Ausgabe 
3.10.1917 Zweites Blatt
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St. 232 Stsdics Mo«

g-vfdietni k-tztlch mit Ausnahme des Sonntags.

ve< lagen:Gietzener 5amllienblStter" und Kreisblatt für den Kreis Giegrn".

yopfch?<1- rttts: Hranksirtt am Main Nr. t t63b- Vanlvcrsehr: Gewerdebank Giehen.

Ar»» Si«»dt And TnnS.

Gieße n, 3. Oktober 1917.

Aar Nmgestaltuiig des Geitiüsemarktes in Gießen.

Man schreibt uns:

Bvr dem Kriege hätte es Wohl niemand für möglich gehalten, daß die Stadt Gießen mit Gemüse könnte versorgt werden'ohne die rheinischen Gemüsehändler und ohne die Frankfurter Markthalle. Und doch ist das in diesem Kriegsjahre znni Teil gelangen. Vor bau .Kriege war das Gemüse aus dem Markte und in den Laden ter Stadt Gießen immer viel teurer als in anderen Städten, weil fast alles Gemüse von auswärts bezogen werden mußte. Nur von Aick brachten einige Händler und Pflanzer an Markttagen ihre Er- DS«nissc ans den Markt, und erst im Spätherbst, w?nn der Ge- Msemarkt zum Teil aus Oswalds Garten verlegt wurde, brachten die Landwirte ans der Umgegend, besonders aus Atzbach, Weiß- knml in größeren Mengen mit ihren Fichrwerken aus den Markt. Da in diesem Jahve der Beztug von Obst und Gemüse von Frank- Hirt, vom Rhein nsro. unmöglich war, so war Gießen nur aus sich jrnb seine Umgebung angewiesen. Hier gebührt vor allem Dan? den Gärtnern in Gießen, die eifrig nnd fleißig bestrebt waren, ihre E^Orgnisse möglichst früh auf den-Markt zu lniugen. Sie haben die Minnenzucht eingeschränkt und sich viel mehr der Gemüsezucht KUyewandt als früher. Daß ihre Arbeit bei den hohen Preisen recht lohnend war, wird ihnen für die Zukunft ein Ansporn sein, au? dem betretermn Wege weiter zu arbeiten. Da in diesen! Jahre der Mnter bis zmn 2. Mai anhielt, hatten sie bei dem Mangel an Ar­beitskräften und Heizuraterial wahrlich keine leichte Arbeit. Durch belehrende Borträge wurden in vielen Dörfern die Land- rmrte, besonders die Frauen und Töchter, die die Arbeit beim An­bau von Gemüse hauptsächlich leisten, ermuntert, mehr Geinüse an- Achanen und es, nach der Stadt zu liefern. Bisher hat all geniein der Lwrdwirt kein Gemüse verkauft, er hat nur so viel angepslanzt, er selbst zum ergrren Gebrauch bedurfte. Das soll und kann nun anders werden. Mau sagt vielfach, der Winter sei tei uns zu streng und zu Krug, da lohne die Gemüsezucht sich nicht. Das Frühgemüse maa ja 14 Tage später kommen als am Rhein, das schadet nichts. Spwat Utw Feldsalat kommen auch bei uns rechtzeitig: Spargel im großen' können wir nicht ziehen. Aber Salat. Karotten, Erbsen, Nömp'cbb>hl, Bohnen, FrÄhwirfing, Kohlrabst Weiß- und Rov- friBit können leicht in größerer Atenge angebaut und bei guten/ Preffen auch leicht verkauft werden. Nnd mit dem diesjährigen Ew lös rönnen alle Gemüsebaurrn zufrieden sein, denn die festgesetzten Höchstpreise wurden hier nicht eingehatten, sondern zum Teil ganz mesenÜich überschritten. Hätten bei der Neberwwchung des Marttes uud der Geschäfte die geschlichen Höckfflpr-eise eingebalten rveWen wüsten, so wäre init envem) Schlage alles Gemüse verschiwirmdeu, u»>d die Berbrauchun hätten das Nachsehen gelMt, wie es im Jahre vorher mit den Kirschen und a. m. der Fall war. Da die 'Stadt keine eignen Verkaufsstellen einrichtete, sondern die seitherigen, Mtmblcr mit Gemüse bAie perle, so konnten die Preise doch in eini- .ermaßen errräglichen Grenzen gehalten werden. Die Laardwirte laben also die Erfahrung gemacht, daß der Gemüsebau zum Ver­kaufe der ErMngmffe auf dem städtischen Markte und zum Absätze bei Privaten und Händlern in Gießen reckt einträglich ist, zumal die Stadt ihnen gerne entgegenkomint, injd m sie das Gemüse mit dem städtischen Lastauto oder durch Händler abholen läßt. Wenn die Abholung einmal besser vor sich geht als in diesem Jahre, t beide Teile, Stadt und Land, damit Disrieden sein. Wir die Wahrnehmung gemacht, daß zum Teil ganze Aecker mit .t bestellt Tinte, der Mnn Teil noch vor Winter, oder über­wintert, im Frühjahr verbaust wird. Einzelne Landwirte haben mit | dem Anbau von Frühwirsing, Frührotkranr und Blumenkohl gute « E rfahrungen gemacht, andere mit dem Anbau von Srangcn- und Buschbohnen, nrit einer größeren Anpflanzung von Mmischkohl oder Spinat. So steht zu hoffen, daß in allen Dörfern in der klm

K von Gieren, besonders in der Gegend von Lich und Hungen, ndwirte sich mehr und mehr dem Genrüsebau zuwenden und Lne Erzeugnisse nach Gießen bringen werden, was bei den vielen teil Bahn Verbindungen durchaus keine Schwierigkeiten macht. Wc 1 ) ine eingerichteten Kreis-Gemüsesammelstcllen hat das Städti­sche Lebensmittelamt aus einzelnen Gemeinden, wo der Bectrauens- Almn Lust und Liebe zur Sache hatte, viel gutes und schönes Ge­müse für seine Gemüse-Verteilungsstelle erhalten. Besonderer Tank ^Mbiihrt in dieser Beziehung den Lehrern, hie durch Velehriing, durch eigne Arbeit wid Ddühe, wacker und beharrlich mitgeholfen haben.

- Dabei Haber«, auch die Kinder, besonders die Mädchen, die als stAammlermnen sehr fleißig waren, die Gemüsezucht kennen ge­kernt und Lust und Liebe zur Sache gewonnen. Wenn für die Zu­kunft in der Stadt und aus dcnr Lande der Gemüsebau eine größere ^Musdehnung gewinnt und eine weitere Förderung erfährt, so ivird es möglich sein, den Markt in Gießen unabhängig zu macl>en von den auswärtigen nnd hiesigen Großhändlern; den Landwirten wird

f ls dem Gernlksebdu eine gute Einnahmequelle erstehen, und die tädter werden billiges Gemüse erhalten, stets frisch und unver- »vclkt, direkt vom Acker oder aus dem Garten. Bisher war das Ge- WWüsc oft in Momlnich-Gonsenheim von den Pflanzern gekauft, itte den Mainzer oder Wiesbadener Acarkt oder dtauheim und die acksurter Markthalle gesehen und war dann nach unserem

$67. Jahrgang

ebener: mzeiger

General-Anzeiger für Sberheffen

IHttteodS, 3. Moder W

ZwrUingsrunddruck und Verlag ^ Brühl'scheUniversi!äl?-Bu7h-n.Steindr ckerei.

R. Lange, Gießen.

§chriftlettuna, Geschästssteüe nnd Druckerei:

Schulst caße 7. Geschäftsstelle u. Verlag:

Schriftleitung: 312.

Anschrift für T ra htuachrichten: Anzeiger^ teßen.

Gießen gekommen. Das kann bei einigem Verständnis und gutem Willen in Stadt und Land alles anders werden, zum Vorteil und zürn Segen für beide Teile. Darum frisch ans^Wierk. Feder, der wittern ivill, versä>affe sich bald den nötigen Noamen und bereite sein Land vor. Wer sich ganz neu zum erstenmal diesem Zweige des Gartenbaues oder der Landwirtsckxift, dem Gemüsebau, zuwen­den will, der hole sich Rat bei einem alten Praktiker, und er wird bald mit seinem Erfolg zufrieden sein. So lassen wir, daß im nächsten Frühjahr in Gießen kein großer Man>iel an frischem Ge­müse entstehen wird. Wie der Oberh?ssische Obstbau verein es durch fortgesetzte, unermüdliche Arbeit und Mühe, durch Belehrung, Auf­klärung, durch Ausstellungen usw. dalftn gebracht Hit, daß unsere Provinz in der Obfterzaugung eine erste Stelle in Deutschland ein- nimmt, so siebt auch im Gemüsebau der Kreis Bi «dingen weit voran. Auch im südliclzen Teile des Kreises Gießen kann erreicht werden, daß die Gemüsezucht auf eine Ist) Here Sttise kommt. Tie Obstzucht erweist sich als überaus ergiebig, und auch die Gemüsezucht Mus­es inerten; deini nach dem Kriege werden die Preise immer recht hoch bleibe«, viel Kn hoch für die Verbraucher.

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** Einschränkun g dos Gasverbrauchs. Jru amtlich-err Teil unseres WackteS erlünbert der Reichskonv- missar siir Ele-l'tri^itctt und Gas den in der Verordnung Und in den Ausfiilirumgsbestimrmrngeu vom 26. Juli d. I. ge­brauchten Ausdruck Vorjahr dahin, daß ausschließlich das Kal-enderj-cchr 1916 hierunter $u verstehen sei, also bei­spielsweise bei der BerechWurlg der vorgeschriebeuen Eiu- schvänkuug des Berb'^anchs auf 80 Prozent des vorjährigen Bezugs für derc Monat Februar W18 ails VergleichDmonat nicht der Februar 1917, sondern der Februar 1916 zu dienen hat. Der Gasverbrauch ist noch tnrmer ein beträchtlicher. Die Bür gerscho.fr wird daher wiederholt ersucht, rnit dem Gase sparsamer zu lvirtschasten. Das (Gaswerk ist nicht in der Lage, tvenn die Zunahme so weiterhrri anhält, genügend Gas herzu stellen; es sieht sich schon jetzt genötigt, den Gasdruck am Tage und des Abends entsprechend zu ver­mindern und damit den Verbrauch zwangsweise cinzu- schränken.

** Einbruch und Betrug. In letzter Zeit wurden aus einer hiesigen Mohnlung, während der ^Bewohner ver­reist tvar, ein Skunks pelz, mit schwarzer Seide gefiittert, an beiden Enden mit zwei Schwänzen ruid eiirer Kette zrmi Zusaurnrenhalten versehen, zwei Paar neue, nur einmal getragene Boxcalf-Kinder-Schuürsliefel, töröße 31 und 36, einige Pfund Tabak, Grob- mcd Feinschnitt, von den Firmen Gait-Gieß-en und Niederehe-Marburg, sowie vier Brot- ruarten enttv-endet. Ferner wußte sich eine unbekannte Frauenspersion inr Alter von 18 bis 19 Jahren, untersetzter Statur, mit blionde-ui, gescheitelteni Haar, blauen Llugen. roten Backen, die ohne Hut war, einen scl-jwarzen glatten Rock, schlvarze Stickereibluse trug n.7id eineir neuen dunkel­blauen Mantel auf dem Arme hängen harte, ein Paar schwarze Boxcals-Damenhalbschuhe, Eftwße 37, zu erschwin­deln, tnbem sie zu der Mutter einer in eiramt hiesigen schüft bediensöeten Verkäuferin ging, sich als deren FrcLrndRi ausgab und verbrachte, für sie ihre schwarzen Halbschirche holen zu sollen, weil sie vvn den bräunen, die sie trage, einen Sohlenschoner verloren habe.

** Stadttheater. Die Freitagoorsteltung bringt das Lustspiel von Presber und KadelburgDer dunkle Punk t", das in diesem Sommer in Bad-Nauheim Und Enrs wieder starken Anklang gefunden hat nnd das einigen neuen Mitgliedern größere Ausgaben zu weist. Außer verschie­denen Neuheiten, die für die nächste Zeit vorbereitet w-erden, ist für Ende des Monats die Uraufführung einer eigen­artige:: Komödie, betiteltDas Recht auf die Fr auch vorgesehen. Diese Anfführung wird in weiteren Kreisen Interesse erregen, da der Verfasser .Harry Pohlmann in literarischen Kreisen einen Narnen hat nnd auch hier als Mitverfasser des LustspielsDer Mrrsthe des Herrn Oberst" bekannt ist.

Oeffentli>che Bücherh alle. Im September wiint^n 2063 Bände lLUsgeltehrn. Davon kvinmen culf; Erzählende Literatur

Aussicht bechbt. so wird er dort reges Leben bemerken. Jii etwa 90 Meter langen Hallen tverden die o00 Käsige für dre 3. Verbands Ausstellung der Eiscuvahn-Kleintierzückter im Dircmvnsbez'lr'r Frankfurt a. M. nutergebracht. Ettva 700 Tiere aus allen zettelt des Tirektionsbezirks kommen in Gießen zusammen, um im. nm- btijcit Preisriätern präninert zu werden, lieber 1o00 Mt. fteyen für Preise zur Verfügung. Ter Präsident der Kgl. Eisenbalm-Diwktton hat die Sclnrmherrschaft übernommen und einen wertvollen Eyvm- preis gestiftet, pkaä^dem am Freitag die Präniiierung ltattgcnunden I>at, findet am Samstag vormittag lO 1 ^ Uhr vor einer gtöfeen An­zahl geladener Ehrengäste, n. a. Vertreter von den MrniitMcTiur Darinslaüt nnd Berlin, vom Präsidenten der Kgl. EnenvnHn^)t- rettion, Herrn Reuleaux, die Eröffnung in fcierliä)er Weise statt. Von Sonntag den 6. Oktober, 12 Uhr, ab ist die Ausstellung ft'rr die. übrigen Besucher geöffnet. Sendet nun der Himmel das Wetter in der seitlierigen Weise, so )vird ein Erfolg für Besucher und Ausstellungsleitung nicht ausbleiben. Ta auch viele Tiere vei> käuflich angemetdet sind, so ist günstige Gelegenheit^ zum Ankauf, wofür besonders der SamstagnaäMrttag zu.enrpseh.en ist, ge­boten. Am Samstag abend findet dnrck Herrn Zuchtenspektvr Topp von der Landwirtschaftslammer in Münster ein Vortrag über den Nuyen der Kleintierzucht statt. Am Sonntagnachmittag konzertiert die Militärkapelle in der Ausstellung.

** Hermann Bakof, der allen Kirnstfveimden n«h in befter Erinuernng stehende frühere Oberspielleiter unseres Stadt- cheaters, gibt am Donnerstag, 11. Oktober, im Fürst?nbof ivi.cker cii:en seiner beliebten Bortra-isabende. Daß Bakof auch als Vvr- tra-gskünstler Vorzüglickies leistet und seinen Hörern geimtzreül-e, heitere Stunden zu bereiten verstecht, ?.tt.ncke mrck! in unserem Blatte schon öfters erivähüt, dock? dürffte der Asbend durch die Mit­wirkung von Frl. Elsa Bakof. ..Konzert- nnd Opernjängerm in Berlin, einer Sch..vester des Künstlers, lvelche Lteder und Arien von Aüoz.art, Wagner, Weingartner omd Brahms singen wird, besonderes Interesse Hervorrufen.

** Im Schwarz-Weiß-T'heater, Settersweg 81, wird SamStag, 6. Oktober, anläßlich dcs Geburtstagsfestes Sr. Exzellenz des Generalseldinarsckalls v. Hindsnbnrg das gewaltige c-atcr- ländische SchauspielOstpreußen nnd sein Hmdenbnrg" zur llr- auftührung gelangen. Der Film behandelt die Geschichte der Ost- niart und den Weltkrieg, ist in Musik gesetzt von Prof. Ferdmaud Hummel und versaßt zum Besten der Ostpreußenhilfe.

Landkreis Gießen.

# Kefenrod, 3. Oft. Das KrügschrenZeichen ertnclt der Wehrmann Herinann .H e erd.

^ Nidda. 3 Okt. Seinen 90. Geburtstag feiert? der Gboßh. Förster i P. Stier Das Eiserne Kreuz erhielt der Lam- täts-Unteroffizier Karl Ferro, die Hessische TapferleitSmedaclle

der Unteroffizier Erwin Jen sch.

las Krregsehrenzeichen!

erhielt der Vorsteher des Kaiser!. Pvstanites, Postmeister Habicht. # Wenings, 3. Okt. Das .Kriegsehrenzeichen in Eisen cr- ictt der Kompagnieseldwebel Flach, das Eiserne Kreuz der

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rdsturinmann Ädayer Ro senthal I. und der Gefreite Moritz Joseph.

kr?;s Frieds erg.

# Bauern heim, 3. Okt. Die HefsiM TapserkeitsmedaL« erhielt der Musketier Georg Gabler.

-ü P e t t e r w e i l, 3. OkHMie Hessische Tapferkeitsmedenlle erhielt der Schütze Adolf Heß.

>ä§ s-thalhteftdf

Natnrivissenschaft und Theologie 29, Herr und Seewesen Io Haus- und Lanckvirtschaft 3.1, Grsundhertstehre 27, Mligivn nnd Philosophie 43, Staatswissens-chast 9, Spnachwissertschast 9, Fremd- spvachliches 22 Bände. Nach auswärts.kamen 21 Bände..

** Kanin ch e n -, G e f l ü g e l - u n d Z i c g e n - A u s st e l - lung. Wenn der Spaziergänger sich jetzt in die Nähe der Schönen

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Vom Erfinder der Nähmaschine.

Zum 50. Todestage Elias Howes, 3. Oktober.

' Es gibt keine zroerte Maschine, ^die in so vielen Haushaltungen Ai ^finden wäre, wie die Nähmafichfine. und es gibt keine Erfindung, bei der so oft ein Nachlahmer an Stelljr des richtigen Erfinders geininnt würde. Wer tveiß heute n-ock von Elias How^^dem Erfinder der Nähmaschine? Sein Leben mutet au wie ein spannen­der Rvnian. Der aus Spencer im Staate Massachusetts stammende

S inn mußte frühzeitig seinem Vater bci allen möglichen Arbeiten fen, als Sechzehnjähriger ging »ct als Arbeiter in eine Baum- llfabrik, bald darauf in eine Maschinenwerkstätte, und wieder ttnxy? später fand er eine Stellung in Boston bei Ari Davis, einem Wvndcilinge, der allerlei nautisch? Und physikalische Werkzeuge Erstellte und ausvesferte, zudem «auch Erfindern mit Rlat zur verte stand, loenn ihre Erfindungen nich,t vom Flecke ko in men ivcstl- e». Eines Tages hörte Elias Howe zufällig, wie ein solchi?r Er- Mer Davis bat, ihm beji der Blollendung seiner Strickmaschine chilstich zu sein. Davits sagte griob, er solle sich doch nickt mit' Unsinn ab geben, ev täte besser, eine Nähniasäftne zu gEfinixm, vamit sei een großes Vermögen zu verdienen. Für Howe te dieser Gedanke etwas .Bestechieirdes; als er dann in große tlage geriet bereits in seinem 21. Jdhsre verheiratete er sich, ohne eine !wirtschaftliche Unterlage für seinen Haushalt zu habeil vcxoiß er sichl in den (steipanken, die Erftndung der Nähmastlüvve mksse ihn zmn reichen Manne um chen. Den ganzen Tag hing er diesem Gedanken nach, und v'blvohl seine Freunde ihn verspotteteir, grübelte er dauernd darüber, -vic ma.it Eias Nähen mit der Hand durch eine nähende Maschine ersetzen könne. Aber so viel er mich fat, zum Ersivlge führt? sei n (strübeln ihn nickck. Emes Tages des Mhres 1844 kam ihm pl ölst ich die Erleuchtung; er sah ein, daß bec. Nachbilden des Handnähens durch eine Maschine die falsclte Steilung der Mfgaöe sii, es handelte sich ja nur darum, mittels einer Maschiue z'.oei Stücke Stoff drcrch eine dbnbt zu verbinden. Jetzt griff er die 'Aufgabe planmäßig an, und dieser Weg führte zum Erfolge. Bon den Arbeiten feiner Vorläufer, wie des Oester revchers

Madersperger, tvnßte er nichts. Ganz allein karn er darauf, daß ein Maschinen stich anders erzeugt fern müsse, als 6er Schneiderstick. Die Teck-ürck dös Webaus schwebte ihm vor, als er darauf verfiel, mit zwei Faden zu nähen, indem eine Radel mit dem Oehr nn- mittelbar hinter der Spitze den einen Faden von oben durchführt kund im Augenblick des Wtederhochgebens eine lose kleine Schlinge bildet, die in diesem Mrgenblicke von einem Schi sichen erfaßt ivird, mit dessen Hilfe der -zweite, untere Faden sich mit dem ersten verschlingt. Dieserdoppelte Steppstich)" ist das Wesentliche an Howes Nähmaschine, und diesen Gruitdgcdankeu habeir alle st^ach^ ahmer in mehr oder 'üveniger umgetvandelter Fürm beibehalten.s Ein Jahr darauf im Jahre 1845 hatte Howe ein Modell vollendet, auf dem er einen vollständigen Tuckanzug nähte. Seine Maschine leistete 300 Stiche in der Minute. Aber das Vermögen, das ihm die Mascbiue eintrageu >ollte, lies', lauge auf sich warten. Die Schwierigkeiten, die er bisst r überwunden hatte, waren ein Kinderspiel gegen das, was wm kam. Die Amerikaner lachten ihn mit seiner ^Ralchrne igus oder- griffen ilm gar an; das Patent, das er 1846 aus sie erhielt, brachte ihm nji# einen Heller ein, und, W. Thomas in Eibgland, idem er teme Maschine übergab, nutzte die Erfindung aus, als wäre es seine eigene, olme daß Hvtve von seinem gvoßeu Verdienste etivas abbÄlam. 3847 reilte Howe nach Lonbou, mußte jedoch unverrichteter Sache v.neder beimkehren; nicht einmal seine MiaMne brachte er mit, dwui die Not hatte ihn daz-n geztmkngeir, Niiaschiuc und Patentversetzen! In der Heimat stellte er zu feinem Erstaunen fest, daß die Maschsine mzwischn von archeven verbessert worden sei; sein stäame als der des Erfinders war der Welt unbekannt geblieben, andere Leute aber verdienten! aeivalttge Summen mit der Nähmaschine. Unter diesen stand I. M. Singer obenan, der Howes Maschine mit geringfügigen Aend-er!In­gen uackgebikdet hatte u-nd dank ferner GffckMstt'kküückeit.großen Verdienst erzielte. Hovts suchte sich ieirt Recht vv" Gericht zu erkämpftm: -lange dauerte der .unerquickliche P^ozch, und erst 1854 wurde d«s Urteil ^ seirren Gunsten geMlt. Born teage der Urteilssällung an war Elias Hchve ein gemachter Monn. Bon rsder Nähmaschine, die in den PcresrigteN Staaten hergestellt wvrde.

mus.te ihm nun eine G-bühv bis zu 15 Dollar bezahlt werden^ 1860 wurde die Gültigkeit seines Patentes um sieben Jahre ver- län'tert, und ivieder ftieben Jal>re später^ verzichtete Howe, dev mittlerweile eine große NähMaschjineufabrik gegründet batte, auf eine weitere Verlängerung seines Patentes,iveil er schon meW verdient habe, als er brauche". Das Jahr 1867, in dem sein Patent erlosch, ii.mr auch sein Todesjahr.

*

* Leonardo da Vinci als ErfinderderTanks". In nächister Zeit wird bei Socheby in '-^London die berühmte Sammluirg Lllfred Morrisons von Autographen, Briefen und Manuskripten, zur Versteigerung gelangen. Darunter werden sich auch, wie dieDaibi News" berichten, zwei Federzeichnungen Leo­nardo da Vincis vonKriegsmaschinen" _ befinde:!. in denen der große Künstler und Erfinder Errungenschaften der neuesten Technik voraus geahnt lxrt. Leonardo da Vinci wollte ein sicheres imd rul!- zerstörlxives Fahrzeug konsttnieren, das eine Kartone trägt und in die Misten des Feindes eindringt, itm den Weg für das nachfolgende Fußvolk zru liahnen. Le.onardo lvar rricht der einzige, derden Gedanken desTan5s" vor seiner'heute gen Ausführungl ^gchabt hat. Im .Jahre 3814 hatte ein Mbeite- einen Plan! Napoleon vorgelegt, in dem genau aus-einandergesetzt lvnrde, wie ein Wagen gebaut werden sollte, der von Pferden gezogen werten intb imstande sein sollte, Kanonen und Mannsckxrcken bis an den Feil cd 'l^rtMzuft'iliren: dabei sollt? alles durch Panzer geschützt wer­den, auch die Pferde waren in ten Schutz einbezogen. Der Mcrmi nmvde als Wahnsinniger sestgenommen.

* F-ranz Schrekers OperDer ferne Klang", die sckxon in Fransfurt und Leipzig mit dnrcstschlagendeni Erfolg gegeben wurde, wird NLitte Oktober in der Dresdner Hof- rper erstmalig anfgeführt. Der Raine Sch'oeVer ist im Musik­leben durchaus nicht mcbekamrt, sein Ron i an tische Suite gelcrrvgt beim Ersten Ntoderoen Mnfiksest zu Dresden (A. bis 2V. Oktober) uitter Leittmg des «Komponisten zwr llr- aufführmrg.