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12.11.1917 Erstes Blatt
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m° 256

Erstes Blatt

X6Z. Jahrgang

Terferner Anzeiger erscheint täglich, außer Lovntags. - Beilagen:

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eneral-Anzeiger für Oberhessen

Montag, |2. November \%l

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Eine neue englische Niederlage in Jündern. - Fortschritte an der Piave.

(WTB.) Großes Houptpuartier, 10. Nov. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Heftiges Trommelfeuer ging englischen Vor­stößen voraus, die nordöstlich von Poelttwelle nach Tages­anbruch einsetzten. Sie wurden im Nahkattips a b -

gewiesen.

Längs der User und vorn Houthoulster Walde bis Zand- voorde steigerte sich die Tätigkeit der Artillerien am Nach­mittag wieder zu großer Heftigkeit.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Ltieoersächsische und Gürde-Bataillane mit Pionieren und Teilen eines Stnrmbataillons entrissen nach heftiger Keuervorbereitung durch Artillerie und NlHneuwerfcr den Franzosen Stellungen im Chaume-Waldc.

Starke, bis in die Nacht hinein wiederholte Gegen­angriffe des Feindes brachen verlustreich zusammen. 210 Ge­fangene, darunter 7 Offiziere, blieben in unserer Hand.

Leutnant.Freiherr von Nichthofen errang seinen 25. Lustsieg.

Md

Oestlicher Kriegsschauplatz

(Amt

Mazedonische Front nichts Besonderes.

Italienische Front.

Oesterreichisch-ungansche Tnuwen drangen im Val Sugana und im oberen Piave-Tal vor, nach er­bitterten Straßenkämpfen wurde A s i a g o g e n o m m e n.

Italienische Nachhuten, die sich am Gebirgsrande und in der Ebene an den Fluhläufen westliche der Livenza erneut zum Kampf stellten, wurden geworfen.

Von Susegana abwärts bis zum Meere haben die verbündeten Armeen die Piave erreicht.

Der Erste Generalguartiermeister Ludcndorff.

(WTV.) Grohes Hauptquartier, 11. Nov. lich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

- Heeresgruppe Kronprinz Nupp recht.

Das Trichtergelände zwischen P o e l k n p e l l e und Passchendaele war gestern wieder der Schauplatz er­bitterten Ringens.

Frische Divisionen führte der Engländer in den Kampf, mn das Höhengelände nördlich von Passchendaele .zu ge­winnen.

Fn tiefer Gliederung traten seine Regimenter an. In der Mitte der Angriffsfront drangen sie in unsere Abwehr­zone ein und stürmten den erstrebten Höhenzug. Da traf fi? der Gegenst tz pommerscher und wcstpreutzi cher Bataillone und warf sie zurück.

i Fünfmal wiederholte der Feind seine Angriffe. In der Abwehnvirkung unserer Artillerie zerschellten sie meist schon vor mrseren Linien. Wo der Feind Boden gewann, schlug ihn die Infanterie mit blanker Waffe nieder. Branden- burgi'cke Truppen stiehen dem Feind nach und entrissen ihm Teile ferner Ausgangsstellungen.

Der Artillerickampf hielt bis ^uni Abend an und griff auch auf die an das Angriffsfeld anschließenden Stellungen über.

Ein abends östlich von Zonnebeke vorbrechender eng­lischer Tcilangriff scheiterte.

Der gestrige Schlachttag in Flandern kostete dem Feind schwere Verluste. 100 Gefangene blieben in unserer Hand.

Bei einem eigenen Erkuuduugsvorstoß südlich von bichsbo u r g wurden ein Offizier und zehn Portugiesen ge­fangen. Vorfeldkampfe im A r t o i s und bei St. Quentin waren für uns erfolgreich.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Am Chaumewald blieb das Feuer tagsüber gestei­gert. Die Zahl der am 9. November dort gefangenen Fran­zosen hat sich auf acht Offiziere und 280 Mann gesteigert.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Eigene Sturnttruppen brachten von gelungenen Unter­nehmungen am Hartmannsweilerkopf 37 franzö­sische Füger ein.

»

Leutnant Wüsth-off errang seinen 26. Luftsieg.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

und

Mazedonische Front.

nichts Besonderes.

Italienische Front.

Starke italienische Kräfte warfen sich den über Asiago ostwärts vordringenden Abteilungen entgegen und drängten sie an einer Stelle etwas zurück.

B e l l u n o i st vo n d e n v e r b ü n d e t e n Truppen genommen. An der unteren Piave hat sich der Feind zum Kampf gestellt.

Der Erste Generalgnartiermeister Lude ndorfs.

Die Abendberichte.

Berlin. 10. dttry.. abends. (WTB. Amtlich.)

In Flandern sind starke englische Angriffe zwischen Poelkapaelle und Passchendaele in unserer Abmehrzone blu­tig zusammengebwcheu.

In Italien wird die Verfolgung im Gebirge fort­gesetzt.

Berlin. 11. Nov.. abends. (WTV. Amtlich.»

Nordwestlich von Passchendaele brach ein eng­lischer Teilangrisf blutig zusammen.

In den Sieben Gemeinden und im S u g a n a- T a l wurde kämpfend Boden gewonnen. Unsere Truppen er­stürmten den vom Feinde aus dem östlichen Piave-Ufer zähe verteidigten Brückenkopf bei Vidor.

--«M.vr.-rrawnHUfBS -

In die Freude über die großen Waffenerfolge, die wir auch in den letzten Tagen wieder errungen haben, mischt sich die Spannung, in welcher Weise die Gegner «sich nun wohl strategisch rühren werden. Auckp aus den neuesten Lon­doner Reden ist bisher nur das eine hervorgegangen, daß die Entente künftig einen einzigenStaat" bilde wolle, der die Glieder seinerEinheitsfront" neu beleben wolle. Wir gehen neuen großen Entscheidungen entgegen, die nicht durch materielle oder zahlenmäßige U-eberlegenheit, sondern durch überlegene Strategie herbeigeführt werden. Wir harren da­her des Weiteren mit dem größten Vertrauen, denn der Ein­heitsrat der Gegner wird schwerlich gegen die Führer un­seres großen Generalstabs aufkommen können.

Die innerpolitische Lage ist etwas ruhiger geworden; wir spüren wieder das wohltuende Säuseln des Burgfrie­dens. DieKöln. Ztg." trifft in ein paar kurzen Sätzen das Richtige, wenn sie über den neuen Burgfrieden und das Ausland schreibt:Unsere Feinde sind sich von jeher darüber klarer gewesen als mancher Deutsche, daß der Uebergang zu emem innerlich ungefestigten, allen Zufällen der Agitation und der -Abstimmuugsmathemarik anheimgegebenen reinen Parlamentarismus Deutschland im Laufe der nächsten Jahr­zehnte als weltpolitischen Machtsaktor aus kaltem Wege aus­geschaltet haben würde." Das Deutsche Reich brauche eine festere und unerschütterlichere innere Basis als geographisch begünjtigtere Staaten. Jetzt habe uns die Entwicklung, dank dem Entgegenkommen der Krone, ein Maß von Demokrati­sierung gebracht,das gewiß wertvolle Volkskräfte entbin­den und gerade in der Verschmelzung mit unseren übrigen Einrichtungen unsere Kräfte stärken wird". Bei allem bleibt festzuhalten, was der nationalliberale Führer Strese- mann in einem in derNationalzeitung" ver­öffentlichten AufsatzNeue Entwicklungen" in fol­gendem Satze ausspricht:Als Mittel zum Friedens-

Meck mag der Eindruck deutscher innerpolitischer Entwick­lung im Auslande uni willkommen sein, den Frieden er­ringt nns mir das deutsche Schwert, und die Männer, die das erste Wort bei Friedensverhandluugen mitzrn sprechen haben, sind Hürdenburg und Ludendorff, denen wir es danken, wenn die Wellen dieses Weltkrieges Deutsch­lands Größe nicht nnterwühlden."

*

Der BernerBund" schreibt über die Kriegslage in Italien: J

Schon am 31. Oktober konnte man die strategische Entwick­lung der Operationen in Oberitalien bestimmen, indem man schrieb, der italienische Gencralissinms müsse froh fdirt, die Trüm­mer seiner Jsonzoarmeen hinter den Tagliamento und in eine Redmtstellung zu retten, um im großen die Linie VenedigVerona zu verteidigen. Die 4. italienisch Armee war damals schon in Ge­fahr, den Abzug. aus den Kärntner Grenzpässen nach Bclluno und Feltte nicht mehr vollzählig vollziehen zu können. Heute wissen wir, daß sie größere Staffeln opfern mußte, um sich in der Rich­tung aus den Piaveabschnitt zu retten. Konzentrisch zusammen­geschoben, suchen die 4., 3. und 2. italienische Armee nach einem Verlust von 250000 Gefangenen und über 3000 Geschützen so schnell als möglich den Piaveabschnitt zu erreichen und müssen auf diesem Rückzug in beschleunigtem Fluß gehalten iverden, da der Feind inzwischen den Livenzaabschnitt überwunden hat und scharf nachdrängt und zwischen der Brenta und der Etsch noch schwarzes strategisches Gewölk über Asiago-Arsiero hängt, das sich jeden Augenblick entladen kann, um die geschwächte Nordflankc des zum fftellungsraum gewordene:! Bogcnstückes VenedigBioei,zaVe-

rtncDe Veereslertung zwingt, starre zrrane m der Linie Brescia- Bergamo bereitzustellen und die zwischen Venedig und Verona noch ungeordnet sich ballenden italienischen Massen vor einer Um­gehung zu sichern. )

Tic strategisch Lage der Jtolrener ist auf große Resignation gestimmt. Sie können nichts arideres turi, als dem Andrang des Feindes wehren, der nicht locker läßt und während der Verfolgung

bereits Truppen zu freiem operativen Gebrauch ausscheidet, die er auf der verkürzten Angriffssront zwischen dem Meere und den Viznttinischen Alpen nicht nrehr' nötig hat. Strategische Möglich­keiten bieten sich den Italienern also kaum, ehe sie oie Etschlime armiert haben. Sie können zwischeri Venedig und Verona mit Aus­sicht auf Erfolg nur dann eine Schlacht wagen, wenn sie glauben, die feindliche Front sprengen zu köiinen. Daran ist nicht zu denken. Passive Verteidigung des Piaveabschnittes kann nur Zeitgewinn bririgen, der unter Flankenbedrohung erkämpft loerderr muß. Tiest Flankenbedrohung aber könnte nur durch rücksichtsloses Eingreifen einer großen englisch-französischen Armee beschworen werden, lrs wird den Alliierten aber schwerlich gelingen, die dazu notwendigen 300 0.00 Mann rechtzeitig bei Verona und Brescia zu versammeln; sie werden sich vielmehr mit Aushilfe-Operationen begnügen.

Sie österreichisch-ungarischen Tagesberichte.

Wien, 10. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlanchart:

Italienischer Kriegsschauplatz.

Der Waffeugang in V e n e t i e n führt die Verbündeten immer tiefer in dos feindliche Land. Starke österreichisch-un­garische und deutsche Streikräfte stehen an der unteren Piave. Feindliche Nachhuten sind geworfen worden, wo sie sich stellten. Nach zehntägigen schweren Gebirgskämpfen, die mit der Erstürmung des Alonte Paralba begannen und mit der Einnahme der das oberste Piavetal beherrschenden Grup­pen ihren Höhepunkt erreichten, gttvnnn gestern die k. u. k. 94.Infanteriedivision Vio go und Pieve di Eadore. Die Division, deren Karnpflraft und zähes Durchhallen die größten Schwierigkeiten überwand, brachte insgesamt 10 000 Manu, 94 Geschütze und unzählige Maschinengewehre und Mincnwerfer ein. Im Eordovoletal ist Agordo besetzt worden. Der Nied-erbrnch der alten italienischen Front er­streckt sich nun auch.auf das S u g a n a t a l und den Ostteil der Sieben Gemeinden. Die Truppen des Feldmarschalls Eonrad dringen östlich von Borgo gegen die Grenze vor und bemächtigten sich in erbittertem Straßenkampfe der Stadt Afiago.

An der russischen und rumänischen Front und in Al­banien ist die Lage unverändert.

Der Chef des Generalstabes.

Wien, 11. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird

verlantbart:

An der n n 1 e r e n P i a v e nisten die Italiener zu wei­terem Widerstand.

Im Gebirge schreiten die Operationen erfolgreich vor­wärts: Belluno ist in unserer Hand. In den Sieben Gemeinden wurden wichtige Höhenstellungen genommen. Starke italienische Gegenangriffe, bei denen der Feind meh­rere Hundert Gefangene verlor, vermochten von einer örtlichen Kampfepisode abgesehen nirgends Fuß zu fassen.

An Her russischi-rumanischen Front und in Albanien nichts Neues.

Der Chef des Generalstabes.

Der türkische Bericht.

Konftantinv pel, 9. Nov. (WTB.) Amtlicher Tagesbe­richt.

Ka u k>a su s f ron t: Anr linken Flügel lourden dem Feinde mehrere lvichttge Stützpirntte ans den Höhen vion Ri Kabat und am Kosn-See im Sturm entrissen. Ter Feind ließ 50 Tote und eine Anzahl Gefangene zurück und zog sich in nördlicher Richtung zurück. Ein Minenwerfer imd zwei Gebirgsgeschütze wurden er­beutet. Die S i n a i f r o n t 'fbratte ohne nennenswerte Verluste vor der zahlenmäßigen Ueberlegenheit des Feindes ein Stück zrirückgeniomrnen werdeir. Hierbei wurde am rechten Flügel der Angriss einer englischen Division abgeschlagen. In der ÄMte und anl linken Flügel dauern die Infanteriekämpse <m. An den übrigen Fronten ferne besonderen Ereignisse.

Italienischer Bericht

vom 10. November.

Bon Stelvio bis znm Sugana-Tal die übliche Gefechtstätigkeit. Ein Angriff starker Abteilungen des Feindes gegen unsere iwrge- schobenen Stellringen int L-edrotal wurde schnell znrückgewiesen, ob­gleich Mm starte Arttllerietättgkeit Norangegangen nxrr. In der

GebirgMegend zwischen dem Su gane r- und Piaoetal ört­liche Kanrpftätigkeit am Procon. Ein feindlicher Vorstoß wurde beim Lorenzago an sgedalt-en. Eine rmserer 9iackchnfen, die ab geschnitten war, brach sich mit Gewalt einen Weg dtirch das vom Feinde be­setzte Land. Von der HockiebM der Statton Susegana bis znm Meere lösten sich unsere Rachlfinten kämpfend von denk feindlichen Drucke los Nnd gingen auf das rechte User des Flns seS über, indeni sie hinter sich die Brücken sprengten. Fünf unserer Lenllufischiffe bewai'fen ersolgrrich die Uebergäidge über detl Tagliamento bei Latisana und Röotta di Pivenza und feindliche Truppen, die auf den zwischen dem Flusse führenden Wegen inarschierten, mit Bomben. gez. Geiwral

Die Lage im westen und Süden.

Berlin, 11. Nov. (WTB.) Die Engländer haben am 10. November in Flandern, wo sie nach ihrenr prahleri­schen Funkspruch von Carnavon vom 9. November inner­halb dreier Räoautte 90 deutsche Divisionen verntchäend go