Ausgabe 
4.10.1917 Erstes Blatt
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QcWIbel werden könnte von Vertretern sämtlicher bedeutenden politischen Mernungärichtungen, ein Ministerium, das eben durch me)eZusammense^ung sowohl nach innen gls auch nach außen die Mmrgrert scliars markieren konnte, /nil der meine bisl^erige Neutral c- tatspoiitlt von deni schwedischen Volke getragen ivird. Ich stelle mrr auch vor, daß ein solches Ministerium geeignet wäre, störenden tmtcren Reibereien vorzubeugen und während der jetzigen Krisen- beruhigend aus die Stimmung im Lande einzuwirken. Es rjt meme Ueberzeugug, das; dies der beste und richtigste Weg ist, das Ävaatsschin durch all die großen Gefahren und Schioierig- 7?llen, dre un-i' umgeben, zu führen. Ich appeliere an Ihre Vater - l au das che Gesinnung in der ernsten Lage, die infolge des noch mit MivermiTiderter. Kraft andauernden Weltkrieges herrscht, Ihre per- lonlichen Allsfassungen oder Parteiansiclsten einer glücklichen Lösung der vorliegenden Kragen nicht hindernd im Wege stehen zu lassen,

,andern an das gemeinsame Ziel, das Wohl des' Vaterlandes zu denkeii. ^ch lege es Ihnen sehr mrs Herz, diesen meinen Vorschlag genau zu etwngen und mit Ihren Meiirungsgenossen die Mög- liMert desielben gewissenhaft zu prüfen und mir das Ergebnis mitzuteilen.

Ltockbv.km, 3. O'kt. (WTB.) Ter Vorschlag des Königs Mi die Parteiführer, ein Koalitionsnnnrsterium zu bilden, findet m den t/äorgenzeitungen aller Parteirichtungen lebhafte Zustim- mrmg. ^ Logar der ^Sozialdemokraten" ist einverstanden, weist fkDoai rn Ueoereinitimntirng mitTagens Rylfeter" und anderen liveralen Lettintgen -austü e unbedingte Notwendigkeit innerer «Kepormen, vor allem aus die Aenderung des Gemeindewahlrechts

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Pässcverweiqcrung in Frankreich.

»-r ? r . e J n ' Oktober. (WTB. Nichtamllich.) Pariser Blätter ver- oftenllichen eine halbamtliche Meldung, wonach die französische Regieimng den Delegierten für die i n t ern a t io gn a l e Ge- werrschaftskonferenz in Bern, die bekanntlich auf der Eewery clmftäkonfcrenz in London beschlossen wurde, des kalb die die Konferenz verweigerte, weil die Konferenz eine He­rr acMicl>e Fühlungnahme mit den Delegierten in den feindlichen Landern bedeuten würde.

Die Zustände in Rußland.

Die demokratische Konferenz.

Petersburg, 3. Okt. (WTB? Meldung der Petersbur­ger Telegrapl-en-Agentur.) Nachdem die Liste der Redner ersck-öpft war^ erklärte der Vorsitzende Tscheidse, die Versammlung roeii>e zuerst über die Formel für oder gegen die Koalition abzu- fnmmen haben und darauf über zwei andere Formeln, nämlich ersten., über eme Koalition mit der Kadettenpartei und zweitens über eine Koalitton allein mit Iden Geschäftsträgern der Kadetten- varter. Mit ,60 gegen 688 Stimmen sprach sich die demokratische .eonferenz für die ^staalitron «aus. Da sich aber bei der UntcrLbstirn-> iming über die Art der Zusammenarbeit mit den Kadetten Line Mehrheit f^nd. wurde bei nocknualiger Abstinimung die Id e e de r Koalition überhaupt mit 813 gegen 180 Stimmen abgelehnt.

Bern 3. Okt Daily Mail" meldet aus Petersburg: Ter £± m £ t! 4 Z? tl J* e a J Bo . ng J P e Ü bat mit 690 gegen 655 Stimmen den Antrag der Maxunalisten, eine Kundgebung für so- .fertigen Frieden zu beschließen, von der Tagesordnung abgesetzt. ^

^ Petersburg, 3. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Meamty&eya^atfar. Nach bcn bereits gemeldeten rmd ^9«" eine Koalition *rr bre demolrntijc^Kvntere^. twß; das beträchtlich durch Der- Bureau am Nachmittag zu einer autzenordQll:lichen Sitzung zusammentreten solle, um ein Mittel .Widersprüllfe zu suchen und die Einheit des iTwkratischen^Wlllens zu verwirklichen. Gleichzeitig nahm die

mlÄ^os^Ä^^^^^Entschließun^ an, sich iricht eher aus- ^ulosen, alv bu- i ich die Regrerüngsgewalt rn einer für die Demo­kratie annehmbaren Form gebildet habe.

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isr^L^Ersburg, 3 Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Mellnng der i, e e 3 r ^pben-Agentur. Im Zusammenhang mit der Bewegn n g Kor n t I ows veröffentlicht die Regierung die En t-

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Boulogne entstanden starke Brände. Gleichzeitig wurden militärisch wichtige Anlagen in London und in verschiedenen Orten der englischen Küste erneut mit Bom den angegriffen. In Lmidon zeugten mehrere Brände von ihrer Wirkung. In der Festung Dünkirchen riefen be­sonders gute Würfe in der Nacht zum 39. September ein Feuer hervor, das an den riesenhaften Vor­räten, die hier aufgehäuft sind, reichste Nahrung fand. Nach 24 Stunden stellten unsere Flieger fest, daß der Brand rricht gelöscht war, sondern weiter um sich gegriffen hatte 48 Stunden später beobachteten sie, daß die Feuers- brunst sich über einen ganzen Stadtteil aus­gebreitet hatte. Heute nacht konnten sie melden, daß ganz Dünkirchen ein Raub der Flammen ge­worden war. Damit ist ein Hauptstapelplütz des belgischf- englischen Heeres und einer der größten Umschlaghäfen für den Verkehr zwischen England und Frankreich ver­nichtet.

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Berlin, 3 Okt. (WTB. Amtlich.) Seekampfflugzeuge der flandrischen Küste haben unter der bewährten Führung des Oberleutnants zur See Christiansen am 1. Oktober abends vor der Themsemündung ein englisches Großslugboot abgefchoslen und vernichtet.

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., , Delersburg. 3. Oft. (WTB.) Meldung brr ..

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5 eekrleg.

Neue K-Boot-Erfolge.

Berlin, 3. Ott. (WTB. Amtlich.) Neue U-Bvot-Erkolge rm Aermelkanal und in der Nordsee: 4 Dampfer 1 Segler, 1 Fischerfahrzeug, darunter 3 bewchfnele Damp­fer und der neue englische SeglerJndepedence". Bon den drei bewaffneten Dampfern fuhr einer unter französi­scher Flagge, ein anderer war vom Anssehen des englischen DampfersKendal Castle" (3885 BRT.).

Der Chef des Admiralstabes der Marine. Die Wirkung des U-Boot-Krieges.

Berlin, 2. Ott. (WTB.) Trotz der sehr scbarien Portugiesischen Amsur bttngtC°mme?ci°Ne Porto" nL dem 13. September folgende bedeutsame Mitteilungen über reg: Der August hat dem Optimis- mus Lloyd Georges nccht ent,procl>cn. Die Wirkung der Tauchboote inacht sich gerade bei Schiffen größeren Raum- gehaltes bemerkbar. Bor kurzem erst hat ein Tauchboot an ^ Küste 6 Schiffe mit insgesamt 42000 Toir-

nen versenlt, das macht im DurchsäMti 7000 Donnen Man also, wie mangelhaft die Angaben der amtlich«!

nv. n9m fte immer ,rur v°n Sclstffen

Tonnen sprechen. Die englische Presse stellt die Veröffentlichungen, die von 6 Millionen Tou- nen bis Cnde Augujt sprechen, gar nicht so sehr in Abrede

^ a ^r nmt ?" öaB di« (Mt bis (Ä.be des Jahre« auf

23 m<r°n mn f ^ 3e "S*/ .® verfügbare Schifssraum 23 Millionen Tonnen betragt, so begreift man wie ernst eni weiteres Jahr Tauchbootkrieg sein würde '

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3 n 24 Stunden 60000 Kilogramm Bomben auf feindliche Ziele.

Berlin, 3. Okt. (WTB.) Unsere Bombengeschwa­der leisteten in den letzten Tagen und vor allem während der Nacht- und Tagesstunden des 1. Oktober Außerordent­liches. ^zhre Angriffe galten, wre gewöhnlich, den niilitäri- schen Anlagen und Trupperrunterkünften hinter den.Haupt­kampffronten. Tie feindlichen Flughäfen bei Verdun, die schon vor drei Tagen mit solchem Erfolge heimgesuÄ)t Umrden, daß auf drei .Häsen laug andauernde und weithin sichtbare Brände ausbrachen, wurden neuerdings mit 14 4M Kilogramm Sprengstoff beworfen. Die Flughäfen, Stapelplätze und Truppenunterkünfte vor der flandri­schen Front erhielten in Tag und Nacht fortgesetzten Flügen über 400M Kilograrmn Bomben. In St. Omer

Ans Sictdt nnd Land.

Gießen, 4>Okwber 1917.

hindenbnrgfeier.

Zu einer Feier des Gebn-rtstages des Genevalseldtnarschalls von vrndenburg hatte die Ortsgrrcppe Gießen der Dent- jchen Vaterlaridsprrte i gestern abend ht die Nene Aula geladen, und eine stEltche Schar dentsclier Männer und Frauen l-atte der Emladung Folge geleistet, nur in euteu Stunde stillen Erbanens des deutschen Näannes mib Helden Hlltdenburg zu gedenken Nach den ernlerLeichen Kl äugen ^der Kapelle des Ersatz-Bataillons be­grüßen Professor -pr. Opitz, an Stelle des abivesenden Vorsitzen­den Gehecmr<ü Prosessor Dr. Spengel, sodann der Rektor der Landesumv^ersrtat, Gel-eimrat Professor Dr. Gisev ins die Der sanlmlnng und üab-rm der Verehrung und Wertschätzung für den großen Felduiarjchall beredten Ausdruck. Besonders wies der Rektor der Universität daraus hin, daß ganz Deutschland durch den Krieg zu erner FMnstre znsainnvengeschveißt sei, und daß es ein .herzons- bedursms isdes Deutschen sei, den Geburtstag des größten Ä>hnes ^E'br Fanrll-ie zu setern. In diesstnn Sinne freue er sich darüber, die Raume der Universität für eine Hindenburg-Gebu'rts- ta g s feier öffnen und die Teilnekmver an der Feter in der Aula begrüßen zu können. Dem klassischen Werke des Generals von (elauseimtz Vom Kriege" entiielmre er den Satz, daß die Uebermackst der Zahl der Gegner reichlich durch das Genie des detitsck-en Truppenirchvers wellzii-machen sei. Die Ueberzahl der Gegner war da., Der Genius .Hindmburg rettete tiicht nitr die deutschen Ost- provinzen: er gab dem Kriege die eiitsch? iden.de Wendung im Osten utz Wiytein Der Retter des Baterlaiides lxtt Anspntch daraus daß sernles 70. Geburtstages in warmer AnlKnglichkeit gedacht wird Die Begrüßungsansprach? schloß mit den eigenen Worten Hinden- vitrgs:M o g e ii Tt f c r m teuern Vaterlande b c r Geist öort 19 14 tn .Öffentlich langen Friedens) ährest erhalten b I e i ben."

Ms HauptrAner des Abends ergriff sodann Professor K u n tz e l aus Foankjnrt am Main das Wort und enttvars ui wnckstigen, großen Zügen ein Bild desseii, was Hinden- und Mentet: Aus der Schule des größten Stra tegen, Myltle, der Sckmle der Umgehtnigsschlacht bei Caniiä liervor- gegangen, rm Geiste des Feldherrnideals Friedrichs des Großen ge bildet hat sich hindenburg seit den Tagen bei Taimenberg zu über­ragender Bedeutung ^eniporgesckstvungen. Nicht allein kriegSgeschicht­lich, sondern auch wirtschaftsvolitisch hat sein Genie Ueberivältigen- des geleistet: verdanken wir ihm doch der: Nutzen Rumäniens, Kür- tands und Litauens, sowie die Sicherung Siebenbürgens Ans der unhaltbaren Bcrdim-Fvont wimevb. w-rrf « alw seinc Kräfte nach dem Osten imb schuf dort dnrch Taten die Borberertnngen und die Gewahr für einen für Dn>tschland sicheren Frieden. Als ^e>-r ber der Initiative int Angriff, als Kenner de's fc schen-Maicruüs. rati bem der Feldherr zu kämpfen hat, besminen ab- wagend und Trrcmwe >atEsPielend, ^alS lebende Verkörperung'der Kmrtschen und Hegelschen Jr«alp.hilosoptzie hat ftindenbüra in allem erreicht, was sÄwn ein Mensch erlangte. ' Mn. als dem die be­stehende mmcarchische Supcrivrität Anerkennenden und deshalb frei .handelnlden sind die Lose des Geschicks in die Hand gegeben, und es blnbi zu k»ften Und zu ertrrrrten, daß er oder vielmehr die über­zeugende Kratt seiner WirNichkeltsgedrnken bei dem lommende-r Fneden den notwendigen Einfluß haben und den reckzten Weg ffnden ward. Mrt ,ern>Sn dreifache:! Hoch auf Hindenburg. in das di- Anwelendcn begeistirt ernstimmten, schloß der Redner seine Ausfüh­

rungen. Jdk Anschilirß Uevan sprach Professor Dr. O p i tz im Nwno, der Deutschen Vaterlandspartei Gießen fernen Tank aus und brachte folgende beiden Telegramrue, die sodann abgesandt ivurden, zur Verlesung.

An Seine Majestät den Kaiser:

^Hunderte Gießeiier Bürger >und Bürgerinnen, zur Feier des /O. toeburtstages des Generalieldiuarschalls vmi 5?indenburg ver- sammelt» beglückwünschen ehrfurchtsvoll Ew. Majestät zu der churklichen Fügung Gottes, die in lstrchster 4Lot des Vaterlandes Ew. Ärajestät in Hindenburg imd seinem getreuen Helfer Luden, dorss die begnadeten Schlacksterrlenker gab, die die Ueberzahl der Feuide ab zu wehreti und Sieg auf Sieg wi unsere ruhmreiche» zahnen zu heften wußten. Voll innigem Dank gegen unsere un­vergleichliche Streitmackt und i^re gewaltigeii Führer stelrt die Hentiat geschlossen hinter den Kämvferii. Nichts, >veder Verlemn»- dilngrm der Engländer, Wilsons tückische Noten, nicht Nvt noch Entbehrungen können uns wankend machen in der miverbrüch- ö". Katiter und Reich. In dieser Treue geloben w« miszuharren, bis unsere S.iege «gekrönt sind durch einen starÜe» (Frieden, wert unserer ungeheuren Opfer, in dem des Vaterlandes erhöhte Macht und Sicherheit vor neuen tückischen lieben alten nnö freie Entwicklung verbürgt zu immer höherer Blüte unter der Führung Ew. Majestät."

An den Kanzler des Deutschen Reiches:

"Hunderte zur Hindenburg-Feier versammelte Hessen bringen den Dxrnk und das Vertratcen zu unserem gewaltigen .Heersührex durch das Gelöbnis zum Ausdruck, daß sie unbeirrt durch ans- ländische Einflüsterungen ausharren 'wollen in unwaudelbarev Treue zu Kaiser nud Reich, bis der nahe Sieg erstritten Und ein starker Friede erreicht.ist, der Sühne schassi für den tückischen Uebersall ditrch die Feinde iurd dem geliebten Baterlande durch erlühte Macht Sicherheit bietet gegen neue Angriffe nnd zu glück­licher weiterer Entwicklung bis in die fernste Zukunft."

rv ^öer Absingen des Lj-edesDeutschland, Deutschland über alles' schloß tdie eindrucksvolle Feier. -ur-

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** Verkauf v-on Birnen. In der Turnhalle der Stadtknabenschule, Nord-Anlage 8, lverden von Freitag den 5. Oktober ab, vormittags von 812 Uhr und nachmittags von 26 Uhr, Birnen verkauft. Siehe Anzeige.

** Gänse. Iw Jahve 1916 ist weder eine Bewrrtschiftung iMch eine Preisregelung für Gänse vou Reichs wegen.vorgenommen worden. Als am 1. Oktober 1916 die Reichsfleischkarte eingeführt wurde, konnte diese nicht auf die Gänse erstreckt werden, da der Anrechnung aus die «geringe Kopfvation dev Karte zu große Schwie­rigkeiten gegenüberstanden. Deshalb stieg im Spätherbst die Wert­schätzung dev > -teil freien Gänsefleisches im Verbrauch, was an vielen Orten zu einer maßlosen Preissteigerung führte, die zu den gehässigsten Kritiken in der Presse und zu berechtigter Miß- stiintnnng unter den minderbemittelten Kreisen der Bevölkerung führte Auch haben die hohen Preise zweifellos zur Berfütterung von Getreide angereizt. Eiene Wiederholung dieser Zustände mußte vermieden werden. Ties war aus dem Wege des Fleischlarten^ zivanges wegen der schon im Vorjahr gewürdigten Schwierigkeiten! nicht zu erreichen. Eine reichsrechtliche Erfassung und Betvitt- schoftung aller Gänse kam ebenfalls nicht in Frage, schon weil die bimdesstvatlichen Verschiedenheiten dies verbieten. Lediglich die -Einfuhr aus dem Ausland und den besetzten Gebieten ivird von Reichs wegen ersaßt und verteilt. T^agegen hat das Reich ein­heitliche Grundlagen M' einer sckiarsen Kontrolle des Gäit jelianötts durch die Verordnung vom 3. Juli 1917 gesck>assen. Hinsichllich der darin festgesetzten H-öchitpreise ist den Landeszentralbehörden oder den von ihnen bestimmten Behörden überlassen, niedrigere Preise festznsetzen. Tie Gvoßh. Regierung hat den Gvoßh. Äeisänttern die ErmäMgung hierzu übertragen, da die Verhältnisse in den einzelnen Kreisen zu verschieden sind, als daß ente Regelung für das ganze Gebiet des Gvoßherzogtmns einheitlich erfolgen könnte. TaZ Gleiche gilt für die Befugnis m einer Anordnung in der Richtung, mich für lebende Gänse den Verkaujs nach Gewicht vorzuschreiben. Ferner können die Kreisämter weitergehende Bestimmungen über den Verkehr mit Gänsen erlassen, insbes-ondere den Handel mit Gmisen von einer besonderen Erlaubnis abhängig machen oder den Verkauf bestimmten Stellen übertragen. Unberührt bleibt jedoch die reichsrechtliche Vorschrift, daß vom 25. November ab bis auf werteres die entgeltliche Abgabe von geschlachteten Gänsen durch den Züchter oder Master verboten ist, domtt eine Mästung von Gänsen mrr so lange erfolgt, als die Stoppel mast aus genutzt! werden tarn. Eine weitere Mästung wäre nämlich später nur ver­botswidrig^ mit besÄagnahurten Körnern oder mit Kartoffeln mög- lich Für den Verkauf an Händler, ebenso für den Verkauf von biefen an Züchter und Master ist der Schlußscheinzwang eiw geführt. Für -den Verkauf an Verbraucher gilt der Schlnßscherw zwang nicht. Ebenso ist er nicht erforderlich für den Absatz an staatliche lvd<w 'Svmnrunale ?lbgabe- oder Verteilungsstellen.

** Eicheln- und Kastanien-SnmmlunA. Eicheln dienen vornehnilich zur Herstellung von Kaffee- Ersatz und werden auch zu wertvollen Futtermitteln ver­arbeitet. Den Kastanien wird dagegen zunächst Speiseöl entzogen, und sie liefern ferner ein für die Seifensabri- kation hervorragend geeignetes kostbares Material. Endlich findet das Kastanienmehl entweder zur menschlichen Er­nährung oder sonst zur Verarbeitung auf Glyzerin für Munrtrouszwecke Verwendung. Die Sammelstellen sind ver­pflichtet, für Laubholzfrüchte, soweit sie von mittlerer Art und Güte sind, folgende Preise den Sammlern zu zahlen: Waldfrische schalentrockene Eicheln 13 Mk. für 100 kg, wald- ftrsche schalentrockene Kastanien 10 Mk. für 100 kg. Es wird auf die Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil auf- merffam gemacht.

** Stadtt heater. Unsere Bühne wird des 60. GeburtK- tages von Hermann Sudermann nachträglich durch eine Nenenr- '^udternng seines längere Zeit hier nicht gegebenen Schauspieles "El " ck im Winkel" gedenken. Wenn von irgendeinem moder­nen Dramatiker, so gilt von Sndermann das Dichtettvvrt: Daß von der Parteien Gunst und Haß verwirrt sein Charakterbild tawanke Aber die Bühne schuldet ihm zweifellos Tank für eine Reihe höchst nnrkungsvoller Schauspiele. Der nächste Sonntag- Murd brrngt eine Ausführung des beliebten SingspielsTas Treimaderll)aus" mit Herrn Hermann Schramm vom Fran5- fnrter Opern l-aus als Gast in der RolleBaron Sckiober^'.

** Ein Konzert des Leipziger Solo-Quar- tetts für Kirchengesang findet am Dienstag den 9. Oktober, abends 8 Uhr, in der Stadtkrrche statt. Näheres siehe Anzeige.

** Im Hotel Fürsten Hof findet heute abend Konzert statt. Näheres irehe Anzeige.

** Der VereinOberhessisches Damenheim »« ©t-efecit, e. V." hielt mder vorigen Wache üntcr Leitung seines B°r(«nden, Kmtzenrat Strack, seine diesjährige Mstglieder-- ve-fflMMÄimg. Wahrend des «K-rregcs konnte.das Ziel des Äcreins, ?EN am Heim Mi schrsfeti, selbstotzlständlichi nrstlt der Bvllendmtg naher gebracht loerdcn, doch sind auch in, M« Zett dem Benetn mennens'w-erte Sck«rkmrgen zugeflossen. eese Jalst der «..nlglteder bleeb m der gleichen Höhe wie im Boriahre. Drc Rvchirm« sur das Jahr 1016 mar von Geheimrat Hei chel- heim nnd Sparkaisenkontrollcnr Haas Mprüft worden: dem R«ch)ner wurde EntlasNing ge>vA)-rt. Der Vorsitzende nnd dev Rechner Ivurden wtcdctgcwählt. Außerdem gehören dem Vorstand« noä.j an: r>'vau Professor Eichbaum, Frau Professor Höhl- bau m, Frau Geheimrat Gail Fräulein Berta Kalbihenn, Fräulein Berta Sandmann, Frarl Oberstleutnant Nau- mann und Fräst Geheimrat Sieders. Me Vorstandsmit- glieder sind bereit, Interessenten die Satzungen zu übermitteln iw tme über den Stand der- Vermögens und die seitherigen Be­mühungen des Vereins Auskunft zu geben.

o"Sammelmerkblatt". Was soll gesammelt wer. den? krregswrrffchnfflichen Zwecke w-ird ge*

jcunmelt? Von wem uüb 511 welchen Preisen lverden di<