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November W
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er lificStr
(WTB.) Grodes Hauptquartier, 14. Nov. (Amtlich.)
Westlicher 5kriegssch a up latz.
Keine gröberen Kampfhandlungen.
In F la n d e r n lebte das Artill-eriefeucr erst am Abend wieder auf: es nahm bei Dixmuiden und nördlich von Pas- jchmdaelr erhebliche Stärke an.
tmd
Oestlicher Kriegsschauplatz
Mazedonische Front nichts Besonderes.
Italienische Front.
In den Sieben G e m e i n d e n erstürmten unsere Truppen die verschneiten H. henstellungen der Italiener östlich von Asiago und das Panzerwerk auf dem Lisser.
Primolano und Feltre sind in unserem
Besitz.
Längs der unteren Piave ArtillerieferreQ
Der Erste Gen-eralgnitvt ; ermeister Ludendorff.
*
Der Abendbcricht.
Berlin, 14. Nov., abends. (WTB. Amtlich.)
Im W e st e n und O st e n keine grötzcrcn Kampshand-
lMgen.
In Italien erfolgreiche Kämpft im Gebirge.
Nach einer Besprechung der neuen Kriegslage hat, wie wir gestern noch kurz melden konnten, die französische Kcmriner dem Kabinett Painleve ein Vertrauensvotum mit sehr knapper Majorität erteilt, so daß dieses Kabinett znm Rücktritt sich veranlaßt sah. Heute sind wir in der Lage. Ln überblicken, was Painleve dem französischen Volke über die Lage gesagt hat. Seine Ausführungen, die wir nach^- stehend wiedergeben, waren auf einen düsteren, pessimistischen Don gestimmt, und da die Stellung des Ministeriums rneanals recht gefestigt war, weil die äußerste Linke zu ihr:: in der Opposition staird, so haben die neuen Wendungen der iogslage über ihm den Stab gebrochen. Painleves parla- entarische Gegner hatten es leichter, ihm die Leitung wieder aus der Hand zu schlagen, und wenn einst im Hanse eines preußischen Generals gesungen wurde: „Vertraue nicht auf Fürstengunst, sie ist wie eine Wiege" — so darf man angesichts der parlamentarischen Ebbe und Flut in Frankreich diesen Vers getrost auch auf die Volksguust anwenden, das heißt, auf die Gien st der Parlamente, deren Wellen nur zu oft durch demagogische Hände emporgetrieben werden. Wen die parlamentarische Flut in Frankreich jetzt aus den leitenden Ministersitz erheben wird, läßt sich heute noch nicht sagen.
Painleve hat den kommenden „außervrdentlich schweren Stunden" offen ins Auge geblickt. Er hat von der italier rischen Katastrophe jede Verschleierung weg genommen. Der harte Wille, das Notwendige zu tun, so bitter es auch ist, nämlich den Jtalienerri Hilfe von der eignen, unter großen Lasten stöhnenden Westfront zuzuteilen, wurde von Painleve mit einein gewissen heroischen Pathos vorgetragen. Aber jeder Zuhörer fühlte doch, daß das eitler Dunst ist, fühlte auch, daß der neue gemeinsame Kriegsrat nur als Berlcgenheitsstück bewertet werde:: kann. Painleve sagte ja auch selber, es sei klug, das sofort Mögliche zu bewerkstelligen, anstatt monatelang auf das Bessere zu warten. Die neue Tatsache übrigens, daß Cadorna es abgelehnt hat, der: ihn: angebotenen Sitz im gemeinsamen .iiriegsrat anzu- inhmen ist gleichfalls sehr vielsagend. Gleich von Anfang an steckt sich' aus den Fenstern des Versailler Beratungsschlosses der Kopf des Mißtrauens, der Eifersucht heraus. Cadorna weiß, daß er dort eine leblose Figur wäre, daß der neue Rat nur eine in sich sslb-st wenig gefestigte Einheit, nur ein schwankender Wegweiser werden kann.
Das fühlt man in London auch. Dort ist die Rede Lloyd Georges mit höchstem Mißfallen ausgenommen worden Einzelne Blätter schnauben vor Wut. Eine heute ein- gelanfene Ergänzung der gestrigen Wiedergabe dieser Rede erklärt da manches. Es tritt schärfer hervor, daß Lloyd George mit seiner Häufung der Schuld an den neuen Verhängnissen cmf die früheren Leiter der Entente ein folgenschweres Be-gnmen -gewagt hat. Er verschnupfte die Männer, die in der früheren Kriegsleitung mindestens ebensoviel Einheitlichkeit und Geschlossenheit finden als bei der jetzigen Neuordnung. .Herr Asguith, der Vorgänger Lloyd Georges wr Amte des Miiristerpräsidenter:, ist aufs höchste beleidigt. Ec erblickt in bent „Wenn ich^ und „Hält' ich" des demagogischen Redrwrs nur unnütze, hinterhältige Gesellen, die auf die Wage der (Gerechtigkeit falsck-e Gehorchte setzen. In
Tat, Llotch (George hat zur Behebung der Schwierigeren des genrernsarnen Oberbefehls bisher so viel wie nichts tzewn'. Dagegen wird sein himmelblauer Optimismus nach ven nnMchemxa: Gesä^hnissen der letzten Tage als falsch
und trügerisch empfunden, seine geschwollenen Reden werden in ihrer tlnnatür und Leichtfertigkeit als.gefährliches Gift erwiesen. Asquith wird ihn im Parlament zur Rede stellen. Ein paar kurze Sätze aus den maßgebenden englischer: Blättern mögen den neuen Stand der Dinge illustriere::: Die „Times": Lloyd Georges Auffassungen von Strategie sind oft verschwommen und im Widerspruch zu den tatsächlichster: Interessen. Der „Star": Die Rede Lloyd Georges ist eine bedauernswerte Dummheit, sie ist hysterisch, rhetorisch ungenau und vollgepfropft mit Widersprüchen. Der „G lo b e": Er ist ein" gefährlicher Demagoge und nicht wählerisch mit seinen Mitteln. „Daily 9t e w s": Die Rede war für un^er Land eine grobe, bösartige und falsche Schmähung. „Morning Post": Ein genaues Durchlesei: bestätigt unsere schlimmsten Befürchtungen. „W e st n: i n st e r Gazette" warnt Lloyd George davor, Vorwürfe auszuwrechen, die von der Annahme ausgehen, dgß bei anderer Politik der Feind seine Pläne geändert Hütte.
Wir sehen, es donnert in den Wolken, die Lloyd George nid)t gesehen hat. Es kann ein schweres Gewitter daraus niedergehen.
Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien. 14. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart:
Unsere Truppen sind gestern in Feltre eir.g'rückt.
Beiderseits des Sngana- Tales hat die Armee des Feldzeugmeisters Grafen Scheuchenstüel die in den letzten Tagen errungenen Borteile mächtig ausgebaut. Ihre Divisionen erreichten Primolano und erstürmten, nachdem sie vorgest rn den Monte Longara genommen hatten, bei hohem Schnee mehrere Verteidigungsanlagen östlich von Asiago und das Panzerwer. .vu Monte Lisser.
Die gegen Italien lüiurstenden verbündeten Streitkräste stehen somit von der Adria bis Pasubio überall ans feindlichem Boden.
Am Ledro-See warfen unsere Stoßtruppen den Feind ans zwei Stützpunkten, wobei Gefangene und Maschinengewehre in unserer Hand bli ben.
Im Osten und auf den: Balkan nichts von Belang.
Der Chef des Generalstabes.
Der türkische Bericht.
K o n sta n t i r: v p el, 14. Nov. (WTB.) Amtlicher Tagesbericht vom 13. November:
I y a k f r out: Es tourbe sestgLs!>ellt, daß, die englisäen Kräfte, die beiderseits des «Tjigris bis Thkrit vor gegangen waren, denj Rückmarsch! in der Richtung auf Samara angetreten haben.
Sinai front: Heftige Kämpfe sirw neuerdings entbrannt.. Kn den übrigen Fronten keine besonderen Ereignisse.
*
Italienischer Bericht
vom 13. November.
Auf der Höchst äche Schl egen (Asiago) griff der Feind in d er Nacht vom 12. November mit frischen beträchtlicheren Kräfte: ans der Front Galt io—Monte Longara—Metetta dil G a l l i o an. Nach einem sehr erbitterten Kanrpfe wurden die Gegner >:mter sehr schweren Verlusten za:ri':ckgeschlagei:. Boi den: entscheidenden Gegenangriff zeichnete:: sich das 9. I nfantericregiment, die Brigade Regina mrd das Alpinibataillo-n Verona durch ihre große Tapferkeit aus. Sie wurden von der Artillerie aller Kaliber wirksam unterstützt. Gestern Nachmittag wurden starke Beivegnn- gen beim Feinde zur Bvrbereiturng eines neuen 'Angriffs durch :m- sere Artillerie bekämpft und bei Earwve westlich Schlage:: (Asiago) znm Halten gebraäK. Ein Swrmtcupp griff eine seindlick-e Abteilung an, nahm sie gefangen und befreite einige unserer in den vorhergehende:: Gefechten geficorgen genomineue Soldatn:. Bon der B ren ta b is zur unteren Piav e sinddie feindlichen A r m e e n, deren: Vorntcrrsch in den letzten Tagen nur durch Nach- hutkämpfe oder Unterbrechungen >cmf den Straßen gehindert nmrde, allmählich näher gekommen, Haber: das von: uns ge- räumte Gebiet besetzt und befinde:: sich von jetzt ab ht Fühlung mit unseren: Linien. Beim Monte di San Dona di Piave gelang es gestern bei::: Morgengrauen einer feindlicher: Gruppe, auf Kähnen auf das rechte Ufer des Fbrtsses bei Zensou iiberzugehen, um dort einen Brückenkopf m schaffen. Sie wurden vor: uns schnell umzingelt, m:gegriffen und nach, der Böschung des Flusses zurück- gedrängt. Gestern bewarf eine große Ilinzahl unserer FlMgz«r:ge tagsüber trotz schlechter Wisterungsverhältlirisse feindliche Lager auf den: linker: Ufer der Piave mit Bomben und beschoß aus geringer Höhe mit Masch,mengewehren längs den Straßen und Flußläufen marschierende Truppen.
Genevart Diaz.
Die Stimmung in Italien.
Rom, 14. Nov. (WTB) Me „Agenzia Stefani" ver- üfferrtlicht folgendMitteilung: Die vier ehemaligen Ministerpräsidenten, die Mgeardneten Giolitti, Luzatti, Salandra und Bo selli trabe:: unter den: Vorsitz des Kammerpräsidenter: Marc>or>a in Gegenwart des jetziger: Ministerpräsidenter: zusammen nnd faßter: eine Tagesordnung ab, die betont, daß die Einigkeit der Nation nötig sei, um dem Feittde Widerstarid leisten zu können.
»
Cadorna.
Paris, 14. Nov. (WDB>.) Meldung der Agence Havas. Wie „Demps" mitteilt, hat Cadvrna das Anerbieten, Italien in dem gemeinsamen Generalstab der Alliierten zn vertreten, a b g e l e h> n t. Der militärische Ver^ treter Italiens ist rroch nicht ofsiz:ell bestimmt.
Der Regierungswechsel in Frankreich.
Paris, 14. Nov. (WTB) Meldung der Agence Havas. Kammer. Die Regie rung forderte die Vertagung der Interpellationen über die gerichtlichen Zwischew- fälle. Die Kammer lehnte die Vertagung mit 277 Stimmen gegen 186 ab nnd brachte hierd:rrch die Re gierung in die Minderheit.
Paris, 14. Nov. (WTB.) Der Senat hat die von Bolo verlangte Aufhebung der parlamentarischen Jmmnnö tät des Senators Ch arles Humbert angenommen.
pafnlcoe über die neuest Kriegsfragen.
Paris, 14. Nov. (WTB.) Meldung der Agence Havas. Ministerpräsident Painleve verlas in der Kammer eine Er- klärung, die beginnt:
Schwerwiegende Ereignisse in der letzten Zeit verpflichten! die Regierung, eine Erklärung abzugeben. Einerseits haben sich die Extremisten Petersburgs dieser Stadt vorübergehend beu:ächtigt. Obgleich die letzten Nachrichten anzunehnnm gestatten, daß die etnslwcilige Regierung di>ä Mpichlt 'wicderherstellen konn-e, werden die Rückwirkunger: dieser Erschütterung^ noch einige Zeit fühlbar sei::. Llndeverseits hat die verhältnismäßige Bewegungsfreiheit an der Ostfront, die die russischen Heere den deutschen Heever: gelasser: haben, es letzteren erlaubt, viele Mvffionen auf der: italienischer: Kriegsschauplatz zn entsenden. Die italienische Nordostfront ist unter noch nicht aufgeklärten Umständen durchbrochen worden. Dse zweite italienische Armee d« eirüge Wochen zuvor auf der Hochfläche oon Bainfizza einen gmnzenden Sieg erfock>ten hat, erlitt auf ihrem beklagenswerten Rückzrige erhebliche Verluste. Venetien stand dem feindlichen Einbruch offen. 'Diese ernste, unerwartete Lage verlangte sofortige eilige Maßregeln. Ohne auch nur ans den Ruf zu warten, eilten französische Truppen herbei und nähmen ihren Platz an der italienischen Front ein, mittels einer Bewegung, deren schnelle und genaue Durchfülnung die Bewunderung aller, die davor: Kenntnis nehmen konnten, erregt hat.. Heute ergießen sich nur: englische Truppen Massen jenseits der Alpen.
Pairckeve stellte fest, daß im Augenblick der Schwierigkeiten! keine Minute verloren worden sei. Me Naüoner:, die die Westfront von der Nordsee bis zur Adria hielten, kömrten nur auf Grund eines gemeinsamen Planes, durch enge Berbin- >dung ihrer Heere und Hilfsguellen die Aufgabe durchführen, wie ja auch die Kammer vor ztoei Ntonaten der Absicht der Regierung zugesümmt hätte, aus den Alliierten eine Nation, eine Armee, eine einheitliche Front zu mache::. Meses Bestreben habe nunmehr zur Veweinheitlichuug der kriegerischen Tätigkeit Englands, Frankreichs und Italiens in eü^lu gemeinsamen Ober- sten Kriegs rat geführt, dm: die Vereinigten Staaten sich zweifellos auschließer: würde::. Verhandlunger: über eine ährüichc Einrichtung würden mit Rußland und Japan geführt. Dieser Oberste Kriegsrat, sagte Painleve, soll nicht die Einzelheiten der Kriegsoperationei: vorschreiben, sondern: die allgemeine
Kriegspolitik leite:: und die gemeinsamen Pläne der Alliierten errtwerser: und ihren Hilfsquellen und Mitteln dergestalt anpasser:, daß sie die größtmöglichste Leistung ergeben. Er besteht aus ztvei Vertreter:: jeder Regiermrg und tritt ge- rvöhnlich mindestens einmal morratlich in Frankreich zusammen. Er wird von dein ständigen gemeinsamen General st ab der Alliierten unterstützt, der zugleich SammelstelleallerNach- richten und F a ch b e i r a t ist. Me Eickscheidungen des Kriegs^ rates werden nicht durch irgendwelchen Pcrrtikularismus beeinflußt toerden. Sie betteffen das Gesamtbild jeder Schlacht und rverderr von der betressenden Regierung irn einzelnen a:wgearbeitet. Gegenüber dem Einwurf, 'daß man nicht eine beratende Körperflchast, sondern ein einheitlickies Oberkommando brauche, erklärte .Pain- levä, bei leinern so schüoierigei: Gegenstmrde sei es klug, das sofort Mögliche zu bewerkstelligen, anstatt Monate lang auf das Bessere zu warten. Auch Englmür rind Frankreich sehen die Errichtung als einen :mgcher:ren Fort-« schritt -an, den: -andere folgen könnte::. Me italienische Presse z<nge sich gettöstet und begeistert. Die Errgländer irrtMlten mit Lloyd Gdorge: Die Eigenbrödelei verlängert den Krieg, ein Zusarnmen. gehen kürzt ihr: ab.
Zu der anderen großer: rnilitärischen Frage, rvelche das Parlament beschäftigte, die Verlängerung der englischery Front, erklärte Painleve: Es ist ein vorläufiges Einverständnis zwischen der: beiden Oberbefehlshabern getrosfer: und es wird sehr bald — der: Zeitpunkt zu nernren ist natürlich uncknckich — däirck>- gefirhrt werden ')lber alle im Haufe scheu ein, daß gerade jetzt angesichts der Käieqsvorgärrge keine Rede davor: sein kann, der Front weitere Jahrgänge zu entziehen Den äußerster: Anstrengungen des Feindes, meinte Painleve, :njüßtcn die Mliierten ebk,:- solche Krastanstrengringe:: entgegen fiel len und keinen BrNchteil einegeriseher Kraft unbenutzt lassen l'lver nicht nur cn:f dem mili- tärrschm, sorchern auf allen Gebiete::, besonders derr: Wirtschaft- l^chen, suche die Regienmg eine plamnäßige Zrffaminermrbeckl :md völlige Ernhert der Ziele mit der: Alliierter: zu erreichen Die schrveberwe:: Verlxrick>lunger: mit England sollt«: dies lnufichtliä, der Verpflegung beider Lander, Italiens mckr der ü ^ Tu üäi s cher: Alliierten crmöglickien Ein Ein- ^rvmidms darüber sn Bretts erreicht. Die beiden Länder würdm - ^Versorgung mit ben notwendigster: LelZensmittcl« cmlxitud) behandelt werden
.. Mitarbeit der Bereinigten Staaten an dieser Po-
genwrirsamer Arbeit erflärtv Pai:cke:>s für unerckbebrlich. Mi- c t n en.M me ^^lschaftlich und best:muck werde d<rs große an:eriVnni- sche -ool: an der r:ächsten Kor:fercr:z der Alliierten vi1r:el>meir Secr: Bertteter Oberst House lverde Helsen, endlich bk Eucheck*


