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I Evangelische Gememoe.

Sonntag den 20. Jrnuurr.

In der Staidtkirchc. 9\/>: Psr. M^i .11: föubecf f b Mvtth.-G«zm. Pfr. Mahr 0 Pft. Ass. fiic. irnming. In der Johannes kirche. 9' . 'Ir. Vechta ls hei,, . 11: Klnderk f d Luk.-Gem. Pfr BechbolLHerme.- 5: Psr. Ausleid. Kirchberg Dome 10. Lollar. Nachm. ly 2 . Mainzlar. Abds 8* Kriegs betstunde.

ttaLhojijche Gemeinde.

6V2: Gel-.z. hl. Beicht: 7: .Hl. Meise, geineiuschaftl. Komm d Mnal.: 8: Ausl. d. hl. Komm.; 9: Hochmut m. Pced.: 11: Hl.

am 20. Jan.: Lich 91/2.

Drasporu-Glotdesdi-enst:

Gictzener Strafkammer.

.Gieszen, den 18. Januar 1918.

Der zurzeit hier in Untersuchungshaft behübliche vielfach vor- öestrattc Korb-nrackter Tmiiel Friedrich P. von Franlenderg ist an- geklagt, zu Butzbach in der 9iaü>t vorn 30. November auf 1 Tczetu- ber 1917 dem Schuhsabritanten .Heinrich D. einen dunklen'Herren-- Uederzieher, znei Herren-Arrzüge, 1 Paar Schuhe, 1 Trschentücher, 1 Ructiuck, 1 ''1, 1 Gans, 1 Flasche nnd Wurstnmren in Gesamt­wert von jinv. ;')00 Mark ans eiue:u Gebdtu.de sowie in der Nacht vom 3 zum .SeM'.cher v. I. dem Gastwirt Jean Sl. da'elbsl ein Küchen l-andtttG, 6 Pi und Butter und 2 Gier entwendet zu haben Als der Ansettargte ift der zuletzt erwähnten Nacht gegen 12 Uhr sich rn verdachtgn Werse Mn ..Hiessischeu Hof" i-eru tut rieb, wurde er von einem Gendcmnen sestgenmrmien. Untw d'n ihm abgenom­menen Sachen befanden sich verschiodenr Gegenstände, di2 von dm Bestohlenen als ihr Eigentum aarerramrt wurden. Obgleich er hrute die Beteiligung an idenr letzten Diebstahl zugibt, bestreitet ec nach wie vor den Diebstahl bei H. D. Gr walk d:e aus dem Diebstaole herriihrendsn und bei fiumi gefttndenen Sachen von sinenr Unbe- Sannben, den er nur mit Vornamien Albert kenrren will, in der hiesigen Vüeßlersch-u Wirtsck-aft gekauft haben. Das Gericht schenkte aber diesen Angaben keinen (Ianb'^r nnid verurteilte den A 'ge­klagte! wegen der beiden Diebstähle unter Versagung mildernder Umstände zu einer Gesamteichthausstra'e von 4 J.hren, auch uwur­den ihm die bürgerlichen Ehcerrrechte auf die Tauer von 5 Jaliren aberkannt.

Wegen versuchten Raubs in 3 Fällen hatte sich der 13jährige Schüler A. -R. von Gießen, der schon vorbestraft und sich z Z im Rettungshaus Jnialtalerhos befindet, verantworten Als die 13jadrige Emma E. von Wieferk. die ich'er Tante dein Milch- ausiragen beh.lflich war, die elberliche Wochrung des Tlngellagten ecnes Tages im Sevtember v. I. betrat, schLdß er. der er allein xu Hause rvar. d:e Ture von innen ab. Ohne ein Wort zu sagen faßte er dos Mädtien am Halse sest. irm es ans den Boden w we-rsett Da dieses laut Um Hilfe schrie, ließ er es los und schlag chm die Türe wieder auf. Nach seinem. Ge­ständnis wollte er bem Mächen f e ür Milch z-eld obnehmen Ferner ist er geständig, 2 Mädchen ans der Straße Gießen Krofdorf angesallen und >mit einem Stock geschlagen z-n haben Ans hie Hilferufe des einen Mädchens ließ er von ihm ab und lief fort, während das 'andere Mädchm sich zur Webr setzte und ihn mtt einer Moppe auf den Kops schlug. In beiden Fällen hatte er es auf die Handtaschen der Machen, in derven er Geld vermutete-.

abgesehen. .ANt dem etwa auss diiese Wiestse ecyattenen Geive wottre er sich eine Schiefertafel, Griffel ,urnd idergl. beschaften Dasi Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gesamtgefängnis­strafe von 2 Monaten.

VerntzüscL^tes.

Eiserümhuuttfall

Königsberg, 18. Jsn. Amtlich. Am 18. Januar 5 Uhr 10 Minuten, früh stießen der U r l a u b e r z u g 3 0 0 9 (nach Riga) und der P er sonenzug 10 2 (nach Insterburg) zwischen Pam- lettesl uud Argenmgken dicht bei letzterem Bahnhof zusammen. Bis­her sind 25 Tote festgestellt. Ber tetzte sind bisher 50 geborgen. Materialschaden bedeutend.

* B e r l in, 16. Jan. (WTB. Amtlich.) Am 16. Januar 7 Uhr Mrn. nachmittags hiijt sstundbahnpersvnenzug 1897 vor Bahn­hof Mestent bei Blockstelle F 23 au f Personen zu g 9, rer- mutlich infolge Ueberfahrcns des Haltesignals. Hierbei wurden zwei Wagen stark beschädigt und 8 Personen verletzt .Untersuclmng ist ein gel eitet.

* ?* rncr Eisenbahnunglück. Bis zum 17. früh waren 1 2 ^ eichen, 15 Schwer- und 10 Leichtverletzte geborgen Reibet stecken noch 20 und mehr Leichen zwischen den Trümmern. Me nur nach und nach geborgen werden können. Die Strecke ist noch gesperrt: Schnellzüge werden durch die Pfalz geleitet. Die Telegraphen- u,id Telepbouleitungen sind durchweg gestört: das Gestänge ist von dem reißenden Hochwasser umgeworfen morden Und was das nasse Element stehen ließ, nahm der orkanartige -sturm mit. Pioniere und Fcrnsprechabteillmgen sind überall cm der Arbeit und besiern die Schäden aus.

Letzte Rachrtchten.

Grotzes Hauptauartier, 19. Januar.

(Armlvy.)

W östlicher Kriegsschauplatz.

Lebhafter Artilleriekampf im Stellnnqsbogen rwrdöft- ltch von Ypern, auf dem Südufer der Scarpe und in der Gegend wn Moevres. Auch an vielen Stellen der Frort namentlich zu beiden Seiten der Maas, mar die Feuertä'tia- keit gesteigert. Nördlick) mn Bezonvaux holten Stoktiiwvs Gefangene aus den französischen Linien.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Mazedonische Front.

Im Eernabogen lagen unsere Höhenstetlungen nordöst­lich von Paralovo ta Zuber unter Artillerie- und Minen­feuer.

Italienische Front.

Die Lage ist unverändert.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

Die Stillegung von Beineoen.

Berlin. 18. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Der Ausschuß des Reichstages für Handel und Gewerbe hat sich rn der Frage der Stillegung von Betrieben auf einen Aritrag geeinigt, wonach unmittelbare Stillegung imd Jusammenlegung nach Anhörung der Landeszentralbehöroe und nur '"i dringender Kriegsnot^ Wendigkeit zu verfügen sind. Dabei önrien u. a. die Kleinbetriebe gegeriüber den Großbetrieben wesentt.m nicht berrachteiligt wer-^ den. Auch sollen Beschwerdeinstanzen für unmittelbare und mittels bare Stillegungen und Zusammenlegungen geschaffen werden. Für die übrige Zeit werden dann Maßnahmen verlangt, um deü im Kriege sttltiegenden Betrieben tunlichst bald wieder aufzu^ helfen.

Unterstaatssekreläc Dr. Göppert sprach sich im all­gemeinen für den Antrag aus, es sei aber unmöglich, die Stilb- legung ernzelner Betriebe vom Reichswirtschaftsamt auch zu voll- zreheri, da von da die örtlichen Berbältnisse nicht zu übersehen seren Ob die Berteitturg der Stoffe nach dem Kriege in der ge­wünschten Weise erfolgen könne, stehe noch nicht fest. Es werde aber mit Nachdruck und Ernst dahin gearbeitet, die Stillegung von Be­triebes iiach dem Kriege baldmöglichst wieder in Gang zu bringen. Der Redner wandte sich dann gegen die verlangte Beschwerde­instanz, da schon -jetzt eine Reihe von Stellen, wie die Stelle der Landesverwaltung, als Beschwerdeinsticrnz,in Frage kommen.

Die amerikanischen Truppentransporte.

Berlin, 18. Jan. Ter militärische Mitarbeiter des Niewoe Eourvu! schreibt über die amerikanisch,en Truppentransporte nach Grurc ; n : Einzelne Berichte lassen bereits vermuten, daß alles lange nicht i-o gut geht, wie es von außen scheint. Zuerst lsteß es, daß die Ankunft des amerikanische!! Heeres die englischen und ftaw- zösisckien Soldaten in Frankreich von großen Lasten befreien würde. Später meldetDaily Telegraph", daß General Crowtzer, Leiter der amerikanischen Jutendarttur, erwarte, daß die anierikani- sckjen Truppen in Frankreich durch Hilfe Englanos und Frank­reichs mit GesMtzen und anderen Kriegsmaterialien versehen Würden. Das l>ängr sicher mit der Ersparnis an SchiffÄralun zusammen. Ersparnis von.Schiffsraum ist die Frage, und sicher nicht zu Unrecht. Es konrmen bereits Berichte, daß die großen Truppentransporte im Herbst 19l9 zu erwarten sind. In Frai.kceich selber ivären für deren Weitertransport vierzigtausend Eijenbahnwagen erforderlich. Tie Amerikaner nrüssen vier neue Häfen anlegen. da die jetzt bestehenden bereits mit Kriegstrans-, portm überleitet seien. Um aber 500 000 Mann dauernd mit Vorräten zu versorgen, wären 2.50 Schiffe erforderlich. An Ar­beitskräften zur U-nterbringung von 500 000 Mann müßten «u Arbeiterheer von 200 000 Mann zum Baracken bau gebildet ww den. Aber wir dürfen nicht nur mit 500 000 Mann, sondern mit Millionen rechnen. Man hat bereits mit einem Mangel an Schiffs-- raunr zu rechnen. Tie noch vorhandenen vier Millionen Schiffs­raum sind nicht mehr verfügbar, well sie bereits nur mit Mühe den augenblicklichen Anforderungen an Transporten genügen können.

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