Ausgabe 
11.12.1917 Erstes Blatt
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Nr. 291 Zweiter Blatt

Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessenj

Dienstag. U. Dezember &\Z

Zortsetzung der russischen Geheimdokumente.

Berlin, 7. Dezember.

Griechenland betreffende Dokumente: Angebot Südalbaniens. eines Territoriums in Klein­asien und von Cavalla.

. ^ £015 gab Benisilos dem englischeii Gesandten

ur Mycn das EmverstgndttiS des Königs mit der Uebergabe von CavMa an Bulgarien, falls dieses sich der Entente anschließe. Nach dem Rücktritt lvon Benrselos änderte sich die Ansicht der griechischen Rvgierimg: sic protestierte (Note vom 18. Mai 1915), ohne Antwort erhalten, und melierte abermals am 30. Juli gegen, das zweite -nge bot von Cavalla an Bulg arien, bei dem d er Ilmfang des. Hinterlandes abhängig gemocht wurde von der Größe der griecht fthen Erwermmg in Kleinasien.

Abtretung des Bezirkes Dojran-Sewgeli von Serbien an Griechenland.

Vemselvs verlangte am 8. September 1915, daß, Serbien nach Ettmgen der Miierten gegen Blchgarien keine Forderungen ans die Strmnitza erl)ebe. Am 19. S«mber 1915 willigte die serbische Regierung für den Fall eines glücklichen Krieges in beiden Punkten ein. Nock Beniselos' Rücktritt und der BeiLehaldmg von Griechen­lands Neutralität im Oktober 1915 wurde die angeregte Besetzung des Tvi van-Bezirkes nicht vollzogen, weil Griechenland sich in die bulgarischk-serbischen Kriegsoperationen nicht einznmischen wünschte. Am 11. Oktober 1915 dementierte der König vmks Griockenland das Gerücht von einer Absicht C^riechnckands, einen Teil des serbischen Gebietes zu besetzen; Griechenland betrachte sich weiter als Verbündeten Serbiens.

Angebot von Cypcrn an Griechenland.

Am 7. Oktober 1915 stimmte England zu, falls die ganze griechische Armee Serbien zu Hilfe eile. Am 12. Oktober 1915 wurde dieZ Angebot für kraftlos erklärt, weil die Bedingung nttflt erfüllt wurde.

Am 10. November 1915 Verpflichtungen der Ententemächte betreffend Saloniki: Rückgabe aller besetzten Gebiete und Schaden -rsatz für die Besetzung.

Weitere Dokumente.

«Au Diplodir (?), Grobes Hauptguartier. Belieben Sie dem Ministerpräsidenten folgendes zu übergeben:

In Nr. 150 der Moskauer Zeitung Sozialdemokrat ist ein '.^lergernis erregender Artikel abgedruckt unter der gewaltigen Ueberschrift:Der zarische Henker Alexejew wurde aus Forde­rung der Alliierten zum Kommandierenden ernannt." Unter- anderem wird darin gesagt:Der englische Botschafter Buchanan ist noch immer in Petersburg." Der Artikel endet wie folgt: Di« Kornilowjade muh man letzt schon nicht mehr in Mobilem nahen, sondern in Petersburg, und deren Haupt trägt einen! lehr bekannten Namen. Kerenski.

In Nr. 4 der Zeitung Rabatschi Put heißt es unter der ckeberschntt:Die Kräfte der Verschwörung": Es ist: schon jetzt kein Zweifel mehr, daß als direkte Komplizen der Kornilowschen ll^ttchwörung die Kadetten und die offiziellen Vertreter der ver­bündeten Mächte figurieren usw.

. Ich bitte um Vcitteilung, welche Maßnahmen der Premier für erforderlich hält gegen die beiden genannten Zeitungen.

- Terest schenk).

Geheimtelegramm an den Botschafter in Paris Nr. 398.

Telegramm vom 23. August erhallen. Zugleich hiermit ergeht Verfügung wegen Ueberweisnng von 3200 Franks an Botschaft für die Journalisten Honigmann und Fagar.

Unterschrift: Petrajew.

Geheimtelegramm an den Geschäftsträger in London, mit- geleilt den Vertretern in Paris und Rom, vom 16. Oktober 1917 <4797).

Unter Bezugnahme auf Ihr Telegramm Nr. 365. Anläßlich Jhver Unterredung mit Balsour halte ich es für nötig, zu be­tätigen. daß nach rmserer Ansicht die bevorstehende Alliierten- konferenz die Würdigung der allgemeinen Lage und Herstellung völliger Solidarität zwischen den Verbündeten in ihren Ansichten' wer me Lage zur Aufgabe haben muß. Hiermit zugleich wird

Konferenz die Mittel und Wege für die Fortführung des krieges und die gegenseittge Unterstützlmg, welche die Alliierten, einander werden erweisen müssen, zu bestimmen haben. Hinsicht-' ttch der Beteiligung einer das Verttauen unserer Deinokratte gemeßenden Person an der Konferenz wird man eingedenk sein 'Een, daß diese Person zum Bestände der russischen Regie- rungsdelegation gehört, in deren Namen offiziell nur ihr Haupt lprechen wird.

_ Der Außenmttrister Tere fischen ko.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 11. Dezember 1917.

Welche Gebührnisse stehen dem beurlaubten Soldaten zu?

Zur Beseitigung bestehender Unklarheiten über die Gebühruisse beurlaubter Unteroffiziere und Mannschaften während des Krieges sei im folgenden der Inhalt der einschlägigen Bestimmungen kurz zusam mengesaßt.

Es kommen in Betracht: gewöhnlicher Urlaub bis zur Höchst­dauer eines Monats, häufig wicderkehreüde Beurlaubungen vou kürzerer Tauer bis zu 8 Tagen im einzelnen Falle und Urlaub wr WüLecherstellung der Gesundheit. Ferner kann Urlaub bis m entern Mwnvr erteilt werden zur Befchäfttgung im eigenen landwirtschaftlick)en oder geiverblichen Betri^. zu beso^eter- !r^ke,l ch ebensolchen Betrieben oder bei Behörden uttd schließlich auch längerer Urlaub zur Megung von Prüfungen und zur Vor­bereitung dazu. Kriegsdienstbeschädigte können auf angemessene Zeit zur Erlangung eines für sie geeigneten nennt Berufes beur­laubt werden, -aber noch ärztlicher Behandlung bedürfen, oder einen kürzeren Urlaub zu privater Beschäftigung in eigenen und ftemden landwirtschaftlichen und gewerblichen Betrieben erhalten.

Alle Unteroffiziere (<tts Löchningsempfänger) und Mannschaf­ten haben bei gewöhnlichem Urlaub, z. B. während der kirchlichen Festtage, zur Beseitigung häuslicher oder privater Notstände, vom Truppenarzt befürwortetem Erholungsurlaub, Urlaub aus dem Felde bet Familienereignissen u. dgl., Mtsprucb auf volle Löh­nung und Beköstiguugsgeld und Freifahrt. Nur Löhmmg erhalten Unteronrziere und Mannsck)aften bei häuftg wiederkehrendem Ur­laub, z. V. Sonntagsurlaub und anderen Beurlmibungen, die nicht länger als je 8 Tage dauern, aber eine besondere Vergünstigung

darstellen gegenüber den anderen Mannschaften. Bei Urlaub zur Wiederherstellung der Gesmidhett, der meist nach Rückkehr aus dem Lazarett bewilligt wird, erhalten die Urlauber vÄle Löhnung, Be- kösttgungsgeld und Freifahrt, sofern die Notwendigkeit des Ur­laubs vom Truppenarzt bescheinigt wird. Dieselben Gebührnisse erhalten Urlauber bei Beschäftigung in eigenen landwirtschaftlichen und gewerblichen Betrieben, wozu auch die Betriebe von Eltern und Geschwistern rechnen. Bei län^rem Urlaub über 1 Monat tritt, abgesehen von den Kapitulanten des Friedensstandes, allgemeine Entlassung und Burflcfftdümp ein.

. Unteroffiziere und Mannschaften, dte zu besoldeter Tätigkett in fremden londwirtsch-aftlichen und gewerblichen Betrieben oder bei Behörden beurlaubt werden, erhalten Löhnung mcr bis Eiche des­jenigen Monatsdrittels, in dem der Urlaub angetreten wird. Die Löhnungszahlung hört mit Ende des vorhergehenden Monats- drtttels aus, wenn der Urlaub am 1., 11., oder 12. eines Monats anfängt. Sie beginnt wieder mit dem ersten Tage desjenigen Mo­natsdrittels, in dem die Rückkehr vom Urlaub erfolgt. Beköstigungs- geld wird bei -diesen! Urlaub nickst gewährt, dagegen Freifahrt bis zum Arbeitsort auf Kosten des Arbeitgebers, zu dem der Mann beurlaubt wird. Die Rückfahrt zum Truppenteil erfolgt auf Kosten der Militärverwaltung. Ebenso wie die vorigen werden gelöhnt erhalten aber iveder Mckösttgungsgeld noch Freifahrt, solche Unter­offiziere und Mannschaften, die auf mehr als einen Monat zur Ablegung von Prüfungen und zur Vorbereitung auf diese beurlaubt sind. Bolle Gebülpmisse (Löhnung, Bekösttgungsgeld und fteie Fahrt) erhalten schließlich alle Kciegsdienstbeschädigten, die zur Erlangung eines neuen Berufes oder zur Aufnahme der Arbeit tm Zivilberuf bis zur Beendigung des Entlasftcngsversahrens be^ urlaubt werden

m

** Kinderwäsche - Woche. Tie Einsammlung von Spen­den am Mittwoch findet in eine Anzahl von Sttaßen statt, deren Namen im heuttgen Anzeigentell veröffentlicht sind.

** Bildertafel n unbekannt Verstorbener. Das stellvertretende Generalkommando des 18. Armeekorps weist erneut darauf hin, daß sowohl bei den Landrats- bzw. Kreisämtern des Kvrpsbezirks als auch bei allen militärischen Kommandobehörden, Garnison- und Bezirkskommandos, Ersatztruppenteilen, Lazaretten usw. dte den Verlustlisten von Zeit zu Zeit beigegebenen Bilder­tafeln unbekannt Verstorbener eingesehen werden können.

** Wundertüte tt und Wunderpakete. Der Staats­sekretär des Kriegsernährungsamts hat die zuständigen Stellen auf die Notwendigkeit der Unterdrückung des Handels mit sogen. Wundertüten und Wunderpaketen aufmerksam gemacht. Die Tüten bzw. Pakete enthalten fast durchweg we.tlose oder höchst minder­wertige Gegenstände: Papierbilder, Spielzeug, ein Stückchen Zucker oder einige Rosinen. Gegebenenfalls kann dem Massenhersteller solcher Wunderpakete die Erlaubnis zum Handel mit Lebens­mitteln entzogen werden.

** Gefährli che Waschmittel. Ter Kriegsausschuß für Ktmfumentenmteressen schreibt: Me im Berühr befindlichen Sei- senerfatznttttel müfien vom Kriegsausschuß für pflarrzKche uich ttertsche Oele und Fette zugelassen fein, d. h. wir haben hier schon etne Genehmigungspflicht für Ersatzmittel. Wie wenig das nützt, ersieht man aus der kürzlich verösi'entbichten Warnung des Kaisern nchen Gesundheitsamtes und der Handelskammer Dresden vor den Natrtumpero^pd enthaltenden Waschmitteln. Ferner sind von 60 Waschmitteln m Württemberg 45 wegen Mttrderwerttgkett imd Schädlichkeit veröotnt, in Sachftrt such vmt 56 Waschpulvern 43 nicht zttgelassen; in Frairkfurt a. M. war die Genehmigung für 93 beantragtzmußtr aber in 40 Fallen versagt werden! Man macht stch also gewtp keiner Uebertrekbung schuldig-, )venn man die Hälfte aller Waschmittel als untauglich oder schcchlich bezeichnet, für die Rohswfse, Verpackungsmaterial. Aibfttekcäfte verschwendet werden rn, einer Zett, die allergrößte Sparsamkeit auf allen Gebieten zur ersten Micht für alle macht. Bei 50 v. H. aller Waschmittel laufen i-ie Hausfrauen Gefahr, nicht nur Schaden an ihrer Gesundheit zu nehmen, sonderrr auch durch scharfe Mittel ihre Wasche zu ver­derben und dadurch einen in der Krieg^eit imersetzlichen Verlust zu erleiden. Ter Kriegsmtsschuß für Konsumenteninteressen er­wartet, dar; der Krregsaussckwß für Oele itnd Fette in Zukunft mtt der Reichsb ekleidun;rsstelle Hand in Hand arbeitet und nur noch solche Waschmittel genehmigt, die weder gesundheitsschädlich find, noch bei zweckmäßiger Handhabung die Gewebe zerstören.

** Unsere Jugend und die Kriegskost. Der Mangel an Lebensmitteln macht nun auch der Jugend in den Großstädten und m den dichtbevölkerten Landgemeinden unserer Industrie­gebiete zu schaffen. Die umfassenden Untersuchtmgen. die der Schularzt von Chemnitz. Prof. Dr. Thiele, seit längerer Zeit an Chemnitzer Volks- tuid Fortbildungsschülern angestellt hat, haben zu dem Ergebnis geführt: von 1916 zu 1917 ist ttotz der Zulagen, die für Jugendliche gewahrt werden konnten, eine Verschlechterung ihres ErnährungsMftandes eingetteten. Bei den Kindern von fleinen Beamten, von Lehrern und Feftbesoldeten war der Rück­gang besonders auffallend, währertd die Kinder aus Kreisen/ mtt höheren Einnahmen oder aus Famiüen von Schwer- und Schwerstarbeitern wesentlich günstiger abschnitten. Der Verzicht aus Sport, Wanderungen und Leibesübungen, den Prof Dr. Thiele allgemein empfiehlt, ist unter diesen Verhältnissen allerdings dringend geboten; ein ausreichendes Gegengewicht ist er aber nicht. Schon heute steht fest, daß im kommenbeit Jahre die Be­wegungStadtkinder aufs Land" mit ganz besonderem Nachdruck und m noch größerem Umfange einsetzen muß. Die Einrichtung, die un Frühiahr 1917 in aller Schnelligkeit aus dem Nichts geschaffen werden mußte, ist da; sie ist erprobt und wird nach den bisher gesammelten Erfahrungen verbessert werden; so steht zu er- varten, daß sie im kommenden Jahre zu noch schöneren Erfolgen ührt. Für unsere gesamte Kriegswirtschaft aber muß die Not öle mir£ «uter den Jugendlichen um sich zu greifen orvhtt erneut Beranlafsuna zu dem Versuche sein, die Lebensmittel auf dem Lande möglichst lückenlos M erfaßen.

** Schwa rL-Weiß-Th^t er, Seltersweg 81.Tie Vergangenheit rächt sich!" betitelt sich der 1. Film der Urban- Gad-Serie 191718, der im neuen Programm zur Vorführung gelangt. AußettHem tritt das beliebte Künstlerpaar Melita Petri und Herbert Paulmütter in einem LustspielSttopp'" auf Der gutgewählte Spielplan ist von heute bis einschließlich Freitag zu ehen. Stehe Anzeige. .

""^DasKreisblatt Nr. 201 enthält Verordnungen über - Sämereien, Handel mit Gänsen, Beschlagnahme der Brndegarn- enden, Tragen von Waffen, Gebührenordnung für die Hebammen Kreisattzeckereiverzeichnisse Bedeckung der Stuten. Beförderung^ scheine für Obst, Ausgletch-Petroleum, Bezug der bestellten Nähr­

mittel, Futterversorgung der Spann- und Zuchttiere, Bildung der Schöffen- uird Schwurgerichte.

** Berichtigung. Im gestrigen Bericht über das 3. Konzert des Güßener Konzert-Vereins ist leider folgender Satz ausgefallen: Die beiden Lieder von Mahler:Ich ging mit Lust durch einen yrünen Wald", und besonders das reizende, noch wertvollere (herrliche Modulation gegen Schluß!)Wer hat das Liedlein erdacht" waren in der Stimmung fein erfaßt, in jedett Beziehung vollendet wiedergegeben und zeigten aufs neue dir berufene Mahlerinterpretin.

Landkreis Gießen.

n. Allendorf a. d. Lda., 11. Dez. Den Ehrentod fiirsö Vaterland erlitt der Landwsirt Friedrich Weiß. Ludwig Stoos und Karl Krauß wurden zu Gefreiten befördert.

z. Geilshausen, 9. Dez. Musketier Ludwig öofmann, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedattle, wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

** Großen-Linden, 8. Dez. Der Reservist Heinr. Luh starb den Heldentod. Bisher sirrd M der hiesigen (Gemeinde 40 Mann auf dem Felde der Ehre gesalleu.

** Lang-Göns, 11. Dez. Dem Gefreiten Wilh. Ohly, Inhaber des Eisernen Kreuzes, wurde die Hesstsjche Tapferkeits^ Medaille verliehen.

** Lollar, 11. Dez. Der noch Bewilligung eines vierjähri­gen Moratoriums im Jahre 1914 in Lignidation gettetene hiesige Spar- und Vorschuß-Verein e. G. m. u. H. macht seinen GlÄr- bigern die Mitteilung, daß er bei Auszahlung der Zinsen in diesem Monat eine fünfzehnprozenttge Rückzahlung sämtlicher Einlager vornehmen will. Daß dieses trotz der Kriegs Verhältnisse, wo du Flüssigmachung der größtenteils in Hypotheken angelegten Geldei den größten Schwierigkeiten bea-egnet, möglich ist, berechtigt jeden«, falls zu der Hoffnung, daß sich hie Abwicklung auch weiterhin in! Frieden, d. h. ohne Konkurs, vollziehen wird. Das versandte Zirkus lar bringt ferner die erfreuliche Mttteilung, daß der ursprüngliche Verlust von 186 000 Mark aus 83 000 Mark gesunken ist, welcher Betrag durch das erhöhte Geschäftsanteil von zusammen 200 000 Mark mehr wie doppelt gedeckt ist, so daß die nachgesuchts Verlängerung des Moraboriums wohl allgemetti ohne Bedenken gewährt werden tarnt. Sodann erfahren mir, daß die Gründung eines neuen Instituts, vielleicht als Gemeindekasse oder als Ge- iMssenschast ^ mit beschränkter Haftung ins Auge gefaßt ist, toas jedenfalls die Abwirtschaftung bedeutend erleichltern würde und der Unterstützung nicht nur der Beteiligten, sondern aller Kreise, besorchers der Handwerker und Geiverbetreibenden empfohlen werde» dann.

Kreis Schotten.

u-u. Schotten, 10. Dez. Musketier Karl Rausch er­hielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse Götzen. Landsturmmann Heinrich L v tz erhielt das Eiserrie Kreuz 2. Klasse. Ulriche stein. Pionier Heinrich Schmidt, Sohn des Schmiedem.isters Schnidt, der bereits die Hessische Tapfetkettsmedaille besitzt, wurde Mtt dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.

u-u. Höckersdorf, 11. Dez. Der 72 Jahre alte Landwirl Hemrrch Mchs hat seinem Leben durch Erhängen ein Ende ge­macht. Ein schweres Bruch- und Blasenleiden soll ihn zu diesem Schritt veranlaßt haben. Bei mehreren Familien unserer Ge­meinde nmrde in letzter Zeit eiugevrochen. Die Diebe hatten es auf Hühner und Hasen abgesehen. Durch Arbefter wurden sie in der Nähe von Ilsdorf erwischt, als sie einen Teil der Beute, den sre an einem Feuer gebraten hatten, verzehren wollten. Tie Diebs gingen flüchtig.

Starkenburg und Rheinhessen.

I D a r m st a b t, 9. Dez. Heute vormittag lomde die SM* nachtsausstellung hessischer Künstler in der Kunsthalle am Rhein- tor eröffnet. In Künstleikreisen wird lebhaft über den späten Er- öfsnungstennin geklagt, weil dadurch der Zweck der Ausstellung, durch Weihrmchtsverkäuse den Künstlern Berdienstmöglichkeiten §u geb«l, gnotzentells hinfällig wird.

I Darmstadt, 10. Dez. Gestern abend brach ein Mann durchweinen schadhafteii Kanialdeckel an der Ecke Gnrftnstraßo-, WaK>straße erii und stürzte in den Schacht. Er mußte mtt einer Letter hercursgehvlt lverdeu. hatte aber glücklicherweise keine errtQ* haften Verletzungen erlitten.

IDarmstadt, 10. Dez. Wie die Direktion dss HvftheaterS Mittettt^tonnte sre durch Abgabe von Freikarten (für ein 20-Mark- ^>tück Sperrsitz a, für ein 10-Mark-Stück Sperrsitz d) in ganz kurzer Zett 2500 Mark an Pie Gvldsammelstxlle abfühven.

F'r. W v r m ch ^10. Dez. Auf der Westelndsttaße zwischen lllmenall^ wid Pfittligheim wurde die Lei'ste des am 9. August 1890 zu Psrffligheim geborenen Sck^rerners Georg Arnheiter aus­gefunden. Nach dem Befund der Leiche und des Tatortes liegt vhn? Zweifel em Verbrochen vor.

Kreis Wetzlar.

< T P -_^. e a c ' ^0. Dez. Durch die Tätigkeit der Ortsausschüsse urw insbesondere der beiden vom Kreiskommnnalverbande ange- nommenen Fettrevrsoren ist die Mliefernngsschuldigkeit jeder Wirt- schaft an Dritter oder Vollmilch festgestellt und wird dauernd je nach den Aercherungen, die in Viehstall mid Milchgewimrung ein treten, verrchttgt.

^ Kreise Wetzlar, 10. Dez. Die diesjährig«

Btelyzablung hat gezeigt, daß der ^tt'.rfbestand gegenüber den! letzten Jahren ettvas gesttegen ist. Die statttichen Zahlen ftüherev Jahrzehnte-werden bn wertem nicht mehr erreicht. Während dev Ruidvrehbestzand no.fi durchmis iwrmat ist, zeigt sich aber bei den ^chiwlnen em starker Rückgang, die meisten Landlvirte hab>rn nur für ihre Hausschlacht 12 Tiere gemästet.

Gerichtsfaal.

T 5 Äunangenehmen F»'gen Kinder tziben Linnen, zeigte eure Verhandlung, die sich vm

Üabl^' w>" iw ^! mCr s^^ e ; m ^geklagte ivegeu Dieb stalü^> imd ll^lerttetung der dtesbezügliwen Besttmnr^be>

^ls Kt* sich eine ehrbare 1 Hr>nll>erg zu verantworten, weil sie un^ ^^L?rbsen iabgepflückt haben sollte. Eüt lojähriges Möo^ die Frau von weitem bwRchtztt ) SS Geschwätz ausgebracktt hatte. 'Die Frau zei.tte bk ^öÄeren wegen Beleidilpmg mt, wurde aber selbs ^,^Zöftzlgertcht bestraft. Erst die Marburger St^amn^ s^ack, dre Frau, die am W^gevand Himbeeren gepflückt, kostenlos

Max v. Schenkendors.

Zu seinem 100 Todestage, 11. Dezember.

Wir Nachlebenden, vor deren Augeit der Lauf der'chichte offen liegt, dürfen wvW aussprechen, daß es ein gnädiges Geschick war. das vor hilltdett Jahren Atax v. Sck-mkendorf in der vollen Blüte seiner Jahre dahinraffte.Der milde, fvomnre Max", wie ihn Arndt genannt hat, wäre dem Drucke der schweren Zeit, die mm anbrach, kaum gewachsen gewesen. Freiheit und Vaterland waren die Ideale gewesen, für die er sich während des großen <»efreruugskampses Deutsilchirchs begeisterungsvoll eingesetzt hatte, -wer die Freiheit, der er sein inniges und berühmtestes Lied «Freiheit, die ich^neine" gewidmet hat, blieb ans, und Teutsehlands ttinisgeit mich Sic verkörperte sch^rkendorf im Kaisettume, er herbeigeselmt, >das er gefeiert Ijat; Rückert l>at ihn darum den '.'^gerliervld" genannt und merkwürdig ist es ja. daß er in ernem winer Kaiserlieder prophetisch beretts auf einen künftigen deutschen wJHfL? 5 dem Hause Hoheirzvlleru pingcdeutet hat. Wer die Ver- -mrl'lMmg dieser Muung sdcmd noch in weitem Felde, und znitächst dewscheu Vokke ein langer, grauer Arbeitsalltag be- ßm Klenkendorf von hinnen. Ihm war vergönnt -freien, lvroßos gnog zu erlaben, und als ein Frühm>llendeter lebt er m der Ernmerung seines Volkes fort.

Nicht mtt Unrecht ist sein Leben selbst ein Gedicht gemnmtt uwrden. >Er lvar em Tilsiter Kind icnd sturdiettr in Königsberg Dvtt trieb er's etnias sttldenttschsterchtstimig. und die Eltern gaben ihn m entern harten Erzieher aufs Land jn Zucht. Endlch konnte er seine Studien vollenden. Als Hauslehrer kam er in die Kreise des ostpreußlschien Adels, der damals den geistigen und idealeil In- tevZsen lebhafte PfleM widmete; m den Bürgerkreisen aber mlym er Fühlung mtt der Romanttk, und hier lernte er auch die Erloreiie ftmes Herzens kennen, die damals noch die Gattin des Kmrfmonns Barttey lvar. Preutzens Notzeit brach an, das Königspaar suchte m Ostpreußen Zuflucht Bon diesem Augenblick gewann Schenken- dorfS Lcke-n femen wahteii finlydt Tre Erneuerung und Beftetung des Vaterlandes erfüllte sem Docken und Dichten Er wirkte durck, Zntschrifteir, trat dem KünigÄberger Tugendbuitde nabe erioeckte die ^>tnnmrmg durch seme vaterländisckwn Gedichte Ms er sich in Karlsriil)? die inzwfichen Verlvitweke Geliebte holte füblte ^ er Rhmttm'ndsluft

tojjfcü des M-vravch-Ä seiner Rechten beraubt, rrtt mit erlebte Lechzig. tmrrd vwn Step, m der Zentrnlverwaltunq anaeitcllt Tann ward er ReAenmasvat rn. Koblenz, ch der Berwalchchr der neuen cheußischeu Pmv-ny. ,md schm, n,achte sich ch teüben MN nmerhalb der Bvamtcnschist der lähmende neue GeP füJMbar In dieser Lage führte chn der Tod davon. w

eines Arndt oder Rückert darf man ^chenKmdörs mcht ,uchen. Unter ben Dichtern der Besrciungski LZ Stift nncttTmte «te flSirf

Wich seine Romantik ist umsch>uld holde «chdvannave,. aMi; und gar der Zwnir oder de, ^

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