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16.11.1917 Zweites Blatt
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270 Swett« Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

vetlagen:Stetzener Zamffirnblättert' und Ureisdlatt für den Kreis Sichen".

poßfcheckfonto: Zrankfnrl am Main Nr. [\m. vankvertehr: Sewerdebank Sichen.

fd 7 . Jahrgang

euer Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhejsen

Zreitag. p. November :9l7

Zwillings rund oruct und Verlag. Brühi'scheUnwersitätS-Buch-u.Steindruekerei.

R. Lang e, Gießen.

Zchriftleilung, Sefchäftrstelle und Druckerei:

Schulstraße?. Geschäftsstelle tuVertag: ^«tzi.

Schristleilung: L-sA 112.

Anschrift für Draht! wchrtchtenrAnzeigerGtegen.

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Aus Stützt und Lanv.

' G i e ßen , den 16 . November 1917 .

Einschränkung des Gepäckverkehrs.

tet Gepäckverkehr har zurzeit einen derartigen Umfang ange- WOvven, day er viel fach za ernsürchen betrieblichen Schwierigkeiten geführt bat. Insbesondere i)t das Gewicht der einzelnen. Stücke häufig so groß, das; es twn den zurzeit für den Gepäckbienst zur Verfügung ste!>enchnl Hilfskräften, namentlich den weiblichen Kräs tat , mrfü bewältigt werden kann, lim eine Einschränkung biete KerkehrS herber zu sichren, wrrd daher mit Gültigkeit vom 15 yanver b. I. an bei abznfertigerrdem Gepäck das Gewicht f ü r d al einzelne Gepäckstück auf 50 Kilogramm beschränkt Dieser Aesäwünkung unterliegen nicht:

3) Kahr- und Rollstühle, die Kranke aber Gelähmte mit sich

Ähren,

d) Kuriergepäck,

e) Gepäck der Offiziere.

ch Musterkoffer der Geschäftsreisenden, soweit die MnsterSvffer tn Personenzügen befördert werden sollen und der Reisende eine Bescheinigung der Handelskamnier über die Notwendig, fett der Mitsüli-rung als Gepäck vorwnst,

e) Musikmirrvmente in Kästen, Futteralen oder anderen Um-- schlreßungen, sofern sie unzweisellzast zum persöiüichen Ge­braute des dlusgrbers dienen,

f) Geräte von Artisten und Sctxrustellerm Äehe Bekanntmachung im Anseigenteil.

*

** Amtliche Perso-nalnachriÄten. Der Großherzog hat am 14. November den Direktor des Ernsh-Ludwig-Seininars Au Bensherln, Geheimen Sck'julrat Wilhelm Geiger, aus sein Nach- unter Anerkennung seiner langjcichigen nrit Eifer und Treue geleisteben Dienste mit Wirkung vom 1. Dezember 1917 Eningen IlhUriOcmb versetzt und iym das Ehrenkveuz des Verdicnst- pidens Philipps des Großmütigen verliehen. Der Großherzogi ihm ferner am 14. November den Kreissicktulinspektvr lxn der -reissckulkommissivn Mainz Professor Dr. Ermann Bach zum Direktor des ErnschLiidtoig-Semtnars zu Bensheün imd den Ober- lchrer am Rcalgpmnasium zu Mainz» Professor Christoph Gluckert 8-mn KreisWulinspekwr bei der .Kreis schal l ko m nrrssio n Mainz, beide Mt Wirkung vom 1. Dezeibber 1917, ernannt.

** A " ^zei chnnn g. l>!ardesüsilier Willy Haas, Sohn des Werkmeisters Justus Haas, erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse.

" Op fer 1 a g. Man schreibt uns : Der in Nr. 268 des Gieße- ver Mzngers angcckündigle Opfertag zum Besten des llivten Kreuzes beßoeckr rrickn die Giuleitung einer neuen Saurmlung in imserer Stobt, ftmiderv bildet die Ergänzung der vom hiesigen Roten Kreuz fowt* einseleiteten Sammlung für den Kaiser- und Volksdank nir .Heer und Flotte und die Ausdehn.ung der ^mnnilung auf deir ^vÄreis Tw chftn Opfertag hier eingehcüden ff^elder werden für .Imecke des tiesigan Roten Kreuzes venmmdct, ein Teil davon sott dm hinter der Front eingerichteten Soldatenheimen zugute kom- 'm., die für 'die Erholung !und geistige Auffrischung unserer Feld- ivMrm so außerordentlich wichtig sirch. Die Weihnachtsverlostmg I MAmiren unserer Verwundeten findet am 4. mtb b. Dezember gtatt: sie g estaltet sich Einstiger wie an gekündigt, da die Zahl der Gewrmi e 1000 übersteigt.

** 58 on der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Vaterlands Partei wird uns geschrieben: Die Deutsche Batetckandsvcrrtei hat die Mitglieder aus Oberhessen zu einer ^Versammlung auf Sonntag den 18. November nachmittags ein* s.geladen Die drei Neichstagsabgeordneten für Oberhessew. wollten l dabei gemeinschaftlich sprechen. Hem Oekononnerat Heck ist leider | wegen Krankheit daran verhindert. Die Tagung verspricht ttotzdcm tkmcn äußerst miregenden Verlauf zu nehmen. Wie sehr die Ziele der DeutsMn Battclandspartei, d. h. Einigung aller vaterländischen Kräfte gegen unsere Feinde. Stär­kung des Siegeswillens im Volke, Schutz des Vater- L landes vor den furchtbaren Folgen eines Ver­lich t fr iie d en s im Volle verstanden und beherzigt werden,

Unlust ri»r- 2 Vij$cnfdt(tft.

; Feltre. An dem großen Bogen, dnr die Piave macht, um ihr. n Weg fdurchs Voralpenland z'ir Niederung zu finixm. liegt als der Hanptort dieses Teiles des Flustgeb etes Feltre. Es ist nur ein Or! von ein paar tausend Einwohnern, doch ferner Lage nach von Bedeutung und datier auch reich an geschichtlichen Schicksalen^ Tenn Feltre ist der Kreuzungspunkt wichtiger Straßen. Von hier läuft dir große Heerstraße gen Süden, die nach Treviso unch tvttterh'N nackl Venedig führt, während sich nach Westen der Weg olzweigl, der ztmi Süganertale, nach- Primolano und nach Bassano leitet. Um dieser stirategischen Bedeutung willen hat Feltre oft

S die Aric in den ] zerstört.

wurde I für alle I »Terra feinen

sleiden über sich, ergehen lassen müsstn. Zu zweien Malens, ihren 409 >und dann wieder 477, haben die Goten Feltre ws. jedoch durch Theoderich den Großen wieder aufgebaut ann hat die Stadt all die Wechselfälle durchgemacht, die größeren Atnsijedlungen dieses Teiles der venezianischen! srma'' typisch! sind, bis endlich Venedig auch Feltre in ückttbereich zog und ans Jlahrhünderte hinaus schicksals- l btttimmend für die Stadt wurde. Es ist eine recht stille Landschaft,

I deren größte Schönlheit in ihrer Lage zu üicbm ist. Ein sanft ge­schwungener. breit ausladender Borberg, hinter dem sich Gipfel rn Bwftl hock, emporrecken. An diesen Vorberg lehnt sich Feltre. zunl Teil klettert es ihn hinan. So baut sich die Stadt irr verschiedenen Terrassen auf. was zusammen mit dem ^Kbirgshintergrunde immer veer, lmalerisrt e Bilder bietet. Noch umringen sie die alten Mauern; tflmter den Toren ist das eine, das kaiferlichp Tor genannt, durch Edle schöne Säulenarchitektur aus der Zeit der: Hochrenaissance ^Mgezrtckwet. Aus der mittfemi Terrasse liegt die Piazetta mit Mem Not har cs., für dessen unteren Stock mim den großen Palladio Momtwortlich, machen will. Jedenfalls ist dies Stockwerk im großen t der späten lldenaissance gehalten, ivährend die anderen Teile Bmies dm schörven Verhältnissen der Bogenhalle.des Erdge- icht entfpveckMl. Uebrigen.s ist Feltre recht lpibsch gebaut, cynick ! reite Straßen und antnutige Plätze, bietet jedock an _iii irnt über Kunst schätzen nicht eben viel. Doch ist die Stadt nickt kunstsvemd; so mancher ihrer Söhne hat sich in der K'iinstg:- dichte ieir'en Platz erobert, und der Meister Ntvrto von Feltre ^anspruckt sogar eiire gewisse kunsthistorisch>e Bedeuttmg. Die größte Merkwuid, > it aber, die Feltre aufMweisen hat, ist doch wohl sein w Leilümus Es kann fick) näinlich rülimen, das älteste aller Leih- fer tz-u besinn, indem hier schon im 15. Iälwhtlnd^'rt eine Anstalt dieser Art gcgrü^ldet worden rst.

Hermann Schi evelb ein. Vor einetn Jahrhundert, 18. November 1817, ivard der Bildl-auer Hermarm Schievelbean £ Berlin geboren, der Schröpfer dec Gruppe ,,Pallas, den Krieger w den. Waffen übesid" aus der Schloßbrücke m Berlin, ein rcich- ^gabter Künstler, i>rtn es freilich) zur volletk Entwicklung an «örperkraft gebrack Er starb auch vcrlstiltnismäßig früh, am ?- Mai 1867. Ludwig Pietsch, der dem Künstter nahetrat, als er Me Gruppe schnf schildert ihn: ,,Einc schlanke Gestalt

wit blondem Haar mrd Bart, frermdlich,,'All, schlicht und inilde, sein Aussehen ctn)as Leidendes, fast Hektifch-eS, auch) wenn .T ich ganz »vohlfühlte. Der idealistische Zug seiner Natur, die m seinem künUeriscl^n Schafseir, in seinem Deuten, An-'

beweist der zahlreiche Zustrom voir Mitgliedern, die sich immer neu nielden. In Darnistadt ist die neugegründcte Ortsgruppe mit über 400 Mitgliedern ins Leben getreten. In sämtlichen Städten Rheinhessens mtb Starkenburgs sind Ortsgruppen bereits ge­gründet oder im Werden begrifssen, und ebenso steht es auch bei uns in Oberhessen. Selbst in kleinen Orten wird die Zahl der A^it- glieder oft schon so groß, daß eine besondere Ortsgruppe ^ge­gründet werden muß.

** Das Gro ßh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 19, enthalt: 1. Bekanntmacknmg, die int Jahre 1915/16 approbierten Personen betr. 2. Bekanntmachung, den Steuerausschlag zur Bestreitung der Bedürfnisse der Landjudenschaftskasse für das Rabbrnat Darmstadt II für das Rechitmigsjahr 1917 betr. 3 Ucbersicht der von Großh. Ministerin in des Innern ftir das niochnungsjahr 1917 zur Bestreitung der Gemeindchedürfnisse der israelitischen Religionsgemeindert des 51tcklses Lauterbach geneh­migten Umlagen. 4. Uefrerfwfit über die in den Gemeinden des Kreises Worms zu erbebetrden Gemeindeumlagen für das Recki- nungsiahr 1917. 5. Ncbersicht über die in den Gemeinden des Kreises Oppenheim zu erhebenden Umlagen für das Rechnungs- jalw 1917. 6. Berufung in die Erste Kammer der Stände. 7. Nanrensveränderungen. 8. Ordensverleilmngen. 9. Er- mächtigung zur Annahme rmd zum Tragen fremder Orden.

** Bundesratsveror-dnnng zur Viehzählung. Zur Biel-zählung am 1. Dezenrber t917 hat der Bimrdesrat eine Ausfü^hrungSv-erordnung erlassest, die eine genauere Zählung dep Pferde und Schn^vine nmo-cbmet. Die Zahl der Pferde soll hiernach außer nach dem Wtzer coie bisher auch nach der Beschäftigungsart in Landwirtschaft, Handel, Geivecbe und Industrie, m Privat- und öffentlichem Besitz festgestellt werden, daunt für die Haferzuweisung an die Arbeitspferde bessere Grundlagen gew-onnvn werden. Die Zahl der Schweine, die sonst nur nach Wrrsklasstw getrennt er­mittelt wird, wrrd durch die Berordntlng insofern geirmrer fest-- gestellt, als die Zuchteber und Znchtjanen besonders zu zählen sind. Dies ist nötig, da ^diesen besondere Harlsutterzulagen geiväl-rt wer- dert und die Behörde, ein Inter esse an der Feststellung der in jedem Falle zu erhaltenden Zuchtbestände haben.

** Das Kreisblatt, Nr. 189, enthält Verordnungen über: Sammelheizungs- lusw. Llnlagen irr Mieträumcn; Verkehr mit Harzers atz stosfeir; Landes-Brarrdversichernngs-Anstalt: Volkszäh- lung anr 5. Dezember 1917; Tienstna chrichten.

Sine eiserne Zeit bedarf kemes Sstöschmuckes!

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Landkreis Gießen.

** Beuern, 15. Nov. Landsturminann Karl Wagner er­hielt die Heffrsche DapferPeitsmedaille.

** Garbe nteich, 16. Nov. Zunr Unteroffizier befördert tmirbe der Gefreite Heinrich Lang, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Hessischcrr Tapferkeitsmedaitle.

Kreis Büdingen.

ckt Echzell, 16. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Mus­ketier Karl Michel. Lo r b a ch. Zum Offizier-Stellvertreten befördert wurde der Vizeseldivebel Heinrich G ö tz.

= Ortenberg, 16. Noi>. Zur Verteilung an Heimat- und Feldlazavette sandten die Bewochrer Ortenbergs und seiner Nach­barorte dem Rotett Kveutzperem in Darmstadt einen g a n z e n Eisenbahnwagen mit Liebesgaben zu. Unter der S^abensülle befanden sich u. a. 23 Zentner Obst und Konserven, 16 Zeirtner Latwergc. 11 Kisten Fruchtsäfte, Fässer mit Sanestkraut, 6 Zent­ner Eorttast'anwn. zahlreickte Töpst mit Gurkan. Hülsenfrückste und große Mengen Gemüse.

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Krei§ Alsfeld.

** Atzenhain bei Grünberg, 16. Nov. Dem Mit. Kranken« toärter Otto E r d m a n n tourde das Hess. Sanitätskreuz am Kriegsbande verliehen.

Kreis Schotten.

O S cho t t e tl, 15. Nov. Die gestern hier bageirde Synode deS Dekanats Schotten wurde durch euren in der ehrwürdigen Stadt- kirche gehaltenen Gottesdienst, ftr dem Pfarrer Muhl-Schotten predigte, eröffnet. Tie Verhandlungen fanden unter dem Vorsitz des Dekans Kirchenrat M ü n ch -- Sck-otten im hiesigen Ruthans- saal statt. Nach einer Erösftrungsanspracf>e des Vorsitzenden wurde der Bescheid des Großherzogl. Oberkonsistoriums auf die Beschlüsse der vorjährigen Syiwde bekairrrtgegeben, sodann der Jahresbericht über den religiöK-sittlichert Zustand der Tekanatsgemeinden in 1916 erstattet, dem sich noch Einzelberichte Mer den Dekanats- missionsverein, den Erziehmigsverein und Gustav-9üwls-Vrrein anschloffen. In den nun folgcmden Vorträgen winde die Bedeutung Luthers für unser Volksleben bel-andelt; es sprach Pfarrer Nebel- Äaubach Mer Luther als deutscher Mann, Pfarrer Frits ch-Rup­pertsburg über Luther als Beter, Pfarrer R ü h l - Wingershausen über Luther als Liederdichter, Pfarrer Re pp--Ober-Seemen über Luther als Erzieher und Pfarrer Bolp-Laubach über Luther und das Mort Gottes. Ernstiinmige Annahme fand hierauf eine von Pfarrer Fritsch eTttworfene Resolution, die an die Dekänatsgenwftc- bai gerichtet sein und sie zu nt treuen Festhalten mt den Seg­nungen der Reformation ermahnen soll. Mit Gebet von Pfarrer H o h g r ä f e - Gonterskirchen wurde die Tagung geschloffen.

cki Rainrod, 16. Nov. Das Eiserne Kteuz erhielt der Pio- mer Llugust E hiou t.

Ulfa, 16. Nov. Dem Vizeseldwebel Otto Jäger wurde das Efferne Kreuz 1. Klasse verliehen.

Kreis Friedberg.

ckft Friedberg , 16. Nov. Das Eiserne Kreuz erhielt der Pionier Heinrich Fischer. Börrstadt. Das Eiserne üoerrz erhielt der Ersatzreservist Will^elm Wagner. Södel. Das Eiserne Kreuz erhielt der Musketier Gustav Wagner. Starkenburg und Ntteinhessen.

ch. Rau ent hat im Rheingau, 16. Nov. Der Nanentbalcr Winzerverein zahlt auf Beschluß, seines Vorstandes hin für die Trat wen aus der besten Lage der Gemarkung 5,80 Mark für das Pfund. So wurden, je nach Art, Lage und Güte für das Pfund 1,805,80 Mark bezahlt. Das Stück Most aus der besten Lage stellt sich denmach aus rund 20 000 Mark.

!ch^ W ö r r fta d t, 16. Nov. Tie im Revier Wörrstadt-Gabs- heim-Schorsheim Mgehaltene Treibjagd ergab eine Strecke von 941 .Hasen. Davivn mußten 701 Stück an Veit Kreis und Kom­munalverband abgeliefert werden.

Hessen-Nassau.

F. A. Frankfurt am Main,16. Nov. Zu dein Mord an der 19jährigen Eifenbahnschaffnerin Paula Weigel erlaßt die Staatsanwaltschaft einen Atcsrus, in dem cs heißt: Tie Eisenbahn- schaffnerin ,Paula Weigel, geboren am 27. 8. 1898 hier, Hain er < weg 18 wohnhaft gelvesen, ist in der Nacht zum 14. 3Lovember ungefähr gegen 3 Uhr cm einer Bank in der Forstihausstraße, nah ant Siechenlntus. durch Messerstiche ermordet worden. Ta der Getöteten der Leib, insbesondere der Unterleib, ausgeschnitten imd gewisse Teile mitgenommen worden sind, darf auf Lusttwvrd ge­schlossen werden. Tie Weigel hatte zwar vom 13. November, abends 6 Uhr, bis 14. 9covember, morgens 6 Uhr, Bereitschastsdienst im Hauptbahnhof, hat diesen Dienst aber verlassen und fft etwa nur 12 Uhr Xp Mirntten mit einem Soldaten in den Hanptbahnhlöf gehend, gesehen worden. Der Soldat war ettva 1,70 bis 1,75 Meter groß, schlank, trug .Maittel und Klappmütze. Auf die Er­greifung des Täters wird eine Belohnung von. 1000 Mark ausae- setzt.

^ Frattr'kfur t a. M., 16. Nvv. Die beanftragten Dvzettten in der Phtilosophischen Fakultät der Universität, Dr. Willielm H e - raeus, Professor am Gymnasium' in Osseirüach, und Professor Dr. Bernard Müller, Direktor des städtischst Historischen Mu­seums zu Frankfurt, sirrd zu ordentlichen Honorarprofessoren in der- selben Fakultät ernannt worden.

schauen und Empfinden gellend nracht, prägte sich in seiner ganzen Erscheinrnig, im Benehmen imd VeLkehr mit anderen aus." Schie- velbein hatte sich in Berlin bei Ludwig' Wichmann ausgebildet tmd war bereits ftr seinem 26. Lebensjahre in Petersburg mit großen monumentalen Ausgaben betrmit worden. Er schuf dort Werke für die Isaak-Kathedrale und für das Winterpalais, auch einige^ Llpostelgeslalten für eine Kirck-e in Helsingsors. Tann durste der Sieger im Wettbciverb um den Staatspreis des italienischen Reifeslipntdiums einen längeren SrudienauscnttZalt in Rom neh­men, wahrend welcher Zeit er beit Auftrag für die Schloßbrücken- gruppe erhielt. Tann wieder beschäftigte ihn eine große dekorattve Arbeit: ein kolossaler Relieffries, der dft Wände des griechisch- römischeu Licht Hofes hi dem damals im Bau begriffenen Neuen Mtrseum schmücken sollte. Er stellt die Ferstöru?lg Pompejis und Heriülannms dar. Pietsch meint, daß ihm dieser Friesals ein uugeivöbickich phantasievvll und geistreich erfundenes, in schöner Frische imd Lebendigleit ausgefübrtes Werk" erschienen sei Leiden­schaftliche Bewegtheit uird edle Ruhe wechseln in den einzelnen Ab­teilungen dieser großen Kompositioit. Tie Gestaltung eines jedcm der mannigfachen Motive, tmckche der (Gegenstand bietet, zeigt die bildnerische Kraft des Künstlers in gleichein Maße. In allen seinen anderen Werken, die für die SÄvßlwücke geoneißelte Marmor- gruppe nicht ausgenommen, dv-mütierl nicht die heroische Kraft, sondern die ruhige, milde Ahrmut.

Wissenschaftliche Vorbereitungen auf die vollständige Sonnen sin st ernis im Jahre 1919. Bei der ncickffteu vollständigen Sonnenfinsternis, die aus der« 29. Mai 1919 fällt, denken die Gelehrten die Beantwortung einer Frage zu finden, die zu den meisterörtechetr der gegenwärtigen' Physik und Astronomie gehört. Einstein hat nämlich in seiner Gravitationstl>eorie die Betmuptun.g mifgestellt, ein Lichtstrahl, der ein Schwerefeld kreuzt, müsse erne Krümmung erfeibeit; bei einer vollstäirdigert Sonnenfinsternis könnte ldies beobiutytet werden mrd würde sich barm äußern, daß Sterue nr der Nähe des Sonnen- randt's von ihrem eigentlichen Orte versetzt erschienen, und diese Ver- sttzuug koirne E/rößen bis zu 1,75 Bogimsekunien erreichen. Die Pht>- fificr und Astrorwine-n aller Länder sind gegenwärtig eifrig daran, Vorbereitungen zu darauf abzielairdeir Beolmchtmrgerr zu machen, da die Lösung dieser Rätselfrage bei der letzten vollständigen Son- nenftnsterniS, am 21. August 1914, den beiden decckscheu Astro- nomeit Freundlich und Zurl-ellen durch den .Krieg, der sie in der Krim überraschte, unmöglich geuracht 'worden ist. Einer der Forsckier des Asttwphtisikalischen Observatoriums in Potsdam, Dr. O. Birck, stellt nun die wissenschastliäM Vorarbeiten für die Sonnenfinster­nis-Beobachtung im Mai 1919 in einem Mssatze derNatur­wissenschaften" (Verlag: Julius Springer-Berlin) übersichtlich zu- scrrnmeiu Die Sonnenfmsternis mird aus einem großen Teile der Erdoberfläche zu sehen sein, nämlich den äquatorialen Teilen Süd­amerikas, des Atlantischen Welttneeres und ?lfnkas, rmd besonders günsttg trifft es sick), wie F. W. Dyson ßlervorgehoben fort, daß eine nnMvöftnlich große Anzahl Heller Sterne in der Nachlxirschaft d r versinsler e i Scmte «ich'lar se n w rd nn^> pH tographiert iver en kann, weint verschiedene andere günstige Vorbedingungen zntresfen. Die Hauptfrage ist, in ivelcher Gegetrd der Erde die Btwbachtungs- aussichten ant bestett sind: das wichtilgstie dabei ist, daß die Astrv-

tronren zum Photographieren einen klaren Himmel brauchen; sentec soll die Sonne während der Verfinsterung tnöglichst hoch am Him - rnel stehen, je lmtger die Verfinsterung am Beobachtungsorte dauert, destt» mehr Aufnahmert könnet: gemacht werden, und dazu komntt noch, daß der Beobachttingsort die erforderlichet: Beguentlichkeits- trnd (?1esu.7tdheitsbedingtmgetr bieten muß. Ein großes Stück des Totalitätsbandes" des 6>ebietes der Erde, für das eine voll­kommene Verfinsterung der Sonne eintritt, liegt aus dem At- lanttschen Weltmeere und sckieidet daher aus, abgeseh.m von einigen Inseln, nämlich S. Paul, I. do Princftv, den Brüdertnseli: und der: Corisoo-Jnseln; für ben gesamten afrikanischen Teil der Totalität-- zone sind, tvenn man sich aus .Hanns Handbltch der ZNimatoloaie stutzt, dre Witterungsanssichtett uugüusttq und ist auch zu bedettkei: daß cw vrer große Herde der Schlaskranktieit kreuzt. Günstiger sind bte Dlusstchten tu Brasilien, so das; sich die mefften Expedtttoneu dre dw Könnensfttsternis beobachten wollen, wohl dahiit begebet: werden.

Bronzezeit be t K r a k a u. Wiahrettd- der Zeit des sckwersteti Rupeudvanges m Galiziet: tvurde autäßlickl von Befestigungsqr leiten in Skotniki unweit Krakau ein geräuuriges vorqeschichilfty^ Totoweld entdeckt. Setne systematisch,e Erforschung ließ sich unter den damalige BcrtMtnrffen nicht durchsülwen; doch bot sich nun- ntehr unlängst Gele,genheit dazu, als dre betreffenden Grundslückc zwecks Anbau an che früheren Eigentümer zurückerstattet wurden Miftrage der Krakauer Akademie der Wissenschafteti bat Herr Antomewicz diese .Gelegenheit zur gründlich.eu Untersuchimg 'de.' noch unverjeh-rten Deite des Gräberfeldes benutzt, von den: eip bedenrender Teil, der sich an die SclMeugraben anlehnte , einer zeit der Zerstörtmg preisgegeben tverden mtißte. Autoinewicz hat >me dre m Wien erfcheftliende WochenschriftPolen'" bencktet bi-^- her 44 Gräoer urrt eingeäscherben Leichcn«cken, llrtien und'mehr oder tvemger gut erhaltene Bestgttuncchb ei gaben atisgegraben Die Unten eit tl,irrten che verbrannten Knvchietr der verstorbene": und bdldene Brvnzeringe; die beigestellten klein«», dstfäße waren, urschungttckl und HCberttct für die den Verstorbene,i auf ihren tvntc^n Weg mitgegebene ^Nahrung bestimmt. Auf dem Leichenfelde könne man dre Drächw von Armen und Reichet: unterscheiden die nebenernatchei- :m ^rnde beigesetzt wurch-n. Einige Af-chennrnel, sind ungeeckt atks Dm: mit der Hand gefrretet atme jegliciie Ver­zierung, andere hnrgegen sind edle keramisch^ Handgebilde maiicktz- uml von der Höhe eines halch-n Meters mit schön geglätteter und

otoÄ OfcTftM:»-; dabei findm sich S «i 1 w »i BrtnS?.

Stertirfie Schus.elchen und ^dtrrd^tt. manckimal war dies alle« mtt einer grotzi-n Sbuffel zngedeckt. Wie ails der i^estalt der Urnen mrd Vergaben zu schliefen ist, ist das Gräberfeld nt das Ende der .Bronzezett, affo ungefähr tu das 9. -8. Jahrhundert vor Ehristr ZÄsl Danmw war diese >kultt:r in Pvteit. Mäch-en.

L>chäepen, Böhmeti und der Latpttz loci: verbreitet, besonders irk m letzterem Lande faxfcr sie amh alsLausitzer Kulttn " bezei.' net zu werden pflegt Das Gräberfeld von Ssotitik'i ist nicht da-> ffge

'Ä"V ! ^ or l ^ liwnigen vorgefck cktl, ch-n

Stätten rn Polen, dtii lnslfi>r systenrackisch erforscht worden sind.