Ausgabe 
1.9.1917 Drittes Blatt
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Nr. 205

Drittes Blatt

M. Jahrgang

Hrscheml täglich mit Ausnahme deS Sonntags.

veilagen:Gietzener Zamiliendlätter" und Ureisblatt für den Ureis Gietzen".

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General-Anzeiger Pr Oberhejjen

Samstag. 1. September W

ZwillingSrundoruck und Verlag:

B r ü hl'jche Unwersttäts-Buch--u.Steindruckerei.

R. Lange, Gießen.

Lchriftleilung. Geschäftsstelle und Druckerei:

Schulstraße?. Geschäftsstelle u. Verlag:

Schriftleittmg: 112.

Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeig erGießen.

Aus dem Reiche.

Die Bremer Börse gegen einen Verzichtsrieden.

Bremen, 2$. Ang. Bei Eröfßmng der heutigen Börien- . persammlmtg richtete der' Präses der Handelskammer, Herr Erich * OaKarins, an die Versammlung eine Ansprache, in deren Schluss er ! rmck:-folgende, an den; Reichskanzler ernzu sendende Resolution in Vor- i schlag brachte:

Tie in der Börse versammelte Kauftnannschaft Bremens, ''sich <wns wissend'mit weiten Kreisen der Bremer Bevölkerung, gibt : der ticfeit Besorgnis Ausdruck, die sich ihrer angesichts dessen, was dknrch die Zeitungen über den Gang der Verhandlunqeit im Haupt- «ansschuß des Reichstage bekannt geworden ist, in wachsendem ^'Naßc bemächtigt. llnscr Vaterland, umringt von Feinden, die sein Verderben wollen, darf keinen Raum l>abcn für innere Kümpfe, solange der Krieg dauert, lln erschüttert stehen unsere Fronten, un­ablässig mehrt sich die Beute unserer Tauchboote. Wir an der Wasserkante wissen, daß früher oder später der j 'Unterseeboots? ricg Englands Kriegs willen bre­chen wird. Auch der Feind kennt an maßgebender Stelle den Abgrund, dem er zutreibt, wenn irnr das^deutsche Volk Mut und i Zuversicht bewahrt. Er verdeckt seine Schwache butter lvildcn ! Schmähungen und maßlosen Forderungen. Wo er uns tausendfach f Unrecht getan, sucht er uns zum Schuldigen zu machen. Tie Sühne, die er uns schuldet, sollen nur ihm zahlen. Wo es an uns wäre, Unterpfänder des Vertrauens zu fordern, beischt er sic von uns. Wer unsere Feinde kennt, weiß, daß nichts Unheilvolleres ge­schehen. nichts dem von «affet ersehnten Frieden abträglicher seitt kann, als uns gegenüber ienen, auf unsere Vernichtung abzielenden Forderungen aus einen Verzichtsricden festzulegen und immer er­neut unsere unbedingte Friedensbereitschaft zu beteuern.

Unsere Feinde sehen nichts anderes darin, als ein Zeichen der Schwäche, als eine Bestätigung ihrer letzten Hoffnung, derjenigen «ruf Deutschlands iirneren Zusammenbruch, als eine Gewähr dafür, daß sie un-- immer neue Opfer an Gut und Blut auserlegen dürfen fcK&nc Gefahr, in irgendeinen: Form zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Kein Zweig unseres nationalen Wirtschaftslebens hat int Kriege schwerer gelitten als U eberseebandel und Schiffahn. Aber trotz'aller tnateriellen Verluste ungebrochen und zuversichtlich, ist unsere Kaufmannschaft bereit, anszuhalten bis zum guten Ende. Und so gewiß lvir glauben, daß Deutschland Weltwirtschaft treiben muß, w<mn es nicht untergehcn will, so gewiß sind wir überzeugt, daß ein Wiederaufbau unseres Außenhandels nur möglich ist, wenn unser Reich stark und mächtig aus dem Kriege hervorgeht, wenn wirksame Sicherheiten uns gegen britischen Handelsneid und angel­sächsische Weltherrschaftsansprüche schützen ^und freie Entfaltung unserer Kraft drinnen und draußen, auf See und über Sec ge­währleistet ist."

Tic Absendung dieser Entschließung wurde mit lebhafter Zu­stimmung beschlossen.

Gchattsbewegurrg der Bankbeamten.

Berlin, 29. Ang. Der Deutsche B ankb e a m te n- Berein hat aus Beschluß seiner am Ä). Juli 1917 in Magdeburg abgehaltenen owdorttlichen Hauptversammlung an alle deutschen Banken nnd Bankfirmen Eingaben ge­sandt, in denen aus die Notlage der Baut beamten schuft hin­gewiesen wird. In der Eingabe heißt es, daß die Eim- kaanmensverhalLnissc der Bankangestellten schon ungefähr feit dem Jahre 1905 ungenügend seien, so daß sich die Bankleitungen veranlaßt gesehen hätten, Teuerungszulagen zu gewähren. Der Krieg habe diese Verhältnisse in un­geheurem Maße weiter verschlechtert, eine wesentliche Besse­rung könnte nicht erwartet werden, da die Teuerung auch nach den: Kriege in großem Umfang bestehen bleibeit würde, und es sei deshalb notwendig, daß jetzt endlich eine all­gemeine durchgreifende Verbesserung der Einkommensver- vältnisse bei sämtlichen Beamten, einschließlich der beim Heere befindlichen, vorgenommen würde. Um den Berhält- inssen einigermaßen gerecht zu werdeit, müsse das der­zeitige Gesamteinkommen in allen Gehaltsstufen um fast durchweg 30 Prozent erhöht werden: außerdem seien zwecks Behebung der gegenwärtigen außergewöhnlichen Kriegs­teuerung die bisher üblichen Teuerungszulagen regelmäßig werter zu gewähren.

*

Berlin, 30. Aug. (WDB.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats wurden angenommen: die Vorlage über die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, eine Vorlage be­treffend die Veröffentlichung von Handelsregiftereintragun- gen und ein Antrag auf Verlegung des Inkrafttretens der Bekanntmachung vom 3. August 1917 über die Veranstaltung von Lichtspielen.

^ Berlin, 30. Aug. (WM. Nichtamtlich.) Zur Be­leihung bei den Darlehnskassen sind zugclassen: 1. die i fünfte österreichische Kriegsanleihe bis zu 40 Proz. des Nennwertes, 2. die fünfte ungarische Kriegsanleihe bis zu 40 Proz. des Nennwertes.

Ans Rußland.

Russische Schandtaten in Galizien?

^ Berlin, 30. Aug. «WTB. Nichtaintlich.) Die russischen »Soldaten haben auf ihrem fluchtartigen Rückzug aus Galizien in ^ einer Weise gehatlä, die an die schlimmsten Untaten der zaristischen Armoc eriimerr. In Tarnopol .und Stau isla u wurden sämtlich.' Rainer ter ivvblhabenden Bevvlk.wung geplündert, in Brand gesteckt i zerstör!. Nach den .Anssagen der Bevölkerung hausten die Hiuhtcnben Russen am schlimmsten in dem Städtchen Kalnsz, d«s i ^ fri , ., nn . Trüium-erhalchen ist. Das -Zentrum des Ortes, das»

> vollkommen zerstört. Wie die Bevölkerung er- zap t, haut die Russen wie die wilden Bestien und zwar be- sonder- 0 :,- ^vezzaltruppen mit dem ^Abzeichen des Totenkopfes, angemui die ^turmtruppein, Kosaken und Dstnerkessen. Die Brand-« kompngmecn endlich- vollendeten das Werk der Vernichtung. Si^

> rau-.ten, worde'en und fchändttm Frauen. Die Männer, die Ein fpruch erblvben, ivurden niedergeschossen. ^Ernzelnün Einwohnern

. gelang es, ftch durch Hope Lösegelder losznkaufe>r Der Brauern menter tvls Papcndvrfer sanrmelte 600 Kronen für die Kosaken ! wllte enchosien ivevdcn, konnte aber im letztan --sjugenblick noch Eli! <£«!! ^^likate»senhändler Hrynteniecki wurden Waren

l.nt> Geld nn Vierte von 250 000 Kronen geraubt. Nach Aussagen der Zu den stnd an einem. U age 13 Juden und 10 Christen ermordet tiwnt Ter njtbcnildx* ^^^TTcr von Kvlusz erklärte, daß in l^jem zweiten Haue- dte ,Krauen und Mädchen geschändet nmrden. mb, IIhren, Uhrletten nnd Geldtaschen wurden sowohl d»in Psa als auch ) einem Bruder gestohlen.

DieTimes" zur Moskauer Konferenz.

L o ii b o n , 30. Aug. iWTB. Nichtamtl.) DieTimes" meldet nuv Moskau :Tas Betragen des Sovicts und ferner anhangcr nimmt jede Hoffnung, daß die Konferenz zur

Besserung der Lage führen !önitc. Sie blieben taub und blind für die Folgen der Niederlage. Bezeichnend war die .Haltung gegenüber Kornilosf. Als der Oberbefehlshaber die Tribüne bestieg, erhob sich die größere Mehrheit der Anwesenden, uni ibn zu begrüßen. Die Mitglieder des Soviets einschließlich aller Abgeordneten der Soldaten blieben sitzen und enthielten sich jeden Beifalls, solange Korniloff sprach), nahmen sie eine .Haltung absichtlicher Geringschätzung ein, während ihnen von den Galerien die WorteSchande",Feiglinge" und Verräter" zugerufen wurden.

Französischer Pessimismus über Rußland.

Bern, 31. Aug. Die Lage Rußlands wird vomJour­nal du Peuple" außerordentlich ernst betrachtet. -Nerenski werde in Moskau wohl kaum das Ergebnis erzielen, das er erhoffe. Anstatt abzunehmen, spitzen sich die Schwierigkeiten der Lage immer mehr zu. Die französische Presse, die bisher meistens Meldungen uud Kommentare zu rückgehalten habe, möge jetzt dock) der Wahrheit Raum geben. Im gleichen Blatt wendet sich der Deputierte La so nt, der als französi­scher sozialistischer Delegierter in Rußland gelvesen ist, in sehr scharfer Weise gegen die Aeußernugen der reaktive nären nationalistischerl Presse Frankreichs, die Kerenski rate, mit Gewalt gegen die Maxim allsten und gegen die Revolutionäre vorzugehen.Figaro" ist sehr skeptisch über die Ergebnisse der Moskauer Konferenz und komnit zu dem Schlüsse, daß dort viel geredet, aber nicht gehandelt werde.

Rnketenerplosion in Petersburg.

Berlin, 31. Aug. Nack einer Stockholmer Meldung des B. T." brach in der Raketenabteilung der Munitionsfabrik Ochta bei Petersburg eilt Brand aus, bei dein 45 000 bis 50 000 ver- saitdfertige geladene Raketen Feuer fingen. Stücke des zerstörten Daches ^utd brennende Raketen flogen in ganz Petersburg unter die Einwohner, unter denen eine Panik eirtstand, die Vagabunden znm Plündern von Wohnungen ausnützten. Auch eine große Dach- pappenfabrik nnd große Mengen aufgcstapelten Holzes verbrannten mir. Der Schaden beträgt mehrere Millionen Rubel. Ein Fener- wehrmann wurde während des Brairdes getötet uitd viele andere verletzt.

Ares Stadt und

Dießen, 1. September 1917.

Die Selbstversorgung mit Obst in Hessen.

D^eDarnfst. Ztg." meldet: Tic Reichsstelle für Obst und Gemüse hat in diesem Jahre von einer Beschlagnahme der Obsternte abgeseheit nnd dafür angeordiret, daß der größte Teil der Ernte zur Deebung des Heeresbedarfs und an die Marmeladefabriken abz-usühren, der Rest durch die Pro- vinzialstellen (hier durch die Landesobststelle i zn.r Versor­gung der Bevölkerung mit Frischobst zu ratiouieren ist. Dadurch ist es der Laiches obststelle möglich^ geworden, etne Selbstversorgung der.Haushaltungen init Einlege- und Nöar- meladeobsr in diesem Jahre initerhalb gewisser Grenzen zu­zulassen. Damit sich uieutand übermäßig eindeckt, sirch Be- sörderuttgsschfeitte vott Reichs ivegeu vorgeschrieben ivorden. nnd zwar lautert diese für Hessen aus 50 Pfund Kernobst (Aepfel uud Birnen) und 25 Pfund Steinobst iZwetschcn und Pflaumen) für den Kopf der Familie. Der Weg zur Erlan­gung eines Beförderuugsscheines ist nun so einfach wie mög­lich geregelt. Mau hak zunächst sich zu vergewissern, wo mau sein Obst herbeziehen will. Sodmnt holt mau sich, wenn man in einer Stadl oder Ortschaft bis 3000 Einwohner abwärts wohnt, unter Vorlage des Lebeirsmittelaustveises auf seiner Bürgermeisterei, in kleineren Gemeinden auf dem zuständi­gen Kreisamt, einen Besörderungsschein, der gegen eine Gebühr von 30 Pfennigen ausgestellt wird. Die Kreisämter sind jedoch befugt, auch für Ortschaften unter 3000 Eimvoh- uerif die Ausstellung des Besörderungsscheines durch die Bürgermeisterei zuzulassen, wenn eine Ot ach Prüfung durch das betreffende Kreisamt erfolgt. Den Besörderungsschein sendet man nun dem Erzeuger, von dem inan sein Obst kaufen will, und katm darauf die zugelassenen Mengen ohne weiteres beziehen. Wer in der Lage ist, fein Obst in der gleichen Ortschaft, in der er ivohnt, einzukaufen, braucht natürlich keinen Beförderrnrgsschein. Jedoch darf auch er sich nicht höher eindecken, als von der Landesobststelle fest gesetzt ist. Außerdem lvird dafiir Sorge getragen, daß in den Städten in Ladengeschäften urrd auf dem Obstmarkt Obst in kleineren Mengen jederzeit zu haben ist. Um einer miß brüuchlicheu Benutzung eines Befördern.ngs schein es zu be­gegnen, verliert dieser seine Gültigkeit, lveun er lticht binnen zehn Tagen von dem Datum seiner Ausstellung an zum Bezug von Obst verwendet wordeit ist. Di gObstPreise wer­den in diesem Jahre verhältnismäßig hoch aussallen, jedoch hat die Landes obststelle nicht die Niachi, diese Preise her­unterzusetzen. Sie wurde?: von der Mickisstelle für Obst nnd Gemüse in Berlin festgesetzt mib Anträge der Land es ob st stelle, die Preise für Hessen herrl.ntersetzen zu dürfeit, fanden in Berlin kein Gehör. Wohl aber sind die Städte in der Lage, für die ihnen überwiesenen Obsttnengen die Ver­braucherpreise möglichst niedrig anzusetzen.

Ba u g e n o ssen scha ft 18 9 4. Die int Fahre 1894 n Evangelischen Arbeiterverein gegründete Baugenossen

** H

von dem

schast hat in ihrer Generalversammlung vom 27. August eine bc dentsame Aendcrnng ihrer Sapung beschlossen. Sie führt danach künftiahin nicht mehr die Firma ,,Bangenossenfchast des Evangeli scheu Arbeitervereins", sondern:Baugenossenschaft 1894". Fernei/ ist künftighin für den Erwerb der Mitgliedschaft nickt inehr Bor- iaussetzung die Zugehörigkeit zu dem Evangelischen Arbeiterverein!. Die Geiwssenschuft, die damit für jede geschäftsfähige Person zu gänglich ist, hofft, daß ihr in Züknnft nicht nur die Unterstützung der Mitglieder des Evangelischen Arbeitervereins zuteil wird, sondern daß auch zahlreiche andere Personen ihren Beitritt erklären,, und daß die Erreichung der gemeinnützigen ^stvecke der üfewssen sckaft dadurch erleichtert wird, insbesondere auch durch eine leieli tere Beschaffung der nötigen Geldmittel, so daß die Bautätigkeit, sobald es die Zeitverhältnisse erlauben, alsbald nieder ausgenonnnen tzrerden kann. Daß den Bangenosseitschaften bei Kriegsende ein weitts Arbeitsfeld gesteckt sein nn-rd, Nird in maßgebenden Klckiscit ljetzl schon allgemein anerkannt.

Eierabliefer n n g und H an s s chl a ch tu n g e n. Trotz wiederholter Aufforderung, ihren Vcrpflielitungen nachzu kommen, sind noch zahlreiche Geflügelhalter mit der Abliefernng der Eier stark int 9iückstand. In vielen Fällen, ist gegen die Säumigen bereits vvrgegangelt worden, entnieder dadurch, daß den Betreffen- dcn Lcbcnsuuttel, namentlich Zucker, voreittl-alten worden sind, oder

durch Anzeige bei der Staatsanivaltschast. Es besteht indessen noch eine weitere Möglichkeft, die Säninigen zu bestrafen. Es liegt durch­aus int Bereich der Wahrscheinlichkeit, daß im kommenden Herbst und Winter bei Ätnträgen auf üienchmignitg einer Hausschlachtting gcpriist werden loird, ob der Anttagsteller seinen Verpflich­tungen bei der Eierabgabe nachgckommen ist. Wird die Frage bejaht, so wird die Genehmigung zum Schlachten erteilt wer­den : vorausgesetzt, daß die allgemeinen Voraussetzungen vorliegen. Stellt sich aber heraus, daß der Aittragstcllcr beim Mliesern der Eier säumig )var, so lvird er sich aus einen ablehnenden Bescheid gefaßt machen müssen. Es liegt danach im eigenen^ Interesse der huerhalter, ihren Verpflichtungen nack)zukommen, solange es noch Zeit ist.

** T a r in st äd t e r T ä g 1. Anz. Unter dem Namen Ehr ctt- Feld" hat Frankfurt g. M. seit Kaiegsbeginn etne Vercinsgründung zu verzeichnen, die anderwärts lvegen thweä vaterländische". Ziele und Aufgaben Nachahnrung verdient. Der M ä nnerg e sar^v er einEhren-Feld", .dessen Schutzherr der .Kgl. .Kammerherr und Polizeipräsident Rieß von Scheurnschloß zu Frankfurt a. Ai. ist, wurde bei Kriegsausbruch von den: Schrift- schller Franz Ferdinand Geis gegründet, um an den Gräbern von Kriegern, einerlei ob Fremd öder Feind, ein letztes weihevolles Lied zu singen und einen.Kran; niederzulegen. Auch Ausschmückmg der Tranerhalle und Unterstützung von Familien gefallener Hetdeit har sich der Verein zur Ausgabe gestellt. So hat er schon über 650 Bestattungeit eine Weihe verliehen, wie man sie sonst nicht in gleichem Maße findet. Auch bei der Bestattung der 4 Opfer des letzten Fliegerangriffs smg der MannergesangvereinEhren-Feld". Sein Mahlspruch lautet: Ten Helden weiht Beim letzen Gang In großer Zeit Ter Ehrengesang! Möge der VereinEhren- Feld" um seiner hvl>en vaterländischen Gesinnmg willen auch in hessischeit Städten ntöglichst zahlreiche Nachgründungen erfahren.

Landkreis Gietzen.

** Hnngcn , 30. Aug. Der durch feine eingehenden For­schungen auf dem Gebiete der Rcforinationsgeschichtc Hessens rühm- lichst bekannte Professor Tr. D. Diehl aus Friedberg, welcher ähnliche Vorrräge schon an den verschiedensten Orten mscres engeren Vaterlandes gehalten hat, wird am Montag über die Reformation in den elwmals Solmsischen Landen sprechen. Da in dieses Jahr das 400iäbrigc Jubiläum der Reformation fällt, werden die Geistlichen, Lehrer und Lehrerinnen der in Betracht kommenden Orte den Vortrag besonders dankbar begrüßeit. Die Beteiligung ist jedoch nicht auf die Genannten beschränkt, sondern steht jedein ftei, der ein warmes Herz für die Entstehung und Entwicklung seiner Kirche hat.

^X.H. Londorf, 30. Aug. Bei der am 29. d. Mts. stattqc- gundenen Versteigermg der Bxrnen aus hiesigen Kreisstraßen wurden ganz unerhört hohe Preise geboten. Durchschnittlich wurden 30 Mark für den Baum geboten. Das höchste Angebot war 49 Mark für einen Baum. Der starke Andrang der Steigerer erklärte sich aus der zu erivartcnden geringelt Zwetsck-eneritte. Den fehlenden Zwettl schcnbvnig sucht man durch Birnenhonig zu ersetzen.

**Queckborn,31. Aug. Am 28. ds. Mts. vorinittags wurde schweres Schießen aus Westen gehört. Der Bericht vom 29. meldet größere Arrtillerietätigkeit auf dem Ostuter der Maas bet Berdnn. Wie im vorigen Jähe, als die schweren Käntvie jum Verdun begannen, und seither mehrmals, wewn der Kanonendonneri von jenen hochgelegOten .Maasbergen gehört wurde, wehte der Wind nicht an^her Schallrichttuig, so daß man amehmen muß, der Schall werde durck> igegnerische oder kpeuzende Luftströmung zur Erdoberfläche herab geworfen, ein Untersuckmngsgegenstand für Naturforscher. >

Z Stei n he i m b. .Hungen, 29. Äug. 9cach den letzten schweren Käinpfen vor Verdun werden zwei Krieger von hier als er­mißt genteldet. Es find das der Gefreite Wilhelm D i e tz und der Musketier Wilhelm Keil. Der seit dem 16. Juni vermißt ge­meldete Musketier Heinrich Töpfer hat bis heute noch kein Lebenszeichen von sich gegeben.

* Utphe, 29. Aug. Der Musketier Hermann P h i l i v V i wurde mit der Hessischen Tapserteits Denkmünze ausgezeichnet.

W. Aus der Raben an , 31. Aug. Musketter Karl W i ß- ner von Mutshausen, in einem Fnsanlerie-Reaiment. wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. Landwehrmann Gefreiter Ziegler, unser in alten Kreisen beliebter Lehrer in Kcsselbach, wird als vermißt gemeldet. Ebenso der Fäger v. K eutz aus Londorf. Bei der am 25. Aug. zwischen Londorf ünd Geilshausen abgelealtenen Versteigerung der Frühbirnen des Kreises Gießen Mirden äußerst hohe Preise erzielt.

Spiclplatt des Groß!), ilurtheaters vad-Nauheim.

Montag, 3. Sept.:Die spanische Fliege". Mittwoch, 5. Sept.: ,^Tns D reim ädert Hans". Freitag, 7. Sept.:Stein unter Stenten". Sonntag, 9. Sept.:Tie Königin der Luft". Montag, 10. Sept.: Tic kleinen Verwandten",Brmttschan",Lottchens Geburtstag^'.

?1adttheater Gietzen.

Sonntag, 9. Sept., nachm. 2 Uhr:Tie spanische Fliege".

Köntgl. Uurtheater Bad-Lms.

Dienstag, 4. Sevt.:Das Dxeimäderlhcms" Samstag, 8. Sept.:Freund Fr»»;".

Iend weiße

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