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6.11.1917 Erstes Blatt
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Nr. 2öt

Der WefteRtr »nzelgrr erscheint tätlich, außer Sonntags. - Beiräten:

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161. Jahrgang

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Der TÄgliüMniH 8

^ Grotzes^Hauptyuurtier, 5. November.

(Amtttch.)

Wrstlvcher Kriegsschauplatz.

,.5" Sland/ru war die Artillkrirtätigkeitach un- sichttgevk Wetterchrst am Abr-no lebhaft, vornehmlich an der Yser-Niederimg. Nachts lag dort und auf dem Knmvf-Endr Wische« dem §wutt,oulster-Walde und am Kanal Comine« Wem kräftiges Storungsfcuer. Mehrfach ftttchen cngüsche ErkrmdungsiÄteilimgen vor. Sie wurden überall zurück- geschtagcn.

*

-Bei den rmtzeven Wrmcai war infolge Nebels dir Ge- tzchtstätiykeit im allgemeinen gering.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Mazedonische Front.

Nach tageLanger, auch gestern andauernder starker Feuenrorbereitung zwischen Wardar und Doiran-See griffen englische Bataillone südlich von Sto- jako vo an. Ihr Ansturm brach verlustreich vor den bul­garischen Stellungen zusammen.

Italienische Front.

Deutsche und österreichisch-ungarische Di­visionen haben sich am mittleren Tagliamento de» U e b e r g a n g erkämpft und sind im weiteren Vor­dringen. Dm dort geschlagenen italienischen Brigaden wur­den über 6000 Gefangene und eine Anzahl Geschütze Wmmnmrn

Der Erste GeneraLguarLiermeister Ludendorff.

Der AöerrdberichL»

Berlin. Nvv., abends. (WTD. Amtlich.)

In Flandern wechselnde Nrtillerietätigkeit. bei den anderen Wejtarmeen und im Osten nichts Wesentliches.

Zn Oberitalien geht es gut vorwärts.

Bei der Berufung des Grafen Hertling als Re^chis- tan^iec drängt sich ettvos charakteristisch Bildhaftes uns vor die Augen. Ein Blick und Auftrag des Kaisers da fcmrbe der alte Herr an beiden Händen von liebenswürdigen -Mehrheitsjüngerrc auf die politische Tribüne gezogen. Dann aber gab es ein Zerren und Stoßen. Teile der Mehr­heit, die den Grafen zuerst ganz ab gelehnt hatten, begrüßten -die Tatsache seiner Ernennung, invem sie durch sanfte und lnsaiftte Gewalt die Richtung feiner Schritte beeinflußten, sing hat verhandelt und Zugeständnisse gemacht, elparteiliche Kreise fanden sich damit ab., indem sie, wie dieKöln. Zeitung" darcm.f verwiese-^, es gelte einer: neuen Burgfrieden zu

begründen. Aber in de;: Mehrheitsburg sitzen noch viele Fehdelnstige, denen der innerpolitische Kampf auch gegen­wärtig L-wenselement ist, von den Leuten Scheidenda uns ganz zu schweigen. Diese Enthusiasten der Parlamentarisie­rung sehen mit bösenr Mick, daß auch innerhalb der Mehr­heit ihrem Sonderstreben noch mancherlei Hindernisse ent- javgensteben, und sie wollen von Kompromissen nichts wissen. Eie mömten am liebsten drernschlaaen, aber da sie innerhalb der Mehrheit vorsichtig und diplomatisch sein müssen, so schlagen sie mit neuentbrmrnter Wut wieder auf dieall- deutfthen" Teppiche los. Prof. Hans Delbrück tut in seinen Preußischen Jahrbüchern", als habe er nie etwas Besseres und Dauerhafteres gekannt als eine schwarz-rote Mehrheit. Dagegen kann es nach seiner Meinung überhaupt keinen Widerstand und keinen Kampf geben. Um sie, diese Mehr­heit und denBerständigungsfrieden" zu befestigen, muß man feste ans die Minderheit losgehen,darf man den Kamps mit dieser Richtung, die man kurzweg als die alldeutsche be­zeichnet, nicht scheuen". Das ist derFranks. Ztg." eine wahre Herzstärkung, die alsbald dazu ausruft: Nichts von Burgfrieden!Es allen recht zu machen, alle sammeln zu wollen, ist unmöglich." Ob die Zentrumspartei nicht ein wenig unruhig dabei wird? Die westfälische Parteiver­sammlung in Hamm (Siehe unter Deutsches Reich!) hat recht deutlich erwiesen,' daß im Kreise der Zentrums Leute mxfc> große Meinungsunterschiede bestehen. Bei dem Peitschenknall der demokratischen 'Fuhrleute, die dasBerliner Tage­blatts drückt sich so aus im Interesse der Nervenberuhii- gung eine schleunige Vervollständigung der Reichsregie- rrrng wünschen, wird es auch den Nationalliberalen ein wenig unbehaglich. ImDeutschen Kurier" äußert sich eine kritische Stimme:

Weigerten die Natio-nalliberalen jede Mitarbeit, ließen sie Mdehrhnt im eigenen Fette sclnnoren, so wäre es sicherlich zum wi-chesten dem Zentrum, von dem ein wefenlliäZer Teil heute schon 'ml/schwerem Verdruß den Spuren Erzibergers folgt, bald unheim- lich geworden im Scheidenvann-Bunde, und es ist sogar fraglich, ob die letzten Ereignisse sich so glatt in der Mehrheit hätten abspielen sännen. Durch ihre Beteiligung hat die national liberale Fraktion wt Sache der Mehrheit erst gestärckt, hat Ibfa-fen naiven Bestrebungen emen Hintergrund geschaffen, der Überhaupt erst zu dem Expeichient Vertli ng führen konnte, (tzraf Hcrtlürg hätte nie die Aufgabe übernommen, der er sich jetzt imterzog, wenn er rndjt annehmen torrfte, daß auch die Natumallkberalen mitmachen würden."

. Gibt es in dieser Stunde, wo ein neuer Geist im Welt­kriege erwacht ist!, der in den Anschauungen der Entente A^Awnen Hervorrufen muß, nichts Wichtigeres, als über 'vrtßhreiteude Parlumentarisi-erung und Denurtralllieruug

zu brüten? Wirklich die Ziele der Vaterlandspartei sind, gerade im Hinblick aus die neue Kampfansage von links, heute noch, so berechtigt und gut wie iw der Aera Michaelis.

. , f ttt ^ m diesem Zusammenhang vielleicht nicht uw ^uteressant, daß em Berliner Blatt, das in der letzten Zeit die Meyrheitspolitik mehr oder weniger gefördert hatte, näm­lich cheVoss. Ztg.", neuerdings ein besonderes Kampfziel ® er weiter des Blattes, Georg Bernhard, schreibt

nämlich:

Um es vorweg zu sagen: rvir können diese ganzen Siege zu oerr übrigen legeri, wenn nach wie vor der herrsck-e:ide Gedanke bei uns ist, daß imr, um Welthandel und Weltpolitik auch in Zukunft treioen zn können, Englands Zustimmung gebrauchjen. Aber uwaut uberhmrpt, dann ist jetzt der Augenblick gekommen, in dem der di- ptomattsche Kampf gegen England einzusetzen hat. Wlir ^ c ? u . bresem Angenblirk gegen England ja noch gar keinen Wirtschaftskrieg m wirklicher Schärfe geführt. Wie ein roter Fa- den hat sich durch all unsere Handlungen politischer Natur immer der Gedanre gewv>ben, den Nur aus der Privatwirtsckxrst cut- lehrtten, daß das Kundenverhältuis doch nicht ganz gestört wer­den dlcrse. In vielen unserer politischen Meise hat immer die noch Seinen Eingwig gefunden, daß wir im Kampf um Tod und Lebeii mit dein englischen Jnselreich steheii. Uno viel weniger noch ist uns die Erkenntnis zur Selbstverständlichkeit geworden, »atz dieses Imperium in allen Fugen kracht, daß es entweder gegen u-ns bis zum letzten Mann weiter kämpfen xoder uns am Friäens- ttsch übers Ohr hauen muß. Erst wenn wir solchen Gedankengängen wirklich zugänglich werden, toecden wir in der Lage sein, das poli- ttsch auszumünzen, was unsere Heere in Ost rrnd Süd erlitten und erstritten haben."

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 5. Nvv. (WTB. NichtmnUich.) Amtlich wird verlauttwrt:

Am Tagliamento ist der Kampf wieder ausgenom­men worden. Oesterreichisch-ungarische und deutsche Divisio­nen erzwangen sich am Mittellauft den U eher gang und gewinnen fechtend Raum. Die Division des Generals Felix Prinz von Schwarzen^rg. die seit vorgestern mittag auf dem Weftnfer des Flusses steht, hat sich durch rasches, kchneidtges Zllgreis'en besondere Verdienste um das Gelingen des Stoßes erworben. Der Feind verlor über 6000 Mann an Gefangenen und eine Anz^chl Geschütze.

Auch die Armee des Generalobersten Fveiherrn mrn .Krvbatin erzielte überall Fortschritte.

Nichts von Bedeutung.

Der Chef des Generalstabes.

Wien, 5. Nov. (WTB.) Aus dem Kriegspresseguartier wird am 5. dtommber abends gemeldet:

Die Ereignisse in der venetianischen Mene nchmen einen günstigen Verlauf: auch die Dolomitenfront d e r I t a l i e n e r w a n k t.

«

Der bulgarische Bericht.

S o f i o, 4. Nvv. (WTB.) Generälstabsbericht.

Mazedonische Front: Im Westen des Ochridasoes und im Cernovogen lebhaftes Störungsfeuer. Oestlich oes Wardars setzte der Gegner die Beschießung unserer Stellungen mit der gleichen Heftigkeit fort. Ein ans der gleichen Front nach verlängertem Trm^rmesieuer ü.nternomrnen>er Angriff wurde blutig abge­schlagen. Ein feindliches Flugzeug, welches das Feuer der feind­licher Artillerie leitete, wurde ditrch unser Artilleries euer erreickü uüd siel brennend rmrerholb der feindlichen Linien nieder. Westlich von Serres würben mehrere feindliche Erkundungsabteiluugen ab- gewiesen. Im Strumatal lebhafte Tätigkeit. Feindliche Flieger lieferten von neuenr einen Beweis für die völlige Verkennung inter­nationaler Verpskichttmgen, indem sie Bomben in der Nähe eines unserer Feldlazarette abwarfen, obwohl dies deutlich erkennbar war. D o b r u d s ch a f r o n t: Lebhafte Feuertätigkeit bei Tulcen.

Vorn 5. November.

Mazedonische Front: Gegen 11 Uhr abends grifferr. meh­rere seirrdliche Bataillone unsere Stellungen südlich vom Dorse Tochkovo an. Dieser Angriff wurde durch lmfer Artlllvriefeuer, zum Teil in einem Kampfe aus unbedeutender Entfernung, völlig abgeschlagen. Die feindlichen Verluste sind bedeutend.

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 4.Nov. (WTB.) Tagesbericht.

Tigrisfront: Der Gegner trat beiderseits des Tigris den Vormarsch an und näherte sich mit den Hauptkräften nnsercir Stellmrgen. Syrien: Von fünf feindlichen Flugzeugen, welche Haifa ergebnislos mit Bomben beworfen hatten, stürzten zwei infolge Schadens ins Meer. Die Trümmer der Flugzeuge versanken. Die Besatzungen wurden von einem feindlichen Monitor ausgenom­men. Sinaifront: Starke feindliche Angriffe erfvlglen am 30. Oktober, bei denen der Gegner in großem Umsorge giftige Gase verwandte Außer einen i kleinen Abschnitt, rvelcher an den Feind verloren ging, ivurden alleSlellungengchalten und dem Feinde große Verluste zugesügt. Me Kämpfe nehmen ihren Fort­gang. Ein englischer Fessetballoic, der sich losgerisserr hatte, wurde über As Salon zum Absturz gebracht. Eine feindliche Jnfanterie- und eine KavallLriedivision, welche die Hauptstell ungeu unseres lirr- ken Flügels angrisfeit, wurden znrückgeschlagen. An den übrigen Fronden keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Heeresbericht

vom 4. November.

Entlang dem Tagliamento Artillerietätiakeit auf den sich gegenüberliegenden Flußufern. Auf den fortgesetzt sein staacken Muck auf den linken Flügel übten ivir eine Gegewwirkmrg durch Feuer und Unternehmung vmr Gegenangriffen aus. der Gogend.von Iudicarien winden starke feindliche Abteilmrgcn, nx'lche nach schwerer Artül-errewcrtuiig unsere oorgefcbobenen Posten im Daone- tal und im GSumellatal angriffen, nach sehr lebhaftem >kampse

Ffe*" 118 * befangene m unseren Härbden. In meÄ SirfÄf ??sere Flugzeuge das linke Taglio- SSS ^ ftitJntmJDlumtwr&Uiqfix, welche man während des muazuges mdjt halle raumen können. Zwei deutsche Fl'-awuae

«°ssÄ **"* m ' im

, , Vom 5. November,

ans 2 ?, öent Feinde, ain Monte di Pinzano Abteilungen:

N -Ufer des Tagliamento überzufetze^.

^ Druck aus den linken Flügel unserer Linien.

r 4 ' un ^ am 4 - November während des Tages ^ ?>^o.Nügzeuge undOLustschifse mit Erfolg die feind- W®. ^ Federungen von Eaporeto uno Tolmein, wrr auch längs des Unten Ufers des Tagliamento mit Bomben

Die Lüge der Italiener.

r r 'Si^cn/r^ - ?° ö -Kölnische Zeitung" meldet aus Stock, bolm: ÜFn Besprechung der Aussichten der deutschen Offensive in Platten schreibt vor kurzem ein aus Rom zürückgetehrter Mit- arbeater: DreNowore M rem ja" vom 3 t. Oktober meldet. 2 JJF* schvp seit langem gestshlt, daß Italien vor dem Ktach lehc. infolge des Unterseebootkrieges herrsche Mangel an den wic^ ^Üen Lcbensinrtteln. Ter Lebensmittelches habe selbst zugegeben, daß röMieu einen neuen Minterfeldzug nicht anshalten könne. tteberall sei wegen der Lebensmittel schon vor seiner Abreise Be­wegungen rm Gange gewesen, Weigerungen von Soldaten zu kämpfen, Erschießungen usw. Tie ParoleKein Winter mehr in den Schützengräben" sei im Wachsen.

Die Lage auf den üriegsschaupeStzen-

.. ^ov. (WTB.) In Flandern ließ der

starke Beschuß unserer Stellungen von Ketzern bis zrmi Blankaartsee am Morgen des 4. November etwas nach, griff ledoch nach Norderc bis znm Houtho-ulster Walde,) Silben bis tn Gogerch von Zandvoorde über. Oestlich Ypern wurde ent feindlicher Borstoß in unserem Vernichtungsfcuer emnckt. Von Mittag ab lebte auf der ganzen Front die Ar- timerretätigkeit auf. Die Stadt Dixmaipen erhielt starten Beschuß, desgleichen wurde zwischen Gheluvelt und Z and v vor de das Feuer stärker und lag mit starken FeuerriVerfällen auf unseren dortigen Stellurrgen. Geger. abend steig-erte sich das Feuer und blieb die ganze Nacht über, vor allem zwischen Poelcapelle und PaAsrhendale, stark. Um 6 Uhr abends brachen mehrere englische Kompagnien ans Poelcapelle zum Angriff vor. Der feindliche Vorstoß wurde unter hohen FeindverlUsten r e st l o s a b g e w i e s e n. Ein feindliches Bomb eng eschwadc r betogtc den Flugplatz Jchteghen und das in 8'zcrneghem mw-edni-gt erkennbare Lazarett mit Bomben. Hierbei wurden zwei belgische Krankenschwestern verwundet. Diese neue völkerrechtswidrige, alleri menschlichen Gesetzen hohn- sprechende Handlung schließt sich würdig an den Baralvng. fall und ähnliche Vorgänge an. Me vielen Opfer, die drei belgische Zivilbevölkerung der brutalen Beschießung der weit rm Hinterlands gelegenen belgischen Städte durch die Eng­länder verdankt, werden immer zahlreicher.

Im Artois griffen am Merw des 4. November mehrere Kompagnien ans der Straße Douai'Arras und südlich davon an. Sie wurden teils im Gegenstoß, teils in nnserern Feuer zurückgeschlagen. -

_ Nordöstlich Soissons war bei Nebel und schlechter Sicht die Gefechtstätigkeit verhältnismäßig gerinn. Stellen­weise hielt das lebhaftere Feuer auch während der Nacht <ül

Die Meldung des EiffelturmberickftS vom 4. November 4 Uhr nachmittags über deutsche Angriffe im Chaume-Wald und einerr nrißglückten Handstreich bei DamloUP sind ft«n- zösische Erfindungen.

In Italien ist der Tagliamento von den Ver­bündeten überschritten. Durch die Regengüsse der letzten Tage war der Fluß derart angeschwollen, daß die Italiener wohl hoffen mochten, hier dem deutsch-österreichisch-ungari­schen Vormarsch Einhalt zu gebieten. Der Fluß fließt in: Oberlauf tief und reißend zwischen stell und senkrecht zum Wasser abfallenden Felswänden. Der im Mittel- und Unter­lans Ins zu zwei Kilometer Breite sich ausdehriende und in unzählige Arme verästelte Fluß bot dem Uebergang un­geheure Schwierigkeiten. Ec ist ein neuer glän­zender Beitrag für die zahlreichen historischen Flnßübor- gänge der Verbündeten rn diesem Kriege. Die gewaltige Gefangenenzahl erhöhte sich auch hier wiederum um mehrere Tausend. Der Feind verlor erneut Geschütze.

In Mazedonien hält auch tveiterhin im Cerna- bogen die Lebhafte beiderseitige ArMerietätigkeit an. Zwischen Wardav- irnd Dojran-Soe griffen südlickt Stojakovo mehrere englische Bataillone an. An der heldenhaften Ab« wehr bulgarischer Truppen holten sich hier die Engländer eine schwere blutige Niederlage.

DepeschenwechseL zwischen Kaiser und Sultan.

Konftantinopel, 4. 9chv. (WTB.) Meldung der Agentur Müll. Ter Sultan hat an Kaiser Wtilhelm folgende De­pesche gerichtet:

Jch^ bitte Eure Majestät, die wärmsten Glücktvünsche zu der glmttenden Stegen entgegennehmen zu wollen, welche die tapfe» ren Armeen soeben mit den österreichisch-ungarischen Armeen über ?? Italienische Armee davongetrngeri halben. Ebenso leg^ rch Wert l^rau), Eurer Myeftat meine tiefste Bewunderung aus- Zwecken für dre heLenhaftc Verteidigung, rvelclie seine glorreichen Armeen mrt w Mel Tapserckeit den erbitterten semdlicke:? Angriffen an der Westfront entgegensetzen Ich bitte den Allmächtigen, imse^ Armeen bald mrt dein endgültigen Triuanph zu krönen.

Kaiser Wilhel m antwortete:

Euer Majestät bitte ich meinen aufrichtigen, herzlichen Tank entgegenzunehnreu Wr den bundessreirnidlichen Gruß, den Eur« Maicstät ausAnlaß des Sieges der deutschen und östorreichisck)- iMWUnschen Truppen Mer' itälienifche Armee an mich zu richten