Nr. 285 Zweiter Natt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag. 4. Deze.ilber Ml
Aus Stadt and Tand
Gießen, den 4.Dezember 1917.
5* ln nochmals auf die Wichtigkeit
der heute staM udenben Volkszählung hingewiefeir. Wer bis heute aberw i>emWid:i Leine icwm^Wtiin-ffgXiftc erhalten hat. walle als- bald am 5 d. M. sich eine Liste aus dem Stadthaus, Zimmer 6 , total und für Rucklveferung Sorge tragen. Sollten .Housh>altungs- Ksten Vers eigentlich durch den Zahler bis zum Abend des 5. d M. nicht adgetzolt sem, so hat der Haushaltungsoorstand, die alsbaldige Rückgabe der Lrste an das Stadtlxms. Zimmer 6 . zu veranlassen. Tie Haushaltungslisben werden mit den vvn dem Stadt. Lebens- mtttelamt gesühnten Kontrollkarten, die für die Ausgabe der Lebensmittelkarten maßgebend sind, verglichen werden. Personen, die in den Haushaltungslistcn nicht aufgeführt sind, werden in den Aontrollkarten gestrichen werden, so daß sie Lebensmittelkarten bei der nächsten Ausgabe nicht erhalten können. Es liegt daher in jedermanns Interesse, für eine genaue Ausfüllung der Haushaltungs- listen zu sorgen.
** Vortrag. Am Mittwoch den 5. Dezember 1917 spricht ün großen Saale des Fürstenhofes' Felddivisionspfarrer Müller Über „Ursachen unserer Kriegserfolge auf Grund von Erlebnissen an der Front". Siehe Anzeige.
„** Rotes Kreuz. Von der Verband- und Kranken-Er- KMtMgssMle des Roten Kreuzes mn Bahnhof Gießen wurden im Monat ydovember 1375 durchsreisende Verwundete und Soldaten , mit Kaffee erfrischt: die Sanitätswache füllte 378 Transporte ans und hat in 286 sonstigen Füllen Hilfe gelichstet.
** Weihnachtspakete ins Feld. Es sei daran erinnert, daß vom 9. bis zum 25. Dezember Privatpaketc an Heeresange- hörige nach dem Felde nicht obgenommen werden. Tie Auflieferung der Werhnachtspakete so frühzeitig wie möglich zu besorgen, liegt im eigenen Interesse von Absender und Empfänger. Frachter müstütke bis 50 Kilogramm Ml .Heeresangehörige IM Felde unterlegen der Abnahmesperre nictü.
** O essen tliche Bücherhall«. Iw November wurden 1802 Bände ausgelrehen. Davon komm-sr auf: Erzählende Literatur 1049. 'Zeitschriften 210, Iugendschriften 171, Literatur- M-achte 12, .Gedichte und Dramen 30, Länder und Völkerkunde 49. Kulturgeschichte 15. Geschichte und Biographien 87. Kunst- «Schichte 8 , Naturwissenschaft und Technologie 84. Heer- und Seewesen 5, Haus- und Landwirtschaft 5. Gesundheitslehre 7 , Religion und Philosophie 42. Staatswissenschaft 14. Sprachwissenschaft 5, .FvemLsvrachliches 9 Bände. Nach auswärts kamen 42 BÄde
** Unfallversicherung. Der Dkrurer L. F. dahrer hat im Jahre 1910 einen Betriebsunfall erlitten, indem beim Zurichten von Bruchsteinen ein Splitter absprang und dem F. das rechte Auge traf. Er begab sich alsbald in ärztliche Behandlung, doch schienen die Folgen des Unfalls derartig geringfügig, oaß eine Anmeldung des letzteren durch oen Unternehmer nicht erfolgte. Nach zirka 4 Jahren erkrankte das rechte Auge und mußte entfernt werden. Da F. annahm, daß die Erkrankung des Auges durch den iw Jahre 1910 erfolgten Unfall verursacht worden fei. stellte er nachträglich Antrag auf Unfallrente. Bei den von der Berufsgenossenschaft angestellten Ermittlungen wurde von mehreren Zeugen bekundet, daß sich F. im Jahre 1910 im Betrieb tatsächlich eine Verletzung des rechten Auges zugezogen hatte. Trotzdem wurde to Anspruch von der Berufsgenossenschaft abgewiesen, weil nach ton Gutachten des ärztlichen Sachverständigen die im Jahre 1914 erfolgte Erkrankung des rechten Auges nicht mit dem Betriebsunfall vom Jahre 1910 in Zusammenhang steht.
n ***q 3 2£°ol be Ä? e r l.rLerung Der Kriegstellnehmer m 2-,.». S Res.^Laz. Chirurgische Dunk dahier, stellte s. Z. Antrag auf Invalidenrente, die ihm auch gewährt wurde, ohne daß jedoch die aktive Mllttärdumstzeit, sonne die Friedensübungen bei der Rentenberechnung eingerechnet wurden. Er legte deshalb, durch Vermittelung der Verwundetenberatungsftelle Gießen, gegen den Bescheid der Landesversicherungsanftalt Darmstadt Berufung ein, worauf sich die Landesversicherungsanstalt zur nachträglichen Anrechnung der Militärdienstzeit bereit erklärte
7* Derfütterung von Kartoffeln. Gegen das Verbot beö Verfütterns von KartroMn wird seitens vieler Landwirts leroer immer wieder gesündigt. Wenn auch die Sorge für das Vieh verständlich und in normalen Zeiten selbstverständlich ist, so sollte dvlb jetzt, in den Zeiten der Kriegsnot. nicht immer daran! erinnert werden müssen, daß, die Ernährung der Menschen vorgeht, und daß die Rettung unseres BolLes vor dem inneren Zusammenbruch nur dann gesickert ist, wenn jeder, dar zur Ernährung, des gesamten Volkes beizutragen hat. auch in vollem Maße seine, Schuldigkeit tut. Nach den Beiordnungen des Präsidenten des Kriegsern ährungsamts dürfen nur solche Kartoffeln verfüttert werden, die nicht gesund sind oder die MLndestgröße von 1 Zoll (2,72. Zentimeter) nicht erreichen. Die Gesamtmenge, die hiernach zum Füttern zurückbchalten werden darf, beträgt ernschieUich der Verluste durch. Schwund ein Fünftel des gesamten Ernteertrags. Wer diese Bestinunungen verletzt, hat schwere Bestrafung zu gewärtigen. Daß im Betretungsfalle bitterer Ernst gemacht wird, ist angesichts der oft betonten Wichtigkeit dieser Frage für die gesamte Volksernährung etwas SÄbstverständlicheS.
"Lichtspielhaus, Bahnhossttaße 34. „Die Marokko- Deutschen in der Gewalt der Franzosen" betitelt sich das neue Filmwerk, welches ab Dienstag den 4. Dezember zur Vorführung gelangt. Dieser Film ist nach authentischen Berichten des deutschen Vizekonsuls Gustav Fock aus Rabat ausgenommen und beruht ausschließlich auf beeidigten Aussagen der an den Ereignissen in Marokko beteiligten Deutschen. Die Vernehmungsniederschrift be- ftndet sich in der Hand der deutschen Behörde. Ein Teil der Zeugen hat bei der Herstellung selbst mitgewirkt, ^»ie den tatsächlichen Vorgängen bis in alle Einzelheiten entspricht. Die Anregung, den Film als Aufklärurigsmittel der Frage der Gefangenenbehandlimg dienstbar gemacht zu haben, ist das Verdienst deS HauvtmannS der Reserve Langfeldl. Siehe Anzeige.
Landkreis Gießen.
** Beuern, 4. Dez. Der Gefreite Karl Walther erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.
** Leihgeftern, 3. Dez. Der Oberbootsmannsmaat Borger wurde mit dem Hessischen Kriegsehrenzeichen ausgezeichnet
** Lang-Göns, 3. Dez. Der Unteroffizzier Karl Stoli erhielt die Hessische Tapferkeitsmedallle. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse und das Hessische Kriegsehrenzeichen in Eisen besitzt er bereits.
* Utphe, 3. Dez. Die Groß Herzogin verlieh Frau Elise Schäfer, Frau Marie Schneider und Frau Lina Schäfer Ehrenblätter.
P Watzenborn-Steinberg, 3. Dez. Dem Hornisten Theodor Philipp von Watzenborn, Sohn von Joh. Gg. Philipp daselbst, wurde die Hessische Tapferkeitsmedallle verliehen. — Tie Haruskollekte am Opfertag zum Besten des Roten Kreuzes und der Soldaten- und Marineheime am 25. November ergab in unserer Gemeinde 165,65 Mk.
Kreis Büdingen.
# Bisses, 2. Dez. Das Eiserne Kreuz 1. Klasse, früher das Eiserne Kreuz 2. Klasse, die Hessische Tapferkeitsmedallle und das
Hessische Kriegsehrenzeichen, erhielt der Hornist Gefreiter Ca- Juf L er '™ Eiserne Kreuz erhielt der Kanonier
Eujtav Günther. Lindheim. Fürs Vaterland starb der Jager Hermann Berg.
Kreis Schotten.
3- Tez. Auf Antrag des KommunalverbandeS Schotten ist der Mühlenbetrieb des Phllipp Weber zu Gedern ms Qis weiteres geschlossen Worten. Er hat Brotgetreide nicht zu vem durch das Tirektorimn der Reichsgetreidestelle festgesetzten Satz von 94 v. H. ausgemahlen.
c U ^' Rebgeshain, 4. Dez. Johannes Georg wurde zum Wajenmeister für unsere Gemeüche ernannt und verpflichtet.
Starkenburg und Meinhefseir.
, cbt • °n m r ft a .k t' 3. Dez. Unter die Straßenbahn geriet in der Rhemstraße em älterer Dienstmann. Ec mußte ins Krankenhaus geschafft werden.
^ Hessen-Nassau.
a - '^ e 5- Jtt dem am Sonntag
nachmittag 6 Uhr hier enllaufenden Bebraer Zuge kam im Haupt- bahnhofc eme Frau aus Eisfeld (Thüringen) mit einem Mädel ^eber. ^Mutter und .Kind wurden durch die Sanitätswache dem Ltadt. Kranken Haufe zugeführt.
dNarburg 3. Dez. Vorgestern sprang in der Nähe des Sudbahnhofs ein aus dem Krankenhaus entwichener nervenkranker Soldat in die hochangeschwollenen Fluten der Lahn. Der gerade des Wegs kommende hiesige Militärarzt Sanitätsrat Dr Sarbegann, der dies bemerkte, eilte dem Manne sofort nach und brachte Zn auch glücklich in Sicherheit. Der edle Retter steht schon in den 60er Jahren. — Ter Orden pour le märite wurde dem Kommandeur des Jägerbatalllons, Hauptmann von Graef fe n d o r f/f' verlieben.
G.A. Niederwalaern. 3. Dez. Hier starb der Ortsdiener und Nachtwächter Gwrg Mbrecht. Ter Verblichene galt all- gemern als der schwerste Mann der ganzen. Gegend, denn trotz der Kriegszeit. die so manchem schon eine schlanke Gestalt verlieh, wurde sem Gewicht immer noch auf drei Zentner geschätzt.
Geriche-saal.
I. Dar m st a d t. 3. Dez. Die Strafkammer urteilte am Freitag eme Reihe Ofstmbacher Diebstähle ab. Die gestohlenes Gegenstände beweisen, daß gegenwärtig alles seinen Liebhaberwert hat, was im Frieden keiner geschenkt genommen hatte So erhielt der 33jahrrge Taglöhner P. B. drei Monate Gefängnis, well er dabei ertappt wurde, als er aus einem erbrochenen Lager füv 100 Mk. Lumpen und Allpapier fortschaffen wollte. Der taubstumme 21jährige Sattler Gg. Sch. aus Eberftadt erhielt fünf Monate Gefängnis, well er in einer Osfenbacher Fabrik Leder-, abfälle beiseite schaffte. Ein Osfenbacher Schuster, der 60jährige Joh. E., nahm ihm einen Teil davon ab, was er mll 6 Wochen Gefängnis büßen muh. Erbsen, Erbswürste und Grieß entwendeten drei Jugendliche, ein 15jähriger Arbeiter und zwei 13- bzw. 12jährige Schulknaben. Die Beute wurde ihnen berells auf dem Heimweg wieder abgenommen. Der älteste, der schon etwas auf dem Kerbholz hatte, erhielt einen Monat Gefängnis-, die beiden anderen je zwei Wochen. — Schwere Eisenbahn-Dieb-, stähle fanden ihre Sühne. Beim Bahnhof Kranichstein aufgefmr^ dene erbrochene Kisten einer Kriegsgefangenensendung führten zu Haussuchungen beim Eisenbahnpersonal, wobei in den Wohnungen der beiden Brüder Rangierer Georg Sch. und Johann Sch. in Wixhausen beträchtliches Diebsgut gefunden wurde. Sie er- hiellen beide zwei Jahre Gefängnis. Ein dritter Rangiere^ Georg Sch. aus Arheilgen, kam mit sechs Wochen Gefängnis davon.
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Nutzholz Verkauf.
In der Bttrgermelsteret Atzbach-Launsbach tKreiS Wetzlar) bieten die nachstehend benannten Gemeinden Ne angegebenen Nutzhölzer zum Verkauf vor dem Einschläge an:
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Ahmar . . Abbach . . Dorlar . . Anzenbach. Salzböden
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Fronhausen oder Lollar
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Fronhausen
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Kiefer 5
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Auskunft erteilen die betr. Forstbeamten. Der Verkauf erfolgk unter den hier gültigen allgemeinen Holz- fbrraufsbedingunaen. Gebote erbitte getrennt nach Gemeinde, Holzart und Klaste für je 1 km bzw. rm bis MMen den 10. 12. 1917 an mich etnzusenden. Den Geboten auf Eichen-, Kielern- und Fichtenholz ist eine ^efcheinigung des KriegsamleS über die Verwendung des Holzes zu Heereslieserungen betzufügen.
Kroidorf lKreis Wetzlar), den 37. November 1917.
Der Bürgermeister Braun.
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eingetroffen. 8807
Carl Schwaab, Hof!., Sellersweg 23.
l-vitung: 8822e
ttokrat tteemonn Lisingoottsi'
Dienstag. 4. Tez. 1S17. abends 7-/. Ubr:
9. Dlenstags-Abonnements- Voritallnng:
Gastspiel Eugen Klöpfer
?. Heu. Theater Frankfurt a. M.
Das Hi aui die Frau
Schauspiel in 4 Auszügen netllt einer szenischen Einleitung v. Harry Bohlmann
Eiskiibiihn-AoiisWiitrttii Kicßen, k. 8. w. b. ß.
Ordentliche Generalversammlung
am Mittwoch dem 12. Dezember 1917. abends 8 Uhr im Zimmer Nr. 16 des BctriebSamtSgebäudeS, Ltebiq- straße 23, hier.
Tagesordnung:
1. Rechnungslegung und Entlastung des Vorstandes.
2- Reschlußsastung über die Verteilung des Reingewinnes. 3 . Satzungsänderungen.
Gießen, den 3. Dezember 1917.
Der Aussichtsrat:
8800V Zimmermann, stellvertr. Vorsitzender.
ScbnürriemSn
Macco, Eisengrarn, lland - - - . Große« ibager ■
Kaufhaus Kats
Bahnhofstraße 14. 8803 a


