Ausgabe 
27.12.1917 Erstes Blatt
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y Jp v 01 ^ ^JQüer bem Vorsitz be3 bd**! lnädjtigten 93er= ttaers Qestzerreich-Ungarns, Grasen (l^evnin. aögehattenen Plenar- Murg 8nb dieser .im Namen der Xeliegatim des Vier Hundes y lfloioc Irrflanoig ab, mit welcher die vor «letzenden Ausführungen der mmföen Delegation beaufcwrtet imabe:

Die Xd.eaatiimen der verbündeten MÄtzte gehen von dem Yhrt aiägtfpwdiiaun Willen ihrer Stejitnrngen und ihrer Kölker ES, möglichst bald den ALfckchuß eines allgemeinen, gerechten Zuredens zu erreichen.

. Tre Telegatrionen der Verbündeten sind in Uebereinstimmung mtf dem mub-trp&lt ftnibgegelienen Standpunkte ihrer Regierungen der Ansicht, das; dir Lertiätze des russifche.r VorsclLages eine dis- E-aöle Grundlage für einen solcknen Frieden bilden können. Die Delegationen des Vlerbmrdes sind mit einem sofortigen all­gemeinen Frieden ohne gewalt,ame Gebiets­erwerbungen jtnb ohne Kriegsentschädigungen einverstanden.

.Wenn, die russische Delegation die Fortsetzung des Kriege nur zu Eroberumrszwecken verurteilt, so schließen sich die Delega tzonen der Berlnindeten dieser Aussassung an. Die Staats­männer der verbündeten Regierungen haben wiederholt in vro- grammakisck>en Erklärungen ^tont, die Verbündeten würden, unl Eroberungen.vu machen, den Krieg nicht um einen Tag verlängern. An diesem Standpunkt haben die Regierungen der Verbündeten stets unbeirrt »cstgehalten. Sie erklären feierlich ihren Entschluß, unverzüglich einen Frieden zu unterschreiben, der diesen ftrieg Ass ber Grundlage der vorstehenden, ausnahmslos für alle krieg- ehrenden Mächte in gleicher Weise gerechten Bedingungen be- §lldet. Es» mul; aber Mtsdrückltch daraus hingewiesen werden, dL8 sich sämtliche setzt am Kriege beteiligten Mächte innerhalb einer angemessenen Frist ausnahmslos und ohne jeden Rückhalt zu genauesten, alle Völker in gleicher Weise bindenden Bedingungen vervlllchten müssen, wenn die Voraussetzungen der russischen Dar­legung ertullt sein sollen. Denn es würde nicht angehen, das; die setzt Rußland verhandelnden Mächte des Vierbundes' sich beseitig auf diese Bckingungen festlegen, ohne die Gew^r dafüe Pt haben, daß Rußlands Bundesgenossen diese Bedingungen ehr- und rückhaltlos auch dem Vierbunde gegenüber anerkennen o^^nlühren. Dieses vorausgeschickt, ist zu den von der russi- Aen Delegation als Verhandlungsgrundlagen vorgeschlagenen sechs Vunften das Nachste^ndc zu bemerken:

. -> ^tn^öewalti'ame Aneignung von Gebieten ,die während

des Krieges besetzt worden sind, liegt nickst in den Absichten der veroündeten Regierungen. Ueber die Truppen in den zurzrüt oesetzten Gebieten wird im Friedensvertrag Bestimmung ge- trossen, fowert nicht über die Zurückziehung an einigen Stellen vorher Einigkeit erzielt wird.

liegt nicht m der Absicht der Verbündeten, eines der Völker, die in diesem Krieg ihre politische Selbständigkeit ver- loren fefcen. die,er Selbstätidi-keit z.u berauben.

der staatlichen Zugehörigkeit nationaler die kerne staatliche Selbständigkeit besitzen, kann nach «m Standpunne der Brerbundmääste nicht zwischenstaatlich ge- ?^lt weruen, sie ist rm gegebenen Falle von jedem Staate mit »einen Völkern^ «elbständig aus verfassungsmäßigem Wege zu lösen.

.. v -r-esgleick'en bildet nach Erklärungen vmr Staats­männern des Vierbundes der Schutz des Rechtes der Minoritäten euitti wesentlichen Bestandteil des verfassungsmäßigen Selbscke- Mmmungsrechts der Völker. Auch die Regierungen der Verbündeten versckaften dreiem Grundsatz, soweit er praktisch durchführbar erscheint, überall Geltung.

Zu 5. D« verbündeten Mächte haben mehrfach die Möglichkeit .Ltont, datz nicht nur aus den Ersatz der Mregskosteu, sondern auch auf den Ersatz der .Kriegsschäden wechselseitig verzichtet werden EnLe. Hiernach würden von jeder kriegführenden Macht nur die ^Wendungen tiii ihre m Ariegsgefangeufchaft geratenen Än^- ^enwime Äe vn «genen Gebiete durch Mkervechtswckrige Mwattakte den Zwilangehorrgen des Gegners zu gefügten Schäden M enetzen ,ern; Tie lwn der ruffffchen Regierung vvrgeschlagene Schaffung ^nes besonderen Fonds Ar diese Zweck könnte erst dmrn zur Erwägung gestellt werden, wenn dir anderen Krieg- mhrenden innerhalb einer ansemeffenen Frist sich den Friedens- Verhandlungen Mifchließen.

^ ^ *5* oelbündeten MÄcKen verfügt imr Deutschland

^er Wwml der deutschen Delegation wird hierzu in

voller Ueberemftllmnmng mrt den russischen Vorschlägen folgendes The ZLuchgabe der wahrer^ des .Krieges gewaltsam in «elrtz genommenen Kolomalgebiete ist ein wesentlicher Bestandteil der oeuticben Forderungen, von denen unter keinen Umstffideitz abgogagneu tekit kann. Ebenso entspricht die ruffische Forderung !* r Räwnui^l solcher vom Feinde besetzten Gebiete

be i beitMen »ixdym. Nach der Matur der deutfck^en .Kolonial- gebiete scheint, rvn den fstsMr erörterten grundiätzlicksm Er- wcvgungen abgeiehM, die Ausübung des Sekbstbestitnmungerechtes m den von der russischen Delegation .vorgeschlagenen Form z kt burchmhrbar. Der Umshmd, daß m den deutschen Kolonien ok , (5inge|omtat trotz der größten Beschwerden urnd trotz der germgrn Aussicht emeö Kampisiss gt®m den um das Vielfache überlegenen, über unbeschränkten überseeischer NacMub ver­fugenden Gegner in Rot rmd Tod treu zu ihrem deutschen Freunds reWten _ Wfeit.Jft ein Saoeis ihr« Anhänglickkeit und ihrrs- Entschlwtes unter attm Unr,banden bei Deuklchlartd Ml bleiben ein Beweis, berjm und Gewicht jade mögliche Mllenskmrbi geoung durch W-swnmurtg weit übertrifft

Die von der russischen Delegation im «chluß an die eben' erortnnpi tmrtäfagaui Grundsätze für den tm'H

schastiichen. Verkehr finbot btf uneingeschrä.ffre Zustimmung der JtelWironen der verbündeten Müchtr, welche von jeher süä dick wjx£>)aiief*jirig jedwedernnrtichastlichen Bergnvaltigung emgetreteil ffiw toi int m der WredcrhersleLlung xines geregelten und den, Jitferenen aller Beteiligten volle Reckprung tragenden Wirtschxrffs-.- verkehrs eine der wichti^f^ Vorbedingungen für die Anbahnung, AusbauftemLMaftr icher Bezichungen zwischni den derzeij krregtührenden M-achterc erblicken. « *

Mrknüpsend an diese Erklärung führte hierauf Graf Cze-rnin «ms: f , <

,.Mff Grund dieser soeben entwickelten Prinzipien sind wir '>evett, nnt allen unftkven Gegnern in V:rhandb.rngen zu treten um.aber mdvt iaitMtig Zeit fti ( oqräs 3 re*i, sind bk Verbündeten !*i r _ nt ' J? vm 7 *** Beratung benötigen SveziallvinAe dmitrttm beten Dmcharbeüung sowohl Ar die rufiXf# R gieruna als für bte Verbündetem aibf affe Fälle notwendig erscheinen wird

nuuz iuio oamu ofn J50ite.rn, Deren Negierungen sich den wer geführten Verhandlungen über einen allgemeinen Frieden noch nicht wlgeschtosssn haben, die Möglichkeit geboten wird, sich mit den jetzt ausgestellten Prützipien eines solchen Friedens belannv» zumachen. Nach Ablauf dieser Frist müssen die Verhandlungen unter allen Umstäicden fortgesetzt werden.

Ter Vorsitzende Gras Ezernin ersuchte hierauf die russische Delegatiml, ihre Lüilwort schriftlich zu überreichen, und schlug vor, sofort in bk Verhandlung jener speziellen Pmitte einzutirten, welckx' lür alle Fälle jtoüdrni der russischen Regierung und den tnegrrrungen der verbündeten Mäck)«te geregelt werden müßten.

Ter Führer der russischen Delegation schloß sich dem Vor- '. < . Besitzenden an mch spracht seine Bereitwilligteit aus,

ivglelch rn die Besprschung jener Einzelheiten einzutrelen, die auickr für den Fall allgemeiner Frküe:i§vmhanbLiLngen den Gegen- Uand spezieller Erörterungen zwischen Rnßlastd uns den vier Ver­bündeten zu bilden hätten.

Auf Antrag deS Staatssekretärs v. Küftlmann wurde ein- sttmmrg besck)losien. zur Vermeidung jeglichen Zeitverlustes und in Würdigung der Wick^tigleit der zu erfüllenden Ausgabe diese Ver- ijandlungen schon morgen vormittag zu beginnen.

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Dir Umtriebe der Entente.

V e t e r s b u r g , 23. Dez (WTB. - Meldung des Reuterschen Bureaus. T r v tz k i sagte FueiLag im Verlaus einer Rese. in der er die .Amerikanische Berschvörung" darsvellte:Die Vertreter aller fremden Mächte wögen es sich gesagt sein laßen, daß wir n cht blind jww und.daß wir!uns nicht 'iur den'ren herumtranrpeln lajjen. ^n der T s ch i s ch e r i n - V e t r o w - Sa ch e hatten wir won Gelegen t-nt. dem eng'ischen B^tscha'ter zu zeigen, daß uns die revolutiwäre Würde über allem sde'jt. Wir müffen un'erM Freu-stden zeigen, daß wir nicht der englisch-a merika- nr sche n B ou r geo i sie dienen. Wir fxcken rejnx Gvuud-

lür die wir siegen oder unterstehn. Wenn die Dickomarew sich rn mff-ere Angelegensten einnrischer. jo hören sie am Tipto- 7 nalten zu sein lund werden Privatpersonen, denen gegenüber die schwere Hand der Revolution keine Gnade walten lassen wird.'' Der Kouflitt mit der Ukraine.

Haag , 24. Dez. Reuter meldet ans Petersburg: Die Zentral rada der Ukraine^ sandte an dir Volkskommissare e'n Ultima­tum, in dck.n die sofortige Freilassung der Mitglieder des vevolutvonären Stabs der Ukraine oerlangt wird, die in Petersburg verltaftet wurden. Im Falle einer Wei^vMg wüvden die Feind- sellgkerten erösfTtet werden.

Beratung der Spezialfragen mit Stutzland.

B r e st - L i t o wS \, 26. Tez. sWTB.) Entsprechend der gestern getroffenen Vereinbarung fanden heute zwischen den Vertretern Deutschlands und Oesterreich-Ungarns einerseits, Rußlands andererseits Beratungen statt, die im wesentlichen ine Wiederherstellung deS Verkehrs zwisckien den genannten Mächten betraf. Tie Beratungen werden fortgesetzt.

Die deutsche Llommission für Petersburg.

Berlin, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Heute abend be­gibt sich unter der Leitung des Ges>cmdten Grafen Mirbach die un Zusatz zum deutsch-russischen Wa.fenstill standst ertrag vom 15. Dezember vor gesessene Kommission nach Petersburg, die die Regelung des Austausches der Zivilgefangenen und dienstirntauglichen Kriegsge'angenen in Angriff nehmen und Maßnahmen zur Wiederherstellung der Bezieljnngen zwischen den beiderl Ländern und innerhalb der durch den Waffenstillstand ge­zogenen Grenzen treffen soll. Ter genannten Kommission gehören an: Geheimval Eckhardt und Generalkonsul Biermann vom Aus­wärtigen Amt, vier Herren des Kriegsministeriums Unter Leitung des O berste,! von Fvarrsecd) und Gieitzler, Wdam o. Belsen von Ser obersten Hseresleitung mit zwei Begleitern, Getzeimrat Schenk vvm Reichspostamt und Herr Landshosf vom Roten K^euz. Die Abord­nung ist von HilfspersionaL begleitet.

Der Zuckervvrrat Amerikas.

Lvndvn, 26. Te^. Die Zeitungen veröffentlichen ein Tele- gramm aus Washucattm, worrack der Lebensmittekkommiffar Hovfer erklärte, daß der amerikanische Zuckervorrat für 1918 durch eine Biertelmillion Tonnen ans der Ernte Javas ergänzt werden müsse.

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Ablehnung der Dienstpflicht in Australien.

Haag, 24. Dez. Reuter meldet ans Melbourne: Tre letzten Res^ijltatie des Referendums über die Einführung der Dienstpflicht ergeben $67 000 Stimmen gegen und 792000 Stimmen für die Dien slipslicht. Reuter sucht seine Verlegenheit über diesen Mißjersolig dadurch tzlu verbergen, daß er des längeren) berichtet, daß die Mstim'mung keineswegs bedeute, daß sich Austra

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Stellung erhalten. General Guillaumat trifft Samstag t Salonik ein.

Ämnirro.

Lv g-ano, 27. DezPovolo d' Jtalra^ hebi mit Genugtuwi hervor, daß L-ormino während der NÄe des Trcriner iozialimsch Abgeordneten Morgan, der einen BeritnndigungsirieLen befüj worrete, mit der Fcum an, den Wch geschlagen und gerunu oah. ^Kem Friede ohne Trrest!" Großer Beuall habe drc oarnochsä Erklärung SonnmoS belohut.

lien dem Krieg entziehen wolle, rm Gegenteil, selbst bit Gegner der Dienslvstimt seien für die Forffatzung des Kriegs. Merdrngs' könne man sich nicht darüber einigen, imoieweit Australien Sol­daten für den Eamp'is m Edrropa abg^en könne. Auch sei es schwer für England, sich in diese imierpolitische Angelegenheit Australiens einzmnischen, da dies leicht mistverstan'l>cn werden könne. Australien habe bereits seit längeres; Zeit größere ^DrupPenmvsftn an die Front geschickt, als alle anderen überseeischen Kolonien und .Grön­länder zusammengenomMLn. Mich habe die australische Flotte mit einem Dreadnougslft cm der Stütze seit Kkriegsbeginn unter dem) Befehls der brrtisck>en Admiralität gewirkt, imd Australien habe mit seiner LeberuZmittÄNisul^r, mit Gvld und SMsen alle mög­lichen -Opfer gebracht. (Frff. Ztg.)

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Die englische Siegesfeier für Cambrai.

Berlin, 26. Dez. DieVoss. Zig." meldet aus Bern: Der englffche Schotzsanzler Bonar Law wurde in der letzten Montags- sitzimg des Unterltrases ge!ragt, ans wessen Anordnung nach dem Kampse bei Cambrai lämrliche Glocken Londons geläutet hätten ,ind die Faimen «nsgehängt worl)en seien. Sonar Law gab ausweichende Er kl ärun gen und weigerte sich, das Ver­sprechen abzugel^n, daß derartige Feiern künftighin nicht ohne die Erlaubnis der Regierung statt! inden würden.

Tie rnsstschen Erklärungen

In Enoiderung hieraus erklärte der Führer der russischen XeUgahon biefe konstattere mit Genugtuung, daß die Antwort der Delegatwnen Dentschands, Oesterreich-Ungarns, Bulgariens und der Türkei die Prmzrpren eines allgemeinen demokratischen Frrevens ohne Annerionen ausgenommen habe. Sie erkenne die enorme Bedeutung dieses Fortschnltes auf dem Wege zum all- genremen Frieden an, müsse jedoch bemerken, daß die Antwort ane wesentliche Beschränkung in Punkt 3 enthalte. Die russische Delegation konstatrere weiter mit Befriedigung die in der Er- Lärung der Bierbmrdmachtze zu Punkt 5 eirthaltene Anerken- mrng des Prinzips ohne Kontributionen: die Antwort der ^en- macht iedoch hinsichtlich dm Lntschädigung für ^en ^ZÄa^ von Kriegsgefangenen Vorbehalte. Ferner erkläne bie M'chhe Defteqatwm ire lege Gewicht darauf, daß Privatpersonen.

Q& tten baten, aus einem intertmtio*

^ k Li 5 r, b ir 0<&ttbl ?L tn ' rbe V. Xlf n»lisch- Dc!ei°,i°n friemif, an, daß Oie Röummrg der vom Gvgner besetzten deutschen Kolonien üm von chr entwickelten EfttmtLsätzen cmrspreche. Sie schlägt vor ov Frage, ob das.Prinzip der freien Wftlensäutzerung der Be- völlerungen aut dte Kolonien anwendbar sei, besonderen Kom- mssftonen vot^ubehallen Abschließend erllärte der Führer der ^eiegatwn, diese sei trotz der erwähnten Meinung^- der Amuht, daß die in der Attuwrt der Mächte «mthaltene ossene Erffärung, keine aggressive» LbtMen zu hegen, dcc faktische Möglichkeit b ete, sofort m Mblung'n üLer euren allgemeinen Frieden unter allen L- Mrenden Swoten zu tchrerteu. Mit Rücksicht hieraus sckläat

^V* 01 ' c ! n 5 ^»tägige Unterbrechung per Ver­handlungen vor, beginnend heute abend und endigend am 4. lft«-

Eaitlau^ Verteidigung.

® R [ - 26. Dez. Selbst die Caillaur feindliche KriegSpvesse kann srch dem Eindruck nicht entziehen, daß Caillaur vorgestern bte Kammer rneft als Besiegter verlassen 'hat. Hervs, der vvchi dass ^rgnal zum Kampse gegen Caillaux gegeben hat. sckneibt: Caillaur' Reue habe auf bte Kammer großen (Eindruck gemastst: selbst bei oenen. die Caillaur nicht liebten, könnten möglicherweise Zweifel an seiner ^chiuld auf^igein. Capas sagt imFigaro":Caillaur verterdigte sich mit bemerkenswerter Macht uich Ä'raft Er hatte emen großen vratorisckren Erfolg." DasFournal dn Pettple" sagt:Die Verleumder sitzen jetzt aus der AnklamÄrnk: Cckllaur trruinplnert. Tie Pbrsöickichkeit Caillanr' tritt nach der Parla­ments Atzung bereits in. den Hintergrund. Eine neue Caillaur- Affare beginnt, m der die Aulläger zu Angeklagteit werden " Der Rappel!" erllart:Selbst die erbittertsten Feinde Caillaur' gaben zu. es )et ti-ef bedauerlich, daß eine derartige Kraft Frankreich ver- lvvetr gmge DieLanLerne":Wie war es möglich, daß ein oerartrger Mann drei Fahre von der Regierung ausgeschloffen blecken, konnte?" DerRadical":Das Plaidoyer Caillaux' hielt sich au! emer rnteltektuellen Hül)c. die auf die Kammer unbestreit­bar grober! Eindruck machte. Seine Sprache war ine eines V^an- nes, der seiner Sache sicher ist, nicht die eines Angxllagten."

Tie Abberufung Sarrailö.

Paris, 24. Dez. (WTB.) Meldung der Agence H,a- vas. Aus Grund von Erwägungen allgemeiner Art hat die Regierung beschlossen, den General S a r r a i l im Oberbefehl der verbündeten Armeen der Orient-Armee durch den Gene- ral Gutllaumat zu ersetzen. Sarrail, der mit ernsten ^chwierigkerten zu kämpfen hatte und der große Dienste letüete, wird, sobald es die Umstände gestatten, eine neue

Line Ansprache der Aaiserr.

Derrin. 23. Dez. .WTB.) Der Kaiser hielt b* b i. Armee am 22 Dezember wlg-endc Anffn:achc: '

Kameraden! Das Jahr 1917 neigt sich seinem Enve zu, an o? 2 ^ar es mir ein BebürffuS, wieder einmal die Desttrom an itjre heldenhaffen Kämpfer zu beinchm. Ein ereignisvottes M ifl: es für ba£ beulfch: H«r und das deutsche Vaterland gewkiv Oetoal tige Lchläge sind gefallen, und große Entscheidungen habe eure Kameraden im Osten herbeisühren können. Es ist aber tei Mann, tem Offizier und kein Führer aus der ganzen Ostfront, w rch ,u auch gesprock>m habe, der nicht rückhaltlos erklärte: Wen mssere Kavwradeii nn Wesven nich: standgehalten hätten, konnte wir das hier nicht tun. Ter taktische und strategische Zusammen Hang zwrck-en den Schlachten an der Aisne, in der Champaan im Artois, in Flandern und bei Cambrai und deir Vorgänge im Ojten und in Italien ist so klar, daß es sich erübrigt, er Ävrt darüber zu verlieren. Emheittrck geführt, schlägt das deutfä Heer auch einheitlich Um di^fe Offensivschage führen zu könne. Mutzte ein Test des .HeevSs in der Defensive verharren, so hart e auch einem deutschen Soldaten anckrMntt. Eine solche Berteidi gungsick^ackr, wie sie un Jahre 1317 gesühci worden ist, iud E ihresgleichen. Ein Bruchteil des deutick^n Heeres hat di schwere Ausgabe aus sich genommen, seinen Kameraden im Oste den Rücken unbedingt zu decken und sreizuhaltrn, und hat da geswnte englische und sranzösffchc Heer gegen sich gr-hM.' Gn große VvrbereitungSzeü, unerhörte Mittel der Technik und Masse -rn Munition und Geschützen hat der (Gegner zusammengetvager um über eiire Front hinweg den jo stolz von ihm o-ettündete Ernzug in Brüssel halten zu können. Nichts hat der Feind ei reicht. Das Gewaltigste, das ie von einem Heer ge -1 ^ worden i ft, und was in der Kriegsgeschichte iun

nicht dagewesen ist, das hat baß deutsche Heer vollbrach Ä V 1 JS 11 uberhebendes Lob. Das ist ernc Tatsache. Beck sewaltige Werk haben auch die Tnwpenteil durchgeführt, deren Llbordnungen heute vor mir stehen. T« Dank, den ich ihnen ans stzreche, gebübrt aber nicht allein ihn» wnoern auch denen, die ich hier nicht sehen, kann, denen!, die in ^azarett liegen, und denen auch, die der grüne Rasen deckt. I, schließe an den Dank des Feldmarschalls Hindenöurg, der mich p? londers gebeten hat, den Kämpfern im Westen seinen Tank aus zu sprechen, da er sein festes Vertrauen auf ihr Dnrchhrlten bestSttg, geiehen bat und es chm ermöglicht wurde, die großen sttategifche folgen daraus zu ziehen. Bei jeder neuen Nachricht ist imme Don Eingeweihten und Uneingeweihten, von jedem Mensche das Wort gesprochen: Wie ist es gemacht worden? Diese Bewun berung soll euch ein Lohn und zu gleicher Zeit eine Freude sei, Weder noch so Großes, noch so Ueberwälrigendes vtwmag de was ihr geleistet habt, irgendwie rn den Schatten zu stellen oder > übertrefsen. Es hat das' Jahr 1917 mit seinen großen IchlacAe gezeigt, daß das deutsche Volk einen unbedingt sicheren Derbünd< ren in dem Herrn der Heerscharen dort oben hat. Aus den kan es sich bombenfest verlassen. Ohne ihn wäre es nicht geqanger lieber von euch mußte seine Kräfte bis zum äußenten Ergebe, Ick weiß, daß ieber einzelne in dem unerhörten Trommelieu, Uebermenschliches geleistet hat. ES mag oft ein Gefühl dagewese ern: Wäre doch noch etwas hinter uns, wäre doch Ablösung dv Sie ist gekommen! Ter Schlag im Osten hat dazu geführt, da dort augenblicklich die Kriegsstürme schweigen Vielleicht, so Got wlll.Dür immer.

Schon gestern habe ich in der Umgebung von Verdun enr> Kameraden gesprochen und gesehen, und da war es wie ein Witterung von Morgenluft, die durch die Gemüter ging. Jh habt nicht mehr das Gefühl, allein zu sein. Aus das ganze Vater land und bis hinüber zum Feinde wirkt der große Srfolg de Siege der letzten Zeit, der Großkampftage in Flandern und vo: Cambrai, wo der erste vernichtende Offensivstotz den übermütige Briten traf, der ihm zeigte, daß noch der alte Offensivgeist r lunwren Truppen steckt, trotz dreijähriger Kriegsleiden Was noc vor uns steht, wissen wir nicht. Wke oder in diesen letzten vie Jahren Gottes Hand sichtbar regiert hat. Verrat bestraft un tapferes Ausharren belohnt, das hobt ihr olle gesehen, nick bauw können wir die feste Zuversicht schöpfen, daß auch fernerhin de Herr der .Heerscharen mit uns ist. Will der Feind den Friede nicht, dann müssen wir der Welt den Frieden bringen dadurck daß wir mrt efferner Faust und mit blitzendem Schwett di Pforten einschlagen bei denen, die den Frieden nicht wollen."

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Berlin, 26. Dez. Amtlich. Der Kaiser hörte heute voi mittag den Genercckstabsvortrag und anschliehend den Bortvag de Bettreters des Auswärtigen Amts Frecherrn v. Grimau.

Seefrfeg.

Neue U-Boot-Erfolge.

Berlin, 24. Dez. (WTB. Amtlich.) Im englischen Ko nal und an der Ostküste Englands wurden durch unser Unterseeboote letzthin23 OOOB rutto-Register-Ton nen versenkt. Unter den vernichteten Schiffen befände: sich zwei große Frachtdantpfer, die im Aermelkanal troi stärkster feindlicher Gegenwirkung vernichtet wurden, sowi ein bewaffneter englischer Dampfer vom Aussehen und de Größe d5S Leyland-DampfersNorwegian".

Der Chef des Admiralstabs der Marine.

Berlin, 26. Dez. Amllich. Neue U-Bovts-Ersvlge im Span gebiet umEngland: 21000 ART. Bon den versenkten Schiffe wurden vier Dcrmp>r in der Nvrdfiee vernichtet; drei davon, di tief beladen waren, wurden ans stark gesicherten, nach Englan! gehenden Geleitzü gen herausgeschvsse n. Zwei de Dampfer mären bewaffnet und englischer Nationalftät. Ein av derer versenkter Dampfer fuhr unter englischer Kriegsflagge, wo demnach ein englisches Hilfsfriegsschiff.

Berlin, 26. Dc^. Im Mittelmeer sind wieder zahlreich Dampfer und Segler den Angriffen unserer U-Boote ziun O pfe r gefa l le n. Der Rcrnmgehalt der verstnlteir Schiffe bettäg mindestens 38 000 BRT. Unter ihnen beenden stch der bewaffnet englische Dampfer Berwick Law <4648 Tonnen), ein aus stvck Sickierung herausgeichossener großer Tankdauipstr sowie ein bv lvaffneter griechischer 'Dampfer. Einer der versenkten Segler hack 700 Tonnen Phosphat für Italien als.Lrd.rmg.

Der Chef des Admiral stades der Mavine.

Aus dem Neiche.

Fliegerangriff ans Mannheim.

Karlsruhe. 25 .Dez. (WTB.) Englische Meger bewarfe' am gestrigen Weihnachtsabend die offene Stadt Mann hei r mit Bomben. 2 Personen wurden getötet und 10 bis 12 verletz! darunter keine Militärpersonen, dagegen ffarrzösssche Krieg? gefangene. Ern Flugzeug wurde in der Pfalz zum Nickeryehe gezwungen, die Insassen wurden gefangen genommen.