Nr. 9 Zweiter Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Zreitag. fl. Januar (9(8
Feindliche Tanks in der Schlacht bei Lambrai.
Au» dem Felde wird uns geschrieben:
E-ÄtM seil einigen Tagen lauerte der Tankzug der Batterie in verschiedenen Stellungen um das Tors Bourlon herum auf Beute. Noch am Abend des 26. November 1917 hatte er Stellungswechsel in eine vorgeschobene, etwa 1000 Meter südlich des heiß umstrittenen Dorfes gelegene neue Stellung vorgenommen und sich notdürftig eingegraben. Es war bekannt geworden, daß der Feind mvei frische Divisionen und 30 Tanks zum Angriff bereitneftellt hatte, also war schärfste Aufmerksamkeit geboten. Um 6,30 Uhr morgens meldete der Posten lebhaftes Streufeuer aus das Dor Bourlon und das umliegende Gelände und eine Stunde spater Trommelfeuer auf die vorderen Gräben. Jetzt säßen der rechte Augenblick gekommen, also: Alles raus — an die Geschütze! Es »rar noch dämmerig, ein leichter Regen siel. Rings um die Geschütze schlugen in regelmäßigen Zwischenpausen krachend die feind lichm Granaten ein, in knapp 1 Meter Entfernung von dem rech tot Geschütz waren zwei frische Schußlöcher, denen noch weißlicher Qualm oUströmte. Einige Minuten erregtester Spannung vergingen. Da wurde auf der Hohe 100 südlich des Bvurlon-WäldeS ein sich scharf gegen den Horizont abhebenver, ständig wachsender Bucbel sichtbar, der bald wieder klein und kleiner wurde und am diesseitigen Hang herabglitt. Das Spiel wiederholte sich noch meh «re Male. Sie kommen! — Geradezu erlösend wirkte dieser Aus ruf. Die Geschütze wurden eingerichtet. Aus 1400, 1300 Meter Entfernung folgten sich die Schüsse, der erste Tank wurde unter Feuer genommen. Aha, er will rechts auskneifen — noch ein Schuß! Ein Helles Ausblitzen. der Geschoßrauch deckte den dunklen Schalten de- Tanks — Treffer! Das Feuer der Tankkanonen verftunimtc Jetzt den nächsten! Herum den Lafettenschwanz! — geht nicht! Er hat sich durch den Rückstoß so fest in den aufgeweichrcn Lehm boden eingebohrt, daß er nicht mehr von 'der Stelle zu bewegen »rar. Mle Mann heran! Lafettenschwanz ausgraben, Geschütz her- au-Kieheir! Noch ern Stück, noch ein Anspannen aller Kräfte, und das Geschütz stand außerhall, des Geschützstandes aus offenem Felde, jetzt aber wieder frei beweglich. Tie feindlichen Tanks waren in- Mvischen etwa 200 Meter weiter vorgekommen und fuhren dickt a^ranat, sgms ihre volle Breitseite bietend, noch 5 an der Zahl, rn Ricmung auf Bourlon zu, lebhaft nach allen Ricküungen hin feuernd. 9hm folgte Schuß auf Schuß aus beiden Rohren, auf die sich durch ihr eigenes Feuer selbst verratende Ungetüme. Ein deut- licy vernehmbares Singen über unseren Köpfen, wir erhielten von den Tanks Mdtschinengewehrfeuer. Jetzt yitt's, ihr oder wir, keinen Schuß heraus, der nicht ganz, genau gerichtet ist.
Der Eifer des Gefechts hatte allmählich die Bedienung erfaßt der führende Offizier setzte sich selbst» an den Richtsitz eines Ge schühes. Ladehemmung! ein anderes Geschoß! raus den Schuß, bei saß drin! Fast gleichzeitig Uang es aus dem Munde mehreren Kammiere, denen die Helle Kampfbegeislprung an den Augen abzu sehen war: Der schießt noch? st-^ch ein Schluß und noch einer dann war alles still. Der nächste! Schutz! Davor, etwas höher hatten — Dreffer! Gr versucht zu drehen, noch ein paar Schüsse, denn war auch dieser still.
Dos andere Geschütz hatte inzwischen auch seinen Teil erledigt zwei der von ihm beschossenen Panzerwagen brannten lichterloh mit beller Stichflamme, die von Zeit zu Zeit durch das AusfLammen. der krepierenden Tankmunition noch verfdärkt wurde. Nichts rührte sich drüben mehr. 6 feindliche Tanks standen, 5 davon dicht neben einander, wie auf einre jSchrrur gereiht, zerschossen und teilweis brennend, im Gelände. Nacliipem die Geschütze nachgesehen und alles für etwaige weitere feindliche ^Angriffe vorbereitet war, konnten die Bedvenrungen nach fast zweistündigem Ausharren im feindlichen Feuer in Deckung gehen. Eine spätere Besichtigung zeigte uns, datz die Tanks größtenteils 2 und 3 Volltreffer aufwiesen. Die Bediervungsleute lagen zum Teil gräUich zngerichtel tot unter und »den den Panzerwagen.
Ter Kriegsberichterstatter des „Allgemeen Handelsblad". Max Biockzijl, meldet aus Cambrai unter dein 16. Dezember: „Heute besuchte ich das Schlaäüeld von Fvnlrarire westlich von Cambrai, ttw während der letzten Wochen ein furchtbarer Kampf gewütet hat, wo die Engländer ihre bekannten Turchbruck>sversuch<^ macksten, die aber [o wenig Erfolg hatten, daß das jetzt beim deutschen Gegenstoß zurücveroberte Gebiet schon größer ist, wie das beim Durchbruchs- Versuch gewonnene. Ein Teil des großen, öden Schlackstjeldes wird eingenommen von dem damals noch prachtvollen Walde von Bvur An» der jetzt völlig vernickelet ist. Ein Spaziergang in diesem Walde, den ich heute machte, gehört zu den furchtbarste: Eindrücken des Krieges. Ueberall liegen die merkwürdigen ^uglischen Tanks zerstreut, teilweise ganz von BolltteOeru vernichtet, teilweise unzerstört erbeutet, so datz sogar einige mit ei gene r ^ Kraft. von deutschen Offizieren gesteuert, nach Cambrai sMwen Lmnten. Tausende von Granattrichtern erschweren das Bor- Watts kmumen. Unter dem Donner- der Geschütze und dem Tacktack vtt Ncascknnengowehre gehe ich wieder nach dem Trichterfelde von Fontame. Nicht weniger als 216 Tanks haben hier an dem -L>urchbruchsversuch teilgenommen, von denen mehr al s 100 vernichtet wurden Ihre breiten Spu- «n sind rm Walde noch deutlich sickstbar.
. n d^bsttich von Fontaine sind auf englischer Seite so viel Gefallene, daß ich herrte noch viele Leichen, namentlich Hochländer, m meiner Hohe liegen sehe. Ein gestürztes englisches Flugzeug uegt am Waldesrande, englische Leichen liegen einige Meter von der Haupt,traße entfernt. In Fontaine, das von den Eng- -{rT 1 ? bcsckwNen wird, kann ich nickf lange bleiben. Das Dorf ist fast gänzlich verulchtet. In Cambrai lebt die ganze Bevölkerung seit dem 23. November in den Kellern der Häuser. Es such m Cambrai 2000 englische Granaten nieder g e g a n g e n ,-meist schweren Kalibers, 15 und 21 Zentimeter; dadurch wurden 21 französische Einwohner getötet und 100 verwundet. Die schwersten Verluste hatte l^der das französische städtische Spital, wo 300 Ber- pflegte waren und viel Personal verwundet wurde. Die Bevölkerung Mt sehr ängMlch und kriecht bei jedem Donner des Geschützes, wenn n auch von dQitschen Kanonen in der Nähe herkommt, wieder in die Feuer. Die Stimmung der deutschen Truppen an der Westfront Mt dagegen sehr gehoben. Die Fliegertätigkeit ist wegen des mißlich« Weiters sehr gering."
An» Stndt nnd Cattö.
Gießen, den 11 . Januar 1918 .
Ersatzmittel unv Lebenömittelchemie.
Die zahlreichen mindertvertigen Ersatzmittel für feh- lerwe oder besonders verteuerte hochwertige Nahrungsmittel haben unzweifelhaft in letzter Zeit die berechtigte Besorgnis erregt, ob das Publikum dauernd auf diesem Wege von findigen Köpfen geschröpft werden soll. Wenn die Beendigung des Krieges und die Aufhebung der wirtschaftlichen Absperrung des mitteleuropäischen Bundes zwar nscht mit ^mem Schlage alle alten Bedarfsdeckungsnwglichkeiten in ^EUkstem Umfange zugänglich machen werden, so ist doch vom Wettbewerb des guten ausländischen Naturproduktes
ben bisherigen Ersatzstoffen das natürliche und ungezwungene Berchwinden minderwertiger und umvirlschaft- l^her Ersatzmittel zu erwarten.
^....Dreser notwendige Ausleseprozeß, der die guten Ersatz- mtttett die uns von der ausländischen Einfuhr in Zukunft unabhangiyer machen werden, nicht treffen soll, muß von der WiNenichast energisch unterstützt werden. Unsere mit dem Rüstzeug der fernsten Methoden ausgestatteten Nahrungs-
ro^rr m ^f cn ^urch systematische Untersuchungen das Publikum vor werteren Schädigungen auf diesem Ge- olete bewahren. In diesenr Sinne ist es zu begrüßen, daß ern bekannter Fachmann (Professor Paul in München) in iai 1 U » £ 11 ^ohrungsmittel-Rundschau (vom 1. Januar das für die nächsten Jahre zu erledigende Programm
der baldigst zu eröffnenden „Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie" in München darstellt. Sechs Hauptpunkte werden dabei näher erläutert, von denen drei sich mrt Ersatzmitteln beschäftigen. Professor Paul hebt nämlich u. (L bie Bedeutung der eingehenden Untersuchung der Brot- ltreckungsmittel, der ausgedehnteren Verwertung gewerblicher Nebenerzeugnisse (Biertreber) zur menschlichen Ernährung unb die Erzeugung neuer Würz- und Genußmittel als Ersatz der vorläufig noch nicht in vollem Maße möglichen Fleischnahrung hervor. Endlich fordert er die Verdrängung der schlechten, die Stoffe schädigenden Waschmittel durch emen guten Seisenersatz, der aus tierischen und pflanzlichen Abfällen der Nahrungsmittelerzeugung zu gewinnen ist. Dieses Programm läßt ohne weiteres erkennen, daß die Tage des „angeblichen" Ersatzes gezählt sind, so daß wir die Hoffnung hegen dürfen, mit Hilfe der Wissenscl>aft bald wieder bessere Ware.für gutes Geld zu bekommen. Diese Wandlung ist dringend notwendig. Erst wenn wieder normale Äertverhältnisse und ein normales Wertempsinden zurückgekehrt sein werden, kann das gesamte Wirtschaftsleben sich Friedenszuständen nähern.
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** D i e M o n a t s k a r t e 4. Klasse. Als erste deutsche Ersenbahnverwaltung hat die sächsische die Einrichtung der Monatskarte auch auf die vierte Wagenklasse ausgedehnt.
" Anzeige- und Ablieferungspflicht für aus dem Auslande eingeführtes Getreide, Hülsenfrüchte, Mehl und Futtermittel. Die früher zugelassene und in beschränktem Umfange noch bestehende Ausnahme von der Anzeige- und Ablieferungspflücht ür aus dem Auslande eingeführtes Getreide, Hülsenfrüchte, Mehl und Futtermittel wird nocl> immer zum Vorwand gebraucht, um Schmugglerware der Zentralisation zu entziehen und zu übermäßigen Preisen in den Handel zu bringen. Diese Ausnahme ist nunmehr nach den Bestimmungen des Reicliswirtschaftsamtes aufgehoben, so daß in Zukunft auch Mengen von weniger als 1 Doppelzentner der Zentral-Einkaufsgesellschost Berlin anzuzeigen und abzu- oefern sirrd.
** Zur Gültigkeit der Saatkarten. Die Ver- ordinmg über den Verkehr mit Getreide. Hülsenfrüchten. Buch- -veizen und Hirse aus der Ernte 1917 zu Saatzwecken vom 12. Juli 1917 wurde dahin abgeändert, daß nur solche Saatkarten Gültigkeit haben, die mit dem Dienststempel und dem Prüfungsvermerk der höheren Verwaltungsbehörde versehen sind. Die Be- ugnis der Kommunalverbände, den Gemeinden die Erlaubnis zur Ausstellung von Saatkarten zu erteilen, wurde ausgehoben Es ivird darails aufmerksam gernacht, daß auch die an fick vom 1. Ja- mar 1918 ab zulässigen Lieferungen von bereits erworbenem ^omlncrsaatgetveidc erst dann be-wirkc werr«n könneri, wem die ^gehörig- Saa: karten den voritegeuden A.wrdnuugen genügen Es anMiehtt sich deshalb, die beverts ausgestellten Saatkarten mrver-ugtlch der höhereri Berwalturrgsbehörde im Preutzen dem Regierungspräsidenten) zur Prüfung und Abstempelung cinzu- reichen.
** 8um Kapitalabfindnngsgesetz. Wiederholt sind Fälle v-orgebimnieu, saß Kriegsverlotzten, denen schon eine Kapitale abftildmrg in Gmnätzheft des Kapitalabfüldungsgesetzes beunltigi worden war, diese nachträglich auf .Grund erneuter ärmlicher ckutersuckZung wieder entzogen worden ist u. ä. Ern jvlches Verfahren, das geeigiret ist, schaoere llnziuträglichLeite,! herberzufühven, eutsprrckfl nicht den Abs ich.eu ^urid dem Gei',./ des Kapttalab- liudungsgesetzes. Das Kriegsminr,Lerium Hai nunmehr Aiu>rdnun- gen getroffen, die dein ckin Ende macker. Es l-at insbesondere bestimmt, daß bei Erlaß eines zusftimuenden Kachlalabkiitdungs- v^ickiewes gteickM-rftg auch eine Beichprivigung des Inhalts zu eneilen ist, datz chu gän-lickirr Fortfall der Rente nie ebttritt und daß ferner die Enlza^/ung Zulage, an deren Stelle die. Kapualabftndnng tritt, ausgesc1ch)ssen ist.
** Preise für wasserlösliche P hos p ho r s ä u re. Durch eine NLuerdrugs erlai'sene Vervcdimng des Staats jeLverärs des K'riegsernlchruugsaruts haben die durch die ^Zeüommwchmia vom 28. ^lugnil 1917 ,ei;ge,etzren Höck-stprei,e für reines Suvcr- pi-vsphat ab 1. Januar 1918 eine Erhöhimg er ahnen. Tle,e ist vadurck) nottvendig geworden, daß kün.tighin das Mischen von ^uperphvsphrt mft ichr^^lsaurem Wimumiak eingestellt rvercken »oll, um eine wirrsck-a tftchere Ausnutzung dieser Düngemittel zu erreick/en. ^ Zur Vermechmtg von Mißver,t.änduissen nnrv ben.erN, daß ,ür die iroch in den Hattdel ^lartgertt«! pl)c>svh^r,Lurehaltigen TüngemisckMngen nicht die erpölMn Sirverpl-ospl-atpr-nse gelten sondc-r» die bisherigml Preise der Verordnung vom 28. August 1917 Nt Geltuttg bleiben.
** Das Reifezeugnis für den A po t he k e r b e r u f Mmr sckneckt der „O^senback-er Zeitung": Eine unter Beteiligung von Regrerungsvertreler-n abgepallen-e Veriaunnlung zahlveick^r Apotheker aus allen Gegerrden Tett1,chlands hat beschlossen, bei den zuständigen Stellen in einer Eürgaoe für die Ein>ührung des vcenezeugnlsses für den Apoth-kerbertt, einzutvettn. Tie F.age ist zu nnrperlplteu Malen Gecrenstaud von Erörterungeti und Eingaben von seiten der beteiligten Kreise gewesen. Bisher hat sich dre preußische Regierung d-estN Be.lrebungi-n g geuübei- ablehnend verhalten, obwohl sre allen auf Hebung des Apothekerstandes gerichteten Bestrebungen durckiaus nwhltvollend gegeuü e.steht Durch die m Geltung üe,tinblirlTie PrüiNngsordnung i>. m Ja.-.e 1: 0! wurde ben Wünschen des Apotl)e8er>-andes au, Einfüh ung der Prima ei e mr Stelle des bis dal)iu ausreichenden ElNiährigireinälligeu-Zeuw. ni,ses iur Apotl?ekei-ele'.'en Reclinuittg getragen. Durch diese Neuregelung trat zunächit ein emp indlicher Mangel an vhirmazeuti- chem Gel-il enpersonal in den Apotheken ein, so daß sich ein Teil der Apotheker entsckßoden gegen eine wütere Erhöchmg der Bvr- bMngungen aussprack>. Ein solcher Mangel an Geliilsen würde isdensalls bei einer Einführung des Reiiezeugnisses wiederum zu evrvarlen sein. Ans diesein Grunde hat die Regierung sich bisher nräft entschließen können, den Wünschen der übenviegenden Melr- heit der Apotheker Fvl.re zu geben Es hat jedoch den Ansck^ein Äs ob man Mi dem bis!)erigen Standpunkt nicht sesthalten wird' Es lätzt sich annekMen, daß die Entschließung der Kürzlich statt- getundeneu Versanimlung Anlaß zu einer erneuten Prüfung der Frage der Eintritts beding ungen in den A;wt!eker beruf bieten wird
dsn es ui Dsenburgisckiem nnd dann wieder in Stollbergischem Besitz geioesen, im Jalwe 1869 in den Besitz der Familie Buderus vber, di« es von 1801—[1,869 bereits in Erbpacht gehabt hatte^ Kreis Alsfeld.
** Riede roh men, 9. In. Denr Schütze August Volk wurde die HessiW: 'Tapferkeitsmedaille verliehen. Das Eiserne Kreuzl erhiett der ^Nusketier Konrod Volk. Krankenpfleger Heinrich Volk wurde mit dem Sanitätskreuz am Bande der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Die Ausgezeichneten sind Söhne des Agenten Withelni Volk II. hier.
Kreis Friedberg.
^ Vilbel. 10. Jan. Ans dem hiesigen Orte tcmrden durch Berleiyung des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse ausgezeichnet: Ge- ttetter Jakob Ko s b u , Musketier Jakob K l ö ß , Kranken träger Hemrich Kloß und Schütze Philipp Sei bald. Tie Hessische TapierkeMmed'cnlle erhielt Pionier Ludwig Dickhardt. — Ter -vilbeler Kriegs für sorge überwies Joses M. Rosenthal in Lau- sänne einen ncmthaften Geldbetrag. Ter Spender ist ein geborener Vilbelec.
Starkenburg unb Meinhessen.
^.Darmfta d t, 10. Jan. Drei Monate GefängTns erhielt
^bftge 32jährige Wittve, die aus Gehässigkeit gegen ihre ehemalige Freundin, mit der sie sich wegen Schwatzereien verfeindet hatte, bei der Polizei eine wissentlich falsche Anschuldigung wegen Abtretung erhoben hatte.
Kreis Wetzlar.
r0, 9 - Jan- Musikmeister Lehrer Röder, ein gv-
vorener Wetzlarer, wurde mit denr Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Das Eiserne Ki:euz 2. Klasse erhielten: Musketier Frdr. Nagel-Nauborn, Pionier Hch. P fass- Ulm, Ecs.-Res. Willy Vonhausen-Braunsels und Arm.-Soldat Peter Strack aus Niederbiel.
ra. A u s d e m S ch ö f f e n g r u n d, 9. Jan. Seit Weihnachten herrscht tm Gebirge strenge Kälte. Starki: Schneeverq weHungen sind eingetreten. Stellenrveise mußten die Landstraßen für den Verkehr freigeschaufelt werden.
Helien-Nassau.
19 - ■^ ctTl - Aärgesichts der Bedeutung der Ziegenmilch für die Volksernäl)rung ist es für den Besitzer nrehoerev üf«gen von gvoßsn wirtschaftlichen Vorteil, wenn seine Ziegen, wie das bei den Kühen der Fall ist, zu verschiedenen Zeiten des >>E^fri,chmelkeiid werden. Tenrenffprechend muß durch züchte- rische Maßnahmen «rnaeswebt werden, daß die Lammung der ZiegcN nicht nur mr Frühjahr, sondern auckf in den gnderen Zeiten des Jahres erfolgt. Um die Besitzer von Ziegen zu dem Versuche an- ^uregen, einen ^eil der von ihnen gehal^neii Ziegen in den Früh- lamsmonaten belegen zu laffen, damft die Lammung vom Spät- somm er^br s m den Winter hinein hau iger wird, hat der Voristand h'r Lmwwrrtschaftskainmer des Regierungsbezirks Kassel be'ch!osten, ernen Bettag von 3000 Mk. bereitzustellen, um für solche Ziegen, ^e m der Zeit vom I.Juli bis 31.Dezeinber 1918 lammen, eine Prämie von ie 10 Mk. zu Mvahren.
O ber- L a h n st e i u , 10. Jan. Wie bereits eine Anzahl ^agesblatter mftteilteu, behau vteu die bis ins Unendliche nefliegmert Weinprcise ihren festen Stand nicht mehr so wie vor Wochen. Besonders die Rotiveino sind im Preisrückgang bs- önffen. Wie dem Lahnsteiner Tageblatt nun von befreundeter Seite zur Veröffentlichung mitgeteilt wurde, sollen alle Militärlieferun-, gen auf Wein gekündigt sein, da unser Weißweinbedars aus Ru- mäuren gedeckt würde. Demgemäß werden die Weißweine mich einem Preissturz entgegeugchen Hoffentlich!
Fc. Schi er st ein, 10. ^Zcm. Zwei 1-albwüchsige Burschen brachen vorgestern abend durch das .Hoftor in den Laden des Bäckermeisters Hassruger dal-ier ein, erbrachen die Kasse und stahlen daraus eme Brieftasche mit 231 Mark 'und das übrige in der Kasse be rndlrche Geld im Betrage von 300 Mark sowie eine Partie Brotkarten. Dre Diebe entkamen unerürnnt.
r r% ® ^ m Rhein, 10. Jan. So niedrig wie heuer ist der Wasserstmid des Rheins seit Jahren nicht gewesen. Das beäugen selbst die ältesten Leute. Bei Mainz zeigt der Pegel 5 Zentimeter unter NuU. Ueberall tteten die Sandbänke im Srom zutage, die Auen gewinnen an Umfang, die Brückenpfeiler-Oeffnungan ra- gen r mnver mehr in die Höhe. Leider wird die Sckiiffahrt immer geringer, stiur Kähne mit wenigem Tiefgang können noch i«n Strom befahren, so daß der Güter-, besonders der Kohlenttanspvrt z empfmdlich leidet, doppelt bedmierlich für die gegenwärtige
i«ndl
Die Sslöankaufftelle
n den Räumen dcr vezirkstzrarkasie Gießen ist morgen vormittag von ;0 dir p>-, Utzr geöffnet!
Landkreis Gießen.
** Kesselbach, 9. J«m. Krankenttäger Wilhelm Pfeif erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
Kreis Büdinsen.
^Fc. Hirzenhain. 10. Jan. In diesem Jahre sind 350 Jahre verflossen, seitdem dgS hiesige Eisenwerk, das für Hir^-nhain und die Umgebimg von liöchster Bedeutung ist, besteht. Es wurde
von dem Grasen Ludwig von Stollberg gegründet und ging, uvch-
,ch. Vom Mittelrhein, 10. Jan. Die Haag'sche Säufst iverft in Niederlahnstein wilrde von einer Firma in Oberlahnsteft gekauft. Die W^'rft wird insck ckllen neuen Einrichtungen versehen. Mr 7 der Werft liegt als erstes Sck)jiff, das in Ordmmg zu bringen ilt, der seiner-eft am Lrnelepfelsen auf Grund gefahrene untzj ^schädigte Kalpi „Dr. -Otto III". Jiu Gebirge an den Schiffslade^ platzen liegen fortwährend Kähne, -die geleichtert weckten, da sie nirt ihrer Ladung die Bergfahrt nicht zurücttcgen können.
I T^o rmftadt. 10. Jan. Die Gerichte gehen jetzt mit größter Strenge gegen Jugendlich^ vor. nachdem die bisherige Milde feinen Eindruck gemacht l-ast. Zwei Jugendliche von hier, die 17,ährigen, vorbestraften Hausburschen August Buchst c r und Marco Ronco (geb. Italiener), verübten eine ganze Reilos schwerer und einfacher Diebstähle. Bei den späteren gesellte sich der 15jährige uubestraste Taglöhuer Phil. Sutter zu ihnen. Tie beiden ersten erhielten je 3 Jahre Gefängnis, der letztere kam mit 5 Monaten davon. -- Drei Offenbachn- Rohlinge hatten seinerzeit ecken harmlosen Passanten nächtlicherweile auf dem hiesigen Theaterplatz überfallen und schmählich zugerichtet. Der eine bat sich bei einer einjährigen Gefängnissttase beruhigt, dü beiden anderen, der Schreiner Will). Möllinger, der 1 Jahr, und der Fabrikarbeiter Sttott, der Ihr Jahr Gefängnis erhalten hatte, zageri ihre Berufung zurück, in der Erwäginig, daß das Gericht dre Strafen nicht irpr herab, sondern auch hinmifsetzen kann '
Briefkasten der riedaktion.
Mrronvme Ansragru btetbeu r,nverüs?ichii-tph
8. v. in T). Sobald Sie auf längere Zeit beurlaubt sind, haben Sie unter Vorlage des Urlaiibsschnives die Lebensmfttel-, matten in derselben Meise wie die Zivilpersonen in Empsangj zu nehnien. Einen Anspruch auf erhöhte Brottation usw. haben Sie in dieseni Falle nicht.
3. V. Tie Gemeckrden sind verpflichtet, Aufforderungen zur Abgabe von Stenerettlärungen sowie die Steuer Zettel usw. an die Steuerpflichtigen durch ihre Organe zusckllen zu lassen. Wenn für Ihre gesamte Tätigkeit eine Vergütung festgeetzt ist. so können Sie für derartige Arbeiten keine besondere Entschädigimg verckaugen.
Zur Ablegung der Prüfung für die Ber«htigung zunl einiährrg-freiwilligen Tieifft ist Zdenntnis der engl. UNO französisckmi Sprache notwendig. Die weitere Prüfung erstreckt sich mif Mathemaffk, Plwffk, Geonrettte imd El)emie.
G. §. h. XI. Sie l)aben Anspruch ans Beschaffung und Instandhaltung orthopädischer Schube. Völlig abgetragene Sttefet, die nicht mehr repariert werden können, werden durch neue ersetzt.
Permijcftrcj.
Holländische Hilfe bei Rettung deutscher Fischer.
/ Emden, 8. Jan. (WTB.) Bei starkem Schneelreibe« gerieten in der Emsmündung zwei Fischdampfer auf Grund. Bei der Rettung der Schiffsmannschaften beteiligten sich neben der Besatzung unserer Kriegsschiffe und Rettungsboots hervorragend die Besatzung des holländischen Motors rettungsbootcs von Rottum. Das holländische Motvrbot war funkentelegraphisch über Scheveningen von dem Sperrkommandanten in Borkum angefordett worden, weil es die einzige Möglichkeit bot, die Mannschaft zu bergen. Der Kommandant und der Sverttommandant von Bvrknin drahteten an den Komman- danten von Rottumrog folgendes: Für die liebenswürdige Ge-- Mlttmg des Rettungsbootes und dessen l)ervorragende seemäimischo Leistung sprechen wir unseren iserzlichsten Dank aus.


