An» Stadt «nd Tand.
Gießen, den 28. Januar 1918.
** Amtliche Persona ln ach richten. Der Groß- herzog empfing zum Bortrag: den Staatsminiftec Dr. von Ewald, den Generaladjutanten General der Kavallerie von Hahn, den Vorstand des Kabinetts Wirkl. Geheimerat Röm- Held; außerdem den Generalstaatsanwalt Geheimerat Dr. Preetorius. — Am 16. Januar d. I. wurde der Forstwartaspirant Wilhelm Blum aus Eichelsachsen zum Forftwart vom 1. Februar 1918 ab ernannt. — Am 16. Februar d. I. wurde der Forsttvartaspirant Wilhelm Kvnradi aus Oppenheim a. Rh. zum Forftwart vom 1. Februar 1918 ab ernannt.
** Ausz e ichn ung. Heinrich H a n i tsch, Magazin- verwalter der Firma Bänninger G.- m. b. H., erhielt das allgemeine Kriegsehrenzeichen. — Der Schütze Heinrich Greb von hier erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. — Musketier Ludwig Römer wurde die Hessische Tapfeckeits- medaille verliehen.
** De fürderung. Gesr. Georg G a u 3 , Inhaber des Eisernen Kreilzes und der Hessischen Tapferkeilsmedaille, wurde zum Unteroffizier bttördert und zum Ofsiziersaspiranten ernannt.
** Die Beerdigung desStadtverordneten Fabrikanten H. E i ch e n a u e r fand gestern vormittag unter äußerst zahlreicher Beteiligung statt. Rach Aufbahrung der Leiche in der Friedhofskapelle widmete Pfarrer B ech t o l s h ei me r dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. Sodann, ergriff Oberbürgermeister Keller das Wort und gedachte des vielseitigen, unverdrossenen Mannes, der stets so großes Interesse für die städtischen Angelegenheiten hatte. Ferner sprachen: Direktor Arnold für den Vorstand und Aufsichtsrat der Gewerbebank, Architekt Meyer für den Vorftcnid und Aufsichtsrat des Volksbades, Geh. Justizrat Metz für den Vorstand des freisinnigen Vereins, Kaufmann B o l l e r für den Verein Union, Prokurist Kreiling für die Firma Koch & Eichenarrer. Am Grabe sprach noch der Vertreter der Freimaurer-Loge, Apotheker Dornberger. Das Geruht ehrte seinen langjährigen Handelsrichter durch Niederlegung einer Kranzspende. — Unter den .Zahlreichen Kranzspenden befanden sich Blumengewinde: der Stadr Gießen, der Stadtverordneten-Versammlung, des Gießener Volksbades, der Gewerbebank Gießen, des Vereins der freisinnigen Bolkspartei, des Kaufmännischen Vereins, des Vereins Union, der Fünfziger 1910 und der Angestellten der Firma Koch & Eicpenauer usw.
** D: ebftahl. In der Nacht vom Freitag auf Samstag wurden im hiesigen Schlachthause ungefähr 50 Pfund Fett gestohlen. Zsveckdrenliche Mitteilungen nimmt die hiesige Kriminalpolizei entgegen. — Nach, dem Hochwasser wurden an der Lahn eine Pappet und ein Eichenstamm gefunden. Die Eigentümer rönnen sich bei der Kriminalpolizei melden.
** Gießener Haussrauenverein. Das am nächsten Mittwoch abend um 8 Uhr im großen Saale des Hotels Fürstenhof zur Aufführung kommende Lustspiel „D i e K o ch k r st c" von G. Jrrgang hatte bei seiner Uraufführung m Dresden einen twü'en Erfolg. Die Dresdener Nachrichten schrieben hierüber: „Man hat nicht bloß eine Gelegenheitsdichtung im üblichen Sinne vor sich, sondern ein Werk, das noch viel über die Bühne gehen kann und wird. Gesunder Humor und natürliche Lebensauffassung sind feilte Haupt- vorzüge Man findet sich ohne Zwang damit ab, daß eine Kochkiste gewissermaßen Heiratsvermittlerin wird.
** <&tanbttfyeatcr. Schon öfter ist <m dieser Stelle dar- :tber gcfteol hK/rbat, daß zahlreiche yorbestellte Eintttttskarten an der Abendkasse .richt abgeholl meaxn. Um butrfem Mißstand in etrvas entgeM^uwirten, ist beschl-osfen worden, bk Vorbestellgebühr von tetzt ab aus 20 Pf. M die Kttrte zu erhöhen. — diorWals sei darauf hmgewieteir, daß die hEtge Othello-AufUhrung als 13. Vorstellung im Dienstag-Abomtenvent zahlt.
** Vorsicht beim Sameneinkauf. Es werden rn letzter Zeit von mehreren Seiten bulgarische und ruma- nlschc Gemüsesamen angeboten. In deri meisten Fällen sind Ursprung und Züchter nicht zu ermitteln, und es ist somit keinerlei Gewähr, für die Qualität des Samens gegeben. Außerdem sind die unter anderen klimatischen Verhältnissen gewonnenen Samen für den deutschen Anbau meist ganz ungeeignet. Der Balkan hat im allgemeinen wenig Neyen und viel Sonne, bei uns ist das Gegenteil der Falt. Beyvielswcise bildet bulgarischer Kopfkohlsamen auf deutschem Boden meist keinen Kopf, sondern schießt ins Kraut. Ber anderen Gemüsearten verhält es sich, ebenso. Dem deut- nhen Anbauer muß aber unter allen Umständen daran ge- legm fern, guten Samen zu erhalten, damit er und mit ihm die Allgemeinheit vor schweren Schädigungen bewahrt bleibt. Es wrrd daher nachdrücklichst davor gewarnt, Gemüsesamcn zu raufen, ber dem nicht durch Herkunft und Lieferanten die Güte der Ware verbürgt ist.
~ **.KEitere Beschränkungen für Raucher. Wie die ..Dezrpche Tageszertung" meldet, sind laut.Beschluß des Arbeits- MsschusseS der Deutschen TabakhandelsgestNschaft und imter Zustimmung der Reichs komm issare mit Wirkun g nom 1. Februar «b die Kontingente bei Zigarren-. iKrru- unb SchnuvfiabaMrer-. uettetn von 60 auf 40 vom Hundert, bei TubnN/erstellung t*<m> oO auf 40 v. H. herabgesetzt.
««* Au ge stellt ^.Versicherung. Vom Ortsanssch'.lß teuren der Rerchsversrcherungsan statt für Angestellte wird uns Aschrteben: Im Jahre 1918 wird von einer großen Anzahl von BeNtchetten der Zeitpunkt überschritten werden, in dem die Wartezeit von 60 Btttragsmvnaten zurückgelegt ist. Die nach arefem Zeitpunkte berufsunfahig werdenden weiblichen Versicheren können dann Anspruch auf Gewährung von Ruhegeld, - die Hmterblrebenen der nach diesem Ztttprcnkt sterbendem i. ‘ Versrcherten Anspruch «ruf Hinterbliebenerrrente erheben Sterben Versicherte, die noch nicht 60 Beiträge gezahlt haben, so wird auf Ikttrag me välfte der eingezahlten Beiträge zurückgezabtt. Die Bernfs-unrährg Int wird anerkannt, wenn die Arbeitsfähigkeit aus weniger als die Hälfte derfenigen eines körperlich und gttstia gestmt^n Verycherten vmr ähnlicher AuEdmrg und gleichwertigen Knmtmffen herabgesunken ist. Weibliche Kranke, welche fb Wochen ummterb-rvchen berufsun fähig gewesen sind, erhalten rSsx ine weitere Dauer der Berufsunfähigkeit ein Kstankennihe- M,.,Wertere AuSkmrft erteilt der hiestge Ortsausschuß durch feinen ^chrutfuhrer.W. Richter, Kirchcmplatz 9II. Es wird ferner wiederholt daraus aufmerksam gemacht, daß Anträge ans Ein- nnef Heilverfahrens stets durch die Vermittlung des Ortsausschusses der Rerchsversicherungsanstall eingereicht werden mm len.
** Vorkehrungen für den Fall der Temvbil- machung. Die .Knegsanttsstttle Frankftnck a. M. stellt zurzeit £ nwi Ueberblick über den voraussichtlichen ^ .75?W^U ber der Demobilmachung zu gewinnen. Soweit Ar- Hwümrerksbetrtebe in Frage Lonrmen, ist für oas tvMNherzogtum Hes^c d« Handwerkskammer zu Darmstadt be-- artt tragt nwroen Zur Erfnssung der Hilfskräfte in korporierten Dwerksbetrieben sind an die, Innungen und fachlichen Btwttni- gu^rtten r^ragebog«n verschickt worden. Nicht organiskerte Han-d-» werlsmeffter, wwett fre znr Gewinmmg.von Hilfskräfte>i im Falle der ^.iraMbttnmchu^ «ne öffentliche bzw. behördliche Arbeitsner- mrttlung m d^otzeram UrnZang in Anspruch nelmum chllcn. können JmetoQcn btä 31. Stetig 1918 t*i ber Darri>w-Em-mer & % erhalten, die bis zitm 5. Febnmr i918 Tusgefiült wieder virMmkcn faln müssen. Diese Vorkeh- rrmgeri swd l^rgLich twchrrgvndx Ma.ßrmhm«c, die m Seiner Weise
krgeni»verche SchLüs^e üus die Möglichkeit ebxtä baldigen Friedens
zulassen.
** Das Großh. Hessische Regierungsblatt, Bei. läge Nr. 2, ausgegeben den 24. Jaruurr 1918, hat solgcnrdvn Inhalt: 1. Bekanntmachung, die nachträgliche Erhetemg einer Gememdeumlage in der Gemeinde Georgenhmffen betreffend. ^ IT) — 2. Ueberlicht über die in den Gemeinden des Kreises Frredverg zu erl-edender« Gemcmdeumlagen für das Rechnungsjahr 1917. (S. 17.) — 3. Uebersicht über die in den (Gemeinden des Kreises Heppenheim zu erlebenden Umlagen und besonderen, Ansschlage chr das Rechnungsjahr 1917. (S. 20.) — 4. Sterbc- sälle. (S. 22.)
KÄTNpMMsL. MZÄt W MW misMi&sd ^
Die Goldankaufstelle
!« den Rätme« dir SeMssparMe Siehen ist morgen nachmittag von 2 bis ^ Uhr geöffneU
Landkreis Girßcn.
^ Beuern. 27. Jan. Bei der Versteigerung der Gemernde- lagd bl^b der settlherigc Pächter mit 1850 MarS Mefftbietender^ . ^"ingZh^usen.^ 27. Inn. T-ie Hessische Tapferkttts- medaÄe erhi^t Karl Löffler bei einer Münmwerferabteilung. . . c ' 28. Jmr. Dem Feldwebel Rudolf Regel wurde
v« Heslffche Tap^eckmtswedailte verliehen. Das Efferne Kreuz er- lMlt er schon vvc längerer Zeit.
** N i e d « r. B e s s i n g e n, 27. Jan. Ter Untewfsizter Ml- ^lm ^otz. Inhaber des .Hesscschen Kriegs-ehrenzeirlMs, ttmrde zum Sergeanten befördert.
Kreis Büdingen.
^ Nidda, 27. Jamrar. Der Sohn des lEgen Sanitätsrats Dr. Koch, Ieldarzt Fritz Koch, erl>icü das Eiserne.Krercz nird die hespzche Tapferkeitsmedailte.
-vrkche Mittel anzirwerchen seieir, der bvmmeNden Möbelnot W minderbemittelten Klaffen vorzubeugim. Ans Vorschlag des Stadt-»
^ates Dr. Landmarui, Frankfurt a. MI soll der Gründung einetz Gesellschaft mit beschränkter Häftling, die völlig gemeinnützig aw- o^lten wird, nähergetreten werden.
Frankfurt a. Mt, 28. Jan. Generalleutnant Riedel/ ^ Stellv. Kommandierender General des XVIII. M. K., ist durch! allerhöchst MbinettSordec vom 27. Jawrar d. I. -um Generali der Infanterie befördert tvvrdeil.
F r a n k f u r t a. Nt., 26. Jan Ter Magisttat hat den: Antrag der sozialdemokratiscl^en Stadtverordnetenftakrion, beim Land^' tag eme Aerrderurrg der Frankfurter (GemeindeVerfassung zu erlangen, seine Zustimmung gegeben. In der Hauptsache handelt es sich ber der Reform um die Einfül>rung des gleichen, geheimen, direkten und allgemeinen Wahlrechts für alle örtsbAvohner ohne Unterschied des Geschlechts mit dem öoMenketeu 24. Lebensjahre Auch eine Anzahl Zusatzanträge, von der FottschrittlictLN BoWparteL gestellt, fand grundsätzliche Anerkennung beim Magistrar.
)s Marburg, 26. Jan. Dem neuerdings von verschieb denen Seiten gemachten Vorschlag, eine Neugestalttmg des bisherigen Systems der Leberrsmittelversorgung -und eine' bessere Erfassung der Lebens- und Futtermittel usw. dadurch zu ermöglichen, daß geTwssenschaftliche ErzeugerDerbärroe die bisherige Tätigkeft der §p)mmunalverbände und Verwaltungsbehörden ab--; lösen, will man im hiesigen Kreise versuchsweise nahertreten.. Wie bei dem Marburger Unterverbandstag der Raiffeisenvereinsi des hiesigen Kreises beschloffen wurde, werden die Genossew, schaffml Amönmr und Betziesdorf die Feststellmrg der Anbani flächen, die Ernteerhebungen und die Erfassung der Lebens^ mittel- und Futtervorräte bis zur Ablieferung ort die zuständigen Stellen in die Hand nehmen.
Kreis Scketten.
^ * t V x ' 28 Jan Zwei bi^'rge Frauen Und zwei in ^ver-Sch-enitten, che Brnttschaften für Kriegsgefangene besorgt hatten, wurden Nnt ie 10 Mk. Geldstrafe betegt. — Burkbards Das (Äsern« erhäckt der MuEtter Heinrich Rn hl.
Kreis FrietzdrrZ.
^ 27. Jan. Beim Spiel mit einer
verletzte sich der fmp-rhnjäftl-dge.Sobn des Ober-. PoltschaEsners Op per famf* einen Schutz ins Bein so schnür, datz m 'nt die Klinik geschaht werden mutzte. — Bei dem
Bersuct), e«e ans eoteu heimlichen SchöaMmrg stammenden Ninds- iyaul md) mehen zum Gerber zu schaffen, ^wurden zwei hiesiae Ernwohner verhchtet.
(StenVnfeurö und Nheinhessen. heil gen, 26. Jan. Auf der Slahnlrine T^rmstadt- Frankfurt wurde cnte mchnnttche LsÄw nat abgesalnanem Kopfe 8NUMXM. Uefm ihre Personlichkit konnte iwch nichts ftstgostetlt weiden.
ch Bin geit, 27. Jan. Der Staatsminister v. Hvm be rgk, FmanzmrnisSer Dr. Becker, die MtgKeder des Ersten Ausschnsfes der 2. Heffischein Btärtriairurtt, bonatter der Bertteter des Wvtzl- kreises Bingen-LmE», Abg. Geb. Justizrat votk Brenta na uns der Vertrü^r von Bdkgon-Stadt, Abg. A ch« rr trafen in Dietersheim ein Witter der Führung de? Geh. Rscsierungsrats Dr. Steeg, der Bürgermeister 5tia,tei^Dietersheim und Klöckner- Spmi§hewt.nm edre geran-e Bescchttmmg und JeststeUurrg ver ertt- Mndenen Schaden vv^tunehmen. Die Gismtbahnbehörde war durch den EssenbabttpEdentan rmd einige weitere Räte vertreten, fentef hat ed e'G iTty M £ u inftwk ion Pertreer enrs nd.^Äe Re iernng halte die Gr^. Kt^tnrli'sr'eri.Dn Vertreter ent,' cr.ibt. Tie Regierung schweren Schaden vorgesehen.
ch. Vvn ber Nahe, 27. Jan. Die Wasserflut hat bei Man. 1 1 " SÄ? furchtbaren Schade« angerichtet Tie Keller der Häuser in der Nähe der Bahn waren sämtlich bis eben voll Wässer, die ivabry war gjletchfalls itberMvemmt, da der Herbach große Wässermassen brachte. Sv sind bedeutende Ntengen Gelatine verdorben. Oberharb der Nahe-MM;te ist der Tamm geüvocherr und die Flut ftti) ütxrc fern WNAN Dis L-md N »L«esOi^mmt.
GeMmuber der NahoMEe mivbv eine Leiche gelandet, die zloeite am Orte. In beiden FMen hawtelt es sich um Soldaten. Opfer bes schweren Ungtüchs bei .HoEftetten. Die Flur ist überlagert von Holz, Stammen, Kistsn. BÄÄnt. Möbeln und anderen Dingen. Hesftn-Rüsmu.
* Bad Salzschlirf, 27. Jan. Hier plant man die Er- nchtung zwner ErholungHttme für Offiffere und Mannschaften.. Dc^ Offtztersheim soll 50, das Mnnnschaftshettn 100 Betten enthalten.
---- Frankfurt a. M.. 26. Jan. dkodf kurzem Leiden verstarb heute pnD der NniversrtÄspvc^efsor und Tirektor des Reu- vologifchen, Instituts', Dr. Ludwig Edinger. Der Berschredeue der 185ro m Worms geboren war, wirkte fest 1888 in Frankfurt, nachdenr er vorher einige Jahre Privatdoyent an der Mediznstzch'n WW der Unrversttät Gießen war. Gr galt auf dem Gebiete der Nervenfors6«rrrg und der Gehrrnanatomte als Fop'cher ersten Stowtet Secne wiffenfchaftlichen Arbtt.ten behandelten vor allem Themat<l über Nerven^1!m.nfrkngst.. Währmrd des Krieges wandte Protessor Edrnger sich der Heilimg zerrissener Nerven bei Ber- nmnl-eten m und hatte auf bie-'em Otebtetc überraschende Erfolge
nft 1? tun ff ntt ö. M., 27. Jan. In der Druckerei, die'für bie ötebt Frankfurt btc Lebensmittelkarten herstellt, wurden in! den letzten Tagen 40000 Brotkarten gestoUeir Es konnten teiine YNannalmwn mehr getroffen werden, !um zu verhindern, daß die gestohlenen Karten in den Verkehr kommen. — Dieser Tage fand in der'Geschlechtersttrbe des Rathauses eine Besprechmrg der Regierung, oer größere.» Städte ,unb Gemeinden, der großen Werke der Jtzdusttie des Regierungsbe^ir0es Wiesbaden statt, um zu beraten
Gießener Strafkammer.
Gießen, den 25. Jünuar 1918. ,
^.as bermts 8mal roegen Diebstahls.vorbestrafte Dienstmädchen tpteDa Kl. von Laisa, Kreis Biedenkopf, ist an geklagt, am 6^ Okwver 1917 zu Gießen der Wilhelmine Kl. >2 Blusen. 1 Korsette eine Hote, einen Rock, ein,Päar Hatbschuhe U7te» einen Beutel! entwendet Au lmben. Am Abend des 5. Oktober v. I. verstand srch die Bestohlene Kl. dazu, der eben erst aus dem (Gefängnis! entlasianen Angeklagten aus kderen« Bitten Obdach in ihrem Zimmer zu gewähren. Mm anderen Mvrgen benutzte diese die Gelegenheit und stahl 'die obenbezeichne tert Gegenstände. Das Gericht verurteilte Pie im vollen.Unffiang geständige Angeklagte zu! einem Jahr Gefängnis.
Vier 19jährigen Burschen ans Russisch-Polen, die als Arbeciec m Nieder-Florstadt und Beienheim beschäftigt waren, wird zur Last gelegt, in der Nacht vom 11. zum 12. Novembdr 1917 zu! Nl-eder-Florstadt in gemeinschaftlicher Ausführung zwei dem Pächter A. gehörige lederne Treibriemen im Äxte vorc 1000 Mk aus einem Gebäude (Brennbausc) entweichet zu haben. Ferner siird 2 t<ev Angeklagten weiter je eines Diebstahls rem Treibriemen zum Nachteil des Pächters R. in Beienheim 'beschuldigt. Die Angeklagten bestteiten die Begebung des Diebstahls zum Nachteil des Pächters A., iwährwro die beeiden Angeklagten bezüglich der ihnen weiter zur Last gelegten Diebstähle geständig sind. Wegeic dieser Diebstähle erhielten zwei der ArrgeAagten je b Monate Gefängnis, ivchhrerck» die vier 7lngeklagten bezüglich des A.schen Diebstahls Freisprechung erzielten.
Der Landwitt .mrd Schmied Jabob^ G. von Udenhausen ist vom Schöffengericht Lauterbach von Oer Anklage, am 17. Semembeo 1917 tm Walde bei Mttnhausen.der .Heinrich W. Ehefrau 7 Sttick Kiiesenrknüppelholz im Werte von zirka 4 Märk amvtrrbel zu liaben, — fteigespr-ochen nwrbeu. .Gegen dieses Urteil verfotgkq die Staatsanwaltschaft Berufung, nur eine Bastvaftmg herbeizil-', führen. Sie hatte aebr Eemen Erfolg mit dem Rechtsmittel, hemt ( lauf Gvnmb ixx Beweiserhebung wurde die Berufung zuriickge^ wiesen.
Gerrch»»?«»«!.
I Darmstadt, 26. Jan. Ein hiesiger Kcnrdttor batte einem' Gast, einem Reserv-eoffizter, der sich in ruhigem Tone über Nichts! bedienung besch'wette, in erregtester Weise mit ehrverletzerrdeni Aeußerungen geantwortet. Er war deswegen vom Älwffengericht M 50 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Die Strafkammer erhöht» die Strafe auf Berufung des Staatsammftdss auf 200 Mark. Außerdem wurde dem Btteidigterl das Recht auf Veröffentlichuirg des Urteils zuerßanm. — Der MMer Wremer von Auer-, bach lvurde vom Sck-iöffengericht Zwingenberg zu 150 Mark Steldstrase verurteilt, weil er Hafer, den er schrotete, mit 10 Prozent Land vermrrei'm.gt haben sollte. Bon der Ltraffamntev tmijbc er jedoch freigesprochm, da imck Sachverständigen-Glit« achten die natürliche Berunreini-gum; des Hafers mit Sand bis z« 20 Prozent Aftragen könne, eine adsichtlicke Bwmremigung also nicht n<rck)zuweisen sei.
— Frankfurt a, M, 27. Jan. Der 35jährige Schlosser Anton Jo sch aus Wiesbaden schwindelte vor einigen Monatm einer juirgen Fabrikbeamtrn, die von einer hiesigen Bank 2ohtt*, aclbcr abgeholt harte, unter dem Vorwände, er sei Kriminal- kommrssar und zu ihrem Schutze vor einem geplanten Straßenraub beordett, 4000 Mk. ab. Am nächsten Tage rvurdc Jösch, obwohl er sich unkenntlich gemacht hatte, von einem Schutzmann, der von dem Bankdiebstahl noch nrcbts wußte, aber ihn wegen anderer Sttastaten suchte, auf der Straßenbahn gestellt und verhaftet. Bei der Vernehmuürq stellte es sich heraus, daß rnän in Jösch auch den Bankräuber gefaßt hatte. Für diese Sttaftal veruttoitte die Sttafkammer Jösch zu zehn Jahren Zuchthaus- zehn Jahren Ehrverlust und dauernder Stellung mtter Polizei aufficht.
ZpieWan der Gießener 5tadtti»emers.
Mmttwg 28.JMU, 7i/ s : Qkm. Vr. (enitj, 13. Siensfcaa- Adonnem.-Borst. „Dtlfetto". Samstag 2. Febr.. 7^- Gew Pr tzrns )- 13 Frmta>g-Abon7lLM.-Vorst. Neuheit! „Die Straße nach Sternayckst. ^mrntwg 3. Febr., 3V-: Kl. Pr. ,.Fm neißm Röst'l" 7%: Gew. Pr. „Ter Ä»ldat bet Marte"
2 )erttitfcbre*'
Das Eisrntzatnrungtück bei Schteitzheim
München, 26. Jan. (WTB. Nichtamtlich.! Bei dem schwere»! Eisen bahnun ql ück unwett vmr Schleißheim sind nach den nun abgeichuossenen anttlichen Fxstftellnngen drei Personen getötet und über 60 verletzt worden. ,
Gkctzenep §LadLtheatev.
Eowrrk.
' Historisches Schauspiel von PaulHeyse.
Nicht zum ersten Male am Samstag die Bilder aus
Eokbergs gMtzer Bergangenh tt vor unftr'.n A:gen vorüber Schon vor reichlich zehn Jahren ging „^berg" im alten Haust in Szene und zu wiederholten Malen stalpfte der alte Nettelbeck iiji neuen Theater über die Bretter. So wte hier, war es auch anderorts. „Colberg" hat sich im Spiel plan gehalten und zählt heute nal-ezu »um eisernen Bestand. Paul Heys«, der sich so oft, aber mir roenig Glück auf der Bühne verseuchte, bewies btt der Becnrbtttung der historischen Episode viel tzteschick. Mtt sicheren Stttchen zttchnet er auf dem geschtchtlichen Hintergrund Vollblutmenschen, Charaktere, deren Büchnewoftksamkttt schon allttn dadurch sichergesttttt ist, das; sie in den Konflikten, in die sie hinttngastelll werden, nur die Parole „Durch" kennen. Man betrachte nur Nettelbeck oder Gneisenau, und lasse die Energie, das feste Wollen, das Ziel- und Pffic^- beroußtsein, das diese Menschen aussttömen, ganz auf sich wirken, und man wird versteh«,'., warum das historische Schauspiel „Col- berg" seine Wirkung nicht verliert.
Hey st hat keine (Schichte dokumentieren nwllen. Tie Geschichte als Fl^te, die Gpilstde als '.Tatsache genügten zur Llusgestaltung dos SchMrssnols.
dorr den^ Frcm^ostn belagerte Calberg hat dur ^^tettel-
becks Roi-a Biank, den König um einen
lassen. Turnus l-uiFt AaÄsSuru MI, von »fterc stur« W .Nur vxmrich, Bruder, ist ihm feindlich qs-
samt nnd vergrht sich,o »M, dak er auf Gneisenau anlegt. Aber er oerait bald ünd null feine Tat wieder gutmachm. Als die Wot m ber ^chigerten Städt am höchsten gestiegen ist, bringt Heinrich' ^ Nachrrcht, d^ Frrede geschloffen ist und oie Franzosen dw St-odt nur noch beronnKr, -um sie bttnr Fttedsnsschhch in der- Ofe* wall zu haben.
^ ü^br.^r Sptetl-ettmrgvon Hvsrctt xxrcnurrai Steingoetter flefterltete lieft dreAniftrhrung äußerst befti<digend. Die Billmei». brDer waren lebendi.g und voll Wi-rkung. So erfreute bcsondersl die Rate rn Ratsteller und die Szene ans dem Marltplat; vor Gnepenaus Haus. Eme architektonische Unmöqlichteit war nur der
d-m Säulen de-s Laichen--
gangs steht, kann der Brunnenschacht nicht davor emporragen.
Don ben Darstellern gebülwt htec dem Gaste Mathteu Pfeil! vmi.Frmiffurt ajl Gerste üftjrt Sein %«ctoct -«rin
^§"Lltuug^ Iu vorzüglicher Mas?« brochk er dre derb-medere Art des alten Seebären vortrefflich zum Aus-
durch Oskar F e i g c t eine sckchrre, schw- mfnf<be ^terkörperimg, bte neben der des Vlettetbed sich 4fj«r ^sen ^nte. Annemarie Wisser verlteh der- Rose Blank sehv stme B^onders gut glückte ist" bk G^ählung vom «VoS
>inn Wnig. Die Herren Falken als Hettrttch, Stenge» atZ ^ ^ Ratsherr irrth Go l l als Würges waren gut ta», kargen mtt zmn Erfolge btt. Lkuch die b<*
ubnsHt, Qfiüteren Rotten, war «mchoechmd ^ ^


