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Nr. 288 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Zreltag. 7. Dezember
Ans Stadt nnd Land,
Gießen, den 7.Dezember 1917.
** Auszeichnungen. Dem Offiziersasviranl-m Philipp Waagen sonne dem Gefreiten Hermann Scl'.äfer luirrbe ba 3 Eiserne Kvauz 2. Masse verliehen. — Dem Leutnant Fritz Hille wurde ha* Ritterkreuz des Königs. Hausordens von Holxiizollern mit Sck^.verleru verliehen. — Dem Bizefeldwcbel imd Osfs.-Asp. Nudi Kn och. der vor kurzem das Eiserne .Kreirz 2. Klasse erhielt, wurde nut der Hessischen Dapserkeitsnvedaille ausgezeichnet. Dieselbe Auszeichnung erhielt der Gefreite Heinrich Grein.
** Verschärfte B c st i m ntiinqcn z um Besuche erkrankter und verwundeter deutscher Kriegtcil- nehmer. Seither genügte zur Erlangung der Fahrkarten zmn ermäßigten Prer>e eilt Ausweis der Orts Polizei de lchrdc. Diese Vergünstigung ill vielfach mißbraucht ivorden. Um auch nicht ge- iminscküe. vielleicht die Kranken schach goitt-e Besuche zu verhindern, ist jetzt beltimml ivordni, das; zur Erlangung der Fahrpreisennäßi- atmg neben b-em Atrsweis der Orts Polizei ivoch eine mit Siegel oder Stempel versehene Bestätigung oder ein Telegramm der Lazarett- Verwaltung oder des bel-andeluden. Arztes über die Erkrankung, Verwundung oder das Mleben des Kriegsteilnehmers vor gelegt! Norden muß. In dieser Bestätigung mnß ausdrücklich gesagt sein, daß einem Besnckie des Verwundeten oder Kranken nichts ent- gegenstel-t.
** Vorschrifte.n für den Weihnachtspaketver- kehr. Znm Päckereiverkehr wähnend der Weilmachtszeit hat das Reichs-Postamt aus.ül'/rliche Anordnungen erlassen. Tie Pakete müssen fest und dauerhaft verpackt sein. Sie müssen mit einer dauerhaften, deicklichien und vollständigen Aufschrift versehen sein, so daß sie nötigenfalls auch «ohne die Paketkarte bestellt werden können. Tie Msender sind anzuhalten, in ihrem eigenen Interesse in das Paket selbst «obenauf einen Zettel mit dem Namen, dein Wohnort und der Wohnung des Pakelempfängcrs zu legen und aus den Paket«! selbst ihren Namen und Wohnort mit Wohnung an- zu geben.
** Bekämpfung des Kartoffelkreb ses. Aus verschiedenen Derlen des Reiches wird über das Mftreten des Kar- tofselkrebses berichtet. Tie von der Gesellschaft zur Förderung des Baues und der wirtscha tlich zweckmäßigen Verwendung der Kartoffeln herausgegebene Schrift „Tic wichtigsten Kartoffel kraulh. iten und ihre »Bekämpfung" von Professor Tr. Schänder enthält eine ein ^bmbc Abhandlung über den slartoifelkrebs. Nach den Er'al>- rungen von Prof. Schänder ist eine wirksame Bekämpfung dieser sehr gefährliichim Kran'kheit rare möglich, wenn die Vernichtung ihres Erregers, eines Pilzes, durchgeführt und dessen Versch'cppnng auf nicht-infiziertes Gelände verhütet wird. Jeder Transport von infizierten Kartoffeln innß nach Möglichkeit vermieden werden, da beim Vorhandensein des Kartoffelkrebses nicht nur die Kartoffeln sekbit, sondern auch die Ackererde infiziert sind. Ter Pilz kann daher durch die an den Knollen haftende Erde, die beim Maden, Verarbeiten usw. der kranken Knollen abfällt, an dem Sckmbverk der hierbei beschäftigten Personen sich fem'etzen und mrt diese Weise guf gesunde Aecker weiter übertragen werden.
** Verkleinerung der Fleisch karte. Im Interesse der Papcerersparnis bat das Kriegsernährungsamt angeordnet, baß vom 24. T^ember 1917 ab die Fleischkarten in einer wesentlich kleineren Größe als bisher zur Ausgabe gelangen. Das Mittel- stück wird auf die Größe 4,5 m!al 4,5 Zentimeter, die einzelne Marke mif 1.5 nial 1,5 Z-entimcter beschrankt. Tie Kinderkarte wird entsprechend verkleinert. Die hierdurch ersparte Papiermenge beträgt bei Annahme einer Ausgabe von 40 Millionen Karten in
vier Wochen 4,4 Millionen Quadratmeter und im Jahre 57,2 Millionen Quadratmeter Papier. Im übrigen ist an der Kartennnrich- tung, insbesondere dem Mittelstück, das zu verschiedenen Zwecken, insbesondere Namenseintrag, Eintrag des lie ernden Fleischers, der Nummer der Kundenliste und dergleichen. gebraucht wird, ie,!gehol- ten worden. Schon srül?er hergejteilte Karten nach chr bisherigen Größe dürfen noch aufgebraucht werden. Eine Verkleinerung der Reichs reijeb rot ni ar ke in ähnlichem Sinne ist im Gange.
** S ta d t t h ea t e r. Eine weitere Aufführung des interessanten SclMiffvieles „Das Recht auf die Frau" von Harry PiMmann mit Herru Eugen Klopfer vom Frankfurter Neuen Theater konnte für Montag den 10. Tczember ermöglicht werden. Zu dieser Vorstellung haben Gutscheine Gültigkeit.
** T a s K r e is bl a t t Nr. 199 enthält Verordnungen über: Preise von Schi'achlschweinM, — Höchstprei e für Hafer und Gerste, — Futterversiorgung der Spann- und Zuchttiere, — Hansschlach- tnngen, — Tie Bekämpfung des Schveineootlanfs, — Einziehung der Zehn- und Fünspfennigskücke aus decket, — Brieftauben, — Feststellung der Verslvrgnngsbe recket i gteii, — Bezickkssparkasse Gießen.
Mmrrmt darf ilmskn,
6. j cö auf feine IfCSiwv. & urig nicht anfouTsni«Js&rr muß fern Ovis Zur 0oid* aw&uiföfieUe bringen-
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in den Räumen dcr vezirks'pailasse Sieffen ist morgen vormittag von 10 bis U' 2 Uhr geöffnet!
Landkreis Gießen.
** Climbach, 6 . Tez. Tem Dragoner Wilhelm W i ß n e r, Inhaber .des Eisernen Kreuzes 2. Klaffe, wurde die He chche Tapferkeitsmedaille verliehen unter gleichzeitiger Beförderung 3 um Gefreiten.
** Langd, 6 . Dez. Beim Schlittenfahren brach der 5 Jahre alte Sohn der Witwe Rühl ein Bein. — Tie Haussammlnng zugunsten der Soldaten- und Ncarineheime brachte den Betrag von 143 Mart.
Kreis Büdingen.
4P Büdingen, 6 . Tez. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Heinrich Luft. — V 0 n ha u se n. Tas Eiserne Kreuz erhielt der Obermatrve Friedrich T r a u m ü l l e r. — Calbach. Die Hessische Tapfeckkeitsmedaille erhielt der Kanonier Glanz. — Düdelsheim. Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Musketier Friedrich P reu ß e r. — W en ings. Tie Hessische Tapfebkeitsmadaille erhielt der Unteroffizier Heinrich Walte r.— Stockheim. Das Hessische Kriegsehrenzeichen in Eisen, früher das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse und die Hessische Tapfer- keitsmetaille. erhielt der Obersäger Karl Schmidt. — Wolf. Fürs Vaterland starb der Fahrer Johannes Schulz.
e. Kreis Büdingen, 5. Dez. Eine ganze Anzahl von Landwirten aus Orten unseres Kreises wurden mit Geldstrafen
in Höhe von 5 bis 60 Mark bestraft, da die Betreffenden sich weigerten, die vorgeschiriebene Menge Speck abznliefern.
Kreis Alsfeld.
** Lehnhei NI. .6. De;. In hiesigem Tors-' ging für die Rote-Kreuz-St'ende die schöne Summe von 86.20 Mk. ein. — Dem Musketier Otto Drucker wurde das Ei 'erne Kreuz Verliesen. Auch wurde er noch durch eine besondere Belobigung seitens des Brigade- Kommandeurs ausgezeichnet. — Im Hinblick aus die mit jedem Jahr sich steigende Nachfrage nach Obst, beschloß der hftsige Ortsvorstand aus Anregung unseres Beigeordneten Hönig hin, eine größere Neuanlage von Obstbäumen zu machen. Am „Hilskövpel" sollen zirka 60—70 Bäume, vorzugsweise Kirsck)en, angepslmizt werden.
Kreis Schollen.
Np. Aus dem Vvgelsberg, 6 . Dez. Ter Winter .ill! mit Macht eingekehrt, gleich mit 6 Grad Kälte. Aber die schützende Schneedecke für die Saaten fehlt auch nicht. Vor zwei Jahren trat der Winter genau um dieselbe Zeit, auf den 1. Adventsonntag. mit 13 Grad Kälte auf. Tamals folgte aber von Zanuar ab ein sehr milder Winter imd nicht eine sibirische Kälte wie im Vorjahr Hoffentlich wird auch der Verlauf des jetzigen Winters wie oer vor zwei Jahren.
Starkenburg und Rbeinhessen.
I Darm stad t, 6 . Tez. Ms gestern vormittag der bereits in vvrgeriicktcm Mt er stehende Fuhrmann Werker die Bremse seines mit Granathüls«! beladenen Wagens züdrehen wollte, glitt er auf dem gefrorenen Boden aus und geriet unter den Wagen, so daß ihm ein Bein überfahren wurde. Ter Schwerverletzte, dent in einem benachbarten Hause die erste Hilfe zuteil wurde, wurde ins Krankenhaus gebracht.
Gerichessaal.
X Hanau, 6 . Tez. Im Juni d. I. kaufte der Bäckermeister Hennaml Glauberg aus Langenselbold, <fts er zufällig in Frankfurt war, von einein Uk&Jfaimten einen Sack „Bohnenmehl", angeblich das Pfund zu 1,45 Mark. Er nahnr das Zeug zwar mit nach Hause, verkaufte es aber bald wiedec nach Frankfurt und zivar das Pfund zu 1,50 Mark. Dieses Geschäft vorznnehmeu tvar Glauberg nickft berechtigt, da er zufolge eines Verbotes außerhalb des Landkreises Hanau Handel mit Lebensncktteln nicht treiben darf. Tas famose „Bolmenmehl" kanr duvck) einen Telikateßhändler schließlich- an die Verbraucher und diese konnten es, da cs, wie die llntersnchung ergab, in der Hanptsackf? ans Gips, Kalk und Abfallen ans .Stein- nnßlnopffabriken bestand, nicht genießen. Nur etwa 10 bis 20 - 0/0 derxMasse erwiesen sich als Nahrungsmittel. Tieserho-b unter Anklage gestellt, behauptete Glauberg vor dem Schöffengericht in Laugenselbold, den Gehalt des Bohnemnehls nicht gekannt zu haben. Sein Verteidiger machte geltend, daß zwar ein Chemiker der Masse hatte ansehen können, ans was sie bestand, nicht aber ein Laie. Es komme p!^c eine fahrlässche Handlung in Frage und diese wäre verjähr^ Ter Gerichtshof trat dieser Auffassung! bei und stellte das Verfahren ein. Wegen unbefugter Ausübung? des Handels mit Lebensmitteln wrrrde G. zu 20 Mark oder 4 Tagen Gefängnis verurteilt. Tie Anklage hatte ihm ferner noch zur Last gelegt, den Preis des Bohnenmehls durch Kettenhandel gesteigert zwhaben. Ter Gerichtshof war der Ansicht, daß die Eingabe des Angeklagten, er habe das Pfmrd dieser Masse mrr mit 5 Pfg. Aufgeld loeiter ver'kanft, nicht wiederlegt ftu Kettenhandel ihm daher nicht nachgewiesen sei, und erkannte mn FreispreckMNg.
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der Kleinkinder-Bewahranstalt.
Unseren Kindern iwieder etwa 300 im Alter von 2 J /o bis 6 Jahrenf soll - uch am 4. Kriegsiveilmachtsie't eine Weibnachtssreude bereitet werden. Wir bitten deshalb wie in früheren Jahren die Freunde unserer Anstalt vor allem um Gaben an Geld: auch Loielsa Heu u. dgl. sind willkommen. Die Unterzeichneten Borst tldsinitalieder. sowie die Lehrerinnen der höheren u. erweiterten Aiädchen- schule und die Anstaltsschwestern sind bereit, Geschenke ? enlgegenzunchmen Sonst ist niemand berechtigt, zu sammeln, auch wird keine besondere Sammlerin beauftragt.
Der Vorstand:
Frau Professor Graßmann. Frankfurter Straße 53. Frau j Fabrikant Georgi. Weser raße 2. Frau Jnstizrat Grünv- wald, Liebigstraße 21. Frau Johanna Daas, Ouaiilage 31. Fratt Nechnungsrat Kalbfleisch, Ludwifftra e 7. Frau Geheimerar Martin, Keplerstraße 5. Frau Akarie Schwan. Sellersweg lU. Frau ^'lvotheker Schnneder. Schul° siraße 1. Frau Karola Walther, Illcnen Baue 29. Sclnvester Lenchen Welsch. P arrer 2lnsfe!d. Rektor Jana, Hessennraße 8. Kirct enrat Strack, Frankfurter Straße 13. Äiedizinalrat Or. Walaer, Gartenstraße 19. Pfarrer Schwabe, Vorsitzender.
Schafversteigerung
Mittwoch den 12. Dez., vorm. 11 Uhr,
werden in der Gemeinde TraiS-Münzenberg etwa
60 Stück Allst, Hümmel unb Sommer
ebenso ein 2jähriger, erstklassiger
schwarzer Zuchtbock
versteigett.
Trais-Münzenberg, den 5. Dezember 1917.
Grotzh. Bürgermeisterei.
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JKonats=
Versammlung
Sonntag den 9. Dez., nachm. 3'/? Ubr im ^Postkcller-.
Zahlreiches Erscheinen er° iviinscht.
8885) Ter Vorstand.
Gewinn-Auszug
der
10. Preussisch-Süddeutscheo (236. Königlich Preuss.) Klassen-Lotterle
6. Klasse. 22. Zlehangstag. i. Deaember
Auf Jede gelogene Nummer sind zwei gleich hohe Ke- winne gefallen, and zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer Io den beides Abteilungen I und II
(Ohne Gewahr.) (Nachdruck verbot» e.)
ln der Vormittagsziebung wurden Gewinne über 240 Mark gezogen.
6 Gewinne zu 6000 M 70723 114405 114411 80 Gewinne zu 3000 M 827 10534 10888 13192 31878 37584 42150 63484 60023 64771 83209 86624 37986 89161 93192 105021 112067 121329 127062 132650 134671 1367Ö7 1433il 144074 160621 169325 172317
172867 174078 176210 179518 185021 191283 203891
J15930 222639 226248 227186 228458 230741
152 Gewinne zu 1000 M 2427 6255 6667 12915
,13845 27811 20063 29932 30284 '1810 32330 37869 39261 46840 49344 49800 60424 62607 64045 67947 68444
0580 77343 80583 81137 90144 91210 97709 98269
19425 104537 121333 123403 124580 127476 129136
130440 133609 134000 137769 137048 138835 141467
141977 151543 163562 103183 163367 167625 188951
173671 175899 176834 176866 185206 185524 185851
188366 191241 191929 192704 193121 194377 197716
198671 199260 203222 206627 214266 218073 224459
228185 230290 231694 233979 233994
222 Gewinne zu 500 M 1898 5688 12132 14415 14510 14744 8941 19353 21276 22327 24593 24646
37463 34507 37590 38781 40894 41120 41255 42913
43278 40458 46576 47989 49787 51879 64520 64682
85900 69443 76326 74227 78884 79538 81199 82183
85385 85687 89044 89057 99067 100690 103029 104262 104984 105413 10939« 113093 115973 116388 117316
119315 121347 122830 122970 125674 134340 135063
144769 146363 146829 147778 140827 163826 155959
168003 150406 156513 168334 159574 161038 162339
108863 163956 171310 171926 172336 172409 172991
175005 175964 170532 178590 180728 181620 185129
185740 185344 191503 190022 197338 197575 198520
201188 203000 203853 204305 206609 206931 207687
209848 211799 213032 213386 219684 219789 225020
326740 227771 232734 233395
In (1er Nachtnitlagsziebung wurden Gewinne über 840 Mark gezogen. ,
2 Gewinne zu 3000 M und Prämie 300000 M 179794
4 Gewinne zu 5000 M 9401 126317 26 Gewinne zu 3000 M 7464 49388 63843 54028 71417 110764 113362 147926 165079 170994 181640 204068 2148dl
66 Gewinne zu 1000 M 5932 6029 6894 7189
12271 18032 19616 20656 41551 64715 86611 93321
106910 127178 129562 132329 135138 137591 145011 145957 147916 148068 155890 166^81 167294 191102 191210 1915.1 193762 207619 209057 209984 225601
08 Gewinne zu 600 M 1410 18447 20614 24855
26067 27641 30887 38618 41992 46549 47501 51003
65(45 5764; 63842 05933 69348 72218 76570 70601
78860 80713 85067 89130 91780 92871 98313 106909 108691 111027 128403 133008 133584 147606 149680
151563 100710 168893 1T1118 174.348 178830 181349
194241 203336 204200 207801 220685 221478 231831


