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13.10.1917 Erstes Blatt
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Erster Blatt J6Z. Iahrgaug

Samrtag. f3. Dttober I9tl

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reral-Anzeiger für Gderhessen

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ZwilttngrruRöörvck A. Verlag: vrühfsche Univ.-Vuch- u. LteindruSerei R. Lange. §christ!eitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Zchulstr. 7.

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sämtlich in Gießen.

Asquith über die neue Lage.

DochenrSSbNck.

NnPeve Siegeszuversicht sbeht fest, nachdem auch in den letzten Tagen nneder gewaltige Angriffe der Engländer and FrarWosen zuscharrdert geworden sind. Selbst der sozialdento- frattjü>e Abgsardnebe Heine, der nn Reichstag sich vemneffen ücckte, die Kurckgebuüjpu! HttLen-barrgs zu kritisieren, sprach späterhin mit einiger Verlegenheit von demgroßen Manne", bessert Verdienste er nicht schmälern wolle. Ader düster verhängt ist der politische Himmel. Der Reichstag hat die ganze Woche angefüllt mit wogendem sttedekarnps; seine Mehrhert hat die Regierung noch einmal heftig zur Rede gestellt Über die strittigen Fragen der Friedenstaktik und hat vom Reichskanzler denn auch wirklich wieder eine öffent­liche Erklärung erlangt, mit der sie sich vorläufig zufrieden geben will. Herr Dr. Michaelis ries mit naclchaltigem Ernste das deutsche Volk zur Einigung auf. Es soll jetzt das Positive und Kraftvolle in imfercn Friedenskmidgebung«! betont und heraüsgearbeitet lverden. Es soll nicht mehr die Rede sein vom ,^nmgersrieden^', sondern mrr noch von bestimmter Entschlossenheit zur Fortführung des Krieges bis zu einem unser Volk und Land in jeder Weise sichernden Frieden. Der

neue Staatssekretär v. Külchmcrnn unterstützte diesen Ge- dcnrkengang mit der Feststellung, daß bei den Gegnern noch keinerlei Neigung sich rege, in Berhandümgen einzutreten. Manche tocwen betwffen darüber, daß Kühlmann die Selbstver stärcd licht eit au§sprecl)en zn müssen glaubte, wir würden beim Friedensschlüsse niemals über Elsaß-Lothringen mit uns sprechen lassen. Mer cs ist nun einmal so weit gekommen, daß wir trotz unserer Siegetstel- lung psychologisch aus der Gegenseite nur Maßlosig- keiten in den Fordxrungen erreicht haben. Die Dinge stel)en mm einmal so, daß Frankreich oder vielmehr dessen Re­gierende, irnrner muh glauben, Elsaß-Lothringen zurück- grwinnen zu Cfamen. Da fbiatte es nichts mehr schaden, warn ihnen einmal ein starkes Niemals entgegen klang. Die Mehrheit mctscht aus der bisherigen schiefen Bahn des Fric- denshandels nicht mehr weiter, so kann man die neueste Tat Mhlnlanrrs auffasien. Ern cm)iges, umv-iderrufliches, ins Gewissen dringendes Wort an Frankreich! Wird diesem Lande niemals klar, daß es von England betört, zu gänzlich Koecllosen Opfern geschleppt worden ist?

Daß der neue Staatssekretär so rüstig im alten Feuer der Reichstagsnrehrheit ein neues Eisen glühte, daß er Ent­schiedenheit, ein sicheres Auftreten, zeigte, trägt ihm nun schon den Erfolg ein, als Kandidat für den angeblich demnächst wie­der frei werdenden Kanzlerposten genannt zu werden. Dr. Mi­chaelis hat zwar die Bewilligung des Nachtragsetats und die Abtrennung des Reichswirtschaftsamtes vom Reichsamt des Innern erlangt, ja sogar auch die Bestätigung Helfferichs als Reicl^skanzler-Stellvertreter aber er erfreut sich nicht der Liebe und Zuneigung der Reichs tags Mehrheit und wird sie wohl nie erhalten. Diejenigen, du i.nn jetzt am gröbsten ein nahes Ende prophezeien, sind natürlich Scheidemann und seine Leute. Wenn sie sich auch von der radikalen Ecke .der alten Mutterpartei endgültig getrennt haben, so sind sie doch von dem Bestreben beherrscht, nachbarliche Rücksicht zu üben und einen möglichst großen Teil der Mitgänger Lieb­knechts und Ledebours zu sich herüberzuzieHeu. Daher bat der Vorstoß des Kanzlers und des Staatssekretärs des Aeichsmarineamts gegen die drei Abgeordneten derUnab­hängigen", Haase, Vogtherr und Dittmann, wegen ihrer Ver­handlungen mit hochverräterischen Matrosen die gesamte Sozialdemokratie auf das tiefste verschnupft. Auf das Soli- daritätsgesühl der parlamentarischer! Mehrheit ist von dieser Verstimmung ötwas über gegangen., zumal die Enthüllung vor dem versammelten Reichstag nicht gerade mit geschickter Berechnung aller Wirkungen eingeteitet worden war. Im Auslande wird die Sache zu unserem Nachteil aufgebauscht werden, und wenn das Gerücht sich bewahrheiten sollte, daß Staatssekretär v. Capelle zurückzutreten beabsichtige, rveil er seine Erklärungen nn Reick-stag nicht in völligem Ein- verständrris mit dein Kanzler abgegeben habe, so wird man Herrn Dr. Michaelis das Vorkommnis als einen weiteren Mißerfolg und Mißgriff ankreiden. DerVorwärts" be­gnügt sich nicht damit, den Rücktritt des Kanzlers zu fordern!, dessenUnzulänglichkeit" er für erwiesen erklärt, sondern er erhebt wieder drohend die Pistole des parlamen­tarischen Systems und richtet sie direkt gegen den Kaiser. Der Nachfolger des Herrn Atichaelis müsse nach. Rücksprache mit den maßgebenden Polftikern des Reichstags aus erwählt

werden. .

Die gedrückten Stimmungen werden vermehrt durch allerlei in der Gegenwart liegende Trostlosigkeiten. Dazu rechnen wir nicht einmal den Uebertritt so wichtiger Staa­ten wie Peru und Uruguay zu unseren Gegnern, und auch die letzte Note des Reuter-Bureaus, die aus angeblich zu­ständiger Quelle darlegt, daß alles neueFriedensgerede" der Mittelmächte abgewiesen und die Entscheidungdurch das Schwert verwirklicht" werde, läßt uns, da wir nach des Reichskanzlers Wort fortanmit verschränkten Armen ab- warten", kalt. Aber der unvermeidliche vierte Kriegswinter bringt Beschwerden und Einschr/inkuugen. Kohlenknappheit, Verminderung des Eisenbahnverkehrs und Erhöhung der Fahrpreise reden eine herbe, strenge Sprache. Zweifellos werden da die Schwarzseher wieder zusammenrücken und ihre Seufzer von sick) geben. Dagegen müssen wir uns aber alle ausraffen. Der auseinandergel)ende Reichstag hat uns noch einmal ein schlechtes Beispiel gegeben, indem er in über­trieben scharfer Weise die zweifellos vorhandenen, aber doch auch erklärlichen Mißstände der Zensur erörterte. In der ruhigen, geduldigen Beschwichtigungsrede des Unterstaals­

sekretärs Wallraf finden wir die Gemütsverfassung, die wir jetzt brauchen. Im Grunde wallet heutigen Tages keine über­strenge Zensur mehr. Ein Beweis dafür ist, daß der Streit der Meinungen recht lebhaft in der Oeffentlichleit ausgetra­gen werden konnte. Der Feind hat mehr davon gehört, als uns gut war. Gewiß, die Herren von der Zensur sind nicht alle in gleicher Weise befähigt, es fehlt ihnen häufig das seinere diplomatische Verständnis und, was noch mehr sagen will, sie entbehren die zielsichere Führung der obersten Regierungsstelle. Wer was sind diese Beschwernisse, gemessen an den schweren Prüfungen, die unsere Soldaten an den Fronten durch- zumachen haben! Wenn wir dorthin blicken, erkennen wir erst so recht, wie erträglich das alles m der Heimat doch ist. Der Friede ist noch nicht so nahe, als wir es erträumt hatten, aber das politische Wetter kann einem raschen Wechsel unter­liegen. Auf dem Pariser Sozialistenkongrcß hat sich die Mehrheit für die Kriegspolitik der Negierung entschieden, aber das neue Kabinett in Rußland kündigt eine Zusammen- krmft der verbündeten, uns feiiidlichcn Mächte an, wobei die russischen Vertreter auf einen allgenreinen Frieden ohne jede Vergewaltigung hinwirken sollen. Wenn wir die Siege über unsere Gegner im Westen nützen und stützen, wenn wir den fortschreitenden Erfolg des U-Boot-Krieges befestigen und erweitern wollen, wenn uns daran liegt, den ungünsti­gen Eindruck, den unsere innerpolitischen Auseinander­setzungen draußen gemacht haben, aufzul-ellen, dann müssen wir bis zum 18. d. M. alles noch verfügbare Geld in Kriegsanleihe anlegen!

(WTB.) Großes Hauptquartier, 12. Oktober. (Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.

Gestern beschrränk» sich die Anillenetätigkrit in F la n - dern aus harten Kcuerkunrpf im Küstenabschnitt unt) am HouttMÜster Wald. Wlchrrr.d der Nackft lag starkes Wir- ftmgssturr auf dem KAmpfgelände von der Lys bis zur Straße MenmYperrr. es steigerte sich hnrtr früh schlag­artig zum Twmmelfeuer.

In breitnr Abschnitten haben dann neue feindliche An­griffe eingesetzt.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

?kordöstlich um. S o i s s o n 6 rmd östlich der Maas schwoll die Kancpftätigkeit der Artttterieir zu großer Heftig­keit an. Bei Vauxaillon stteßen:rkr französische Erkun- dungstrilpps vor; sie wurden adgewiestn. Qestlich Samog- ueur kam es zu örtlichen Nahkämpsen a?n Osthange der Höhe 344.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Nordöstlich von Riga und am Zbrucz war die Ge- feckststäligkeit lebhafter als an den Vortagen. Bei Zusam­menstößen von Streifadteilungen fielen zahlreiche Gefangene in unsere Hand.

Mazedonische Front.

Im Decken von M o n a st i r und im Cernnbogen be­kämpftet! sick) die beiderseitigen Artillerien zeitweilig stark. Am rechten Wardarufer scheiterte der Angriff einer eng­lischen ziompagnie vor den bulgarisckren Linien.

Der Erste Generalquartiermeister Ludendorff.

*

Der Tlbendbcricht.

B e r l i n, 12. Okt.. abends. (WTV. Amtlich.)

Die Schlacht in Flandern ist auf der Angnffsfront LangemarckZonnebeke noch im vollen Garg Nördlich von Poelkapelle und südwestlich von Paschendaele wird in Ein­bruchsstellen der Engländer noch gekämpft.

*

Der österreichisch-ungarische Tagesbericht.

Wien, 12. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlauwart:

Bei geringer Gefechtstätigkeit ist die Lage überall un­verändert

Der Chef des Generalstabes.

Die Ergebnisse der §Z;lachten in ziandern.

Berlin, 12. Okt. (WTB. Nichtamll.) In 10 Schlach­ten von unerhörter Heftigkeit und mit einem Munitions­aufwand, der bisher nie gesehen wurde, hat England ver­sucht, die Entscheidung um dieU-Boot-Basis inFlan- dern zu erkämpfen. Der Gesamtgewinn sämtlickier 10 Schlachten besteht darin, daß es Englaird gelang, die deutsche Abwehrfront in einer ungefähren Breite von 3035 Kilo­meter und einer Tiefe von 15 Kilometer zurückzu drücken. Um diesen Erfolg zu erringen, hat England die Blüte seines Heeres eingesetzt und die Verluste vom 4. und 9. Okto­ber nicht eingerechnet Hunderttausend,' an blutigen Ver­lusten erlitten, die die Opfer der Nivelle'schcn Blutoffensive weit hinter sich lassen. Auf dem Höhengelünde hat der Eng­länder nur aus dem südlichen Teil in Richtung Gheluvelt Hollebeke Fuß fassen können. Der gesamte Germnn der zehn gewaltigen Großangriffe in Flandern beträgt kaum den dritten Teil des Raumgewinnes der Somme-Schlacht 1916. Obwohl England an der Flandernfront fast die gesamte britische Landmacht, oft unter fratrzösischer Beteiligung, gegen einen Bruchteil der deutschen Armee eingesetzt hat,

hat es nicht vermocht, die Initiative der deutschen Führung auch nur in geringem Maße zu beschränken. Während der Taktik Haigs großzügige Operationen bisher versagt geblieben sind, ermöglichte es das deutsche Ver­teidigungsverfahren im Westen, nicht nur dem anglo- französisctien Angriff erfolgreich standzuhccl teü, sondern gleich gewaltige Erfolge in Galizien, in der Bukowina, bei Riga und Jakobsbadt zu erringen. Was die Prahlerei an­betrifft, daß die Engländer jeden Tag den Bewegungskrieg gegen^die Front des Kronprinzen Rupprecht beginnen könn­ten, so haben die schlveren Mißerfolge der letzten Tage be­wiesen, daß auch diese Großsprechereien nur Seifenblasen waren. Interessant bleibt bei der Be^rchLerstottung die Tat­sache, daß England, dessen militärische Beri^-Hte bis jetzt einigermaßen der Wahrheit entsprechen, anscheinend aus Furcht vor der blutigen Wahrheit gezwungen ist, die Kriegs- sttnrmung des eigenen Landes durch derartige Lügenmeldun­gen zu beleben. Außerdem sollen diese ftei erfundenen Siegesmeldungen das Urteil der Neutralen trügen Dieser Täusäpingsversuch wird kaum dem gänzlich urteilslosen Laien gegenüber verfangen. Die zehn Durchbruchs versuche in Flandern sind nickcks anderes als eine uuunterbrochene Reihe schwerer und blutigster englischer Mißerfolge.

Arquith über die Ariegrziele.

London, 12. Okt. Reutermeldung. Auf einer Ver­

sammlung in Liverpool sprach Asquith übcr die Kriegsziele und ft'ihrtc u. a. folgendes aus: In meiner Rede in Leeds habe ich. in zwei Sätzen zusammengefaßt, toelches mir un­sere Krieg^icke zu sein scheinen, nämlich: 1. daß es ein Krieg für den Frieden ist, 2. daß es ein Krieg gegen den Krieg ist. Wir köruren natürlich nicht das zweite Ziel erreichen, ehe wir das erste erreicht haben, aber das erste, nämlich das Aufhören der Feind­seligkeiten und die Unterzeichuuny des Vertrags, wird nur ein vorübergehender vorläufiger valrepunkt sein, soiern es nicht an­gemessene dauerhafte Stcherherben gegen den möglichen Wieder­beginn des Streites vorsteht. Bei Begüm dar Regierung des neuen K><mzlers hat sich der Reichstag auf eine Flickwerkformel geeinigt. Ich habe damals gesagt, daß ich meine Zweifel hätte, ab der deutscbe Kanzler oder irgend jenrand sonst sich darüber Lar sei, was die Resolution in Wirklichkeit bedeuten solle. Diese steptische Auffassung wurde durch die Ereignisse gerechtfertigt. Tenn die deutschen Parteien st reiten sich darüber, was ihre ge­naue Auslegung sei. Ich zweiste nicht, daß in Deutschbmd ein weitgehender echter Wunsch für den Frieden besteht, und bin dessen gewiß, soioeit Oesterreich in Frage kommt. Der uraßgebeirde Fak- tm\ mit dem wir zu rechnen haben, ist nicht die deuchche öffent- licl-e Meinung oder das deutsche Parlament, sondern die deutsche Regierung. Meint sie es auch, ist sie aufrichtig in dem Wunsch für den Frieden? Auf klare Fragen wurde bisher nur geantwor­tet, daß es sich um ein zusammenhängendes Ganzes handelt urrd daß keine verfrühten oder Teüeröffnungen gemacht tverden können. Man sagt uns, daß wir die Waffen niederlegen sollen, ohne dafür eine aridere Genugtuung zu besitzen, als daß wir die drei Tu­genden des Vertrauens, der Hoffnung und der Naclfficht zur Schau tragerr. Niemand behailptet, daß es für eine der beiden Seiten riclstig oder zweckmäßig wäre, ein Ultimatum mit erschöpfenden genairen Klauseln und Uutercklauseln aufzustellen, das wörtlich und buchstabennräßig, kapitel- und satzweise als Vorbedingung sür den Frieden auzunehmen wäre. Es gibt viele Dinge, die notwen- digerroeise zur Bespreäiung und Behandlung ffir einen späteren Zeitpunkt zurückgestellt werderr müssen. Aber wir werben nnseren beiden leitenden Zielen, der Erreiämng eures wircklichen Friedens und der wirksamen Verhütung künftiger Ktiege nicht näher kom­men, wenn nnr nicht entschlösse die Mittel und Wege zur Geltung bringen, durch die sie zu erreiche sind.

Asauith ging sodann aus die Regelung der Gebiets fragen in West und Ost ein rmd stellte die Frage, webbe von rhne Amrexionen irn Sinne der Jmpericrlistm lwdeute S'^berlich könne man hiervon nicht sprechen, wewr es sich um diie Räumung der besetzte Gebieter: Frankreichs, Rußlands, Belgien:., Serbiens imöl Rrnuäniens handele, noch wen es die Rückgabe der P r o - !v i nze n a n Fran kr eich betrfffe, die diesem Lande 1871 durch Gewalt abgenommen wrrrden. Hier muß ich, sagte Asquith. ans die Rede des Staatssekretärs von Kühl mann im Reichstag eingcl)en. Er sagt uns, daß Teacffch^nd niemals ein Zugeständnis in der Frage Elsaßi-Qothrrngens nv.uche kwrn und daß diese Frage niemals verhandelt werben soll. Elsaß-Lothringe, d<rs viele Jahre ein Teil Frankreichs ivar und auch zum mindesten, soiveit Loth­ringen in Frage kommt, ftcmzösisch fühlt, bliebe nicht wir al-i§ deutscher Sieyespveis, sondern auch als Symbol der Demüti- grrrrg Fvauckveichs in deutscher Hand. Darin lag die Wurzel urcb die Quelle der Unruhe ^des gefährdeten Gleiägewiästes und des Wettrüstens, das zn diesen! schmeck!üchstvn aller Kriege gefühtt hat. Selbst in der Geschichte des Krieges ist es schwer, ein plnmr^res oder dnräzsichtigeres Mmwver zu finden, als der ungeschickte Versuch, zwischen uns uno unseren ftanzösischen^ Miierten Uneinigkeit zu säen, irvdem von Kühl mann üns sagt. >daß die große Frage nicht die belgische sei, und daß von Elsaß-Lothringen abgesel>en, kein ab* solutes Hindernis bestehe. Die ^llliierten v-erlangeii im Falle Belgiens nülst nur die Räu7nung. sondern auch die volle und dunenlde Wiederherstell urig des Landes in seiner imrtschastlichen uni) politffchien Unabhängigkeit. Mas nüirde dem belgisstxu Vcstk ein Belgien nützeir, das in zwtti Tftilp geteilt oder das durch fiskalisickl oder andere Banden mit dauerirder Unterwerfimg unteü die deittsclv Politik bedroht ist? Ich habe mehr als einmal die Frage gestellt, ob Deutschland bereit ist. der Wiederher­stellung Belgiens in llwem einzigeti und lvirlli-ck-en Sinne als der wesentlichsten Friedenslx-dingmig zuzustimmen. Jib hahe keine ?ttttworl erhalten. Bon Kühlnirm Ixrt bezüglich der Zukunft Belgiens ein unverändertes und lx^zesthrrend^'s Stillschnvi^n be­obachtet. Serbien und seine südsiavißhcn Nachbarn und Stamm- vertvandton sowie den RnmÄreri ihre nattirlick'AM Grenzen zu geben, ist kein aggressiver Akt. sondern es wird danrit nur eins Sckmld bezahlt, deren Begseichmg die Gevecki-tigkeit längst ge­fordert hat. Denn cs gibt keine häUichwe Bnntstätbe des Krieges und seiner Ursachen als das Vorhandensein abgetremttrn md un­zufriedener Nationalitäten, die dadurch -.uff künflsilv Weise von jhreu Stannnverloandten ani) ihrer ^'echtutäßiigeu Heimat trbge- schnitten sind.