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Nr. 31 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Mverhchen)

Mittwoch, 6 . §ebwar

Aus

Stadt rrnd Land.

Gießen, den 6. Februar 1918.

** Auszeichnüng. Dem Gesreiten Karl Grein wurde das Eiserne Kreuz 2. Masse verliehen. ^ ^

** Pserdevormufterung. Nach Anordnung Großh. Kreisamts findet die Pferdevormusterung für die Pferde aus der Stadt Gießen mit Schiffenberg auf den: Trieb (Exerzierplatz) Sams- rtaa den 16. und Montag den 18. Febr. statt. Näheres s. Anzeige.

** Eine Verbands-Geflügel- und allgem. Kaninchenausstellnng findet vom 23. bis 25. Februar auf der LiÄigshöhe statt, der auch eine lokaleBrreftauben- Ausstellung <ri:gegliedert ist. Näheres siehe Anzeige.

** Kursus für T amen s ch n eidore: tu Gießen Ter Ortsgewerbeverein Gießen beabsichtigt, vom 11. Februar ab im 'Gewerbehaus z^Gietzen mit wtterstutzung Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt bei ausreichender Be­teiligung einen Meisterbcrs für Damenschneidern von etwa drei­wöchiger Dauer abzuhalten. Das Unterrichtsgeld von -.0 Mk. rit zu Begiiin des Kurses zu entrichten. Eine Vorbesprechung mtt nn Kursteilnehmerinnen findet am 7. Februar, nachnrittags 2 /z Uhr, im Gewerbehaus statt, bei welcher die Anmeldungen zur Lcit- nahme an dem Kurse erfolgen können. Siehe Anzeige.

** Ukrainer-Konzert. Durch! das Entgegenkommen der Kommandantur des Kriegsgefangenenlagers Wetzlar wird es :nog- lich sein, ttrie aus der heutigen Anzeige zu ersehen:st, den Gretzelrer Musikfreunden eine Erbauungsstunde ganz, besonderer Art zu verschaffen. Ter ukrainische MusikvereinLyssenko^ss der i:ch unter Leitung des österreichisch^ Gymnasialpvofessors ^uuula rni Wetz­lar er Kriegsgefaiigeiienlager gebildet hat, wird anr 17. ^-ebrimr :n der neuen Aula der Universität zum Besten des Rote:: ^Kreuzes, Abtlg. Kriegsgefangenenhllfe, ein Konzert veranstzalten. t.er Ver­ein verfügt über eine Reihe vortrefflicher Kräfte und hat bereits in anderen Städten in öffentlichen Veranstaltungen, sowohl als Orchester :md Gesangschor, ,oie auch durch einzelne Mitglieder als Solisten Vorzügliches geleistet. Nicht nur, daß das runffche Volk in seiner Gesamtheit durch den Weltkrieg mehr m den Genchts- kreis der übrigen Nationen W>esteuwpas getreten ist, insbesondere ist es ja namentlich das große Volk der Ukrainer, das als ffremd- v olk im Rassen reiche gegemoärtig im Mittelpunkt des Interesses st-eht. Von der hohen kulturellen und geistigen Ueberlegenhett dieses Volkes über das Mtrussentum vermag vor allem dre ukrai­nische Musik einen Begriff zu geben, so daß auch alle die, welche von dieser Seite aus das ukrainische Volk gerne naher kennen lernen -möchten, durch das in Aussicht stehende Konzert eine besondere Gelegenheit dazu finden werden.

** Stenographie. Aus Anlaß des am 17. Januar seitens des Gabelsberger Stenographen-Vereins von 1861 und Damenvereins Gabelsberger Gießen veranstalteten Ver- eins-Wettschreibens fand am Sonntag auf der Liebigshöhe eine gut besuchte, gemütliche Zusammenkunft statt, bei der das Ergebnis des Wettschreibens belanntgegeben wurde. Es erhielten Auszeichnungen: 60 Silben, 1. Preise: Frl. Erna Fischbach (E), Elise Hertel, Maria Schäfer. Lotti Wille (E); 3. Preis: Frl. Anni Weber. 80 Silben, erste Preise: Frl. Käthe Becker, Thea Faber (E), Herr Karl Büttner (E), Wilhelm Becker (E), Erwin Funk (E), Heinrich Heckroth (E), Karl Kolbe: 3. Preis: Frl. Elise Hertel. 100 Silben, 1. Preise: Frl. Berta Forbach (E), Else Keil (E), Lini Reining (E), Therese Schwall, Elise Schmidt, Marie Schmidt, Herr Wilh. Benzler (E), Heinrich Zölzer; 2. Preis: Frl. Sophie Beppler. 120 Silben, er fite Preise: Frl. Helene Eidmann (E), Paula Marker. 1 4 0 Silben, 1. Preis: Frl. Ludgard Haberkorn (E). 160Silben,1. Preis: Frl. Emilie Lehr (E). ^ Die mit E" bezeichneten Wettschreiber erhielten Ehrerrpreise.

** Dev Di er schu tz v e r e i n für das Groß Her­zog tum Hessen bittet, Wünsche betreffend Belohnung von Dienstboten und sonstigen Personen, die sich durch gute Behandlung und gewissenhafte Pflege der ihnen anvertruu- ten Tiere ausgezeichnet haben, baldigst den Ortsvertretern des Vereines mitzuteilen.

** Beschlagnahme von unechten: Seegras. Am 15. Jcnruar 1918 ist eine Bekanntmachung Nr. Bst. 392/12. 17 K. R. A. in Kraft getreten, durch die alles abgeerntete, sogenannte unechte Seegras in ungetrocknetem, getrocknetem, offenen:, ge fponnenem und gepreßtem Zustande beschlagnahmt wird. Gestattet ist nach wie vor, das Seegras tzu bearbeiten, insbesondere zu spinnen. Eine Veräußerung und Lieferung ist nur noch an die Zentralbeschafsungsstelle für Strvhersatznrittel, bei der Inten­dantur der militärischen Institute zu Berlin W 30, Luitpold­straße 25, sowie an die Garnisonverwaltnng Augsburg zulässig Wer mirwestens 5 Zentner besitzt, hat seine am 15. Jcnruar 1918 vorhandenen Bestände an die oben erwähnte Intendantur bis zum 31. Januar 1918 und von da ab laufend am 1. April 1. Juli, 1. Oktober und 1. Dezember zu melden. Anfragen über Meldungen sind an die Garnisonverwaltung Augsburg zu richten Ausnahmen können von der obengenannten Jntendatur bewilligt werden. Der genaue Wortlaut der Bekauntmachrmg ist in der heutigen Nummer unseres Blattes einzusehen.

** Krieaszuschlag zw den Frachtsätzen des Güter- uno Tierverkehrs. Vom 1. April 1918 ab wird vorbehaltlich der gesetzlichen Ermächtigung auf den preußischnhesfischen Staatseisenbcchnen ein Kriegsznschlaa von 15 v. H. zu den Frachtsätzen des Güter- und Tierverkehrs erhoben werden.

** Das Groß h. Hessische Regierungsblatt, Beilage Nr. 3, ausgegebeu den 30. Januar 1918, hat sol genden Inhalt: Bekanntmachung, die summarische Uebersichl der Einnahme und Ausgabe der Genossenschaftskaffe für

KoMmnnalforstwarte für das Rechnungsjahr 1915 betref­fend. (S. 25.) 2. Bekanntmachung, die Umlage der land- und forstruirtschafttichen Derufsgenossenschaft für das^Größ- herzogtun: Hessen für das Jahr 1917 betreffend. (S. 26.) 3. lieber sicht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern für das Rechnungsjahr 1917 zur Erhebung ge­nehmigten Unrlageu zur Bestreitung der Komnrunalbedürf- nisse der israelitischen Re igionsgemeinden des Kreises Bü­dingen. (S. 27.) 4. Heb erficht über die in den Genieinden des Kreises Büdingen zu erhebenden Gemeindeumlagen für das Rechnungsjahr 1917.(S. 28.) 5. NamensVerände­rungen (S. 29.) 6. Ordensverleihungen. (S. 30.) 7. Äerleihnng der Staatsmedaüle für Ausstellungen. (S. 31.) 8. Charaktererteilnngen (S. 31.) 9. Dienstnach­richten. (S. 31.)

Landkreis Gießen.

** G r o ß en - Li nden, 6. Febr. Unterofftzier Heinrich Würz erhielt drs Eiserne Kreuz 2. Klasse.

** Lollar, 5.»r. Mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wutt>e der Gefreite Karl Brück.

tt. Treis a. L., 5. Febr. Das Hessssche Kriagsehrenzercheni erhielte'.: die Waldvorarbeiter Konrad Ä in tn d, Inhaber dev Hessischen Tapferkeitsmedaille, und Johann Hemrich Kehr I., die Hessische Tapfe rkeitsinedaille der Kanonier H. Becker. Kreis Büdingen.

tt Merkenfritz, 4. Febr. Wegei: tviederholt bewiesener Unzuverlässigkeit des Besitzers wurde die Mühle des Karl Heil- mann erneut geschlossen. Büdingen. Das Eiserne Kreuz erhielt der Kammersetretär Gefreite Friedrich Kranz, die Hess. Tapferkeitsmedaitte Herma::,: Müller. Nieder-Mock- st ad t. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Wehrmanrä Hermann Bauer. Düdelsheim. Das Eiserne Kreuz erhielt der Seesoldat Gefreiter Lehr. Dnde nro d. Das Eiserne Kreuz erhielt der Kanonier Heinrich Nagel. Hain- gründau. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Fahrer Wilhelm Dönges. Wenings. Das bayerische Militär- Verdienstkreuz 2. Klasse, früher das Eiserne Kfreuz und die Hess. Tapferkeitsmedaille, erhielt der Offizier-Stellvertreter Ludw. R e ß. »kreis Frieoberg.

X. Bad-Nauheim, 5. Febr. In den Haushaltsplan der preußischen Eisenbahnverwaltung für 1918 ist als letzter Teil­betrag für die Erweiterung des Bahnhofes Bad-9Lauheim der Be­trag von 30 000 Mk. eingestellt worden. Die Gesamtkosten der Erweiterung haben sich somit aus 3 010 000 Mk. gestellt. Starkenburg und Rhcmhesserr.

** Oppenheim, 5. Febr. Ueber den Gesamtertrag der 1917er Weinernte in der Provinz Rheinhessen lassen sich zu­verlässige Schlüsse aus der fetzt vorliegenden Abschlußberechrning der Großh. Hessische: Weinbaudomäne zu Oppenheim ziehen. Die Domäiw, tüe in 11 rheinischen Gemarkungen Weinberge mit einem Gesamfflächenrnhalt von rund 195 Morgei: besitzt, erntete 1917 rund 180 000 Liter oder 150 Stück Wem. Ta dieses Weinberg- gelcwde sich aus Äle vorkommenden Arten von Lagen erstreckt, so kann dieser Ertrag als der ungefähre Durchschnittserrrag der ge- samte'.: 1917er Weinernte angesehen werden. Tie Gesamteinnahmen übertresfen mit mehreren hundert Millionen Mark die jemals erzielten Höchsten:te:r um ein Vielfaches

Fc. Aus H e s s e n, 5. Febr. Das Großh. Ministerium hob aus Widerruf für die Dauer des lausenden Jahves mit Ausnahme der Möonate April, Mai und Juni die Schonzeit für weibliches R o t wil daus.

Hessen-Nassau.

= Frankfurt a. M 5. Febr. In der Versteigerung der Samnllung Fritz von Gans erblicken Fachleute und Künst- Lemier en: Ereignis von ungewöhnlicher Bedeutung. Tenn zwei Rembrandts, ein Rubens, ein van Dhck, David, Steen, Teniers, Isaak v. Ostede, Murillo, Lawrence und^ andere erste Meister bil­den allein schon eine nach Millionen wertende Versteigerung Dazu kommt die Fülle von unersetzlichen Antiken, persischen Fayencen, kostbaren Gobelins und Möbeln, deren Kunst- und Lieb haberwert zweffellos ebnffalls in die Millionen: geht.

ul. Heimborn, 5. Febr. Ein Gaunerstrerch nach Köpenikcr Muster wurde vor einige:: Tagen dem Besitzer der Litzauer Mühle bei Heimborn im Oberwesterwald gespiett. Nachts kamen drei Burschen und verlangten Einlaß,um die Mühle zu revidieren^. Aus die Frage nach einem Ausweis gab der eine gw:z entn'istet zurück:Was, ich als Polizeiinspektor noch emen Ausweis? Jetzt aber schnell ausgemacht!" Der HerrPolizeiinspektor" trat mit seinen beiden Begleitern ein, ließ sich das Mahlbuch vorlegen :mdrevidierte" die Mehlbestände. Nach eingehender Prüfnngl war derRevisott' bei einigen Posten von der Richtigkeit nicht überzeugt undbeschlagnahmte" das betreffende Mehl: er ließ es durch seine beiden Gehilfen wegbringen mit dem Auftrag, da Mehl bis zur völligen Klarstellung bei dem Bürgermeisteramt in Heimborn zu hinlerlegen. Sogar die Wohnung war nicht sicher. Trotz aller Beweisführung mußte von hier aus Hafermehl den Leidensweg antreten. DieRevision" war damit zu Ende. Seitdem ist mancher Tag vergangen, aber das Bürgermeisteramt hat bis heute noch nichts von dembeschlagnahmten" Mehl gesehen.

Letzte Nachrichten.

Großes Hauptquartier. 6. Februar.

Artillcrictiitigkeit am Nachmittage gesteigert. Bei Lens leb- haster Mincnkamps.

An der Scarpe und westlich von Cambrai nahm das Artillericfener vielfach gegen Abend zu.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Erkundnngövorstöke des Feindes in den Argonnen und südlich von Avocourt wurden abgewiesen.

*

Gestern wurden 7 seindliche Flugzeuge und ein Fessel­ballon abgeschossen.

Leutnant Bongartz errang seinen 29. Lnstsicg.

*

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste OZeneralguartiermeister Ludendorff.

* * *

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 5. Febr. (WDB. Amttich.) Eines unserer ihta- eeboote, Kommandant Kapitänleutnant W e n n i n g e r, hat un westliche:: Teile des Aermelkanals d r e: T a:n p s e r. z w e: S e g- ler und vier englische Fischerfahrzeuge w:t runo 20 000 Brutto-Register-Tonnen versenkt. T:e :n betrachtttchem Maße vorhandene feindliche Gegenwirkung überwand das Voo. durch geschickt angesetzte und kühn durchgeführte Angriffe^ Unter den Schiffen befand sich der große englische bewaffnete Dampfe'' Manhattan" (8004 BRT.), der englische SckwonerTernton^ und die FischerfahrzcugeGeneral Lenian", , Perfeverance und Addax" Ter Chef des Admiralstabes der Marrnc.

Berlin, 5. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Tie gesttige Mel­dung über den Rücktritt von Sir A. Japp, sowie die vom eng­lische:: Kriegskabinett beschlossene Zwangszuteilung der Lebens­mittel beleuchtet greller als viele Worte die Lage, :n welche un' ere U-Boote E:gland gebracht haben. Der von Japp zu gnnstev der freiwilligen Beschränkung des Lebensmittelverbrauchs unter­nommene Feldzug ist feblgeschlagen. England hat nunmehr zu oc weisen, wie lange es mit seiner Zwangszuttilnng dem Truck des U-Boot-Krieges zu widerstehen vermag. Hierbei w:w leicht der Umstand übersehen, daß in England schon längst e:ne Zwangs- rationierung besteht, freilich nicht für Lebensmittel, w:e be: uns, 'ondern für Schiffsraum, dem Lebensblut der britischen Natton Bald nach dem Beginn des uneingeschränkten U-Boot-Krieges sah sich die englische Regierung gezwungen, alle Sechampfer von über 500 Brutto-Register-Tonnen in der Weise zu befchlagnalMen und ihre Verwendung zu rationieren, daß diese Schiffe ohne nnc behördliche, nach einem festen Wirtschastsplan geregelte Bestim­mung nicht fahren dursten. Lloyds List bringt unter dem 21. Ja ­nuar die wertvolle Nachricht, daß sich diese Zwangsverte:lu:^g vom 1 Februar auf sämtliche Schiffe erftteckt, alio aucy aus Segler, ohne Berücksichtigung ihrer Größe und soweit s:e:m Mstenverreh. fahren sogar ohne Rücksicht auf ihre Nationalität Auch diese Maßregel wird die unausbleibliche Wirkung unserer Unterfeeboote nicht lange aufhalten.

Ein TodeSurleil russischer Tcrroristcn gegen Trotzki.

Berlin, 5. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) DerBerl. Lokal» anzeiger" meldet aus Zürich: TieZüricher Post" meldet aus Pari^ DieBictroire" meldet aus ^Petersburg: Nach einer zwei­tägigen leidenschaftlichen Aussprache l)at das Petersburger Komitee der russischen ^Terroristen beschlossen, das Todesnrtell gegen Trvtzki nnd Angelika Belabanow zu bestätige::.

DasBerl. Tageblatt" meldet aus Genf: Die spanische Zei­tungEl Sol" berichtet über ernste Ereignisse in Portugal. Aus Figo an der spanischen Grenze eingetroffene Reisende erzähle::, daß sie infolge der llnrichen schnellstens Portugal verlassen mutzten. Ter gesamte Eisenbahnverkehr sei unterbrochen.

Die Bolschewiki-Restiernnst und Finnland.

Berlin. 5. Febr. (WTB. Nickftamtlich.) Tie Bolschewik:» Regierung hat gestern den nachstchenden offenen FunkspruchAu Alle" und dringend an alle Schifsc abgeschickt: Kameraden, Reser­visten! Kein einziger soll seine Entlassung zur Reserve nehmen, solange die bürgerliche weiße Garde von Finnland nicht vernichtet ist. Ihr Sieg ist ein ddachteit für unsere Revolutwn. Bttvassnung wird in der nötigen Menge gesandt werde,:.

Amerikanische Truppen an der Westfront.

Berlin, 6. Febr. DasBerliner Tageblatt" berichtet aus dem Haag: Nach einer Meldung aus Neuyork teilte Kriegsminister Baker mit, daß die amerikanischen Truvpe,: nunmehr ttnen Ab­schnitt an der Westfront besetzt habei:.

Wechsel im preußischen Landesomt für Nährmittel.

Berlin, 5. Febr. lWTB. Nichtamtlich.) Ter La:rdrat des Kreises Miliffch, von Grolman, ist mit den: 15. März von seiner Stellung als Vorsitzender des Preußische:: Landesaintes für Nährmittel und Eier aus seinen 'Antrag enthoben worden, um sich ausschließlich der Leitung des Landesanttes für Futtermittel zu widmen. Zu seinen: Nachfolger an der Spitze des Landesamtes Nährmittel und Eier ist der bisherige Oberbürgermeister der Stadt Wen a. d. Ruhr Geheimer Regierungsrat Holle ernannt worden.

(WTB.)

(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In einzelnen Abschnitten der flandrischen Front, in Gegend von Armentiercs und am La Bassce-Kanal war

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Gkes;errer AonzertVerckW»

Dem Konzertverein ist es gelungen, für das nächste Konzert, Sonntag den 10. Februar, Herrn Professor Max Bauer, Direktor des Kgl. Konservatoriums in Stuttgart, zu einem Klavierabend zu gewinnen. Unserem hiesigen Konzertpubliknn: wird Herr Professor Pauer zum größten Teile ftemd sein u:ü> es ist vielleicht angebracht, einige Pressestimnren mitzuteilen. TieLeipziger^Neueften Nach­richten" schrAden:Pros. Pauer ist eine der -L>Lule:: deutsck)en Pianiste::tums, ausgerüstet mit einer Teckprik, für deren allseitige Durchbildung es Unbequemes nicht zu gebe,: scheint, dal^,. e:n Vor- tragsn:eister von erstem Rang. Keiner übertrifft ihn als Tynamiker. Tie Fülle, die Beseelung und Wandlungsfähigkeit seiner Amchlags- kunst Lei Schubert Schumann Brahms war überaus herrttch." DerTag" schreibt:Max Pauer ist in erster Linie Musiker Solche Konzerte versöhnen wieder für eine Weile mit der wilden Musikmacherei dieser Zeit." TerBörsen^-Eourier" beendet ferne Kritik mit folgenden Wvrten:Max Pauer könnte letnem dritten hiesigen Klavierabend getrost :roch weitere Abende folgen lassen, ohne befürchten zu müffen, daß das Jirteresse seiner Hörer er- 1 ahmen würde. Tenn manerlebt" seine Vorttäge m:t ihm, man hört" sie nicht bll^." . .. «

Professor Pauer lrirb feine Vortragsfolge mit derchromati­schen Fantasie und Fuge von Back:" beginnen, die schon von jeher zu den beliebtesten Bach'schon Klaviertvn:Positionen gehört, wie die viele,: Llbschristen aus bachischer und nachbachischer Zeit beweise,:. Tie erste Abschrift trägt das Datum 1730. Die Komposition stammt wohl ungesüi'r aus dem Jahr 1720, in welcher Zeit auch die große G--Vdoll-Ph<n:tasie" für Orgel entstand. Diese beiden Werke sind durch innere Belwaichtschast verbunden, nicht :mr durch dieselbe eigenartige Wärme und Tiefe, sondern weil auch in beiden Werken der rezitatorrsche Stil ins Instrumentale übertragen wird.

Es folgt IrlsR orl d o G - T u r von B e e t h o^v e n", das in: September' 1802 erschien, ein zartes, oirmutiges Stück, das der Prinzessin Hen^ette Lichnowski genndmet wurde, nachdem es vor­

her für die Schülerin Giulietta Guicciardi bestiinmt gewesen.

,Feiner," sagt Schumann mit Recht,keiner weiß llaviergemäßer zu instrinnentteren, d. h. so recht von: Grunrdi, aus der Tiefe des Klaviers heraus, denn Schubert." Und zu den bedeutendste,: seiner Klaviettoerke gehört auch die Sonate Op. 12 0. Wie fast alle Schubert'schen Jnstrumenlalwerke leidet sie an einer gewissen Maßlosigkeit, sie entbehrt jener Kdnzeirttation und dialektischen Steigerung des Tonstoffes, wie wir sie in den Beethoven'scheu So­naten anixeffeu, entschädigt aber durch Frische und Urkraft der Erfindung. Nirgends etwas Gekünsteltes, Ergrübeltes, überall Me­lodie:: von üppiger Schönheit; es tvaltet ein romanttscher Zauber, der des Hörers Phantasie unwiderstehlich mit fortreißt.

Das Theina der 1834 komponierte::symphonischen Etüden" ist mefrt von Schumann, sondern von Ernestine von Frickens Vater. Tie den: Thema zugru:ü>e liegende harnwmsche Gestaltung ist es, welche die Einheit des Ganzen zusa:nn:enhält, während Rhythmik und Melodik vollständigi freien, von: Thema un­abhängigen Spielraum besitze,:.

Heller Somrenschein breitet sich über das H-Mvll-Capriccio von Brahms aus, zarte Klänge brft:gt das A-Dur-Inte r - mezzo; den Albend beschließt das entzückende Scherzo Es- Moll d<s jugendlichen Brahms, das dieser, wie Albert Dietrich erzalllt, in einer Llbe:ü>gesellschast in Düsseldorf, als er das erstemal Sckmmann besuchte, selbst vortrug,mit wunderbarer Kraft imd Meisterschaft".

Neues von der Mona Lisa. Es ist sonderbar: mit wenigen in der Kunstgeschichte hervorgetretenen Persönlichkeften hat sich die Forschung schon seit langem so eingehend beschäftigt, wie mit der Moira Lisa nnd doch haben gerade die jüngsten Jahre Ergebnisse gebracht, die unsere bis!)er:ge Kenntnis von dieser durch Leonardos Meisterhand zur Unsterblichkeit erhobei^n Frau ganz wesentlich umgestaltet haben. So hat Professor Poggi, der Direktor der Uffiziensammluna, im Jahre 1913 die Entdeckung mitdellen können, daß Diona Äsa nicht, wie man seit Va^ari mehr

als 350 Jahre geglaubt hatte, euren: neapolitanischen Geschlechte entstammte, sondern daß sie eine Florentinerin war. In: Jahre 1480 hat ihr Vater Antonis Rdaria di Noldo Gherardini in eine Florentiner Grundsteuerrolle seine Tochter Lisa als einjährig und mit den: Vernverke ein>getragen, daß sie:richt den Schimmer einer Mitgift" besitze. Mona Lisa ist also Leonardos Landsinännin ge- wese::. Z:: diesem glücklichen Funde gesellt sich jetzt eine weitere wertvolle Entdeckung Emil Möllers, über die dieser bekannte Leonardosorscher im neuesten Hefte der bei Minkhardt & Vier­mal::: in Leipzig erscheinendenMonatshefte für Kunstwissenschaft" berichtet. Möller hat nämlich zwei bisher unbekanitte Bildnisse der Mona Lisa entdeckt. Und zwar, was beso:wers merktoürdig ist, in zwei der Forschung schon lange bekannten, aber nicht richtig ge­deutete,: Zeichnungen. Die eine gehört den Uffizien und bildet die Naturstudie eines Leonardosänllers nach der sck:ö::e:: Frau; Möller will in ihr eine Arbeit des belannten Salai sehen. Eine Reihe von Umständen, die Möller geistreich entwickelt, deutet darauf hin, daß Salai die Mona Lisa gezeichnet l>at. während sein Meister cm dem berühmten Bildnisse von ihr^arbeitete; ja, es läßt sich Nachweisen, daß Leonardo^ während Salai zeichnete, gerade am Kopse tätig war. Das zweite Bildnis der schönen Frau aber rührt sogar von der Hand des Rieffters selbst l-er; Möller erkenm es in der hl. Jungfrau auf dem London besind-liclpen Anna-Karto:^. womit sich b-eiläuftg die ulnstrittene Datierung dieses Kartons wesentlich verschieben würde. Sck;on Müller-Walde hat in den Zü­gen >der Jungfrau dieses Kartons die der schöne:: Florentinerin wiedererkenuen wollen; wenn die Deutung riä'stig ist, so beweist sie die für Leonardos Arbeitsweise ,vertvolle Tatsache, daß der Künst­ler ausgckwahlte Rtodelle unmittelbar in heilige Tarstelluuaen übernahm. Auch allerlei andere interessante Feststellungen ergeben sich aus diesen Entdeckungen; so wird z. B. die alte Streitfrage, ob die Mona Lisa iflugeubrarcen besessen habe, schon durch dir nüchterne Natur «tudve des Schülers verneint.