Ausgabe 
12.10.1917 Erstes Blatt
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Ans Stadt und Land.

Gießen, 12. Oktober 1917.

* Amtliche Personalnackrichten. Der Großherzoa hat am 10. Oktober den Muscuursa ssistxntton Xr. Karl Freund «? ydus,lioch zum Kusw§ am LmtdeSimlümm m Xarmstadt ernannt Ter Großherz^rg hat am 10. Oktober die von der Ztadtver- ocdnettnvcrsaiinnl'ung in Vbarnz getroffene Wiederwahl des Xr. lbnü GVöttäiraum «um Oberbürger-mei st-er der Stabt Mainz auf die Toner von >wölf Jahren brftdtti^t. In den Ruhestand ver­seht tv-urdc am 8. L-epdember der Lehrer Heinrich Loch ,vu Wallen- srit, Kreis Lauterdach, aus sein i!fachsuchen unter Llriertennung »einer langlährigen Irenen Tieirstr nrit Wirkung vom 1. Oktober 1917 ml. Ter Gvcchher-v-g hat am 8. Seplencher dem Lehrer .Heinrich Loch) M Löallenrod, Kreis Lanterbach, anlässlich seiner Versechrng in dcnr R'.chestaud das )Hittcr'krenz 2. Klasse deS Ber- nenftordenS Philipps des Großmütigen verlieben.

** Arbeitsjnbilänm. Der Schriftsetzer Ernst H ö p s n e r /nar am Z.^Oltvber 25 Itctbre bei der Brühl'schen Universttäts- Vuch' nnd Steindrncke-oei. tätig. Er Ivrt es verstanden, sich ivährnd dieser Zeit die Anerkennung seiner Geschäftsleitung und die Wert­schätzung seiner Mitarbeiter in besonderein Maste zu erringen.

** Die Ausgabe der Kartoffeln für Krieger- fcnnilvcn erfolgt nur noch bis morgen im Hospital. Die Kar­tosselscheine müssen bis dahin eingelöst werden.

** Höchstpreise. Gestern wurden auf dem Markte Erdkohlraben zu 19 nnd 20 Pfg. das Pfund vergaltst. Für ein großes Exemplar mm 8 Pfund Gewicht wurden 1.52 Mk. bezahlt. Das ist denn doch der schlimmste Kriegswucher, nnd >es finden sich Dumme, die für ein so minderwertiges Gemüse einen solchen 'Preis bezahlen. Der CrzengerhöchstpreiS für Erdkohlraden beträgt 1.75 Mk. für den Zentner Sie werden nun bald auf den größeren Gütern geerntet, wo sie in großen Mengen angedaut werden. Es' hat also mit dein Einkäufe keiire Eile, ebenso ist es mit Dattenveitzkraut, Rot­kraut, Wirsing und tzielbrüben. Me diese Gemüsearten wer­den erst in nächster Woche geerntet nnd kornmen dann auf den Markt.

** Die Auszahlung der Familien-Unter- stützung an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einbe­rufenen für 16. bis 31. Oktober 1917 findet in den nächsten tzTagen statt. Siehe Anzeigenteil.

** Stadttheater. Für die neue GesgnasposseDie Königin der Lwftt von den Autoren oesGlücks- mädels", die für nächsten Sonntag abend auf dem Spi^plan steht, ist wiederum die Gestellung eines kleinen Orchesters ermöglicht worden. Das lustige Werk, das lsier in einer wohl­vorbereiteten Aufführung unter der Spielleitung des Herrn Goll, der auch eine Hauptrolle inne hat, herauskommt, hat

überall bisher einen starken Heiterkeit-ersolg erzielt, der ihm auch am ©ounfcag treu bleiben dürfte.

** Ba kos-Abend. Welch großer Beliebtheit firf> Her- matm Bakof, der frühere Oberspielleiter unseres Tl)eaiers,

noch heute erfrertt, bewies der gestrige, im großen Saale des GasthofesFürstenhoft veranstaltete Porttagsabend, der außerordentlich stark besucht war. Mit regem Interesse folgten die Zuhörer den vortrefflich zürn Borttag gebrach­ten heiteren Dichtungen und konnten wieder einmal die Vielseitigkeit des Künstlers iin Gebrauche der Sprachtechnik nnd Mimik bewundern. Ganz besonders erwähnt seien: Das Alpensest" von Rideamns, ^jenc Satire ans den steifen, schnodderigen Berliner, sowie bic FalstafftWerbrszene aus König Heinrich IV. von Shakespeare. Reichster Beifall sowie ein großer Lorbeerkranz wurden dem Künstler zuteil. Außer­dem brachte Elsa B a k o f Lieder und Arien sein abgestiinmt zum Vortrag. Die Künstlerin verfügt über ein gut geschultes, modulationsfähiges Organ, >xc.s.) durch seinen Umsang nnd Klangreichtnm ivohl Haupt sachticl) für dre Oper eignet. Daß hier das ureigenste Gebiet der Sängerin liegt, bewies vor allem die Partie aus Fidelio von Beethoven.. Volle Auerkeuuuug fanden u. a. ferner die Lieder:Träume" von Ricl)ard Wagner,Liebesfeier" von Weingartner,'sowie die Hymne von Behm.

** Lichtspielhaus, Bahnhosst raste 34. Das neue Pro­gramm, das morgen außerdem eine Urcmsiühnmg bringt, weist iviet-er zlvci große Films <r4, die Ovioe siamlich allgemeinen' Beifall finden werden. Es'slow dies:Die PrmztLisin von stttu- tvalien", Lustst-iei in 4 .Aktien, undTie schöne Spanierin". Näheres siehe Aal--ei.gr.

Kreis Lchvtien.

O Gedern, 12. Ott. Die feit Anfang Juli hier unterge- brachten D a r m st äd te r Kinder sind heute urinier nach Da rin- staut znrückgekehrt. Dank der.liebevollen Pflege, die ihnen zuteil neioorven rvar, hu ihr Gesundheitszustand sich erl-eblcch gebest ett. Da sich die Kinder MtSrtahnlsioS gut führten, de,mich z>visck>en ihnen rmd ihren Gastgebern ein sehr lwrz.ich^s Verhältnis.

Starken bürg und Rheinhessen.

I. X' a r m st a d t, 12. Ott. Geh. Fiaanzrat Ba st ia n, Direktor der hiesigen iöeihypvtHst.ibantf, der durch die vorzüglich Werbe­arbeit für die KeiegSw.tleihe in Hessen, die Aufm-erkstrmkeit der Reichsstelletl aus sich gelentt hatte und schon zur.Vorbereitung der v!vrigen Kriegsanleihe nach Berlin berufen nnrrde, erhielt dieser Tage eine Einladung der ba v e r i s che n Regierung, über den Stand der Go l d w i r t s cha f t bei, u ns nnd bei unseren Feinden eine Rede zu halten. Seinem Vortrage im Großen Hörsaale f l c Münä-ener Universität wohnten die Regierungspräsidenten und die Vorstände der Bezirksämter und Rentämter und sonstigen führenden Personen des Königreichs bei.

Ter Redner betonte, daß die Kriegsanleihe feine Entlainchiin^ bringen dürfe. Namentlich aus denc Lairde könne und müsse noch viel geschehet. Seilte Ausführungen fanden allgemeine Zustimmung.

Tkirchliche Aachrrchten.

Jfrarlktischc »cligionrgemeinde. Gotteöd. i.d. Svnagoge (Süd- Anlage). Samstag, 13. Ott. Vorabd.: 5.30: morg.: 9.00: abds.: 5.50 n 6.85 Israelitische NeUgionsgestUschaft. Sabbatseier am 13. Ott. Freitag abd.: 5.10: Samstag vorm.: 8.30: nachn. 3.30; Sabbataus^an^ : 6.25 W'.-cli en^ott(»dienst : morg. 7.00,_< u>0'' > 00.

Cstzte UrtTtnTcyt cn Erhöhte Lkuenmgsßeihilftn in Hessen.

I. Darmstadt. 12. Oft. Der Fiilonzausschust der^Zwnten Kmnmer hielt gestern vormittags >md nachniittag« Sitzungen ab, in denn! cr die Regierungsvorlage betreffend die Kttiego- teuerungsbrihüfen fertigstellte. Mit der Regierung nnd den« Finanzactssäulst der Ersten Kammer wurde Uoberetnstrmmunq erzielt, lvvbri die Regierung zur Bedingung maclüc, dag dir Vorlage im Plentim beider .Kammern olrnc Ausspraclie angenom­men würde. Die Sätze der Teuernngsbeihillert wurden gegerr- über ix^ Regiertingsvorlage erhöht und zivar die Fannlien.- Zuschüsse für niedere, mittlere und höhere Bratnte von 300, 400, 500 Rtark aus 400. 500. 600 Mark, die K'inderzulage von 80 auf 100 Mark. Beamte im Heeresdienst erhalten l-alben Familienzuschus; und volle Kürderzicla^. Ledige erl)alten den halben Familienzuschufj. Anstatt den, Erlasse rückwirkende Krart vom 1. Juni ab zu geben, erfolgt für alle Boanite eine em* malige Zahlimg von 200 Mark. Die Ansdelmung des Familien^ Zuschusses und der Kinderzula^' aus Bcxunte im Ruhestcncbe und Hinterbliebene begc'gnete grundsätztich.'n Bedenken. Dock ivurde die Negierung ersucht, grüneres Entgegmkommcn als wie tntfxz zu erweisen. Die Annahme der Vorlage^ im Finanzmisschust er- chlgte einstimmig, uuö der gesamte Ausschuß brachte damit zum Ausdruck, daß die Aunahinc im Plenum einstimmig erfolgen

Ein Ucberftill an der Wlndikawkaovalru

Petersburg. 11. Okt. lWTB. Nichtamtlich.) Mel­dung der Petersburger Telegraphenagenlur. Auf der Wladi- kawkasbahn hat eine Verbrettierbaude von 70 Manu die Schienen ausgerissen un.d einen Schnellzug zum Entgleisen gebracht, von dem sechs Wagen den Damm binunterstürz-' ten. Die Verbrecher haben darauf alle Fahrgäste, von denen acht getötet und fünfzig verletzt wurden, ausgeplündert.

Auch Uninuni).

Berlin, 11. Okt. <WTB. Nichtamtlich.. Ter Geschäfts- ttäger der 5cepublick Uruguay teilte dem Auswärtigen Amt ans- tragsgemäß das Dekret seiüer Negierung init, in dem die Bezce- bungen zum Deutschen Reiche ohne Angabe von Gründen als ab- gebrochrn erklätt werden. Zugleich bat er um Aushändigung seiner Pässe. _ _ __

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