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29.12.1917 Erstes Blatt
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Ter Gietzencr Anzei-er

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S67. Jahrgang

Samstag, 29. Dezember M?

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oetz. Verantwortlich fürPolitlk tl. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt unb Land.Verutifchtesu.Ge- richtsiaal: W. Meyer; Auzetgeutetl: v. Beck; fäittlltch nt Gießen.

Die in Vreß-Litswrk abgeschlossenen Sonderabkommen

mit LntzlaO.

wochenrilSblick.

Politik ist die Kunst des Erreichbaren, und kaum je er­langen wir aus ihren Wegen jene Höhen beherrschenden, olympischen Ausblickes, wie sie uus oft die wirkliche Kunst dar­bietet. Dem Friedenskongreß von Brest-Litowsk fehlen alle Merkmale äußerer Ansehnlichkeit. Dort werden keine rau­schenden Feste und Zerstreuungen dargeboten,' wie sie etwa den Wiener Kongreßzierten". Wir stehen im Zeichen der Rationierung, und wenn die Herren Unterhändler auch hin und wieder einmal an einem gedeckten Tisch sich niederlassen werden wie weit die bolschewistischen Grundsätze sich damit abfinden wollen, wissen wir nicht, so wird man sich doch wohl damit abfinden, daß in die unmittelbare Nähe der bis­herigen Kampfesfront keine verlockenden gesellschaftlichen Ge­lage hineinpassen. Um die Qualität der Teilnehmer ist es im allgemeinen auch ganz bürgerlich bestellt. Die russischen Ver­treter kommen nicht gerade aus glänzenden Sphären, aber auchdiesseits" mangelt es durchaus an Charakterköpsen. Wir sehen, den Grasen Czernin vielleicht abgerechnet, nur unbekannte Größen, wenigstens soweit das Volksurteil in Frage kommt. Daß Herr v. Kühlmann mit seinen allgernei- nen Anschauungen recht hat, wird von vielen Politikern der Linken glaubt, daß er aber ein überragend begabter oder auch nur hinreichend geprüfter Diplomat oder Staatsmann sei, werden auch diese Kreise mit Bestimmtheit nicht behaupten wollen. Die militärischen Mitberater, die sich bei großen Ausgaben bisher bewährt haben, stehen erst an zweiter Stelle. Die Politik ist die Kunst des Erreichbaren. Dieser Kongreß in Brest-Litowsk war und ist nicht das deutsche Endziel,aujs innigste zu wünschen". Wir haben ihn als Etappe auf dem Weg zum befriedigenden Ende zu betrachten und dürfen seine Beratimgen und Ergebnisse nicht mit überspannten Erwar­tungen begleiten. Die Mittelmächte mußten mit dem vorlieb nehmen, was sich ihnen darbot. Sie konnten sich eine bessere, stärkere und gefestigtere russische Regierung denken als die der Lenin und Trotzki, aber wer wollte warten, bis eine solche bessere Regierung ans Ruder kam? Die Russen haben die Verhandlungen angeboten. Uus mußte die Kriegsmüdigkeit des östlichen Nachbarn ^ichwillkommen sein, und wir durften keine Gelegenheit verpassen, uns militärisch im Osten beit Rücken frei zu machen. Konnten und dursten wir auch den Friedensfvrmeln der Bolschewiki zustimmen, wie es Graf Czernin namens der Mittelmächte in Brest-Litowsk getan hat?

Bei der Prüfung dieser Frage erwachen die alten Be­denken und Gegensätze, wie sie besonders in der kurzen Kanz­lerzeit des Herrn Michaelis uns beschäftigt haben.Wie ich es aufsasse", diese Jnterpretationsmöglichkeiten sind noch vor­handen^ leben noch. Theorien und Grundsätze sind vorläufig in Brest-Litoswk aufgestellt worden. Es wäre ver­kehrt, ihre Bedeutung zu unterschätzen. Aber man muß, wenn man Stellung für»vder gegen sie nehmen will, darüber Nach­denken, wie diese Grundsätze und Theorien auf die Verhält­nisse unserer Hauptgegner wirken werden, also etwa auf Eng­land, das, an ihnen gemessen, in seinem Bestände sich anft lösen müßte. Wo ist ider Anfang und das Ende? Wenn nun England und Frankreichs gleichfalls auf die festgelegten Grundlagen herabfteigen wollen, was wird sich, dann in der Praxis ergeben? Zweifellos würden die Schwierigkeiten sich nicht so schnell erledigen, wie wenn man bis sechs zählt. Wir Deutsche würden unsere Sicherungen und Bürgschaften, m Osten wie im Westen, verlangen, wie sie von unseren Re­gierungen oftmals umschrieben worden sind. Der Punkt drei ">er bisherigen vorläufigen Abmachungen, der von der staat- ichen Zugehörigkeit nationaler Gruppen handelt, die. keine ^.tätliche Selbständigkeit besitzen, gibt uns in der Fassung der wrninschen Antwort, wie uns scheint, sehr wohl die Mög- 'chkeit, n i ch t zu verzichten, sondern die Klammern derGa- utien" anzubringen. Die Russen wollen auch auf dieser rundlage perhandeln und mit zehntägiger Frist ihre bis­sigen Bundesgenossen auffordern, sich den Verhandlungen nzuschließen. Sie haben auch in der Frage der Kolonien, der Deutschland für seinen Besitz dasSelbstbestimmungs- cht" der Völker für praktisch überholt und gegenstandslos ilt, keine Schwierigkeiten gemocht und wollen nur einen Ausschuß zur Prüfung dieser Frage beantragen. Es läßt sich . rmuten, daß England und Frankreich, in diesen Dingen so -mell keine Vernunft annehmen, und daß sie die zehn­tägige Frist tatlos verstreichen lassen werden.

Dann aber wird für uns der Sprung ins Dunkle, den wir mit der Annahme der russischen Grundsätze tun, nicht so groß und gefährlich, sein. Denn dann sind wir den Wesb- Mächten gegenüber, taut ausdrücklicher Vorbehalte, aller Theorien und Grundsätze enthoben. Das heikle Spiel mit theoretischen Formeln und Schlagworten, hinter denen sich der Jnteressenkampf versteckt, würde minder gefährlich und 'ngmcklich. Wer erinnert sich heute nicht der Zaubcrfor- 'nreln, mit denen Talleyrand die Interessen des besiegten Frankreichs zu vertreten bemüht war?Legitimität" und spä­terhinNicht-Intervention" waren die Kunstgriffe, mit denen er die Dinge schob, wie es ihm in den Kram paßte;. Unsere heutige deutsche Diplomatie sehen wir sehr ungern Mit so bedenklichen Netzen in dem Friedenshasen herum- 'ahren. Das WortOhne Entschädigungen" ist doch höchst willkürlich und ungerecht. Wenn das Wirtschaftsprogramm, das Staatssekretär Dr. Helfserich vor einigen Tagen dem Vertreter eines Wiener Blattes darlegte. verwirklicht wer­

den soll, wenn wir wirklich ausreichende Sicherheit gegen Wirtschaftskriegs-Gelüste der andern Staaten uns verschaffen wollen, so wird es ohne Entschädigungen, auf denen wir be­stehen müssen und als die Sieger bestehen können, nicht ab­gehen. Falls durch das ablehnende Verhalten der Hauptgeg­ner ^ die in Brest-Litowsk getroffenen Abmachungen für die künftige Entwicklung in einem gänzlich neuen Lichte erschei­nen, wird es hoffentlich unseren Unterhändlern nicht schwer­fallen, die Russen für eine realere Rechnung zu gewinnen. Denn es denkt ja wohl niemand daran, den Russen gewalt­sam etwas zu nehmen, an ihren Lebensnotwendigkeiten zu rühren: im Gegenteil, es gilt, die Interessen beider Nachbarn inniger miteinander zu verknüpfen, die Gewähr für ein dau­erndes, friedliches urtb freundliches Nebeneinanderleben zu schaffen. Daß die Neigung hierfür auf beiden Seiten vor­handen ist, dafür spricht die Tatsache, daß in der Zeit der Vertagung der Haupwerhandlungen die Einigungsversuche in Sonderfragen zwischen den einzelnen Ländern fortgesetzt werden.

Der Streit darüber, ob die vorläufige Vereinbarung in Brest-Litowsk ein neues Friedensangebot an die Entente einschließe, ist unfruchtbar. Wenn uns daran gelegen ist, zum Einvernehmen mit dem Nachbar im Osten zu gelangen, kön­nen wir nichts dagegen machen, wenn er noch eine Strecke auch mit seinen bisherigen Freunden zusammen wandern will. Diesmal wird die Entscheidung auf das Angebot, das EntwederOder, ja auf alle Fälle von greifbaren und schwerwiegenden Ergebnissen begleitet sein. Unseren führen­den Männern liegt keine Unentschlossenheit im Sinne: da­für bürgt uns das kraftvolle Kaiserwort an der Westfront, das den Engländern und Franzosen die Lage auf der Kehr­seite ausmalte.

(WTB.) Großes Hauptquartier, 28. Dezember. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

An einzelnen Stellen der Front lebte am Tage die Ge- fechtstätigkeit vorübergehend auf. Auf dem östlichen Maas­ufer war sie auch während der Nacht lebhaft. Ocstlich von Luncville brachten Erkundungsabteilungen eine Anzahl Ge­fangene aus den französischen Gräben ein.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nichts Neues.

Mazedonische Front.

Zwischen Ochrida- und Prejpa-See, im Cernabogen und auf dem östlichen Wardarufer zeitweilig erhöhte Artillerie­tätigkeit.

Italienische Front.

Tagsüber war das Feuer auf der Hochfläche von Asiago und am Tombarücken gesteigert.

Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff.

*

Der ASendbericht.

Berlin, 28. Dez., abends. (WTB. Amtlich.)

Don den Kriegsschauplätzen nichts Neues.

*

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 28. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Waffenstillstand.

Italienischer Kriegsschauplatz

Westlich des Monte Asonone und östlich des Monte So- larolo wurden feindliche Vorstöße abgewiescn.

Der Chef des Generalstabes.

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Heue Ergebnisse der Bcra ungen in 6re?t-Lit6w5k.

Brest-Litowsk, 27. Dez. (WTB.) Die Beratungen der Delegationen der Verbündeten mit den Ver­tretern Rußlands über die S p e z i a l f r a g e n wurden noch im Laufe des heutigen Tages fortgesetzt. Diese Beratungen sind inzwischen so weit gefördert worden, daß eine kurze Unterbrechung der Verhmrdlungen in Aussicht genom­men werden kann, um den Delegationen, von denen einzelne 'mit ihren heimischen Behörden Fühlung zu nehmen haben, hierzu Gelegenheit zu bieten.

*

Brest-Litowsk, 28. Dez. (WTB.) Im Laufe der heute vormittag abgehaltenen Besprechungen zwischen den Delegatio­nen der Verbündetelt und Rußlands wurde die vorläufige Beratung jener Punkte beendet, die auch bei Abschluß allgemeinen Friedens zwischen R"ßland einerseits und diesen) Mächten andererseits geregelt werden müftm. Diese Beratungen sind tm Gerste der Versöhnlichkeit und des gegenseitigen Verständ­nisses geführt worden. In einer ganzen Reihe wichtiger Punkte wurde dre Ba,is für eine Einigung geschaffen Außer politisches Fraget: w-^en auch solche rechtlicher und wirtschaftlich r Natur

verhandelt und vorbehaltlich der Prüfung durch die heimischen Behörden und der endgültigen Redaktion in befriedigender Weise geregelt. Zunächst wurde Einigung über die Wiederherstellung des durch den Krieg unterbrochenen Vettragszustanües erzielt. Ferner wurde vereinbart, daß in rechtlicher, wie in Wirtschaft-, licher Beziehung das eine Land vom anderen nicht schlechter be­handelt werden solle als irgendein drittes Land, das sich nicht aus Vertragsrechte berufen kann. Kriegsgesetze sollen aufgehoben, die davon Betroffenen in ihre früheren Rechte wiedereingesetzt: oder entschädigt werden. In weiteren Bestimmungen werden die für die Kriegskosten und Kriegsschäden ausgestellten Regeln näher ausgeführt. Namentlich einigte man sich auch über die Behandlung der den Zivilangehörigen außerhalb des Kriegsgebietes erwachsenem Schäden.

Ueber die gegenseitige Freilassung und Heimbesör- d e r u n q von Kriegsgefangenen und Zivilinternier­ten 'wurde grundsätzlich Einigung erzielt. Das gleiche gilt von der Rückgabe der beiderseitigen Kauffahrteischiffe. Endlich wurde die schleunige Wiederaufnahme der diplo­matischen und konsularischen Beziehungen vorge­sehen. In wirtschaftlicher Hinsicht ergab sich, völliges Einverständnis über die sofortige Einstellung des Wirtschafts­krieges, über die Wiederherstellung des Handelsverkehrs und über die Einrichtung eines organisierten Warenaus-? tausches. Ferner wurde im wesentlichen Uebereinstimmung über die Grundlage erzielt, auf der die ymrtschalstlichen Beziehunge'.l der beiden Länder dauernd geregelt werden falten. > 1 .

, In der wichtigen Frage der Behandlung der beider­seits be se tzten .Geb iete wurde von russischer Seite folgen-« der Vorschlag gemacht:

In voller Uebereinstimmung mit der offenen Erklärung der beiden vertragschließenden Teile, daß ihnen kriegerische Pläne fernliegen und daß sie einen Frieden ohne Annexionen schließen wollen, zieht Rußland seine Truppen aus den von ihnen okku- pietten Teilen Oesterreich-Ungarns, der Türkei und Persiens zu­rück und die Mächte des Vierbundes aus Polen, Litauen, Kurland und den anderen Gebieten Rußlands. Entsprechend den Grund­sätze der russischen Regierung, die das Recht aller in Rußland lebende:: Völker >ohno Ausnahme ans Selbstbestimmung bis zur Ms-mtdernng verkündet hat, wird der Bevölkerung dieser Gebiete die Möglichkeit gegeben werden, binnen kürzester, genau bestimmter Frist vollkommen frei über die Fragen ihrer Vereinigung mit dem einen oder anderen R c i ch o d e r über die Bildung eines s e l b st ä n d i g e u Staa t-e s zu entscheiden. Hierbei ist die Anwesenheit irgend­welcher Truppen in den abstimmenden Gebieten nicht zulässig, außer von nationalen oder örtlichen Milizen. Bis zur Entscheidung dieser Fragen aber liegt die Verwaltung dieser Gebiete ilt dein Händen von in demokratischer Weise gewählten Verttetern der örtlichen Bevölkerung selbst. Tie Frist der Räumung nebst den nähe­ren Umständen und dem Beginn und Verlaus der De Mobili­sation des Heeres wird durch eine besondere militärische Kom­mission bestimmt."

Deut gegenüber s chlng Deutschland v or, den ersten bei­den Artikeln des zu schassenden Präliminarvertrages nachstehende Fassung zu gebet::

Artikel 1: Rußland und Deutschland erklären die Beendigung des Kriegszustandes. Beide Nationen sind entschlossen, fortan in Frieden und Freundschaft zusammen zu leben. Deutschland würde (unter der Voraussetzung der.,z'.t.gestan^nen vollen Gegenseitigkeit gegenüber feinet: Bundesgenossen) bereit sein, sobald der Friede mit Rußland geschlossen und die Demobilisierung der russischen Streitkräste durchgesührt ist, die jetzigen Stellungen und das be­setzte rn,fische Gebiet zu räumen, soweit sich nicht ans Artikel 2 ein anderes ergibt.

Artikel 2. Nachdem die russische Regierung entsprechend ihren Grundsätzen für alle im Verbände des russischen Reiches lebenden Völker ohne Ausnahme ein bis zu ihrer völligen Msonderirng gehendes Selbstbestimmungsrecht proklamiett hat, 'nimmt sie Kennt­nis von den Beschlüssen, worin der Volkswille ausgedrückt ist, für Polen, sonne für Litauen, Kurland, Teile von Estb- t a n d und L i v l a n d die volle st a a t l i ch c S e l b ft ä n d i g k e i l in Ansprtich zu nehmen und sie aus dem russischen Reichsverbände anszu scheiden. Tie russische Regierung erkennt an, daß diese Kundgebungen unter dett gegenwärtigen Verhältnissen als Aus­druck des Bottswillens anzusehen sind, und ist bereit, die hier­aus sich ergebenden Folgerungen zu ziehen. Da in denjenigen Gebieten, auf die die vorstehenden Bestimmungen. Anwendung finden, die Frage der Räumung nicht so liegt, daß diese gemäß den Bestimmungen des Artikels 1 vorgenommen wer­den kann, so werden Zeitpunkt und Modalitäten der nach! russischer Ans a. fang nötigen Bckräftigung der schon vorliegenden Lostren- nungserklärungen durch ein Volksvotum auf breiter Grttndlage, bet dem irgendein militärischer Trttck in jeder Weise ansznschalten ist, der Beratung und Festsetzung durch eine besondere Kommission Vorbehalten.

. Eine in: wesentlichen gleichlautende Formulierung wurde öftere vetchtsch-ungartscherseits vorgeschlagen.

Die englische Presse.

Haag 28 Dez. Wie derNicuve Rotterdamsche Courant" meldet erklärt der Londoner Klorrespondent desManchester Guardian":Man kann bereits sagen, daß in dett verantwort- ltchen Kreisen nicht die Absicht besteht, die deutschen Vorschläge zu verhöhnen oder sich zu weigern, sie in Erwägung zu ziehen! Sie witrden selbstverständlich genau und mit Argwohn untersucht wer- den. Aber auf den ersten Blick ist man geneigt, sie als einen ernsten Schntt der Zenttalmächte artzusehen. Wenn die Verpflichtung aus- gearbeitet wird, Serbien, Rrrmänien und Montenegro wiedertu-- zustellen, so daß über diese Punkte Mißverständnisse nicht mehr moglrch ,tnd, und wenn gleichzeittg eine Schadenersatzleistuna für Belgien erfolgt, so wird dies auf die Haltung der liberalen tm Parlamente von Einfluß sein."

Soweit hier Reuter- und Privatmeld'urgen über die Aeuße- rungen der englischen Presse vorlügen, läßt sich erkennen, daß die Msamle konservative Presse Englands zumeist mit Entrüstung die Bedingungen von Brest-Litowsk zurückwerst. Sie spricht von einem Täuschnngsversuch oder