Ausgabe 
24.12.1917 Erstes Blatt
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Kr. 3 2 Swetter vlatt

Eiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Montag, 2 t. vezember M

Aus Stadt «ttd Land.

Gießen, den 24. Dezember 1217.

Wbgabe von Dauerware.

Tvc Nvnnnamxtlverbmld Gießen läßt aüs dem aus HmrSchlachtungen anßlllsndeu UebersäMßfleisch Dauerware (Zervelatwurst, Preßkopf, Äcltzvottemagen Speck und Dörrfleisch) Herstellen. GS kommt nur einwandfreies Fleißch zur Verarbeitung. Ter Preis ist tuotz der hohen Kosten für alle Zutaten, insbesondere Pfeffer Und Tärnie, so niedrig alS mtglbh gehaldar, so daß auch dein Teil der Bevölkerung, der nicht schlaci-tet. Getsgenteit geboten ist. sich gegen Aufrechnung au eine gewisse Zahl Neisck-Satten für einen entsprechenden Zeitraum mit Dauerware zu versorgen. Bomussiclstlich kann Familien bis fu 3 Perchrcn eine HLchstmenge von 26 Pfund zugeteilt toerdcn bei größeren FanriLien ist eine solche von 52 Pfund oorgesel?cn Anträge auf Belliefenmg sind bei dem Lebensmittelantt der Stadt Gießen bzw. bei den G-voßh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises zu stellen.

Brotmarken Buttermarken Fleischmarken

Lebensmittelmarken.

Für die Zeit vom 24. bis 30. Dezember 1917 haben nachstehende Lebensmittelmarken Gültigkeit:

ber 52. Woche, gültig vom 24. 13. - 30. 12. 1917 - b2. . . 24. 12. - 30. 12. ,

, 52. , 24. 12. - 30. 12.

Kartoffel marken , 52. » » 24. 12. - 30. 12.

Selsen marken für den Monat Dezember 1917.

Ein Umtausch verfallener Marken findet nicht mehr statt; ebenso wird für verloren gegangene Marken kein Ersatz gewährt.

Neu aumetd ringe« und Anmeldung von Neugeborenen haben nunmehr unter Vorlage der nötigen Ausweise, ins- besondere der LebenSmittcl-AnsweiSkarte, auf dem Lebens­mittelamt zu erfolgen.

Umzüge innerhalb der Stadt und Wegzüge von Gießen stad in den zuständigen Bezirken auzumelden.

Geschästsstundcn deS Stadt. LcbensmittelamleS von S12 Uhr vorm., 24 Uhr nachm. #

Marlenausqabe für Urlauber:

Sonntags von 1012 Uhr vormittags.

** Amtliche Personal Nachrichten. Ter Großherzog empfing yirm Vortrag: den Staats minister Dr. v. Ewald, den M inister des Innern Dr. v. Hombergs zu .Vach, den Finanz- minister Dr. Bcxker, den Bvrü'and des Kabinetts Wttll. Geheimerat Rom Held. Außerdem: den Major v. Götze, Kommandeur des Ka­detten Hauses Oranienstein. Am 21. Dezember d. I. wurde der Gwßh. RegierungslMiMrer des Hochbaufachs.Karl Münkler aus Roßdorf zum Gwßh. Regierungsbaumeister ernannt, v ** Hausschtacht ungen. Es scheint in der Bevölkerung Vas Gerücht verbreitet Ku sein, als ob nach vor kurzem erlassenen Anordnungen nunmehr jedermann ohne weiteres eine Haus­schlachtung vornehmen könne. Dieses Gerücht entbehrt jeder Grundlage und findet in den bestehenden Vorschriften keinerlei Stutze. Hierauf sei an dieser Stelle nochmals hingewiesen. damit das Publikum vor Schaden bewahrt bleibt. Denn ohne Erlaubnis geschlachtete Schweine verfallen bekanntlich dem Kommnnalverband, der außerdem Mir Einleitung des Strafverfahrens verpflichtet ist

** Zu der Verlosung bei der Goldankaufsstelle am Id. d. M. hatte sich eine'Zahl von Interessenten eingesnnden. Der Vorsitzende des Ehrenausschusses. Provinzialdirettor Geheime- rat Dr. U sing er, begrüßte die Erschienenen durch eine kurze Ansprache. Hiernach gab der Schriftführer, Regier,mgs rat Hemmerde, die sBedingungon der Verlosung bel^nnt und machte aleifestig die Mitteilung, daß sich die Hoffnung des Ehrenans- sch s es, es könnten 28 Gravüren verlost werden, leider nich erfüllt halie. weil infolge geringer CirniiaperuL^ in den letzten Dagen dv Za)^ von 2800 Einliosevern noch nicht ernächt worden seit Durch den Vorsitzenden wurden dann zu Urkundspersonrn berufen: Frau Oberleutnant Naumann, Frau Larrdgerichtsrat Marx und Banvüoekwr Müller, Vorstand der Reicks bau kstelle Gießen. Um Vornahme der Losziehung wurde die Mitarbeiterin ber (f>old- airkamsstelle, Fräulein Mela Laspeyres. gebeten. Die Zie­hung der Aost erfolgt derart, daß für je 100 Einlie-ferer 1 LoH der Urne entnommen wurde. In seinem Schlußwort dankte der' Vorsitzende für die Unterstützung, welche die Gvldankaufftelle seither von vielen «Seiten erfahren habe, -und bat dir Mrwesenden. im Interesse der Sache weiterhin für die iGoLabliesernng zu wirken. Das Verzeichnis der Gewinner wird durch Anzeige bekannt- gegeben. Die Zustellung bg: auf Namen ausgefertigten Gravüren wird demnächst slattfrnden.

** Gewürze. Durch eine Bekanntmachung des Kiiegsernah- rungsamtes ist vorgeschriebcn. daß vom 1. Januar 1918 ab bei dem Verkauf von Gewürzen und Gewürzersatzmitteln aller Art aus der'Packung der Kleinverkaufspreis, sowie der Name oder die Firma des Herstellers angegeben ist. Die neuen Bestimmungen bezwecken die Erleichterung der Kontrolle des Kleinverkaufs- prellcs: ne gelten für Gewürze und Gewürzersatz in jeder Form (Tabletten, Würfel usw.). Soweit Packungen bereits vor dem 1. Januar, 1918 in den Verkehr gebracht worden sind, dürfen Ne m der seitherigen Form noch bis zum 25. Februar 1918 ver­kauft werden Nach diesem Zeitpunkt wird eine genaue Kontrolle darüber smttfinden, daß den Bestimmungen des Kriegsernäh­rungsamts errtsprocksen wird.

** Beschlag na h^le von Segeltuch. In der Bekannt­machung Nr. IV. IV. 300/12. 17. K. R. A. vom 22 Dezember

1917 tft eine allgemeine Beschlagnahne aller Arten üwi neuen lmd gebrauchten Segeltuchen, abgepaßten Segeln einschließlich Liek- louen, Zelten, am!) Zirkus- und Schaubudeirzelteu, Zeltüberdachun- gen, Atarkcstm, iPlanvn, auch Wagendecken, Theaterkulissen und Pa,wranialem«n angeordnet. Twtz der Beschlagnahme ist die Wei­terverwendung der Gegenstünde für choen bisherigen Zloeck ge­stattet, msbesondcre auch in gewerblichen Betrieben. Tie im Haus­halt befindlichen und für ihn bestimmten Gegenstände sind van der Beschlagnahme ausgenommen. Fistlierei, Schiffahrt uno Schuh­industrie sind dürft) besondere Borschriflen beruchiästigt. Ntonalliftst BeslmidsMeldungen sind vorgeschcieb-en, und zwar erstmalig bis 8*-- Tw ^ Ärtu,at .1^18 nach dem Stande vom 1. Januar 1918. Bezüglich aller Einzelheiten nnrd auf die Bekanntmachung selbst verwiesen, deren genauer Wortlaut in heutiger Nummer ein- zuseheli ist

^Überzählige Güter auf der Eisenbahn. Wie uns die Eisenbahnverwaltung mitteill, ist der Verlust zur Eisenbahi- bes örderi i rig aufgegebener Güter in immer za hl reicher werdmden Fallei^ darMlf zurückzuführen, daß infolge der jetzt angewendeten schlechteren Derpackungsstoffe die äiißerlich angebrachte Bezeichnung der Güter während der Beförderung undeutlich und unleserlich wird, gar gänzlich verloren geht. Solche Güter sind sehr leicht der Giftalw ausgesetzt, von den Begleitpapieren getrennt und infolge­dessen verschleppt zu werdeti. Es fehlt dann jeder Anhalt über die Herkunft und Bestimmung. Die Güter werdenüberzählig" und können nur sehr schon urtb mit erheblichem Zeitt'erlust, unter Nm- ständen gar nicht mehr ihrer Bestimmung zugcsülTrt werden. Ein tmrksames Mittel, die Hingehörigkeit solcher überzähliger Giiter schreilstens zu ermitteln, bietet das Einlegen von Zetteln mit der Adresse des Empfängers in die Packstücke, wie es den Heercsange- börigerl für ihr zur Eismbochnbesörderung aufgegebenes Gepäck zur Pflicht gemach ist Und von einzelneir großen Versendern aus eige­nem Antriebe schon seit längererm geschieht. Die allgemeine Ein­führung dieses Verfahrens in allen Fällen, in denen nach der Art der Güter das Einlegen von Zetteln in die Packstücke mrsführbar ist, kann daher nicht dringend gemrg empfohlen werden.

** I m Lichtspielhaus, Ba hn hofstira ße 34 wird vom 2. Feiertag ab bis 28. Dezember der FilmDas Verhängnis der schönen Susi" vorgrführt. Aicherdem eilhält das Festpwgramm das LustspielZinrmer Nr. 22". Siehe Arrzeige.

** !Jm Schwarz-Wei ß-T hea ter , Seltersweg 81, wird heute Lllbert Bassermmm in seinckn FillnkrftrkDu sollst keine fremden Götter haben" austreten. Vom 25. Deze:nder einsch. ab wird das FilMdrcrmiaSacho Baiazzo" vorgeführt. Mit^dem^ so­zialen Drama in drei AktenDas Weib" schließt das Festprogramm. Srehe Anzeige.

Lontzkrkis Gießen.

** Hattenrod, 23. Dez. Füs. Wilh. Stein wurde zum Gefreiten befördert urrd mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

** O bbornhofen, 23 .Dez. Pionier Hch. H e n s e l erhielt das Eiserne Kreuz und wurde zum Gefreiten befördert. Die Hessisch Tapferkeitsmedaille erhielten LandstuMimann Ferd. Kammer, Fahrer Hrch. G r o tz und Sanitäter Herm. B o m. mersheim. Will). B o m m e r s h e i m wurde zum Unteroffizier, Gustav Bo mmersheim zum Vizefeldwebel befördert. Auch wurden beide mit dem Eiseriien Kreuz ausgezeichnet

zm. Trais-Horloff, 24 Dez. Adolf Rudolf Ludwig Moll und Robert Bu tz la f erhielteri das Eiserire Kreuz zweiter Klasse, Ludwig Jakob II. die Tapferkeitsdenkmünze.

Kreis Büvingen.

» Büdingen, 24. Dez. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse exl/iüt der Lbevarzt B ü ckin g, ebenso wurde demselben das -Olden- burgisch Ehreukreuz verliel^m. Das Hessisch Kriegsehrenzeichn m Ersen erhielt der Untevoffizier Bernhard Limper. Eal- bach. Das Eiserne Krautz, früher die .Hessisch Dapferkeitsniedaills erhnÄt der Gefreite Karl Voller: Selters. Tie Hessisch Täpferckeitsmedaille erhielt der Gefreite Willem Ulrich Nieder-Mo ckstadt. Die Hessische Tapß-rS.itsmewille erhielt der Fahrer Mlchlm Dellwrtz. Wolf. Das Eiserne Kreuz früher die .Hessisch Dapseickeftsurchaillc. erhielt der Wehrmanri Karl Vogel, die Hessische Tapferkeitsmedaille der Musketier Hemrich Reichert.

4!- N idda, 23. Dez. Das Eiserne Kreuz, früher die Heffich Tapfer'keitsmedaille, erhielt der Untevoffizier Karl Stüber: die Hessisch Tapferkeitsmedaille der Unte^fsifter Karl Orth. K-obd en. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Heinrich Uhl. O ste r - M i d d e r s h e i m. Das Eiserne Krcuz und das Hessi- ch Krregsehrenzevchn. jerWÄt der Ersatz-,Mservist Hermann Müller. Stock he im. Dos Eiserne Kreuz erhielt der Landstmrmmann Wilhelm Möser.

Kreis Schotten.

f Schotten, 24. Dez. Die Hessisch TavserkeitSmedaille erstreit der Untevofßzier Ludwig Me per. RoattelM H i tz, Leutnant d R., erhielt das Eiserne Kreitz 1. Klasse. Das Eiserne Kreuz erhielt der Fahrer Popplow. das Ehrenzeichen für Knegsfürorge Frvar Elisabeth Fritzges.

B. Burkhards, 24. Dez. Gefreiter. Heinrich Bick erhielt dre Hessische Tasterkeit^mdailLe.

24. Dez. Ein hiesiger, in guten Der- stältnisfen lebender Landwitt stahl einer Frau von hier im Walde 2 Raummeter ersteigettes Brennholz und fuhr aus den hiesigen Bahnhof. Der Forstwatt-Stetlvettreter W. von stier entdeckte noch rechtzeitig den Diebstahl und erstattete Anzeige. Der Holzdieb wurde vom Schöffengericht Nidda zu 8 Tagen Gefängnis und Tragung der .Kosten verutteitt.

Kreis Friedbery.

ch B u r g - G r ä f e ,i r o d e, 23. T'tz. Die Hessisch Tapferkeits- ineda.lle erhiell der Landsturmmann Wstl-eilm Vetter.

Starkenburg und Nheinhessen.

Darmstadt, 23. Dez. Ein großer Schleichhandel mit Mock wirrde hier ausgedeckt. Die Firma Merck hier erhielt mnen Waggon mit 300 Ztr. Schweinefleisch, welcher alsSalz" tjeriartfrt aus Belgien eingefühtt tourde. Sie wollte ihn für chre Arbeiterschaft, z. T. schon für Weihnachten, verwenden. Gm Arbeiter, der beim Ausladen beschäftigt war, verritt die Sach dem Reichstagsabgeordneten Dr. Qucssel, der den Fall zur Anzeige brachte, worauf die Beschlagnahme in den Kühl- nrumen der Firnra erfolgte; die Ueberführung in den städtischnr Schlachthof,^ von der das hiesige sozialdemokratische Blatt zu melden wußte, erfolgte jedoch bisher noch nicht. Die Firma hat Einspruch gegen die Beschlagnahme erhoben, weil das Fleisch- für ihre Rüstungsarbeiter bestimmt sei, und hat nach­ttäglich oie Eüifuhr des Fleisches bei der Reichsfleischstelle ait- ^ S e ^esem Einspruch Glück haben wird, ist sekw fraglich, da sie auch gegen die Höchstpreisbeftimmungen vetttteß, mdem sw 300 000 Mk. bezahlt haben soll (bekanntlich darf für Auslandsware kein höherer Preis bezahlt werden als die für dar Inland geltenden Höchstpreise). Die Reichsfleischstelle jedenfalls hat die Autteafterhaltung der Beschlagnahme angeordnet. Sollte nicht nachträglich doch noch freigegeben werden, so dürste es wohl der Stadt Darmstadt zugewieseii werden.

I. Darm st a d t, 24. Dez. Eine menschenfreundliche Ein- ttchtung hat die hiesige Otts^ruppe des Vereins der Freundinnen junger Mäda-en geschasfeir. Sie läßt einen 5bafseewagen mit heißem Kaffee oder Toe in den Sttaßen verkehren. Hauptsächlich soll er dem Personal der Post, der Sttaßenbahn, das durch seinen Dienst ständig auf der Straße beschäftigt ist, die bei der gegen­wärtigen fettloseil Eriiährrmg doppelt notwendige Erwärmung <2^^-, ^Nahrung wird zeigen, Mi welchen Plätzen das meiste Bedürfnis nach dem Erscheinen des Kaffeewagens vorhanden ist.

I. D a r m st a d t, 22. Dez. Tor Llbendzug von Groß-Zim- mern, der gegen 9- Uhr hier eintrifft, fuhr 'l^iGroß-Zimmern eai Fuhrwerk an, dessen beide Insassen, der Fellhändler Max Klee mann aus Groß-Zimmeim und sein Knecht Georg Sachs aus Kl-Zimmeru. heraiisgeschleudett wurden. Sie erlitten beide ernon Sck>ädelbruch und wurden von dem Zuge nach Darmstadt mitgenommen und in bewußtlosem Zustaiide ins Krankenhaus übersühtt, wo sie ihren Verletzungen erlagen.

I. Darmstadt 24. Dez. Das Elisabethenstift erwarb käuf­lich das hiesige Hofmännische Institut in der Neckatzttaße, dessen Loitettn Frl. Tube vor eftiigeii Monaten starb. Das Ellsabethcn- stisl wird es als Elisabethenschule weitersühren und vom 1. Juli an in das Haus Scm^'ttaße 12, in dem früher das Kern- baumische Institut war, verlern und damit zugleich ein größeres Internat für auswättige Schülettnnen verbinden. Tc'O Lehrplaü der Schule entspttcht dem der anderen höheren Töchterschulen, Ms Lehrkräfte sollen später Lehrschwestern, die die staatlichen Prüfungen abgelegt haben, mit herangezogen werden. Die Lei­tung der Schule wird Frl. E. M o r e l l, bisher Lehrerin au der Elaoriorenschule, übernehmen.

Hessen-Nassau.

st Aus dem Kreise Marburg »24. Dez. Die Gemeiiide» obsternte im Kreis Marburg brachte in diesem Jahre üisgesamt 152 211,34 Mk. ein gegen 34 939,99 Mk. im Jahre 1916. Aus die Stadt Marburg entfallen Hiervon 6082,14 Mk. gegen 2982 Mk. im Vorjahre. An ettter Stelle steht üt diesem Jahre das i'ogen. llniversitätsdorf Caldern mft 13 861,90 Mk.

X. Hanau, 23. Dez. Die Landwirtfchaftskammer für der Regrerungsbezirk Kassel hatte im Frühjahr zur Förderung der Schweinezucht Erhaltuuasprämien fitt Zuchtsauen ausgesetzt. Nach einer Be kanntgcft>e der Landwittschafts kam mer sind soviel Anttäge eingelausen, daß die für diesen Zweck zur Ven'ügung stehende öummc von 50 000 Mk. nicht entfernt ausreicht, um allen An- ttägen gerecht zu werden. Es müß daher die Prämie, soweit sir noch nicht gezahlt ist. von 30 aus 15 Msk. für jede Sau herab­gesetzt werden.

Uivchiiche Nachrichten

'-c

Gottesdienst <rm Dienstag den 25. Dezember, 1. Weihnachtsieiertay.

In der Stadtkirche. 9H: Pfr. Schwabe; b: Pfr.-Aff. Sie. Reunmg. In derIohanneskirchc. 9'/»: Pfr. Ausseld; 5: Pfr. Beckftolsbeimer. Kirchberg. Vornt. 10: Hl.Aben.dnL f. Staufenberg (Kvll. f. d. Heideirmissron); nachm. 5: Sit. Wei> nachtsgottesdienst (Kvll.).

Katholische Gemeinde.

5: Gel. z. A. Beicht, Chttsttwette; 6, 6V-, 7: Hl. Meff«:: Aust. d. hl. Kvmm.; 9: Hvchantt m. Pred.: 11: Hl. Messe m. dvcb.; 5tz/s: Vesper n:. Segen; 5 u. 8: Gel. z. bl. Deich. Tia- Pvra-Gottesdienst mn 25. Dez.: Grünberg 9V».

Evangelische Gemeinde.

Gottesdienst am Mittivoch den 26. Tezenrber, 2. Weihnachtsfeier tag.

In «der Stadt ki rche. 9Vst Pfr. Mahr. Beichte u. Abendm. f. sNatth.- u. Mcrrk.-Gem. 5: Pfr. Schoabe. Donnerstag 27. Dez., 8: Weihnachsfeier d. Vereinig, konf. Mädcben d. Mark- Genr.- In der I o ha n n es k i r che. 9Vs: Pfr. BechtolZl)riu^er. Beickfte u. hl. Abendm. f. Lut.- u. Joh.-Gem. 5: Lft. Weilmachs-^ gottesdienst. Psr. Ausfeld. Kirchberg. Bonn. 10; nactum 4: Kircdergvttesdienst.

Katholische Gemeinde.

6Vs: Gel. z. hl. Beich; 7: Hl. Messe: 8: Aust. d. hl. Kvmm. :

9: Hockrmnt m. Pred.: 11: Hl. Messe «in. Pred.; 5V>: ?lnd m. Sog Tonm-rsbag, 7: Weinioeilx. Diaspora-eöottesdrenü am 26 Dez : Hungen 9Vs, Lich 9V-.

®ic|jcMcr Ktadttheatcv»

Musik von Walter

Der Lügenpetzer.

Weihnochsmärchen von Franziska Becker von Simon.

Es war einmal .... so klingt es auch in diesem Märchen, M dur.amwben ist mit den gtül>enden, leuchenden Farben der 'ckbantaft.', dem Farbenfprel tmx Welt, in der nur die Kinderseele zureciizu suchen vermag. Der kl eine Peter, ein iwunrerer, aich geweckter Knabe, ist lieb,^ Phantasie voll, aber er lügt, lügt sich Jeunt etwas vor. In der Schulstube warnt ihn der Lehrer vor der rc^ergtttung, toe kommen wird, aber er achet der Mahrmng nicht urcd verschießt sich in bitterem Trotz, verhortt in der Selbsttäu- >un^ dr ihm Glanz und Ruhm, Krone und Thron vorgaukelt Am erMwn Leibe, mutz er erfastcen, ,vie mistig sein Denken und pichen ch, wie du- Nemesis mit rauhen Händen in sein Traum- owch^ tmyig-ieirt, os zerstört -und ihn selbst ztur nackten, bloßen, Mltaglrch-kelt und Walwheit zurücfführt. Alles das, was der kleine ' lxte l f 3 l » eincTTt Phartt-asievollen Gehirn sich ausgedacht und selbst ** 1 ?^*, bat. muß er nun wirklich durchmachn. Dian entocckt chn, als Lügner cmi Königshose, inan cittlaröt ihn als saftäxn Kalifen, pnch nur das Versprechen, das gotdne Glöckchen ^ ^ Turban des Kalifen, das bei Chttsti Oöeburt der eine der om Pensen aus dem Mv-Genimch in der '-ippe zuttickließ tEm zu bringen, rettet ihn vor dnn Xobd. Das Flügel ros;

bringt ihn in den deutschen Weihnachswald, wo das verhechuugStVlle Glöcklein am deutlchn Weil/i iadti sbaum hängen j-ail. Er unm es aber nicht erringen, denn die Lüge l-errsch' in dem Herzen des kleinen Peter und das Glöckchen tveicht ihm aus. neckt uvb verspottet ihn. Da ist es zu Ende nnt dem Lügenpeter « «uch noch in eine tiefe Grul-e fällt und hilflos sich ver- Jff! 'Ä Er bereut, verspricht nie mehr zu lügen, mid das Fest, ^rs oen MenschenFriede aus Erden" verkündet, sielst den lleinen ÄMDer als Rremgen, der sich vornimmt, ein braves, tüchtiges oer ine'.isästrchen Gesellschaft zu werden.

FranMMi Becker hat es verstanden, mit diesem WeLhlnaästs-

märi?en sich in die Seele des Kindes, dem das Märckien nrft seinen Wundern ein unbewußtes Mrwana bedeutet, efttzuspeichen Hier wirken nicht , nur Farbenpracht, Mtz und Poesie, sondern vor allem auch eine Handlung, die mit der belebenden Tendenz aufs guicklichste die Anmut des farbenprächtigen Märchens verbindet geht einem auf, wenn man sucht, wk all die kleinen Gesäwpsck^n mit offenen Mäulchen und leuchtenden Llugen den Vorgängen auf der Bühne folgen und wie tief die Eindrücke sind die eine^ichte, iu die Form des Märchens gelleü)ete Wahrbeft auf das weicl>e Kindergemüt zu machen vernrag. lind doch! Nicht für das Kind allein ist das Märchen da. Auch )oir Großen, wir Erwaclstenen, die wir mitten im Kamps unis Dasein fielen, wir lollten U7is hier und da einmal zum Märastn zurücksinden' Es trogt w so viel Schönes, so viel Diese, so viel beut|d>eS Gemüt' im Märchrni. Ist das Meid wich farbig ^unftctjecttg. ist dir Logik auch nriternander jbrüchig. >oas fragen nur darnach. Das Märckxen ist ein Kv,id des Herzens, das Empf­indens, mi!d als solches soll es ausgenommen und verstanden tverden.

Tie Darsteller unterzogen sich mit Liebe und Freude ihrer ^us-yabe Karl Volck war ein würdiger Lehrer. König und Grost ivesic, Rudolf Go kl ein vottrefslicher. mit konftfä>en Zügen aus- gestatttter Mster. Rawuzel und Kadi. Mlerliebst, voll Grazie mid Anmut zergte sich Gustel Beling als Maus, Prinz von Gold- land und Prinz Jussics, Helene Kallniar als Lügenpeter wußte sich die Herzen der kleinen Tbeaderbesucher im Sttirnl zu erobern, ebenw wie Hermine Wvssidlo als Suse. Prinzcisin und Su.

einschmeichelnde, weiche Musik LLalters von Simon verfehlte ebensowenig wie die schöne AuMattnng, bei der hoch- "Mmne" Weihnachtstwald etwas merlloürdig anmutete, üjvc. Wirkung. ( __ w m _

von Sven .Hedins wissenschaftlichem Tibet-Werk^ Die wrssenschaftlvckM Ergebnisse der letzten Forichungsrelse ,L)ven Hedins, die bereits über ein Jahrzehnt znruckliegt -- sre hat m den Jahren 1906/06 stattgefuicdan- sollen demnächst Veroffnttlvcht worden. Es handelt sich dabei um

ein kostbares, sehr runfangreick^ Weck, das die lfthogravhisck-s Anstalt des ,chwedischen Generalstnbes herstellt: es lvird nur gegen vorherige Zahlung des rech: etzi^blichen Preises von. 500 ShTonen abgegeben. Rock, in die sein Jahre sollen die er,len Bände herauskommen. Das Werk fängt mit einer Gerichte dei- Kenntnis Libets von den ältesten Zeiten bis zum Schluffe des l8. Jahr­hunderts <Ap dem ersten Bande an: B«rnd zroei behandelr die Vtwropraphic Tibets und die Entdeckung der Quellen der großen Ströme Indiens; Band drei umfaßt die Oseschichte aller For- chungsreisen m älterer und neuerer Zeit, die fick, aus das oetooltiac Vergipstem beziel^n, das nach Sven Hedin als Transhimalaja bezeichnet wird: cs schließt mit St>en Hedins eigenen Rci e.l ab. Ter vierte Band erMiiit vorläufig noch nicht, dag«ren -e:" suufter nvcl> für dieses Jahr in Aussicht gestellt, der die Gcü'Ms-^ runde und Geologie' Südtvesb-Tibets umfaßt. Professor Anders Hmmng, ber bie Gesteinspwben 5-ckstn§ untersucht lxit. ist sein Berfaffer. Nachstdem wird em Reil-e von >katten oeröfsenftickst Zunachit zwöll Blätter im Maßsdabe 1 :300lX)0. in die HedinS sind: die dlusarlwitting stmnntt von'Leut-, E Kiellstrmn .md Ober,t Bpström; von 15 Blättern im Maßgabe 1 100 000. die Osttnttei'an und Tilget umfassen, von den gievbeii Kardograpl^eu ar^gearbettet kömien vorläufig nur zwei ers-beinen. Tie.es Kartenwerk umfaßt alles, n^rs über Tibet mid seine Grenz, länd« bis ietz4 bekannt ist. Ter letzte der noch in diesem Jah^ erichemendci, Bande ist em großer Folw-^lllas von 105 Blättern der 5ö2 PMwnumm titanischer Berglandschaften entm. Es

Sveii Hedins. die er von zahlreich ^Eln, Passen oder Lagei'plätzen aus ausgenommen bat Im n Wteit 3*1^ (Ttöcrnt zunächst Band.6 der Btckcs. der bereit ^bandelt die nitteorvlo gischen nnd astwiw mischen Bevtchttmgen: pnne B<wfaner sind Prof. Nils Ekbvlin und Lektor Tr^ Olsion. Das groß angelegte Wmi ist in mehix-wn Svwiftm ad- aesvßt. englisch snid dre ersten Bäirde sowie die Texte z den Karten und den Pamgamen: die ?Lus<rrbeitungen Hennins mb

li) r.VL Sswache al'gcfaßt, während Z>:. svanzüsisch geschrieben liat.