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Nr - Zweit« Natt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) . Dienstag. 8. Januar (9(8

Sulage« zu Inoaliden-.witwen-oder Witwerrenten.

Verlin, 4 Jan. Amtlich. Der BundeSrot hat in seiner heutigen Sitzung über die Gewährung von Zulagen an Empfänger einer Invalidere, Witwen- oder Witwerrente aus der Invalidenversicherung Beschluß grsttßt.

Ter wesentliche Inhalt der Verordnung ist Egender: Wer aus der Arbeiterversicherüng eine Invalidenrente oder eine Kran- kenrente bezieht, also ans der Post eine Renten mrittung mit dem Buchstaben 3 (h.llgrüues Papier) oder K (hellgelbes Papier) vor- zeigen muß, erhält vom 1. Februar 19l8 ab monatlich acht Mars Zulage. Personen, welche eine Witwen- oder Mtwerrenlr erhalten, die beim Empfang ihrer Rente also eine Quittung mit dem Buchstaben W (dunkelgelbes Papier) oder \VK (grünes Papier) vorweisen müssen, «erhalten ebenfalls vom 1. Februar 1918 ab eine monatliche Zulage von vier Mark. Empfänger von Alters* und WaiserwenLen erhallen kerne Zulage.

Dre Zulage wird ohne besondere Anweisung der Landesver­sicherungsanstalt oder der Kasse, von der er seine Rente bezieht, durch die Post ausgezahlt. Ter Empfänger muß sich nur rechtzeitig eine besondere Quittung besorgen, die er bei der Stolle, die ihm die Bescheinigungen auf der Renlenguittung erteilt, erhalten kann. Auch die Postzanstalt wird Q-nittiurgsmusder bereit halten. Die Be­glaubigung der von dem berechtigten Empfänger ausgefüllten urö> unterschrieb«En Quittn.ngen gen^nicljt in einfacher Weise durch Aufdrücdmg eines öffentlichen Siegels. Die Zulage ist gleuhtzetttg ^nit der R«rte zu erhck>en; die Zulage kann aber auch nachträglich gezahlt werden, jedoch werden mich dem 30. Juni 1919 gesellte Anträge auf Zahlung der Zulage für Monate des Jahres 1918 nicht mehr berücksiMgt. ^ .

Di« Zulage wird nur für volle Monate gewährt. Bsgrnrnt Mrm Beispiel die Rente am 3. April 1918, so beginnt die Zahlung der Zulage erst nnt dem 1. Mai 1913. Ist dagegen ein beMhttgter Rentenempfänger am 2. März 1918 gestorben, so erhalten du Hinterbliebenen, denen die Rente des Verstorbenen ausgezahlt wird, die Zulage für den Monat Diärz im vollen Betrage.

Vorläufig ist die Zahlung von Zulagen mrr für die eit Monate des Jahres 1913 (vom 1. Februar bis 31. Dezember), in Aussicht genommen, doch ist zu erwar^n, daß den Empfängern von Invaliden-, Witwen- oder Witwerrenten auch nach dem AI. Dezember 1918 AuLvgen zu ähren Rentiert, vielleicht in ettvas ge ringerer Höhe, von den gesetzgebenden Körperschaften be­reitgestellt werden.

r r die Empfänger einer llirfallrente. deren Erwerbsfähig- gleicher Weise wie die der Invalidenempfänger beschränkt ist, wird denächst einme ähnliche enveiterte Fürsorge getroffen

werden.

Aus Stadt tmh<tnb.

Gießen, den 8. Januar 1918.

** Auszeichnungen. Gefreiter Karl Weißbäcker, welcher schon im Besitz der Hessischen Tapferkeitsmedallle ist, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse und wurde zum Unteroffizier befördert. *

** Befördernng Gefr. Ferd. Wag ener von hier wurde Mm Unt-woffi-ier befördert und zum Offiziers-Aspiranten

f niam it,

**HochschullettrkurSim Felde. Vom 18. bis 31. Ja- taiur findet im Bereich der 7. Armee ein Lehrkurs für die der 7. Armee angehörenden Studierenden der Theologie statt. Als Dozenten sind dabei u. a. beteiligt drei Professoren unserer theo­logischen Fakultät, die Herren Tr. Eck (Dogmatik), Dr. Gunkel (Altes Testament) und Dr. Krüger (Krrchengeschichte).

** Anmeldung pr Stammroll e. Die im Dezember 1900 geborenen Landsturmpflichclgeil der Stadt Gießen müssen sich «nn 15.. Januar d I., vormittags von 8 bis 1 Uhr nnd nachmittags von 2 bis 5 Uhr. im alten Rathaus am Marktplatz zur LaNdsmrnrwlle melden. Siehe Bekanntmachung im Anzeigenrerl.

** Evang. Arbeiterverein. Sonntag den 13. Januar findet aus Anlaß des 25. Stiftungsfestes im Vereins! oval (oberer Saal) ein Fcnnilienabend statt. Näheres siehe dlnzeige.

** Schwarz-Weiß-Theater. Von heute bis einschließ­lich Freitag den 11. Januar steht der erste Film der Nils-Crisander- Serie 1918,Die neue Dallla", auf dem Spielplan. Auch ein Lust­spickDer Zopf" gelangt zur Aufführung. Suche Anzeige.

** Berbotene mb erlaubte Sohlenschoner. Die Ersatzsohlen-Gesellschast macht darrvts aufmerksam, daß der Vertrieb der Sohlenschoner und Sohlenbcwehrungen vom 1. Januar an verboten ist, insoweit sie nicht aus kernigem Blank- oder Boden­leder ausgestanzt sich und nicht eine Stärke von wenigstens 2 Mil­limeter besitzen. Nur der Vertrieb solä-er Sv^enscboner ist noch bis jfum 28. Februar gestattet unter der Bedingung, das; die Klein­verbau fspr eise für das Stück bei einer Länge vor« 2 bis 3 Zenti­meter 4 Pf., bei einer Länge von mehr als 3 Zentimeter 5 Pf. nicht überschreiten. Aufwendungen für Verpackung, Kartons und Achill iches dürfen nich be,'iouers bereäMet iv-erden.

** ©in Preisausschreiben für Erfindungen im Eisen ba hnwesen. Ter Verein deutscher Eisenbahnverwal- tuugen l)ot folgeirdes Preisausschreiben ergelien lassen: Auf Be- chlitß des Vereins dnrtscher Eisenbahirverwaltungen werden Geld­preise im Gesamtbeträge von 30 000 Mark zur allgenreinen Be­werbung öffentlich ausgeschrieben, und zwar: für Erfindungen und Verbesserungen, dre für das EifenbalMvesen voir erl-eblichem Nutzen sind und folgende Gegeitstände betreffen: die bauliä)en Einrichtim- gen und deren Unterhaltung, den Bau und die Unterhaltung der Be­triebsmittel : die Signal- und Tckegvaphenellrrchtungen, Stahl­werke, SicherungÄw^wichtungen urrd fanfttgm meclMrischen Ein­richtungen ; den Betrieb und die Verwalturrg der Eisenbahn. Außer­dem werden Preise etteSlt für hervorragarde schriftstellerische Ar­beit«: aus dem Gebiete des Eisenbahnwesens.

** Die meisten Sonn- und Feiertage im treuen Jahre weist mit sieben der Dezembrw auf. Mit sechs Feiertagen sich die Monate März und Mai, mit fünf die Monate Januar, April, Juni, September und November vertreten, während die vier übrigen Monate Februar, Juli, August und Oktober nur je vier Sonntage besitzen. Das Jahr 1918 enthüll also 60. Feiertage und 305 Werktage. Das Osterfest verteilt sich aus zwei Monate, da der Ostersonntag ans den 31. März rnrd der Ostermontag ans den 1.. April fällt. Pfingsten, das zweite bewegliche Fest, wird am 19. nnd 20. Mai gefeiert. Die bev-en Weihnacht sfeiertage fallen auf die Wochentage Mittwoch und Donnerstag.

** Das ungebührliche Benehmen Jugendlicher aus der Eisenbahn hat zu vielfachen Klagen und Beschwer- der: der Reisenden Anlaß gegeben. Die Eisenbahnverwaltung sieht sich daher genötigt, die Reisenden gegen derartige Uebergrisse Jugendlicher zn schützen. Die Aufsichtsbeamten der Eisenbahn sind angewiesen worden, die Feststellung der Personalien und der Schule von Schülern und Schülerinnen, deren Betragen zur Klage Anlaß gab, anzuordnen. Die zuständigen Betriebsämter sollen daraufhin den Direktor der betreffenden Schule ersuchen-, gegen die Beschuldigten einzuschrellen. Jugendlichen Personen, die nicht mehr fckmlvllichtig sind, wird das ungebührliche Betragen von den Aufsichtsbeamten -rrnachst untersagt. Leisten sie dieser Aufforderung nicht Folge, so sott dann Anzeige gegen sie wegen. Uebertretung dar Bahnpolizeiverordnung erstattet werden.

^Landkreis Glctzen.

** Albach, 8. Jan. Ter Musketier Heinrich Stumpf er­hielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

** Bellersheim, 8. Jan. Schütze Fricknich Kopf, des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, erhielt die Hessische Tapferkeits- medaille.

** Leihgestern. 7. Jan. Der Landsturmmann Karl Damm tvurde mit der Hessischen Tapserkeitsmedaille aus-

aezeicbnet.

Kreis Büdingen.

# Büdingen, 7. Jon. Das Eiserne. Kreuz erhielten der Richtkanonier Bruno Bach, Unteroffizier Pfeifer und Vize- Wachtmeister Seuling. Vonhausen. Das Eiserne Kreuz erhielt der Kanonier Heinrich Petrie. Ecka rt s haus e n. Die Hessische TapferVeitsmedaille. früher das. Eisewre Kreuz, erhielt der Gefreite Wilhelln Geyer. Burg bra cht. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische Tapferkellsmedaille. erhielt der llnter- asfizier Heinrich £ - *v r e t). Efsoldcrba ch Das Eiserne K euz, früher die Hesstßl-e Tapf^r^itsmebaÄle, er i 1t der Kanonicr Wilhelm Wagner, Hessrfct-e TapferK:usmedaülL der Kaiuvrier Karl Wagner. Altwiedermus. Das Eiserne Kreuz, früher die Hessische kDrpferVertsmedaille. erhielt der Landsturm­mann Heinrich Rn hl. Anlen-Die ba ch. Das Eiserne Kreuz erhiell der Reservist Wittig. Altenstädt. Das Eiserne Kreuzerhielt der Gefreite Heinrich Meides. Dauernheim. Das jeltane Fest derDBamanteioen Hvchzeitt" begingen die Johann Friedrich Re h 2. Eheleme. Wol f. Tos Eiserne Kreuz, früher

die Hessische TapseEtsmcÄaille, erhielt der Obergefreite Friedrich Wolf.

Kreis Schotten.

# Schotten. 7. Jan. Das.Eiserne Kreutz erhielt der Land» sturmnrann Heinrich Reichhholo.

Kreis Friedderg.

Q B a d-N a u h e i m, 8. ^an, Ter G^r .is<o:rÄlestr und Dommarv» deur des Frredberger La 2 idst.-Ers.-Bataillö:rs, OberslleutaM von Stremiegn y , kormte am Samstag aus eine fünfzigjährige mlli- tärische Tiensttell zurückblicken. Im .Jahre 1868 beiln Mllitär eingeweten, nahm er 1902 seinen Abschied, stellte sich aber ber'Aus­bruch des Weltkrieges sofort der Milllärbel-örde wieder zur Ver­fügung. Ter Gedenktag des verdienten Offiziers, der in Bad-Nou- hnnr sehr beliebt ist, wurde ganz in der Stille begangen. ^Zur Vereinsack>ung des Betriebes gibt die Stadtvern-allnng K o l o n i a U warenkarten ans und zieU die Nährniittel- und Zuckerkarte» ein. Um die ErnwolMerschaft leidlich mit Brennstoff verforgen zu können, hat die Stadt schon im Herbst große Mengen Preßllötze (ans Brani^votzle hergcstellt) angekanft imd läßt diese jetzt zur Ver­teilung bringen.

B. Z. Nieder-Wöllstadt, 8. Jän. Einbrecher stattÄon in der Samstag-Nacht der hiesiger Mol'bereigenossenschafL Wetteran" einen Besuch ab. 165 Pfund Butter sind ihnen dabei als Beute zngefallen,. «

Södel, 7. 'Jan. Zunr Unteroffizier befördert wurde der Gefreite Heinrich Z e r b. Jnt>rber des (Äsernen Kreuzes und der Hessischen Dapferfeitsmcvallle. Holz hau sen v. d. H. Zum Offizier-Stellvertreter befördert roin&e der Wachtmeister Wein^ mann.

Stnrki'nbttra und Rheinhefsen.

ch. Bingerbrück, 7. Jan. Ter Kaiser htt zu Weihnachten 15 Knechte und 12 Mägde, die 12 Jal>re nnd läilger ununterbrochen bei einer und.der gleiclien Herrschaft in Dienst waren, mit einem? El-ven ge schenk ausgezeichnet. Dieses besteht aus einem Diplom und einer Uhr oder Medaillon. Drei Dfenstmädcheir, die schon früher ausgezeiclMet worden waren, bekamen Geldgefchenke.

** Mainz, 6, Jan. Mt ihren drei Kiicdern in den Tod ging die in der Koeyßiigslpaße wohneitde Motzgerswrtwc W. Die Frau, Tochter eines hiesigen Bäckermeisters, erhängte sich nachdem sie vorher ihre drei Kinder im Alter von Klock, vier und sechs Jahren vergiftet hatte.

1. Unter-Ostern bei Reichelsheim i. O., 5. Jim. Eine große Naturseltenl)ell, einen lveißen Fuchs, fing in der hiesigxni Gemarkung Jagdpächter Schimpf in einer Falle .

ch. VomMittelrheiic,?. Jan. Zum zweiten Male mußte die Koblenzer Schiffbrücke ausgefahrmr weiten, well «ms dem Rheine neues Eis herangetrieben.kam.

ch Von der Mosel, 7. Jan. Tie Mosel treibt mit starkem Eis, das in großen Mengen talwärts geht. Die Eisflächen sind ganz gewaltig. Lllr cknzelnen Stellen bildete sich des salb auch schon eine Eisdecke, unter der das Treibeis aber noch immer hindurch- zuttnben vermochte. Tie Kälte ist heftig und weist 610 Grc^ Celsius auf.

Starkenburg und Rheinhesseu.

ra. C a m b c r g , 8. Jan. Der Kaninchenzüchter-Verband des Kreises Limburg hielt vom 6.8. Januar h^er intNassauer Hof" seine zwelle Verbands-Ausstellung ab. Zu ihrer Eröffnung war (Srmstag nachmittag der stellvertretende Landvat, Regierungs­assessor von Borke aus Limburg, erschienen. Tie Ausstcklung war von mehr als 200 lebenden Kaninchen, ferner mit allgemein nütz­lichen Pvodukten dieser Kleintierzucht beschickt.

M. T. Vom M ittel r herm Garrz ungewöhnliche Wasser^ siandsverhälttlisie hat dieser Wtirter an: Rheine gebracht. Während sonst im Dezember Hvckiavasser zu verzeichnen lvar, ist rm letzten Fahr und aucl) jetzt noch ein ganz niedriger Pegelstand festzustellen. Im Turchchl-itt ist der Wassersüand um rund fünf Meter niedriger als im Vorjahre. Tabck ist aber zu berüch'ichtigen, daß im Vorjahr, wenn man vom Hochwasser des Jahres 1910 absieht, der Höchsts Wasserstand der letzten zwanzig Jahre verzeichnet werden vonntc. Für die Rheinschiffahrt rft der niedrige Was!erstand, wie er augen­blicklich herrscht, nicht gintstig, da die arößeren und mittleren Schifßs und Kähne nur zum Aeinen Teck der Ladefähigkeit befrachtet werdest können.

ra. Von der un teren L ahn, 8. Jan. Nach wie vor sind die neuen Weine sehr gesucht- Mit einem Rückgang der Preise ist kaum zu rechnen. Alles, was lagert, wild genommen und hoch bezahlt.