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brr das alte deutsche Ordensland «im Osten wieder den Russen Preis- yugeben wagM «darf? Wir brauchen L>ic «eroberte« Erzlager im Westen Dvr Aufrechtcrhaltung unserer Industrie. Wir müssen die Hand über Belgier! behalten, weil sonst Englo»d sich wieder darin feftsejzt. Wir brauchen Entschädigung der Äuslanddentschen, sonst wird keiner wieder Pionier der deutschen Exportindustric werden können und wollen. Ungefähr 20 Milliarden sind uns im Ausland völkerrechtswidrig geraubt worden. Wir brauchen Ersatz unserer Kiftegskosten, um nicht darunter zusammenzubrechcn. Ob das die Feinde leisten können, braucht nicht unsere Sorge , zu sein, das hätten sic selbst sich überlegen müssen. Scharfsinnig und unwider­leglich führte der Redner aus/ wie verhängnisvoll, vor allem für den deutschen Arbeiter, ein Bcrzichtsrieden wirken muh. Man spürte an den oft von lautem Beifall unterbrochenen Ausfüh­rungen die Sorge um die Zukunft und die warme Liebe zu unserem deutschen Volk. Es war ein herzerfreuendes Bild, in der etwa von 150 Leuten aus allen Kreisen unserer Stadt besuchten Ver­sammlung die Vertreter aller Parteien ohne Misslang einmütig znsammengcsührt zu sehen von dem einen Streben, niitzuhelsen an der Wiedererstarkung unseres deutschen Volles nach all der Rot und den Opfern des Krieges.

Kreis Büdingen.

m. Selters, 21. Jan. Hier wurde in der vergangenen, Hrcht ein rafsiirierter E i n b r u ch, verübt. Tie Diebe drangen! ourch ein Fenster in die Hofreite einer Landwirts fr au. deveZ Mann vor kurzem starb und welche die Oekonorme milt drei Ge­fangenen aufrech t e rhält, ein. Tie FvaU hatte Tags zuvor Schafe vert.au ft und dafür über 3000 Mark gelöst. Aus' diej-e Summe scheinen es die Diebe abgesehen zu haben. Sie l-atte jedoch das Geld ui weiser Vorsicht gleich ans die Kas.se gebracht, so da« es den, Dieben nicht in'die Hände fiel. Dafür nahmen sie aber sonst an Lebensmitteln, Kleidern, Schuhen nsw. alles mit, ivas irgend fort- zirsckileppen war. und schädigten dik Frau außerdem durch allerlei Bcrnüftungen. V-on den Tätern fehlt bis seht jede Spur.

Kreis Lautcrbach.

rr. Schlitz, 21. Jan. Leutnant Otto Schilling erhielt dav Eiserne Kckeuz 1. Klasse. In dem mit Tanneirreisig ge­schmückten kleinen Saal des Gasthauses Reinhardt veranstaltete am Sonntag abend die hiesige Ortsgruppe der Baterlandspartei eine Reichsgründungsfeier, die bei Vorträgen. Deklamationen und gemeinsamem Gesang einen erhebenden Verlaus Nahm. An General­feldmarschall von Hiudenburg wurde folgendes Telegramm ab­gesandt :Mit Mut nöb Vertrauen aus Hiudenburg bauen, und vorwärts schauen!" Die Mitglieder der Vaterlandspartei, Orts­gruppe Schlitz.

Starrenburg und Mcinhcssen.

I Darmsladt, 21. Jan. Die Großherzog Ln besichtigte dieser Tage in Begleitung der Fürstin von Solms-Lich die Kriegs- Nähstube, die Abteilung zur .Herstellung von Hausschuhen, die Abteilung für Herstellung und Sammlung der Kindertväsche aus der Sammelwoche und die Flickstube für Lazarcttroäsche imd sprach sich überall sehr lobend uno rrrreut über das Geleistete aus.

Veilen-Nnssau.

, ra Biedenkopf, 21. Jan. Mit dem neuen Steuersahr ist die Kreissteuer auf 18 Pwzeirt und die Hundesteuer von 5 nur 8 Mark

erhöht worden.

Vernrlsch?es»

Düsseldorf, 20. Jan. Wegen Unterschlagungen in Höhe von mehr <rls l Million Mark wurden der Direktor und weitere 3 Beamte der «hiesigen Filiale der Großeinkäufsgcjel!jchaft deut- scher Konsuln vereine in Hunwnrg verhaftet. ,F. Z.)

Letzte NttcL^ricL>ten.

(WTB.) Trotzes Hauptquartier, 22. Januar. iAmtlich.) »

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprechr.

Südlich von Ppern war die Kampfrütigkeit der Ar­tillerien am Tage und zu einzelnen Nachtstunden lebhaft.

Mit kleineren Abteilungen versuchte der Engländer vergeb­lich. an mehreren Stellen in Flandern in unsere Kampf­zone einzudringen.

An der übrigen Front ist die Gefechtstätigkeit mäßig.

Heeresgruppen Deutscher Kronprinz und Herzog Albrecht.

In den Argonnen nördlich von Le Four de Paris stießen französische Kompagnien nach tagsüber anhaltender Arlilleriewirkung am Abend gegen unsere Stellungen vor. Sie wurden durch. Feuer und im Nahknmpf abgewiesen.

Auf dem östlichen Ataasufer und in der Gegend von Flirey lebte das Artilleriefeuer zeittveilig auf.

Oestlicher Kriegsschauplatz

Nichts Neues.

An der

Mazedonischen und Italienischen Front ist die Lage unverändert.

Der Erste Generalguartiermcister . Ludendorff.

Auflösung der verfassunggebenden Versammlung.

Berlin, 22. Jan. In dem amtlichen Dekret, mit dem die verfassunggebende Versammlung in Petersburg a u f g e l ö ft wurde, heißt es u. a.:

Die russiiche Revolution hat von ihrem Anfang an die Sowjets der Arbeiter-, Soldaten- und Bcvuernabgeordneten als die Masse wo rganis-ation aller arbeitenden, ausgehende len Klassen an die erste Stelle gestellt. Im Lause der ganzen ersten Periode der russischen Revolution haben sich die Sowjets vermehrt, sind gewachsen und erstarkt, indem sie aus eigener Ersahrung die Jllusonest des Einverständnisses mit der Bourgeoisie, die Falsch­heit der Formeln des bourgeoisrslischen demokratischen Parlamen­tarismus erlebte und praktisch zu dem Schluß kam, da« die Be­freiung der unterdrückten Klassen ohne Bruch mit diesen Formeln und jedem Einverständnis u n m ö g l i ch ist. Als solch ein Brunch erscheint die Oktoberreooluition, die U-ebwZabe der ganzen Plackst in die .Hände der Sowjets. Die arbeiten oen Klassen mußten srcl) durch Ersahrung davon überzeugen, das; der alte bour- geoistische P ar'l a m en t a r i s tun s sich überlebt hat, da« er gar nicht vereinbar ist mit der Arfgsroe der Verwirklichung des Sozialismus, baß nicht die ällgemeir^na.ronalen, sondern nur die großen Einrichtungen (wie bk Sowjets) fähig sind, den Widerstand der besitzenden K'la, ,cn zu besiegen und dm Grund zur sozialistischen Gesell schnt zu legen. Tie am 18. Januar eröfnete Verfassung- ge b e n de V e r s a m m. l u n g erga ä au Grün) der allen bekannten Umrstän de tzäe M e h r h e i t de r P ar t ei d er re ch t e n S o z i a l- revolutionäre, der Partei Kercnsl'is, Aksentiöws, Tsch)rnows Es ist klar, daß sich diese Partei weigerte, den voMonttwen genai.en, klaren, seine falschen Ausllgungen. zulassenden Vorschlag des ^höchsten Organes der Solchets- machl, des zentralen Ausführnngskomitees der Sowjets,, zur Bespreckiung anzunehmen und das Programm der Sowjets­macht, die Deklaration der Rechte des arbeitenden und aus gebeute­ten Volkes, die Oktoberrevolution und die Sowfetsmacht an aner­kennen. Dadurch- hat die verfassunggebende Versammlung jede Ver­bindung zwischen sich und der Solch elsre publik Ru «laue abge­brochen. Ter Weggang der Fra k t i o neu der B o l s che - M i k i und der linken S o z i a l r e v o l u t io n ä r e die zur­zeit die grösste Mehrheit der Sowjets darstellen uno das Bertrau.cn der Arbeiter und der Mehrk/eit der Bauern genießen, von der ver­sa ssunggebenden Bersammiüirg war unausbleiblich. Es ist klar, daß, der übriggebliebene Teil der verfassunggebenden Versammlung auf Grund dessen nur eine Rolle das Verdeckens des Kampfes der l'ourgeoisistiscl)en ^genrevvliitron izur Stürznng der Macht des Smvjets spickleu turn. Tesl-alb verfügt das Zentr al ans führ nngs- somitee, die verfassunggebende Versammlung auszulösen.

Petersburg. 21. Jan. (P. T.-A.) Ein Aufruf des H a u p t v o l l z u g s a u s s ch u s s e s an die Bevölkerung wider­

legt die Gerüchte, daß gegenrevolutionäre Arbeiter und Soldaten am 5. Januar aus die Teilnehmer einer friedlichen Kundgebung', der Arbeiter geschossen hätten, (Gerüchte, die umgcksetzt seien, um

Unruhen und Unordnung in die Reihen der arbeitenden Maisen z-u tragen und die revolutionären Fül>rer an zu greisen. Es sei rest- gestellt, daß Spitzel aus Matrosen, Soldaten uno Arbeiter geicl-olsen hätten. Eine Untersuchung schwebe. Tie Schuldigen würden ab- geurteilt werden.

Ein russischer National-Konvent?

Amsterdam, 20. Jan. Reuter meldet aus Petersburg Vom 15. Januar: Man hält für wahcschernlich daß die Sowjets nno dre mgrimallslischen Mitglieder sich zu einer neuen verfassnnggebenoen Versammlung unter denr NamenN a t i o n a l k o n v e n L zu­sammen tun. Bei den Debatten kam es zu aufregenden Aich lritten. Ein Mitglied der verfchsunggebent^n Versammlung brachte den Revolver aus den sozialiftiscl-en Führer Tschecetelli in An­schlag, wurde aber entlioassnet. Auf dem Jboines?)-,Prospekt kam es am Nachmittag, als 'ein Zug von Mitgliedern der oersas,ung- gebenden Versammlung von der Menge, hauptsächlich von Matrosen, angegriffen wurhe, zu einer Schießerei. Mehrere Personen wurrdor getötet oder venöundet.

Der LebcnSmittelmangel in England.

Berlin, 22. Jan. lieber die englischen Lebens­mittel schw ie r i gkei ten klagt laut V. Z. derTally Tele­graph". Am Sonnabend hatten viele Fleischerläden in Lcnrdon geschlossen. Das Westend litt mehr als die anderen Stadtteile, weil die Regierung am Abend vorlTer 7000 gefrorene Schafe unter die ärnreren.Vokksschichwn hatte verbellen lassen. Man erwarttS eher eine Verschlimmerung des Zustandes als> das Gegenteil.

Der italienische Kriegsminister in Paris.

Bern, 21. Jan. Tie Pariser Presse meldet: Der italienr- sche Kriegs mini, st er General Alfieri tvaf gestern in Paris ein.

Italien und der U-Bvot-Krieg

Bern, 21. Jan. (WTB. Nütüanttlich)Eorriere della Sera^ erklärt: Die Behauptung ist unwiderleglich, daß der Italien zur Verfügung stehende Schiffsraum bedrohlich unzuläng­lich ist. Ein Vergleich unserer Dohlen- und^ Getceidebestände nrit den insbesondere im Mittelmeer erfolgenden T o r p e d i e r u n g t nJ fällt derart aus. da« jede Polemik verstummt. Die Mittelmächte schließen Italien mit ihren U-Booten immer enger ein und rectmen damit, da« wir den neuen Kampf bereits in erschöpftem und mut- losem Zustande ausnehmen müssen. Italien lebt unter_ schlimmen Bovingungen. Orlcando und Sonnino müssen mit Offenheit und Beftimmtbelt unsere Lage in Paris und London schildern, um dort jegliches Mißverständnis und alle Illusionen zu zerstreuen

Ans Spanien.

Bern, 21. Jan. .Lyoner Blätter melden aus Madrid: Der Natimüllansschuß der sozialistischen Partei und des allgemeinem Arbeitcrverbandes verlangt drohend ivege .1 schwerer Zwischen fälle bei der Bekämpfung der Unruhen die Absetzung der ZiollbeHörden' Baroelo-nas und Malagas. Ter General verband unterstützt das An­suchen. {

Die zutrwnnenye Rtichskanzlerrtde.

Berlin, 22. Jan. Ter Reichskanzler wird, me nach dem L. A. gestern abend in parlanrentarischen Kreisen als gern- sicher verlautetc . am Donnerstag im Hauptausschuß das Wort nelyiken. Tie Entscheidung darüber, ob sicht an Lre >Rede Hertlings eine Aussprache- schließen wird, ist der Konferenz Vorbehalten, die Herr von Kühlmann heute nur £<cu Parteiführern über die Vorgänge in Brcst-Litowsk haben wird.

NeichstagSelsntzwahi für Paycr.

Reutlingen, 21. Jan. Mi der heniigen Reichstags- e r s a tz w a h l für den bisherigen Mgeordirelen v. Payer haben von t6 878 Wahlberechtigten 1408 Wähler ihre Stimme für den Völsspartei-KandidatLn LEüta-gsabgMdneten Schees ab­gegeben. Tin Gegenkandidat tvar nicht curfgestellt. Zersplittert und ungültig waren 142 Sttmrnen.

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Wetzlar, den 19.1.18. Gericht der Kominandanlür

des Kriegsgefangenenlagers Wetzlar.

Zteckbrief.

Gegen den unten beichrie- benenLaudsturlumaunHans Temmler 3 XVHI/28 Wetz­lar, geb. io. 2. 99 zu Gießen, welcher stüchlig lst und stch verborgen hält, ist die Unieriuchungsbast wegen un­erlaubter Elnsernung ver­hängt. Es wird ersucht, ibn zu verbaslen und an den un­ter z e i ch n e t e n (ö e r i ch l s h e r r l l oder an die nächste Militür- behörde zum Weitertrans­port hierher uvzulieferkt.

W e l l e r, Oberstleutnant und Gericht-Herr.

Beschreibung: Alter 18Jahre. Größe 1 m 68 ein. Starpr schmächt'g. Haare 'schwarz. Augen dunkel. Nase gewöhn­lich. Mund gewöhnlich. Bart keinen. Gesicht schmal. Ge- fickitsfarbe blaß. Sprache: spricht ausnahmsweise leise. BesondereKennzeichenckeine Kleidung: Feldgraue Uni­form und Mütze. 6040

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