^
p. M. 100. Wenden S:e j:ch an das Betrrebsanck I, dahun, wo Sie alles Nähere erfahren können.
Vermachtes.
* Ein polnischer Anw ärter für den Nobelpreis. Tie Krakauer Akademie der Wissenschaften hat den polnischen Romandichter Wladislaw Reyntont für den ltterarischen 9kobelpreis dieses Jahres in Vorschlag gebracht, und diese Kaudidaftir soll der Wiener Wochenschrift „Polen" zufolge günstige Lülsftcht .haben. Reymont ist einer der hervorragendsten polnischen Romandrchter «der Gegenwart. Sein Ron:an „Tie Bauern", der in deutsckstr Übersetzung bei Eugen Tiederichs in Jena erschienen ist, gibt ein Gemälde des ländlichen polnischen Volkslebens in größtem Stile und hat bei der deutschen Krittk wohl durchweg eine höchst rühmliche Msnahnre gesunde::. Gleichfalls in deutscher Uebertragung ist Reymonts sozialer Roman „Das gelobte Land", erschienen, dessen Schauplatz die große polnische Fabckkitadt Lodz mit ihren in:- geheurer: Gegensätzen bildet. Gegenwärtig arbeitet Reymont W: einen: großen geschichtlichen Romane, der de:: Niedergang.Polens und der: erster: Ausstarid von 1794 zum Gegenftande hat. per Dichter würde, wenn er den literarischen ddobelpreis erhalten sollte, nach Henrik Sienttewicz u:ü Frau Curie-Sklodowska der dritte Llstgehörige >des polnischen Volkes sein, dem diese Auszerchmmq zufällt.
Meteoroiogische veodachtungen der Station Giehen.
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Höchste Temperatur am 7. bi* 8. Februar 1018 ---- -s- 9,4' 6. 9'liedrigste „ * » » * 1^18 = — 7,0 C«
Niederschlag 1,4 mm.
Gießener Strafkammer.
Gießen, den 8. Februar 1918.
Der vielfach^ :nsbapndere wegen Diebstahls, vorbestrafte Andreas I. von Friedberg, der z. Z. ein-e 2jährige Zuchthausstrafe verbüßt, sowie der SrÄchmacherlehrling Karl G. von Friedberg, sind aiVellagt und geständig, in der Nacht vom 16/17. Mai 1917 eine:: dmn Hauptlehrer 2dj>. in Friedberg gehörigen Stallhasen :m Wecke von ca. 12 Mark und in der Nackst vom 29./30. Ada: v. I. zwei der Witwe E. in Fckedbevg gehörige Stallhasen :n: Werte von ea. 30 Mark ans umschlossenen Räunrer: entwendet zu haben. I. erhielt unter Einbeziehung einer ihm am 11. Januar l. I. wege,: D iebstahls zuerkannten Zuchthcn:sstrafe von 2. Jahren eine Gesanttzuchthausstrafe von 2 Jahre:: und 6 Monaten und der Angeklagte G. eine Gesamtgefcdrgnissttafe von 3 Monate::.
Der HandAsmani: Isaak W. zu Rüddungshause:: ist vom Schösfengerickft Grüuberg von der Anklage des Diebstahls und der Tier.au älevei fteigesprocher: worden. Geger: dieses Uckell verfolgt die Staatsanwaltschaft Berufung. Es wird ihn: zur Last gelegt, mn 12. Juni 1917 die Schwanzhaare dreier den: Landuürt Ludivig L. ftn Wettershain gehöckger Kühe abgeschnittcn und cnt- :ve.ndck zu habe::, ferner ein Tier dadurch gegnätt zu haben, daß er die Schwanzhaare zu hart absckinttt, so daß einen Tag la:rg das Schwanzende blutete und dun Tiere hefttge Schmerzen verursachte. Ter Angeklagte bestcktt auch heute die ihm zur Last gelegten Sttaf- tcrten; trotzdem erachtete ihn das Geckcht was Grund der Zeugenaussagen für iibersührt und üenirtetlte ihn wegen der E:ftwend:mg der Sch:vai:zhaare zu 3 Wochen Gefängnis, bezüglich der Tierquälerei blieb es bei der Freisprechlmg.
Tic Elise G., Wsttwe. von Bernsbirrg erhielt einen Strafbefehl vor: 20 Mark, weil sie anfangs Juli 191? Butter hergestellt ::ud dieselbe an andrere Eiinvohner verkauft habe. Mf ihmn geg-e:< den Strafbefehl erhobenen Einspruch:vurde sie von: Schösfeugerich^ Alsfeld frei gesprochen. Ge.ger: dieses llrtett verfolgte die Staats - anumltschafl Beri:fu::g. Die Angeklagte ist geständig, einem in 'Urlaub befindlichen Soldaten, ehe er wieder ins Feld abreis.e, Mlf Bitten 1,3 Pfund Bittier zu 2,50 Mark verkauft und an nnsns anderen Einwohner als E:ttgelt für geleistete Arbeit auf dessen Verlangen Butter gegeben zu haben. Das Gericht hob das angefochtene Urteil auf und verurteilte die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 5 Mark bzw. 1 Tag Gefängnis.
GerichlsfaaK.
I Tarmadt, 7. Febr. Der verheivatete Schul Verwalter Kalbfleisch von Lampeck^eim ist geständig, zahlreiche Der
Letzte Nachrichten.
(WTB.) Großes Hauptyuartier. 9. Februar.
(Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht.
Nördlich von Passchendaele und westlich von Oppv machten wir in kleinen Jnfanteriegefechten GefangenL. TurS Vorsühlen einer schwachen Erkundungs - Mteilung bei Fontaine-les-Eroisellrs löste beim Feinde auf breiter Front heftige Femrtätigkeit aus.
Herzog A lbrecht.
Am Osthange der Lotes Lorraines hat ein Handstreich gegen die feindlichen Stellungen nördlich von Ronvaux Hr-
Die frmrzüfische Artillerie war in einzelnen Mfchnitten zwischen Maas und Mosel tätig. Nördlich von rivrap wurden Amerikaner gefangen.
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Der Frieden mit der Ukraine ist heute 2 Uhr morgens unterzeichnet word en.
*
Bon den anderen Kriegsschmiplätzeit nichts Neues.
Der Erste Generalguartiermerster L u d e n d o r f f.
Die Lage in Rußland.
Amsterdam, 8. Febr. (WTB. Nichta:nttich.) Nach einem hiesigen Blatte erfähck die „Times" aus Petersburg: Nack, lau bestätigten Gerüchten fahren infolge des Vorgehens des Generals Merejew längst die Eisenbahnzüge nur noch von Moskau bis Wvronesch. Aus stdolMw' wird geineldck, daß das bolschewistische Hauptguartier und der Stab :mch Petersburg .übergeführt werde:: sollen, weit die polnischen Legvonsioidaten emem Teil der russischen Front bedrohen.
Die Versenkung des amerikanischen Truppentransportdampfers Tuscania.
Washington, 7. Febr. (WTB. Nickstamtlich.) Reuter. Krieqssekretär Baker gab folge::de Erllärung ilber d:e Berfen- kimg der „Tuscania" bekannt: Tie Versenkung stellt sich uifteren Kckegsverluste:: in ihrer unbarmherzigsten Gestalt von Angesiast zu Angesicht gege:rüber. Es ist eine neue Herausforderung, <m die zivilisierte Welt seitens des Gegners, der d:e He:ml:chke:t und Wildheit der KriegsAhrung vervollkommnet und totbringender gestaltete Wir urnssen diesen Kckeg gewiwren und werden d:csen Kckeg gewinnen. Trc Verluste machen auch uns bann e:mg, unsere Absicht, vorwäckszukommen entschlossener zu nuichen.
den Stuhlgang
bei Erwachsenen und Kindern*
Aerztlloh empfohlen! Origlnaldose Mk . 1 .50.
Unfibcrtr. i s.rasohen u. vorzflgl Wirkung Erhältl. in Aofttbekea


