Petersburg, 8. Nov. (PTA. Der gestern abend eröffnete Kong res; der Arbeiter- und-.Soldaten rate ganz Rußlands gab heute morgen drei P r o f I a m a t i o n c n aus.
der ersten „An alle Soldatrnabgeordneten, Arbeiter, Militär- Personen und Bauern in der Provinz".werden die Regierungökom- nnssare von ihren Aemtern enthoben. Alle Mitglieder der Bauern- ansscküsse, die verhaftet waren, ssmd sofort in Freiheit zu setzen Und die Kommissare, die sie verhaften ließen, find ihrerseits zu verhaften. Ferner wird di>e von Kerensti an der Front wieder eing es lehrte Todesstrafe aufgehoben. Alle unter der Beschuldigung sogenarrnter politischer Derbrecht.m vercha steten revolutionären Soldaten und -Offiziere sind sofort in FreWÄt zu setzen. Die ovitta Proklamation zählt die Namen der verhafteten früheren Minister auf tmd fordert alle militärischen Verbände aus, alle Maßnahmen zu ergreifen, um MvrÄnski zu verhaften und ihn nach, Petersburg zurückzubringen. Jede Unterstützimg Kerenstis wird als Hochverrat bestraft werden.
Wien, 8. Nov. Aus dem Kriegspressequartier wird u. a. gemeldet: Tie durch die letzten Ereignisse in Nußland geschaffene Lage wird durch vier AufrufedeS Arbeiter - und Sol- datenrates: 1. an alle Armeekomitees der operierenden Armerl und alle Räte der Soldatendeputationen, 2. an alle Kvmpaguie- und Gerichtslomniitees, 3. an alte Eisenbahnangestelttm, 4. an <me Armeedeputierten gekennzeichnet, wonach der Umsturz ohne Blutvergießen geschah. Tie Soldaten werden mit der Ueberwachung der Kommandodehörden betraut. Tie der Revolution nickt freundlichen Offiziere sollen als Feinde verhaftet werden. Tas Pro- Sramnr ist: sofortiger Vorschlag eines demokra - trscheu Friedens, Uebergäbe vor: Boden und Grundbrsih an die Bauern, Uebergäbe der Macht an die Räte und sofortige Einberufung einer konstituierenden Versammlung. Tie Absenkung unzuverlässiger Truppen aus der Front ist mit Ge-
zu verhindern. Die Todesstrafe an der Front wird aufgehoben, dre Verfolgung Kerenskis befohlen. In das Berkehrs'- mimsterium werden Vertreter der Eisenbahner berufen. Diese werden zur tatkräftigen Mitarbeit zwecks Aufrechterhaltung der Oro- nung auf den Eijeubahnen für die ungehinderte Zufuhr von Proviant für die Städte unrd die Front aufgefordert. Im letzten Aufruf wird vorgescklagen, unverzüglich Armeedeputierte lje einen auf 25 000 Mann) zum neueröffneten Kdngreß der Räte zu entsenden.
i. Köln, 9. Nov. Tie „Köln. Zeitung" meldet aus Stockholm: Ter General T scher emissow erklärte der^ Petersburg er Presse zufolge, als Kommandeur der Nordfront: Tie.Truppen der Nord front verfolgten mit Spannung die Ereignisse in Petersburg. Ter Ausbruch des Bürgerkrieges sei der Beginn von Rußlands Ende.
Das Borparlament.
Petersburg,?. Nov. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegrapben-Agentur. Das Vorparlament nahm gegen Mitternacht in Beantwortung der V e r t r a u e n s f r a g e, die K e - renski gelegentlich seiner Idede über das Vorgehen des .leeres und der Marimalisten stellte, mit 123 gegen 102 bei 26 Stimmenenthaltungen eine Emtschliestang an, in der die sofortige Bildung lnnes .öffentlichen W o l l f a hr ts an s s ch u s s e s gefordert nstrd und ferner, zur vintan«Haltung des Bürger, rieges verlangt wird, y® 1 Astrarausschüsfen das Land z,r übergeben und die russische .Diplomatie zu einem entscheidenden Schritte zu veranlassen, irnmt die Alliierten sich über die Fri e den s b e d in g n n g c v) Mlssprechen und Friedensver Handlungen ein leiten. ZM Laufe bcr Nacht and heute früh- verschärfte sich- der Streit'a'l zm:sa>en ^der Negierung und dem Arbeiter- und Soldatenrat reich ^Eer. Tas Vorgehen der Mapimalistew entwickelre sich ziemlich schnell, ^cr Telegraph ging bereits in ihre Hände über ~ die Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.
trs wtgt sodann wörtlich die von uns bereits verbreitere Reuter- meidnng.
Lloyd George und Paiulcve in Italien.
Rapallo 8. Nov (WTBck Meldung der Agenzia Stefani. Montag Nachmittag sind hrer Lloyd George in Begleitung der Generale « m u t h und W i l so n und des französischen Mini- Präsidenten Vainlevä sowie des .Mitglieds des sranzchi- 7 chen Kriegstzomckees Franklin Bouillon eingetroffen. Sie wur- oen vvir dem Ministerpräsidenten Orlando und vor, dem M Mister Sonnino und den Generalen Rob? r t- q>on^ und F o ch, die sich bereits in Italien befandm empfangen. Es fanden Besprechungen statt, an denen auch der italienische .üriegsministsr (General Alfieri und der Unterstabschef ^ ttalreniichm .Heeresleitung General Porro sowie der fran- -zöfische Botschafter Barero teilnahmen. Tie am 6 und 7 No- vember abgehaltenen Bechrvck.'lngen prüften die Maßnahmen br tn ri 3Tn fi'* t orc gegenwärttge Lage zu treffen tino Tas 'sehr raffte Eingreifen der Führer der verbündeten Regierikiigen und ihrer. lwcküen inilrtärrschen Vertreter bilde.- für sich allein einen feierlichen Beweis für dre vollkommene Solidarität der Alliierten und ihrer Waffenbrüder,-chlft. Mittwoch Abend verließen die Minister Rapallo.
Rom, 8. Nov. Agcuzia Stefarn. Nachdem auf der Konferenz in Rapallo dre Schaffung eines internationalen obersten poli tischen Rates für die gesamte W e st f r o n t bei-chopen ivorden ist, dem ein ständiger m i l i- entralaus schuß zur Seite steheir soll, ivurden hmern au dieiem Militärischen Komitee ernannt: General Eson .für England, General Ea- ^ cncra * Cadorna im italieni- «v2*1 c r r 1 ® ® c r f e & e n ' ernennt ein könig-
r l, ? rate ,i ttm Thn des (Nnemlstabesder Armee den General Tiaz und zu ttnterchefs zwei andere Generale.
Die Lntschridung über polen?
Don unferem Berliner Mitarbeiter wird uns geschrieben:
In den Aufregungen der allerneuesten Kanzlerkrise hat man beinahe übersehen, was im geheiinnisvallen Schoße des preußisch-kaiserlirherl. Krourats zu keinien begonnen hat. Ter Kronrat icutb im Schlosse Beüevue am Montag den 5. November statt. Am Jahrestage der Zmeikaiserprol'Ia- matkm, durch die das KÄuigreich Polen a.(s erbliche Aton- archie mit kouftitutioneller Verfassuirg mrd eigner Armee wiederhergestellt und gleichzeitig dem Lande Galizien innere Selbständigkeit verliehen wurde! Erst ein Jahr ist seitdem^ vergangen und mailche bittere Erfahrung, manche Enttäuschung hat man sowohl in Berün wie in Wien .mit dem polnischen Problem erlebt. Tie Ergebnisse des neuen Kronrats sind, soviel bis jetzt durchsickerte, folgende: Erstens soll es chabei bleiben, daß nicht die passivistischeu Potenkretse erhört werden, die jede Entscheidung bis nach .üriegselche vertagen möchten. Vielmehr stützen die Mittelmächte ihre Politik nach wie vor trotz aller Schfvierig- keiteu auh die Vesvegung der polnischer: Aktivisten. Zweitens: Oe,terreich^-Ungarn geht entschlossen zum Trialismus iiber. Galizien soll zum künftigen Königreich Polen geschlagen, Dentsch.and durch Anglieoerung Kurlands und Litauens an Preußen „euischädigiverden. Drittens: Mit. der Realunion soll eine Personalunion verknüpft werden. Und zwar nicht nur in Oesterrcich^Ungaru, sondern auch im Deutschen Rpiche. Wie Kaiser Karl sich Körrig von Ungar n u rt b König von Polen nennen wird, soll der Deutsche Kaiser und König von Preußen ethm den eines Großfürsten von L i t a u/e n und eines H crzo g s v o n Kur l a n d führen. Es sind Vorschläge, vorläufig Vorschläge. Die Rechnung ist ganz ohne die Polen gemacht. Gewisse polnische Kreise gehen nur scheirrbar darauf ein, verfolgen aber damit ungeheuerliche, vottständig un- attne hin bare Ziele. Sie stellen sich irämtich hinsichtlich
Ordensverleihungen des Kaisers Karl.
Wien, / Nov. .lWTB.' Anläßlich der jüngsten Siege in Ztalren verlreh Kar,er Karl u. a. dem Feldmarschall Erzherzog Suqen uni, dem KenerolscldmMschall von Hindenbura d°? Brillanten znnr Mrlrtärverdstrrstkreuz erster Klasse mit der Krregs- aekorattrm, dem General der Infanterie von Be low das Groß- kreuz des Leopoldordens mrt der Kriegsdekoration, dem Geirpra - leutnantK rafft von Delnren srn g en das Militäroerdrrnst- ^b^ö^erster Klaße mit der Krregsdekoration.
5^ t-e it, 8. Wato. (WTB.) Der Kaiser verlieh dem General der .mfanterre Lu den dar ff das Großkreuz des Leopoloorde" / mit Krregsdekoration. * * '
tff&uznä (das als „9ceuPreußen" immer noch.rund ein: Million. Polen als Mitgift mitbekäme) desinteressiert urck a,seir ihre Ansprüche auf dieses schrinbar fallen, unter der Bedingung freilich, daß das Backenland nicht nur staatsrechtlich mit diesem verbunden wird, sondern auch verwal- tungstechnisch eine gemeinschaftliche Regierungsspitze er- f Tltc solche Verschmelzung allein sei geeignet, der polnischen Verzicht aus Litauen zu erleichtern.' Der Zuganc zur Ostsee soll also mit andern Mitteln versucht tverderr Bereits 1856 ijt eine solche Gefahr von -Oesterreich richtig erkannt worden, als es an Napoleon III., der in Gerneirr- sckaft mit England eine Expedition nach jenem Omer aev'.^ck zur Erzwingung des Friedens plante, eine N-otc rlastete, ru der es hieß: „Eine Expedition könne nach den Küsten der Ostsee nicht stattfinorrr, ohne eine bedeutende Garung rn Polen herv-orzurusen. Als Mitbesitzer von Polen ^be sich Oesterreich daher genötigt sehen, auch das rusfrsche Poleu zu be«etzeu uud für die Tauer des Krieges als neutral zu erklären." Man sieht, die besondere Schme- rlg.ert liegt in der Behandlung Litauens. Tie Großpolen weroen alles aufbieten, um entweder ihre Ziele zu erreichen oder oeir Rvgierungen von Berlin und Wien nur Batten in den Weg zu werfen. Witt mau ihnen, wie es heißt, die d. h. das Recht der uneirrgeschränkten Schifahrt aus der bMfdjen Weichsel geben, so rvird das für dre großpolnrscherr^Ansprüche nur der kleine Finger sein, dem bald dre ganze Hand, d. h. die polnische Landzunge zur -Oittoe Nachsorgen müßte. Und auch daun wäre noch teure Ruhe. Dre politische Jrredenta würde irr aller: preußischen Geb reten mit polnischer Bevölkerung begehrlich bis
rr . Sprengung des jetzigen guten -Verhältnisses zfvrjchen De ischlartd nnd Polentunr werden.
der neue, Reichskanzler diesen Gefahren durch dynasttsche Hslssmrttel begegnen zu können? Glaubt er, daß die Polen ihm williger als seinen Vorgängern folgen, wett er Katholrk und ehemaliger Zentrumssuhrer ist? powert ivrr dre polnischen Strömungen kennen, hat bei allen Grupperr rmd Parteien die rrattonale Frage stets gegen b.^!s.M!o.i'.de>r LlsMag gegeben, wenn es galt, politische Geschäfte mrt Großmächten zu nracheu. Schon wird ja auch gegen dre vorgefchlagene österreichische Personalunion ein- gewerr.de t daß nach der polnischen Verfassung der König irn ^anoe wohrren nrusse unb daß eine zeitweise .Hofhaltun'- Kager Karls in Warschau nicht genüge. Man will eben Schwnerrgierten machen. Gras Czernin' hat schon im Früh- ttng d. rn Wien mrt Herrn v. Dethmann Hollweq an dieser harten Ruß geknackt und als König von Polen den Erzherzog Karl Stephan vorgeschlagen. Er ist vielstimmig „abgelehnt worden.
Zu? dem Reiche.
Die Neubesetzung des Vizekallztcr.Postens.
Berlin, 9. Nov. Amtlich. Staatsminister Dr. Hel! ferich'hat den Kaiser gebeten, ihn von der Stellung al Stellvertreter des Reichskanzlers und Mitglied des preußi scheu Staatsministeriums zu entbinderr. Seiue Majestät de Kaiser hat dem Wunsche unter Vorbehalt späterer anderwei tiger Verwenduirg Dr. Heljferrchs stattgegeberr.
Berlin, 9. Nov. Wie wir hören, dürfte als Nachsoj ger Dr. Helfferichs in der Stellung als Stellvertreter de Rckchskansters der Abgeordnete v. Paher irr Frage komrster
Die Besetzung des Vizepräsidiums des preußischen Staats- Ministeriums durch den Landtagsabgeordnete'n Dr. Friedberg gilt als wahrscheinlich.
Bnndesratsbeschlüsse.
Berlin, 8. Nov. (WTB) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangter zur Annahme: Die Aenderurrg eirrer Bekanntmachung betr das Verbot von Mitteilurrgcn rer Preise von Wer tp aprer er: usw. vom 25. Februar 191? und der Entwurf einer Verordnung über die Vornahme der Viehzählung am 1. Dezember 1917.'
Adolf Wagner ch-
Berlin, 8. Nov. Ter berühmte Natiorralökonom Professor Tr. A d >o l f W a g n e r ist heute im Mter von 82 Jalnen gestorben.
Secfrleg.
Reue U-Boot-Erfolge.
Berlin, 8. Nov. Auf dem nördlichen S e e - kriegsschauplatz rvurden durch unsere U-Boote wie. derunr 15 000 BRT. versenkt. Unter den vernich teten Schiffen befanden sich der amerikanische Transport- dampser „Achilles" (6878 Tonnen), ein unbekannter Tand dampser, sowie der franzäsisckfe Segler „Rose^L
Der Ches des Admiralstabes der Marine.
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Berlin, 8. Nov. Tie Berickste zioerer jetzt von erfolgreichen Fernfahrterr zurückgekehrt et U-Boote bestätigen übereinstimmend ten immer mehr abnehmenden Schiffsverkehr in den Gewässern vor den lpestlichen Küsten Eirglands und Frankreichs. Dem einen U-Boot war es während seines mehrwöchigen Aufenthaltes im TätigreiLsgebiet überhaupt nicht möglich gewesen, auf Dampfer zu Schuß zu komme::, während es Gelegenheü hatte, unter anderen! elf Segler zu vernichten, die sämtlich beladen den feindlichen Küsten Zustrebten. Unter ihnen b.chanden sich zwei französische Strcklbacken, die nrit je 3000 Tonnen Weizen von Australien nach Frankreich bestimmt waren, ferner eine französische ersenre Bark mit einer vollen Ladung Rum von Martinique nach Bordeaux unterwegs. Des weiteren wurde ein amerikanischer Vier- Paster versenkt, dessen Ladung ebenso wie die eines englischen vernichteten Seglers aus Oel bestand. Tas zweite U-Boot sichtete in htm südwestlichen dlnmarschstraßen zu den englischen und franzö- stscheir Westhäsen trotz klarsten Wetters tagelang weder Dampfer noch Regler, trotzdem das Tätigkeitsgebiet mehrfach verlegt wurde.
Ber liu, 8. Eytov. (Priv.-Tel.) Ueber die Beteiligung königlicher Prinzen au nuferen Uuteruehmungen zur See erfahren wir, daß Prinz Adalbert als Korvettenkapitän und Führer eines kleinen Kreuzers an den Opera- ttoueu bei Oesel teilgeuonttnen hat. Prinz Sigis- mund, der' zweite Sohn des Prinzen Heinrich, ist kürzlich von einer U-Bvots-Untevttehmrmg zurückgekehrt, die unter Führung des Kapitäns von Arnauld de la Perriere statt- farrd und das* U-Boot bis vor Madeira brachte.
London, 7. Nov. (WTB.) Die „Eeutral News" matt det: Ter Marinemitarbeiter des „Dailp Telegraph i-hreibt, daß die Zahl der deutschen U-Boote seit einigen Tagen größer geworden sei als je. Bisher sei die Zahl der zerstörten Unterseeboote den Neubautei: ungefähr gleiche gekommen, aber seit Ende August habe Deutschland den Bau bedeutend vergrößert.
Das Wolffsche Bureau bemerkt dazu: Hie der Staats- jekretär des Reichsmarineamts im Reichstage ausaeführt hat, steht den geringen nvouattichen Verlusten an U-Booten eine weit größere Zahl von Neubauterr gegenüber.
Ans StQdt nnd (atid.
Gießen, den 9. November 1317.
Zur Bewirtschaftung der Milch.
Die ungünstige Entwicklung, die die Milch- und Ftttversorgr.uü der Bevölkerung seit idem Erlaß der Verordnung über dü' Beivirt- schaitung von Milch und den Verkehr mit Milch vom 3. Oktober 1916 genommen hat, macht neue Bestimmungen zur bessereir Er- faspmg und Verteilunkg der Milch rwpvendig, die ihren Aufdruck irr «einer neuen Verordnung des Staatssekretärs des Kriegsernäh- rmrgsamts und in Anordnungen der Reichsstckle für Speisefette zu dieser Verordnung gefunden haben. Tße wesentlichen '.ttn n 'm- gen bestehen in folgenden Vorschriften:
- Die Zuständigkeit der Reichsstelle für Speisefette erstreckt sich auf Ntckch m bearbeitetem und imboarbeLteiem Zustand und alle Bestandteil und Erzeugnisse, die dnrch Zerlegung oder Bearbei- ttmg ans Vttlch gÄoonneir aber die aus Milch h.wgestellt werden, 'insbesondere oho auf Sahne, Butter- und Magermilch, Sauer- mclch, -Quark, Jogtturt usw. Ter Kreis der Selbstversorger ist nunmehr auf Angehörige des Haushalts nnd solche Wirtickafts- Angehörige, die herkömmlich Vollmilch als Teil der Entlohnung bezrefen, beschränkt. Der Vvllmilchbedarf der Selbstversorger sowohl für Ernährungs- als sizr Verfütterungszwecke muß in Zukunft behördlich festgesetzt werden. Die Verfülle ung von Vül- unlch ist grunosatzlich nur noch an Kälber, die nicht älter als sechs Wochnen sind, znge/asserr. Für die Zwecke der menschliche:: Erngl^ -u.ng rann ein bestimmter Teil der bei Knh'haltungen nnd Molkereien anfallenden Magermilch zur Frischmilchlieferung oder zm, Quartberettnna rn Anspruch genommen roerden. Soweit Vollnnlch über denierrrOn Bedarf, der zrrr 'Befriedigung der Vollnrilchver- sorgungsberEigten -erforderlich ist, zur Verfügung steht, ist sie zu verbuttern oder, wenn die Verbutterimg aus technischm o^er anderen HinderungSgrüirdei: nndnrchcklfrb-crr ist, bei der Fettzutti- Inng anzurechnerr. Tie Abgabe vor: Vollmilch ist grundsätzlich nur -gegen Karte oder anderen belÄrdlichcn Ausirms zulässig. Die Srchmtellnng der Milchveriorgung von Bedarfs gerne irr den kann mcht nur durch behördliche Einzelaniveiiungen, sonder: auch durch dre Anordnung von Landlie.erungen erfolgen, bei dene-n Ueber- schußbezrrien dre Lie«enmg bestimmter Milchmerrgen an andere Be- varfsdezirte au!gegeben wird. Ferner sind die Behörden teingt,
Zwischen fagliamcnto und Piave.
Die weite, weite oberitalienilck.e Ebene, die die Flüsse des Landes in der Arbeit von Jahrzchntausenden durck> Ausfüllung- langsam abgerungen haben. Nock- immer führen sie den Steinschütt der Alpnr ^n Tale, schi-eben das Land gegen das Meer vor ziehen sich, ms tief gefurchte, den größter: Teil des Jahres nalwzn trockena Geröllbetten durchs das von ihnen geschaffene Land, lfirr Geiles, solcher Flüsse verteilt sich über das Gebiet zwischen Tagliamerrtv und Piave, aber nur einer dieser Flüsse ist ansehnlich-r: das ist die Livenza, die zugleich auf einem großen Teile ihres LauteS eine Landesscheide bildet. Was Mich liegt, gehört zum Frianl westlich aber beginnt mit der Provinz Venedig das elgerttlick-- Beriezien und das ganze Küstenland dieses Strick,es, ein von- Lagunen, Schilfdickichten, stehenden Wasserrr vielfach erfülltes Sumpfgebiet, gehört schon zur Provinz Venedig in: engeren Sinne Ten Gegensatz zu diesem Süden des Landes bildet dann seirr Nordteil, wo die Alpen in steilem Abstürze und in schmalen Bergtännm das Land umkränzen und zum Teil, besonders im westlichen Abschnitte des. Gebietes, nock ziemlich weil in die Ebene Vorgebirge «und Bochügel hsnausslendiÄ:, die das - Landsch.aftsbild auf d-'ck anmutigste beleben. Coneglianio, das reizeiidste StLdtebild zwischen Taglramento und Piave, verdankt einen: solchen Hügel feine os. gerühmte SMrcheit. Ajn den Hängen dieser Vorberge aber wächst vielfackt ein besonders guter Wein, der seit alters ,veiten und oe, dirrten Ruf genießt.
De:: beiden Straßen, die schon seit vielen Jahrhunderten das Gebiet durchguere::, folgt heute auch die Eisenbahn. Die südlichere ^
davon ist die, die von BeneLng «und Treoiso nach Monfalconc und!
Zorz mhrt. Es :st die einsamere der beiden Straßen: doch ist die Y-esch'.chte auch diesen Weg gewandert. Unweit südlich von Porto-
- *4, yuu'uiwu. uui^u inmrcy von uzorw-
gruarm rem beo-entendsten Ersenbahmckatze und 5taoterrpnnkte dieser Lrnre, Trogt em kmnmerlrchrs Dorf, das dm Nam-en Eoncordra. tragt. Es ist eure alte römische Gründung, die einst Julia Con- oardra hreß, und ihre Bedeutung hatte, später auck, der Sitz eines' Brsck,ofs wurde. .Aber Attila, der Hunn-enkönig, kam hier des Weges uno zerstörte die Siedelung. Ter Bischof verlegte seinen Sitz nach Porrogrnaro, rvo man nun irr einen: kleinen Museum allerhand römische Uel erneste aus (eoucordia studieren kam:. Tort aber zeugt eure in inetanckolischer Einsamkeit noch stthengebücbene früh- mrttelalterllcke waustapelle von der einstigen Blüte des Ortes.
^ Ungleich beleb'er, anziehender und erinnerungsreich-er ist die Norolune, die alte, wichtige Völker- und Heeressttast' z,oiscke:r Verona und Udinc Gleich wenn auf langer Gilterbrü'cke von Eoormpa bis herüber nach, Cafarsa der Taglramento ülrerschritttn t,t, irr ft man fick rn einem wohlbebauten, gut gepflegten Lande nnt zahlreickm behäbigen Ansiedelungen. Nicht lange, so ist Porde- „one errerckF eine freundliche Landstadt, die aber an geschichtlicher: und kuujllerlschien Grrrrnerungen teuresrvegs arm ist In künstlerischer Beziehung hat der hier tvohrrende Bolksschlag sich immer 'chaffenskräftig erwiesen: Pordenone sowohl wie Eonegliano sind ' nrch Meijter berühmt gewordm, die hier das Lickst der Welt erblickt ',sten. Dre Stat t rst roohl der „Portus Naonis" der Römer, und ne Lage arn Flusch ?,: ckLoneetto gereicht ihr noch heut zum Vorteil .ene tretet ihr einen kleinen Hafen, und da Pördeiroire gerade anitwegs zwischen den Alpen und dem Meere liegt, so hat cs sich i einem .blühenden Büemcit Handelsmittelpunkte entwickelt An Getreide, Wem, Vieh, Seide wird hier ein recht lebhafter Umsatz
getneben: auch, allerlei Jndustirien haben sich in Pordenone e imdcft dioch. erinnert die Stadt an ein römisches Soldaten!ag sre stellt am unregelmäßiges, großenteils noch vor: Mauern u geb-eueö Viereck Oar, das rn seiner ganzen Breite durch die Hau Itraß-en geteilt und so in vier StadtvierlA zerlegt wird . ^ure sruchtbarc, rrahrhafte Gegerrd ist cs. die die Straf- h fÄA 1 Eicht sie die Livenza, deren Brückenkopf mm % l? bt ( Sacrve gewesen rst. Stt hat dadurch eine gewisse Wichtig, und sch-on IE Hirt chr der Patriarch Gottfried v stgnlkra d:e Stadtfreihett verliehen. Nv-chi zeugen Mauern r, roraben davon, dast dre Bewohner von Saeile sich vielsack ilv S? ut * n wchren hatten. Das Städtchen überraschst durch seine sck'i Prazza, die von Säulenhallen und stattlichen Bauten des ''
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.. ^ 1 ^ ganzen Landes bildet doch. Eoneglia,
me Heimat des Meisters Crma, die weiter westlich- schon in l
:st und an Einwohnerzahl und Bedeutu -ümst ^ nrchlt vlet zarückstcht. Bon einem schön bewaldet
KM, an dessen Fuß ,rch dre Unterstadt schmiegt, schauen \
n enudtt- ^^daläste von Eonegliano well über j W Ebene dahm. Berühmt ist die gute Luft, sind die gut
e ru ? n,? llübsche Stadt mit freundlich ÄjJ 11 ? statllrcken (Äebandeir, dre da zwischen Bergen und t & f f sn tu ^ g ® k ' T,Tl C-onegliano in wirtschaftlich
hnrin h*? x L ^rdenone Nicht heranreickst, so liegt der Äru ^ linrlan-d an Frnckstbarkeit zurücksteht. Es ist re« wnb war und dauernde Verbesserung m
n:ag dm Ertrag des Lands- Wl erhöhen.


