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167. Zahrgang
Donnerstag, 29. Dezember
General-Anzeiger
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yesiiger Artilleriekamps zwischen Srenta und Piave.
2900 Italiener gefangen.
WM.) GrstzeS Hauptquartier. 19. Dezember (Amtlich.)
deeresgruppe Kronprinz Nupprecht.
Fn einzelnen Abschnitten der flandrischen Front, am Süduftr der Scarpe. bei Moeuvres und Graincourl war am ^Nachmittag die Artillerieläligkeit lebhaft.
veeresgruppe Deutscher Kronprinz.
In kühnem Vorstotz brachte eine Sturmabteilung östlich von Craonne eine Anzahl Franzosen ein.
*
Unsere Flieger haben London. Ramsgate und Margate mit Bomben angegriffen und gute Wirkung erzielt.
Leutnant Dongartz errang seinen 27. Luftsieg.
westlicher Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Mazedonische Front.
Au beiden Seiten des Wardar lebhafte Feuertütigkeit.
Italienische Front.
Tagsüber heftiger Artilleriekamps zwischen Brenta und Piave. Nach kräftiger Feuerwirkung erstürmten österreichisch- ungarische Truppen den Monte Acolone und die nordwestlich und nordöstlich anschließenden italienischen Stellungen.
Achtundvierzig Offiziere und mehr als zweitausend Mmm wurden gefangen genommen. Italienische Angriffe östlich von Monte Solarolo scheiterten.
Der Erste Generalguartiermeister Ludendorsf.
*
Der Abendbericht.
Berlin, 19. Dez., abends. (WTB. Amtlich.)
Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues.
Wer freut fic6 jetzt eigentlich nicht so recht von Herzen, daß im Osten wenigstens der Friede nahe erscheint? Wir vertrauen der Kunst und der Kraft unserer Staatsmänner, daß sie diesen Frieden so verankern werden, daß er Bestand und dauernden Nutzen für die Menschheit hat. Es gibt aber auch in dieser Stunde noch Köpfe, die sich weniger über das W i e dieses Friedens Gedanken machen, sondern wieder in alter Weise zu säuseln beginnen über die allgemeine „Kraft der Friedensidee", die „auf dem Marsche" sei. So leitactifclt der Abgeordnete Gothein im Berliner Tageblatt. Er bezeichnet alles, was jetzt in der Frage des Friedens geschehen :st und geschieht, als Pazifismus, als hervorgegangen aus der „Idee der Friedensbewegung" schlechthin. Als ob nun nicht doch das deutsche Schwert den Frieden auf den Marsch gebracht hätte!
„An den Gestaden des Mittelmeeres wächst eine Pflanze, die Agave, die dicht über der Erde schöne Blätter entwickelt. Und eines Jahres treibt sic einen kräftige':, über mannshohen Stamm» aus der Wurzel, der eine mächtige Blü enkwne trägt. Mit diese'c- Leistung aber ist ihr Dasein erschöpft; sie hat sich zu Tode geblüht. So ergeht cs dem Militarismus und Marinisnms in diesem Krieg; mit ihrer Niesenleistnng in ihm blühen sie sich zu Tode."
An einer andern Stelle fügt Gothein indessen vorsichtig hinzu „Es ist nun nicht zu verkennen. daß. abgesehen von Rußland, wo die furchtbare Not bei den sozialistischen Parteien aller Richtungen den Friedenswillen gezeitigt hat, ein solckier bei der: Regierungen unserer anderen Fe::we heute noch nicht vorhanden ist." Gotheins Vergleich der Agave mit der Bes.i igung jeglichen Militarismus ist ganz verfehlt. Denn die Agave stirbt doch nicht ans. So ist es wohl richtig, daß dieser Weltkrieg, hoffentlich auf viele, viele Jahre hin, den Völkern die Lust zu neuen Kriegsunternehmungen nehmen wird. Aber daß der alte Same der Zwietracht nun für alle Zeiten aus der Welt geschafft sei, das zu denken bleibt Träumer::, Ideologen Vorbehalten, die sich nicht an die Tatsachen halten wollen. In Frankreich erscheint jetzt ein Gesetz, das den Pazifisten die Todesstrafe androht! Dieser Vorhaltung entwindet sich Gothein mit dem Bemerken, daß die Friedensidee auch dort marsck>iere, sonst würde sie nicht so verfolgt werden! Auch eine Logik. Und wenn unseren Gegnern im Westen der Durchbruch geglückt märe, wenn sie uns besiegt Hütten? Würden sie dann einen „pazifistischen" Frredeu mit uns schließen? Oder einen Frieden, der aus Macht und Sieg gegründet lväre? Wir wollen uns statt dieser altem Prinzipienreiterei. die niemals so unfruchtbar
und von des Gedankens Blässe angekränkelt war als gerade heute, lieber das neueste Wort Ludendorffs Vorhalten, das er bei einem Besuch von Pressevertretern im Hauptquartier aussprach. Mm: rede nicht so viel vom Frieden. Dieser kommt mit dem Sieg. Das ist richtig und aus der Erfahrung heraus gesprochen. Wir verdanken die wachsende Friedensneigung nicht irgendeiirer Ueberredungskunst, einer all- gemein sich durchsetzenden Theorie, sondern dem Erfolg unserer Waffen. Der Fri^e aber, der in Sturm und Wetter erwachse:: ist, den wollen wir nicht in Treibhäuser bringen und zur Schau stellen.
Der Feldzug gegen ble „Verräter" in Frankreich.
Paris. 19. Dez. (WTB.) Meldung der Agence Ha- vas. Der Untersuchungausschuß in Sachen C a i l l a u x' hat H 11 } [ Ic6 S? Stimmen bei vier Stimmenthaltungen den Inhalt des Antrages des Berichterstatters Paisant angenommen, der dahmgeht, die parlamentarische Immunität für Ea : llaux undLoustelot auszuheben. Der Ausschuß wird in der Kammer eine öffentliche Erörterung der Angelegenheit für Sonnabend fordern.
Der Ssterreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien. 19. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart.'
Oestlicher Kriegsschauplatz Waffenstillstand.
JtalienischerKriegsschauplatz Oestlich der Brenta Häven die Truppen der k. u. k. 4. Jn- ftmtene-Division unfc das k. u. k. Infanterie-Regiment Nr. 7 unter erfolgreicher Mitwirkmrg der Artillerie trotz ungünstiger Witterung die feindlichen Stellungen bei Ost di Lepre stnvie den Monte Acolone gestürmt und bei der Abwehr feindlicher Gegenangriffe den Erfolg auf dem Monte Aeo- lone noch erweitert. 48 Offiziere und über 200V Mann wurden gefangen eingebracht. Oestlich des Monte Solaroto wiesen deutsche Truppen r««rlich feindliche Angriffe ab.
Der Chef des GeneralstabeL
Die Lage in Rußland.
Lostrennung der Ukrainer.
Petersburg, 19. Dez. (WTB.'» Meldung der Petersb. Telegravhen-Agentur. Im Interesse^ der Einheit und Brüderlichkeit der in: Kampfe für den Sozialisnrus bedrückten und crusgebe Meten Massen der Arbeiter und angesichts der Anerkennung dieser Grundsätze durch viele Entschließungen der revolutionären Vertretungen der Demokratie der Sowjets, besonders des ersten Kongresses der Sowjets aus ganz Jtußland und der hzi-algtüchen Regierung Rußlands, bestätigt der Sowjet der Volksbeauftragten das Recht aller durch die Zarenherrschast und das Bürgertum wtterdruckten BMer des großen Rußlands auf eine freie Entwicklung, einschließlich ihr Recht, sich von Rußland zu trennen. Daher erkennt der Rat und Sowjet die Volksbeauftragten der, Republik des ukrainischen Volkes sowie ihr Recht aus vollständige Trennung von Rußland und ans den Beginn von Verhandlungen mit der russischen Republik über ihre gegenseitigen Beziehungen an, seien es solche eines, Bündnisses oder andersartige. Die nationalen Rechte und die Unabhängigkeit des ukrainischen Volkes werden von dem Rat der Volksbeauftragten ohne eine Einschränkung u:ü) bedingungslos anerkannt.
„Rada Ukraine" nahm sich Henaus, die Truppen des Sowjets, die in der Ukraine standen, zu entwaffnen. Ferner unterstützt die Rada die Verschwörung gegen die Regierung der Sowjets, indem sie sich auf die übrigens nur angeblichen Selbständigkeitsrechte des Don- und Kubangebiets beruft und so die revoln- tionsfeindliche Erhebung Kaledins deckt. Indem sie sich den Interessen und der Aufforderung der ungeheuren Mehrheit der bedrückten Kosaken widersetzt, öffnet die Rada de:: Truppen Kate- dins den Weg durch ihre Gebiete, indem sie den anderen Truppen den Durchgang verweigert, und indem sie ich auf die Seite des schimpflichen Verrates schlägt, und sich n i;t, die schlimmsten Feinde sowohl der Unabhängigkeit der Böller Rußlands als der Regierung der Sowjets, die Feinde der arbeitenden und aus- .giebeuteten Massen, der Kadetten und der Anhänger Kaledins zu unterstützen, würde die Rada uns zwingen, ihr ohne Zögern'den Krieg zu erklären, selbst dann, wenn die ukrainische unabhängige bürgerliche Republik bereits von der Vertretung der obersten Staatsgewalt formell anerkannt wäre.
ddunmehr legt der Rat der Volksbeauftragten angesichts aller oben angeführten Umstände dem Völkern der ukrainischen und russi- 1ck>en Republik folgenöe Fragen vor: Wird die Rada sich verpflichten, auf jeden Versuch, die Front aufzulö.'en zu oer züchten? W:rd die Rada sich veroslutsten, ohne
die CH. fs der Obersten Hewesleitung k.rne Truppen
teile durchziehen zu lassen, die in der Richtung aus den Don nach dem Ural oder anderen Orten marschieren? W:rd d:e Rada sich verpflichten, jeden Versuch, die Regimenter der Sowjets und der Roten Garde in der Ukraine zu entwaffnen, einzustellen und wird sie solchen die weggenommenen Waffen sofort zurückaeben? Falls nicht binnen 48 Stunden eine zufriedenstellende Antwort >u:geben sein sollte, wird der Rat der Volksbeauftragten die Rada als im Zustande des offenen Krieges gegen die Macht der Sowiets :n Rußland und der Ukraine befindlich anseben Untcrsclsrift: Der Rat der Volksbeauittagtcn.
DaS österreichische Abgeordnetenhaus und die Frieden-verhandlungcn.
Wien, 18. Dez. (WM.) In der Fortsetzung der Ber» handlmrg der dringlichen Anfragen über die Friedens-- Verhandlungen gab Minißer Präsident S e i b l e r im Einvernehmen mit dem Münster des Aeußern eine Erklärung ab , m der er gegenüber der Anregung des Tschechien Stauek, nach der» dem Mini',ter des jAeußern zu den Friedensoerhandlmrgen ein. aus den verschiedenen Nationalitäten Oesterreich-Ungarns zusammengesetzter Beirat beigegebei: werde, festgestellt, daß nach den vertatsungsrechtttchen Einrichtungen die Vertretung bei den Friedens Veredlungen oem Minister des Aeußern Miegt, der im Rahme:: seiner Veranrwortlichkert und im EinverTrehmen mit den Verantwortlicher: Ministerpräsidenten beider Staaten der Monarchie drese Verhandlungen zu führen hat. Es würde dem Griffe alle- der Konstitutionellen Staaten wideripvechen, w en n dae Regrerung bei der Führung dieser Verhandlungen durch solch« Verrate .wntvollrert würde. Dieser Anregung kann somü nicht nähergetreten werden. Selbstverständlich ist es jedoch, daß etwa abgeschlossene internationale Abmackmngen, insoweü sie nach der Berfa:'ung der Genehmigung durch die gefetzMbeuchen Körperschastea befrurren, diesen seitgnrecht werden vvrgelegt werden. Bei den» FrredensverHandlungen mit Rußland werden selbstredend auch dir wrrtschaftlichen Bazäehm^en zu Rußland eilte Regelung erfahren.
Hinsichtlich der Grundsätze, nach denen der Friede tm tfxn lHjnqen fcücklichen Staaten geschlossen werden soll, erklärte dev Minister des Aeußern, daß unser Streben darauf gerichtet ist, aut der gedachten Gru^lage eine:: allgemeinen Frieden zu schließen, daß er aber nicht irn der Lgge sei, gegeirüber solchen Feinden, d:e auch weiterhin auf! ^ie Fortsetzung des Krieges beharren Een, diese selbstlosen Kriegsziele fü r alle Z^lnnft einseitig sestzuleeen. (Lebßafte:- BeisaN und La <eNa chn.^Ti Adschtd.r per ei isch ng ris . n R gi ru g. m:: allen unfern: Gegirern zu einen: derartig letostlo en Frieden zu gelangen, ist dem ganzen Auslande und daher auch den Regierungen aller feindlichen Staaten vollauf bekannt. Mit Rücksicht au: die seit den letzten Erklärungen des Mrni'ers des Aeußern versttrchene kurze Fnn^t sowie darauf, daß die Situation inzwischen eu:e wesenllrä'c Aftrideruing erfahren bat, liegt kein Anlaß -wr rm jetzigen "Agenblicke mit neuen Friedensvorschlagen! an unsere Gegner heranzntreten. (Lebhafter Beifall und L>ände> klatschen. Der Minhterprasident wird beglückwünscht.)
Der türkische Thronfolger im deutschen Hauptquartier.
Berlin, 19. Dez. (WTB.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Heute istimGroßenHaupt-
quartier der türkische Thronfolger Nahid Ed
d: n eingetroffen, um, einer persönlichen Einladung Kaiser Wilhelms folgend, diesen zu besuchen und darauf die deutsche Westfront zu besichtigen.
Secfrfeg.
V a rr s, 18. Dez. (WTB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Däs französische Wachtboot „P a r i S N r. 1 1" ist im Meerbusen von Alavia (?) (Adalia) in Syrien am 13 Dezember durch türkisches Geschützseuer versenkt worden. Ein Tell der Besatzung erreichte Castelloriza. Der Kapitän und 1b Mann sollen gefangen genommen sein.
Ein französifcher Kreuzer versenkt.
Paris, 19. Dez. Meldung der Agence Havas. Amt- Ich. Einer unserer neuen Kreuzer „Chateau Renault" .8000 Br.-R.-T.), der zu Transporten im Mittel- mecr benutzt wurde, wurde am 12. 12. morgens durch ein Untevseebom torpediert und kenterte. Die Fahrgäste durchweg ^oidaten sind gerettet. -Zehn Matrosen vom „Chateau Renault" werden vermißt. T>as deutsche Unterseeboot wurde zerstört.
Wir erfahren hierzu: An zuständiger Stelle ist über die Begebenheit :wch nichts bekannt. Es ist zu hoffen, daß auch bmem Falle die Nachricht über die Versenkung des deut schon U-Bootev sich als Ententephantasic Herausstellen wird
dem Felde wird uns gesck^iebe:: Britische Schädel si Wbelbai hart Mm: tollte mannt, unr litten den Ei:gland,rn P legenh ri ^mng gegeoen. sich davon zu überzeugn: daß
eo: Turch-omntcii an der FtLilderrrftvitt, obex überlMup:


