Arrr SiaM «nv Cant.
G ie steu , den 7. Januar 1919.
Sammel-HilfSdienft der Schuljugend.
Aus scheinbar Wertlosem neue Werte schassen! Das ist der Hweck der neuen Organisation, die in den nächsten Tagen hier rm wesentlichen nadj dem Vorbild von Frankfurts ins Leben Treten soll. Das Vaterland braucht dringend Rohstoffe aller Art, die in Form von Ws allen und Altmaterialien nutzlos daliegen; nicht minder bedarf das.Rote<Kreuz weiterer Geldmittel zur Er- wtzöglichung seiner allsgedehnten und segensreichen Tätigkeit. Beide Zwecke sollen nun durch eine planmäßige Mobilmachung der gesamten SchnljugeTtd^ftir den Sammeldienst erreicht werden. Die Leiter der hiesigen Schulen haben hierzu in dankenswerter Weise die Hand geboten; ein Ausschuß unter dem Vorsitz von Geh. Hoftat Dr. Haupt besorgt das allgemein Geschäftliche und Organisatorische, die unmittelbare Geschäftsführung an jeder schule haben vaterländisch gesinnte Lehrer der verschiedenen. Anstalten übernommen. An die Vaterlandsliebe und den berechtigten Ehrgeiz sämtlicher Schüler und Schülerinnen wird appelliert; Tausend fleißige Kinderhände sollen ans dem Gerümpel von Böden und Mansarden, aus eilten Schränken und Truhen, aus Kellern und Kammern, aus dem kleinen Abfall der Haushalte — zunächst in der eigenen Familie, dann auch in befreundeten und benachbarten Häusern — unablässig alles Verwertbare znscrmmentragen und durch Vermittlung der Bertrauenslertte der Schule der Sammel- ^enrrale <Rotes Kreuz, Alte Klinikl zufuhren, die dann für geeignete Verwertung sorgen wird. Als solche, verein^lt nutzlose, im großen <rber wertvolle Dinge kommen in Betracht' Papier» Flaschen, Lumpen, Metalle. Frauenhaar, Zelluloid, Glühbirnen, Gummi- iachen, Korke, Lederabfälle, Stmrniol, Filzhüte ufw. Zur Aneiserung und Bcloimmrg erhalten die jugendlichen Helfer Preise in versckücdenen Abstufungen je nach den gelieferten Mengen. Jede Ablieferung wird dem Sammler durch Marken bescheinigt, für dw,er ein besonderes Einklebk-Büchlein erhält, das zugleich alles Wissenswerte über die ganze Einrichtung enthält. Nach der Anzahl der so verdienen starken Itemessen sich dann die Preise, die hauptsächlich in guten Büwern bestehen sollen.
Möge snun die Gießener Jugend mit frischem und ausdauerndem Eiter <m das Werk gehen.imd nicht nachÄafi«n, bis die Sammete lücher sich füsslE-r. MLgen aber auch) all-e hiesigen Familien, und besonders auch die ^schäfte, sich freudig bereit zeigen, alles Em- lehrliae beiti Vaterlande izur Verfügung zu stellen und auch die Sammlung dadurch zu unterstützen, daß die Abfälle stets mit Sorg- ialt austewahrt imd den Sammlern möglichst geordnet übergeben werden. — Berstoche sich niemarrd hinter die wohlfeile Ausrede: ..ES ist ia nichts mebr da!" — Nein, überall ist noch etwas zu holen and „Viele wewa machen ein Viel"! Zu welchem stattlichen Strom schließlich die vielen Bächlein zusam rtm tränten, zeigt das Frank- siwter Beispiel: In 2 Wochen des November wiccken unter anderem zusammengebracht: 82 416 Iiliogratftm Mtpapter, 147 Kilogramm Frauenhaar, 2049 Kilogramm Gunnni, 85 000 Flaschen, 11 775 Hüte usw. /
Hoffentlich haben wir die Freude, bald berichten zu können, daß die neue Einriäitting auch) hier Früchte trägt, die sich — nach Maßgabe der örtlichen iBerdälttns1>e — den glünzetrden FraUkfurtev Ergebnissen an die Seite stetlen können. Wie wir hören, solleft ähnliche Beranstaltmrgen in ganz Deutschland getroffen werden, urrd e- wird sich sicher zeigÄr, wrelch ungeheure Mengen nutzbaren 'Altmaterialien durch ein solches Großreinmachen im ganzen Reich Mittage gefördert werden kann.
Ein atetz Handwerk in neuem Gewände.
Der Krichg !:at die Zunft der H o l z s ch u h m a ch e r wieder Zu Ehren gebracht. '?ln >dre Stelle der Lederschuhe tritt in steigendem Maße der Holzschrih. Wenn ehedem nur an bestimmten Markttagen in Gießen. Fulba^ Hersftlö, Alsfeld. Lauterbach. Marburg, Hün- Frickberg usw. der Holzschuh verschämt seil geboten wurde, so bmonÄt er heute als Aushängeschild vor den Ladentüren aller einschlägigen Geschäfte. Im Vogelsberg und in der Rhön gelten die WaM)Srfer Lanüenhansen, Hartershausen, Hemmen, Dalherda. Dl' kan, Wüstensachsen und Abtsroda heute rwch wie seit altersher als die Hauptsitze der Holzschnitzerei, besonders der Holzschuh- macherei. # Einige der Lxhuhschnitzer übev den Berus im Haamamt jahraus, jahrein, die meisten treiben ibn nur noch, in der verdienst- kargen Winterzeit. Doch mit der soAschreitencren Lebensführung der Bevölkerung sank sn den letzten Jahren der Bedarf an Holzschihen. Die Schuhscknitzer versuchten sich an anderen Sacken und wurden Bildschnitzer. recht oft sogar Kunstschnitzer. Gar treffliche Kunst- schmtzarbeiten sind aus den Rhön- und Bogelsbergwerkstätten in di-e Welt gbvmidert. Und mit welchen einfachen Mitteln und untef welchen bescheidenen Verhältnissen arbeitet die e ländliche Küustler- säxtr. Etliche Messer, Bohrer, Räeißel, Säge, Hobel und Beil sind die .Handwerkszeu^, und gemeißelt wird in dumpfer Stube beim Klenspmr. Bis 1914 formten die Schnitzer weder Organisation noch Wahrung gemeinsamier Interessen. Ter Händler holte für spottbilliges Geld die Ware ab. Jetzt hat des Krieges Vhyt aus den Kunstschnitzern wieder Sckuhschnitzer gemodelt. Zu Tausenden begehrt man den klappernden Schuh, den die Schnitzer aus Erlen-» Warn-, Birken- oder Liudenh.'lz Herstellen, indem sie den Stamm in Klötze eirtspreck-Licker Größe zurichten, diesen Klo Herr intt dem Zugmesser die Sckühform geben und sie dann mit scharfen Lösfel- messern aushohlcn und glätten.
Altes Gold dem Vaterland.
Draußen im Sturm gebraus Stehn sie im Streite —
Du in der Heimat hier Trügst noch Geschmeide?
Sturmesrus! Letzter Ruf!
Hilf, daß wir's schaffen,
Deutschland braucht nötig auch Goldene Waffen!
*
** Am tliche Personalnachrichten. Der Großherzog empfing Mm Vortrag: i>cu Staatsminister Tr. von Ewald, den Finarrzminister Tr. Becker, den Vorstand des Kabinetts Wirkt. Gcheimerat R ö m Held; außerdem den Oberleutnant Gras B r e- d o w. — Der Großherzog hat am 29. Dezember v. I dem Pfarrer At^ust Eck ha r d zu Seeheim die evangelische Pfarrstelle zu ^9v!te dors übertragen und MM 22. Dezember dem Biftgermeister, Orts- gerrchtsvorsteher und Standesbeamten Georg S ch n e l l b ä ch'e p zu Lindensels das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen mit der Krone verliehen. — Der Großherzoq bat am 26. November dem städtischen Hallenmeister und Fleirschbeschamr iR. Fromz Rodenhäuser zu Darmstadt das Allgemeine Ehren- zeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste", zum 16. Dezember dem Mitglied des Kirchen Vorstandes zu Bielbrunn, Hofpächter Adam Weyrich V. zu Bremh-os, dieselbe Ausz-nchmrng und dem Postagenten Peter Kunz in Büdesheim (Kreis Bingenj das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Dienste" am Bande des Verdienstorderrs PHÜipps des Großmütigen verliehen.
** Auszeichnungen. Obermatrose H. Weißen stein erhielt das Eiserne Kreuz und die Hessische Tapserkeitsnredaille. Feldwebel G i s s e p. Inhaber des Eistrrnen Kreu-es, wurde mit der Hessischen Tapserfeitsmedaille ausgezeichnet. — Dem Gefreiten Wilhelm Schmidt wurde das Eiserne Kreuz und die. Hessische Tapserkeitsmedallle verliehen.
^ ** F u t t e r k a r t ? f s e l n. Nach Mitteilung der Landcs- wcrnVffslstelle lvareir Ziveifel aufgetaucht, ob ein freier Hmrdel nnt Futterkartoffeln zulässig sei oder nicht. Die Reichskartofsel- ftelte hat die Frage endgülttg verneint. Die Futterkartofteln mtthin nur cm die Knmnnmalverdmrde veräußert loerden. Im Kreis Gießen ist mit deren Abnahme die Firma Bereinigte Getreroehändler G. m. b. H. in Gießen betraut. Da der Speise-- kartoftelpreis für rmsgesprock>ene Futterkartofseln nicht verlangt werden kann so erfolgt die Bezahlung der Futterkartoffeln ent- sprechend niedriger. '
„ * T as Großh Hessische Regierungsblatt
Nr. 28, ausgegebeir am 31. Dezember 1917, hat folgenden Inhalt : 1. Bekamirmachwig über die Reglung des Flei-ämerbranchs und den Hcnrdel mit Schroeinen. CB. 291.) — 3. Bekanntmachung über Ko^Mvecteüimg, hier EtnZchrSMmg des Berbvauchs etä*
irischer Arbeit. (S. 292.) — 3. B eVam tt nwM« « . den Verkehr vvn Schafherden zwischen Helfen und anderen Bn»ü>esstoaten betreffend.
(292.) — 4. BeVanntmachnng, den Berfohr mit Spanferkeln betreffend. (S. W3.) — 5. BÄamttmachung über die Bewirtschaftung von Milch urnd den Verkehr mft Milch (S. 294.) —
6. Befomttmocliuing. Abänderimg der Vekannttnachung über Fleisch- versvrguTrg vom 7. November 1917 betreffend. (S. 295.) —
7. BefomrttnachunZ. Feststellung des Schloch:g>e.vichts hansgeschlach- teter Tiere bLtreftiend. (S. 296.) — 8. Befonntmachüng, die Orgar.isatilin der Unfatldersichernng betreffend. (S. 297.) — 9. Be- VanntnraÄmvg, die Unsa1.lversijcl)lermrg der Stadt Mainz betreffend. (S. 297.)
** Opernvorftellung. Der Theaterverein veranstaltet am Freitag den 11. Januar als zweites Operngastfpiel eine Auf- jiührung von Verdis R i g o l e t t o. Der Kartenverkauf für Nichtmitglieder begftmt TienStag .fn'ib bei Ehallier.
** Stadt thea t er. Es sei in letzter Sttcudenochmals daraus hingerviesen, daß die 12. Dienstag^pdonnernevitsVorstellung «m heu- ttgen Montag stattfindet. Bon unserer Bühnenleitung ist „Tie Straße nach Steinach", „eine ernsthafte Konwdie von Wilhelm Stücklein" errvorben worden iMd jfoll noärilu diesem^ Monat zur Aufführung gelangen. Das Werk (hat in (der letzten T>ezemberhälfte im Theater an der Künvggrätzec-Straße in Berlin seine Uraufführung erlebt und einen von Publikum wie Prässe glaichermiaßen anerkan.nten großen! Erfolg davongettagen.
** Umsatz st euer. Nack den gesetzlichen Bestimmungen sind die Anmeldungen Mr Umsatzsteuer am Schlüsse des Kalenderjahres binnen 30 Tagen beim Finanzamt einzureichen. Es steht dem Steuerpflichtigen frei, entweder die Zahlungen oder die Lieferungen des abgelaufenen Jahres nachtzuweisen. In den Fällen!,' in denen die Lieferungen nachgewiesen werden, kann von diesem Verfahren im nächsten Jahre nur mit Genehmigung Großh. Ministeriums der Finanzen abgewichen werden. Ist der Betriebsinhaber nicht imstande, den tatsächlichen Gesamtbetrag der Zahlungen bzw Lieferungen anzugeben, weil für seinen Betrieb eine geregelte Buchführung nicht vorhanden, so ist schätzungsweise Angabe zulässig. Die Handwerker-Beratungsstelle des Orts-^ gewerbevereins steht den gewerbetreibenden Mitgliedern? lund Handwerkerfrauen in den Mittwochs von V/ 2 bis 27a Uhr im Gewerbehcvus, Kirchstraße 16, stattfindenden Sprechstunden zur Aufstellung der Unterlagen und Beratimg, ebenso Mr 2lbgabe von Anmeldeformularen zur Verfügung.
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in den Künmen d<r vezirsLspar!a4ie Gietzrn ist morgen nachmittag von 2 bis 4 Ahr geöffnet!
Landkreis Äreheri.
** Anrrer 0 d-, 6. Jan. UnterofftZiLr Ludwig Schäfer nmrde Mm Vize-Wachtmeister befördert.
** Utphe, 6. Jan. Der Pionier Otto Eichenauer rvurde mir dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet und zum Unteroffizier befördert. Dieselbe erhielt der Ersatz-!
Reservist Friedrich Schwarz.
Kreis Friedberg.
— B i l b e l. 6. Jan. Dem Bahnmeister erst« Klasse, Stein tourde das Hessifckte Kriegselwenzeichen verliehen. — Ter.frühere Reservist Philipp Becker, jetzt bei der hiesiMN Bezirkskasse in Stellung, wurde mit dem Äfenren Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet.
Kreis Wetzlar.
ra. Wetzlar, 6. Jan. Gpmnasialprofessor Braß, z. Zt. Kommandeur eines Armierungsbataitlons, erhielt das oldendurgi-i sche Friedrick>-August-Kfteuz. — Mit dem Eisernen Kreuz wurden ausgezeichnet: Gesr. Fritz Sinket und Schütze Otto Ulm aus Nauborn und Fritz Mutz aus Oberbiel.
ra. A u s de m Kreise Wetzlar, 6. Jan. Vielseittgen Wünschen entsprechend sind jetzt auch für den Kreis Wetzlar zwei uralte OÄmühlen aufgetan worden, es snrd dies die beiden Mühlen Zecher zu Salzböden rrrrd Herwig in Oberbiel.
vesser^Nalla«.
mr. Frankfurt a. M., 6. Januar. Durch die städtischen Schulen wurden im Sommer 1917 mehr als 1000 Zentner Wildgemüse und deutsä-er Tee gesammelt. — Ajuf Veranlassung der preußischen Bischöfe wird an Kaisers Geburtstag in allen tat ho* lischen Kircken eine Kollekte zum Besten der kirchlichen Kriegs- hilse abgehalten.
mr. F ra n k furl a. M-, 6. Januar. Bei der hiesigen Gold-* ankcrussstelle wurden bisher für 579 329 Mark Goldsacl>en einge-* liefert, die ein Gewicht oon 381 541 Kil!o darstellen. Platin wurde für 16000'und Doldmibrzon für 12 000 Mark abgeliefert. —• Tie hiesige. Bekleifomgsstetle hat in 14 Monaten über 2 Millionen Bezugssäxine ausgestellt. — Die Stadt hat vom August 1914 bis -um 30. November 1917 an Kriegsunterstützungen für die Kriegsfürsorge 81570380 Mark bepahLL. Der monatlich mifcu* wendende Betrag für FamiliMMiterstützungen beträgt 3 548 000 Mark.
-- Frankfurt a. M., 6. Jan. Tie Polizei verhaftete Freitag abend in einer Wirtschaft der Fabrgasse den Mörder des vor einer ^oche erschossenen Schutzmanns E r t l. Es ist der wegen Einbruchs vorbestrafte 28jädrige Schwsser Johann Georg Wecks u ß aus Lohr a. M. Deser hatte in der Mordnacht gemeinsam mit dem 17jälirigen Schlosser Wilhelm Kappes aus Klein-Heuback mefoere Villeneinbrüchc verübt, ^öeim Wegtransporl des Tiebs- :uts wurden beide von Ertl überrascht und verfolgt. Hierbei schoß Wecksuß den Beamten nieder. Ter Mörder ist geständig.
H. L. Frankfurt a. M., 6. Jan. Tie Untersuchung gegen den Lustplürder Karl Martin Suther ist, wie uns mii Basel gemeldet wird, ivoch nicht abgeschlossen. Suther hatte bei seiner Verhaftung zwei Pässe bei fiel». Er war bis in die Näl»e der Grenze mit der Ersenba.hu gefahren. Seither l-atte sich schon früher als Schmuggler betätigt und wußte, wo er die Grenze überschreiten konnte. Er wertete cm einer ihm bekannten Stelle die Gelegenheit ab. bis die Pcürouillen den Ort prsf'-ert hatten, und betrat dann schweizerisches Gebiet. Dort wuride er von den Behörden festgenommen. Wie unseren Lesern noch erimierlich sein dürfte, wurde vor der Dank in der Forsthausstraße ein Stück Eftrwickel- Papier von Schokolade gesunden. Es wurde dann weiter ermittelt, daß es sich um Schokolade Schweizer Herkunft handelte, und die Behörden in Basel stellten fest, daß Snther einen Einbrrrch in der Schütteiz verübt hat. bei dem ihm derartige Schottstade in die Hände siel. Ter Ueberrest des Einwickelpapiers ist damit zu einem weiteren Gliede an der .Kette der Beweise gegeir Suther geworden.
= Höchst a. M., 6. Im». Der Lnter der Farbwerke, Justizrat Tr. H a e u s e r, Mlrde zum Eteheimen Regterimgslat und drrrch Wnigtiche Kabinettsorder zum ElrrenMitglied des Kgl. Jnstitttts für experimerltelle Tl?erapie in Frankfurt a, M. ernannt.
Höchst O.M.. 6. Jan. In der Fabrik für Beleuchtungskörper und Armaturen von Zulaus & Co., Kasirrostraße. ver- ^ftchtete Donnerstag abend ein Brand den Dach'ttiU und das obere Stocttoerk der groben Werkstütte. Hierbei siete, den F.crmmen zalst- reäche Zeichnungen, Modelle und anderes Material zum Opfer. Durck» die in die arrderen Rckmte eingedrungenen Wassermengen wurde eine Anzalst Maschinell vorerst betriebsimsähig, doch erleidet der Fabrikbetrieb selbst keine Unterbrechung. Tie schwer be- drolüen Nackchargebäicde komrten von der Fercerwehr vor der Einäscherung behütet werden.
** Kassel, 6. Jan. Der des Diebsdahis einer Anzahl von Ktmstgegenshüttden «ms dem KünigUchen Schloß «u KtlhekmShShe
angellagte 17fährige HLlfsdienstpftichtiqe Mkke wurde von brd Strafkammer pi drei Monaten Gefängnis verurteilt, während
der Antiquar Mdel, <em gekorener RuM, unter dessen Einstutz Wilke gestände:? hat, wegen gewerbsmäßiger Hehlerei z-u IV» Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.
. -- K <rssel, 6. Jcm. Tie Stadtverordnetenverscamnlung Idprtt
cinfHmtniq r.nach dem Vorschlag des Magisttats den. Anttag der Kasseler Sttaßenbahn aus Erhöhung der Straßenbahntarif« ab. Sie ließ durch ihre Redner der Verwunderung Ausdruck geben, daß die Gesellschäft es nrcht einmal für nöttg befunden habe, sich wegen der Erhöhung zunächst «rn den Magistrat zu wenden, sondern über dresen hinweg gleich am die Regierung. Wenn Pie Fordermrgl der Gesellschaft Erfüllung fände, würde sich die jährliche Dividende von. bisher 6 auf etwa 20 Prozent in Zukunft steigern.
Fr. Weidenau, 6. Jan. Von einem Postiarren wurden! im Hofe des hiesigen PosMnrtes, in dem Augenblick, als das Personal nvck» Posrsacheir aus dem Postamte holte, eine Eftenblech- kiste mit 10 600 Mark Bargeld gestolsten.
Spielplan de; Gießener Stadttheaters.
Montag7.Jan., 7ty*: Gew. Pr. (erm.). „Glaube und.Heimattu Fvectag 11. Jan., 7; Opern-Gastfviel. „Rigvletto". Samstag Ä?" lx f -' l^ew. Br. (erm.). Otl^Alo". Sonntag 13. Jim./ öV-:: Kl. Pr. „Meine Frau, die .Hoischauspielerrte'. 7r/,: Gew. Dr^ „Äth em ein Röslenr stehn".
Srlcffaftcn dev Redaktion.
Mrronvme Anfrage» bleibe« unberüekstchtt-t^
Zrau V. V^Tas sicherste Mittel zur Verttlgung der Ratten ist wohl arsenige Säure, weißer Arsenik oder Rattengift, das gemischt mit Kohle abgegeben wird. Ber der Anwendung {ft jedoch mit größter Vor si ckt zu verfahren, da Älrsenik mit zu den stärksten Giften gehört, lieber die Ausgabe, Verwendung können dre Apotheken Ausftmft erteilen und raten wir, sich in einer solchen ztt erttmdrgen.
Vermischtes.
Köln, 6. Jan. Die Entfernung der Kaisergkviks aus dem Kölner Tom, die nach Entscheidung des preußischen Ministers des Innern zur Tatsache werden soll, erfolgt nicht auf dem Wege 'des erwogenen Schneioeverfahrens. Die ,^Köln. Vvlkztg." berichtet: Die picke Wandung des Glockenmantels — die Kaiser« «locke wiegt bei 3Vs Meter Höhe und 10Vs Meter Umfang ohne den 19 Zentner schweren Klöppel 541V? Zentner — würde einem Alchen Schneiden zu große Schwierigkeiten bereitet haben. Zur Zerstückelung der Glocke wird das elektrische Bohrverfahren an« gewendet wecken. Hierbei wick der Glockenmantel durch elektrisch betriebene Bohrer, die Lock an Loch in die Wandung hineintveiten- {?.. jpöfe beliebig kleine Teile abgetrennten werden können, zer« stückelt,. Die elektrische Kraft, die zum Treiben der Bohrer benötigt rtnro, ist in der elektrischen Läutewerkanlage im Turnrstvckwerk un Glockenstuhl vorhanden, das vor zehn Jahren eingebaut worden ist nnd mit dem die Kaijerglocke in 33 Sekunden zum Klöppel schlag gebracht wird. Kaiser Wilhelm I. hat die Glocke dem .Kölner Dom'-, fopitel im Jahre 1877 geschenkt.
*
* Eine russisch-deutsche Zeitung m #cter3*i bürg. Tie er)te in deutscher Sprache erscheinercke Zeitung, dte im repoluttopären Rußland heransikommt. ist kürzlich an die Oeff^ntli-ckkeit getreten. Das Blatt is allerdings keine reindeuttcFS Zeitung, sondern erscheint zweisprachig: in Deutsch und in Rirsfisch, Ihr Titel ist „Die Fackel": über diesem Titel zergt sie dnr spvuch: „Proletarier aller Länder, oeveinigt euch?" Und der Untertitel zeigt, daß die „Fackel" als amtliches Organ der maxi" malistischen Regierung herausgegeben wird. Dieser Untertitel Lautet nämlich: „Organ der russischen revolutionären Arbeiter-, Soldaten« und -BauernregternnyD Der Zweck des Blattes wrck weiterhin deutlich angegebern „Zur nnentgAtsichen Verbreitung unter dotz derttschen Brüdern besttmmt." Diese „FackÄ" hat also offenbar dens Zweck, die in Rußland lebenden Deutschen, vor allem die deut» schen Krregsgesangenvn, durch bolschewistische Jdeerr zu „erleuchteick<. Das ist wohl auch der Sinn des Satzes, mft dem die erste Nummer des Blattes eingeleitet wick: „Wft hegen die Absicht, unseren deutschen Leidensgefährten volle Wiahrheit zu verkünden." Tie Absicht mag schon aufrichtig fern, aber d« Wahrheit, die die ..Fackel" verkündet, wick eben doch immer die sein, die die MaxmmLjsten memen. '
^ Die fliegende Feuerwehr. Die erste fliegende Feuern wehr rvurde jetzt , in San T5ego in Kollfornien gegründet. AuZ städtischen Mitteln rüstete man ein b'sonders konstruiertes Feuer., wehr-Flugzeug aus. Tie Maschine hat einen Sechszvlircker-Motor mir 110 Pfeckekräften. Es ist ein Lwdroplan, der zwei Mann und eine größere Menge chemischer Feuerlösckmittel tragen form. IM Dienst soll diese fliegende Feuerwehr im Durchschnitt erm- vor-- schriftsm äßige^ Geschwnrdigkeit von 70 Meilen in der Stunde baden,.
Die Schürze als Kriegsdokument. Eine Kindern schürze, die gewissermaßen als ein Dokument der Zeit bewertet werden form, wurde der Redaktion des Oeuvre vmr einer Leserin zugesandt. Die Schürze trug in einer Ecke nämlick fünf über* einandergeklebte Preiszettel. Der oberste Zeigte den Preis von
17.95 Frs. an, der nächste 12,75 Frs., hierauf 7.90 Frs., dann
5.95 Frs.. endlich 3.25 Frs. „Hier hat man also," so fügt das Blatt hinzu, das schönste Beispiel dessen vor sich, was man eine, mathematische HZrvgression zu nennen pflegt. Der unterste Preis- zettel stammt offenbar aus der Zeit vor der Mobilisation, int*» die iübrigen Zettel erläutern die Preispolittk während des Krieges. Es ist schade, daß die Schürze nicht bis zum Krieqsschluß im Laden verblieben ist. denn dadurch wäre ihr Wert als historisches Dott^ ment zweifellos noch erhöht worden."
Meteorologische Seodachtungei» der Station Sieb«»
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Höchste Temperatur am b. dir 6. Januar 1918 Niedrigste „ » „ v 1918
Niederschlag 0,8 mm.
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52. Woche. Vom 23. Dezember bis 31. Dezember 1917. Einwohnerzahl: angenoimnen zu 33100. SterbltchkeitSziffer: 10,99»/^ Nach Avzug von 3 Ortsfremden: 7,85
Qr Sr- _ Kinder öttf- —tal gjbe«»- Pora^gl
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ES starben an
Diphtherie
Tuberktckoss der Lungen Lungenentzündung and. Krankt,eiten der Ber- dalmng-organe Krankheiteir der Harn* und Geschlechtsorgane Krebs
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An«.: Die tu fitautmem gesetzten Ziffern geben an, »vie der Todesfälle m der betrejjenden Krankheit auf von auSwäridj »ach Gießen gebrachte Kranke kommen.
LaiHfjentlichung des Großh. KreisgesundheitSa»tA Dr. Walger. M-d.-Rat-


