Ausgabe 
21.11.1917 Erstes Blatt
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Br. 274

Ift Weiter Kneifer

erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: OirhenerHamilienblütler: Kreisl U.tt

für den Krct Gtetze«.

vezug et$: münotl. 1 t, viertel­jährlich L 'lt.\ durch Abhole- u. Ziveigstellen monatl 9- Pf.: durch die Post Mk. 3. viertel- fährt, ausschl. Bestellg. Kenrsprech - Anschlüsse: für dieEchriitleitnugI12 Verlag, Geschaitsstellebl Anschrilt fürDrahlnach- nchtew Anzeiger Stehen.

Erster vlatt 167. Zahrgang

Mittwoch, 2t. November \%i

Postscheckkonto: Stöntfurl a.M. U686

Vankverkehr: Gewerbebank Siegen

ZwllUngrrttnüdruck u. Verlag: vrühl'jche Univ.-Zuch- u. Zteiudruckerei tt.Lange. Zchrrstleitung, Geschäftsstelle «.Druckerei: Lchulftr. 7.

Annahme van Anzeige,

f. die Taqesnummer bis zumNachmiltag vorher. Zellenpreise:

für örtliche Anzeigen 20Pf..für auswärtige 25 Pf., b. Plalzvorschrift 30 Pf., für Reklamen 75 Pf. bzry. 90 Pf., nebst 2O°/gTeuerlt>lgs-uschLag. Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. Goetz; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtssaal: W. Meyer; Anzeigenteil: £>. Beck; sämtlich in Gießen,

(WTB.) Großes Hauptquartier, 20. Nov. (Amtlich.)

Westlrcher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rup«recht.

Der Artillcrickaurpf in F l a n d t r n nahm gestrrn nach­mittag vorn Houthoulster-Walde bis Zcurdvoorde bedeutend zu,und hielt auch nachtsüber mit unverminderter Heftigkeit an. Starkes Zerstönmgsftuer lag auf dem Kampfgebiete bei Poeleapell? und Plassckrendaelc.

Im Artois. Lleidcrseits der Searpe, bei Bullcrourt und Queant lebte die Geftchtstätigkeit auf. Feinölickpe Ausklä- nmgsabteilungcn wurden im Nahkamps zurückgeworfen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Wrdlich von So isso ns und auf dem östlichen Maas­ufer war das Feuer gegen die Vortage erheblich.gesteigert. Ihn» folgte gegen den Chrmmewald der Angriff eitles fran­zösischen Bataillons. Sr wurde mit schweren Verluste:» unter Einbuße von Gefangenen abgewiesen. Unser Veenichtungs- ferrer zerschlug den noch mehrfach am Abend zur Wieder!- holrmg der Angriffe sich rüstenden Feind in seiner Bereit­stellung.

Unternehmungen eigener Mißlungen nördlich und öst­lich von Verdun hatten Erfolg.

O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.

Keine größeren Kampfhandlungen.

Mazedonische Front.

Aus dem westlichen Wardnrufer drangen bulgarische Stoßtrupps in die französischen Gräben ein und machten

Gefangene.

Italienische Front.

Starke Gegenangriffe der Italiener gegen die von uns evlcherten Stellungen am Nordhange des Mt. Tomba führ­ten gestern zu erbitterten Kämpfen. Das Feuer unserer Ar­tillerie und Maschinengewehre lichtete die Reihen des in dichten Häuft»» anstürmenden Feindes.

Die Infanterie warf ihn in seine Ausgangsstellungen zurück. Starkes Feuer hielt in diesem Kampfabschnitt an. An der unteren Piave nichts Neues.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

m

Der Abendbericht.

Berlin, 20. Nov., abends. (WTB. Amtlich.) Lebhafte Feucrtätigkeit bei Poelcapelte und Passchen-

doele.

Im Gebiete zwischen den von Baparnne ur»d Peronne auf C a m b r a i führenden Straßen hat der Engländer mit starken Kräften angegriffen und Gelände gewonnen. Unsere Gegenmaßnahmen sind in vollen» Fluh.

Im Osten keine größeren Kampfhandlungen.

Aus Italien nichts Neues.

Die Tteuert Reden der Herren Asquith und Lloyd George im englischen Unterhaus sind in nrehr als einer Hinsicht interessant. Es handelt sich dabei zwar um eine klar von den Ereignissen sich abhebende Streitfrage, nämlich, die Frage, w-ie man die auseinanderstrebenden Elemente der Entente am besten unter einem Hut und einer Befehls­gewalt Zusammenhalten könne, aber inwieweit diese Zw-eck- mäßigkmtserörterungen auf pesscknisttschen oder optimisti­schen Grundstirmnungen beruhe»», ab oie rednerischen Ver­treter dieser Gegensätze innerliche Ueberzengtheit und Freu­digkeit in» Herzen tragen c^>er in halber Verzweiflung auf die Wahl des kleineren Uebels bedacht siicki, das fesselt imsere Änfmerffamkeit ganz besonders. Das Theater, auf den» Asguith Und Lloyd George gegenwärtig anftreten, besteht wirklich nur ans schwankenden Brettern. Lloyd George hatte in Paris die bisherigen Methoden der Krieg­führung auf das schärfste kritisiere. Er hatte in Aussicht ge­stellt, daß der neue Kriogsrat in Versailles alle früheren Fehler der Herfahrenheit künftig werde vermeiden könne»». Asguith stellte ihn Nun in» Unterhanse vor ein paar unan­genehme konkrete Fragen. Ob der Versailler Rat den»» die flandrische Offensive verhindert oder anders gestaltet haben würde, ob Lloyd George glaube, daß ein vielköpfiger Rat schneller und gründlicher arbeite»» werde als die selbstver- antwortlichen Generalstäbe. Da gab der englische Diktator manches auf von dein, was er »n Paris gesagt hatte. Er minderte die Bedeutung der n-eugeschaffenen Einrichtung erheblich herab. Vielleicht arbeitete er hier der voraus­sichtlich ei »»setzenden Gegend estrebung des »venen französi- Men Miinisterpwüfidenten 'vor. Gs galt, auch diesen zu überzeugen, daß der »reue Rak ja nur eine Zwischeninstarrz sei, daß die letzte E»»tscheidnng nicht bei ihm liege. Me auffällig sind manche seiner Sätze!Ich beschloß, eine una »»genehme Rede zu halten."Wir gehen ernst­lichen Besorgnissen entgegen."Wenn »vir einig bleibe»», gelingt der Sieg."Ans England darf nicht die ganze Last des Krieges ruhen." Das heißt also,

taoä der Diktator auch selbst näher ansführte, England genügt es einstweilen, wenn seine Ver­bündeten ein bißchen in Angst geraten: dann, we»»n sie ihre Abhängigkeit von E»»gland innig fühlen, werden sie der führenden Macht in London sich noch besser fügen als bis­her. Lloyd George sprach von demarmen Frankreich", das von beinahe bOjahrigem Druck erlöst sein wolle, aber er ging dann, ohr»e dieses Thema werter auszuspinnen, zieinlick) un­vermittelt auf einen anderen Gegenstand über. Vielleicht sollte Lloyd George beginnen, ganz leise die Unter­

frage an die Alliierten zu richte»»: Seid Ihr überhaupt noch fähig und gewillt, bis zurEr­reichung Eurer früher gesetzten Ziele wei- terzu fechten? Lloyd George beschloß, seine neueste, un­angenehme Rede in dem Augenblick zu halten, da der Tiger Clömenceau auf die Bühne schreitet. So messen sich die Kräfte, und daß Lloyd George nach seinen eigenen Worten die Aufmunterungen auch auf Ainerika gemü»»zt hatte, ist vielleicht ein Wink für Wilson, mehr als bisher für die Kriegsführung zu tun, oder aber im Sinne der Beendi­gung^ des Streitens zum Sammeln zu blasen.

In dieser Lage sehen wir unseren Harcptgegner gern. Und es scheint, als härten unsere Staatsmänner vorläufig es nicht rLÖttg, nach irgendwelchen Verhandlungen mit Eng­land zu suchen. Richtiger erscheint es uns, was der Abg. Dr. Heckscher in derVoss. Ztg." gestern schrieb :

Was aber das deutsche Volk u»»d seine berufene Vertretung verlangen können, ist die Gewähr, daß das Regime Kühlmann den Bruch mit der Bethmannscheu England-Politik bedeutet. Weder. die AnLahmmg einer parlamentarischen Regie­rung, noch auch irgendeine Friedensresolutivr» des Reichstages, »»och nochi auch feierliche Erklärungen über Elsaß-Lothringen för­dern die Fricdensbereitschaft Großbritcurniens. Ganz im Gegenteil; sic verstärken den inneren Zusammenhalt der fci»»dlichen Koalition, sie stählen die Widerstandskraft Englands, urrd sie entmutigen nicht öuletzt jene Völker der Entente, die sich den goldenen Klammern und der brutalen Meeresgewalt Englands zu entwinden ttachten.

Folgt hellte die Feder des deutschen Diplomaten in kongenialer Weise dem Schwerte Hindenburgs u»»d Ludendorffs, so ist die Svrnde nahe, da die ftiggestive Kraft der englischm Staatskimst zusammen bricht. Dann »vird auch die Stunde kommen, da Ergland erkennt, daß^ eine Verständigung mit Deutschland für eine lebens­volle Zukunft des englischen Volkes von schicksalsschrverster Bedeu­tung ist. Warten wir diese Sti»»rde mit der Götz-von-Berlichlingen- Gebärde gegen England urvd mit einer gleichwertigen aktiver» Politik nach, Petersburg und Rom-Mn in Ruhe ab, so ivird ein siegreicher, zufflnftsstarker Friede das Werk der unvergleichlichen Leistungeu unseres Volkes urid das geniale Wjerk unserer Heerführer sehr bald krönen."

Der österreichjsch-uugarische Tagesbericht.

Wien, 20. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:

In dern Gebirge zwischen Brenta und Piave wird an den Nordtzängen des Monte Diruba erbittert gekämpft. Alle Versuche der Italiener, verlorengegangene Stellungen durch opferreiche Gegenstöße zurückzngewinnen. blieben er­folglos. Der Feind erlitt schwere Verluste.

Sonst ist nbchts Besonderes zu melden.

Der Chef des Generalstabes.

* * *

Italienischer Bericht

vom 19. Nov. In der vergangenen Nacht lebhafte Artillerie- käinpfe zwischen dem Gardasee und der Ast ach. Auf der Hochfläche von Schlegen legte der Gegner heftiges zusammenge- faßtcs Feuer auf unsere Stellungen am Att»nte Tvudarer und Monte Bedeneche, oh»»e indessen einen Jnsanterieangriff zu unter­nehmen. Unsere Abteilungen ergriffen teilweise die Offensive und eroberten vorgeschobene Stücke von Schützengräbe»» zurück und nah­men °6 Offiziere und 202 Mann gefangen. Südlich von Quero griffen bedeutende feürdliche Kräfte unsere Linien am Monte Tomba an. In der Ebene verhinderte die Tap'erkeit unserer Truppen den Feind, seine Bersuä-e, den Uebergang über die Piave zu erz»vingen, zu erneuern. Feindliche Truppe»» wurden mehrmals tagsüber von unfern Fliegern in der Senke von Prinrolano u»»d »»ackcks trotz heftigen Windes nordwestlich vom Susegana und im Tezza di Live»»za mit Bomben beworfen.

Eil» Tagesbefehl des Generals Diaz.

Basel, 20. Nov. Age»rzi<r Stefan» berichtet aus Nom: Der Chef des Generalstäbcs der italienischen Arnree, General !Diaz, richtete an die Truppen folgeirden Tagesbefehl:

Tie junge»» Soldaten der Klasse 1899 erhielten die Feuertaufe. Ihr Verhalten »var prächtig. Sie triumphierten in einem präch-; tigert Gegenangriff, indem sich, ihre glänzende Bpgeislerrtng mit der ^ Erfahrung der ältere;» Kameraden verband«». Oösterreichische Ba­taillone, die gewagt hatten, die Piave zu überschreiten, kv»»rdeni vernichtet. 1200 Gefangene wurden eingebracht; ewige vom Feinde erbeutete Geschütze »v»»rde»r zuttuLrobert und tu den Stellungen wieder aufgestellt, die noch durch die Leichen der Artilleristen ge- kew'zeichnet »varei», die in helderrmütiger Weise in verzweifeltem Verteidigungskanrpf gefallen sind. In dieser Stunde der Pflicht »ind der Ehre werden unsere Armeen mit bestem Vertrauen und Zuversicht am Fluß urrd im Gebirge die Anstrengungen der feind­lichen Wut uirtcr dem R»rfSavoia" sesthalten, der immer ein Siegesruf gewesen ist. Ich will, daß die Armee weiß, daß unsere junger» Brüder der Klasse 1899 gezeigt haben, daß sie der ßcklhmes- taten der Vergangenheit »vürdig sind.

v ^ *

Südpalästina.

lieber den Verlauf der Kriegsereig»»isse in Palästina sind wir in» A»»genbl»ck lediglich ans englische Berichte an­gewiesen. dcwei» Zuverlässigkeit sekbswerstä»»dlich nicht un- bedi»»lgt sicher ist. E»zgla»»d hat den Plcrn, derKnlt»»r»velt". d. h. sich selber zu Weihnachten Jerusalem zum Geschenk zn »nachen. Es ist ihnen gelungen, die bei Gaza, sie he» »den türkischien Truppen durch Eindrücken des in der Gegend vor» Beerseba operiere»»den linken Flügels zn. überflügeln itrti) zuin Rückzüge zn zwingen. Die Gnglä»rder sind betrat längs der Bahnlinie »»»»d gleichzeitig rarter dem Schutz der Schiffs- geschntze längs der Küste in der Richtung Jaffa vorgestoßen und sie behaupten jetzt, nn»nittelbar siidlich von Jaffa in der Lirrie Jebna, Katra,'El Kastina, Mendschije z»» stehen. Von tn»7kischer Seite steht zurzeit »»och ein genauer Bericht aus. J»»rmerhin lassen die bereits vor sechs Mo»»a.ten er­folgte»» türkischen A»»ord»ru»»ge»» über die Räu»»»Mng Jaffas darauf schließen, dcch man bei den Türken nrit dieser Not­wendigkeit gerechnet hatte.

omdg, gescheitert.

Das Kkabinctt Ctcmenceau vor der Kammer.

Paris, 20. Nov. (WTB.) Havas: In der heute nachmittag in der Kammer verlese»»«» Ministererklärung heißt es: Wir haben eingcwilligt, die Regierung zu übernehmen, um den Krieg mit verdoppelten Anstrengungen zu führen, damit alle Kräfte besser ausgenutzt werden. Wir treten vor Sie ii» dem alleinigen Gedanken an einen imeingeschränkten, Krieg. Wir möchten, daß das Verttauen, um das nur Sie bitten, ein Akt des Vettrauens yu. Ihnen selbst sei, »md einen Aufruf a»» die geschichtlichen Tugenden, die »ms zu Franzosen machten. Niemals hat Franttcich so deutlich das Bedürfnis göfühtt, zu leben und zu wacl'jsen, i»» dem Ideal einer Kraft, die in den Dienst des »nenschlichen Ge»»nssei»s gestellt wird, u»w der Entschlösse »»Heck immer mehr das Recht unter den Bürgern und Völkern zu be-, festigen, die fähig sind, sich selbst zu über»vinden, um gerecht zu sein, das ist das Losungswort aller -unserer Regierimgen seck Kriegsausbr»»ch. An diese»»» Programm »verden »vir festhalte»». Wir haben große L>oldaten u»»0 eine große Geschichte uitter er­fahrungsreichen Führern, die von jenem Geiste der höchsten Er­gebenheit beseelt sind, die den schönen Ruhm ihrer Väter ausmachte. * * *

Eine neue Nede Wilsons über Deutschland.

Amsterdam, 20. Nov. (WTB.) Mf der Konferenz der amerikanischen Federation of Labour hielt Mil son den Blät­ter»» zufolge eine Rede, in der er U. a. sagte: Die ganze Welt hat vor dem Kriege die Leistungen T>entschla7»ds auf geistig^ und materiellem Gebiet bewundert. Tie de»»tsckMi» Männer der Wissen­schaft machten Deutschlands I n du st r i e vielleicht zur lei­stungsfähigsten der ganzen Wttt. Tie Handesmatt'eMade in Germany" »oar die Bürgschaft für solide Arbeck und gütes .Material. Mle Märkte der Wielt stunde»» Teutschjland offen, alle Kaufleute fürchtete»» seine zielbeivußte, fast u»»widerstehliche Konkurrenz. Ame­rika vermochte mit Teutschlaud nicht gleichen Schritt zu halten Trotzdem waren die führenden Männer Teutschilands »»»cht zufrie­den. Es gibt in Deutschland keine wichtige Industrie, auf die nicht die Regierung ihre Hand gelegt hat, um sie zu kecken »md tvcnnt nötig, auch zu konttollieren. Teutsehbmds Fabrikanten mi»b Expor­teure konkurrierten u»tter de»n Schatz und mit Unterstützamg der deutschen Regierung. Es war also ei»»e Konkurrenz, die »vck innerhalb unserer eigenen Grenzen aus gesetzlichem Wege zu pe»> hindern trachteten. We»»n die Deutschen ihre Ware »»ckht billiger vettauftu kon»cken als wir die wrsrige, koratte»» sie Beihilfen ovni ihrer Regierung erhalten, »vas ihnen ermöglichte, unter allen llm^ ständen billiger zu verkaitfe»». Tie Konkurrenzb^ck»g»»ngen wurden mithin' ft» weitgehÄWem Maße von der deutschen Regierung unter Aufsicht gehalten.

Die Herrschaft der Maximaliften in Rußland.

Kopenhagen, 19. flöov. (WMB.) Asus ei»»er Reihe vor» liegender Telegramme auß Haparanda geht hervor, daß deü Rat der M a x i m a l i st e n , das Recht der verschiedenen Nativ- Nalitäten, sich von Rußland ziu trennen und ihre Ilnabhärrgigkeck zu proklamieren erllärt hat. Die Ukraine hat sich bereits als! unabhängig erklärt. Wiecker lautet ei»»e Mletdung, daß, eimi Anzahl von MSaxinralistenführer, die sich, bisher in Stockholm auf­gehalten haben, nach, Petersburg abgereist sind.

K ö p e n ha g e n, 20. Nov. (WTB.) stöach einer Meldung des Sozialdemokraten" aus Haparanda veröffentlicht die ausl änt»-, dis che Vertretung der Bolschewik» folgende dldeldung über die Lage in Rußland: J!n Petersburg herrscht Ordntztug. Alle Nachrichten über Progrome sind revolutionsfeinjdliche Lüge»». Am letzte»» Freitag verlautete in Petersburg, daß Tschernöw in die Arbeiterregierung eingetteten sei. Tie Mehrzahl der Frontttuppeli! steht -auf Seiten der Llrbeiterregier-ing. Das gleiche ist in Charkow der Fall. In den Kos-ake»»gebieten herrscht U»»eckckgkeck, je­doch nesinen die armen Bauern eine Haltcurg gegen die Kosaken ein. Tie aitsländische Berttetnng der Bolschewik» ist gestern nach­mittag 4 Ulr mit Smtderzug nach Petersburg abgereist.

SozialdenWttaten" beinerkt hierzu: Im^ Gegensatz hierMt stehen die Telelwantme, die von dem englischen Wrrespoitdenten in Peters­burg abgesandt »vordm siüd »md die die Lage in den sckiwärzeststt Farben malen. Na»»»«»tlich halten sie sich gern» bei de:»» Kvsaken-- geireral Ka ledin m»f, -der in den meisten englischen Telegramnven als der 'kommende istäa»»n bezeichnet wird. Man möchte denken, daß die eitglische»» Gerüchte über de»» Vormarsch Kaledins gegast Petersburg vo»» dem bvelrneuden Wunsch diktiert werden, die Frie- densrevolrttiou d»»rch die. Kosaken niedergeschlage»» zu sehen. Wie cs sich auch v»it den »»»»bestätigten Gerüchte»» verhält, nicht »minter- essant ist es, zu sehn», w>ie das liberale Engla»»d und das republi- kmrische Frankreich ikwe Hoffmlng und ihre»» Trost ans die Kosaken setzen. Ab-er vorläuftg liegt kein GV»»nd vor, daß die verhaßtem Koscckenl)orden die freien Arbeiter Rußlands besiegen nZerde»».

K o p e»»h a g e»», 20. Nov. (WM.) WieBerlingske Tidende" aus Haparanda genteldet »vird, teile»» Reisende, die gestern aus Petersburg dort eingetroffen sind, mit in der Hauptstadt sei das! Gerücht verbreitet, daß Kerenski sich in Psko»v aus Verzweiflung über die Lage ersschHsien habe »»nd die allgenreine dLufftvffung die..sei, daß in 10 Tage»» Petersburg ausgelMtgett sei und die Abreise der Eutertte-Botschafter bevorstehe.

Seekrieg.

Neue U-Voot-Erfolge.

Berlin, 20. Nov. (WTB. dlmtlich.) 1. Eines unserer U-Boote, Ko»nnla»»dL»tt Oberleutnant zur See Wend- landt, griff am 11. November m der syrischen Küste operiwende feindliche Geestreitkräfte, die sich auf geringer Wasserttefe und hinter Netzen sicher glaubten, mtt hervorraglendem Sch»»eid an nrtd vernichtete einen grvßei» englischen Monitor so»vie eiirei» Zerstörer durch Dorpedodoppelschuß. Der Feind hatte bein» Iftrtergang der Schiffe erheblickM Mannschaftsvorttrste.

2. Auf den» nördlichen Kriegsschauplatz »vur- den durch unsere U-Boote fünf Da»npfer versenkt, darunter zwei vollbeladene englische Dmnpftr, die be­waffnet wäre»».

Der Chef des Adnriralstabes der Ndarine.