mtb ich glcrubrte, daß in einigen Tagen lvieder bie aufAunrhmenden Behandlungen den Weg hier frei finden würden. Wie die Dache heute steht, weist ich nicht, denn ich erhielt gestern von einem Vertreter in Brest-Litowsk folgende zwei Telegramme: Joffe richtete heute abend in seiner Eigenschaft als Präsident der russischen Delegation an die Delegationen der vier, verbündet«! Zentralmächte ein Zirkularschreiben, worin er bekannt gibt, daß die Arbeiter- und Bauernregierung des ukrainischen Republik beschloß, zwei Delegierte n-ach Brest mit dem Aufträge zu senden, an den Friedensverl'-andlungen als Vertreter des Zentralkomitees der ukrainischen Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte, jedoch innerhalb der russischen Delegation als ergänzender Bestandteil derselben teilzunehnien. Josft fügt dieser Mitteilung hinzu, dast die russische Delegation bereit sei, diese ukrainischen Vertreter in ihren Bestand auszunehmen. Obiger Mitteilung ist die Kopie einer aus Charkow datierten, gn den Vorsitzenden der russischen Friedensdelegatstm in Brest gerichteten Erklärung der Arbeiter- und Bauernregierung der ukrainischen Republik beigeschlossen, in der bekanntgegeben wird, das; die Kiewer Zentralrada lediglich die besitzenden Klassen vertrete und infolgedessen nicht im Mumien des ganzen ukrainischen Volkes handeln 'könne. Die ukrainische Arbeiter- und Bauernregierung erklärt, daß sie etwaige ohne ihre Zutun zustandegekonrmene Abmachungen der Delegierten der Kiewer Zentralrada nicht anerkenne, ihrerseits jedoch beschlossen habe. Vertreter nach Brest-Litowsk zu Kutsendeu. die dort, als ergänzende Bestandteile der russischen Delegation, welche sie als Bevollnrächtigte der föderativen Regierung Rußlands anerkennt, airfzutreten haben werden.
Das ist jedenfalls eine neue Schwierigkeit, denn wir können und wollen uns nicht inl Ge internen/ Augelegenheiden- Rußlands einmisck-en. Ist aber dieser Weg eininal frei, so werden sich auch weiter kerne Schwierigkeiten finden. Wir werden übereinstimmend mit der ukrainischen Republik konsbaiieren, dast die alten Grenzen zwischen Oesterreich und dem früheren Rußland auch zwischen uns und der Ukraine gelten.
Was Polen betrifft, dessen Grenzen übrigens noch nicht genau fixiert find, so wollen wir garnichts von diesem nein-» Staate. Frei und unbeeinflußt soll Polens Bevölkerung ihr eigenes Schicksal wählen. Ich lege jdabei meinerseits gar keinen besonderen Wert Kuß Hie Horm des diesbezüglichen Volksvotums. Je sicherer das den allgemeinen Volks willen widerspiegelt, desto lieber ist es mir, denn ich, will den sreilvilligen Anschluß Polens nur in dem diesbezüglichen Wünsch Polens sehen. Er ist die Gewähr einer dauernden Harmonie. Ich 'halte unwiderruflich an dem Standpunkt fest, daß die polnische Frage den Friedensschlnß nicht um einen Tag hinausschieben darf. Wenn Polen nach Friedensschlnß eine Mnlehnung an uns sucht, so werden wir es gerne auf- nehmen. Den Frieden darf >und wiro die polnische Frage nicht gefährden. Ich hi Ate es so gerne gesehen, wenn die polni sche M- gievnng an iden Verhandlungen hätte teilnehmen können: deu^j meiner Mffassung nach ist Polen ein selbständiger Staat, die Petersburger Regierung aber steht auf dem Standpunkt, die heutige polniscktje Mggiernng sei nicht berechtigt, im Namen ibresi Landes zn sprechen. Sie erkannt sie nicht als kompetenten Exponenten des Landes an, und (baher standen wir von den: Vorhaben ab, sum nicht einen etwaigen Konflikt zu erzeugen. Tie Frage ist gewiß wichtig, aber wichtiger noch ist die Bechitignng aller Schwierigkeiten, welck>c den Abschluß der Verhandlungen verzögern.
Tie zweite Schwierigkeit, die vorliegt und die auch in den Blättern den größten Widerhall fand, ist, ich leugne es nicht, die M e i n n n g s d i f f e r e n z unserer deutschen Bundesgenossen mit der Petersburger R e g i -e r u lt g über Die AuAeaung des Selbftbestimmungsrechtcs der russischen Völker, nämlich jener Gebiete, die von den deutschen Truppen besetzt sind. Auch Deutschland steht aust dein Stanv- wuift, daß es keine gewaltsamen Gebietsertverbungen oon Rußland beabsichtige. Aber in zwei Worten gesagt, ist die Meirrungsdisserenz eine doppelte: Erstens steht Deutschland aus dem berechtigten Standpunkt, daß die zahlreich erfolgten Willensäußerungen nach Selbständigkeit und Unabhängigkeit seitens der Legislativen Korporationen, Gemeindevertretungen usw. in den okkupierten Provinzen als „provisorische" Basis für die Volks- Meinung zn gelten hätten, die nachher durch ein Bolksvotnm auf breiter Basis zu überprüfen seien, ein Standpunkt, dem die russische Regierung vorerst noch ablehnend geoanübersteht, da sie den vorstehenden Organ«! in Kurland und Litauen das Recht, im Namen dieser Provinzen zu spreck-en, nr<E zu erkennt, ebensowenig wie der polnischen. Zweitens darin, daß Rußland verlangt, daß ein Volks- Votum stattsinde, nachdem sich sämtliche deutsche Trupven und Verwaltungsorgane aus den besetzten Gebieten zurückgezogen haben, während Tettschland darauf hinweist, daß eine solche bis in die äußersten Konsequenzen durchgeführte Evaluierung ein Vakuum schassen würde, das den Aus brück) der voll stämmigen Anarchi,:: und der größten Not unwiderruflich Hervorrufen müßte. Es inuß hier erklärt werden, daß alles, was heute in den besetzten Provinzen das staatliche Leben ermöglicht, deutscher Besitz i st. Bahn, Post und Telegraph die ganzen Industrien, aber' auch der ganze Derwaltungsapparat Polizei, Rech s pflege, alles liegt in deutschen Händen. Tie plötzliche Zurückziehung dieses ganzen Apparates würde tatsächlich einen Zustand schaffen, der praktisch nicht haltbar erscheint. In beiden Fragen h^rndelt es sich darum, ein«! Mitteln-eg zn finden, und er ivird geficnden werden. Die Differenzen bei beiden Standpunkten sind meiner Ansicht nach nickst groß ge-rug, um das Scheitern der Verhandlungen rechtfertigen zu können. Aber solche Verhandlungen lassen sich nicht über Nacht beendigen. Sie brauchen Zeit. Sind wir erst einmal mit den Russen zum Frieden gekommen, so ist meiner Ansicht nach der allgemeine Frieden nicht mehr lange zu verhindern trotz aller Anstrengrrngen der westlichen Entente- staatsmänner.
Obwohl ich nrich keinen Illusionen Darüber lstngebe, daß. die Frucht des allgemeinen Friedens nicht über Nacht reifen nnrd, bin ich dennoch übevzeugt. daß 'sie im Reisen begriffen ist, und daß es nur eine Frage des Durchhaltens ist, ob wir einen allgemeinen ehrenvollen 'Frieden erhalten oder nicht. Ich' bin in dieser Ansicht natürlich bestärkt worden durch das Friedensangebot des Präsidenten der Bereinigten Staaten an die ganze Welt. Es ist dies ein Friedensangebot, denn in 14 Punkten entwickelt Herr Wilson jene Grundlage^ auf der ict einen allgemeinen Frieden herbeizu führen wünscht. Es ist ganz selbstverständlich, das; fern solches Angebot ein Elaborat darstellen kann, welches in allen Details annehmbar erscheint. Wäre dies der Fall, dann wären Bmhaüt-lungen überhaupt überflüssig. dann könnte ja der Friede durch die einfache Annahme, durch einfaches „Ja und Amen" abgeschlossen werden. Das ist natürlich nicht der Fall, übler ich nehme keinen Anstand, zu erklären, daß ich in den letzten Vorschlägen des Präsidenten Wilson eine bedeutende Annäherung an den ößerreich- imgarischen Standpunkt finde, und daß sich imter seinen Vorschlägen einzelne befinden, denen wir sogar mit großer Freude zustimmen könnten.
Wenn es mir nunmehr gestaltet ist, aus diese Vorschläge im genaueren einzugehen, muß ich zwei Dinge vorausschicken. Soweit sich die Vorschläge auf unsere Verbündeten beziehen — es ist von deutschem Besitz, von Belgien und vom türkischn Reiche darin die Rede — erkläre ich, daß ich getreu der übernommenen Bundes^ pflichten für die Verteidigung der Bundesgenossen bis zum äußersten zu gehen fest entschlossen bin. Den vorkriegercscheir Besitzstand unserer Bundesgenossen werden wir verteidigen wie den eigenen. Das ist der Standpunkt innerhalb der vier Alliierten bei vollständiger Reziprozität.
Zweitens habe ich zu bemerken, daß ich die Ratschläge, wie nfir im Innern bei uns zu regieren haben, höflich aber entschieden ab lehne. Wir haben in Oesterreich ein Parlament des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechtes. Es gibt kein demokratischeres Parlament auf der Welt. Dieses Parlament zusaivänLn mit ben übrigen verfassungsmäßig bernlstigten Faktoren allein haben das Recht, über interne Angelegeul-eiteu Oesterreichs zu entscheiden. Ich spreche nur von Oesterreich, loeil ich in der österreichischen Delegation nicht über interne Angelegenheiten des ungarisckMN Staates spreche: ich würde das nicht für verfassungsmäßig halten. Wir mischen uns auch nicht in amerikanische Dinge ein. aber wir wünschen ebensowenig die ausländische Bor- mumüschast irgendeines anderen Staates.
Dies vorausgeschickt, erlaube ich mir auf die noch übrigen Punkte folgendes zu erwidern. Zu dem Punkte, der von t*r Abschaffung der Geheimdiploinatie und der vollkomruenen Offenheit der Verhandlungen spricht, habe ich nichts zu bemerken. Ich habe, soweit von der öfTentlidjen Verhandlung die Rede ist, von meinem Standpunkte aus g^egen eine solche Däethode, sownt sie auf voller Reziprozität bericht, nichts einzuwenden, wenn ich auch lebhafte Zweifel hege, ob sie unter allen Umständen der praktischste und schnellste Weg {ft zu einem Ergebnis zu gelangen. Diplomatische Verträge sind nichts anderes als Geschäfte. Nun kann ich mir leicht Fälle denken,.beispielsweise den, daß zwischen Staaten liandelspolitische Abmachungen zu treffen wären, ohne daß es wünschenswert wäre, das noch unfertige Ergebnis der ganzen Welt von vornherein mitzuteilen. Bei solchen Verhandlungen beginnen naturgemäß beide Teile damit, daß sie ihre Wünsch möglichst hoch schänden, um nach und nach den einen und anderen Wunsch als Kompensation zn veriverten, bis endlich jenes Gleichgewicht der gegenseitigen Interessen vorhanden ist, das erreicht werden muß, damit der Abschluß des Vertrages möglich ist. Sollten solche Verhandlungen vor der großen Oesfent- lichleit geführt werden, so läßt es sich nicht vermeiden, daß die Oeffentllctzkeit für jeden einzelnen dieser Wünsche ieidenfchaslllch Stellnng nimmt, woran? dann jeder Verzicht ans solchen Wunsch, selbst, wenn er aus taktljchen Gründen geäußert lvurde, als Niederlage betrachtet winde. Wenn sich die Oeffeutlichkeit für einen solchen Wui'sch besonders stark exponiert, kann dadurch das Zu- standekonnne \ eures Vertrages nninöglich rverden, oder der Vertrag wird, »nenn er doch zustcmdekommt. als Niederlage empfunden iverden, vielleicht auf beiden Seiten. Dadurch würde aber das friedliche Beisammensein nicht gefordert, sondern im Gegenteil eine Vermehrung der Reibungen zivischen den Staaten bewirk! werden. Was aber sür die Handelsverträge gilt, gilt auch für polnische dlbrnachnngen. die ia politi che Geschälte behandeln. Wenn mit der Abschaffung der Gebeimoivlomatie gemeint ist, daß es keine Geheimverträqe geben sollte, und daß Verträge ohne Wissen der Oessentlichkeit nicht bestehen können, habe ich nichts dagegen einznwenden, daß dieses Prinzip verwirklicht werde. Wie die Durchführung dieses Prinzipes und seine Ueberwachnng gedacht ist, weiß ich allerdings nicht. Wenn die Regierungen zweier Staaten einig sind, werden sie immer geheime')lbinachlingen 'chließen-können, ohne daß jemand etivas dipon erfährt. Aber das sind Nebensachen. Ich klebe nicht an Forineln. An einer mehr oder weniger foruialen Frage ivird von Mir ans niemals ein vernünftiges illrraugement scheitern Also über den Punkt 1 läßt sich svrechen.
Punkt 2 betrifft die Freiheit der Meere. Der §>err Präsident hat bei diesein Postnlate allen ans dem Herzen ae- svroeben. Ich unterschreibe diesen Wniuch Amerikas voll und ganz, insbesondere deshalb, iveil der Herr Präsident die Klause hinzu- rügt: ..ontüäe territoi-'al -vLter-«". d. h. also der Freiheit des offenen Alkeres. aber natürlich kein Gewaltein'riff in die diesbezüglichen Hoheitsrechte unseres treuen, tü'tischen Bundesgenossen. Ihr Stand- punkt in dieser Frage ivird der unsere sein.
Punkt 3, der sich dennitiv gegen einen zukünftigen Wirtschaftskrieg gnsfvri bt. ist so richtig undost von uns verlangt worden, daß ich ebenfalls nichts hiuznv'fügen habe.
Punkt 4, der eine a l l g e >n e i n e A b r ü st u n g verlangt, erklärt in besonders unten klaren Slilisternngen die Notwendiakeit, die freie Rüstungskonkurren'. nach dem Krieqe^anf jenes Maß lgerunterzudrücken. das die interne Sicherheit der Staaten erfordert. Hen' Wilson svricht dies klivv und star ans. Ieb habe nur gestattet, den gleichen Gedanken vor einigen Monaten iit meine! Bndavester Rede zn entivickeln, er bildet einen Teil meines politischen Glaubensbekenntnisses. Eine jede Stimme, die sich in gleichem Sinne erhebt, begrüße ich. dankbarst.
J,n weiteren Verlauf seiner Rede svraeh Gras Czernin zunächst über Italien, Serbien, Rumänien und Montenegro, denen gegenüber er sich ive-gere, als Assekuranz für feindliche Kriegsabentener zn dienen. Was Wilions Punkt 13 anbelanae, so sei es ein offenes Geheimnis, „daß nur Auhäuaer des Gedankens sind, es möge ein unabhängiger polnischer Staat, der zweifellos die von polnischer Bevölkernna beivohu'en Gebiete einfchließen inüßte, errichtet werden". Die Anfsaffungen Oesterreich-Ungarns und -Amerikas im allgemeinen näherten sich auch in meareren konkreten FriedenS'raqen, was die Erivaanng nahelege, ob nicht ein Gedankenaustausch zivischen diesen beiden Mächten den Ausaangspunkt für eine versöhnliche dlussprache zwischen allen kriegsührenden Staaten bilden könne.
Zn den Verhandlungen in Brest-Litowsk bemerkte Czernin: „Wenn Sie mir in den Rücken fallen, wenn Sie mich zivingcn. Hals über Kopf abzuschlteßen. dann werden ivir keine ivirtfchastlicheu Vorteile baden, dann muß eben unsere Bevölkerung auf den Vorteil, den sie aus dein FriedeuS- 'chlnß haben könnte, verzichten." Der Miiiister verurteilte iveitei die S t r e i k b e w e g u n g; nur Narren köun'en behaupten, daß die Regierung dahinter stände. Die Regierung wolle dasselbe, ivie die Alajorität des Landes, den annerionslosen Frieden. Czernin 'orderte schließlich Vertrauen von der österreichischen D legatiou. lütt* es ihm die ungarische bezeugt habe. Er lverde die Vertrauensfrage vorlegen, und ivenn die Majorität sich gegen ihn ausspreche, so iverde er die Konsegnenzen ziehen. Czernin chloß seine Rede mit den Worten^ „Sie müssen mir helfen oder müssen mich stürzen. - Ich bin zn Ende."
Arss Stcrdt HNTd
Gießen, den 25. Januar 1918.
** Auszeichnung. Der 5. Sohn der Frau Elise Thör Ww., der Ober-Berw.-Maat Friedrich Thöt, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Frau Thöt hat nunmehr ihre sämtlickien 6 Sühne unter den Fahnen stehen.
** Walter I en s e n, das frühere Mitglied unseres Schauspiels, der auch wiederholt als Mitarbeiter unserer Zeitung mit Skizzen aus den! Feld zu Wort giekoniMen ist, ist dem Leipziger Schauspielhaus verpflichtet worden. Anläßlich einer Morgenfeier holte er sich dort mrt seinen eigenvertonten Lautenliedern einen starken Son derer so lg.
** Hausschlachtungen. Das Stadt. Lebensmittel- amt weist darauf hin, daß nach den vom Kriegsernährungsamt erlassenen Verordnungen die zurzeit noch vorhandenen Hausschlachtungsschweine bis zum 31. Januar 1918 geschlachtet sein müssen. Unverzügliche Antragstellung ist daher geboten.
** Neue Farnsprech anschlüsse. Die Anmeldungen neuer FernsprechanschlMe, welche gelegentlich des planmäßigen Ausbaues der Fernsprechanlagen im kommenden Frühjahr und Sommer hergestellt werden sollen, nrüssen — abgesehen von den Orten, in denen keine Unterbrechung dar Fernsprechbauarbeiten ein- tritt — spätestens bis zum 1. März bei. den zuständigen Postanstalten vorliegen. Verspätet an gemeldete Anschlüsse, die infolgedessen' außerhalb Bauplans nur mit Mehraufwendungen (z. B. durch besondere Entsenidung eines Bautrupps usw.) hergestellt werden können. Norden in dem kommenden Bauabschnitt nur dann aus- gesührt'. wenn die Antragsteller als Entschädigung sür die Mehrkosten einen Baukostenzuschuß von 15 Mk. entrichten, oder, falls die Mehrkösten den Betrag von 30 Mk. uberlteig-en, den wirklich aufgew»endeten Kostenbetrag erstatten. . _ , ,
**ZurEinstellungrnUntervffrrrervorschulen werden noch junge Leute des Jahrgangs 1902 und jüngere an- genoinmen. Aiusknnfi erteilt und Anmeldungen nimmt das Be- zirkskvmmando Gießen entgegen. ^
** Lichtspielhaus, Bahnhosstr 34. Bon heute ab steht der neue Porten-Filin „Dije Cliaudi vom Gnseohos" auf dem Spielplan Das Lustspiel „Prinz Waldemar und Waldemar Prinz" vervollfländigt die Spielsolge. Siehe Anzeige.
Kreis Büdingen.
4. Ortenberg, 24. Jan. Gestern abend hielt in unserer Kirche Fräulein Pflanz, eine Mssionarin der Basler Mission, einen Vortrag über ihre Tätigkeit in Bali in Kamerun und ihr« Gefangennahme durck) die 'Engländer. Schl icq.ee . aber doch vcuckeme Bilder waren es, die die Redneriu der zahlreich versammelten Gemeinde bot. Eine Kollekte für die Frauen urission der Basler Mchwn ergab 74,13 Mk. Der Vortrag wird in den nächsten Tagen in
Berghetm, Lißberg, Usenborn, Gcktnhaar. Wolf, Ober- und NDcher«- Vdockstadt wiederholt. — Am Sonntag findet zur Feier von Kaisergeburtstag ein Festgottesdienst statt.
Kreis Schotten
u-u. Bobenhausen, 24. Janua! Vizefeldwcvel Gustav S chuch a r d t wurde zum Leutnant d. R. befördert.
B. Burkhards, 25.Jan. Lehrer Theo K'unkel «ade au die Mittelschule ruah Oldenburg berufen.
Kreis Frievberg.
. --Büdesheim (Oberh.), 24. Jan. Der 31;ätzrige binder und Obsthondler Heinrich Gröninger von hier tourü^ wegen zahlreicher Einbrüche in Frankfurt a. M. von der dortigxNi Strafkaminer zu einer Gesamtstrafe von 12 Jahren Zuchthaus, 10 Jahren Ehrverlust und dauernder Stellung unter Pvlizeianfficht: verurteilt. ^ Gröninger char mit großer Kühnl-ckit Kettereinbrüchel verübt, bei denen chm reiche Bstute wurde. Bei einem GefchäfiK einbruch erbeutete er für 5000 Mfark Schuhwaren, die er verkaufte.
fr. Hombe rg, 25. Jan. Anläßlich seines 50. Geburtstages wurde General Hoffmann, Chef des Generalstabes Oft, xum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Hoffmann wurde hier, wo sein Vater Anrtsrickster und Stadtrat war, 1869 geboren. Der Groß vater war lange Jahre Metwpolitan dahier.
Stnrkenburg und Rheinhessen.
Rüssels he im, 25. Jan. Der derzeittge Seniorchef fcz Firma M>am Opel, Kommerzienwt'Karl Opel, wurde vout Großherzog von Dessen in den erblickten Adelsstand erhoben.
Fc. Worms, 24. Jan. Für die Errichtung einer FliegeL- station nahmen die Stadtverordneten den Älntrag auf Bewilligung von 575 000 Mark gegen neun Stimmen an.
ist tzeute- ae KerörMneEhre hem EÄö öern. Vsterjanöe! ^
Die Goiöankauffteüe
in den Räumen der vezirksspartaffe Gietzen ist morgen
vormittag vo» !9 bis \Vi 2 Uhr geöffnet!
Vessen-Nafiau.
= Cronberg i. D., 25. lIanuar. Prinz und Prinzessin Friedrich Karl itoti ^Hessen feiern heute die silbeine Hochzeit.
n!r. Frankfurt a. M., 24. Jan. In einem Bienenhause au. der Louisa ermittelte man ein großes Warenlager gestohlenen Gegenstände. Auch die Diebe konnten verhaftet werden. Es sind in der Hauptsache Eisenbahner, die durch Beraubung der wagen sich in den Besitz der Waren setzten.
— Frankfurt a. M., 24. Jan. Bei guter Darstellimg fand gestern abend im Schauspiel hause die Uraufführung! von Carl Hauptmanns „A u s t r e i b u it g" statt, »ein ttagisches Schampiel, bei dem es sich um die Austreibung des Damöns auA dem Herzen der tvildstürmischeu Frau /eines Baudemcknns handelt. Das Stück ist reich an inneren Widersprüchen urckn ermangelt der Momente, die den Zuhörer zur Teilnahme zwingen müßten^ Deshalb begegnete es mancherlei Widerspruch. Darstellung und sorgfältige Regie halfen ihm zsur Auerkeirnung und freundlichem Achtungserfolg. Der ber Llufführung beiwohnende Dichter konnttf den Dank des Hauses wiederholt entgegennehmen.
ul. L i n d e n h o l z h a u s e n , 25. Jan. Dem Wrmsche der Einwohner und einem Bedürfnis entsprechend, wird demnächst eine Bahnhofshalteftelle Lindenholzhausen im Emstal, 7 Minuten vom Torf entfernt, eröffnet werden.
ul. Liinburg, 25. Jan. Der Landrat gibt bekannt: Neuerdings mehrfach vorgekommene Trichinose-Ertrankimgen infolge Genusses von Anslandsfleisch, das nicht amtlich auf feine Tauglichkeit zum menschlichen Genuß untersucht war, machen es notwendig, der Bevölkerung in geeigneter Weise alsbald anzurateck- die gedachten Waren zunächst auf Trichinen rmtersnchen zu lassen oder aber nur in gut gekochtem öder gut durchgebratenem Zustand zu genießen.
f Knaben« Peniionat iReaUtlaffen,
Kn Ąd bo r n
eal^ilafien, verbunden mit Porfdiule, erteilt Ginjährigenzeugnls
kiewH
c. m. I
*04^83i
Letzte Nachrichten.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 25. Januar. (Amtlich.)
W e st l i ch e r 5k r i e g s s ch a u p i a tz.
Zwischen Poelkapelle und der Lys, bei Lens und beiderseits der Scarpe lebte die Gefechtstätigkeit am Nachmittage auf. Au versckfiedenen Stellen der Front Erkundungsgefeckie.
Auf den anderen Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Der Erste Generalguarttermerster Luoe udorff.
* . *
Neue U-Boot-Erfolgc.
Berlin, 24.Jan. (WTB. Amtlich.) Sechs Tamprer und e i n W a ch t f a h r z e u g wurden letzthin von unseren U-Booten versenkt. Vier Dampfer wurden dicht uncer ver englischen Ostküste, wo die Bewachung besonders stark ist, abgeschossen, einer von itmen aus einem dnrch viele Zerstörer und Fischdampser geschützten großen Gelettszuge. Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Wieder seckis Schisse! An der Hand der neuesten Berichte über- die Lebensmittelkrisis in England verstärlt sich der Eindruck: Unsere U-Boote schassen es! Tie Not in England ist da! Kein Zweifel mehr. Tie 3800 Schiffe von über 1600 Brutto-Register-Tonnen, über die England vor einem Jahr verfügte, deren eine Hälfte für militärische Zwecke beschlagguahmt ist und deren andere Halste die Hauptlast der Ernährung des Jnselreichs obliegt, sürd durch die rastlose Tattgkeit unterer U-Boote derart zusammcngeschmolzen, daß sie das englische Volk vor Not nicht mehr schützen können.
Tie Speisekammer der Berbandsgenossen ist verzweifelt leer? Dieses Eingeständnis findet sich der „Daily News" vom 1. Januar zufolge in einen! dteujahrsglückwunsch des englischen Ernährungsministers Rhondda an den amerikanischen Kollegen Hoover Rhondda oertrmkt noch aus die .Hilfe Arnerikas. Wir vertrauen auf unsere U-Boote'
Die Luge in Petersburg
Berlin, 25. Jan. Wie es in Petersburg ausfreht. geht aus der Schilderung ^rvor, die der zuverlässige, soeben, von der Newa hierher znrückgckkehrte Gewährsmann des L. A liefert. Ein furchtbares Bild der Auslösung wird entrollt. Auch andere Blätter melden Bedenkliches. In den Straßen, der russischen Hmlptstadt sollen heftige Kämpfe stattfindän. 87 Abgeordnete der aufgelösten Nationalversammlung [eim, nnc es heißt, durch die Bolschewisten verhas tet rj&t* den, weil von ihnen in einer Proklamation die Bevölkerung Umr BürgerLrieq aufgewrderl wurde


