Ausgabe 
17.9.1917 Zweites Blatt
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Nr. M

Zwettes Matt

LrscheirU täglich mit Ausnahme de? Sonntags.

Verlagen:Gietzenrr ZamilienblStter" und NretZblatt für den Ureis Äictzrn".

Postscheckkonto: Frankfurt am Main Nr. Nü86. vankoerkehr: Gewerbebank Gießen.

167. Jahrgang

e«?

General-Anzeiger für Sberhesten

Montag, 17. §eptembe? 1917

Zwillingsrunddrilck und Verlag: Brühl'icheUnwersiläts-Buch-u.St'indvncterei.

R. Lange, Gießen.

§chrifHe!juna, GeschästssteLe und Druckerei:

Schulstiage?. Geschäftsstelle «..Vertag: L-^^ül, Schriftleitung: 112.

Allschrift für Drahtnachrichten;AnzeigerGießen.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 17. Sevtember 1917 .

*-* Vom Hofe. Der Gvoßjherzog und die Großherzogin be- tzuch,tel' unter Führting des iHjerrn (Direktors Tr. (Schmidt disj Ausstellung der Grossherzoglichen Hof-- und Landes-Bibliothek von kostbaren Haudich^rrfterl mit Rffniatureat, deiner kan swert en jEiu-- bänden und alten Drucken mit Holzschnitten.

** Auszeichnung. Dem Vize-Feldwebel Mar' Buscher wurde das Eiserne Kren- I. Klasse verliehen. Das Eiserne Kreuz 2. Nasse und das Oldenburgifche Friedrich-August-Kreuz- 2. Klasse ist bereits m seinem Besitz.

** Feuerwehrjubiläum. Am Sonntag sparen ^es 25 Jahre, daß der Verband hessischer Feuerwehren gegründet wurde. Aus!diesem> Lüllaß findet am 18. ^eptomber in Darmstadt eine Aussämßsitzung statt.

** Warnung ! Seit einiger Zeit lvrrd vo-lrOberschlesien, aus in allen Derleir Deutschlamds Gbcntzstürke unter denr Namen ,Hcffftmrrms Gilbergttrnzstttrcke" in den Handel ge­bracht. Tie Verpackung trägt die Wareu.schach^eichen dm: Hoffmannschen Stärkesabritzcrtiorl in Bad-Salzuflen. Für einen Karton mit 4 Päckchen dieser Stärke werden irn Kleist-^ l>andel 2,60 bis 3 Mk. verlcnrgt. während für einen Karton echte Hoffma, tusche Silbevglcnrz stärke früher 20 Pf. bezahlt wurden. Die Erhöhung des KleinhairdelsPreises wird damit-- erklärt, daß die Stärke jetzt in einer auf österreichischen t Boden liegenden Fabrik der tzuffmamrschen Stärkefabriken. A. G., hergestellt und von dort aus unter Zahlung von hohen Zollgebühren oder sonstigen großen Unkosten^ nach Deutschland gebracht wird. Ilm die Täuschung, daß die Stärke aus -Oesterreich eingefnhrt ist, wahrscheinlicher zu machen, tragen die Etikette der Stärkskartons den Ausdrirck Preis 24 Heller. Wie die Hoffmannschen Stärkefabriken in Bad-Sa lzufLeu Mitteilen, mußte die .Herstellung von voffmanns SilberglanFstärke seit 2 Jahren infolge Mangels an Reis eingestellt werden.. Sowohl die Vorräte der Fa­briken, als auch die bereits cm Groß- und Kleinhändler seitens der Fabriken gelieferten Bestände sind nach, zuver­lässiger Schatzung schon seit längerer Zeit verbraucht, so daß die Fabrikate der hofftnanuschen Stärkefabriken, nicht mehr zu beziehen sind. Bei der jetzt in den Handel gebrachten Stärke handelt es sich um ent Schwindelfabrikat, das nach der chemischen llutersuchung nur aus 17 Prozent Kartoffel­mehl, wenig Borax und in der Hauptsache aus Gips besteht. Der Wert dieses Fabrikats beträgt rmr wenige Pfennige. Das Publikum wird dringend vor Ankauf gewarnt und ersucht, sobald ihm das Fabrikat zum Kauf angeboten wird, der Polizeibehörde Mitteilung zu machen.

** Kaninchenzucht in Giehen. Mancher Spaziergänger nach dem Bergwerk und der Lindener Mark wird sich über ein! merkwürdiges Noefeld gewundert haben. Hier ein Streifen gemäht und da ein Strerfait, ihrer ein Fleckchsm .frisch geschlitttten, vor- schon wieder junger Nachwuchs, dazwischen noch alter Bestand, fc zerzaust sieht es aus, unordentlich und doch wohl geregelt. KarnikÄfutter! Bei näherem Zusehen erkennt man, daß es in mehr als 50 genau numerierte Stücke geteilt ist. In den Wieseckwiesen! sieht man ähnliches. Es steigt sich darin die Dätigkeit desBer­einigten K-aninchenMscht- und Pflegeveveins", der aus diese Weife seinen Mitgliedern das für die Aufzucht Mter Diere dringend notweirdige Grünfntter verschafft 'hat. Hoffentlich! gelingt ihm eben-i so die Versorgung hnit Winterfutter, Heu mrd Rüben. Bei der! großen MitgliederMchl ist ^as schon ein größeres Unternehmen. Wie sehr die Kaninchenzucht während des Krieges in Giefeil Mgenvnrmen hat, lzeigt -ein Gang um die Außenrander der Stadt. Wo mcnt auch in Hof und (Irrten hinjchaut, überall Kisten >md Käfige mit Stallhasen. Adr dem Krieg war die Volkswirt-, stastlickse Bedeutung der Kaninchenzucht erkannt worden. Der Staat Und viele Gemeinden bewilligten Mittel zur Förderung. 3(i auch die Stadt Gießen, sie knüpfte aber daran die Bedingung,, d-ch sich! die zwei bestehenden kleinen Vereine zusam men schl offen. Dies geschah, und- .damit -begann ein großer Aufschwung. Dis Mitglieds zahl, die vorher p060 betrug, ist auf mehr als 200 gestiegen, mit einem .Besitz von 2180 KanrnchleN. Das bedeutet eine schöne Mmge Fleisch. Auch die Felle haben jetzt einnr großen Wert, statt 1020 Pfennig gelten sie 0 502 Mark. Der Wert des Felles hängt aber sehr von der Behandlung ab. Auch, da hat der Verein ein fruchtbares Feld der Belehrung. Die .Kaninchenzucht bat nur dann volkswirtschaftlichen Wert, wenn nicht durch Un­erfahrenheit Verluste herbeigeführt werden. Deshalb ist allen Züch­tern der Anschluß Mt 'einen Verebt zu empfehlen. Der Belehrung, dienen ferner die Ausstellungen des Ei senbahnervereins im Oktober und desVereinigten Kaninchenzucht- und Pflegevereins" Ende! dieses Monats im Kaste« Leib.

** Landesansschuß für die Kri egsbieschädig ten-.Fürsorge im Großh. Hessen. Der Geschäftsbericht ift erschienen intb enthält u. a. einen Bericht von Amtmann G Beckcket in Tarmstadt über die Dätigkeit dies Landesausschnsses von Ende 1914 bis 31. Dezember 1916, sowie neben zahlreichen Ab­bildungen einen Aufsatz von Oberstabsarzt Medizrnalrat Dr. Re bentisch und Professor Hugo Wer Hardt überDas Werkstätten und Ber ussübu u gslazcrrett zu -Offenbach a. M."

** Herstellung vom Obstwein. dlll-e noch i tickst kontin­gentierten Apfel- und Obstweinkeltereian, ebenso solche nicht ge wertmäßige Hersteller von Obstwein, die mehr als 30 Doppel-, zentner Rohstoffe im Jiahr verarbeiten^ müssen sich bis zum 15. Septem schriftlich bei der Kriegsgesellschaft für W'ciuobstern- kaus- und -Verteilung, ß. m. b. H., Berlin SW' 68, Kochsltcaße 6. meCbeu, die ihnert daun einen Fragebogen. zur Feststellung der

Unterlagen für die .Kontmgeottieriung izupenbet. Der Kontingeut- schein der Kriegsgesellschaft »st! bann der Geschäftsabteftung der Landesobstsltzlle in ,DariüsÜadt zlvecks Zuweisung von Kelterobst einztweichen.

** Dörrobst als Krankheitserreger. Man sieht jetzt allenthalten lin den Fenstern nach den Gärten und Höftn zu ganze Ketten frisch gepflückten Obstes, besonders Apfelschnitzen, die, der Sonne zum Dörren ausgesetzt, winterliche Hauskost ab- gebeu solleit. Bei aller Anerke'nnung der Sorge jeder .Hausmutter muß andererseits auf eine Gefahr atchnerksam zzemacht werden: die Jusekten tummeln sich scharenweise Nahrung suchend auf diesen frisch geschirittenen ObstscheiVchen herum, Kot, zweifelhafte Säfte urrd sonstige Krankheitserreger zurücklassend. Dde Sormen- Hitze trägt ihr Möglichstes dazu bei, all diesen Kvankhe-itservegerit Entwicklltng M gewälzren, die damr, eingemstet, durch Genuß des gedörrteirjObstes in den Wrper gelangen und lster wüste Ber hccrungen anrichten. Fermer ivird durch llnackstsamkeit der Viit bewohner, durch gelegentliches Teppich-, Tischtuch- und sonstiges Lnmpenausschüttcln viel gesündigt, iudcut Sckmmtz, Staub, .Haare usw. von den oberen Stockwerken aus ihr Ziel gevadewegs auf den Stock tiefer nehmen und hier sich niederlassen. Es ist desl-alb im Interesse der Volksgesundhvit bringend ratsam, dies-ss zum Dörren Sonnenhitze ausgesctzte Obst mit einer Umhüllung zu versehen. ** Landwirtschaft und Technik. Man schreibt uns: Krieg hat -gezeigt, daß heutzutage eine extensive Ausuutzu'ltgj des'Bodens fast überall nur mit Hilfe verschiedener Hilfsmittel her Technik möglich ist «und die Lösung des so- Merans nichtigen Er­nährungsproblems vor allem davon abhängig ist, aus welche Weise etwa eintretender Llrbeitermcmgel zu beseitigen ist und eine völlige Llusnutzung aller Produkte und Rohstoffe dieisl Jülandes bei erfolgter Sperre der Zufuhr aus dem Auslande erfolget! kann. Der bekannte Jngenieitr und Dickster Ma)- von Epth, der Begrü'nder der deutschen^ Landwirtschaftsgescllschaft, hat der deutschen Landwirt­schaft die Wege getviesen, wie sie mit .Hilfe der rmrzeitlichen tech­nischen Forschung extensiv arbsitett kcmn. Auf diesem Gebiete müssen stch aber Landwirtschaft Und Industrie einander immer mehr nähern. Nun wird jedoch <zuf den derttsck>en Technischen .Hock>- schulen, bicfeit geschaffenen wistenschaftlichen Stätten der Er- forschung und Fördermtg des ^wirtsckmftlicheN Lebens, die Landwirt- sckzaft im attgenteinen noch zu wntig getrügend gepflegt und nur in den landwirtschaftlichen Lehranstalteit betriebett, obwohl ge­rade der Jngeirieur der berufene Führer und Förderer auf diesem Gebiete sein dürste und sich erst ans Umwegen hinreichende Kennt­nisse auf diesem Gckbiete verschaffen muß. In dent bekanntere Essener Industrie-Organ, dem Anzeiger für Berg-, Hütten- mrd Maschinemvesen, Nr. 79/80, wird dal>er angeregt, oitrf allen dent- sckren Technischeit .Hochschulen eure kurze Vorlesung abzuhalten! lkber das Wesen tntd dte Arbeitsform der Landwictschaft und die landwirtfchaftliiche Maschinenlehre Neben den anderen Tellen der Maschinetttechnik zu pflegen. Nur an toenigen Stellen ist das bisher der Fall, obwohl sich in den betreffenden Fachkveisen die Er­kenntnis der Wichtigkeit dieses Gebietes für die Landwirtschaft immer mehr Bahn bricht und Bautvesen, Mjcpchrnenwesen, Elek­trotechnik, Wäfferlvrrtschaft, Automobil- und Mowrentechuik, tech- ,tische Chemie in der Landwirtschaft immer mehr zrrr Anwendutig kommen. Es würde von großem Vortell sein, in den Kreisver- waltutt.zen ganz Denisckchrnds künftig Ingenieure anzustellen, welche oer Landwirtschaft als Kreiss a chverständige die besteve Aus- nützuna der Naturkräfte und .^Maschinen und deren Beschaffung zeigen könnten. Auch das Problem der lleberlandzentvalen und der Verwendung elektrischer Anlagen zum Zwecke des Ersatzes fite fehlende Mensck-enkräste würde dadurch echcblich gefördert werden und eine beffere Fühlung zwischen >Land Wirtschaft und Industrie in tveiterem Umfange als bisher eintreten. Die techmschenLock)- schulen aber solltett die weitgchendsbe Amvendmrg der TecMk in der' Lcnrdwirtschaft fördern, und die deutsche Industrie die Durch­führung aller wichtigen Probleme derselben verwirklichen helfen. Landkreis Gießen.

** Belkers Ha in, 15. Sckpt. Der Bize-sFeldwebÄ d. R. Hermann Magel, Sohn unseres Bürgermeishers Magst, Wurde vor einigen Dagerc zum Leutnant befördert.

** Wiefeck, 15. ^Sept. Der Gefreite Ludwig Katz wurde zuuc Unteroffizier und OMi-ersafpiranten befördert.

Stcn-kenblrrg und Rheinhesftn.

Darmstadt. 15. Sept. Die Staatsprüftmgen im Jusllz- mrd Verwaltungsfache für das zweite Halbjahr 1917 beginnen am Montag, dem 26. November 1917, im Plenarsaale des Oberlandes- gerichts in Darmstadt. Gesuche um Zulassung sind durch Vermitt­lung des zuständigen LandgerichtspräsideUten bis zürn 12. November an das Hessische Justizministerium in Tarmstadt ernzurerchen.

O Darmstadt, 15. Sept. Im Landeskircheng^äude dahier fand gestern die diesjährige Kriegstagccng (73. Jahresversammlung) des Verwaltungsvates des Hessischen Hallptvereins der Gustav- Adolf-Stiftung statt, zu der sich außer einer Reihe von Vorstands­mitgliedern und einer größeren Zahl von Abgeordneten der Zwetg- vereine, ein Vertreter des Großh. Obevkonststonums, Geh. Ober- konsistorialrat Merck, sowie ein Abgesandter der cvangeltsckxn Kirche Siebenbürgens, Dechant Dhullner aus Mühlbach in Sieben Mrgeir, eingesuuden hattetr. Bei der folgenden Ersatzwahl des Vorstandes wurdett gewählt: Oberschulrat RitserEarntstadt und Pfarrer Lehw-Offenbach. Nach Durck>beratung des llnterstütztmgs- plans ftir 1917 erfolgte die Vergebung der Zrrrsen des Hubert scheu Legats tmd der Kdnfirmaudengabe für 1917/18- beide srelen der Diaspora gemeinde Gau-Al g eshei m zu. Als Empfänger der Zwerg- »fteinüfcfflMtetoit für 1918 imtrbwt WHmnü die Diast-ora^emem- ben ösufenftamm, MWMur, am 3to*b Hechtsheim^ Zu M>- aeotimeteit bei der Serfantmlimn des Gesawtverems rn L eN> z i g muiLeil gewählt i Mrchenrat Tiugeldeh-Deriwlftadt. Dekan Bayer- Naunheim und Piarrcr Wa-ruer. By^erm.

** Darmstadt, 17. Sept. Dte Generaldtrektwn des Großh. Hofthsaters mib der Hofmuftk hat die neue KomödieKönig Da- v^s Saitenspiel" von Paul Zifferer yux Uraufführung crworbete

H. K. Offenbacha. 16. Sept. Auf Einladung des Ober­bürgermeisters versammelten sich Freitag abend eine Anzahl Damen lotb Herren, uni, wie in anderen Städten des 9teich.es, auch hier die Vorbereitung zu eater H inden burg feier zu tresfett. Nach etwa zlveistündigcr Besvrcchtmg llrm man zu dem Entschluß, am Sonntag dem 30. September einen Verkaufstag und am 2. Oktober, dem Geburtstage des GenekalsakdmarschaW, eine emftc, würdige Älbendfeier zu vercutstalteu.

Hessen-Nassau.

^ Flieden, 17. Sept. Jtrc der Familie des Arbeiters Josef Müller crhunt'teii nach bmc Genuß giftiger Pilze vier Kinder, von denen zwei bereits starben. Ob die b-ftden anderen mit dem Leben davottkomucen, erscheint auch ausgeschlossen.

Frankfurt a. M., <14. Sept. J!n Gemenrschaft mit der Hamburger und Woruffer Polizei gelang es der hiesigen Krimi ­nalpolizei, die Fal,rkartenfalscher-Gesellschaftrestlos" zu ermitteln ttud deren Werkstätte auszudecken. In Hamburg fand mau in ctrurri Dachslu4.e bei zwei ;Männ>erlt .Hnttderle von ent>verte:en und neuen Eisettbähnfahrkarten, ferner Buckloruckstäbe, mit denen die ereuen Karten den vorgeschriebenan GültigkeitSsletnpel erhallen sollten.-. Weitere Nachfoffchungen führten daun zur Auffirldutrg einer Harcd- druckpresse und großer Vorräte von Pappe zur Mrfertiguug von Eis-enbahnfahrkarten. Durch, erneu Frcrirkfurter Bahnsteigsckmffner gesorgten sich die i.H<unbu.rgLr entwertete Jährkarten, auf die sie sich, für ^angeblich tncht abgefghrene Strecken das Geld zurück- erstatten ließen. Die «vciteren Spuren führten schließlich nach Worms. Hier stellte die Polizei bei zwei itvzwffchjett auch verhafteten Händ­lern fest, daß -dresc gemeinsäm mit den Hantvurger Dchwiitdlerrv einen großen Betrug mit NachnahmUietrageti für abgeschickte Güter aus .Frankfurt, ,Hamburg ußv. in Vorbereitung hftten. 40 zur Ahsendung fertige Kisten mit wertlosem Jühalt nmrbett in WvrinS beschlagnahmt.

= Frankfurt a. M., 15. Sept. Di-e Stadtverordnetettver- samlnlung nahm in ihrer gestrigen Sitzung ein. Vermächtnis des Reittners Par rot in Höhe von 100tX)0 Mk. zum Besten ver­schämter Armer an, und bewilligte u. a. für einen Erweiterirngs- batlj jc-lir Schwimmbad 63 000 Mk.

X Hanau. 17. Sept. Das Stadttheater tri .Hanau a. M. vom Herbst d. I. ab dem Direktor Ludwig Spamiuth Bodenstedt, der zuletzt das Neue Theater in Hamburg und vordem das Stadt- theater in SchaffhaUsen-Solothurn geleitet hat, übertragen worden.

X Hanau, 17. Sept. Der Mitinhaber der Firma W. C. Hevaeus (Platinschmelze), Fabril-ut Tr. Wilhelm .Heracus, hat der Stadt Hatmu eine Stifttnig im Betrage von 25 000 Mark über wiesen, die zur (Errichtung einer Fürsprgestelle ftir die Bekämpfung der Tatberkulose dienen soll.

= H öchst a. MHsDas Sckchffengerickst beschäftigte sich kürzlich mit der Frage, ob ein Händler sogenannte Einleg- oder Hucht- schweine über den festgesetzten Höchstpreis für Schweine verkaufen darf. Der Schloeittehändler Friedrich Himmelreich in Esch- bowl hatte in zahlreichen Fällen Schoeine als Einlegschweine verkatcft und den Höchstpreis belvußt überschritten. Er

hatte sich desyalb vor den Schöffen zu verantworten, die ihn auf (fftund eines Sachverständigelturteils fteispvack-erc. Der Sach­verständige hatb? dargelegt, daß alle Händler die von ihnen ver­kauften Enüegschweitre stets über den 5)öchstpreis abgäben. Was der Katrfer nachl-er mit den Tieren mache, ginge den Verkäufer' nichts mehr an. Die Wiesbadener Strafkammer als Berufungs- tnft-crnz schloß sich dem Höchster Schöffengerichtsurteil an. Im Urteil wurde jedoch Wlsgefül)rt, daß das Gericht die bundesrätlicheu ^Bestimmungen aurders auffasse ,md auslege als der Angeklagte, der sich allerdings in einem entsckmldbaren Irrtum beftnrden lx«be.

----- Hünfeld, 17. Sept. Bei Schina versuchte ein Bahnwärter eine auf die Gleise gelartsene Hündin mit ihren Jungen zu retten, als er von einem vorüb!erfahrendett Schnellzuge überfahren urtd zer- Nllcstmt Lvtrrde.

][ Marburg, 17. Sept. Der Verkauf des Obstes brachte in diesem Jahre 6^82,14 Mk. gegen 2982 im Vorjahre.

O berbrechen, 17. Sept. Die Kartoffelewitc fällt in der hiesigen Gegend so auAgezeichnet aus, daß 180 .Zenttrer Kartoffeln Ertrug auf einem! Morgen durchschttittlrch zu rechnen sind.

Spielplan der Grotzh. Uurtheaierr Vad-Kauhei,?!.

Montag, 17. Sept.: Nochmal. Tanzabend Hcutncklore Ziegler, dazuWarttr wir altern". Mittwoch, 19. Sept.:Der .Herr Se­nator". Freitag. 21. Sept.:Der dimkle Punkt". Sonntag, 23. Sept.:Großstadtluft". Vdontag, 24. Sept.: Letzte Vorstellimg der Somm erspiel zeit.Das DveimädierlfaUS".

Uöniq!. rc«rtheater Vad-Enis.

Dienstag, 18. Sept.: Letzte Vorstellurtg der Sommersprelzeil. ,^JM weißen Röß'l".

Utt!Ver»sitäts-N<rLhvHchtsn.

HR Marburg, 15. Sept. Ter Direktor des geologischen Instituts. Geheimrat Pros. Dr. Kayser, tritt am 1. Oktober in den Nichestand. Ihm wurde der »tote 2ldleror>n 3. Klaffe mit Schleife verlieheii. Sein Nachfolger wird Privatdozent Pros. Tr Wedekind aus Güttingen, Ivetckiec hier das Ordinariat und die Leitung des geologisckM Instituts übernchmm urrd.

D RuderklubHa s sia". Air der am vergangenerc Sonn­tag von dem Niannheimer WasfersportvereinVorwärts" veranstal- tetcu Wanderfahrt über 80 Kilometer von Eber b a ch bis M a n n - heim betelligbe sich§)assia" mit 4 Vierer-MmtnsckMten. In mcht ganz 8 Sllmdert wurde die Facht, an der sich vom-Vorvoarts!" mxl) ! dichter, 1 Vierer und I Zweier beteiligten, bet schon,tent Wetter und herrlicher dlussicht vollfücht, mit einer Rast in tem schönen Heidelberg, wo in Neuenhenn, gegcmüber dern Sckstoß, Em- kech gehalten wurde.__

Das ZranWrler Regerftst.

Das vom '10. bis 12. September in Frankfurt a. M sich ab- ietende Reger - Fest rmhm einen alle Teile voll befriedig enöen erlauf. Einige der besten Reger-Juterpveten waren erschienen ü> verhalfen den Werkelt des verstorbenen Meisters zu einem rrchschlagenden Erfolg. Tie geistige Höhe und Reffe aller Bor- chrungen rechtfertigteil durchaus die BezeichnungNeger-,fest^ .

Der Auftakt des Festes begann am Sonntag nachmittag m u Villa eines Reger-Freundes vor geladenen Gästeii. Der be- ihinte Wiener Cellist, Professor Grümmer, Frau Erler- >chn audt und Frau Kwast- Hod a pp (letztere mit den großen lack>-VoNationen'' versetzten durch ihre Darbietungen il-re Zuhörer t die denkbar auftiahmesähigste uiid musikfreudigste ^ttmnmng ttb bereiteten so den Boden ftir die wlgenven drei gros.cn Konzerte..

Der Montagabend brachte dasTrio in E-Moll Op. 102 ' uno rs lludeutenderc Streick-atiartett ffiEs-Dilr Op. 109 , dessen arghetto eines der herrlichsten Sätze ist, die Reger geschrieben. He Werte funirben von dem StuttgarterW e n d l i n g - Quartetl , n Trio im Verein mit Frau Kwast-Hodapp vollendet Meder- egeben Fvaic Erler - Schn au d t, wohl die beste Lted-Juter- retin Negers, sang mehrere Lieder, von denen sie einige auf stür-, tischev Verlangen wiederholen mußte. Herr Pros. Grümmer ab mitPräludium und Gavotte aus Op. 131 c für Eello Hederum den Beweis höchster Künstlerfchaft. . ^ -

Der zweite Abend (Dienstag), wohl der Höhepunkt oes Festev,

brachte das Herrn Professor Wendlmg gewidmete Kchrtnetten^ Qtäntett, eine ter letzten Schöpstlng-vn Mgers. ,ern Werk voll wundervoller Weichheit der Lrnieii uud herrttch ur seiner harmoiii- fchen und kontrapu7i?tischert Fülle, die sich nrrgmds stöwnd auf- brämt, dirrch baäW«ndling-Q-«tett" imd £>«rn bach (fftorinette) mit Mötzter Warme mit, Hwsa^ru GK-r, und verhalfen dem Werke zu ernem gwhm, vollen Erfiolg. Frau Erler-Schnaudl fang wiederiun Lr^er «is Schaffen^'eiten, unter steigender Anteilnahme, und mußte das dra- Ä ^slust^°stu" ffe mtt Leidenschaft gesungen, wiederholen. Ten größten Erfolg de^ llbeno^ erreichte Frau Kwast-Hodapp Mit deii TeLmann-Varta- tioiten Op 139", erncni Werke, dessen poetische Emllndungen. des Themas in zarte lyrische Stimmungen sich zum Schluß zu monumentaler Größe tu Höndelschem Sinne erheberu woraus el'te zarte Ueberleittmg die humorvolle, meisterhafte Fuge er­führt. Das Werk wurde von Frau Ho dapp mrt emem hrnretßm d^ii Schwang und einer Kraft gespiell, die mit Heller Begeisterung und unzähligen Hervorrufen gÄohitt wmLe.

Der dritte Tag (Mittwoch- gehörte dem Krrchenkonzett. Der Orgcl galten Negers erste Schäpftmgen und ziveiWerke aus früher Zeit brachte der ^»»ckMete Ormmtt ^arl

Straube, nämlich du erste

die dreiteilige Fantafte über den EhovalWi e ich ön leuchtet dm Moraensterli" D'" Sonate besamt mit rmrhttg amwallenoen Harmonien, ihren Vffchlsß bildec cot PasiaLagüu. von

Hafter, in jeder Beziehung aber freier .Kontrapwiktttmst getragen. Einfacivn gibt sich die Fantasie über dm Choral. Nach einer, wohl das Dunkel der Wett vor dem Erscheinen des Sterns der Christeir' heit antönendm Einleitung von echt Regerscher külmer .Harmonik setzt die Eittwicklimg des Choralm Halts ein, der weich und ftc udig fick, zu ftvblockender Begeisterung erhebt und m der verlMttns- mäßig einfachm Fuge seine Klärung erhält. Professor Grümmer gab das ungemein schwierigePräludiuui m A-Moll Op. 131 v Mit herrlichster Auffassung und krafwoll-schönem Tone .vvder. J,i der Stimmuilg verwandte Texte Novalis und Falkos, Lted.-r voll üeffter religiöser Andacht, sang Frau Erler-Schönandt, besonders innig in der sphäronhaftm Jmpressunc des Falkeschn Trost". Adolf Rebner vermittelte z»vei Stücke für Biottne all'.mi, basAndante semplice m G-Dur M 3" und basA-Molb

Adagio coii grmc espresswne Op. 42 Nr. 1". Beides Werke voll zarter Sttmmung und warmem Empftnden, deren temperament­volle Wiedergabe von vorzüglicher Wirkung waren

Die aufs liarmonffchste verlaufenen Kdnzerte haben den lerber zu früh verstorbenen Komponisten in einer Reihe seffrer beften Werve gezeigt, die eine KÄnstlerpersönlichkeff von außerordentlicher Bo- qabung wiederspiegelii, die in ihrer erstaunlichen Schallenskrafv auch einen unstlllbaren Bestätigungsdrang besaß und mit emer Leichtigkeit des Gestaltungsvermögens arbeitete, une sie eben nur dos Genie befttzt.