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Erstes Blatt
167. Jahrgang
Dienstag, z . novemoer wtt
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General-Anzeiger für Oderhessen
vankoerkehr: Sewerdebank Stehen
Der vruch der Entente mit der neuen russischen Regierung.
(WTB.) Großes Hauptquartier, 26. Nov. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht.
F l a n d e r n nur zeitweilig zwftcheii Poelcapelle und Kdeluvelt gestcig-rte Fcnertäftgkkit. Vorfeldkämpft verliefen für uns erfolgreich und brachten Gefangene ein. Nordostuaj von Passchendaele scheiterte der Vorsws; eines englischen Bataillons.
Aus dem Schlachtfeldc südwestlich von Ca mb rar rmc- derbolte der Feind hartnäckig seine Angriffe auf Inchp. Die dort in den vorhergehenden Tagen in der Abwehr und nn Angriff bewährten Truppen wiesen auch gestern den Mnd restlos ab.
Unser Vernichtungsfeuer schlug in feindliche TruWen- imsammlungen und in die Bereitstellung n zahlreicher Van- zerkraf wagen südlich von Graincourt, schwächere Infanterie stieß g?gcn Bourlon vor: sie wurde zurückgenwrfen.
Aus den letzten Kämpfen bei Bourlon hinter unseren Linien verbliebene Engländernester wurden im blutigen mir kämpf gesäubert. Acht Offiziere, mehr als 360 »tonn an Gefangenen, 20 Adaschinengewehrc wurden erbeutet.
Am Eüdwestrande des Waldes von Bourlon und westlich von Fontaine brachten uns nächtliche, sehr heftige Hand- gnmatenkampfe den erwünschten Gelände gewinn.
. Nördlich von Banteux griff der Feind nackt Heftigeni reommelfcuer an. Er wurde abgewiesen. Ein englrickrr Bor-
£ ß östlich von Gricourt brach vor unseren Hindernissen zu- nmen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Nach stärkster Feuersteiarrung griff der Franzose in vier Kilometer Breite zwischen Samogneux und Beaumo^t an. Seme Angriffswellen, durch unser Infanterie- und Artille rieseuer zersprengt, flutclen in ihre Ausgangsstettunqeu zurück. Mehrfache Anstürme neu eingesetzter Kräfte brachen in unserer Abwehrzone zusammen. Zah rcickre TurtoS, Zuaven und andere Franzosen wurden gefangen.
Das starke Feuer griff von dem Kampffelde auch auf die benachbarten Abschnitte über und hielt nanrentlich zu beiden Seiten von Ornes tagsüber in großer Starke an.
Infanterie-, Schlacht- und Wachtflieger griffen intz heftigen Sttlrmes und Regens erfolgreich in den Kampf ein und untersttitzten auf dem Schlachtfeldc b:\ Cambrai uiw au der Maas unermüdlich Führung und Truppen. *
Oestlicher Kriegsschauplatz.
Keine gröberen Kampfhandlungen.
Italienische Front.
In örtlichen Gebirgskämpfen erzielten unsere Truppen Erfolge und behaupteten sie gegen italienische Gegenangriffe.
Der Erste Generalauart ermcister Ludendorfs.
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Der Abendbericht.
Berlin, 26. Nov., abends. (WTB. Amtlich.)
Von den Fronten sind bisher keine besonderen Ereignisse gemeldet worden.
Es ist nicht mehr überraschend, daß die Vertreter der Entente der neuen russischen Regierung mit dem offenen Bruch und „schweren Folgen" eines etwaigen Sonder^ Waffenstillstandes drohen— aber es ist doch eine Nachricht von größter Tragweite, die uns heute das Wiener amtliche Bureau vorsetzt. Die gleich-zeitige Veröffentlichung von russischen Geheimakten durch die maximalistische Negierung erweist es, daß sich diese Entwicklung nicht plötzlich, sondern folgerichtig und schrittweise vollzogen hat. Den Kernpunkt der Geheimakle, die wichtigen Verträge selbst, kennen wir noch nicht. Es k)eißt, Kerenski, von dom heute gemeldet wird, daß er endgültig zuwückgetteten sei, habe die Verträge noch rechtz,eitiA nach Moskau schaffen lassen; es ist zu vermute^, daß Herr Buchan-mt, der englische Botschafter, der mittlerweile sein Lager in Petersburg abgebrochen haben soll, den in Frage stehenden Vtappen ebenfalls die größte Aufmerksamkeit geschenkt habe. Schon Terestsck)enko, der frühere russische Minister des Auswärtigen, hatte offene Reibereien mit den Engländern und Franzosen gehabt, die sich immer wieder zudringlich in die russischen Angelegenheiten eingemischt hatten. In einer seiner Noten erklärt er, dieses Vorgehen der Entente mache in der russischen öffentlichen Meinung einen sehr schlechten Eindruck. Heute stehen die Dinge so, daß die Veröffentlichung der Verträge gar keine so große Rolle mehr spielt, denn das russische Volk fragt nicht mehr danach, sondern es weiß ein- saaii, daß vie frühere InteressengemeinsckMft mit London llnd Paris nicht mehr besteht. Höchstens fühlt es sich von den «ufuhren Amerikas abhängig. Aber es verlangt nach als- vaungcm Frieden und es erbittert sich mehr und melrr über flüchte und Paris beliebten Berzöoerungen und Ans-
Nun beschuldigt Trotzki, der zurzeit die auswärtigen Geschäfte Rußlands verwaltet, die bisherigen Verbündeten ganz offen, daß sie in Rußland den Bürgerkrieg entfesseln wollten. In der Tat, die Vertreter der Entente-Staaten haben sich mit ihren Wünschen und Drohungen hinter das russische Oberkommando gesteckt und dieses zum Widerstand gegen die neue Regierung angcstistet. Duchouiu, der diese Einflüsterungen nickit glatt abwies, ist daraushiü von Lenin abgesetzl worden. Eine nicht völlig verbürgte Mitteilung besagt dazu noch, daß der maximalistische ZentralauSschuß der Ostsee- flotte nicht nur die englische Marinemission in Rußland, son dcrn auck) die englischen Matrosen von den in Rußland stationierten englischen U-Booten in Sweaborg interniert habe, >veil sie eine antimaxtmalistisckw Propaganda entfallet hätten Es wird hiuzugesügt, England und Frankreich hätten dem Aktionsausschuß des Arbeiter- und Soldatenrates Mitteilen lassen, daß Repressalien ergriffen würden, wenn die verhafteten französischen, englischen, amerikanischen und belgischen Staatsangehörigen nicht unverzüglich frei gelassen würden. Trotzki ruft das russische Volk auf zum „Kamps" für den sofortigen Waffenstillstand! Ob unter diesen Verhältnissen die russischen Machthaber nicht noch einmal auf den gesunden Gedanken kommen werden, daß eine wohlwollende Neutralität gegenüber den Mittelmächten in ihrem Weiterkampfe mit der Entente dem Interesse Rußlands und der Anbahnung eines baldigen Weltfriedens dienen könnte-
Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien, 26. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Im B r e n t a - T a l und in den Gebirgen östlich davon brachten uns die Kümpfe der letzten Tage »vetteren Raumgewinn ein. Gegenangriffe des Feindes blieben erfolglos.
Auf dem russisch rumänischen Kriegsschauplätze ist die Lage unverändert.
Der Chef des Generalstabes.
Der türkische Bericht.
K o u ft a n t i n o p e l, 25. Nov. (WTB.) Amtlicher Heer?s- berichjt.
Sinaifront: An der Küste Ruhe. Gegen die Mitte unserer Scklachtsront erneuerten die Engländer am 23. November die Angriffe. Alle Angriffe lmrrben imter großen Verlusten für den Feind aOg-cfcHagen. Ein Maschinengewehr und Gefangene von drei Divisionen blieben in amtjicrer Hand. In letzter Zeit wurden an der Küste Palästinas drei weitere Dampfer versenkt, darunter ein Tvansporldampfer und der mit Munition und .Hilfsgerät beladene feindlich Dantpfer „Mersina". Lurch unsere Wasser flieger wurde ein fcindliichssr Dampfer gehindert, in den Hafen einzulaufen, und zur Umkehr gejiunmgen.
Ter bulgarische Bericht.
Sofia, 25. Nov. (WTB.) General stabs bericht.
An der Mazedonischen Front auf ,Heineren Punkten lebhaftes Artilleriefeuer. Unsere Angriffsabteilungen drangen in die feind»- tiefen Stellungen östlich vom Wardar ein und brachten schwarze Franzosen als Gefangene zurück. Der deutsch Flieger Scbuitl- b.erger schoß einen Fesselballon ab, der südlich von Majada^ brennend nieder fiel. Im Strumatal lebhafte ArtiUerietätigkeit. An der garr-en Dobrudscha-Frmrt Gewehr- und Geschützscuer.
*
Die neuen Kämpf« int westen.
Berlin, 26. Nov. (WTB.) In Flandern lagen am frühen Morgen dos 25. November unsere Stellungen tvestlich des Houthoulster Waldes zeittm'ise unter starkem seindlicl>cn Zerstö- rungsfener. Nachniittvgs richtete der Gegner Mischen Westtossebrke imd Gheluvelt starke Feueriiberfälle aus unsere dortigen Stellungen. Am Spätabend griff der Feind ohne besondere Artillerievorbereitung in Bataillonsstärke nordöstlich Passchendaele an. Der An
griff brach verlustreich fiir den Feind zusammen. Während der Nacht zum Teil lebi-astes Feuer. Tie Stadt Dixmuiden erhielt enieut starken Beschuß.
Ini Kampfgebiet von Cambrai verblutete sich der Gegner nach seinen mehrfach mißglückten TurchbruäMersuäien erneut am Nachmittag in wiederholten Infcptterieangriffett beiderseits der Straße Jnchp—Lonverval. Sie wurden sämtlich unter schweren Verlusten der Engländer abgewiesen. Westlich der Sttaße gelang es unserer tapferen Infanterie im Nachstoß, die beutfcOcTt Stellungen vorznlegen und unsere frühere vorderste Linie wieder zu besetzen. Weiter südlich war wiederum die Gegend von Bourlon! der Schauplatz erbitterter 5lämpfe. Nachdem 9 llhr 15 Minuten vormittags starkes^ Feuer auf Bourlon eingesetzt liatte, braclien hier abermals stark massierte Angriffe vor, die restlos abgewiesen wurden. Südlich Bourlon vorftoßeude englische Infanterie wurde gleichfalls zurückgeworsen. Tie Engländernester, du' von vorgestern noch im Torfe verblieben waren, imtrbcit int blutigen Nahlantpf gesäubert. In diesett Kämpfen, sowie in der Naclst vom 24. zum 25. Novemlcr hatte der Gegner säMerste Verluste, außerdem blieben 8 Offiziere, über 300 Mann und einige 20 Maschinen- gewehre in unserer Hand. Unsere ?lrttlleric faßte mehrfach ihr Vcrnichtungsseuer gegen erkaimte feindliche Reserve und bereit- gestellte Tanks-Bataillone zttsammen. Bet Grcrncourt schlug es verheerend mitten in 40 zusammen gezogene Pattzerkcafitvagen. Auf dem südlick^on Kdmpffelde setzte auf unsere Kanalstellung von Banteux nach Nordosten bis halbwegs Crcvecour 8 Uhr vormittags krästtges Trommelfeuer ein. Ein feittdlicher Angriff wttrde lcher im Gegettstoß verlustreich abgetvieseit. Während der Nacht hiett zeittveise das lebhafte fetttdliche Feuer an. Südlich Jnchv kam es zu Handgranatettkampsett, währettd sich am Südioestrande des Bourlon-Waldes urrd tvestlich Fontaine erbittette schwere nächtliche Kämpfe abspielten, wobei die Engländer außerordentlich schwere Verluste erlitten, und iit deren Verlauf wir unsere Linien um einige hundert Meter vor verlegten. Auch auf der Front Rumilly bis Balir- teux erreichte nacW das Feuer zeitweise große Stärke.
Oestlich der Maas lag vom 25. November ab 9 Uhr vormittags zwischen der Maas und der Sttaße VacherauviUe—Flabas st-attes Zerstörungsfeioer aller Kaliber. Wiedettiotte Beeeitstelltunacn zu fcindlicl-em Angriff wurden am Auffüllen französischer Gräben boobacktet und unter gulliegeudes Vernichtungsfeuer genommen, dcsgwich.nt marschierende sranzösisclje Abttllungen vott dent Wesdufer aus wirkungsvoll flottkierend gefaßt. Erst um 1 Uhr nachmrttügs loitnten noch stärkster feindlicher Feuersteig.'vung die beabsichtigtet» Insatrterioangrifse in etiva 4 KÄonteter Bveitc zwischen Samog» itcux und der Höh? toesckich Beaumoitt vorbreck-cn. Tic ersten Angriffswellen wurden in unserem Llbivehrfeuer zersprengt und slute-- ten in unserer Fnrergarbc zurück. T-er zweite Angrift mit frisch eingesetzten ftindlicl^t Kräfien brack> m nttserer Abwehrzone zw samnten. In hartnäckigen, auch abettdsaudauernden Kämpsen tourd« der Gegner mttcr l>ohen Feindcsverlustett am wetteren Vordringen verhindert und ihm eine größere Anzahl Gefattgcnc ab^enonunen. Erst mit dem Eintritt der Dun'kelheit ließ die Gcfocküstätigkcrt nach.
Trotz heftigett Sturmes mrd Regens griffen unsere Flieger erfolgreich in den Kampf ein. Tie svaitzösischen Verluste während der Bereitstellung und bei den Angrifsen selbit warett außerordent» lich schtver. <
Wahrend zwischen der Maas und Mosel eigene Pattouillen er» folg reich ivarcnt tcnd Gefangene entbrachen, wnrdett am frühen Morgen des 25. Mwember nach heftigem Artillerie- und -Minen feuer L^orstöße starker französischer Abteilungen -auf den Wall von Arlln tmd Llpremont blutig abgewieseit.
In Mazedonien im Ostbeil des Eerna-Bogetts stärkeres Ar- tilleriefener.
In Ibalim machten die Verbündeten im schwierigen^ Gebirgs- griände weitere Fortschritte und wiesmt in ihren neuen Stellungen italienisch^, oft tvirderlwlte Masseitangriffe unter schiuercn Der^ lustett für den Feiitd ab.
Ein päpstliches Dementi.
Basel. 26 Nov. (WTB.) „Osservatore Romano" veröftettt- licht folgende Notei Einige 9lgenturen und Blätter, besonders ansländische, meldeten, daß der Heilige Stuhl einen neuen Aufruf zugunsten des Friedens an die beiden kriegführenden Mächtegntppen oder an eine dieser Grtippen gerichtet hätte oder demnächst richten würde. Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß die Meldung jeder Begnmdung entbehrt.
Drohnngen der Lnten'e an Rnstlind.
Wien, 26. Nov. (WTB.) Das Wietter K. K. Telegraphen^ Korrespoitdenz-Buveau meldet: Der G e tt c r a l i s s i m u s ließ an die russischen Arnwett die Nachsicht gelattgan, daß die Bertreterl der Entente st a a t e n beim russischen Oberko mimn- do gegen jede Verletzung dos Vertrags protestieren, deo zwischen der Rogientng des Zaren urtd den Regierungen der Verbünd cbett am 5. September 1914 gejft.'sossen wordcit ist. Au- knüpfend hieran drohett die Vertreter der Entettvestaatetr, daß jede Vertragsverletzung durch Rußland, besoitders rin Sonder- W a f f e n st i l l st a tt d , sch w e r e Fo l g e tt nach sich zielen tverde. In einer tveiterett Mitteilung eröffnet das russische Oberkommando den ihm unterstellten Kommmtdanten, die a m e r i k a n i s che Regierung habe erklärt, sie könne keine weiteren Transporte nach Rnstlattd zulassen, solange die Lage dieses Landes nicht geklärt fei. Solltm die Bolscheiviki an der Mackü bleibeit mrd ihr Programm Frieden mit Deutschland M schließett, anssühren. dann werde dir. amerikanische Regierung das erlassene Ausfuhrverbot aufrechte rß alten.
In einem Telegramm an alle imilitärischten Komitees der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte reagiert der Wmmiftar für die auswärtigen ^hngelegenheiten T r o tz k i j auf diese Mitteiltm- geit des abgesetzten Höchstkpmmandieveitden Dtickwnitt. Er verweist darauf, daß die Vertreter der Verbündetett sich einer unzulässigen Einmischung in die imreren dbngelegntheften cxÄ Landes mit der Mimt schuldig madien, den Bürgerkrieg Tier» vorzurufen, wenn sie sich mit diplomattsckvn stöobert an k>en 5>eneval wenden, der wegett Ungehorsants gegen die Regierungs maßnab men al>gesetzt wurde. Der VersuckZ bev Verbündeten -Vertretet. durch Drohungen die russische ^brmce trnd das russische Volk zu zwingen, dm Krieg fortzusetzen, soll den Weg zu einem ehrlichen und demokratischen Friedeti verlüttlxwn. Tie Soldaten. Arbeiter tmh Bauern Rußlands seien nftt>l dazu gewült. Ter Anfrtts fordert zu Fortsetzung des >stampfes für den sofortigeir Waffenstillstirnd auf


