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1.11.1917 Erstes Blatt
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Kt- 257

Der #kt«tfr Xvjtije«

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Erster Blatt

lör. Jahrgang.

Donnerstag, November lyfl

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Frankfurt a.A. \\m

General-Anzeiger für Oberhessen

Sankverkehr: Gewerbebank Sietzen

3Vi»tri§;n>nd»n,ck «. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch- u. Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Seschästsstelle u. Druckerei: Schulstr. r.

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oeh. Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: Aug. (Äoey; Stadt und Land, Vermischtes u.Ge- richtsfaal: W. Meyer; Anzeigentell: H. Beck; sämtlich in Gießen

Rehr als W 000 Italiener streckten öle Waffen. Insgesamt Wer WOW Gesanzene und (500 Geschütze!

(WTV.) Großes Hauptauarlier, 81. Oktober,

«mtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupp recht.

In der Mitte der flandrischen Schlacht- ffront spielten sich gesterrn erbitterte Kämpfe ab.

Den, morgens über die ganze Front vom Hoitthoulstei Walde bis zum Kanal Comines Ypern ausgedehnte? iTronrmrlfeuer folgte:: tagsüber starke englische Angriffe zwi sichen den von Roulers über Langemarck und Zonnebeeke «ch Ypern führenden Bahnen.

Die Wucht des feindlichen Stotzes richtete sich gegen den Ort Passchendaele, der vorübergehend ver loren ging. In -ungestümem Angriff sturmbewähr- ter Regimenter unter zusammeng'fahler Artillerie Wirkung wurde das Dorf wieder genommen und gegen später neu emsetzende Angriffe der Eng­länder in zähen, bis zur Dunkelheit wühlenden Kämpfen voll gehalten. Unsere seitlich des Dorfes kämpfende Infan­terie und die krurp erprobten Machinerg w h -Scharf chützen schlugen die sich bis rat Laufe des Tages mehrfach wieder­holenden Angriffe in unerschütterlichem AuSharren in dem dmchroühlten und verschlammten Trichterfelde erfolgreich zurück und nahmen zeitweilig verlorenen Voden in kraft­vollen Gegenstößen dem Feinde wieder ab.

Neben den Hauptangriffen nordöstlich von Ypern such­ten die Engländer auch beiderseits der Strahe Me n i ne s Ypern auf Gheluvelt vorzudringen. In unserem gut- liegenden Arlilleriefeuer kamen nur schwache Teile de§ Geg­ners Zinn Vorgehen. Sie wurden durch Infanterie- und Maschinengewehrfetlrr zurückg-trieben.

Die an dem gestrigen Tage beteiligten Truppen der 4. Armee haben in vortrefflichem Zusammenwirken aller Waffen einen neuen Erfolg errungen.

Die Engländer haben, ohne Vorteile zu .gewinnen, er­neut schwere blutige Verluste davongetragen.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Au dem OiseAisne-Kanal und an der Vergfront des lChemm des Dümes verstärkte sich der Artilleriekamps gestern erheblich. Die französische Infanterie blieb untätig.

Aus dem Ostufer der Maas hielt unser Vernichtungs­feuer im Chaume-Walde sich vorbereitende Angriffe der Franzosen nieder.

Auf dem

Orstlichen Kriegsschauplätze

und au der

Mazedonischen Front ist die Lage unverändert.

Italienische Front.

Die Bewegungen der aus den Kärntner Bergen vor- Oringenden Truppen der 14. und der Jsonzo-Armeen nehmen den von der Führung beabsichtigten Verlauf.

Der Erste Generalauartiermeister Ludendorff.

Der Abendbericht.

Berlin, 31. Okl., abends. (WTB. Amtlich.)

In F l a n d e r n und am Chemin des-DLmes wechselnde Artillerietätigkeit.

Im Osten nichts Besonderes.

Jn.Jtalien erfolgreiche Kämpfe in derNie- derung des Tagliamento.

Die G efang e neu za hl hat sich über 120 00 0, die Geschützbeute aus über 1000 erhöht.

Wir müssen uns damit abstnterr, daß wir zugleich mit Deutschlands herrlichen Leistmrgen im Felde traurig ver­fahrene politische Zustande haben. Es ist in Berlin ein förm­licher Handel um den Nachfolger des Herrn Michaelis ent­standen, und dieser Handel ist beinahe so schwierig und ver- Ävickt, wie derjenige sein wird, der sich einmal im großen Weltfriedensfonferenzsaal abzuspielen hat. Graf 5)ertling verhandelt noch mit den Fraktionen. Jeder Dag bringt neue ^Feststellungen" der Lage. Was sucht der Zentrnmsdiplomat da eigentlich znsammenznleinren? Wik werden die Jnstrn- ! mente derMehrheit" künftig znsammenstinlnren? Wir ! fürchten, es wird uns da eine wohltemperierte Zentrums- ^ Politik zurechtgemacht. Es geht inn ein Schachern, lieber- trumpfen, Überlistend anstatt terß wir auf einem geraden

Wog der Regierungspolitik wandern, werden wir uns in lassen und Gäßchen verlieren, und unsere Gedanken werden nrmer nur vom Nächstliegenden angezogen werden, und dieses Nächstliegende wird ein immerwährendes Streiten nm ^arteiwnnsche sein. Kann dabei ein großer, dem Volke in o schweren Zeiten wirklich nützlicher Gedanke geboren wer- )en? Erfordert das Ziel, uns zum besten Frieden zu führen ^er sich für uns erreichen läßt, nicht eine feine mid doch ^rnerlich starke Kunst, die Bewegungsfreiheit, im politischen Sinne gesprochen: Vertrauen neben sich haben muß? Kann :in künstlerisch vollendetes Bild fertig lverden, wenn jeden Augenblick ein andererVerbesserer" seine Nase drüber hängt? Der Leim eines blinden, ungespäßigen Zufalls soll illes zusammen hatten. Schon ist sich alte Welt darüber einig, daß .Hertlings Kanzlerschaft keinerlei sichere Gewähr für die Erhaltung der bisherigenMehrheit" bieten würde. Dann lst die M ög lichte it, daß er nach einer andern Mehrheit juchen geht. Ans diesem Wege werden wir ans dem Partei­gezänk niemals her ans komm en. Des Kaisers Wort:Ich kenne keine Parteien mehr!" verliert immer mehr seine Geltung. Graf Hertling tut, wenn er das Amt des Reichs­kanzlers übernimmt,, übrigens ohne Zweifel einen sehr schwe­ren Gang. DerVorwärts" schreibt neuerdings zu seiner etwaigen Kanzlerschaft folgende Ankündigung:

Dafür, daß die Mehrheit des 19. Juli beisammen bleibt, sprechen starke sachliche Gründe, die auch von der Gegenseite anerkannt werden. Wer aber das Zusammendleiben dieser Mehrheit will, der wird auf eine Lösung von Personenstagen hinniirken, durch die der Zusammenhalt nicht gelockert, son­dern gefestigt wird. Eine solche Lösung ist, um es wieder und wieder zu sagen, m ö g l i ch, aber daß sie in einer Regie­rung Hertling geiunden werden kann, ist höchst unwahr­scheinlich. Diese würde -ans alle Fälle eine starke Bedrohung, wenn nicht eine sofortige Vernichtung der Julimehrheit herbei­führen.. Tenn es ist ganz sclbswerstündlich, daß die Soüatdemokratie nicht irgendeiner ParttiLonsosUation zulieoe Forderungen zurück- steilen kann, deren Erfüllung sie im Interesse des Reiches für unumgänglich notwendig halt."

Letzte Nachricht:

Berlin, 1. Nov. (W. T. B.) Zeine Majestät der Kaiser hat für den 1. No­vember für Preußen und Elsaß-Loth­ringen Flaggen und Viktoria-Schießen verfügt. Bei der Verfolgung in der Friaulischen Ebene haben gestern hart östlich des unteren Tagliamento 60000 Italiener mit mehreren Hund ert Geschützen die Waffen gestreckt. Der bisherige Ge­winn in der 12. Ifonzo-Schlacht ist da­mit auf

über 180000 Gefangene und mehr als 1500 Geschütze, gestiegen. Die italienische 2 . und F. Armee haben eine schwere Niederlage erlitten.

Ludendorff.

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 31. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird

verbündeten Armeen des Feldmarschalls Eugen Ingen in dem Gebirge des oberen Tagliamento und in r venetianifchen Ebene planmäßig v o r.

Auf den anderen Kriegsschauplätzen kerne besonderen

möm,,C Der Chef des Generalftabes.

Die siegreichen Nämpse im westen.

Berlin, 31. Oft. (WTB.) Während in Italien der nerftärte Siegeslauf der Verbündeten fernen geplanten outgang nimmt, hat die deutsche Fl andern« rm e e m Engländern am 30. Oktober wiederum eure 1>were blutige Niederlage bereitet. Dort item sich in der letzten Woche die Pausen zwh.chkn teil ein­

zelnen Großkampftagen verringert. Nach tem schweren Nie­derbruch der englisch-französisdien Mafsen-angriffe am 22. und 26. Oktober begann am 30. Oktober nach stärkster Ar­tillerievorbereitung und langandanerudem Trommelfeuer der englische Angriff gegen die Front vom Houthoulster Walde bis zum Kanal von Hollebeke. Trotz Regenwetters warf der Feind durch den schlammigen Sumpf der Trichter­felder gegen un.sere Linien gewaltige Massen vor, denen dichte Reserven folgten. Um Passchendaele ballte sich die 5)auptwucht der feindlichen Angriffe zusammen. Hier gelang dein Gegner unter schweren Verlusten ein Einbruch über den Ort hinaus. In haftem, wechselvollen Ringen wurde der Ort jedoch durch unsere ftäftigen Gegenstöße v ö l li g zurü ck erober t. In die weick>enden Reihen der Eng­länder, die im Schlamm versinkend die lohnendsten Ziele boten, schlug das Verfolgungsfeuer unserer Batterien und Maschinengewehre. Dennoch schritt der Gegner später wieder­holt zu neuen Angriffen gegen den Ort, die sämtlich unter rmgeheuren Opfern für den Angreifer durch Feuer, Nah- karnpf und Gegenstoß sck)eiterten. Die b^eiderseits der Chaussee Ypern.Menin angesetzten Angriffe wurden zum Teil schon während der Bereitstellung zum Angriff von unserem Feuer wirksam erfaßt. Au den meisten Stellen kamen sie über die erste Entwicklung nicht hinaus oder brachen in unserm gutliegenden Abwehrfeuer blutig zusammen. Um 12 Uhr setzte ein starker feindlicher Stoß in Gegend Poelcapelle ein, der restlos abg-ewiesen wurde. Hier wiederholte der Gegner um fünf Uhr nachmittags seine starken tiefgegliederten An­griffe gegen unsere Front von Poelcapolle bis östlich Zoone>- oeke. In erbitterten Kämpfen wurde trotz stärksten Menschen­einsatzes der feindliche Angriff unter außerordentlich hohen Feind Verlusten abgeschlagen. Am Abend des für den Feind so blutigen Tages wurden dichte feindliche Ansamm­lungen bei Pvelcapelle durch unser zusannnengefaßtes Feuer zersprengt. Der einzige Gewinn der verzweifelten englischen Anstrengungen besteht in einer geringen Einbuchtung unserer Linien westlich Passck-endaelck, die an der tiefsten Stelle etwa 350 Meter beträgt. Nachts begnügte sich der Feind mit starkem Störungsfeuer. Die Städte Roulers und Dixmuiden erhielten zeittveise kräftigen Beschuß.^

Der Sieg des gestrigen Großkampftages reiht sich in seiner Bedeutung dem glänzenden Ergebnis der Schlacht vom 26. Oktober an. Auch dieser neue gewaltige Angriff brachte dem Gegner keinerlei Gewinn, sondern nur schwerste blutige Verluste.

Im Artois und südlich St. Quentin steigerte sich stellenweise das Feuer erheblich.

Nordöstlich von So is so ns herrschte an der Kampf­front den ganzen Tag über starker Artilleriekampf, der sich gegen Abend bei Braye und Cerny zu großer Stärke steigerte und bis zum Dunkelwerden anhielt. Auch östlich der Maas steigerte sich ebenfalls im Laufe des Vorinittags im Chaume-Walde das Feuer zu erheblicher Stärke. Ern beabsichtigter feindlicher Angriff kam in unserem Vernich­tungsfeuer nicht zur Ausführung. In Gegend Ornes folgte gegen Abend nach starkem Feuer ein feindlicher Vorstoß am Chaume-Walde. Er brach im Maschinengewehr- und Handgranatenfeuer blutig zusammen.

Bei unserem Angriff am 29. Oktober früh im Chaume- Walde wurden außer den beveits gemeldeten Gefangenen noch 24 Maschinengewehre erbeutet.

Die Behauptung des Eiffelüurmberichtes vom 30. Okto­ber abends, wonach die Franzosen auf dem Caurierres^ Kanmr einige Gräben erobert hätten, ist aus der Luft gegriffen.

ver fortschreitende Sieg über die Italiener.

Wien, 31. Okt. (WTB.) Aus dem Kriegspressemattier wird unter dem 30. Oktober gemeldet: Cadornas Anschsuldigung der Truppen der zweiten italienischen Armee eutspTNNgt dem Bemühen, das Geständnis der katastvoph.ck.en Niederlage des linken Flügels, der Jsonzofront dem bange aufl>oräienden Volke Italiens mund­gerechter zu machen, cknanfhaltsam über den hochgeschwollenen' unteren Jsonzo nachdrängeud, dessen vom Feinde zerstörte Brücken bereits wiederhergestellt sind, stoßen die österreichisch-ungarischen Truppen, unbehindert durch starke Gewitterstünne und Regengüsse, hier bereits gegen die ReiicWgrenze vor, allenthalben reiche .Kriegs­beute oarfiudend, die der eilig weichende Feind ttotz zahlreicher Brandstiftungen nid# mehr zu retten vermochte. Udine ist bereits überjchrckteu. Ter prachtv'olle Schwung der dentsdflm Divisionen, mit ihnen vereint die k. und k. Truppen, strebt nördlich davon dem oberen Tagliamento zu, an dem das befestigte Lager von Gcmona den Austritt in die Ebene schützen soll. An her karnischen Front liegen alle jene Punkte, die oft in unserem Heeresbericht Erwähnung fanden, vom Plöckenpaß und Findenig-Kofel angefangen bis.zum Cranuva-.Berge und dem oft blutig umstrittenen Mittagskofel südlich von Malborgbet hinter der Front der machtvoll gegen den obersten Tagliamento trotz Regen imd Schneefall v-orbrcchenden Arm« des Generalobersten Freiherrn von Krobatin.

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Wien, 31. Oft. Aus dem K^rie gs pr e sse q ua r tier wird am 31. Oktober abends mitgeteckt: Unsere Armeen näl^ern sich unter erfolgreichen Kämpfen mit italienischen Nachhuten dem Tagliamento. Palmanova wurde gestern besetzt. Die Zahl der Gefangenen lübersteigt 120000, die Geschützbente ist größer als tausend.