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Ter Eichener Anzeiger
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Erstes Statt t67. Jahrgang
Montag, 19. November \W
3willingrrund-ruck u.Verlag: vrühl'sche Unio.-Vuch- u.Lteindruckerei «.Lange. Schriftleitung, Sefchästrstelle u.Druckerei: Schulftr.7.
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Neue Erfsige zwischen Vrenta Ein ersslgloser englischer.Aottenvsrstotz
(WTB.) Großes Haupt quartier. 17. Nov. (Amtlich.)
Wcstlicher Kriegsschauplatz.
Heeresgruppe Krön prinz Nu pp recht.
In Flandern letzte das Artill-eriefeuer am Nach- Mtag tzci Dirmuiden und zuweilen Mischen den von Ppcrn nach Etüden und Roulers führenden Brchnen auf.
Eigene Sturmtrupps brachten durch frisches Draufgehen aus-envelgifchenTrichterlinien südlich vomBlan- kaart-See einen Offizier und 63 Mann zurück.
An der Süd front von St. Quentin hielt auch gestern der starke Artillerie- und Minenwcrftrkampf an.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Bei erfolgreichen Vorfeldkämpfen im Ailette-Grund, nordwestlich von A u b e r i v e und auf dem östlichen Maas- ufer blieben gefangene Franzosen in unserer Hand.
O e st l i ch e v Kriegsschauplatz.
Keine größeren Kaurpfhandlungen.
Mazedonische Front Die Lage ist unverändert.
Italienische Front.
Trotz Kälte unp Schnee, unermüdlich im Angriff, erklommen österreictzisch-Ungarijche Trltppen zwischen Brenta md Pmve die steilen, von Italienern zähe verteidigten Gipfel des Monte Prassolan und Monte Peurna und nahmen einen Regimentskommandeur, 59 Offiziere und 75 9 M a n n gefangen. Auf dem westlichen Ufer der unteren Piave C-rkundungSgefochte.
Der Erste Generalquartiermeister Ludendorsf.
(WTB.) Grohes Hauptquartier. 18. Nov. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
In F l a n d e r n blieb der Artilleriekampf in mäßigen
Grenzen.
Im Artois und nördlich von St. Quentin wurden in erfolgreichen Erkundung sgeftchren mehr als vierzig Engländer eingcbracht und mehrere Maschinengewehre erbeutet.
Starker, seit zwei Tagen gstergerter Feuenvirkung gegen die Süd front von St. Quentin folgte ein französischer Vorstoß. Der Feind wurde im Nahkampf zurückgeworfen und büßte Gefangene ein.
O e st l i ch e r K r i e g s s ch a u p! n tz.
Nichts Besonderes.
Mazedonische Front.
Nordöstlich vom Doiranfee wiesen bulgarische Feldwachen den Angriff eines englischen Bataillons ab.
Italienische Front.
Nördlich von Asiago verbluteten sich starke italienische Kräfte in erfolglosen Angriffen gegen die ihnen entrissenen
Höhen.
Zwischen Brenta und Piave warfen unsere Truppen dm ^eind aus mehreren Stellungen.
n der unteren Piave zeitweilig verstärkter Feuer-
L'jfcJ
Der Erste GeneralquartierMister Ludcndorff.
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Die Abendberichte.
Berlin,' 17. Nov.. abends. (WTB. Amtlich.) von keiner Front sind bisher besondere Ereignisse zu
ineiden.
Berlin, 18. Nov., abends. (WTB. Amtlich.)
An der W e ft - u n d O st f r o n t keine größeren Kampf- hmdlungen.
Zwischen Brenta und Piave wurden die Italiener erneut aus starken Gebirgsstellungen geworfen.
Im Osten ist der Nachrichtenhimmel noch trüb verschleiert. Es heißt, die Maximalisten hätten den Stab Ke- eenskjs verhaftet, und er selbst, der einstmalige Diktator, sei flüchtig. Wenn die Maximalisten das Staatsruder wirklich m der Hand behalten, dann rudern sie nicht nrehr so gehorsam Mb die bisherige Regierung an der Seite der Verbündeten. x5om „Vierverband" unserer größten Gegner kann man bald sucht mehr sprechen. Auch der frühere Oberst Gädke meint 'w „Vorwärts": „Von den fünf Großstaaten" — er rechnet Amerika noch mit „gegen deren gewaltige Volkszahl, ^l'enN!lu,?n und . ldnstrie wir den schweren Kampf seit vier 'g Monaten mit ungebrochener Kraft unterhalten, sind es gegenwärtig nur zwei noch, die in starker Haltung uns
den Sieg streitig machen — ob selbst sie noch mit der früheren Wucht, mag dahingestellt bleiben." — Das klingt also anders, als die noch vor ein paar Wochen von einem großen demokratischen Blatte zur Bekräftigung seiner Tendenzen mehrfach hervorgehobcne Feststellung, der Krieg sei unentschieden und werde unentschieden ausgehcn müssen. Es ist von einigem Interesse, näher zu verfolgen, was im „Vorwärts" von dem genannten Militärschriftsteller an Grundlagen für unsere weitere Politik und die Tätigkeit unserer Diplomatie dargebotey wird. Denn von den Faktoren, die uns die äußere Kriegspolitik vorschreiben, ist die Tatsache der Kriegslage doch weit wichtiger als bloße Grundsätze und Ideen. Wenn Conrad Haußmann im „Berliner Tagebl." schreibt: „Die Hauptaufgabe bleibt eine Führung der Politik, die unter richtiger Wertung aller Kräfte und Ziele den Frieden nicht in die Ferne treibt", so kann man dem zustimmen, aber man muß den Nachdruck auf die Wertung aller Kräfte und Ziele legen. Es ist heute klarer als je, daß Hindenburg der größte Friedensförderer in unserem Lande ist. Ihm dürfen wir nicht dazwischenpfuschen. Wie vortrefflich unsere Siege den Frieden fördern und in die Nähe rücken, das gibt der Aufsatz im „Vorwärts" klar und erfreulich in folgenden Sätzen zu:
„Wenn so bei zweien unserer Hauptgegner die Verhältnisse sich für den Bierverband so ungünstig gestaltet haben, daß die augenblickliche Stimmung in London und Paris düstrer ist, die Hoff-« nun gen tief gesunken sind, so entfernt sich zugleich ihre Erwartung einer entscheidendere amerikanischen Hilfe immer mehr in nebelhafte Ferne, wie eine trügerische Fata Atorgana. Die Unfertig- keit des Heeres und der Mangel Ml verfügbarem Schiffsraum legen seiner Ueberführung nach Europa die ernstesten Schwierigkeiten in den Weg. Var einem halben Fahre wurderr wir bereits für den Oktober dieses Jahres mit eurer halben Million amerikanischer Helder: bedroht; jetzt schon schiebt die Presse unserer Feinde ihre aktive Teilnahrne an denr Kriege auf den Oktober 1918 hinaus, uno einige vertrösten sogar auf das Fahr 1919. Mir haben jetzt doch die Hoffnung, daß das furchtbare Ringen weit eher beendet sein wird.
Vielleicht beweisen gerade die hartnäckigen Angriffe der Engländer irr Flandern, daß sie fühlen, wie das Glück ihnen ent-^ schwindet, 'und daß sie es nim wie ein verzweifelter Glücksspieles fest!.alten - wellen. Ob sie tatsächlich noch um eine große Entscheidung ringen, die nvinvostens die Seeküste in ihre Gewalt znrück- bringen unserem U-Boot-Krieg einen tödlichen. Schlag versetzen .s-oll, oder ob sie die furchtbaren Blutopfer nur für das bescheidene Ziel bringen, ihre Truppen für den Winter aus dem aufgewühlter! Sumpfgelände hinaus ans die Höhen zu bringen, werden wir nicht zweifelsfrei feststellen können. Aber es gibt zu denken, daß ihre wütenden Angriffe sich zwar unheimlich- gehäuft haben — der 26., 27., 28., 30. Oktober, der (>., 9., 10., 11. November waren Großkampftage —, daß aber ihre ?lngriffsfronten immer slchmÄcr geworden find, das ist rricht gerade der Weg, ans dem man große Schlachtcn- entsckeionngen erzwingt. Ihr Plan ist bei her ersten Annahme rindurchführbar, bei der zweiten jedenfalls noch nicht dnrchgeführt. So darf denn unsere Lage im Oster: wie in: Westen als völlig sicher gelten, während wir in: Südnoesten. von Erfolg zu Erfolg schreiten. Unsere Gegner aber schwanken, uro denn nun eigent-, lick für sie der Hauptkriegsschauplatz sei, und in diesem Schwor:ker: enthüllen sic ihre Schwäckw, ilrre Abhängigkeit von der Strategie der Verbündeten Mittelmächte."
Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.
Wien, 17. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Italienischer Kriegsschauplatz.
Zur Gebirge südwestlich Feltre wird bei Schnee und Frost hartnäckig gekämpft. Unsere Regimenter erstürmten nach Urberwindung zähen feindlichen Widerstandes den Monte Prassolan und den Monte Peurna, wobei ein italienischeRcgimenttkommnü-dant. 59 Offiziere u n d 7 5 9 M a n n in unserer Hand blieben. An der unteren Piave mußten auf dem Westufer stehende Erkundungsl- abteilrmgcn vor starker Gegenwirkung zurückgenommen werden. Im Mündungsdreieck ist die Lag' unverändert.
An der Ostfront und in Albanien keine Ereignisse von Belang.
Der Chef des Generalstabes.
Wien, 18. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauttmrl:
I t a l i e n i s ch e r K r i e g s s ch a u p l a tz.
Im Raume nordöstlich von Asiago versuchte der Feind durch starke Gegenangriffe die in den letzten Tagen an uns verlorenen HöHerstellungen zurückzugewinnen. Unsere tapferen Truppen behaupteten in erbittertem .Handgemenge ihre in harten Kämpfen eroberten Linien.
Zwischen der Brenta rnrd Piave Hatzen die Verbündeten mehrere Höhenstellungen erstürmt. An der unteren Piave Geschützkämpfe wechselnder Stärke.
Die Fliegertätigkeit war gestern besonders rege. Qffi- zierstellvevkreter Arrighi hat sein 18. feindliches Flugzeug abgeschossen.
Sonst nirgends Ereignisse von Belang.
Der Chef des Generalstatzes.
Italienischer Bericht
vom 17. November.
Von der Schlegener Hochfläche bis zum Meere hat der Gegner ohne Rücksicht auf seine Verlust seine Angriffe auf unsere Stellung im Gebirge und seine Versuche, die Piavc-Lmis in der Ebene zu bezwingen, erneuert. In der Ebene hat der Gegner am Morgen einen Flußnbergang zwischen Salettuol und San Andrea di Barbaramo erzwungen. Unter dem Schutze l-eftigen Geschützfeuers ginge:: seine Truppe:: bei Fol:na nnv Fagaro auf das rechte Ufer über. Tie ersten wurden durch unsere Artillerie und durch einen zerschmetternden Gegenangriff der Brigade Leece Vernich, et, die Ueberlebenden, nämlich 300 Soldaten und 10 ^Offizieren., gefangen genommen. Megan die viel zählreichieren, die cml den: zweiten Ort übergegangen waren, wurde ein kräftiger entscheidender Stoß der 54. Division angesetzt. 'Am Abend lagen viele tote Feinde auf dem Gelände urü> wir führten ungefähr 609 Soldaten und 20 Offiziere als..Gefangene zurück. Die anderen, gegen den Teich des Flusses gedrrmgt, wurde:: durch unsere Artillerie bearbeitet, die ihre Rückkehr auf das rechte Ufer verhinderte. Aon Unterlaufe der Piave wird unsere Verteidigung von der Marine mit Flugzeugen, Landbatterien, schwimlnenden Batterien und leichten Seestreitkräften unterstützt
gez. General Diaz.
Englischer Bericht aus Palästina
vom 17. November. Gestern rückten wir in einigen Abschnitten unsere Front ein wenig vor. Uiffiere berittener: Freiwilligen, die am 15. November den Abu Sch ns he-Rücken, fünf Meilen südöstlicki von Namle'tz, nahmen, machten 360 Gefangene und erbeuteten ein Geschütz. 431 tote Türken wurde:: auf dem Geländes gezählt. Die Australier, die El Tino nahmen, machten eine große Zahl Gefangener und erbeutetm u. a. ein Geschütz.^Dir Türken bemühten sich, eine Grabenstellung nördlich von Jaffa parallel den: Fluffe Anja vovzubrreiten.
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,3« l Monaten fast 499 999 Gefangene.
Berlin, 17. Nov. Zu dein ungeheuren Geländegewinn von über 45 550 QuadratkUometer, die die Verbündeten in vier kurzen Monaten von Mitte Juli bis Mitte November eroberten, treten noch die gewaltigen Zahlen cm Gefangenen und Geschützen, die allein in den größeren Operationen dieser Zeitspanne ein gebracht wurden. Bmn 19. Juli bis Mitte November wurde:: rund 39 0 5 00 Gefangene gemacht und meh-r als 32 3 3 Geschütze erobert. Nicht mitgerechnet sind hierbei die größeren unst kleineren Zckblen vpn Gefangenen, die in den dauernden Kämpfen an alle:: Fvontesn fast täglich ein kam men. Das während dieser Zeit außerdem erbeutete Material an Maschinengewehren, Minen- wer fern und sonstigem Kriegs gerät ist bisher nicht annähernd zu überfein:. Die blutigen Verluste der Engläntder, Franzosen, Italiener und Russen wälwpstd dieser Monate sind entsprechend hoch. Bor ackeur haben die Kanadier und die Engländer während ihrer vierzehn Schlachten um die 11-Boot-Basis unerhörte blutige Viv:- luste erlitten, die durch die chst tägliche::, ergebnislosen Teilanarirre sich nock) erhöhe::.
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Keine japanischen Hilfstruppe».
Osaka, 18. Nov. (WTB.) Reu.tevmeldu.wg . Der jupa* nische Finanzminister sagte in einer~ Rede, es sei durchaus Unmöglich, jap a n ische Truppen nach Europa zu senden. Die Alliierten würdigten diese Schwierigkeiten und hätten niemals darauf gedrängt. Die Japaner hätten ihre Bereitwilligkeit, der Sache der Verbündeten zu dienen, bewiesen d::rch die Bereitstellung der Marine und durch die Unterstützung im Schiffbau, der Industrie und mit Geldmittelu. Die den Alliierten unmittelbar oder mittelbar geleistete finanzielle Hilfe belaufe sich- gegervvärtig ans eine Milliarde Pfund Sterling.
Der Vorsitzende des englischen Luftamtes zurückgetreten.
London,»17. dlov. (WTB.) Meldung des Reickerschen Bu- reaus. Lord Co rv dr a y, der Vorsitzende des Luftamts, trat n: folgt des gestein veröffentlichte:: Briefes Fon Lord N o r t h c l i f f e zurück. Er bedauerte, daß dieser Brief die erste Andeutung war, die ihm Kenntnis gab, das; Lloyd George einen Wechsel im Lnstamt wünsche.
ver vürgerkrreg in Rußland.
Petersburg, 17. Nov. (WTB.) Reuter:.leldung. Am Freitag haben die Maximalisten Gat sch: na besetzt. Der Stab Kerenskis wurde verhaftet. Kerenski ist geflüchtet. Seine Gefantzennahme wurde mrgvordnet. Am Samstag wurden die Feindseligkeiten eingestellt. In M o s - kan wurden die Bedingungen unterzeichnet, unter denen dre sogenannte weiße Garde Kerenskis die Waffen abliefern will. Der öffentliche Wohlfahrtsausschuß wurde aufgelöst, chch HA ax im allsten verlangen Bedingung für ihren Enllrrtt in ein sozialistisches Koalltionslabinet n. a. die Kontrolle über dre Truppen von Petersburg und Adoskau und über die Arbeiter von gasz- RnM:d. Nerotoßv. früher Munster für auswärtige.Angelegenheiten, der die Verträge mit den Alliierten in Sicherheit gebracht hat, halt sich verborgen. Die Maximalisten haben seine Verhaftung und die Aufspürung der Dokumente augeordnet.
Berlin ,19 .Nov. Smit L. A. meldet die Diera- AN gemeine Zeitung ans Kopenhage::: Grvf f ür st N i k o l a i V i f n f a - I ew: t stt) :st nn Hauptquartier des Generals M n ledin in elmr- kow e:ngetroffen und hat ihm seine Diew.» an geboten. Kaledin! hat dem Großsürswik den Befehl über die Ävräkentruppcn ükw- trage:: und itynt ers!arll, daß er, falls es ihm gelinge, die Bolsck»


