Kr. 210 Swettes Blatt
Erscheint ta-ttch mit Ausnahme des Sonntags. JBQ/V
Beilagen: ..Stetzener Hamillenblätter" und ..Kreisblatt für den Kreis Gietzen".
postschecklonto: Zrankfurt am Main Nr. U686. Vanlverlehr: Gewerdebank Stehen.
167. Jahrgang
leyener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhesien
Zreitag. 12. Oktober \9tf
ZwillingSrunddruck und Verlag ; Brüht'jcheUniversuätS-Alich-u.Si indnickerei.
R. Lang e, Gießen.
Zchristteitung. Seschäslrstelle und Druckerei:
Schulstraße?. Geschäf.vüeUen.Verlag:
Schristlcuung: 112.
Anschristfnr Draht lachrichteinAnzeigertzsie,In.
Oeffentliche Kundgebung zur 7. Uriegsanleihe.
, (Schlich.)
Gießen, den 11. Oktober 1917.
^ Im Anschluß an die Ansprache des Geheimen Rats Professor 1). Eck ergriff Kommerzienrat Kli n g s po r das Wort zni folgenden Tarlemmgen:
„Tie Zentralmächtc haben lediglich die Wahl zwischen Unter-' werfung und Niederlage, einen Mittelweg gibt es nicht. Deutschland kamr morgen Frieden haben, we:m es die Bedingungen der «Entente annimmt und damit zugibt, daß es vollständig in diesem Kampfe, den es her vorgerufen hat, geschlagen ist. Wir wollen nichts mit Konferenzen Und Erklärungen zu tim haben, Ivo cs sich um die Zukunft der Menschheit und vor allem um die Zukunft Englands handelt"; schrieb das fütyrcitbc englische Blatt, die „Times", von der Kriegslage. — Wir sind nie im Zweifel darüber gelveseu, daß England den Kampf wegen seiner Zukunft ausgenommen hat, aber ebensowenig darüber, daß wir ihn für unsere Zukunft führen.
Ms man vor einein halben Jahre die 6. Kriegsanleihe ausschrieb, da wurde in allen Straßen und crn alten Plätzen das allew wohlbekannte, von Mnstlerhcurd geschaffene Wtzrbebild angeschlagen: Ter Mann mit dem Stahlhelm im Schi:Hengraben neben dem zerschossenen Stacheldralst nnch siegreicher Abwehr des feindlichen Sturmangriffes, neuem sckiwerem Kampfe entgegensetzend, bereit, sein Alles und Letztes einzusetzen und deu ihm anvertrautew Posten Au l-alteu. Und min tönt von neuem der Ruf des Mannes im Stahlhelm luus entgegen: „Zeichnet die Kriegsanleihe." Auch an uns, die Angehörigen von Handel und Industrie^ ergeht dieser ernste Ruf. — Werden diese Erwerbsstände auch diesmal in der Lage sein, dem Rnse Folge zu leisten?
Zweifellos: die überragenden Leistungeii unsrer Truppen und ihrer Führer haben das Staatswesen vor schweren Erschütterungen bewahrt, so daß Handel und Industrie die wirtschaftlichen Kräfte besitzen, um die schweren finanziellen Lasten aus sich zu nehmen.
Ern zu treffe udes Bild von der Große und Leistungsfähigkeit unseres Wirtscliaftslebens gibt uns ein aufmerksamer Blick in die amtlichen Statistiken und in die Handelsberichte unserer Presse über Kohlenbergbau, Eisen- und Stahlgewinuung sowie in die Abschlüsse unserer großen Aktiengesellschaften, der Banken und der Spar- und Darlehnslassen in städtischen und ländlichen Kreisen. Tie Stein- und Braunkohlenlager machen mit ihren 423,4 Millionen Tonnen die Hälfte der europäischen Läger aus: Deutsch- lands Erzeugung an Stein- und Braunkohlen kommt derjenigen Englands gleich, die Erzeugung an Roheisen beträgt in Teutschland das Doppelte wie in England. Die deutsche Stahlerzeugung überragt mit 17—19 Millionen Tonnen die englische um das 27s4 fache, irrtb in der chemischen und elektrischen Industrie ist ein Vergleich überhaupt kaum $u ziehen. Ter Ausfuhrhandel verdoppelte sich in England in den letzten 40 Jahren, in Deutschland vervierfachte er sich Und stand dem englischen fast gleich. Die Einlagen in Sparkasse und Banken stiegen bei uns von 1895—1912 von 9 auf 30 Milliarden, in England von 17 auf 26 Milliarden. JU diesem Jahre haben die Zuflüsse zu den deutsche:: Sparkassen bis zum Juli bereits die zwöite Milliarde überschritten und die entsprechenden Ergebnisse des Vorjahres weit überholt. Tie Einlagen bei den Banken haben sich gegen das letzte Friedensjahr verdoppelt.
Der Redner bezieht sich dann auf unsre großartigen Wirt- schastSorgauisationen, welche ja die Unterlage für Misere Kviegs- organisationen gebildet haben.
, Bei Ausbruch des Krieges stellten sich die deutsche Landwirtschaft und Industrie dar als eine bereits wohl organisierte, seit Jahrzehnten durch zahllose leistungsfähige Interessenvertretungen geförderte nationale Arbeit. Und das, was in den letzten Jahrzehnten durch die organisierte wirtschaftliche und ivisimschaftliche Arbeit von der deutschen Industrie und Larrdwirtschaft geschaffen worden ist, das war bis jetzt und ivird — so hoffen wir alle zuversichtlich — auch in alle Zukunft die unerschütterliche tvirtsä-aflliche Rüstmrg des deutsclftn Volkes sein, um welche uns das gesamte Ausland, Feinde und Neutrale, beneiden.
Ties alles sind nur die äußeren Zeichen unserer wirtschaftlichen Kraft: ihre starken Wurzeln liegen tiefer. Unsere geringere Bolks- zahl durch wirksame Kriegsmittel auszugleichcn, und' fehlende Rohstoffe durch andere ersetzt zu haben, war eine der großartigsten Lüftungen unserer durch die Wissanfchaft unterstützten Jirdustrie, Handel, Arbeiterschaft und Handwerk haben ihr Bestes geleistet, . um deu Niesenforderungen der Zeit gerecht zu werden. Tic Quellen unserer Kraft liegen in uns selbst: es sind .Kräfte, die sich nicht in Ziffern ausdrücken lasien oder in Wort und Bild dargestellt werden können, Kräfte, die nur denen bekannt sind, die sich mit Liebe und Verständnis in das Wirken eines Volkes vertiefen, tue nur das ahnt, der mft einem Volke denken und fühlen kann.
Der schweizerische Gelehrte, Prof. Dr. Weyermann-Bern erblickt die tiefsten Ursachen des wirtschaftlichen Wunders in Teutschland in der moralischen Haltung des deutschen Volkes und sagt, daß eS eine schwere Selbsttäuschung sei, in gegnerischen oder neutralen Staaten an die Möglichkeit zu glauben, daß ein solches Land wirtschaftlich zu besiegen sei. Man würde zu kämpfen haben gegen innere Kräfte des Volkes, gegen welche es Vernichtungswaffen des Krieges nicht gibt. Alle Angriffe gegen diese Wurzeln des Baumes unserer VoWwirtsckxftt werden vergeblich bleiben, und daß sie vergkRrch bleiben, hat ein jeder von uns mit in der Hand. Niemand, der mft offenen Blicken die weltgeschichtlichen Ereignisse an sich vornberzichen sieht, ist in Unkanntms über die Bedeutiyrg des Geldes bei diesen Geschehnissen. Teutschland muß heute das Doppelte der Summe täglich ausbringen, die es zu Anfang des gewalti- gen Ringens um seine Existenz ausgcgeben hat. Und daß die Aufbringung dieses notwendigen Aufwandes nicht versagt, ist eine der ivesentlichsten Vorbedingungen des Sieges. Für dm Einzelnen wie für das ganze Volk ist die Zsichmmg der Kriegsanleihe ein Gebot der Selbstcrhaltung. Die nufsteigendc Linie der früheren Anleihen ist.ein Beweis dafür, daß die freiwillige Bereitschaft des Volkes zur Hingabe dieses Gutes an den Staat nirgends entfernt so verstanden ist wie in Deutschland.
Die wirtschaftliche und finanzielle Lage unserer Feinde ist jedenfalls um sehr viel üngünstiger, da sie auf die Zufuhr von Lebensmitteln und Rüstungsbedarf in ganz anderem Maße angewiesen sind. Enorine Kapitalien müssen sie dafür den: Auslande zufütrm, und eine schwere finanzielle Schwächung ist die unausbleiblicki« Folge. Nienurnd bei uns braucht besorgt zu sein, daß er sich bei Zeichnung von Kriegsanlerlie seiner wirtschastlickMr Freiheit und der Beweglichkeit seines Kapftatbesitzes im Hinblick aus die Zeit der Uebergangswirtschast und die kommende Friedenswrrtsckiaft begibt. Die ReichsfftrcrnzverivaLdNlgl wftd Hand in Hand irrit der Reichs- bcmkleftung bemüht sein, nach den: Kriege die Flüssigmachung in Anleihe sestqelegter Beiträge zu erleichtern. Die Ueberleitung der Kriegs- zur Friedenswirtschaft ivird man da mit Verständnis verfolgen. Geiviß hat eine größere Anzahl unserer Berussfreunde unter den Einflüssen des Krieges schwer gelitten und es wird die Aufgabe derer sein, die von der Kriegslage wenig oder nicht betroffen wurden, im gegebenen Augenblick helfend einzutreten. Ich hoffe, bei Ihnen meine Herren von Handel und Industrie, und bei Mlen, die ein offenes Auge haben, für alle Schäden, die der Krieg Handel und Industrie geschlagen hat. ein volles Verständnis für diese Frage zu suche».
Meine Damen und .Herren! Eisern ist die Zeft, in die unser Volk hineingestellt ist. Das Wort des Kaisers crn unsere Feldgrauen: ..Ihr werdet zu Stahl werden." muß auch für die Heimat gelten! Mft hartem Stahl, der sich nicht biegen und wicht breche:: läßt.
müssen wir uns panzern gegen die Lasten, urch Lcüdeu dieser Zeit. Dabei wird niemand blind sein gegen die Schattenseiten unseres öffentlichen wirtsckwftlichm und sozialen Üeb«w. Wir alle empsiu den gar manches schmerzlich uicd mit tiefstem Bedauern. Was aber auch kommen mag, lose sehr sich auch die Schwierigkeiten unserer Lebenshaltung und unserer Wirtschaftssühning steigern mögen: Wir müssen hindurch! Denn in dieser Erkeunttris wurzelt ja gerade tzas freudige Bcknurm zur Volksgemciuscliast, das uns bis jetzt so stark und imüberl rundlich gemacht hat. Und wo dieses Beivrißtsett: noch nicht zur Klarl)eft gekvurmen ist, da wollen und ncüsseu wir, ein jeder an seinem Teile mft aller Kraft uns mülien, es zu wecken, da gilt es mit Wort und Schrift, mit Beispiel und Tut, aufzukläreu und zu werben. Und dazu bitte ick) Sie, meine Dam ca r und Herren, in, dem ganzen Kreise von persönlichen Beziehlingen, in dein Sie stehen mitzmvirkcu mft bau Einsetzeic Ihrer gmrzen Persoic. Groß ist unsere Dankessckiiuld gegen, die, Kämpfer an der Front, gegen die Kriegsbeschädigten und die Hiuterbliebeiren derer, die ihr Üebeic für den Rrc hnl Deutschlmrd^' hin gegeben lxabeir. „Das Heldentum der dcurtschen Truppen ivird dccrch nickuts übertrvffcar", sagt der
deutsche Tagesbericht vom 5. Oktober. Unsere Feldgrauen haben gezeigt, was sie zu leisten vermögen: au uns ist es nun, unsere volle Schuldigkeit zu ttm urrd uns der Arbeit der Feldgrarien ^vürdig zu erweisen. Deutschland hat einen Sttrrrn über sich er,zehen lassen müssen, wie ihn die Welt noch nicht gesehcnl. Ixet; es hat ihrr siegrcüch überivnnden und wird auch weiter alleir Gefallen trotzen! Hrrnger, Schwefel und Eisenwassen, mit denen unsere Feinde nmrmehr seit drei Iäl)ren uns überschiitten, dürfen und können uns nicht klein machen, müssen und werden uns immer wieder zur höchster Kraftentsaltung und lückenlosen Einbeit briirgei^!
Urn des Volkes Bestand, um seine Freiheit gelfts! Deni Vater- land in dieser Zeit die Geldmittel zu versageic, wäre undeutsch-.' Art!
Hierauf führte Stadtverordneter Krumm aus:
Nicht allein ans die Höhe der gezeichneten Miegsanleihe kmnmt es an — sondern auch auf die Zahl der Zeichner. Wcmn ie das Wort vorn Sckierflein der Witwe bevechtigt war, so ist es hier. Die Mark des armen Mannes, tvclche er dein Vaterlande bringt, zählt so viel wie die Tansende des Vermögenden. Nienrand darf bei dem großen Werke fehlen. Wer dein Baterlande die Mittel venveigert, lveil ihn irgendeiiw Berordtmng über Eier, Zncker, Z en trrfu g en nnd wie die tausende Erlöste heißen, kränkt, handelt beschränkt nnd kleinlich. Wer ist imt dem Wnste der tausendcnl Verordnungen denn zufrieden? Wenn aber jennrnd glaribt, daß dieser A c r g e r nun gestatte, sich der Pfticht der Aeichnuulg auf die .Kriegsanleilie zu eittziehen, so sage ich: Ist jemmrd hier ftn Saale unb außerlzalb, in Stadt oder Land, der es nm kleinlickzer Verärgerungen lxftber fertig brächte, unseren Brüdern im Schützengraberc, wiseren. Verwundeten in ben Lazaretten, unseren Verstümmelten, Invaliden, Witwen und Waisen die Mittel zu ihrem Dasein zu verweigern — ich möchte ihn sehen, weil ich gar nicht glaube, daß es solche Menschen gibt.
Auck> der Aberglaube, daß recht viel Geld ftr den Händen der Regierung den Krieg veftÄvgeve. spukt noch in manchen .Köpfen Im (Gegenteil: Ie klarer und eindrucksvoller den Feinden der Siegesw-ille des deutschen Volkes in dem Erfolg der
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Kriegsanleihe zum Ausdruck kommt, je mehr ihnen die Hoffnung! entrinnt, daß )uir in der Heimat erlahmen, um so eher haben wir den Frieden zu erwarten. Wer keine Anleihe zeirlmet nnd es konnte, der verlängert den Krieg, st ä r k t d e n G e g n e r . ver- sündigt sich an: Volke, ja an seinen eigenen Kindern.
Nun noch ein Wort über W i l s o n und A m e r i k a. Wir lehnen jede Einmischung unserer Feinde in unsere innere Verhälttriste ab«; dazü haben ivir selbst Leute genug, um uns wohnlich und be- l>aglich ein za, richten. Ob M onarrfii st oder R e P u b l i k a n e v aber daß schon jemand den deutschen Kaiser gegen Herrn Wilson hätte Nnttanscheu ivollen einen solchen Narren habe ich noch nicht gefunden. Es ist liier über den Frieden gcsprockn'n worden. Tie Frauen, von denen man am ivenigstea spricht sagt inan — sind die besten. So ist es auch m. E. mit. dem Frieden. Ie weniger man üher ihn spricht, um sv eher wird er da sein. Ich persönlich Iialte das Friedcnsangebot in der Form: Wir tun euch Feinden a u f keinen Fall etwa- Schlimmeres an wie Ihr uns tun tvollt für rc'cht passend. Erfreulich i st, daß auch der R e i ch s t a g it u it nicht mehr den Frieden a n bi e te n , sondern den Feinden den Vortritt überlasten null: das wird zu.r Berulstgnug unseres Volkes beittagen.
Ter volle Erfolg der Kriegsanleihe ist eine weitere Etappe ans dem Wege zum Frieden. Sind wir auch über den Frieden und die Wege zu ihn, verschiedcirer Meinung, aber eins befreit wir doch alle gemerusam: die Liebe zuni Baterlande. Nicht in Worten, sondern in Taten wollen wir sie il-nl zum Ausdruck bringen. Darunr zeichnen >oir alle KÜcgs- auleihe. Nicht wegen Klencigkeiten nörgeln, nicht sich auherhiakbj der Zeichnenden stellen, sondern nach dem Spruche imsereü Schild l e r s handeln:
Aus Vaterland, ans teure, schließ dich an,
Das halte, fest mft deinem gcrnzen Herzen,
Hier findest du die starken Wurzeln deiner Kraft.
Ja. in diesem Vaterland wurzeln wir alle, und darum diese in Vaterlande auch den letzten Pfennig.
Der folgende Redner, Stadtverordneter Simon griff auf die Ausführungen der verschiedenen Dorr^edner zrrrück, und bewies vor allen: an Hand einer Reihe von Beispielen, daß die durch bestinrmte Verordnungen geschaffenen mißlichen Verhältnisse und Verärgerungen keineswegs schmca- zu nehmen seien. Ter deutschen Lcmdlv'irtschast, als Stl'itzc der Nation, müsse die höchste Bedeutung zugelegt werden. Wie der Staat durch die Landwirtschaft, so werdr sie durch dcn Slaat gehalten »ivd gestützt. Pflicht eines jeden Land- niannes sei es daher, mit zu dcni Siege der 7. Kriegsanleihe bei- zutragcu und für sie l-erzugeben, was nur irgend in seinen Kräften stehe.
Wie Stadtverordneter Siuwn au die Landwirte, so wandte sich L elfter V. Mül her an die Beainten und Lehrer. Seine ÄÜdrte kbrirgen ebenfalls in einem Aufruf MiS, fleißig Kriegsanleihe zu zaickriren urü> alles für einen vollen Erfolg zu ttm.
Damit hatte die Kundgebung ihr Ende erreicht, und Oberbürgermeister Keller säilotz die Versammlung mit dem Mahnruf:
Bürger von Gießen helft mit zu einem glänzenden Erfolgder 7. Kriegsanleihe. — w. m. —i
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IN dem gestrigen Berichte über die Rede des Landtagsabgeordneten Grüncwald inuß es natürlich heißen: „HalbabfoluttsmuS", nicht „Geldabsoluttsnms".
A«s Stadt «nd Land.
Gießen, 12. Oktober 1917.
Heize sparsam!
A. Für sparsames Heizen bei Zentralheizungear werden von fachmännischer Seite folgende Winke gegeben: Bor Beginn der Heizperiode ist die Kessel- aulage eurer gründlichen Reinigung zu unterziehen Als Bvemttnaterial ist am besten Gas- oder Zechentöls in faustgroßen Stücken zu verwenden. Morgens bei Beginn des Heizens muß der Kessel gründlich entschlackt lverden. Ans das vorhandene Grundfener ist zunächst nur Ivenig neues Brennmaterial z>: schütten, damit bald vollkommene Glut entsteht. Dann erst hat die volle Anfsül'lung zu erfolgen. Die Anheizdauer muß durch schnelles .Hochheizen möglichst verkürzt werden. Nach Eintritt des Dauerzustandes ist der Zug
drosseln nnd der Regulator eutsprechend der Außentemperatur einzustelten. Bei Dampflftizungen schließe mau Heizkörper nnd Ventile in unbenutzten Zimm rn. Bei Warmwasserheizungen muß die Wafferzirln-lation durch geringes Oesfnen eines Hahnes erhalten bleiben Das Lüsten der Zimnver durch Oeffnen der Fenster ist bei niedriger Außentemperatur möglichst zu vermeiden, vielmehr soll die Lüftung tunlichst durch die auf den Vorplatz führenden Türen erfolgen.
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** Verleihung von Ehrenurkunden an unselb- stäudige Personen des Handwerkerstandes. Tie Handwerkskammer Darmstadt wird, wie in früheren Jahren, an unselbständige Personen des Handwerkerstandes. Gesellen, Gehilfen usw., die mindestens 25
Jahre in ein und demselben Betriebe ununterbrochen tätig gewesen siiü), als A n e r k e n n u n y für die treue Arbeit Ehren-Urkünden verleihen. Be: dem wirtschaftlichen Aufschwung, deu eine große Zahl BerusSgrnppen in. den zwei letzte:: Jahrzehnten genomnren hat, ist ein öfterer Wechsel im Persoiml wie früher zu verzeichnen. Ein Verbleiben von 25 Jahren bei ein und deiuselben Meister gehört immerhin schon zu den Seltenheftei: und setzt Treue, Fleiß, Ehrlichkeit und rechtschaffenen Sinn voraus. Tiefen Personen zur Anerkennung und anderen zur Aueiferung dienend, sollen die vorgenamtteu künstlerisch gehaltene:: Elwen-Urftmden nach folgenden Berlcihungsbestimmungen verliehe:: werden: I. Tic Verleihung erfolgt an Weihnacht cm. 2. Die Anträge zur Verleihung sind von der gewerblichen Korporation, der dcn 'ölrbeitgckbt'r angehört, bei der Handivl-rkskaimner zu Tarm- stadt bis spätestens 15. November l. I. eiuzureicheu. 3. Den Anträgen ist ein auSführlickier Lebenslauf des zur Auszeichnung Borges chlageneir, ein von den: Betriebsiithabr ausgestelltes, orts- pvlizeftich bc'glaubigtes Arbeitszeugnis, das gleichzeitig den Nach, weis der 25jährigen nnunterbwchenen Dienstzeit in ein und dein« selben Betriebe eutlialte:: nruß, soivie ein von der Polizeibehörde ausgestelltes Leumuiws-zeugnis beizuschließen.
** Der S ch c ck - u n d U e b c r iv e i s u :: g s v e r k e h r ist für unser gesanftes Wirtschaftsleben von einschneidender Bedeutung. Durch ihn kann eine bedeuteivde Verminderung des BanVnottnl- unrlaufes und damit eine große Stärkung des deutschen Ü1:edi1s ttn Auslandc'erreicht werden. Dadurch steigt de:' Wert des deutsche Geldes nn Mislande und die Eittsnhr von Wann: und Rohstofteu Msbaltet sich billiger znrn Vorteile des gesamten deutschen Volkes.. Dabei ist der Sck>eck' und Ueberweistmgsverkehr ibargeldloser Zahlungsverkehr' vorteilhnst und begueu: sotvöhl für dir össe.tttlickxcntz Klassen wie für de,: Cöefcliäftsnvani: und Privatmann. In erster Linie sind d:e öffcnrtlicher: Kassen dazu berufen, durch Beteil:gu.i^> an diesem Verkehr ihm immer wehr zur allgemeinen Einbürgerungfj


