kestttimnmgAgem-äß morgen feilte ersten Sitzun.gen in Petersburg cbijahen wird, uncö später luid* Moskau üocrsiedeln.
Petersburg, 20. Ott. (WTB.) Meldung der Petersburger Tel-egroplien-Agenttir. Die ^lben^btätter bestätigen die Möglichkeit einer U e b e r s ied e l u n gder Regierung nach Moskau und stellen fest, daß diese Nachricht keinerlei Poirik oder gar Unruhe in der Berststlerung hervorgerufen lZabe. Dagegen werde die Fra^e lebhaft in deit revolutionären Abreisen liesprrchen. Iß: Verlause eines Meftmngsaustauscki-es über diese Angelegenheit z-wischen der: Mitgliedern der Regierung und den Vertteterir der großen politi* scheu Parteien wurde frstgestellt, daß die Vertreter der reoolution.a- reu Demokratie und ganz besonders die extremsten Gruppen die Abreise der Regierung e aic .'den mißbilligen. „Bireshewra Wjedo- mosti" glaubt, daß die Uebersiedellmg der Negierung in der ersten Hülste des November statt si> wen wird.
Die C'rbffttung des Vorparlaments.
Petersburg, 21. Okt. (WTB.) dNeldung der Petersburger Telegr. -Agentur. Gestern nachmittag fand im Marienpalast die Eröffnung des Vorparlaments statt. Kerenski erklärte das Vorparlaments für eröffnet und Trieft eine Ansprache. Frau BrrsckLo Breschforoska chrt-erte die Versammelten aus, zu dens Mahlen zu schreiten. Zum Vorsitzenden wurde mit einer Mehrheit bon 228 Stinrnten Awksentiew, der Vorsitzende des Vollzugsaus- Schusses der Bauern Vertreter, gewählt. Gr hielt eine Rede, nach deck das Vorparlament beschloß,. bis zur Ausarbeitung eigener Satzun- gen die der Duma tzsu befolgen. Tiarauf imrrde die Wahl des, Bureaus vorgenvmmen.
Petersburg, 20. Okt. (WDB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Ke r e n s k i erklärte in ^seiner Rede im Vorparlament, die einstweilige Negierung sehe sich jetzt zum ersten Male in der Lage, mit den Vertretern der organisierten Kräfte des russischen Volkes zusammenKuacbeiten. Sie sehe es als ihre Ausgabe an, die ihr für die Zeit bis zur Eröffnung der verfassunggebeichen Versammlung an der traute revolutionäre! Gewalt gegen alle Anschläge zu schützeir. Das erreichte sie bereits in Zwei Fällen glücklich. Sic hoffe dabei auf die Unterstlitzung des Vorparlaments. Zwei imendlicb schwierige Aufgaben seien der Regierung und dem Vorparlament gestellt: Die Landesverteidigung und die Wiederherstellung der Känwfkrast der Armee. Keren Ski feierte ausführlich uitd begeistert die Tapferkeit der russischen Seeleute und bedauerte, nickst ebenso von der Armee sprechen zu können, welche die von der alten Negierung verschuldete Unbildung des Volkes und die verbrecherische Propaganda um die Widerstandskraft gebracht hatten. Er werde demnächst in einer geheimen Sitzung die erforderlichen Gegenmaßnahmen zur Besprechung stellet!. Hinsichtlich der äußeren Politik kündigte Kckrensft die bevorstehende Enffendnng einer Negierungsabordnung und eines Vertreters der russischen Demokratie ins Ausland an, die klar und würdig die Haltung der russischen Regierung pm Ausdruck bringen sollten. Nachdem B r e s ch ro B r e s ck> o w s k a Land für das Landvolk gefordert und der Vorsitzende A k sw en tiew die Versanimlnng begrüßt hatte, griff der maximalistische Vorsitzende des Arbeiterund Soldatenrates von Petersburg Trotz ky die Negierung heftig an, die unverauttvvrllich hcrndle. Er. nahm sich die bürgerlichen; Elemente vor, welche, wie er meinte, eine Erhebung der Bauern hervorriefen, die Verwirrung im ganMi Kriegswesen steigerten und die verfassunggebende Versammlung zum Scheitern zu bringen suchten. Er erklärte, die Maximalisten könnten weder mit der Regierung noch mit dem Vorparlament zusammen a r b e i t e tt, und et verlasse es, um den Arbeftern, Soldaten! und Bauern zu sagen, daß in Petersburg die Revolrttion und das Volk in Gefahr seien. Darauf gingen alle Maxima, listen unter Hochrufen auf einen ehrenvollen demokratischen Frieden und auf die verfassunggebende Versammlung hinaus.
Die Wahlen für die verfassunggebende Versammlung.
Petersburg, 10. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Da die Wahlen für. die veri sassunggebendr Versammlung auf den 25. NovÄnlbpr anberaumt worden sind, hat die vorläufige Regierung verfügt, daß, die vierte Duma aufzulösen ist und ihre Mandate für will und nichtig erklärt wurden.
Das russische Heer.
Petersburg, 20. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Kriegs- - minister hat befohlen, daß außer den Jahrgängen 1895 und 1896 auch derjenige von 1897 entlassen wird.
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Räumung HapsatS.
Hel sing f'ors, 20. Okt. (WDB) Meldung der Petersburger Telsgrap heu-Agentur. Die Russen haben die Insel Dago geräumt und mit der Räumung von H a p - s a l feg armen. Auf den Aland sinseln ist alles ruhig. Der Delegierte des Zentralausschusses der Truppen Wisch- wowsky, der nach den Ostsee-Inseln geschickt '.vordem war, ist von. den Deutschen gefangen genommen worden.
Russischer AdmiralstabSbericht
vom 20. Oktober.
Infolge der durch uns unter dem Druck überlegener femdlichsr Kräfte erfolgten Räumung des südlichen Moou-Sundes befand sich die Insel Näoon im unmittelbaren Wirkungsbereich der Schiffe des Gegners, sowohl vont Rigaischen Meerbusen aus v^ie von der Sandbank des Mssar Wiek, was ihre Berteidigpng voll dommen unmöglich machte. ES wurde daher für unnütz erachtet, die Insel in unserem Besitz erhalten zu wollen. Es wurde beschlossert, sie zu raumen, was unter äußerst schwierigen Umständen, unter dem Kreuz7nrer der feindlichen Schiffe Mrsgeführt wurde, denen unsere Dorp'dobolüe, Minensuchp und Hilfsschfffe einen Artilleric- kamps lieferten. Im Lause des Tages entdeckten unsere Minenfuch- säsiffe Minenfelder, die von deutschen Unterseebooten offensichtlich gelegt worden waren, um unseren Schiffen den Ausgong aus dem 'Moonsund nach .dem ftnnischcht Meerbusen zu verlegen!. Dieses feindliche Unternehmen zeigt, im Zusammenhang mit der Landung aus der Insel Dagö, das Bestreben des Gegners, um j^en Preis rmsere, diese Gegend verteidigenden. See st r e i t- k r ä f t e zu vernichten. Unsere Torpedoboote entdeckten ist der Gegend des Eingangs zum finnischen Meerbusen 'und zum Moom'unL feindliche Unterseeboote. Am 19. Oktober verhinderten Nebel und Regen den ganzen Tag über die Beobachtung der gegnerischert Flotte sowie Flugerkundimgen. Infolge der endgüttsi.-en Räumung der Insel Moon und der (tzewässer südlich des Maonsmches ist d i e La g e i m g an zen I n s e l - Ä r ch i p e l in der Ostsee äußerst gefährlich und schwierig ge - worden.
Die Lebensmittelpreise in Ettgland.
Genf, 21. Okt. (WTB) „LaLour Gazxt^ verössent- sicht eine Preisstatüsttk, wonach die Preise der Haup t- lebensmittel in England seit Juli 1914 duvchf- schnittlich nm 97 Prozent gestiegen sind, darunter Rindfleisch um 111 bis 147, Hammel um 80 bis 133 für in- und ausländische Ware, Speck um 110, Fisch um 156, Mehl um 52, Brot um 55, Tee um 84, Zucker um 190, Milche um 78, Butter um 99, Käse Um 91, Margavine um 66, Eier um 160, Kartoffeln um 40 Prozent.
Der Kaiser in Konstantinopel.
Berlin, 21.Oft. (WTB.) Nachdem der Kaiser am 17. Oktober in Begteittmg Enver Paschas an Bord der „Gosbert" Gallipoli und die Stätten der schweren Dardanetlcnkämvse unserer türkischen Btzmdc-->genosscn besucht t-atte, traf er am 18. Oktober wieder in .^ckonstantinopel ein. Er sprach zu den Offizieren und Mannschaften der „(öoebar", wie sckhr es ihn erfteute. auf den: Bo von des Schiffes stehen zu können, das durch seine kühne Durchbruchs saltt in die Dardanellen seinerzeit beit Grundstein zu her buu':>":^ru'jcclvfym Einlcht gelegt habe, und dankte der Besatzung für ihr bisherigen Leistungen. Daraus fuhr der färifer zur asiattschen
Mste nach Hai dar Pascha, begrüßte dort die versammelten deutschen Truppen mit einer längeren Ansprache und verteilte mr Offiziere und Mannschaften verschiddene Auszeichnungen.
Konstantinvpel, 21.Okt. (WTB.) Ageirtur Milli. Es werden Denkmünzen, und zioar zioei goldene, fünfzig silberne und lmndert bronzen«, die aus dcn Vorderseite das öS manische Wap- perc und äui der Rückseite eine Inschrift zur Erinnermrg^ an den Besuch des Kaisers in Äpnstantinopä tragen, in dTtünze geprägt. Di« beiden goldenen werdet dem Sultan und dem Kaiser überreü^.
Der Kaiser verlieh vor seiner Abreffe Daläat Pascha sein Bild mit eigenhändiger Unterschrift.
Mle Zeitungen besprechen unter beso.rderer .HartNrhebung ihrer Bedeutimg die vont Sultan und dem .Kaiser bei dem Bankett ftl Dokma Bachsche gowechsetten TriMOrückx' und die Aiffprvche des Kaisers bei der Besick-ttgung der deuffchrur Truppen in Haidar Pascha.
Der Sultan mackfte Kaiser Wilhckm verschiedene Gegenstirude von holiem Werte zamr Geschenk. Ter Dürgermeistet überreichte dem Miser tut NaMen der Stadt ein Mbmn mit Llnsickfteri von Konsbantiuopel nrü einer im Lande gearbeiteten Base sowie mrhvere künstlerisch auspesührte Teppick-e, von denen einer das Bild des Kaisers trägt.
Sofia, 19. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) ?NelduUg der Bulgarischen Deiegraphenagentur. Gestern alwnd sechs U!hr nahm Kaiser Wilhelm aus der N ü ck r e i se v o u Konstantin op e I im königlichen Schloß in Branja bei Sofia Aufenthalt. Hier fanb um acht Uhr einer Diner rm Familierckreife statt, an dem nur der Kaiser, der König und die Wrrigliche Famckie leilnahmen. Zur gleichen Zeit fand im P.ckast eine Marschalltafel unter dem Vorsitz von Radoslatvow statt, an der die Mitglieder der Gefolge des Kaisers und des Königs, Generalissimus Iekow. der deutsche Gesandte Graf Oberndorfs, der Militärbevollmückttigte Oberstleut- uaitt von Massow und das Perfoital der Gesandtschaft teisitahmen. Gegen Mitternacht empfahl sich der Kaiser der königlichen Familie und begab sich „v.rm Sonderzuge, bis zum Bahnhof begleitet von der ganzen kömglich,cn Familie, dem Mimsverprcffidenten Nados- lawow urrd dem Generalissimus Jrkow. Bald darauf reiste der Kaiser Weiter.
Berlin, 21. Okt. (WTB.) Der Staatssekretär des Aus- wärttgen Amtes, Dr. tf. Kühlmann, der den Kaiser bei seinen Beiuckr'n in Sosia und .^nstantinopel begleitet hat. wird sich auf der Rückreise in Budapest und Wien aufl>alten und so Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit den Staatsmännern der österreichisch-ungartsck?en Monarchie haben.
Tclec;rajnmwechfel.
Konstantinopel, 20. Okt. (WTB.) (Älgence Milli.) Der ^Deutsche Kaiser richtete an den Sultan folgendes Tele- "gvamm:
„Vor dem Verlassen des Gebietes des osmanischen Reiches liegt mir daran. Eurer Majestät wärmsten herzlichsten Dank für die Beweise der Freundschaft und für. die herzliche Äastlichkeft $u erneuern, mit denen Eure Majestät tnich wäl-rwtd der unvergesslichen Tage, die ick) in Konslautmovel verbrachte, überhäuft haben. Ich bin außerordentlich glücklich Über die freundschaftlichen Beziehungen, die sickr, Mischen uns bei Gelegenl-eit meines Besuches in Ihrer Hauptstadt heraus gebildet haben, Beziehungerc, die, wie ich überzeugt bin, eine starke Gewähr dafür bieten, daß die zroischen unseren Ländern besteheitden Bande täglich mehr cm Festigkeit und Dauerhaftigkeit gewinnen werden."
Ter Sultan antwortete daraus folgenderiMßen.'
„Ich erhielt mit dem leblmftesten Vergnügen das liebenswürdige Telegramm, das Eure Majestät iw dem Verlassen osmanischen Gebietes am mich zu richten die Güte hatten. Ich bin sehr glücklich über den ftetmdschaftlichen Besuch Eurer Rtajestät und bewahre die schönste Erinnerung cm die angenehmen Tage, die wir zusammen v.'rbrackü t-abeu. Eure Majestät sirnu überzeugt sein, daß ich und mein Volk sich stets an diesen glänzenden Beweis aufrichtiger Freundschaft erinnern, den Sie ims zu bezeugen die Gute halten, imd daß die imlösbaren Bande der Freundschaft und des unsere beiden Länjder so ercg verkirüpseuden Bündnisses dadurch noch m e h r g e f e ft i g t sein werden. Ich bitte Eure Ntajestät, den Ausdruck meiner Gefühle der herzzlickfften Freundschaft entgegenzunehmen.
Es gelang den feindlichen Kreuzern,'de:n brrttschen Wack»^ geschivadcr infolge der Länge uiw der Duitkelhcit der ycca;t £& entkommen. Beoaiterlickurweise sind sänttliche achtund^chrzig ziere uud Mannsckiasteu der „Marl) Rose" und 47 Offrzrere v>nd Mcaunslcha.fteit des „Stroubvw" umgekommLir.
Dcr deutsche Kommeutar.
Berlin, 21.Okt. (WTB. Nichtanttlich) Die Vernichtung des unter dem Schutz endlicher Kriegsschiffe fahrenden Geierrzug^ in der Nähe der ChettanPSiusieln aur cksi. Oktovar morgens durch» deutsche Kreuzer hat irr England und Norwegair, wie es nicht anders zu erwarten war, die bekannte Entrüstung, in EuglanA M'ßeroem noch die Wut über die für England so beschämende Tat- sackw, ihervorgerufen. Sowohl der eirglische Zeitimgsbericht aus Poldhu voin 20. Oktober, wie die englische Mmiralitätsmeldrmgj heben hervor, daß die iu dem Gckleitzug fahrenden Handelsschiffe offne Warnrrrtg irgendueelcher 2lrt und vpire Rücksicht auf das Leben der Besatzung, der Manus.chasden und der Fahrgältie durch Geschützfeuer versenkt wurden. Mle solche Behauptungen und Aerlßrwungeni sind nickst nur gäirzlich mibwechtigt, sondern muten nachgerade eigenartig M, nachdenr iu der deutschen Sperrg ebietser kl äp rungvom31. Januar 1917. klar und deittlich gesagt worden ist, daß vom 1. Fckbruar 1917 <m in den Sperrgebieten um Großbritannien, Frankreich, Italien und im östlichen Mittelmeer jedem Seeverkehr mit allen Waffen entgegen getreten ioerbe. Im Laufe der Monate rvurde deutsck)«rseits nnmer wieder betont, daß, wer fick) in das Sperrgebiet bvgibt. dies unter GesährdlMg von Schiff und Menschen tttt, da gru n d s ä tz l i ch deu t s che r s e i t s ke i n e Verpflichtung übernommen werden kann, im Sperrgebiet Menschenleben zu vetten, zumal wenn, wie im viorliegenden Fäll, ein seiudlich>7s silnterseeb>o->t gesichtet wird. Es ist nicht wertlos, an den Besckhl der englischen Admiralität zu erinnern, bei deck Amtnsenlieit seindlicher Uintersoebvote keinerlei Rettungsversuche der eigenen Leute vorzuuehmtn. Gegenüber deck Meldung der englischen Admiralität soll nachdrücklich feftgeslellt werden, daß die Versen-, knng. des Gelettznges mitten im Sperrgebiet vor sich ging, nicht etwa in neutralen .Hobeitsgewässern, wie die Versenkung der deutschen Dampfer am 16. Juli durch die EnglÄider au der holländischen und einige Monate vorher an der schwedischen Küste. Diele Tat wurde damals von der englischen Mmivalität ausdrücklich als eine große seemännische und militärische Leistung bezeichnet. Wenn bei der Versenkung des nach England bestimmten Gelettznges am .17. Oktober neutrale Menschenleben zu Schaden kamen, so trifft die Scknld ünd die Vn-antwortung einzig und. allein diejenigen, welche leichffertiger-weife die Ms'vsfchenbeben den ^Gesahren des S^erv- gebietes aussetzten.
Ein amerikanischer Transportdampfer gesunken.
Washington, 20. Okt. (WTB.) Meldtmg'des Reu-' terschen Bureaus. Das Kriegsdepartement teilt mtt, daß der amerikanische Transpor^dampfer „Antill es", eiir Schiff von 6878 Bru.ttoregisterton.nen, am 17. Oktober in der enropäischen Kriegszione torpediert und versenkt imtrbe. Das Schiff war auf der Heimreiss begriffen. Von den 167 Personen an Bord snrd 15 ertricirken. Das Boot blieb unsichtbar. Armee- und Marineoffiziere, die sich an Bord befanden, wurden gerettet. Von den Schiffs affigieren sind drei nm gekommen, von d-err 33 Soldaten, die an Bord waren, 16.
Verkehrseittschränkungen an der englischen Westküste.
Köln, 19.Okt. (WTB.) Tie „Kölnische Zeitmvg" meldet aus Kopenhagen: Auffälliger Berkehrsrückgang an der eng* lisckien Westküste. Das Blatt „Politiken" meldet: Von Bergen laufen aufsehenerregende Mitteilungen von norwegischen Sec- leuten ein, die in der englischen Küsteusahrt beschäftigt waren und nach Sergen zurückgekelwt sind, weil der Verkehr an der englischen Westküste zurückgegangen ist. Ueber die Ursache ist nichts Bestimmtes bekannt, aber man meint, daß die Einstellung des Küsten Verkehrs mit bestimmten deutschen Flottenplänen, wahrscheinlich U- Boot-Veranstalttmgen, in Berbirrdung stehen. Jckden- falls geben die Verkehrseinschränttmgen Anlaß zu gei-eimnisvollen Gerüchten.
Zeekrleg.
Neue U-Boot*Crfolge.
Berlin, 21. Okt. (WDB. Amttich.) Fm Mittelmeer sind durch zielbewußte Leitung und frischen Wagemut unserer U-äL-oote aller feindlichen Abwehr Mm Trotz rvieder zwölf Dampfer und drei Segler mit über 46000 Bruttoregistertonnen versenkt worden. Ern U-^Boot, Komrnandont Oberleuttrant z. S. Ko r- sen, schoß im Golf von Gertua aus einem nach Italien bestimmten gesicherten Geleitzug von sieben Dampfern irr achtzehn Minuten drei beladene Dampfer heraus. Ein crndeves U-Boot, Kapitänleutznant Marschall, veririchtete zwei große tief beladene Kriegsmaterinl-Tr an Sporte r, die sich rm stark gesicherten Geleit zu ge auf dem Marsche nach Aegypten befanden. Einer davon, mtt Munition und Flugzeugen als Ladring, flog rnrch dein Torpedo treff-er mtt einer gewaltigen Detonation in die Luft. Dasselbe Id-Boot kämpfte den bewaffnetem englischen Pa- tvouillendampfer H. M. S. „Eharlesin" ttn Artilleriegefecht nieder urrd erbeutete Kriogsflagge und Komm and o- ^Zimpel.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Die Vernichtung eines GeleitzugeS in der Nordsee in englischer Darstellung.
London, 30.Okt. (WTB. Nickpamtl.) Zwei schwerbewaffnete deutsche Kreuzer haben einen Geleitzug iu der Nordsee mittwegs zwischen den Shetlarldsrnsel.n u.nd der nockwegischou Küste am 17. Oktober angegriffen. Zwei englische Zerstörer, nämlich „Mxcry Rose", Kapitänleutnant Charles L. Fose, urrd „Stwnbow", Kaipitäuleutnant Edward Brocke, die als Unterseebootjäger dienten, wurden von den feindlichen. Schiffen zu gleicher Zeit angegriffeir und kämpften, bis sie nach einem kurzen,ungleichen Gefecht sanken. Ihr tapferes Verbalten lsielt die bentid^n Käeuzer so lange auf, daß drei Handelsschiffe, ihnen eittweichcm formten. Bedauerlicherweise iimrbcn fünf norwegische, ein dänisches und drei schvedische Schiffe, alle un- beumffnet, durchs Geschütz!euer zum Sinken gebracht, ohne Prüfung, ohne Warmmg irgendwelcher Art nno ohue Rüch'icht auf das Leben der Mamffckiaften und der Fahrgäste.
Ein längerer Kommentar zu dieser Handlungsweise.der Deutschen ist unnötig, aber sie bietet wieder ein Beispiel für die ver- breck>erischen rmd mrmensck-lick/en Taten der deutschen Flotte. In der ängstlichen Sorge, zu entweichen, bevor britische Streitkrä^ste sie ob s chneiden könnten, machten die Deutschen keinen Versuch, die Mmmichasten der gemnleneu britisckien Zerstörer zu retten. Auch ließen sie die 5)anLelsfchiffe sinkend im Stiche und gaben dadurch einer kurz nacksi-er emtteffeiiden WLeilung von Wachtbooten Ge- lec^nheit, etwa dreißig stöorweger und andere zu retten, von denen Einzelheiten bisher noch nicht bekannt sind. Die deutsche Flotte hat !ch d-urcii diese Tat wieder eil mm l selbst herabgesetzt
Der deutsche offizielle Berücht stellt fest, daß oer Angriff innerhalb der Territorialgewässer im Norden der Shettandsinseln statt- besimden hat, und daß alle Schiffe, einschließlich der Zerstörer, ver- lentt wurden, mit Ausnahme eines Fischdanrpfers. Die Festz sttllmig tüier die L^ntiichkeit des Augrifss i|t ebenso umvabr lute die über die ZerßbÄmng, der HmcdMschrffe.
Ä88 dem Kelchs.
Bayern und die Fahrgeldzufchläge.
München, 20. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die bei den deutschen Staats eis enb ahnen ursprünglich in Aussicht gen>cmrmenen Fahrgeld Zuschläge an'den Sonn- nnd Feiertagen und an dmr N-achmtttagen der vorhergehenden Tage werden in Bayern nicht ein geführt. . Die Staatseisenb-ahnverwaltung hofft, von weiteren Einschränkungen des Pers onen Verkehrs, ins besondere vvn^ der Einsührung des Nachweises der Notwendigkeit von Reisen, absehen zu kpnnen, wenn das Publtkuin selbst sich die erforderliche Beschränkung auferlcgt und alle Reisen, die nicht unbedingt nottvendig sind, unterläßt.
Tetzltc Airchr'ich'ren«.
Die vier venmglückten Zeppeline.
Rotterdam, 21. Oft. Der Reuter-Korrespondent im eny- lischeu Hmrptguartier meldet folgende Einzelheiten über das von ftanzüsischer Seite amtlich gemeldete Herunterschießen von ^ ^ ^ 8 E p p e l i n e n über dem focmzösischen Gebiet: Eure Zep- Pelin-Flotte, die wohl aus England zurückkehrte, ivurde in der Nacht zum Samstag durch ttanzösische LuftverteidigungskrLftü angegriffen und vollständig geschlagen.. Vier Zeppeline wurden her- untergeschossen oder zur Landung auf französischem Gebiet gezwim- ! 7 en. Man glanbte, das; ein Luftschiff bei Aorrrboirnr-les-Bai ns verwichtet wurde. Das ist jedoch noch nicht bestätigt. Das Er- schemeir der Zeppelme wurde abends im ganzen Lande gemeldet. Dre feindlichen Lufffchiffe wurden wie ein Schvarm aufgescheuchter Vogel mrgegriffen und zerstreut. Außer dem Zeppelin, der durch ?!bwelirkMwnen bei St. Clement in der Näbe von Lunevillc l)er- untergeschossen wurde, Nmrden wettere zwei bei Bergsanne im Departement Cote d'-Or und bei La Marche im Departement -Vmite-Marne heruntergeschossen oder zur Landung gezzungen. Ein französischer Flieger batte eines der beiden Luftschiffe beschädigt Das andere wurde durch Attilleriefeuer getroffen. Der vierte Zeppelin wurde, nachdem er über Lion und St. Marttll verfolgt worden war', weiter vom Ziel in den oberen Alpen her- undergeichosseu. Die Luftschiffe führten keine Bomben.
England will dm Frieden diktieren.
Amsterdam, 21. Ockt. Reuter berrchäet, daß der Zahrestag der Schlacht b-ei Trafalgar ttn ganzen Lande gefewrt wurde. Im Laufe einer Veranstaltung der Flotten- lrga, der auch der 'sapoirische Botschafter, der rumänische Gesandte und der russische Geschäftsträger bettvohrtte, hielt Lordkanzler Sur Roberst Fin l a y eine in der er u. a. icipte, daß Deutschlarrd, wenn er sich nicht ganz irre, Eirund lstibe, den L.ag, wo es die große angelsächsische Republik ltber dem Ozean zwmrg, das Schwert zu ergreifen, zu be- reuen, da dieser Eingriff von entscheidendem Einfluß sein
s. französischen Blättcrberichten
£ e R, xT Rücktritt Rtbors unmittelbar bevor. Sein Rücktritt sei vorgestern rioch nicht bekanntgegeben rvorden, wett das Mmis errunt bei der Jnterpellationsdebatte in der Kammer vollzählig erscheinen wollte. Die.„Victoire" deutet an, duv auck> andere Brauner aus dem Kabinett ausgeschifst werden sollen.


