Nr. 30
Erster Blatt
168. Jahrgang
Ter Gletzerier Anzeiger
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ral-Anzeiger für Oderhessen
Dienstag. 5. §ebruar 1918
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Kühlmann. Lzernin und Ludendorff in Berlin.
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(WTV.) Großes Hau-tqusrtier. 4. Februar. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz. .
A« vielen Stellen Der Front Artillerieiätigkett, die sich namentlich in Flandern zwischen dem Houthoulster-Wawe und der Lys, sowie beiderftits der Scarpe gegen Abend sttr-
^^Westlich von Bellicourt scheiterte ein starker Erkurr- duugsvorltoh der Engländer. ^ _
An der Ai.ette nördlich von Braye drangen die Franzosen vorübergehend Ln unsere Postenstellung ein. Eigene Infanterie und Pioniere holten nordwestlich von Bezonvaur 19 Gefangene aus den französischen Gräben.
<*n Luftkämpfen und von der Erde aus wurden in den beiden letzten Tagen 18 feindliche Flugzeuge und 2 Fesselballone zum Absturz gebracht.
Italienische Front.
Zwischen Etsch und Piave vielfach ArtilleriekanM.
Don den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalquariiermeistcr * Ludendorff.
Die Abrridberichre.
m
Berlin. 4. Febr., abends. (WTB. Amtlich.)
Kon den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Die Führer der bürgerlichen Ncichstags-Fraktionen haben den Antrag aus sofortige Einberufung des Reichstags abgelehnt, und so unterbleibt das unfruchtbare parlamentarische Gerede über eine Sache, die sich rasch von selbst geklärt hat. Die Ernüchterung der Sozialdemokratie ist diesmal recht groß, und die amtliche „Nordd. Allgem. Ztg. sucht Herrn Scheidemann und Genossen die Lage noch etwas deutlicher zu machen mit dem Hinweis aus das englische Munitionsgesetz, das alle Arbeiter und Fabriken unter Staatsaufsicht stellte, und mit der Bemerkung datz auch der Deutsche Reichstag nach den Erfahrungen dieser Woche für eine derartige Maßregel Verständnis aufbrächte, wre wohl fauch den Partei«! nicht verborgen geblieben sei, mt. letzt dringend danach verlangten, daß das Parlament zusammen' tritt. Eine sehr feine Warnung und Beleuchtung der Phrase des „Vorwärts", daß die „ungeheure Volksmehrheit" hinter den Streikenden stände. Und was sagt der „Vorwärts i e tz t dazu? Er rappelt durchaus nicht mehr so geräuschvoll mit dem Volksknüppel, sondern klagt nur mit etwas Bitterkeit, die Rechte werde nach dem ihr von dem Regierungsorgan zugeworfenen Köder gierig schnappen. Die Sozialdemokratie aber, so schliebt das Blatt seine Betrachtung. „lehnt es ab, für Dummheiten verantwort lich gemacht zu werden, die sie nicht verhindern kann und für die Folgen, die diesen Dummheiten notwendigerweise entspringen". Das klingt wenigstens ein wenig klarer tzmd ist auch ein bißchen vernünftiger als blt gestern hier ~ . " ' "" lw nun doch heraus,
Mr hoffen, das schweizerische Blatt wird durch die kommenden Tatsachen dazu gebracht werden, ferne leisen
zitierten Sätze desselben Blattes. Es ist also .
datz die ganze Bewegung eine „Dummheit" war, und über dieser Erkenntnis kann man vorläufig schonend die Akten schließen. Den Rcichstagsabg. Dittmann aber hat vor dem Berliner Kriegsgericht bereits die schnelle Strafe ereilt, und man muß gestehen, die Vorhaltungen, die hier der Verhand- lmigsführer dem Angeklagten machte (siehe nachfolgenden Bericht!) sind in ihrer Knappheit hinreichend, und drei Tage Reichstagsverhandlung hätten die Wahrheit auch nicht besser <m den Tag fördern können. . rto .
Der Don, mit dem unsere Vertretungen m Brest-Lrtowsk rrewerdmgs dem „geschulten Dialektiker" Trotzki entgegengetreten sind, hat auch nichts Gepreßtes und Aengftliches an sich, sondern etwas Natürlich-Humorvolles, womit man stch über Unvermeidliches und seelisch ertragbare Aussichtslosigkeiten hinwegzufinden pflegt. Der „geistige Ring- kämpf", von dem spö-ttisch gesprochen wurde, wird mcht mehr allzu lange dauern. Dagegen steht allem Anschein nach der Friede mit dem südlichen Rußland, der Ukraine. nahe bevor. Die Verhandlungen, die gegenwärtig unter dem Verfem Ludendorffs in Berlin stattfinden, scheinen in dieser Richtung wichtige Dinge vorzubereiten. Der Krregswiue der Entente ist, wie die Veröffentlichung über das Ergebnis der neuesten Pariser Konferenz sagt, noch nicht gebrochen. Wir werden rms wohl bald wieder der militärischen und strategischen Lage Moenden müssen. Bezeichnend ist das Urteil, däs darüber der Berner „Bund" abgibt, wozu wir meinen möästen. daß dieses Blatt die demokratischen Wirkungen auf oas rein Militärische doch nicht ganz richtig zu verteilen scheint:
„Wir sehen also die Entente immer noch vom Drange zum militärische Austrage des Krieges beseelt und zugleich oer strategischen Zwangslage gehorchend bereit, von sich aus das eiserne Würfelspiel zu erneuern, um dem Gegner nicht den Borteü der diplomatischen Aktion und gegebenenfalls auch den der strategischen Offensive zu überlasten. ,
Tie strategische Lage ist jetzt für alle Teile empftiwllcher ge- -«nden, da sie von der Heimat front her beeinflußt wrrd^ DieS geschieht jetzt durch Ausstände. die bei längerer Dauer auch aus dve Festigkeit der Front znrücüvirken müssen. Wie man aber auch über Krieg und Frieden denken mag und welchen Standpunkt man auch zu den Ansprüchen und Bedingungen einnimmt, die von den verschiedenen kriegführenden Parteien als Friedensprogramm ausgestellt worden sind, klar ist, daß diese Ansprüche und diese Bedingungen stets durch die strategische Lage und deren Veränderungen beeinflußt und bestimmt werden. Ta die strategische l^age aber immer mehr von der Hei mal front her mitNe stimmt wird, so läßt sich heute kein absolutes Urteil mehr über kommende kriegerische Operationen abgeben, doch sind die Vorbereitungen im Westen zweifellos in weitestem Umfang getroffen, und der Zusammenprall wird furchtbar werden. Durchbrechen die Denttchen die feindlichen Linien, so sind weniger die militärischen Erfolge als die politischan Fvlgarr ms Auge zu fassan, di« stch n.iM ohne tveiteres -rns desr btesMimm lastzyr." >.
Zweifel an der inneren Festigkeit des dentscyen Volkes wieder anfzngeben! Es ist aber wichtig und bedeutungsvoll: unser Verhalten in der Heimat wirkt schrvettwivgend aus unsere Aussichten an den entsäieiderrden Kampffronten. Wer den Krieg verkürzen, den Frieden beschleunigen will, der trage still, ohne schädliches Gerede und Politisieren, die unvermeidlichen Beschwernisse, die uns die harte Zeit noch bringt. ____
Die österreichisch-ungarischer, Tagesberichte.
Wien. 4. Febr. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: .
Zwilchen EtschundPiave lebhaft? Arnllenekämpse. Oesllich der Brenta wurden zwei feindliche Erkundungsvor-
stötze abgewiesen. ^ ^
Der Chef des Genrralstabes.
* . *
Die Verhandlungen in Vrest-Litowsk.
Breft-Litowsk, 3. Febr. (WTB Amtlich.) Heute vormittag hielt die deutsch-österreichisch-ungarisch-rusMche Kommission zur Regelung der politischen und territorialen, Fragen eine weitere Sitzung ab. Tie BespreäMngen begannen mit einer Aeutzerung des Staatssekretärs v. Kühl mann zu der Frage der Emladnng bzw. Zulassung von Vertretern der westlichen Randstaaten .zu den Berhrndlungen in Brest-Litowsk Ter Staatssekretär erklärte, der frühere Standpunkt der Mittelmächte in deö Angelegenheit sei vollkommen unverändert geblieben.
Herr Trotzki führte aus: „Wir unsererseits erkennen die Selbstmidigkeit und llnak-hängigkeit des polnischen Staates im vollen Umfange an, aber wir können mcht die klugen vor der Tatsache verschließen, daß die Selbständigkeit nur mne schern- bare ist, solange Polen unter dem Regime der Besetzung steht. Gerade deswegen, weil wir die Selbständigkeit des twlmlchen Volkes und seines Staates anerkennen, können wir, ohne ö?e Seid- ständigkeit des polnischen Staates anzutasten, doch mcht cneremgen Vertreter, die durch den Mllen der besetzenden^Bchorden: »nge- setzt sind, als Vertreter des polnischen Volkes mrsehen. Als be-- vollmächtiat Mr Teilnahme an diesen VerhanÄungen konnte er nur eine Lrtretung Polens ansehen. d,e stch aui die perlen Mafien stützen würde. Er möchte daVurf aufmerk;am machen, da« me russische Delegation, wenn sie die Regierung Kucharezen^ry mcht als bevollmächtigte Regierung des polnischen Volkes anseye, damit durchaus mcht sage, daß sie die Unabhängigkeit des polnischen Staates und des polnischen Volkes nicht anerkenne.
In Erwiderung fyterauf wies Ltaarssekrerar von Kühl-- mann zuerst auf die Aeußerungen hin. die Vertreter der MUte!- machte bei den Kommissis>nssitznngen am 11. und 15. Januar zu dieser Frage abgegeben haben. Anknüpfenü hieran bemerkte der Staatssekretär, er wisse nicht, warum der Vorsitzende der russischen Delegation von den westtichm Randvölkerü heute Polen atrsgesondert habe. Tie Angelogenheiden der Polen, Litauer und Kurländer seien bisher, zusammen erörtert worden. Er glaube aber einen gewissen Fortscli-ritt darin erkennen zu können, daß Trotzki die Selbständigkeit des polnischen Staates im vollen Umfange anerkannt k>abe. Wenn der Vorsitzende der russischen Delegation auch für die anderen westlichen Randvölker Rußlands die Selbständigkeit anerkennen wollte, so würden die Verhandlungen hier mit einen erheblichen Schritt vorwärts kornmen.
In Beantwortung einer vorl^er gefallenen Bemerkung Trvtzns. daß die Rogicrrmgen der Mittelmäclste die neue 'finnische Regierung nrnl, nicht anerkannt hätten, erklärte Staatssekretär von Kühl mann, er sei über die Vorgänge in Finnland n-och nicht genügend unterrichtet, doch seien ihm von zuverlässiger finnischer Leite zahlreiche Klagen i-arüber zugek-mmen. daß die russische dort »in die iititeren Kämpfe eingegriffen habe und dnß die mehrfach geäußerten Wünsche ans Zurückziehung der russischen Truppen von dem finnischen Territorium von der ruplschen Regierung nicht'in befriedigender Weise beantwortet nwrden teien. Die S-tellungnahme zu den durck, die Ereignisse in Finnland ge- schassenen Zuständen müsse daher durchaus Vorbehalten bleiben.
Gras C z e r n i n wies darauf hin. daß Herr Trotzki eine ganz richtige Unterscheidung zwischen den Staaten und deren Regierimgen gemack>t habe. Trotzki erkenne nur die Selbständigkeit des polnischen Staates an. wolle jedoch baß Recht der dort bestehenden Negierung, dielen Staat zu vertreten, nicht anerkennen. Mit Besriedigimg konstratrere er. daß Trotzki mit seinen heutigen Erklärungen wenigstens die Eristenz der Selbständigkeit be3 polnischen Staates anerkenne, womit eine Annäherung der beiderseitigen Standpunkte angebahnt zu sein scheine Dagegen vermöge er nicht zuzugeben, daß die Frage, ob die gegenwärtige polnische Regternng den polnischen Staat zu vertreten berachtigt sei. dem Schiedsspruch einer dritten Regterung nnterltege.
Zur sinnländischen Frage bemertt dann Herr Trotzki, vre Petersburger Regierung l>abe die Unabhängigkeit Finnlands wahrend des Krieges anerkanM, so daß sich damals noch L.rupprnteüe, die am Kriege teilnahmeir. aus finnischem Boden befarten Ms der finnische Senat sich mit der Bitte um Anerkennung der Selbstanvrg- teit Finnlands ntach Petersburg gewandt habe, habe drcse selbst den Gedanken geäußert, drß die Truppen spätestens nach Abichluß des Krieges zurückgezogen würden, falls es mcht aus mrlrtarischen Rücksichten' möglich wäre, sie schon srüber zurückzuzrchen. Zur Herbeiführung eines Einvernehmens hierüber sei erne Kommission gebildet Als nun in Finnland vre Revolution der Arbeitermassen de- gom, Wx iich bie KwnfdX Sorwldmwkrat« an d»e n.ssisÄcn Truppen mit dem WunsÄe «wenbrt ba6 I>c6 btefc njAt tn b« Kmnpi« ekrmischen nröchtern Em inesem Wunsche ennvrc^nbeÄ Telsgrmnrn sei von rlxn selbst an dir frmrische R-chcrrmg gesonbt sei nicht ausgeschlossen, dast fn ulÄe n W teüungeu der russischen Truppen und T«-en der sucnilchen Md-grrarme- Zn- s<nnm«nstötze ftattgenmben men, doch tejgnc a, dab bt* Su- lrrmmenstSße irgendwelchen öinfluB mit >n Ganq. der inneren KSmpse in Rnnlanb hStte" haben Knnen Was bte heranzreNtng polnischer Brr t retrr betresse, so werbe <m bre russische Tele- 'gation wieder bie stwge gerichtet, ob sie bie UnabhSngigke» Volens anerkenne oder nicht ES sei klar, das, btese Frage mie SwecheuNg' teil enthalte Er erkenne in vollem Umfange unl>e,chränkt das Recht de« polnischen Vsttes an. selbständig und un-abbängig zu «rstreren. Aber er ivolle nicht die Auaen davor verschließen, daß dieser polnische Staat jetzt von fremden Truppen besetzt sei. und daß die sogenannte polnische Regierung sich mrr innerhalb der Grenzen betvegen dürfe, kie iln vmi oben her gesteckt würden. Sei der polnische -Ltaat nn Staat, so müsse er goograp-ische Grenzen haben. Wenn nn L>taat wm&n noch arm Mria habe, dann ia tu fwi Staat und
kein Königreich. Man habe es hier mit noch nicht enUllllg gestalteten Verhältnissen zu tun. Aus die Bemerkungen des Voriitzen^n der österreichisch-ungarischen Delegation habe er zii erwidern, datz snne Regierung durchaus nicht als Schiedsrichter m dieser terage aus- treten wolle. Sie schlage nur einen Weg kür die Nachprüfung der > Berechtigung der polnischen Regierung vor. . _ ^
In Erwiderung hierauf bemerkte Grat Czernin,^ct darauf aufmerksam machen, daß dis Delegationen der verhandelnden Mächte nicht hierhergekommen seien, um einen geittrgen Rrt'gkamM auszufechten. sondern zu versuche^ ob und sei, zu einer Verständigung zu gelangen. Für ^e Vertreter eines fremden Staates sei es schwer, festzustellen, iwvtewett eins in einem anderen Staate bestehende Regierung zu Rechr bejtehe. Tie Fortsetzung der Erörterung üE^r diese Frage \c\ tema sich nach unfruchtbar.- Der polni,che Staat sei. m seiner Entwicklung begrissen und sein Entwicklungsprozeß noch Nicht abgeschlossen. Deshalb habe Polen. wie H-err Trotzki ganz richtig bemerkt habe, auch noch keine feststehenden Grenzen. Aber auch die ruspsche Republik. die noch in der Entwicklung begrrsfen ser. habe noch keine teststehenden Grenzen, was indessen die Mächte des Bierbundes nicht hindere, mit der gegenwärtigen rufinchen Regierung zu verbandeln- ohne sich auf die Prüfung il)irer Legittnntcü ernzulassen Wemi! Herr Trotzki gegen die Viächte des Bte^rndes ben Vorwurf zu erheben scheine, idaß sie die neue sumnsche Regierung ?ich^ttkenntenZ so müsse er teststellen, daß ihm von ^A^icht emn N^verstä^ digimg nichts bekannt sei. Daß die Mächte des BrerbM>es ülmgenS auch bereit seien, mit dZn Mgierungeii zu v^^ln^e sie für ziemlich radikal iyaittn , gehe aus der Tatsache der .Btester Ber Handlungen zur Genüge hervor. „
Staatssekretär v. Kühlmaun fugte hinzu, die zweite klärung des Vorsitzenden der russischen Delegation habe gezeigt, daß es schwer sei. ohne den Wortlaut ,o weiteeichender Erklärungen vor sich zu haben, sich ein srchetes Urteif u&er & a 3 GMagte zu bilden. Da ein Widerspruch rn den Erklärungen eines so geschulten Dialektikers, wie .Herr, Trotzki es sei. ausgeschlossett erscheine, so liege ostenbar ein Mißverständnis von seiner ^eite vor. Aus der ersten Erklärung ^rotzkis habe er den Eindruck gewonnen, als hätte der Redner damit rückhaltlos in vollem Umfange die SelLständigkeit des polinschenStaates anerkannt. Nun habe aber Tvotzki in seiner zweiten Erklärung anSgefühtt, v'aß Polen mangels fester Grenzen und mangels emes Könms weder
StLSWWtÄTfci W^tteÄ^'fÄ die SM.
ständigkeit eines Staates,anzuerkennen, der gax, fern öteöt t L Er müsse aber doch daraus Hinweisen, daß man Uch vollftandigm ten Wolken verliere, wenn man bie Grundlagen aner tmoa»i juristischen Instruktion verlasse. ^
Am Schlüsse machte Staatssekretär v. Kü hl mann Mitteilung davon, daß er durch unabweisbare Pflichten gezwungen sei. aut kurze Zeit zu verreisen, frie Seit, bte mfolge deiner Abwesenheit für die Sitzungen der politischen Kommttswn verloren gehe, würde durch Verhandlungen von Macht M Macht zwischen den anderen in Brest vertretenen verbündeten Delega^ tionen und der russischen Abordnung, sowie durch 'Arbeiten der Rechts- und Handelskommission puszufüllen sein.
Tie Sitzung wurde hieraus geschlossen.
* * *
Waffenstillstand-Verhandlungen mit Rumänien.
Berlin. 5. Febr. Laut „V. Z." beginnen heute in Sinaja die Verhandlungen zwischen dem Brerbunde und Rumänien über den Abschluß eines Massen st rllstandes.
Trotzki über Rumänien.
Amsterdam, 4. Febr. (WTB.) Emein hieftgen Blatte zufolge erfahrt die „Time s" aus P etersburg.: uo tzkt erklärte tu einem Gespräch mit Vertretern der Pres,e, datz dre ruffische Republik an stiumamen nicht den Däeg erklärt, sondern nur den rumänischen Gesandten ausgewiesen habe. Trotzte sagte, wir Mhrew nur den Bürgerkrieg gegen die rumänischen^ Generale und die Bourgeoisie, die den Krieg an die russischen Soldaten und tmsere demokratischen Einrichtungen an der rumänischen Front erklärt hüben Wir kämpfen nicht mit den rumänischen Arbeitern. Es soll eine demokratische rumänische Regierung mit jeder denkbaren moralijchen und materiellen Unterstützung Rntzlands, ms Leben gerufen werden. Wir werden diese Regierung nnt dem Gold des in Moskau beschlaguahmten rumänischen Fonds verstehen Mit der alten rumänischen Regierung wird ohne Ramicht verfahren werden. Wir sympathisieren mit den rumänischen Demo- -kcaten in Rußland, aber wir behandeln die Vertreter der rumän^ scheu Bourgeoisie als Geiseln, wemi die rumänischen Generale trat dem Aufmarsch ihrer Truppen sortfahren. • „
London, 1. Febr. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bii- r«ms. Tie „Times" erfahrt aus Petersburg, daß wn dram ber Entente-Gesandten in Petersburg um Verlängerung des Äb- teisetermms des rumänischen Gesandten bei der russischen Regierung nachgesucht wurde. Aber die Bvllchewite-Regio- rung. blieb unbeugsam. Der rumänische Gesmidte wurde von kinem besonderen Kommissar zur finnischen Grenze begleitet. In jedem Wagen des Extrazuges befanden sich zwei bewassnete wär- trosen. Als Di am an di aus der Gefangenschaft entlassen wurde, drahtete fr an die rumänische Regierung in Jassy, daß er aImme, daß die Volkskommissare ihn als Geisel für gesongene Bolsche- wiki-Agitatoren an der rumänischen Front sesthalten wolltyr, und er nach der Entlassung aus dem Gesälngnis schnfürch vev. spvechen sollte, die Befreiung dieser AgüatorLit zu bewerkstelligen Da also seine Freilassung die Form einer Auswechstung Kriegsgesmigenen annehmen sollte, weigerte er sich, dem Ersuchen stattzugeben. Er bat die rumänische Regierung um sffna ZmÄckberufung, erhielt aber keine Antwort. Wahrscheinlich sinv alle Telegramme von den russischen Behörden unterschlagQi worden. ^
Der französische Botschafter übernahm vorläufig die Vev» trettmg der rumänischen Interessen.
Die Zustände in Nutzland.
Stockholm, i. Sa n. (WTB.) Die Zustänbe kn De« tersburg werden von Tag zu Tag schlimmer. In der Nacht MM 1. Februar wurde das Mitglied des Zentralkomitees deÄ Ardoitec- und Sowaten-Deputationen Goldmann Hofer a u s - geraubt. In der gleichen Nacht wurde PreobraschenSkh' ettH Mitglied des Vollzugsausschusses des Arbeiter- und ^oldatew- rates, auf dem Semctisky-Markt des Mantels, der Briestaschs und des Revolvers beraubt, wobei die Banditen erllärten, daß jhe aus Befehl des Rates der Arbeiter- und Soldatew-Deputatio- nen alle Passanten zu imtersuchen hätten. Im Litemy-Rayott wurden Läden geplündert, darunter auch eine Niederlam: der Firma Termchohnik. Einige Plünderer wurden erschollen. In de« Nacht Mm 2. Februar wurde ein Weinkeller in der Gogolstro^,. geplündert. Maschinengewehre traten in Tätigkeit^ ZeituugSaai»^ Mten Kusolge gab cS über breißig P«Mmdet«.


