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Nr., 22 Swettes Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Zamstag. 26. Zanuar (9)8

Uaisers Geburtstag im vierten Uriegsjahr

. In Friedenszellen »var der 27. Januar eilt Tag der Freude, em Nationalfesttag, an dem jeder Teutscktc in gleicher Wei.se seinen Anteil hatte und ihn auch geltend machte. Seine Feier atmete trotz manchem feierlichen Prunk, der dabei in Erscheinung trat, die Trau­lichkeit deutscher Familienfeste, denn jeder non uns erimrerte sich, gleichgültig, welche Stellung er dm politischen Tagesfragen gegew- Mer einnahm, an diesem Tage daran, daß er ein Glied des großen deutschen Volkes um, und mit Stolz und Selbstbewußtsein und dem innigen Tazugehöriqkeitsgefühl des Kindes vom. Hanse grüßte er

unseren Kaiser zu seinem Geburtstags je st.

Jetzt im Kriege gibt eS keine rauschenden .Feste.___

Einkehr hält, da verstummt Fröhlichkeit und Festfreude. So ist das

der Tod

c halt, da verstummt Fröhlichkert und Festfrerrde. So ist das äußere Gepräge däeses Tages durch den Krieg von Grund aus ver- ändert. Und dennoch wollen wir uns auch in diesen! Jahre das Recht, unseren Kaiser M feiern, uns festlich daran zu erinnern, was uns in ihm geschenkt ist, nicht nehmen lassen. Ter Kaiser und sein Volk sie stehen noch ebenso fest und treu zusammen wie nur je. gelockert hat sich das Vaud, das sie umschließt, eher gefestigt.

rch gemeinsames Erleben erhärtet. Tenn dieser Krieg, "der für uns alle zum Schicksal geworden ist unser Kiaiser erlebt und er­leidet ihn Seite oi: Seite mit seinem Volt. Seine Söhne fechten wie jeder Wehrpflichtige in den Reihen der deutsären Armee, sehen dem Tod ins Äuge, und er selbst trägt lange Jahre nun schon die . rte Kriegsarbeit, die durch die ihr innewohnende ungeheuerliche, ast unausdenkbare Verantwortlichkeit mehr und mehr zu einer Last werden muß, die für menschliche Schultern fast allzu schwer ev- schernen will. i

Ich habe es picht gewollt", hat der Kaiser in dem ersten Kriegsjahr einmal auf dem Schlachtfeld angesichts der grausigen Bluternte des Tages befkmrtt; und wir alle nässen, daß dieses Wort aus tiefster Aufrichtigkeit hevausgewachsen ist. Ter Kaiser hat es nicht gewollt: nun aber, da das Entsetzliche über uns herein-, gebrochen ist, trägt er es mit dem gleichen Heldenmut, den er u«on jedem von uns erwartet und voraussetzt. Sein Schicksal iuti> rus unsere, auch hier unlöslich aneinander gekettet!

Nicht Roß' und Reisige Sichern die steile Höh',

Mo Fürsten stehn:

Liebe des Vaterlands,

* Liebe des freien Manns

Gründen des Herrschers Thron Wie Fels int Meer",

fo heißt es in unserer Kaiserhymne. Ter Thron stebt fest. Tie Liebe zum Vaterland und die Liebe zum Herrscherhaus ist. uns nicht nur ein überkommenes Erbgut, ün dem wir gewohnheitsgemäß festhalten, sondern ein Erlebnis, in harten Zetten uns in tieferem Sinne als je zuvor zum Eigeutuin geweden, das wir unter keinen Umständen aufgeben können und woll-en

Mit diesem Gelöbnis auf den Lippeit wollen wir des Kaisers Geburtstag 1918 begeheit

Monarchie, das Heißt die baldige Erreichung des ehrenvollen Friedens ohne annexionistische Ziele, so ist cs ein Wähnsinn, ihr m den Rücken zu fallen, sie zu heiwnen und sie zu stören. Dw das machien, känrpfen nicht gegen die Regierung, sie käinpfen wn bte Feinde gegen die Völker, denen sie angeblich helfen wollen, und gegen sich selbst. Sie, ineine Herren, Sie liaüen nickt nur das Rechts Sie haben die Pflicht, zu folgender Alternative: Ent nieder -sie haben das Vertrauen zu mir, die Friedensver-, Handlungen iveiler zu führen, dann nrüsfen Sie mir helfen, oder Sie haben es picht, dann müssen Sie mich stürzen. Ich bin sicher, die Ataiorrtär der unaarischen Telegatiou hinter mir zu l>aben. ^er ungarisch? Ausschuß hat inir das Vertrauen votiert. Wenn ^S gleiche hier ziveifelhaft ist, dann stellen Sie die Sache klar. Es soll die Vertrauens frage porgölegt werden, lind joeiin ich die Moiorrtät gegen mich habe, so »v-erde ich sofort daraus die Kon­sequenzen ziehen. Tie Freude aller derZ^, die mich von diesen! Platz entfernen »vollen, wird dann immer noch weit geringer sein als meine eigens. Mich hält nichts auf nreinÄn Platze als das Pflichtgefühl, so lange zu bleiben, als ich das Vertrauen des Kaisers tmd der Majorität der Delegationen habe. Ein an­ständiger Soldat desertiert nicht. Kein Minister des Aeußern aber kann Verhandlungen von enteis Tragweite führen,- lvenn er nicht weiß, lvenn nicht alle jSiett weiß, daß er durch das Vertrauen der Maiorität, der verfassungsmäßigen Korperation getragen ist. Es geht ums Ganze. Sie haben Vertrauen oder Sie haben es nicht. Sie müssen inir Helsen oder nrüssen mich> stürzen. Ich bin zu Ende!

(Fortsetzung folgt im Ersten Blatt.)

Aus Stadt rindattb,

G ie ßen, den 26. Januar 1918.

Line Ke-e der Grafen Lzermns,

In unserem gestrigen Blatte ist der wichtige Schlußteil der Ezerninschen Rede aus technischen Gründen nur stark ver­kürzt gegeben worden. Wir tragen diese Ausführungen heute nach. Graf Czernin schloß:

Und nun, mente Herren, eile ich zum Schluß. Aber dieser Schluß ist vielleicht das Wichtigste, was ich überhaupt zu sagen habe. Ich ardeilc an denr Frieden mit der Ukraine und mit Petersburg.

Friede mit Petersburg ändert an unserer definitiven Lage rar nuhts. tlttrgends stehen üsterreichischi-ungarische Truppen gegen die der Petersburger Regierung. Wir haben die ukrainischen gegen uns. Exportieren kann nian von Petersburg and) nichts, weil es selbst nichts hat als die Revolution und die Anarchie, ein Exportartikel, den die Bolschewik! vielleicht gerne ervorticren möch­ten, dessen Annahme ich aber höflichst ablehne/ Trotzdein will tch auch den Frieden mit Petersburg, weil er uns dem allgemeinen Frieden naher bringt, wie jeder Friedensschluß. Anders steht die >Lache mit der Ukraine, denn die Ukraine hat Vorräte au Lebens­mitteln, die sie exportieren wird, wenn wir handelseinig werden. Tie Nahrungsfrage ist heute eine Weltsorge. lieber all bei unseren Gegner"., aber auch in den neutralen Staaten spielt sie eine hervorragende Rolle. Ich will !den Friedensscksilß mit jenen russi­schen Reichen, welche ein Exportguantum an Nahrungsmitteln be­sitzen, benutzen, uin unserer Bevölkerung zu Helsen. Pteine Pflicht gebietet mir, all^s zu versuchen, um der notleidenden Bevölkerung die Entbehrungen, die sie tragen mußte, zu erleichtern. Darum werde ich^ nicht aus irgenderuec hysterischen Nervosität heraus, um deu Frieden ein paar Tage oder ein paar Wochen früher zn bringen, aus diese.it Vorteil für unsere Bevölkerung verzichten. !5iu '^klher Friede braucht Zeit, über ddacht läßt sich das uicht machen, ^eun es muß bei Friedensschluß festgestellt werde,!, ob, was und wie das Ukrainisch' Ko-mpaziszent liefern ivird dies deshalb, well die Ukraine ihrerseits nicht nach),, sondern bei; Friedensschluß das (Aeschäft abzuschsießen wünscht. Ich habe Ihnen bereits gesagt, daß die ungeklärten Verhältnisse in diesen neuentstandenen Reichen eine große Erschwerirng und naturgemäße Verzögerung in

den Verhandlungen insvlvieren. Wenn Sie mir in den

Rücken fallen, wenn Sie mich zwingen, Hals über Kopf abzu- . schließen, daun weiten wir keine wirtschaftlichen Vorteile haben, dann muß eben unsere Bevölkerung auf den Vorteil, den sie aus dem Friedensschlüsse haben könnte, verzichten. Wenn der Arzt eine schwierige Operation aus führen muß, hinter ihm stehen Leute mit der Uhr in der Hand und zwingen ihn, die Operation! in wenigen Ntinstten zu beenden, fo wird vielleicht die Operation mit einem Zeitrekord abschlreßen, aber der Kranke wird sich nach­her für die Art der Ausführung bedaicken. Wenn sie bei unseren, heutigen Gegnern den grunofälscken Eindruck erwecken, daß wir um jeden Breis Und sofort absck ließen nrüssen, so bekommen wir keinen Meterzentner Getreide, und der Erfolg wird mehr oder ireniger ein platonischer seist. Es handelt sich gar nicht mehr in erster Linie um» Beendigimg des Krieges an der ukrainischen Front, er ist mul: menschlicher Berechnung überhaupt zu Ende, nachdem weder wir nocki die Ukraine die Ab sichst haben, den Krieg fortzusetzen und nachdem wir uns auf der annexionslösen Basis geeinigt haben. Es handelt sich, ich wiederhole es >um zehnten Boale, rtidii um imperialisttschr, nicht um annexiomstische Pläne und Absichten, es handelt sÄn darum, unserer Bevölkerung endlich die verdiente Belohnung ffir standhaftes Tstrchhalten zu sichern und ihr jene Nahrungsmittel zuzusührcu, die sic gerne annehmen wird. Unsere Partner sind gute Rechner und beolwchten genau, ob ich durch Sie in sine Zryangslage versetzt werde oder nicht. Wenn Sie sich den Frieden verderben wollen, wenn Sie auf einen. Getreid ezu schub verzichten wollen, dann ist! es logisch mich durch Reden, durch Beschlüsse, durch Streiks und Demcmstra- twnen zu drängen, sonst nicht, lind es ist tausendmal nicht wahr, daß wir in einer Lage sind, nt der wir lieber heute einen schlechten Fr reden ohne wirtschaftlichst Vorteile, als morgen einen guten Mit wirtschsafl licket Vorteilen schließen müssen. Tie ^cahrungs- m lltelschw ier igk eiten entsprachen in letzter Ist stanz nicht dem Mau- gel an Nahrungsmitteln, es sind Kohlen-, Transport- und Organi- sattonSrriseu die behoben werden müssen. Wenn Sie int Hiitter- lcrndc otreifo arrangieren, so bewegen sic siäi in etnein eirkiilus ne Streiks erhöhen und verschärfen die erwähnten

Gießen er H a u s f r a u e n - V e r e i n. Mittwoch den 80. Januar l. I. veranstaltet der Verein eine Abenß- Unterhaltung int großei, Saale des Hotels Fürstenhof. Es kommt ein Lustspiel zur Aufführung, wel bes Herr Oberregip seur Bako einstudiert hat. Die Uraufsührnug dieses Stückes fand kürzlich in Dresden statt. Es ist ein Propagandastück für die Kochkiste, eigens für diesen Zweck geschrieben. Der Vorstand hat das Recht zur Aufführung erworben.Der 'p ch u st^e r t a st z", ausgeführt von ungefähr 20 Kindern, ist die Illustration zu einem launigen Schustcrliedchen, das die heutigen Zustände in der Vereinsschusterei schildert. Fräu­lein Brandenburg hat die .einzelnen Bilder entworfen und deit Tanz eingeübt. 2 Damen werden ein Duett singen, eine weitere einen Prolog sprechen. Den Text des Duetts und den Prolog haben Vereinsmitglieder verfaßt. Siehe Anzeige.

** Die Vereinigten H ass i a-M i li t ärve r erne veranstalten morgen, Sonntag, abend im Gasthos Großherzog von Hessen anläßlich des Geburtstages des Kaisers eine schlichte, dem Ernste der Zeit angepaßte Feier. Näheres ist aus der in der Donnerstags-Nummer dieser Woche veröffentlichten Anzeige zu ersehen.

Die tägliche Kopfration an Kartoffeln beträgt ein Pfund! Streckt Eure Kurtoffeln durch Verwendung von Rüben!

Stellt den täglichen Verbraruh durch Abwiegen fest. Ersatz für vorzeitig verbrauchte Kartoffeln erfolgt nicht!

, ** Ersatzleistung für gewö hnlichs P akets. Zur wetteren Bereinfachung und Mschlsunigung des Ersatzversahrensl für gewöhnliche Pakete aus dent Reichs-Post ''

Deutschen Reiches (einschließlich Bat>ern und

vitichus. T _..... _|_

Krisen und erschweren die Zufuhr von. Rahvuitqsinllteln'iuw tüm Kohlen, pw ichne-den sich damit in das eigene Fleisch, lind alle, die uG gtauben. S: z'olche Mittel den Frieden beschleunigen. begehen enren, furstmbacen Irrtum. Es salben in der Monarchie Männer das Geri,ch> ausiprsngsn, daß die Regisimnai dem Streik nicht fern siebe. Ich überlaste diesen Leuten die Wahl, ob-sie als verbvechsinsche Bertwnwer. aper als Narren gelten motten.

Wenn ^oie eine Regiermig hätten, die einen anderen Frieden will als den des erdrückenden. Delles der ganzen Bevölkerung, wenn sne eine Regierung hätt-n. die aus Eroberungsobsichteni den Krieg, verlängert, oon.n. würde ein Kampf des Hinterlandes »esen die Regierung von dessen Staivdpunkl aus verständlich fein, die Regierung genau dasselbe will, wie die MaiEtat der

iet nach Orten des

. . --- --ürttembevg) wird die

Grenze, bis zu der die Postämter zur selbständigen Erledigung der Ersatzfälle befugt sind, von jetzt an von 15 >auf 3!) Mark erhöht. Tie Bestimmungen, die Entscheidung über die Ersatz nage möglichst zu beschleunigen und gegebenenfalls ungesäumt Zahlung zu leisten, ist von den Postämtern sorgfältig zu beachten.

^Monopole oder freier Handel dieses zeit- gemäßetThema behandelte in einem fesselnden Vortrage, veranstaltet von der Großh. ,Halchelskauimer, Hansabund, Kaufm. Verein- Bürgervsreui, Detaillistenverein, Ortsge.oerbeverein, Grossisten- verein und Verein Mitteldeutscher Industrieller, im Hotel Fürsten­hof der Generalsekretär der Deutschen Verbandes Kaasmännischer Vereine Frankfui't a. M., Herr Richard Baum. Er führte unge­fähr aus, Monopole schaffen, heißt Geld schaffen wollen, indem der Staat einträgliche Betriebe Möst und.die gewonnenen Mttel für seine Zwecke vertvendet, um dadurch feinen Bürgern Steuer- erleichternng gewähren lzu ltörrnen. Daß.wir Geld in Hülle brauchen, darüber ist bin .Zweifel. DerKtteg bat uns schon mehrfach den Weg tznm Moiwpol gebracht. Die Kriegsgesellschafteu sind z'.rar theo-^ retisch keMonopole, aber in her Praris heben sie dte freie Be­tätigung Mn Handel und Wandel auf. Tie Kriegsgesetze haben den Rionvpolhandel gewaltig gefördert, denn durch deu Vaterländischest Hllfsdienst werden nicht nur Aiänuer und Frauen, sondern selbst Päaschinen und tierische Kräfte für den S^al beansprucht. Ein weiterer Schrittmacher zum Vdoiwpol ist die Zusaurmenlegung der Betriebe. Ter Staat f>at mehrfach.Fühler ausgestreckt, was diese Monopole bringen, und wir haben,ja von hohen Summen gelesen, wie z. B. von der Kriegsleder-Mtien-Gesellschaft, die mit 56 Mil­lionen ab schloß. Der Mötwpolgedanke schließt vor allem hie freie Preisblldnng «us. die Konfunkturbsnützung und die Konkurrenz- fähigkeit. Das hat viele Nachtelle, por allem auch den, daß feind Löhn- und GehaltserHöhungen in einsm lfoleben Betrieb für die Arbeiterschaft und leitenden Persönlichkeiten zu erwarten sindl sTurch die Ddonopvlblldmtg würden zahlreiche 'Betriebe schwer ge- schädigt. Es wäre ja wohl anzuuehmsn, daß der Staat nicht ait Stelle der erfahrenen und kündigen Leute Beamte setzt, denen das ganze Geschäftsgebaren wefensftemd- ist, aber viele Kräfte, z. B. alle in drr Propaganda tätigen, scheiden aus. Der Konsume^tt würde geschädigt mid die QuälitätLärbeit hörte auf: das würde unseren Feinden sehr angenehm sein, kenn die Marke ,,Madc in Germanti" hätten sie nicht mehr zu ftlrchten Monopole werden aber twtzdem kommen. Ein RohstoffsEinkaussmonopol halt der Vortragende für unvermeidlicki!, um die ivilde Jagd nach« den er­faßbaren Rohstoffen zu vermeiden und die Verteilung der Rohitofse in möglichst gerechtem Ausgleich durchzufübren, ebenso ein Sckiff- fahrts mono pol. Naheliegend ist auch die Einführung eines Getreide- monvpols. Die Ber-staattichung der elektrisichen KUast würde eben­falls eine gewaltige Einnahme bringen. Verwerflich! aber ist in ledem Fall die Pkonopolisiernng gewerblicher Betrieb'. Der Red­ner gab am Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß es bet den aus stenertechnisck-en Gründen nnumgängltch> notwendigen ^Ronopvlen bleiben werde. Es hieße unsere Vergangenheit ans den Kopf stellen, nenn wir die Ergebnisse jahrzehntelanger Erfahrungen einer Trust- Wirtschaft preisgeben würden, deren Auswirkung für uns noch unübersehbar sei. Ter an mannigfachen Aufschlüssen reiche und zum Nachdenken über künftige Finanz-; und WirtschaftsProbleme anregende Vortrag lourde mit lebhaftem Beifall bedatcki. Herr Bankvirektor H ei chelhe im sprach, zum Schluss dem Redner für seine schgemäßen und hvchintevessanten Ausführungen den Da ick der Ber santmlun g aus.

** Der Hau-sbesitzet-verein hielt im Gasthos Schütz unter dem Vorsitz des .Herrn Fabrikanten Jnder- thal seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Rech- nungsabsMuß, tvelcher einen günstigen Vermogensstand auf weist, wurde nach Prüfung von der Versammlung genehmigt. Sodann wurde der Tagesordnung gemäß die beantragte Aen- derung der Satzungen nach Verlesung des Entwurfs einftim- ntig angeiwmmen und der Beitrag auf 5 Mk. festgesetzt. Bei der^aranf folgenden Wahl wurden die Herren Steuerauf­seher Gg. Beck, Postsekretär Wich. Kinzenbach und Rentz- ner K'asp. M üller neu in den Vorstand gewählt. Aus dem von Herrn Lannspach erstatteten Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß der Zentrolverband der Haus- u. Grund- bes.-Vereine Deutschlands und der hessische Landesverband, welchen der Verein angeschlossen ist, im verflossenen Ge­schäftsjahr eine segensreiche Tätigkeit im Interesse der Haus­besitzer entfaltet haben. Der Verein selbst hat anchi im ver­gangenen Jahr wieder eine gute Entwicklung geiwmmen und nach Hinzuzählnng der in den letzten Monaten erfolg­ten 58 NenanMeldungen einen Stand von 580 Mitgliedern mit 1005 Wohnhäusern erreicht. Die neueingerichtete Ge­schäftsstelle, die von Mietern lote von Vermietern in wach

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ftndem Maße in Anspruch genommen rvird, hat sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens als ein gemeinnütziges und un­entbehrliches Institut, welches deu Mitgliedern in allen den Hausbesitz angehenden Angelegenheiten mit Rat Mnd Zat Beistand leistet, erwiesen. Auck> auf dem Gebiet der Haus­verwaltungen, Hppothekenvermittelmtg und im Jmnlobilien- geschäft hat der Verein gute Erfolge zu verzeichnen. In der folgeitden Aussprache über die derzeitige Lage der Hans- besjßer infolge der uWittänglichen Mietpreise kanl man zu der Ueberzeugung, daß eine angemessene Erhöhung derselben nicht zu umgehen sei. Zu erwähnen ist iwch, daß man aus Anregung des Kaiserl. Postamtes empfahl, in den Hans­eln gangen Briefkästen anzubringen, um dadurch für die Briefboten eine Erleichterung zu schaffen.

Letzte rLachrichtsn.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 26. Januar (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

H e e r e s g r u p p e K r o n p r i n z R u p p r e ch t.

Au der flandrischen Front. Mischen dem Blankaart- See llud der Lys, bei Leus und zu beiden Seiten der Scarpe von mittags ait Artillcrietainpf. Nufere Infanterie brachte von Erkundungen bei Lens, Eroifelles und Epehy Gefangene zurück.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz

In einzelnen Mschnitten, am OifcAisne-Kanal, in der Chanrpagne und auf beiden Ufern der Maas lebte die Feuertätigkeit auf.

Westfälische Stoßtrupps holten, nach kurzer vorbereiteu- der Feuerwirkung aus den franz.ösifchen Graben am Walde von Avoeourt vierundzwauzig Gefangene und ein Viaschinen gewehr. Ebenso hatte ein kühner Handstreich gegen die feind lichen Linien am Eaurieres-Wald vollen Erfolg.

Ju den tetztert vier Tagen wurden im Luftkampf und

der Erde fünfundManzig feittdliche Flugzeuge abge- schosten. Unsere Flieger führten erfolgreiche Angriffe gegeu<i. dte französische Nordküste durch. Gute Wirkung wurde in Dünkirchen, Calais und Boulogne beobachtet. Leutnant Noeth brachte gestern inverhalb weniger Minuten drei fran- zöstsche Fesselballone brennertd zum Msürz.

Italienische Front.

Aus der Hochfläche von Asiago und zu bewen Seiten der Brenta kanr es zu lebhaften Artilleriekämpfeu.

*

Von den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.

Der Erste Generalguartiertneister Ludendorff.

* * *

Neue U-Boot-Erfolge.

SB erlitt, 25. Jan. (WTB. Amtlich.) Unter der bewährten r 5 ützrung des Kapitänleutnants Biebeg erzielte einest unserer U-Boote kürzlich glättzende Erfolge gegen den Transportverkelft ui dem besonders ttart bewachten östlichen Teil des Aermelkanals 7 wampfcr mit insgesamt 2 800 0 B.-R.-T. wurden innerhalb kurzer Zett in mit großer Kühnheit durchgeführ- tten Angriffen vernichtet. Bier Dampfer, darunter ein Tankdampser von etwa 5000 Tormen, lvurden aus Geleitzügen die durch Zerstörern, IttBoot-Jögern und Fischdampsern stark ge­sichert waren, herausgeschossen, davon zn>ci aus demselben Geleir- znge. Unter den übrigen Schiffen befand sich ein größerer Tampfer vom Einheitstyp, anscheinend nach Le Havre bestimmt.

Ter Chef des Admiralftabcs der Marine

Der Bürgerkrieg in Rußland.

Berlin, 26. Jan. DerBerl. 'Lokalanz." berichtet aus Stockholm: AuS Helfingfors nstrp gemeldet, daß sich nach Pe­tersburger Gerüchten drei G arde-Reg im enter ^auf die Seite der Konstituante stellten und den Kampf gegen die Volkskommissare aufnehmen.

^ Eine Schlacht Mischen Rumänen und Russen.

^ 25. Jan. Die Bulg. Telegr.-Agentur erhält aus

Babadag, einer- ^tadt in der - n ö r d l i ch e n D o b r u d s ch a folgende Depesche vom 28. Januar: Tie ru ssi sch-rumäni * scheu Beziehungen sind äußerst gespannt Nach kurzen Gefechten Mischen kleineren russischen und rumänischen Etnheite.it haben Kämpfe and) zwisäten größeren Truppenteilen begonnen. Infolge des Versuches der Rumänen, sich -der Wagen mtt ?Nunitwn und des Wagenparkes der Truppen des viertenj sibiri'chen Korps zu bemächtigen, ivird seit drei Tagen südöstlich Galatz mit der größten Erbtttenrng eine Schlacht geschlagen BefchlaMahmte Gelder Kerenskis.

Petersburg, 25. Jatl. (WTB. Mchtamtlich) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Ter Rat der Volkskomnns save hat dte Beschlagnahme ellter K c r e n s k t gehörenden Pet der Staatsbank niedergelegten Summe von 1750714 Rubel sowie einer wetteren, bei der Nationalen Handelsbowl tarn 31 7 020 Rubel, insgesamt also 2 067 734 Rubel, an- geordnet.

Brand in einem Schnellzug.

München, 25. Jan. -WTB. Nichtamtlich.) Ter Berliner Ak o r g e n sch n e 1 l z u g, der l>entc morgen um 9.48 Uhr hier an- so inmen sollte erlitt heute oormittag zwischen LöMf und Schleiß* heim dadurch einen schweren Unfall, daß in einem Wagen eine Benzinflasche, die ein Reisender aus Unvorsichtig feit an die Heizlellung gestalt hatte, explodierte. Ter Wägen stand sofort m Fllrmmen. >-o daß ungefähr 40 Personen mehr oder minder schwere Brandwunden davmitrugen. Es ist nickt

Zahl der Verletzten und Toten sowie ihre Namen sind bis jetzt noch picht festgestellt. Im Zuge befind lickte Aerzteno ^nne Rvte- Kfeuz-Sckiw-ester bemühten sich mit dem Zugpersonal, die erste Hilfe zu leisten Auch die Fliegerabteilung Sckleißheim war rasch ?ur stelle. Ungefähr 10 ,ct>werverletzte Personen »mirüen mit dem. unbeschädigten Teil des Zupss nach München in die Chirurgische Klimr gebraäit. Bon Mülichen gingen alsbald stvei -Hllfszüge mit Aerzten und Santtätsmannschasten sowie Arbeitern an »>tf Unfall stelle ab. Nach einer weiteren Melduna sind bei den? Unglück 5 r h n Personen ums Leben gekommen. Tie Zahl der Verletzten war zur Mittagsstunde noä> nick genau festzustettan dock waren bis dabin 2«9 Verletzte, zur Hälfte Soldaten tit München erngetroffen Tie Hilssarhecten sind noch immer im Gange. Eine ,vettere Meldung spricht von vierzig Verletzt«» die. zum Teil geradezu gräßl'>e Brandwunden erlitten haben