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1.12.1917 Erstes Blatt
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Br. 283

Jet Thtyiftt

etidK*nt ta fluch, ctijer konnlaas.

Ikftciwr 5«mf lienblfttur; Kit stii.«

für de« Kreis Hitzen.

ntpriatl. 'ML > 20. otfrtci- §d««ch Mk. ! 6". durch Abhole- u. Zweigstellen monatl bik. 1.1 >. durch die Bost Mk. 3.60 viertel- jährl. ausschl. Bestellq. s^rniprecd- Anschlüsse: jfivb\e Schn'tu tiini) 112 i < erlfla,ö'fic<)ä'iv fietleol 5 Iiiid)ti ( ifüi Drahtnach- «chlen: Lnzeiger Netzen.

Erster Blatt

*67. Jahrgang

Samstag, *. Dezember *9*7

PostscheCkattt»: 5ra«ts»N L.M. **686

Sailkvertehr: Sewerbedanl Stehen

ZwillingminLöriuk u. Verlag: Brühl'jche ttnio.-Buch- u. Stein-nrckerei K. Lange. Schristlritung, Geschäftsstelle u. vruckerei- Schulstr.

Annahme »an Aazei-e«

die Lage««lurnmer dis zum R-ichmtuag vorher ohne jedePerbilidlichkert Seiieapreise: für örtliche Anzeigen 26 M.,sürauSwärt»fle 30 Pf., «ur Reklamen Mk. 1.. bei Platzvor- jchnjk 2"'/. Auis.tltag. Hauvtlchri'tleiler: Auch Goey. Uerantivortlich fül Politik u. ,feuiUeton: Aug. (^oeg-. Stadt ,»d Land, Vermischtes u.Ae- richisiaal: W. Dieqer; Anzeigenteil: ö. Beck;

jänillich ln Gießen.

Reue erfslglsse Angriffe der EnglMöer bei Eamblüi.

wochcnrückblick.

Neue gn»he Tore der Geichubre haben sich vor uus'auf­getan, und wir schreiten hindurch mit dem Gefühle, ba\ uns da wirklich eine neue Lust uird neuer Geist umfängt. Die Aprilschauer und Krisen sind vorüber, es will wach en, wer- den und gedeihen. Nun erweckt uns auch diefortschreitende Demokratlslerung" kein besonderes Grauen mehr, obwohl es muh wie vor gelten mutz, den Weg zum Frieden nicht mit künstlichen Hindernissen zu beschweren. Tiber woran liegt cs, daß wir freier atmen, wer hat das Verdienst an der Entspan­nung der Erzberg er'scheu Krisenluft? Dieser selbst, seine Par­tei und die Mehrheit ganz gewiß nicht. Größere Wetter sind niedergegangen, gegen die das bißchen Donnern und Blitzen der Erzberger und Scheidemann nichts ist. Wir fühlen uns nach dem russischen Zusammenbruch, der italienischn Kata­strophe und dem siegreichen Widerstand in Flandern und Frankrech militärisch gesichert. Und wir fühle», daß sich nun bald alles wenden muß.

Die preußisch' Wahlresormvorlage ist in einer Zeit ein gebrach worden, wo wir das Ende des großen deutschen Zwei­frontenkrieges erlebt hoben. Die ss Ende ist jetzt auch Sicherlich mehr und mehr in die Erscheinung getreten. und -wardadurch, daß der offene Bruch in der Entente entstanden ist. Und jetzt können unsere Gegner ihre Hoffnung aus Wir­kungen unseres inneren Zwiespaltes ruhig begraben! Das Gefühl der Schwäche, der peinigendsten Be o g ns ist ihnen

ä l beigebracht worden, nicht durch ""Di che Kniffe und Ent- jießimgen, sondern durch die Macht unserer Masse i, du ch -«Wirkung unserer Schläge. Es herßt, Wilson rüste sich zu einer neuen Kriegsbotschast. die an Wucht noch die der Kriegs­erklärung gegen Deutschland übertrefsen würde. Aber wäre es auch nur denkbar, daß er bei der jetzigen Lage wieder solchen Hochmutsschleivr von sich geben, daß er wieder im Tone eines politischen Sokrates reden könnte, nur unendlich viel unbescheidener als der weise Grieche? Nein, auch das angemaßte Weltvrdncramt Amerikas ist zu Ende! Und jetzt kann unbesorgt einiges von der nun einmal hingeworfe­nen mnerpolitifchcn Wäsche gewaschen werden. Die preußi­schen Borkigen zur Reform der beiden Häuser des Landtages nxtbn, zweifellos nicht mehr unüberwindliche Schnütnigkeilen bereiten. Es wird sich wohl nur darum handeln, ob die kleinen Ausgleichs die dem gleichen Wahlrecht angeschlosscn worden sind, noch etwas erweitert oder, wie es die äußerste Linke möchte, noch etwas ab geschwächt werden. Der Gedanke der Anerkennung der Leistungen des gesamten Volkes, wie er in der Begründung der Vorlagen scharf hervorgetreten ist, wird über die reine Zweckmäßigkeits- und über die in all­gemeineren Gesichtspunkten liegende Gerechtigkei'ssrage hin­wegschreiten. Kritische Bedenken werden erst später wieder zu ihrem Rechte kommen. '

Der neue Reichskanzler Graf Hertling hat vor dem Reichstage eine kluge, in allen Einzelheiten gut abgewogene, aber keineswegs markante oder irgend etwas Neues bringende Rede gehalten. Es sprach indessen aus ifrr eine ruhige Sicher­heit, die in der oben angedeuteten allgemeinen Lage wur­zelt, und dieser Redner konnte es nun ohne Einwendungen von anderer Seite aussprcckien. daß an den Grundlagen un­serer Reichsverfassung nichts geändert werden kann und soll Da« neue Programm der Ncichstagsmehrheit. das Gras vertllng in seiner Rede kurz empfahl und begründete, wird vomneuen Geist", der über uns hereinbricht, kein ver­mengender Strahl sein. Der wetterleuchtet denn doch in an­deren Formen und Farben als in einem Arbeitskammergesetz oder kleinen Verschönerungen der Koalitionsfreiheit und der Zmmrhandhabung. Derneue Geist" glimmt nickst nur in den Debattterstuben der alten Parteien, er flammt vielmehr w über allen unseren Grenzen, in allen Ländern und Erd­teilen. Er funkt aus den Kundmachungen Trotzkis und Le- nms, 'er erzittert in den neuesten Erklärungen .des »EPS , daß bte nächste Zukunft (natürlich für Frank- o T A' ,cI)r düster" sei, und er blickt ernst und streng aus rd Lansdownes imDaily Telegraph" neu formulierten ffriebcnSsteicn. Der Satz dieses Engländers:Der Krieg muß »u Ende gebracht werden, um die Welt vor einer Katastrophe zu bewahren", jplicht Bände!

Was Graf Hertling über das Angebot der russisckxm -vcaximalisten gesagt hat, war staatsmänuisch weise und in lwer Beziehung einleuchteitd. Bei den äußerst schlechten Be- tehungen der Herren Trotzki und Lenin zu den Führern der Mtente brauchen wir zu den Sonderverhaitdlungen mir Ruß- !. kerne umständlichen Vorbehalte zu machen. Alles, auch vre von Hertling angebotene Selbstbestimmung der Ostsee- lander. wird sich vielleicht schneller utid besser lösen lassen L? manl denkt. Jetzt müssen wir die Kessel hei;en, damit das kocht: der spannkräftige Dampf des allgemeinen "dens wird dann chon von selbst kommen, und wir brauchen M mit heißem Atem nachzuhelfen. Einladungen und Ver- c,:Zungen vor den heutigen Regierungen der Hauptgegncr üarnicksts. Wir müssen sie vielmehr so nennen und Mn*? ru lc ^ras Hertling tat mit Sonnino, Clemenccau, bprftffn«; C ri 0e den Völkern das Kapitel der neu

Dtti-i geheimen Verträge wirksam vorzuhalten.

^ geschrieben, wer

AvTB.) Großes Ha uptguu rtirr, 30. 9kov. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz. ^

H e e r e s g r u p p r K r o n p r i n z R u p p r e ch t.

. In Flandern entspannen sich am Nachmittag vom Hüuthouister-W.rld bis Zan-vsorde lebhafte Arti leri^mpfe. Dir mimcnrlich beiderseits von Poeloapelle und mrölich von Gheluvrlt mit größter Heftigkeit ge ft.h l wurden. Eigene Sturmabteilungen stieße« nahe dr Küste und in einzelnen Avitstnitten des Kampffeldes in die feindlichen Linien vor imv brachten zrch reiche Fmnzosen und Engländer ein.

Bei A r m e n t i e r e s, Lens und südlich von Ä r r a i- gesteigerte Feuenätigkeit.

Auf dem Sckstnchtftlde vo»r Ta mb rar griff der E^'6 länder am frühen Bdorgen nach heftiger Feuerwirkung unser?

w-ftftch Bour-on an. Nnrer ichweren Bcr lüsten wurde cr zuriickMichllagen. Am Nachmittag nahm der iveuerfnirtih :J n ii) o und Fontaine wieder be

trächt:iche Stärke en.

In der Gegend von St. Quentin wur die Artillerie tärigkeit lebhafter als an den Vortagen.

Heere SgrnppeDeutscher.Kronprin z.

Ein eigenes Stt:rnttru.pveru te nehmen nörU-ch von Braue hatte voli-en Erfolg und beachte Gcfnng.-ne ein. Au beiden Maasuferu ledtt dcs Feuer zei we.lig uuf.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

An vielen Stellen, namentlich im Sundgau, rcgc Tätigkeit der Franzosen.

Seit dem 24. November verloren unsere Gegner im Luft- kamps und durch Abschuß w.n der Erde dreißig Flugzeug» und Mei Fesselballone.

Leutnant B u ck l t x errang seinen 30 ., Leutnant Boi' gartz seinen 25., Leuttuim Böhme seinen 24., Leutnalst Klein seinen 21. Lustsieg.

Im

Osten. Mazedonien und Italien keine größeren Karnpfhandknrgen.

Ter Erste Generalgnartiermeister ^ Ludendorff.

Eer Adenvdericht.

Berlin. 80. Nov.. «wends (WTB. Amtlich.)

Auf dem Schl' ftld bei Cauldrai und neue Kämpfe entbrannt, bisher für uns erfolgreich waren.

Bon den Mtderen Fronten nichts NeilcS.

*

Der ü'terrcichisch-ungarische Tavetzbcricht.

Dien, 30. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

Italienischer Kriegsschauplatz.

In Venetien Artilleriefeuer von »vcchstlnder Stärke.

Im Osten unverändert.

Albanien.

In der Nacht vom 28. November führten an der un­teren Vojnsa bosnich-her.zegowinischc Jag r ein erfolg­reiches Unternehmen ans. Sie durchwateten den manns-- tiefen Fluß, stießen bis in die zweite italieni'che Linie durch und brachten Gefangene und zahlreiches Kriegsgerät ein.

Der Ehcf des Generalstabes.

ne« -, die am Weltkriege Schuldv-

über Heuchler und Verleumder gewesen sind. Es gilt. 19 ^ ,lnc . Röckckien der Friedcusentschließung vom

bertk-T." Mbn gediegenen Harnisch anzulegen. Dazu erklärte Dil- lnöge sich der Feind gesagt sein lassen:

brstsse.^^.aus die Note des Papstes bedeutet keinen Frei- klua ^?^'^^elhafte Verlängerung des Krieges!" Es war tiefer " und^selbstsicher, daß der gute.Herr Wilson in

»uwa- >°°rden ist.

oes Reichskanzlers einmal überhaupt nicht

vre auswärtige Politik vor dem hauplausschutz des Neichstagr.

Berlin, den 39. November 1917.

Der Hanptcmssckxlß des Reichst«c,,ev trat kxnttr vvrinittag zu- smnmen. Außer den Mitgliedern waren selrr viele Abgeordnete er­schienen und auch die Sbaatssekretärv und Leiter der Reichsämter, sowie andere Jüe.sternrigsv.'rtreter sind in so großer Zahl anwesend daß der Bevatungssaiai bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Ter Reichskanzler Graf Hertling war <nn Vormittag iricht in der Sitzung ersckstemm. Tie Verl:«ndlungen begannen mit einer Mn Teil ver­traulichen Rede des Staatzsstkretärs dcs AuÄoärtigicn Amtes v. Kühl mann,

aus der jedoch folgendes midgeteilt werdet! Vann:

Nach kurzen vertnockichcn Mitveilimgen besprach der Staats­sekretär des Auswärtigen Amtes Tr. v. Kühl mann die in den russischen Gelr'inldoLu.nüeutcn erioähute angebliche Besprechung von Finanz männern in der Sckpv-eiz. Schon jrülx'r sind ähiliä>c Ge­rüchte aufgetzmcht. Tie damals cmgesdellten Nachforschmigea laden ergeben, daß ldentsche Fmanzleutc an solch.m Konferenzen sich nicht beteiligt haben. Die englisch.' Rlogäerung hat ihverfests die Be­teiligung englisckxer Finanzlente deinenliert. Diesmal werden aus- drücLlch Berlneter der Deutschen Bank und Herr Fürstenberg er- 'wähnt. Aus Anfrage des Staats sekret ärs hat die Dcuckche Bank nritgeteilt, daß^ überhaupt keiner der ihr nahestehenden Herren da mals in der Sch.'veiz gewesen ist. ^ Es hat auch Seiner von ihnen einen Paß zur Reise in die Sckpveiz gehürt. Herr Fürstenbei-g har znur einen Paß i^elrrbt, aber keinen (isebrmrch davon geniacht. Weder er rood) ein,' ihn nahestel-ende Persönlichkeit ist in der frag- liclpen Zeit in der Schweiz gewesen. Nach gründlicher Untersuchung kann also erklärt loerdan., daß der Berner Bericht der russischm TiploTnaten aus Klatsch und manq,'shasten Ins er, Nationen beruht.

Der Staatssekretär fulrr daraus fort: Unsere Blicke sind in diesem Zeitpunkt rwr allen! nach Osten «-perich^et. Rußland, das die Kriegsfach-l in tae Welt g^ä^eldert hrt. Rußland, in dem eine bis ins Mark der Knochen faule R>tte von Brcrvaukvrlen und Schmarotzern unter Beiesteschiebung eines melleicbt manchmal tvobl- menienden, aber schracken und nstsueitoten Selbstyemchers die bilisierung erschlich, iDelcfjp die eigentliche und wunitteldare Ursach dieser gewaltigen Bölkerkatastropke geworden ist, hat die Schuldigen wegaefegt und ringt nun in schweren Walen darnach, druch Waffen stillstand und Frstdm iHWunt für seinen inneren Wieder«ufban zu aewmncu. Dar ÜLrrn Worten, um denen der Reichskanzler gestern

die SellunanalMc der deutscher! stiegirrun-g zu dirsem Streben Iw gelegt Ixtt, bvlNlche ich meinerjcit§ nichts hmznzuiügen. Wir werden uns auch in dieser Frage von ten Glrunj^sätzen ei.icc festen und gemäßigten, aus dein Boden der Dat,acl-en stelzeirden Slaatskunst nickst enti-enieu. Tic bisher von de.k heutigen Mach hadern in Petersburg der Welt mitg-evillen^ Grmrdsatze erschinen geeignet, die Ursterlageu für eme Neugestaltung der Tinge im Osten, dre dem Selbstbestimiimmgsrecht der Völker volle Rechnung trni^end tnc meieuckichen und dauernden Jiitteresscn der beiten großen Nacharreichc Rußland und Deuts chand zu ichern. Daß wir diese Ziele ver»oigen können im engsten ^'mvergnehmen mit unseren Verbündeten und, wie mir schestren >mll, auch mit der moralischen lliUerftü : 33 mg her übcnoiegeriden Me ln heit der lner vcrsamnielten Vertreter des dentsck-m Voffss, '.erfühl mir zur besonderen Gerrugtamut und roiro umerein Airs-» erteil itad; außen aich die nötige Wmchl verleihen, lieber die a: i l i t ä r i s che Lage hiben nar gestern von: Reichskanzler eu,gehende Tarlegungen «npfangunr. Ich möchte inich deshalb ans -'euige Worte üb'r den Feldzug in Italien oeschranken, der roch lN! vollen Grnge jst und dessen politische Ausw-irkungLn^ olnvahl natürlich auch nicht voll zu ü'oersel-en, üt einüjen Puicktcry ck^u klar hervorg-erreteu sin). Es lorr ein Bild, das selbst in .'TL',em ungeheueren Gigaule.chinpfe noch nicht gesellen wvrdM lue uver ten graiieu MVirit du uh die l-erbnuoteu Schluchten der ,'!lt>cniä.er C t grauen Schlangen beut.dyer und österreichisä>-nn.gari- L!)er ^»turinhauchen sich^ lnnabwülzten in die beglünzten Ebenen nal^.is, die fest d,m Ta-iieu der Staufer auf deutsch? Sehnsucht eine so magisch? Anzieh-rngsfraft au-rgeübt haben, und ivic unter >X'm Oberbefehl des jmigen Kaisers aus dein Hause HabsLurg die gaicze .Heeresmach! eriics großen Volkes imter den wuckNigen! Hammerschlägen. di? für das Feldlierrn§r3ne der verbündeten Mächte so kennzeichnend geworden sind, zufmumenbrach und zu- rückflutete. Mst teinem Lande Europas hat die geistige Welt Deutschlands so enge Beziehmepm vor diesem .Kriege unterhalten raie mit Jlalitm. Der neisgeeüuc Staat war an Schatten des mächtigen Treibimdes zu Ansehen. Macht und Reichtum ge­diehen. und wenn auch eine unsagbare Bitterkeit bei uns emp­funden wurde, als spat im Kriege, da nvanche Toren glaubten, die Stunde sei gekommen, mn dem angesch-lsenen deutschen Eber den Fang zu geben. Italien unter denr Geschrei einer besLocheuan Presse imd der Führung getznssenboser und kurzsichiger Staats« münner, sich aus reiner Ländergier zu der schmählichen Politik cnt^chloß, die es beute so blutig! büßt, so wird doch auch mancher dein italienischen Bokke m dieser Stunde völligen Zusammenbruchs nicht atllc Teilnahme versagen können.

Ttzenn ich twrbin tum AuAoiekungen der militärisch«! Erfolg/ sprach, so sind diele mcch in England und Frankreich verspüren, imb ein kurzer Blick auf die zeillch gleichlaufende innere Enta uncklimg in TeuE.rnd und in diesen Ländern dürfte lehrreich sein.

Während in Deutschland im Laufe fceS Krieges das große Kaiserwort, das au seinem Eingang gestrnrden hat. weiterarbcitend fruchtlmr entwübelt worden ist und die Beziehungen zwischen Volk und Krone aus dcr Grundlage gegenseitigen Vertrauens immer freier, lebendiger und deshalb fester werdeird. während in Deutsch­land die Regierung nicht imter Druck von außen, sondern in freier Erkenntnis historisch notwendiger Entwicklunn^änge das auswirkt, was Ihnen die gestrige Rede d-?s Herrn R'-ickistanzlers program­matisch dargelegt [>at, ist in den b-cuden Ländern, die es lieben, sich als Horte und Vottämpser volkstümlicher Freiheit in der Welt zu gelten, die Entwicklung eine umgekehrt-? geioesen. Tie Freiheit des Teukens, die Freiheit des Dottcs wird, zum Teil inst dort brutalsten E-ewaltmitteln unterdrückt. Mies strebt in den wcst- lichren Tentokrctien mehr und mehr ans die absolut? Diktatur hin.

In Frankreich hat der verbissene Kriegswille, als dessen Träger vor allein Präsident Poincar4 zu gelten lnt. als letzte Karten im Spiele des Krieges um jeden Preis und bis zum bitte­ren Ende Herrn C l e m e n c a u zur Macht berufen, und während in Berli 1 - Er Kanzler in eingehendre Beratung mit den Parteien die Grundlagen der beabfichtrgten RegierumTümaßnahmcn eror- tett, rühmten die Herrn Eleinenceau ergebenen Blätter, daß er sein Kabinett ohne jede Fühlungnahme mit denr Porla-.uent ab­solutistisch und diktatorisch zusammcngestellt l>abe und als eine der ersten Regierungskondlungen wird eine scharfe Verfolgung frie­densfreu 'chlicher Bestrebungen angcküudigt.

In . u g l a n d hatte die jetzt in Frankreich vollzogene Ent- »vicklung schon früher^ stattgefunden. Dort batte die Partei del Krieges um jeden Preis schon vor geraumer Zeit Herrn George auf den Schild erhoben und ihm Vollmachten übertragen, die ihn unter Hintansetzamg aller der englischen Verfassung so teuren, skautelen tatsächlich zum Diktator machten. Derkleine Zauberer aus Wales" hat vielleicht trotz allem ernten Willen, den Krio< so rücksichtslos zu führen als möglich, nicht alles gehalten, wa, . seine Freunde von ihm erhofft hatten. Da aber, falls nicht noch -4 Lord Northclifsc gegriffen werden sollte, niemand da ist, der Herrn George an Kcncgsentschlossenhcit übetträse, und auch die Nachfolge kaum jemand zu locken scheint, so dürfen wir wohl für einige Zest noch damit rechnen, die westlichen Demokratten unter Leitung ihrer beiden Diktatoren sich über Errichtung eines gemeinsamen Oberbefehls fttt die verbündeten Arnrecn wie bisher in vollster Ein­tracht unterhalten zu sehen.

Als ich vor einiger Zeit mich mit einem Neutralen, dcr ül>er genaueste Sachkenntnis verfügt, über englische Staatsmänner mrd ihre erstaunliclie Unkenntnis des Koirtinents und insbesondere Deutschlands unterhielt, meinte dieser kluge Gewährsmann, der für auswärtige Politik Befähigste sei zweifellos jetzt Lord Robert Cecil, Der Marm mag recht gehabt habm. Der Sohn Lord Solis- burys. der von Kindheit an in der Luft großer internationaler! Geschäfte gelebt hat, könnte vieUeicht auch von Dingen außerhalb Englands eine Ahnung haben. Nachdem aber der Genannte die englische Regieruirg auf der lächerlichen und ekelhaften Geschickte von der deutschen L e i ch e n v e r w e r t u n g seftgclegl bot und jetzt in einer durck) Reuter verbreiteten Rede die angebtist geplante Y)esetz^ebung zur Einfülinmg dcr Vielweiberei in Deittschland M!t vollem Ernste als charakteristisch ftlr deutsche Anschautnlgen und Zustände hingestcllt hat. muß man ivirklich sagen: die Welt istbek agenswen, die in ihren wichtigsten Belangen, ftlr die Tausende täglich ihr Leben opfern, von Männern geleitet wird, die über Art und Wesen ihrer Gegner in jo vollkommene» Unwiffenlieit sind wie der cnglisck-e Staatsmann!

Ich muß es mir versagen, auf manches näher ernzugelxm. Nur einen Gedirnvengona möck^e ich noch envÄmen. da er sowohl ii^ der ftinblvcl^n Presse häufig auftaucl^, als von dort auch in big Gedailkentvelt cnMverifcker Staatsmänner itbergvgangen ist.

Gs wirb vchanptret - bona oder mala ftde, das lasse ich d<!hnt- gcftjellt DAttsichfland deolurct-de über seine Krio-sziele deshalb