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Erster Blatt
*67. Jahrgang
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sämtlich in Gießen,
(WTB.) MrotzeS Hanptynartter, 6. Oktober. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kro nprinz Rnpprecht.
Im Kumpfgelande der flandrischen Front verstärkte sich das tagsüber kräftige Störungsfeuer am Abend m einzelnen Tvommelfenerwellen ^ Mischen Poelkapelte und Ghetuvelt. Englisch? Angriffe erfolgten nicht; vorstohende Erkundungs- Mcilungen wurden »-gewiesen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
. Nördlich von S o i s s o n s nahm abends die Artillerie- tätigkeit an Stärke und Planmützigkeit zu. Nordöstlich von Reims scheiterte ein französischer Vorstotz. Auf beiden Mmsufern brachen unsere Sturmtrupps bei Malancourt, Betmcourt, Forg.es, Samogneux und B-ezonvaur in die französische Stellung ein und kehrten überall mit Gefangenen zurück.
Stürmische Witterung schränkte die Fliegertätigkeit ein. Fünf ftindliche Flugzeuge wurden »-geschossen. Leutnant Mller errang den 29. Lustsieg.
O e st l i ch e r Kriegsschauplatz Kerne größeren Kampfhandlungen.
Mazedonische Front.
Mehrfach bekämpften sich die Artillerien lebhafter als
sonst.
Oestlich des Doiran-Sees wurde der Angriff eines englischen Bataillons durch die bulgarischen Sicherungen ab-
gkwieftn.
Der Erste Generalauartirrmeister Ludendorsf. $
(DTB.) Großes Hauptquartier, 7. Oktober. (Amtlich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Bei Regen fällen und Wind blieb die Gesechtstärigkeit bei fast allen Armeen gering.
In Flandern lag starkes Störungsfeuer, durchsetzt mit einzelnen heftigen Feuerstößen auf dem Kampsfelde zwi- schen Poelkapelle und Zandvoorde.
Vor Verdun lebte auf dem Ostufer der Maas die Feuertätigkeit zeitweilig auf.
Erkmwnngsgefechte riefen dort und in mehreren anderen Abschnitten vorübergehend eine Steigerung des beiderseitigen Feuers hervor.
*
t Die Auswertung von Lichtbildaufn ahmen unserer Fließt! bestätigen, daß unsere Bombenangriffe raif die Festung Dünkirchen starke Zerstörungen in mehreren Stadtteilen, besonders an dem Hafen, in den Speichern und an den Mcksnanlagen verursacht' haben. Empfindliche Hemmungen des englischen Nachschups. werden dadurch erreicht worden sein.
Oestlicher Kriegsschauplatz. HeeresgruppePrinzLeopotdvon Bayern. Nordöstlich von Riga, bei Dünaburg und am Prnth bekämpften sich Mehrfach die Artillerien lebhaft.
Front desGeneralobersten Erzherzog Josef.
In der Bukowina griffen die Russen unter Einsatz mi Panzerkraftwagen nufere Stellung bei St. Onufry und Waschkoutz an. Der Feind wurde durch Feuer a-gewiesen, aus Waschkoutz durch Gegenstoß dmtscher und österrerchlsch-
mgarischer Truppen vertrieben.
Gefangene blieberl in unserer Hand.
Bei der ^
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls
von Nt a ck e n s e n
lebte anr unteren Sereth und bei Tuleea die Kampftätmkeit der Artillerien auf.
Mazedonische Front.
Nichts Wesentliches.
Der Erste Generalquarttermeiste- L u d e n d o r f f.
*
die Agcktackvvn gegen die Politik der ReichStagsttrehrheik in den Regierungsstellen und im Heere Masse, womit die alldeutsche Politik gefördert würde. Es ist ganz klar und begreiflich, daß die Mehrheitsparteien das stärkste Bedürfnis fühlen, sich gecseri die Widerstände und Stimmungen, die sich im Lande gegen ihre Politik geltend gemacht haben, zu rühren. Daß sie dabei eifersüchtige auf die Negierung blicken, von der sie verlangen zu können glauben, daß sie das ihrige tue, nur die Agitation und Ausbreitung der Gegenftrömnn- gen zu verhindern, ist gleichfalls kein Wunder. Antworten auf diese Vorhaltungen wurden vom KriegDminister und vom Stellvertreter des Reichskanzlers, Helffevich, erteilt. Beide haben die Linke und das Zentrum offenbar nicht befriedigt, weil sie die gerügten ,,Uebevgrisf^ nicht als so erheblich ansehen kvmtten wie der sozialdemokra.tische Sprecher, und weil sie sich in dein AieinUngsstreit offenbar nicht mit .Hallt und Haar den Herren Erzberger mrd Scheide- mainr fügen wollten. Es werden weitere erregte Sitzungen abgehaiten werden, zu denen auch der Reichskanzler gerufen wird, und Staatssekretär Helfserich hat bereits eine klärende Rede des Herrn Michaelis in Aussicht gestellt.
Die Lage wird grell beleuchtet durch die ärgerlichen Schlußworte des Staatssekretärs ,Dr. .Helfserich, und einige Bemerkungen im „Vorwärts", der dazu schreibt:
„Mitten in die Debatte fällt zur Vermehnmg des Unheils ein Antrag der Unabhängigen, in einer Erklärung festzustelleu, das; die Beaudwortung der Jnterliellatiou der Auffassung des Reichstags nicht entspricht. Das tut sie auch wahrhaftig niii: l ! Was sind aber die K o n s e q ll e n z e n dieses Antrags? Wird er augeuomnien, dann müssen Michaelis mtb die Seinen ihre Koffer packen oder der Reichstag muß sie dazu zwingen. Tut er cs nicht, so ist er bis über die Olnen blamiert. Ein verdammt schwieriger Fall., eine verflucht ernste Situation!" ♦
Man erkennt daraus, daß das Organ Scheidemunns sich doch nicht ganz als Herrn der Luge fühlt. Nicht die vereinzelten Uebergriffe von Offizieren, nnd Regierunasstellen. die unzulässig gehandelt haben lnögen, schurerzen die Reichstagsmehrheit so sehr, vielmehr ist es der sachliche Widerstand, dein sie in weiter! VolksDreisenl. degoglvei ist. Die neue Vaterlandspariei wird von einzelnem Organen der Reichstagsmehrheit geradezu wütend angefahren. Man darf nun mcht verkennen, daß sehr viel für die Gestaltung der politischen Lage von der Leitung der Vaterlandspariei und ihrem Takt, ihrer Geschicklichkeit, abhängt. Wird das alldeutsche Schema darin übermächtig, soll in dieser neuen Vereinigung nichts anderes getrieben werden als rein alldeutsche, also ouch. Partei-Politik, so wird das Gute, das von der neuen Gründung ausgehen soll und ausgehen könnte, schnell zusannnenschmelzen. Diese von uns gleich von Anfang an geltend gemachten Vorbehalte werden auch von der Köln. Ztg. ausgesprochen:
„Tie S-mnnrlung aller der Bürger, die einen solchen Zu- scnnmenschlnß als das Bedürfnis des Augenblicks empsiUbeu uud dunl. ihn kmidtun möchten,, daß icach ihrer Meinung die Bestrebungen der Parteipolitik vor den. vaterländischen Notwendigkeiten i?n .Hintergrund zu bleiben haben, wird schon dadurch erschwert, daß an der Spitze der nen.en Partei Namen von Männern sielen, die die Kanrpsgrcttpe der Mdeutschen — ob mit Mcht oder Unrecht sei hier nicht untersucht —> w den ihrigen rechnet. Diele die dem Programm, wie es jetzt vorliegt, zustimmen, werden sich dadurch von dem Beitritt abhaltM lasseir."
Das Blatt meint, wirtschaftspolitische Auseinanper- setzimgöil würden sich auch im Kriege nicht hintenanftellen lassen:
„Jedenfalls wird die neue Partei ohne eine ganft bestimmte Stellungnahme, wie sie sich unsre wirtschastspolitische Zukimft denkt, mcht arbeiten können. Wenn diele Arbeit nützlich werden soll, so wird sie gerade ans diesem Gebiete aufklärend wirken müssen. .Hier kann sie wirtlich eure Einigkeit erz-relen, wemr sie den: Volke beweist, daß all seine Teile, die Arbeiter.und Angestellten dbenso wie die Gewerbetreiberrden mtb die Landwirte, einer trosllosen Zukunft entgegengehen würden, wemr wir uns durch Nachgeben einen Frieden auszwingen ließen, der wirtschaftlich mxb finanziell für uns Siechtum oder Tod bedeutete."
Die östevreichisch-uttgarischen TaqeHberichte.
Wien, 6. Ott. (WTB. Nichtanrtlich.) Amtlich wird verlautbart.'
Im G a b r i e l e - A b s ck n i t t brach ein in drn Abendstunden angescht-er.italienischer Angriff zusammen.
Sonst von keinrni Kriegsschauplatz Besonderes zu melden.
Der Ehef des Generalstabes.
Wien. 7. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vertaut-art:
Die Abendberichte.
Berlin, 6. Okt., abends. (WTB. Amtlich.)
Im Westen bei regiterischem Wetter nichts Besan-
deres.
Im Osten örtliche Kämpfe bei Sereth in der Büro-
tvma.
Berlin, 7. Okt., abends. (WTB. Amtlich.)
In F l a n d e r n am Abend sich steigenrder 7'ffnerkampf Wischen Langenulrck und Zonnebeki'.
An den übrigen Fronten nichts Wesentliches.
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eine s
Reichstag hat arn Samstag Mieder erumal eine stürmische »Sitzung g"habt. Zur Besprechung stand i-Ademokratis ' ' ' ' ^ . ong
O e st l i ch e r Kriegsschauplatz.
Bei Sereth in der Bukowina griff der Feind gestern nach starker Artillerievorbereitung au. Er wurde bei St Onufry durch Feuer odgcwie-en, bei Waschkoutz von österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen im Gegenstoß geworfen.
Italienischer Kriegsschauplatz.
Im Gabriele^ Abschnitt beschrl'urkten sich die Jtalie- itcv gestern auf Trilvorstöße. Diese blieben erfolglos. Auf der Coatalwila holten Hochglbirgsabteilungen 21 Bersag- lieri aus den feindlichen Gräben.
B a l k ankr^egs sch a »Platz.
Nichts Neues.
Der^ Chef des (^eneralstitbes.
Die Nampfe in west und Gst.
Berlin,?. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Auch am 6. Oktober haben die Engländer ihre Jnsanterieangrifse nicht wieder ausnehmen können. Im allgemeinen ließ auch der Artilleriekampf an der Flandernfront nach. Stärkeres Feuer lag nur zeitweise in Gegend nördlich des Nienport-Kanals und auf dem Abschnitt Poelkapelle-Jonnebere. Trotz der geringen, rein örtlichen Erfolge, die mit so ungeheuren blutigen Opfern erkauft wurden, versuchen die Engländer die letzte Flandernschlacht als „größten Sieg seit der Marne sch lacht" darzustellen. Ein Blick auf die Karte genügt, um den gänzlichen Mißerfolg der letzten, riesenhaften Anstrengungen der Engländer klar erkennen zu lassen. In dem Gewinn eines Streifens zertrommelten Trichterfeldes und einer int Verhältnis zu der Größe uud Breite des Arrgrisss verschwindend kleinen Zahl von Gefangenen besteht dieser sogenannte Sieg, den die Engländer den: eigenen Volke und der Welt Vortäuschen tvollen.
Im Artois und in Gegend S t. Q nen t i n steigerte sich stellenweise die lebhafte Feuertätigkeit wiederholt zu einzelnen stärkeren Feuerübersälleu.
Auch in der Champagne lag tagsüber aus unseren Stellungen in Gegend Souain gestcigertes,-seindliches Feuer. Mrdweftlich Tahure wurde eine vorübergehend eingedrungene feindliche Patrouille durch Gegenstoß vertrieben.
Beiderseits der Maas war die Feuertätigkeit tagsüber bei schlechter Sicht mäßig. In Gegerrd östlich Samogneux haben sich örtliche Kämpfe entwickelt. Hier blieb auch erachte das Feuer zeitweise lebhafter.
Südlich des Sereth griff der Feind nach einstündiger starker Artillerievorbereitung unsere Stellungen vom Sereth- sluß bis St. Omusrh mit starken Kräften unter Taukver- wendung an. Der Angriff wurde abgeschlagen u;rd vorübergehend eingedrungener Feind im Gegenstoß geworfen, rvo- bei Gefangene in unserer Hand blieben. Die dortigen Stellungen sind restlos in unserer Hand.
Die neue Krisis in Rußland.
Petersburg, 5. Okt. (WTB.) Meldilng der Petersburger Nckegvaphermgentur. Die Blätter nselben unter Vorbelwll: Die Ben,ölMngen zur Mildung «eines Kvalitionskabinetts wurden gestern den ganzen Mg fortgesetzt, streßen sich aber an urrvorlMrgeseheneu Schwierigkeiten. Die Moskaner Industriellen er- erklärten, daß die Bildimg des Vorparlaments durchs die'deniolratisck? Konferenz eine neue Tatsache varstelle, die die politische Lage ändere. Sie sind.der Ansicht, daß das Vorparlament eine erüste Bc- lhindernng sirr die Bildung einer starken Regierungsgetvalt bedeute. Es wurden daher abends Verhandlungen mit anderen bürgerlichen Gruppen eingeleitet, vor allem mit den Petersburger Kadetten. .Heute findet, um ein Ko mproiüiß zu schaffen, eine Ver- sammlimg von Mitgliedern der Regierung ürit den Moskauer Industriellen, beit Petersburger Kadetten uud fünf Mitgliedern de« demosiatischisn Konferenz statt. Die Blätter drücken die Vermutung !aus, daß die Hauptforderung der bürgerlich,en Elemente für den. Eintritt in die Kvaliition die sei, daß die VeranNvortlichikesi dev Recherung vor dem Vorparlament nur eine moralische und keine juristische sein sollte.
Petersburg, 5. Okt. (WTB.) Meldung der Petersburger Telegrapheu-Agentur. Die de m o k rat i s-ch,e Konferenz beschloß mit 33 t gegen 241 Stintmeir die Wähl von 305 Mitglieder^ des V o r p-a r l a m e n t s.
Petersburg, 5. Okt. sWTB.^ Meldung der Petersburger
^-elegraphen-Agentur. Der Vorsitzende des Ausstandsausscknssec der Eisenbähner sandte gestern an alle Bahnlinien ein Telegramm, nad]\ dmn mit Rücksicht aus die Langsamkeit, mit der die Regierung die Frage der Lohnerhöhungen ,'belMndelt, in der Nackt ‘ zum 7. Oktober um Mitternacht der gesamte Zugverkehr mit Ansuähme der Militär- und MuuirionsMge eingestellt iverdeu soll. Gestienr abend veröffentlichte Kerenski einen Mahnruf .ent alle Eisenbahner, das Unglück des Vaterlandes nicht durch, eine uubesonnem Haudlungsw-eise zu vergrößern, sondern einige Tagc zu warten, da die Frage unverzüglich 'entschieden werden sollte.
Die demokratische 5sonsere»z über den Frieden.
Petersburg, 6. Okt. (WTB. Nichtamtliche Meldung der Petersburger Telegraphei lagen t n r. Mus der letzten Sitzung der de m o k r a t i sche n Ko u s e r e n z erklärte der Abgeordnete Dahin, daß die Kvnfeo.mz uick?.t schließen könne, dhne sich über den« Krieg auszusprechen. Deswegen sckbage er im Namen der miui- malisnscken Sozialistenpartck und der Demokraten vor, einen Avvell an die Demokratten der ganzen W.ett ?)u richicen.' Meser dlppelk fangt n^t der Feststellung an, daß Atußland gezwungen sei, Krieg gegen zvoei Fronten z,u führen, nämlich giegeu i^r äußeren Feinet iuorb gegen, den inneren Feind, d. h. gegen die Gegenrevolution, die .as Unglück des Vaterlandes auszubeuten such,t. Bor sechs Monaten habe die 'russisch^ Demokratie eine Kaurdgebung erlassen, wonach die Notwendigkeit einc-? Friicdens ohne Annexionen und Cmt- sch,ädigunl,ea auf der Grundlage des Rechtes der Völker, ihr Los selbst m bestimmen, vorliege. An diesem Zeitpunkt, heißt es wntee, n«ar die militärische Lage Rußlands verhältnismäßig günstig und die gegnerischen Mächte suchten mit ihm einen ehrenvollen Frieden, zu schließen. Aber Rußland lvies den Gedanken eines Sonderfriedens iuit dem deutschen Jmperiallsnlus ab und hoffte, daß die Völker der beiden Koälllionen sich erheben !und ii>!re Regierungen zu einem allgemeinen d emo t x a i if .chen Frieden zwingen ünirden. Indessen kam dieser Frieden nicht zustande, und sertdeni hat sich die militärische Lage Rußlands beträchtlich verschlechterte Die Seiitscheu beroltzten Rußlands Desorganisation und drangen in das Innere des Landes ein. Sie ermutigten dadurch die militärische Gegeirvevolntiou. sDer Appell geht dann über zu den beunruhig^'Tiden Gerüchten, die das russische Volk bewegen. Die Gerüchte behcnrpten, es bestehe die Absick.it iniernatioimlistischer Elemente, erneu Frieden auf Kosten von Rußland zu verwirklichen. Die russisch,. Demokratie erklärt in dem Appells, daß sie m,rt alten Säften den: Eiirdriugen freu,der Arnven in das Vaterland Widerstand leisten lveree. Z\ic uck.rde nicht dulden, -daß,mran sein Gebiet an sich reißt oder 'Httud an seine Uaiadhängigfeit legt, 'dllber die Sache der Verteidigung des revolutionären "Rußland sei auch, die einer jedeiz


