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Eine russische Kriegserklärung gegen China?

London, 9. Febr. (Reuter.)Times" erfahret: ans Peters bnrg, !d» der Rat der Volks tomntissare dwKriegserklä r uitgi gegen China erwäge, weil dieses die Ausfuhr von Lebens­rnitteln noch Rußland verweigert.

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Die schwedische Schiffsexpedition für Finnland.

Stockholm, 8. Febr. Svenska Tttegrambyran meldet: Ein Teil der nach Finnland ent s and t e n Schi ffe hat in der Nacht den hiesigen Losen erreicht. Der andere Teil wird heute erwartet. Die Gesamtzahl der aus ihnen Heimgeführten beträgt 427. Auch drei russische Bolsche:nisten sind m: Bord. Aeitrmgs- vertreter schildern die Reise reich an fürchterlichen Erlebnissen. Ein Zollbeamter wurde vor den Augen der Fahrgäste ohne den gerinZter Anlass von Roten Gardisten erschossen.

Stockholm, 9. Febr. Tie finnische Gesandtschaft erhielt gestern morgen ein Telegramm ans Dornoa, daß sich in Tornea am Mtttttwch al»end die russischen Soldaten ergeben haben. Dic Weißen Garden verloren 5 Tote und 7 Verwundete^ Ir: Uleaborg fies ein ganzes Viertel den Flammen inw Ocher. Die ilielanden Einwohner wurden von den Revolutionären mederge- schossen und allerlei sonstige Grausamkeiten gegen sie verübt. Tor­nea ist jetzt ruhig.

Ein neuer Oberbefehlshaber der Entente?

Bern, 8. Febr. Pariser Blätter veröffentlichen heute die Mel­dung. daß in Rechtfertigung der auf dic Konferenz zu Versailles gesetzt«: Envartungeu eine gemeinschaftliche Beschlußfassung über das Oberkommando der alliierten Kräfte erfolgt sei und nunmehr ein General von bedeutendem st rategi­schen Können.o in denbürg als Gegner gegen übe r- gestellt werde.

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Französische Heere unter amerikanischer Verwaltung

Berlin. 9. Fetlstuar. Nach einer L.-A.-Meldung ans dem Laag veröffentlich«:>Times" Einzelheiten über die Versor­gung des amerikanischen Leeres in Frankreich. Es mr dafür nötig, die vollständige Verfügung über vechchiedene fran­zösische Hafenstädte zu erhalten, um alle Bedürfnisse dem Heere aus Amerika zuzmühren, denn in Frankreich selbst darf für das cimteLanHche Heer nichts reguiriert oder gekauft werden.

Diktator Wilson.

Berlin, 9. Febr. Wie dem f £. A." aus Genf berichtet wird, hat nach einer Depesche des >Mtttn Senator Overmann, einer der nächsten Freunde Wilsons, einen GefetzeiMvurf eingebcacht, um die Gewalten Wilsons für die Kriegsdauer auf Kosten des Parlaments $n verstär ke n. Das Wort Diktatur wird ver­mieden, die Absicht ist jedoch offenbar.

1 senilen Dampfern hatte der eine 315 000 Liter Run: von Nrartinique nach. Bordeaux geladen, der andere englische Schoner Charles Eisenerz nach Swansea.

Der Chef des Admiralstabes der Marine.

Die Behandlung des Kapitäns v. Müller durch die Engländer.

Berlin, 8. Febr. (WTB.) Das Reuterfche Bureau versucht die von Kapitän von Müller einem Korrespondenten des Wolffbureau gegenüber gemachte Behauptung, daß seine Behand­lung aus dem englischen Linienschiff .London" auf dem Wege von IMö inrch England nicht ritterlich gewesen sei, zu bestreiten. W gibt zwar zu, daß infolge eines unglücklichen Zufalls Kapitän von Müller ohne \6x& Gepäck hätte abreisen müssen, daß man ihn: aber cm Bord des Schiffs etwas ausgeholfen hätte. Es verschweigt aber zum Beispiel, daß Kapitän von Müller die Fahrt nach Englate bei kühlem Oktoberwvtter nach einer vorhergehenden Angina-Er­krankung, die ihn körperlich sehr mitgenommen hatte, in einem! ganz leichten, dem Klima Maltas entsprechenden Anzüge machen i-rußte. Tatsächlich aber galten die Beschwerden des Kapitäns von Müller weniger der eigentümlichen Art seines heimlich vorbereiteten und ihn völlig überraschenden dlbtransports von Mal t a, als viel­mehr den Behandlungen an Bord der .London" und nach seiner Ankunft in Tevonport. So erwiderte der von mehreren Offizieren lrmgefrerte Kommandant des Schisses, als von Müller an Bord kam 'und den Kommandanten und die Offiziere höflich grüßte, den Gruß nicht, sondern zeigte ihm mit einer brüsken Landbewegung den Weg nach Achtern zum Niedergang in die für von Müller be­reit gemachte Kammer. Zwei Posten mit aufgepflanztem Seiten­gewehr setzten sich vor und hinter von Väüller. In dieser Auf- nwchung, die man wohl an Land schweren Verbrechern gegenüber angewandt sieht, wurde der unter dem Druck der öffentlichen. Mei­nung der Welt von den Engländern selbst als ritterlich bezeichn-ete Kapitän von Müller in die Kammer gchvacht- Der Weg zu der dem deutschen Kvmmdndanten angewiesenen Toilette füllte über Oberdeck, auch bei schlechtem Wetter im Atlantic, wo fortgesetzt starke Spritzer über dasselbe lftniveggingen. Hierbei wurde von Müller in den ersten Tagen wie bei seinem Empfange an Bord von zivei Bosten mit aufgepftanzbem Seitengewehr begleitet. Erst Ms eine diesbezügliche Bemerkung dem Kommandanten gegenüber wurde diese eigentümliche Behcrtelung etwas geändert. Reuter verschweigt «srner, daß von Müller wach der Ankunft in Devonport von dem Linienschiff .London" fort für zwei Tage in eine Militär- Arrestanstalt gebracht und zunächst in eine kalte Soldaten- zelle eingesperrt wurde, bis auf eine Beschwerde hin ihm in ber Arrestanstalt eine andere Unterkunft zugewiesen wurde.

Übrigens sei bei dreser Gelegenheit bemerkt, daß Kapitän von Müller durchnrs persönlich nichts daran liegt, über seine eigene "^Wandlung in England als Gefangener zu klagen. Er ist nur einerseits der von der englischen Presse vetti retteten Legende ent­gegen getreten, das; er von den Engländern besonders gut behandelt worden sei, andererseits war es ihm darum tun, auf das Los von vielen Tauseicken noch gesungenen deutschen Zivilisten und Marine- und .Heevesangehörigen a!mmerksam zu machen durch den Hinweis, daß in vielen englischen Lagern sehr erhebliche Mängel der Einrichtung !mrd Bvhaatenng bestehen. Ueber diese wird noch zu sprechen sein.

Der Rücktritt des Kabinetts Seidler vom Kaiser abgelehnt.

Wien, 8. Febr. (WM.) Dir morgige ..Wiener Zeitung" veröffentlicht folgendes Mlerhöchste Handschreiben:

Lieber Ritter von Seidler! Im Einverständnis mit den übrigen Mitgliedern im Ministerium haben Sie mtt angesichts der parlamentarischen Situation die Bitte um (Bewährung der Demission: des Gesamtkabinetts :mterbreitet. Da ich aanz be­sonderen Wert darauf tege, daß das mein volles Vertrauen be- sitzende, :mter schwierigen Verhältnissen bewährte Ministerium im Amte verbleibt, firrde ich mich rächt bestimmt, der gestellten Bitte zu willfahren.

Baden, 7. Februar. Karl m. p. Seidler m. p.

' Der Seefrleg.

Neue N-Boot-Erfolge.

Berlin, 8. Febr. (Amtlich.) Eines unserer U-Boote, Kommandant Kapitänleutrrant R e m h, hat kürzlich im west­lichen Teile des Aermelkanals und an der französischen Westküste acht Dampfer und zwei Segler mit rund 28 000 Br. -R. -T. versenkt. Vier Dampfer wurden aus -gesichertem GeleitSzuge herausgeschossen, darunter der englische D«irvser Arrino (4434 Tonnen), und ein etwa 6000 -Tonnen großer Dampfer vom Typ der City- Lmtt Zwei weitere Damvttr wprdm: vor Cherbourg ver- ettit, frrifcf tie^beiader. mit Beskimmurrg nach Cherbourg, also höchstwahrscheinlich .Kri»g-7rptteriastransvorte. Zwei an- üiic Dampfer, banmtrr der französische Dampfer Union, haUen Kohlen für Frankreich cm Bord, von den beiden ver-

Aus dem Reiche.

Der GeüurtStagsdunkerlaß des Kaisers.

Berlin, 8. Febr. (WTB.) TerRttchsanzcigett' veröffent­licht folgenden Erlaß des Kaisers an Pen Reichskanzler:

Zn meinem Geburtslage sttid mir aus alle:: deutschen Lande:: und weit darüber hinaus unzählige treue Grüße und Wünsche hergebracht worden. Je ernte die Zett und je größer die Verauävvrtung ist, die mtt von Gott auferlegt ist, um so >oär- wer Md dankbarer empfinde ich diele Zeichen treuester Anhänge lichkeit an: mich und mein Hanks. Das VerttanmnsverhÄtnis zwischen Krone und Volk, von meinen B)ttahren in langer Geschichte erworben, ist gerade tu den schwersten Zetten am ttungsteu ge­knüpft. Es leuchtet mir entgegen, wenn ch unfern heldenmütigen Kämpfern an der Front den Dank des Vaterlandes ausjpreche, es berührt mich tief, '.penn ich an den Betten unserer Verwundeten und Sterbenden stehe, es tritt mir trt allen Gairen der Hemmt in nrich bewogeich-er Weife entgegen, auch ha, wo es sich tm offene:: Ausdruck ernster Sovae um dir Zukunft des Vaterlandes äußert-

Durch 26 Jahre ist es mein Herz-rnsanliLgen gewesen, das vom großen Kaiser und seinem eisernen, geeinten Reich! in F r ic»d ent auszubauen. Wtttschaftsleben, Wissenschaft und Technik mnd damtt den Ausstieg des gesnutten deutsche:: Volkes zu immer stärkerer Teil­nahme an den geistigen und wirtschaftlichen Gütern des Vaterlandes zu fördern, als der Neid unserer Feinde mich zwang, alle Kräfte unseres Volkes zur Verteidigung der heimischen Erde auf- zurnfen. Mtt tiefer Dcuckbarkeit gedenke ich jene* stolzesten Tage der Geschichte Deutschlands, als alle Stände u:ü> Parteien bewiesen, daß unser geliebtes Doterttritd jhuen jedes Opfer wert war. Seitdem find :ms daitt der überlegenen K'.'ttchü'teng unseres großen Feld-, Herrn, der erhebenden Tüten! unseMs Heervs und der Hilfe unseoer' uns tteu zur Seite stchanden (Bundesgenossen weltgeschichtlick)«! Erfolge zuteil geworden. Die opferwillige Llkvsdruar und die ge­waltigen Arbeitsleisturigen der H-eimat haben auch der Not und Entbehrung Trotz geboten, so daß unser im Felde :rnd im Lande bewShrtes Volk mtt Gottes HUfe voll starker Zuversicht einem guten Frieden entgegensehen kann. Äenzu bedarf es aber jetzt der ernsten Selbstsucht, dm htracren Geschb>ssen- hett, der willigen UuMordnunN ntzrtar die gvoßesir Ziele ur:d de-r Bereitschaft, auch das Schiversto tz-u trogen, des Verttauens auf die eigene U.:rbesiegbarkett -und der Eiufjzellrl'Ng aller Kräfte für das ern?e große Ziel der Erkämpfiurg einer starken und fick^eren Zuku^.rft des Vaterlandes. Hierzu erbitte ich die treue Mitarbeit aller, die unser Volk lieb haben :n:d seiner Zukunft dienen wollen. Dann wird ans der Saat dieser schweren Jtchve und dem Mute der gefallene:- Söh've Deutsclstands ein stz^rkes Reich und ein glückliches, an wirt­schaftlichen, geistigen und fitttichen Gütern g-esegnetes Volk hervor­gehen. Dazu lre«Tfe uns Gott!

Ich ersuche Sie. diesen Erlaß Kur öfftattlichen Kenntnis M bringen. ^ ^

Großes Hauptquartier, den 7. Februar 1918.

Wilhelm I. R.

Der Hmrsabrmd ge^en die NusstArßßeschlüsse zur Umgestal- ttmg des preußischen .Herrenhauses.

Berlin,. 7. Febr. (WlTB. Nichtamtlich.) Die in den letzten. Tagen gefaßten Bttchlüsse des Ausschaffes des Abgeordneten-» Hauses über die künftige Zusammensetzung des preußischen Herrenhauses geben den: Hansabund Anlaß, seinen ent­schiedenen Einspruch gegen die beabsichttgte Benachteiligung von^ Hairpel, Sckftffahrt und Industrie gegenüber der Landwirt­schaft geltend zu machen. Nach der Vorlage der Regierung soll­ten Industrie und Hmrdel im Herrenhause durch 36 Leiter großer Unternehmungen und 36 Mitglieder, rvelche als Bertteter von Jnd::sttie mtt) Hairdel von beit H<rib«[siau.nnar:: pt(Rentiert wer­de::, vertreten sein, während der Laitdwtttsckxift 36 Vertreter, die durch die Landtvirtschaftskammern präsentiert werden, und 36 Besitzer größerer Grundstücke zugehöreu sollten. Schon diese Ver­teilung, die allerdings eine äußerliche Gleickitmäßigkett crufivies, war tatsächlich eine Beivachteiligung der Industrie und des Han- dÄs. Jetzt aber wurde von der Mehrheit des Ausschusses bestimmt, daß 48 Besitzer von Gütern bestiminier Art und 24 durch die Landwirts ch a fts kämm er vorgeschlagene Angehörige der Landwirt­schaft, insgesamt also 72 landwirtschaftliche Bertteter, dem Herren­hause au gehören sollen, während die beide:: den Handel und In­dustrie vertretenden Gneppen vor: je 36 auf je 24 Personen herab- gemiittiert werden sollen, so daß also Handel und Industrie irur 48 Vertreter im Herrenhause haben werden, ein kaum begreiflicher Angriff der Landtagsmehrheit curgasichits des Geredes in letzter Zeit und der so lebhaft betonten Freundscl)vft der Führer der Landwirtsckraft gegenüber den: Handel und der Industrie. Gern wollen wir anerkerrnen, daß die Zahl der dem Herrenhause an­gehörenden Haattwerker von 12 auf 18 erhöht lvvrden ist, und

wir begrüße:: auch die Beschlüsse der Kommission, daß 16 Ver­treter der Arbeiterschaft und 12 Vertreter der Privat­angestellten künftig dem Herrenhanse annehörer: sollen, mtt voller Sympathie, das kann aber altes nicht darüber

hinweghÄfen, daß die MehrlM der Kommisfio-:: in

offenbar ganz bewußter Wieist der Landwirtsck>aft auch in dem neuert Herren Hause einen weit über ihre tatsächliche läufige Bedeut:mg in der Gesamtwittschaft hinaus­gehenden Einfluß sichern will. Jndttstrie tust) Handel haben Anlaß, der Mehrheit des Abgeordnetenhauses von vornherein des deut- lickfflen zu erklären, daß sie angesichts ihrer heutigen ^wittschaft- ttchen Bedeutung nickft genullt sind, sich dauernd in eine unterge-: ordnete Stellung innerhalb des Hervenhnrses zurückdrängen zu lassen. Nicht nur das gute Reckü a:ff Gleichstellung mtt der La^> wirtschaft gibt dem Handel und der Industrie Anspruch auf die gleiche Zahl tf>n Vertretern im Herrenhause,^ wie diese die Land-q Wittschast erhalten soll: auch ganz abseits jeder politischen Be­urteilung müßte jeder Objekttvdenkende bam kommen, der Indu­strie und dem Handel mindestens dieselbe Zahl von Bettretern zu bewilligen, wie diese die Landwirtschaft erhalt, ist doch die Land­wirtschaft in der Art ihrer Betättgung und in ihren Zielen und, Interessen viel einheitlick-er als die so ungemein vielgestaltige Jln-z dusttte und der Hattdel. Mährend der Vertreter der ländlicl>est Selbstoettvaltttng und darüber hinaus auch der provinzialen Selbst­verwaltung, während die Vertreter der reichsständigeir Häuser, Fürsten, Herren und mtt erhebt:cl>em Rechit auif Sitz und Stttirme schon Tjeute dem Herren hause ungehörigen Personen fast alle gleich- fjalls der Landwirtschaft angehöre:: werden, so daß diese zu 72 vffi- zielleir Vertteten: lnoch swe:tere ü08, .Vertreter erhält, besteht durchaus kerne Sicherheit .dafür, daß die Per trete der städtisckmr Selbst­verwaltung künftig alle oder doch in der Mhrzahl aus dem Handel und der Industrie, gewählt werden, zumal doch zweifellos in ab­sehbarer Zeit auch eine Demokratresierung des Gemeindewahlrechts: erfolgen wird. Wtt warnen die Mehrheit des Mgvordnetenhauses davor, ihre zeitige Macht Ku benutzet: und den Handel urid diej Industrie in dieser Weise an die Wand drücken >zu wollen. Wir NGriten sie um der Wohlfahrt unseres Vaterlandes und des deut­schen Volkes teilen. Die jetziae Zett ist wahrlich sticht dazu angetan, die erwerbenden Stände zu eruem scharfen Gegensatz gegeneinander crufzurufen.

* ^ Berlin, 8. Febr. (Priv.-Del.) Im Haushalts­ausschuß des Abgeordnetenhauses erklärte der Minister des Innern Dr. Drews bei der Erörterung der kürzlich hier stattgefundenen A u s st ä n d c, es sei sonnen­klar, daß durch den Streik der Kriegswille in Frankreich und England verstärkt worden sei, und daß dadurch der Krieg verlängert werde. Auch wenn die Anstifter des Streiks diesen Zweck nicht ausdrücklich wollten, aber Nüssen mußten, daß dies die Folge sei, so seien sie des Landesverrats schuldig. Es sei unzweifelhaft, daß bei dem Streik die ersten Schüsse aus den Bolköversammlungen heraus gefullen jsien.

Immerhin falle ins'Gewicht, daß in Ber lin von x 300 000 Arbeitern nur 180 000 am Streik beteiligt rvaren, zirka zwölf Prozent. In der Prpvinz war die Beteiligung viel geringer.

Magdeburg, 8. Febr. (WTB.) ^e: der heuttgen Landtag sersatzwahk im Wahlkreise . ^ten^dal 2 wurde Genera! der Infanterie a. D. v. Lieber t-Berlm- Wilmersdorf (kons.) allen abgegebenen 292 Stimmen ge­wühlt. Ein Gegenkaichidat war nicht ausgestellt worden.

B e r l i n , 9. Febr. Wie die Blätter melden, besteht die Möglichkeit, daß in einiger Zeit die A u f h e b V.n g d e r außerordentlichen Kriegsgerichte )Jattf:nden wird. Alsdann werden btV* noch nicht zur Aburte^ung ge.- langten Strafsachen den ordentlichen Gerichten ül>erwteen werden.

Ans "Heften.

Ausltctnmg der Pfenve für HecreSzwecke.

Abg. Breidenbach m:d GenoffM haben in der Z:o»:iter: 5dr.:.tzmer folgerte dringl:ck>e Anfrage geiteltft Ist es der Govßh. Regiervng betaunt, daß bei der derzeitige:: vrä'- Seit«: des stetes de: an? Aushebung der Pferde bez/ttstten nAdrige Poetst dre bettofftnet: Pserdebefitzor gar^ erhebliäien Schaben ertederv? Welche Schrtttt gedenkt die Regieru::g zu stun, um die .^ttwlftnren zu eirtschädigen ^ Die Verwieglurg des au dtt Heeresverwaltung gelieftrtcm

Heues.

Abg. Fenchel hat svlgertden Llntta^ gestellt:

Die stellvettr. Jntendmttur des 18. Arn.'^V'korps Franffutt a. M. ettennt als Gewicht des Heus, welches die Landwitte an sie liefert, rart das bahnamtlich festgestellte Gewicht an. Hierbei hat sich ergeben, daß die Gewichte der litten Eisenbahnwage::, die nicht jedesmal vorher besonders festgesllilt iperben , mi t dev Gerichten, die auf ihnen verzeichnet sind, in Brrklichikeit naht über- einskimmen. Die ^ Folge hiervon ist, -daß zteschen den aus der -Ortswage des Verladeotts festgestellte:: Gewicht^: und den Bahn- gewicksten große Fehlgewichte zum Nachteil der' Lcntdwitte ent­standen sind. Die Beschwerden der Landwitte häufen sich mtt Uecht :md die Lieferungsfreudigkett dürfte^ de sh alb nachlafferr-'

Diesem Mißstand zu begegnen, beanttage ich Grvßh. Regierungjj m erficchen, dahin zu wirken, daß l.^bei denienigev ^Laduu.gel'^ bei wellllen Gewichtsdifferenzen ftftgestellt tvurden, .diese seitens> des bettefienden Proviantamts, welches das Hm: emv^mgen hat^ nachgemblt werden. 2. ksmftig nicht mehr lmhnamtlick>e GewickEe^ weil nicht zuverlässig, sonder > enii der Ottswage des. Verlade-

ott? festgestellte Gewicht zur Auszahlung kommt, ivenn die SBrege* scheine eingesandt werden.

Ans tmb

Gießew, den 9. Februar 1918.

** Auszeichnungen. Dem ^anttäts-Urttervffizte Bayer, Inhaber des Effernen Kreuzos, ivurde das Hessische M- litär-Santtätskveuz cun Bande der TateerkeitsMedaille vettiehen. Der Gefteite Heinrich Schmidt echielt die Hessische Tapfer-- keitsmedaille.Musketier Klingle r erhielt das Eiserne Krenzl 2- Klasse. ^ ^

** Ober hessischer ;Kunstve kern. Reu za:r stellung gelangten einige G-e:nälde von Pros. ($. Morgensterw, Frankfurt, Prof. P. F. Müller-München, M. Schrener-Düsseldorf Pros. Ecken ffikder-München und von Emma v. Müller. Diese Gv- mälde, sowie die Sanrmftmg von Pvvf. Beste :md Frau bleiben nur noch 8 Tage ausgestellt.

** Schadenfeuer. Gestern abend kur^ twr 1 / P 7 llhr er­tönte in der Neustadt vom Grundstück der ehenteigen Hrmbierger- scheu Fabrik, ivelches jetzt der -Oekonom Noll iw»re hat, zwo: Mlü der Ruf Feuer. Es herrschte in dem SttaßenMA' tee immer um diese Zett lebhafter Personenverkehr und dile Menge staute sich vor irnd auf dem Hofe des Grundstücks, wo eine alte, au^ Lehnw sachwett erbaute Schimer, deren unterer Raum ak* Biehstallung; benutzt wurde, während darüber der Speicher voll Stvoh und Heu lag, in: Innern in hellen Flammen stmid. Beide. F-enerwehrrn waren sämell -ur Stelle und begauntt: zuerst das tovende Vieh aus dem Gebäude zu retten. Die städtische Feuorweln archieittte, mtt drei Schlauch!eittntgen der Auwipritze, während die Gattsche Fer: erwehr mit zwei, darunter einer Doppe-lleituTUt, dem Umficy- greifen des Brandes :vehtte. Bon der Scheuer war nichts mehr M retten, es galt nur, das Uebergreiftn der Gbttei: auf die anderen: 5>cmser des Grulrdstücks, die tettweise tt: einem Abitande von nur: 2 Matten: vom Brandherde entserrtt tvare::, zu verhütQr Nach, einer knappen Sttinde Löscharbeit war der Brand gelöscht uatb die Gefahr beseitigt. Es war seit der neuen Orgmttsation unserer städti­schen Feuerwehr der erste ernstliche Brandfall, den trnsere beiden FeuettvelTren zu bekämpf«: hatte::. Der gewaltige Feuerschein, wel­cher sich wetth-rn über utrsere Stadt verbrettet hatte, brachte sehr viel Neugierige um die Brandstelle, doch kam :ric:nand in die Nähe des Feirers. Die PolizeibArntten hatten die Neustadt von der Sand- gaffe bis zum Oswaldsgatten abgespertt und sorgten da^' da^ die Feuerwehr in ihrer Tätigkett unbehelligt vom Publikum blieb. Zur Unterstützung der ständiger: Feuettvache wurden nur noch die Mmrnschasten der beiden Mehren herbeigehott, we^. ^ leittmg angeschlossen sind. Eine Alarmierung der sämtlichen Feuern Wehn laute purch die Sirene brauchte rricht §u erfolgen. Ueber die Ursache des Brandes hörte man gestern nur Vermutungen. ES fehlte in dem allen Gebäude die elektrische Beleuchtung.

** Stad tt he ater. Es sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, daß die -heutige Vorstellung vonEin unbeschriebenes Blatt" 14. im FreitagÄ-Abomremertt zählt.

** Sch iedsgericht bei Streitig keilen über Män­gel der Marm-elade. Bei Stteitigkctten über Mängel der Marmelade, die sich aus einer mtt Genehmigung der Kriegs-- gesellschaft für Obstkonserwen und Marmelade:: erfolgten Lief^' hung zwischen HtesEer und Abnehmer ergeben, entscheidet nach Maßgabe der imReichsanzeiger" N^ 29 bekannt gegebenen. Schiedsgottchtsordnung unter Ausschluß des ordentlichen Rechts-- Weges ein bei der Re:chsstelle ftrr Gemüse und Obst MichtLtes Schiedsgericht.

^ffcn-Nassa«.

= Frankfurt a. M" 9. Febr. Auf einer Berliner Ber­ste: gern ng konrmt Ende Febttuar ett: besonders wertvolles Literatur- den km al'zum Ausgebot, n-ch.rtf'idv Goethes eig-nhändiges .Korrektur, exentplar der ersten Mflaqe ^Wietther". das für den Verleger zum Zwecke der züoeiten AuflE bestrmmt war. Das Buch mthAt m:f der letzten Seitt die eigenM^dige Niederschrift des WidmungS-, gedichtes l>cr zweiten Auflage iW Barbara Schullbees.

Frankfurt a. M., .9. Febr. Die Stadtverordneten Dißmann, Hüttmann u.^ T< Levv haben sich xur unabhängigen sozialdemokratischer: SlndttTevordnttenftaktion" ver einigt.

Zwei Mlitärzüge verunglückt.

Magdeburg, 5. Febr. (WTB. Amtlich.) Heute 1 Vs Uhr früh riffen von einem von Güst«:^ .Xvch Eisleben fahrender^ Militärzüge 41 Achsen ab utib rollttv.' in dem statten Gefälle in der Richtung (Mstm: zurück. Kurz vov dem Bahnhof Güsten stieße:: diese Wagen auf einen dvtt hallew^n Güterzug. Bei dem Zusainmenstoß entgleisten von den: Mili.Vft'zuq vier Personen- Nnd ein Güterwage::; sie n«:rben stark beschädigt. Getötet wtrrden zwei Schaffner und fünszeh:: Soldatei:, vorletzt 36 Soldaten^ darunter 21 schiver. Die Verletzten sind den lVak-aretten in Bern-« bürg zu geführt worden.

Köln, 8. Febr. (Priv.-Tel.) Hertte fri^i 6.55 fuhr, tee die Eiseteahn'oirektion mitteilt, der Urlanberz::g auf den D-Zugs 252 im Gütevbahnhof Köln-Ehrenfeld m:s. Das Signal ;var *itr den UrlmkberKig mtf Hialt gestellt, bevor der D^Zng den vor­liegenden. Stteekenabschnitt verlassen hatte. Fnwlge des Zusammen^ sto^es wurden 6 Soldaten:md die Dienstftau des D^^Znges rntötel, 20 Soldaten verletzt. Dir llntersuchmg ist eingelettet^